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Neuigkeiten & Termine

Preis für Innovation in der Erwachsenenbildung 2018 ausgeschrieben

DIE Innovationspreis 2018

Seit 1997 lobt das DIE den »Preis für Innovation in der Erwachsenenbildung« aus. Die Frankfurter Rundschau hat ihn als »bundesweit renommierteste Auszeichnung in der Erwachsenenbildung« bezeichnet. Die Auszeichnung möchte neuartige und viel versprechende Ansätze in der Weiterbildung publik machen und einer breiteren Öffentlichkeit zur Diskussion stellen. Zu den zentralen Kriterien für die Auszeichnung der Projekte gehört, dass diese innovativ und praxiserprobt sein müssen. Außerdem sollten sie der Erwachsenenbildung neue Impulse geben.

Der Innovationspreis des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung prämiert im Jahr 2018 Lern- und Bildungsangebote sowie Organisations- und Vertriebsformen von Lern- und Bildungsangeboten, die unter der Bedingung von regionalen Disparitäten auf die Ermöglichung von chancengerechten Weiterbildungszugängen ausgerichtet sind.

Die Bildungschancen von Erwachsenen in Deutschland sind ungleich verteilt. Deshalb wird der Innovationspreis 2018 Bildungsangebote auszeichnen, die aus dem Blickwinkel der regionalen Ungleichheit gerechtere Bildungschancen ermöglichen.

Das DIE zeichnet Beispiele aus, die in infrastrukturschwachen Regionen, in Regionen mit besonderen integrations- und sicherheitspolitischen Anforderungen sowie in Regionen mit besonderen soziodemografischen und/oder sozioökonomischen Merkmalen der Benachteiligung qualitativ hochwertige und ansprechende Lern- und Bildungsangebote für die erwachsene Bevölkerung sowie erweiterte Zugänge zu Lern- und Bildungsangeboten insbesondere für benachteiligte und bildungsungewohnte Bevölkerungsgruppen realisieren.


Fristen und Verfahren

Das Bewerbungsverfahren beinhaltet zwei Stufen. Beschreiben Sie zunächst in der ersten Stufe Ihr Projekt auf zwei DIN-A4-Seiten anhand des DIE-Fragebogens. Den Fragebogen zur Bewerbung können Sie von der DIE-Website herunterladen (siehe Link unten).

Einsendeschluss für diese erste Bewerbungsstufe ist der 30. März 2018. Bitte senden Sie Ihre Bewerbungsunterlagen an folgende E-Mail-Adresse: innovationspreis@die-bonn.de

In der ersten Stufe erfolgt eine Begutachtung durch ein DIE-internes Wissenschaftler-Team. Die ExpertInnen treffen eine Vorauswahl. Bewerbungen, die auf der Shortlist landen, werden vom DIE per E-Mail angeschrieben und um ausführliches Material gebeten.

Die Materialien der ausgewählten Projekte werden in einem zweiten Schritt einer unabhängigen, fachlich besetzten und ehrenamtlich arbeiten Expertenjury aus dem Feld der Erwachsenen- und Weiterbildung sowie der Regionalforschung vorgelegt. Der Preis wird an bis zu drei Projekte gleichrangig vergeben. die PreisträgerInnen erhalten neben der Auszeichnung einen Geldpreis.

Die feierliche Preisverleihung findet im Rahmen des »DIE-Forums Weiterbildung« am 3./4. Dezember 2018 in Bonn statt. Die SiegerInnen haben auf diesem Event die Möglichkeit, ihre Projekte einem einschlägigen Fachpublikum aus Weiterbildungspraktikern, Wissenschaftlern und politischen Entscheidern zu präsentieren.


(16.02.2018, prh7die)

Bewerbungsunterlagen herunterladen (PDF, 3 Seiten)

Weiterführende Informationen (PDF, 12 Seiten)

 

Google läuft traditionellen Weiterbildungsanbietern den Rang ab

Bertelsmann Stiftung2

Nach der Schule hört das Lernen noch lange nicht auf. Wer sich als Erwachsener beruflich und persönlich weiterbilden möchte, dem bleiben nicht nur klassische Fortbildungen oder Volkshochschulen. Das Internet eröffnet dem lebenslangen Lernen neue Möglichkeiten. Für jeden Zweiten gehört Weiterbildung per Internet schon zum Alltag – vor allem bei denen, die beruflich erfolgreich sind und deren Bildungsstand ohnehin schon höher ist.

Knapp jeder zweite Erwachsene in Deutschland nutzt regelmäßig digitale Medien zur persönlichen oder beruflichen Weiterbildung. Laut dem »Monitor Digitale Bildung« der Bertelsmann Stiftung steigt die Vielfalt an Möglichkeiten, eigenständig über das Internet zu lernen. Während das informelle Lernen sich bereits zu großen Teilen digitalisiert hat, steht der Umbruch der Lerngewohnheiten bei den meisten etablierten Anbietern von Fort- und Weiterbildung noch bevor. Vor allem in Volkshochschulen und bei öffentlich geförderten Angebote dominieren bislang noch klassische Präsenzkurse.

In der Regel gilt: Wer online lernt, der lernt zu Hause. 80 Prozent der Befragten, die sich mittels digitaler Medien weiterbilden, tun das während ihrer Freizeit. Sie treiben ihre Karriere voran, recherchieren zu ihrem Hobby oder suchen nach Technik- und Haushaltstipps. Mit Abstand meistgenanntes Lernmotiv ist die fachbezogene, berufliche Qualifizierung. Es folgen Kultur und Kreativität, Sprachen und EDV-Themen. Das ersetzt nicht die klassische Fortbildung, sondern ergänzt die traditionellen Angebote. Allerdings: Menschen mit geringerer formaler Bildung und Nicht-Berufstätige lernen deutlich seltener digital.


Freiheit und Eigenständigkeit beim Lernen als größtes Plus

Je nachdem, ob es eher um berufliche oder private Kompetenzerweiterung geht, verwenden Nutzer unterschiedliche Medien. Im beruflichen Kontext dominieren Webinare, Power Point Präsentationen genauso wie traditionelle Fachzeitschriften oder Fachtexte. Privates Lernen findet hingegen eher auf YouTube und in sozialen Medien wie Facebook oder bei Wikipedia statt. Die umfangreicheren Massive Open Online Courses (MOOCs) nutzt nur ein Prozent der Online-Lerner.

Wer digitale Möglichkeiten für das lebenslange Lernen erschlossen hat, möchte sie nicht mehr missen. Drei von vier Befragten dieser Gruppe können sich nicht mehr vorstellen, wie Weiterbildung ohne den Einsatz digitaler Medien funktionieren soll. Freiheit und Eigenständigkeit beim Lernen werden als größtes Plus angeführt. Den Anlass zu einer Netz-Recherche liefert meist ein konkretes Problem. Woher die Lösung kommt, ist nebensächlich. »Suchmaschinen laufen traditionellen Bildungsanbietern im Internet den Rang ab. Den Nutzern bleiben als Quelle meist nur Gatekeeper wie Google und YouTube in Erinnerung«, sagt Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann Stiftung.


Traditionelle Bildungsanbieter im Internet haben es schwer

Folglich konkurrieren Anbieter von Weiterbildung, ob gemeinnützig oder kommerziell, im Netz mit einer Fülle ungeprüfter Inhalte. Welche Inhalte wissenschaftlich-didaktischen Ansprüchen genügen, ist derzeit kaum erkennbar. Dräger regt deshalb eine Definition von Qualitätsstandards an und fordert die Einführung eines freiwilligen Gütesiegels für digitale Lerninhalte.

Auch die etablierten Kursangebote von Einrichtungen der Erwachsenenbildung stehen vor einem Wandel. Derzeit setzen die Bildungsanbieter digitale Medien noch eher zurückhaltend ein, doch Trainer, Kursleiter und Geschäftsführung sind sich mehrheitlich einig: Digitalen Angeboten gehört die Zukunft. Drei von vier Leitungsverantwortlichen sind davon überzeugt, digitales Lernen erhöhe die Attraktivität ihrer Bildungseinrichtung. Sie setzen auf leichteren Zugang in dünner besiedelten Regionen, höhere Motivation, mehr individuelle Förderung und bessere Lernergebnisse.

Vor allem die privat-kommerziellen Institute treiben die Neuausrichtung ihrer Angebote voran. Zwei Drittel der dortigen Leitungskräfte messen dem Thema strategisch hohe Bedeutung bei. Bei den öffentlich geförderten Einrichtungen sehen das nur 50 Prozent so. Privat-kommerzielle Anbieter sind auch mit der technischen Ausstattung zufriedener (67 Prozent der Einrichtungsleitenden). Bei öffentlich geförderten Einrichtungen sind es nur 36 Prozent. Immerhin 40 Prozent der Trainer und Kursleiter bei privat-kommerziellen Anbietern setzen digitale Medien wie Videos und PowerPoint regelmäßig ein. Von deren Kollegen in Volkshochschulen und im öffentlich geförderten Weiterbildungsbereich tun das nicht einmal halb so viele.

Das volle didaktische Potenzial des digitalen Lernens, etwa für mehr individualisiertes oder selbstgesteuertes Lernen, nutzen die Lehrenden bisher allerdings nicht aus. Dies scheitert am fehlenden Knowhow und unzureichenden Fortbildungsmöglichkeiten. Ebenso wie ihre Kollegen an den Schulen und Hochschulen sind die Dozenten in der Erwachsenenpädagogik weitgehend auf sich gestellt, wenn sie neue Medien in ihre Kurse einbauen möchten. 40 Prozent von ihnen haben noch nie an einer Fortbildung zu diesem Thema teilgenommen. Wichtigste Lernquelle bleiben das Selbststudium und der Austausch unter Kollegen.

Hintergrund
Mit dem »Monitor Digitale Bildung« hat die Bertelsmann Stiftung eine umfassende und repräsentative empirische Datenbasis zur Digitalisierung der verschiedenen Bildungssektoren in Deutschland geschaffen. Vor dem Bericht zur Weiterbildung erschienen bereits Studien zur Schule, Hochschule und Berufsausbildung.
Für den Bericht zur Weiterbildung hat das »mmb Institut – Gesellschaft für Medien- und Kompetenzforschung mbh« (Essen) rund 1000 repräsentativ ausgewählte Personen aus der Bevölkerung befragt, die älter als 18 Jahre sind und nicht mehr zur Schule gehen, studieren oder eine Berufsausbildung absolvieren. Zudem wurden knapp 500 in der Weiterbildung Tätige (260 Lehrende und 224 Vertreter aus der Leitungsebene) befragt. Ergänzt wurde die Erhebung durch Interviews mit 30 Entscheidern aus Politik, Verwaltung und Verbänden.


(16.02.2018, prh)

Monitor Digitale Bildung: Weiterbildung im digitalen Zeitalter (PDF, 72 Seiten)

 

Weiterbildung ist für die Arbeitswelt von morgen unerlässlich

BIBB4

Digitalisierung, Roboter und künstliche Intelligenz verändern Arbeit 

Die Arbeitswelt der Zukunft bedingt einen höheren Stellenwert der beruflichen Weiterbildung, so der Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB), Friedrich Hubert Esser. »In einer Arbeitswelt von morgen mit steigenden Datenmengen, kürzer werdenden Halbwertszeiten von Wissen sowie einer erhöhten Flexibilität am Arbeitsplatz ist berufliche Weiterbildung schon lange nicht mehr Kür, sondern Pflicht«, betont Esser in der aktuellen Ausgabe der BIBB-Fachzeitschrift »Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis – BWP« mit dem Schwerpunktthema »Weiterbildung«.

Der digitale Transformationsprozess, der Einsatz von Robotern sowie der wachsende Einfluss künstlicher Intelligenz sorge für bislang nicht gekannte strukturelle Verschiebungen in Arbeits- und Produktionsprozessen. Arbeiten und Lernen werden sich von Grund auf ändern. »Der Umgang mit leistungsstarken IT-Infrastrukturen sowie das Arbeiten und Lernen in Virtual- und Augmented-Reality-Umgebungen oder mithilfe von Erklärvideos und Tutorials sind längst keine Zukunftsmusik mehr«, so der BIBB-Präsident weiter.

Für Esser kann nach heutigem Kenntnisstand nur ein intelligent-kreativer Mix aus Präsenz- und netzgestützten Weiterbildungsangeboten ein qualitativ angemessener Weg sein, um Fachkräfte zukunftsfähig im Prozess der Arbeit weiterzubilden. »Smarte Weiterbildungsangebote setzen jedoch smartes Weiterbildungspersonal voraus, das in der Lage ist, bewährtes didaktisches Know-how mit neuer Technologie kreativ zu verbinden. Diese Lernarchitektinnen und -architekten von morgen gilt es bereits heute zu fördern und zu qualifizieren«.

 

Hintergrund
Das Wissenschaftsjahr 2018 widmet sich dem Thema Arbeitswelten der Zukunft. Die Wissenschaftsjahre sind eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gemeinsam mit Wissenschaft im Dialog (WiD). Weitere Informationen unter www.wissenschaftsjahr.de

 

  (15.02.2018, prh/bibb)

BIBB-Fachzeitschrift »Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis – BWP«, Heft 1/2018

 

Wegweiser Duales Studium 2018

Wegweiser Duales Studium2

Wer in Deutschland 2018 dual studieren möchte, ist gut beraten, sich nach einem BWL-Studium, am besten in Baden-Württemberg, NRW oder Bayern umzusehen. Hier ist die Auswahl am größten.

Wegweiser Duales Studium hat die dualen Studienangebote aller Bildungsanbieter sowie von über 1.830 Unternehmen analysiert. Die wichtigsten Erkenntnisse:

  • Am größten ist das duale Studienangebot bei den Wirtschafts- und Ingenieurwissenschaften.
  • In Baden-Württemberg, NRW und Bayern gibt es die meisten Unternehmen und Hochschulen mit dualem Studienangebot.
  • Fast zwei Drittel der Bildungsanbieter dualer Studiengänge sind Fachhochschulen.
  • Der duale Master macht nur einen Bruchteil des dualen Studienangebots aus.


Mehrzahl der Anbieter sind Fachhochschulen

Das duale Studium wird derzeit von 225 Hochschulen und Akademien angeboten. Fast zwei Drittel der Bildungsanbieter sind Fachhochschulen (64 %), gefolgt von den (Berufs-)Akademien (23 %), Universitäten (7 %) und dualen Hochschulen (6 %). Insgesamt bieten die Hochschulen und Akademien 1.479 duale Studiengänge an. Dabei handelt es sich mit 94 % fast ausschließlich um Bachelorprogramme.


Wirtschafts- und Ingenieurwissenschaften dominieren

Etwa die Hälfte der dualen Studienangebote in Deutschland sind wirtschaftswissenschaftliche Studiengänge: 48 % des dualen Studienangebots der Hochschulen zählt zum Fachbereich BWL, Finanzen & Management. Bei den Unternehmen ist der Anteil mit 59 % sogar noch größer. Zweitstärkster Fachbereich ist Ingenieurwesen & Technik (Hochschulen 39 %, Unternehmen 38 %). Informatik & IT, Gesundheit & Fitness, Verwaltung & Öffentlicher Dienst, Medien & Kommunikation und Pädagogik & Soziales liegen deutlich dahinter.

Mit Abstand am größten ist das Studienangebot für den Studiengang BWL (15 % der Studienangebote von Hochschulen, 18 % von Unternehmen). Ebenfalls stark vertreten sind z.B. Maschinenbau, Wirtschaftsinformatik, Elektrotechnik und Wirtschaftsingenieurwesen. Doch auch Soziale Arbeit, Pflege, Medienmanagement, Marketing oder Exoten wie Agrarmanagement finden sich in den Top 20 der am häufigsten angebotenen dualen Studiengänge.


Baden-Württemberg, NRW & Bayern liegen vorne

Baden-Württemberg, NRW und Bayern haben beim dualen Studium die Nase vorn: Die meisten Hochschulen mit dualem Studienangebot gibt es derzeit in NRW (26 %), gefolgt von Baden-Württemberg (21 %) und Bayern (20 %). Bei den Unternehmen liegt Baden-Württemberg auf Platz 1: 31 % der untersuchten Unternehmen bieten hier ein duales Studium an. In NRW sind es 25 %, in Bayern 21 %. Kaum duale Studienangebote gibt es hingegen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern (Unternehmen und Hochschulen jeweils 3 %) sowie im Saarland (Unternehmen 3 %, Hochschulen 1 %).


Kaum duale Masterprogramme

Die Auswertung zeigt auch: Das duale Studienmodell ist immer noch in erster Linie ein Instrument der Erstausbildung. Der Anteil der Masterprogramme am dualen Studienangebot ist noch verschwindend gering. 88 % der Bildungsanbieter haben keinen einzigen dualen Master im Programm. Gerade einmal 6 % der dualen Studienangebote der Hochschulen sind Masterstudiengänge. Bei den Unternehmen ist der Anteil noch geringer: Nur 2 % der 5.149 untersuchten dualen Angebote zielen auf einen Masterabschluss ab. Milan Klesper, Gründer von Wegweiser Duales Studium, sieht hier jedoch Potenzial: »Wir beobachten ein steigendes Interesse am dualen Master - sowohl seitens Unternehmen als auch seitens der Studieninteressenten«.


Hintergrund
Die Auswertung basiert auf der Hochschul- und Unternehmens-Datenbank des Portals Wegweiser-Duales-Studium.de (Stand Dezember 2017). Einige duale Studiengänge konnten mehr als einem Fachbereich zugeordnet werden, so zählt Gesundheitsmanagement beispielsweise sowohl zu BWL, Finanzen & Management als auch zu Gesundheit & Fitness. Viele Hochschulen und Akademien haben Standorte in mehreren Bundesländern. Auch einige Unternehmen bieten ihre dualen Studiengänge in mehr als einem Bundesland an. Die Summe der Prozentwerte liegt in diesen Fällen bei über 100.


(07.02.2018, prh)

Zum Report (PDF, 19 Seiten)

 

Österreich: Studie zu Industrie-4.0-Bildungsangeboten

FH St. Pölten

Digitalisierung sowie neue Ansätze der Informations-, Kommunikations- und Medientechnik verändern die Produktion und das Verhältnis von Menschen und Maschinen. Das Schlagwort dafür ist Industrie 4.0. Diese Entwicklung ändert auch den Anspruch an die Ausbildung.

Eine Studie unter der Leitung der Fachhochschule St. Pölten erhob das Angebot der einschlägigen Bildungsangebote in Österreich, verglich dieses mit dem Bedarf der Unternehmen und leitete Empfehlungen ab. Drei Viertel aller Befragten aus Unternehmen erachten Digitalisierung als relevant für ihre Firma.

Die fortschreitende Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnik geht einher mit rasanten Fortschritten im Bereich der Digitalisierung. Prozesse der industriellen Produktion werden zunehmend vernetzt, automatisiert und digitalisiert. Dies ändert die Nachfrage der Industrie nach bestimmten Qualifikationen: Die neuen Formen der Produktion benötigen erweiterte bzw. alternative Kompetenzen.

Die Studie »Anwendungsfallbasierte Erhebung industrie-4.0-relevanter Qualifikationsanforderungen und deren Auswirkungen auf die österreichische Bildungslandschaft« (AEIQU) erhob, welche Qualifikationen MitarbeiterInnen für die Industrie 4.0 benötigen. Bestehende Aus- und Weiterbildungsangebote wurden in Form einer Bildungslandkarte dargestellt.


Vergleich von Angebot und Bedarf

»Wir haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Unternehmen befragt, welche Qualifikationen sich die Firmen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wünschen, und wie wichtig bestimmte Technologien oder Soft-Skills sind. Dies haben wir mit dem Status quo in der Aus- und Weiterbildungslandschaft an österreichischen Universitäten, Fachhochschulen und außeruniversitären Einrichtungen verglichen. Daraus ergibt sich der inhaltliche und geografische Bedarf für zukünftige Bildungsangebote«, erklärt Thomas Moser, Leiter des Projekts zur Studie.

»Qualifizierung wird für Unternehmen und jeden einzelnen Mitarbeiter der Schlüssel sein, um seinen Platz in einer dynamischen und von Digitalisierung und Automatisierung geprägten Arbeitswelt zu finden«, prognostiziert Studien-Co-Autor Sebastian Schlund.


Industrie 4.0 als Evolution statt Revolution

75 Prozent der befragten betrieblichen Expertinnen und Experten gaben an, dass Industrie 4.0 für ihren Betrieb relevant ist. Lediglich vier Prozent sehen sich gar nicht betroffen. »Die betrieblichen Expertinnen und Experten sehen Änderungen durch die Industrie 4.0 im gesamten Unternehmen bzw. entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Und sie nehmen Industrie 4.0 als Evolution, nicht als Revolution wahr«, sagt Moser.

Veränderungen ergeben sich laut Moser für alle Arbeitsprofile, also nicht nur für technische Berufe, bei denen etwa direkt mit Maschinen gearbeitet wird. »Doch obwohl viele Befragte Digitalisierung als wichtig für ihr Unternehmen erachten, sehen sie ihre Unternehmen beim Anwenden neuer Qualifikationen ‚on-the-job‘ erstaunlich wenig in der Verantwortung«, so Moser.


Neue Qualifikationen gefragt

Mit der Industrie 4.0 ändert sich die Nachfrage nach bestimmten Qualifikationen. Jene nach IT-Kompetenzen wie IT-Sicherheit, Mechatronik und dem Umgang mit digitalen Technologien wird laut der Studie steigen. Neben fachlichen Qualifikationen seien jedoch auch Prozess- und Projektmanagement, Interdisziplinarität, Kommunikation und Teamfähigkeit zunehmend gefragt.

Sowohl Spezialisten- als auch das Generalistenwissen sind laut der Studie zukünftig von Relevanz. Einfache manuelle Tätigkeiten wie Hilfsarbeiten werden stark zurückgehen, da Industrie 4.0 und steigende Automatisierung höhere Qualifikationen bzw. Zusatzqualifikationen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erfordern. Auch die Vernetzung von komplexen Systemen erfordere höhere Qualifikationen und reduziere den Bedarf an gering qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Einen Unterschied gibt es laut der Studie zwischen Großbetrieben und Mittelstand: Großunternehmen priorisieren stärker einzelne, spezielle Kompetenzen und Fähigkeiten, mittelständische Unternehmen eher ein breites Anforderungsprofil.


Übersicht der Bildungsangebote

Die Studie hat für den tertiären Sektor, Schulen, Lehre und betriebliche Weiterbildung Angebote erhoben, die relevant für die Industrie 4.0 sind. Von insgesamt 34 Universitäten in Österreich zum Beispiel bieten zehn industrie-4.0-relevante Studienprogramme an. Mit 53 Prozent wird mehr als die Hälfte der entsprechenden Studien in Wien und Graz angeboten. Von den insgesamt 21 Fachhochschulen bieten 15 Fachhochschulen industrie-4.0-relevante Studiengänge an. Das größte Angebot findet sich hier in Oberösterreich.

International zeigen sich starke Unterschiede in den Anforderungen. »Die Entwicklungspfade zur Digitalisierung und Automatisierung industrieller Wertschöpfungsketten unterscheiden sich je nach Land fundamental. Je nachdem werden unterschiedliche Schwerpunkte etwa in Automatisierung, Robotik, Big Data, Datensicherheit oder zu anderen Themen gesetzt«, erklärt Franz Fidler, Leiter des dualen Studiums Smart Engineering an der FH St. Pölten und Co-Autor der Studie.


Empfehlungen für Bildungseinrichtungen

Die Studie schlägt auch Maßnahmen für Bildungseinrichtungen vor, damit das Ausbildungsangebot zeitgemäß und industrie-4.0-tauglich ist: So sollen etwa Interdisziplinarität, lebenslanges Lernen, einfachere Übergänge, Durchlässigkeit, fachbereichsübergreifende Wissensvermittlung, Fremdsprachen und interkulturelle Kompetenzen gefördert werden. »Absolventinnen und Absolventen sollen flexibel auf komplexe Gegebenheiten reagieren können und lernen, in inter- und intraorganisatorischen Teams zu arbeiten. Dazu braucht es in der Ausbildung Kompetenzorientierung, innovatives Denken sowie neue Lernorte, Lernwege und didaktische Methoden«, sagt Fidler.

Entscheidend sei auch »Lernen zu lernen«, Kooperationen zwischen Unternehmen und Hochschulen zu intensivieren, Interesse an Technik bereits in der Schule zu wecken, IT-Basiskompetenzen zu fördern und »Industrie-4.0-Natives« auszubilden. Auch ein Upgrade der Lehre empfiehlt die Studie und das Einbinden aktueller Themen und Entwicklungen in Lehrpläne.

Die Gefahr des oft befürchteten Wegrationalisierens von Arbeitsplätzen durch die Industrie 4.0 besteht laut Moser nicht: »Technischer Fortschritt hat immer neue Arbeit geschaffen. Die Arbeit wird uns also auch im Zeitalter der Industrie 4.0 nicht ausgehen«.


(07.02.2018, prh)

Zur Studie (PDF, 123 Seiten)

 

Digitalisierung wird berufliche Anforderungen massiv verändern

ProAbschluss

Mit der Initiative ProAbschluss unterstützt das Land Hessen Beschäftigte bei der Weiterbildung hin zum Berufsabschluss 

Die Digitalisierung ist kein grundlegend neues Phänomen. Bereits heute nutzen mehr als 80 Prozent der Beschäftigten in Deutschland in ihrer beruflichen Tätigkeit digitale Informations- und Kommunikationstechnologien. Neu aber ist, dass die Digitalisierung inzwischen weite Teile des täglichen Lebens, der Wertschöpfungsprozesse und des Arbeitens durchdringt. Beschäftigte, Maschinen und Produkte werden zunehmend miteinander vernetzt und »kommunizieren« in Echtzeit. Nicht nur die Geschwindigkeit der Informations- und Kommunikationsprozesse nimmt stetig zu, sondern auch deren Komplexität.

»Wie die neue Arbeitswelt, die 'Arbeit 4.0', konkret aussehen wird, wissen wir heute noch nicht«, stellt Claus Kapelke, Vorstandsvorsitzender von Weiterbildung Hessen e.V., fest. »Sicher ist aber, dass sich durch die Digitalisierung die beruflichen Anforderungen und die hierfür benötigten Kompetenzen der Beschäftigten in den Unternehmen aktuell verändern und weiter verändern werden«.

Derzeit ist auch ungewiss, wie die Beschäftigungsbilanz der Digitalisierung in Zukunft ausfallen wird, ob mehr neue Stellen entstehen oder ob die vorhandenen Rationalisierungsmöglichkeiten zu einem gesamtwirtschaftlichen Beschäftigungsabbau führen werden. Aktuelle Studien des Ifo-Instituts und des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung gehen davon aus, dass es nicht zu signifikanten Beschäftigungsverlusten durch die Digitalisierung kommen wird. Die zunehmende Digitalisierung der Geschäftsprozesse in den Unternehmen wird aber dazu führen, dass durch den steigenden Automatisierungsgrad Routinetätigkeiten an Bedeutung verlieren.

»Die Arbeitsmöglichkeiten für Geringqualifizierte werden durch die Digitalisierung weiter zurückgehen«, merkt Kapelke an und ergänzt: »Der technologische Wandel wird zudem bewirken, dass bisheriges Wissen noch schneller als bisher veraltet«. Dadurch werde die Bereitschaft zum lebenslangen Lernen weiter an Bedeutung gewinnen, so Kapelke weiter. »Daher ist es wichtig, dass es in Hessen die Initiative ProAbschluss gibt, durch die die Nachqualifizierung hin zum Berufsabschluss gefördert wird. Dabei werden Menschen ohne Berufsabschluss ebenso unterstützt wie diejenigen, die inzwischen in einem anderen Beruf als dem ursprünglich erlernten arbeiten«.

Hintergrund
Gefördert aus Mitteln des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung und der Europäischen Union - Europäischer Sozialfonds werden im Bundesland Hessen Beratung und Finanzhilfen bereitgestellt, die das Nachholen eines Berufsabschlusses wesentlich erleichtern. Die Initiative ProAbschluss hilft damit gleichermaßen Unternehmen im Fachkräfte-Engpass und Beschäftigten. Antragsberechtigt sind sozialversicherungspflichtig Beschäftigte mit Hauptwohnsitz in Hessen, die mindestens 27 Jahre alt sind und noch keinen anerkannten Berufsabschluss in ihrem ausgeübten Beruf haben. Auch geringfügig Beschäftigte, für die der Arbeitnehmer Sozialbeiträge bezahlt, werden gefördert. In einer kostenfreien Beratung werden zunächst individuelle Wege und Möglichkeiten ermittelt, die zu einem Berufsabschluss führen. Finanziell kann fast jede abschlussbezogene Weiterbildungsmaßnahme unterstützt werden. Die Förderung besteht aus einem Zuschuss von 50 Prozent der Teilnahme- und Prüfungsgebühren bis zu einer Höchstgrenze von 4.000 EUR je Qualifizierungsscheck.

Administrativ betreut wird ProAbschluss vom gemeinnützigen Verein Weiterbildung Hessen e.V. (06.02.2018, prh)

Portal ProAbschluss

 

Der digitale Wandel verändert die betriebliche Weiterbildung

Stifterverband2

Trendmonitor Weiterbildung: Hohes Potenzial für Hochschulen als Anbieter von Weiterbildung  

Hochschulen werden als Anbieter von betrieblicher Weiterbildung immer attraktiver. Das ist die Kernaussage der Studie »Trendmonitor Weiterbildung«, die in Kooperation vom Stifterverband, der HHL Leipzig Graduate School of Management und dem E-Learning-Anbieter Lecturio initiiert wurde. Für die Studie wurden im ersten Halbjahr 2017 Manager von 245 Unternehmen und 184 Hochschulen befragt.

Demnach bieten 48 Prozent der Hochschulen betriebliche Weiterbildung an. Das ist rund die Hälfte der Hochschulen in Deutschland. Drei Viertel der Universitäten und Fachhochschulen erwarten bei der betrieblichen Weiterbildung in der Zukunft einen wachsenden Markt.

Aktuell würden 23 Prozent der befragten 245 Unternehmen bei ähnlichen Angeboten eine Hochschule bevorzugen und keinen privaten Anbieter wählen. Lediglich 15 Prozent der Firmen sehen das anders und würden sich für einen privaten Anbieter entscheiden. Ein Großteil der Studienteilnehmer aus der Wirtschaft zeigt dagegen keine eindeutige Präferenz.

Kooperationen zwischen Hochschulen als Anbieter und den Unternehmen auf der Nachfrageseite bieten eine große Chance für beide Seiten. Diese wird aber noch nicht ausgeschöpft. Zu wenig Personal und begrenzte Startfinanzierung werden mit Abstand als größte Hindernisse für Weiterbildungskooperationen angegeben.

Die Expertise zeige, dass die betriebliche Weiterbildung in Deutschland noch nicht alle Chancen nutzt, sagt Volker Meyer-Guckel, stellvertretender Generalsekretär des Stifterverbandes. Dies betreffe sowohl die technologischen Möglichkeiten wie auch die Bedürfnisse in der Arbeitswelt von morgen – etwa Industrie 4.0. »Die Arbeitswelt ändert sich drastisch, ebenso Bildungsprozesse. Die betriebliche Weiterbildung muss darauf reagieren«, so Meyer-Guckel.

Neue Technologien kommen in der betrieblichen Weiterbildung bisher nur selten zum Einsatz: So liegt der E-Learning-Anteil bei der Mehrheit der Betriebe unter zehn Prozent. Durch den digitalen Wandel verändern sich vor allem die Anforderungen an Arbeitnehmer deutlich. Bisher nehmen das aber nur eine Minderheit der befragten Unternehmen zum Gegenstand der betrieblichen Weiterbildung auf.

Manfred Kirchgeorg von der HHL Leipzig Graduate School of Management betont: »Fakt ist: Der fundamentale Wandel ganzer Branchen erhebt lebenslange Weiterbildung zukünftig zum Erfolgsprinzip. Erstmals ermöglicht der Trendmonitor hierzu einen integrierten Blick auf die Nachfrager- und Angebotsseite«.

Stefan Wisbauer, Geschäftsführer bei Lecturio, konstatiert: »Der Trendmonitor hilft uns als E-Learning Anbieter, die Bedürfnisse und Probleme von Unternehmen bei der Umsetzung ihrer Weiterbildungsstrategie besser zu verstehen. So können wir unsere E-Learning-Lösungen optimal darauf abstimmen«. (01.02.2018, prh)

Trendmonitor Weiterbildung (PDF, 52 Seiten)

 

EU fordert Initiativen für Lebenslanges Lernen

1. EU Bildungsgipfel

Erster EU-Bildungsgipfel soll Grundlage für einen Europäischen Bildungsraum schaffen 

Gestern fand auf Einladung von EU-Kommissar Tibor Navracsics in Brüssel der erste EU-Bildungsgipfel mit 18 Bildungsministern und 450 Fachleuten statt. Der Bildungsgipfel ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zu einem europäischen Bildungsraum, den die Kommission bis 2025 schaffen will. Künftig werden regelmäßig europäische Bildungsgipfel stattfinden – der zweite ist für Herbst 2019 vorgesehen.

Im Vorfeld des Gipfels sagte Tibor Navracsics: »Wir müssen das Potenzial der Bildung voll ausschöpfen, damit stabile Gesellschaften entstehen und damit die Bürgerinnen und Bürger ein Zugehörigkeitsgefühl entwickeln und die europäische Identität in all ihrer Vielfalt erfahren können. Um dies zu erreichen, wollen wir das Sprachenlernen fördern und dafür sorgen, dass Abschlüsse überall in der EU anerkannt werden, dass europäische Hochschulen optimal zusammenarbeiten können und dass das Studieren in anderen EU-Mitgliedstaaten noch einfacher wird. Dies sind Faktoren, die einen echten europäischen Bildungsraum ausmachen, und der Gipfel ist ein konkreter Schritt in diese Richtung«.

Das Leitmotiv des Gipfels lautet: »Das Fundament für einen europäischen Bildungsraum schaffen: innovative, inklusive und auf Werte gestützte Bildung verwirklichen«. Entsprechend stehen unter anderem folgende Fragen im Mittelpunkt: Wie kann eine hochwertige, inklusive und auf Werte gestützte Bildung zum Erfolg Europas beitragen? Welche Kompetenzen werden in den kommenden Jahrzehnten benötigt? Und wie kann der Erwerb von Grundfertigkeiten sowie von digitalen und unternehmerischen Kompetenzen vorangebracht werden?

Auf dem Programm des Gipfels stehen über zwanzig Einzelveranstaltungen, Master Classes und hochrangig besetzte Podiumsdiskussionen mit über 40 Rednerinnen und Rednern. Es wird eine breite Palette von Themen behandelt; sie reicht von der Einbeziehung benachteiligter Schülerinnen und Schüler, über die Verbesserung des Lernens durch Sport und die Stellung der MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) in der Bildung bis hin zur Rolle von Kindern beim Anstoßen gesellschaftlicher Veränderungen.

Die Kommission hatte im November 2017 auf dem Gipfel in Göteborg ihre Vision für die Schaffung eines europäischen Bildungsraums bis 2025 vorgestellt, und auf der Tagung des Europäischen Rates im Dezember hatten die Mitgliedstaaten ihre Bereitschaft zum Ausdruck gebracht, mehr im Bereich der Bildung zu tun.

Nächste Schritte

Auf Grundlage der Ergebnisse des Gipfels wird die Kommission im Frühjahr 2018 weitere Initiativen vorstellen, darunter Vorschläge zu folgenden Themen: gegenseitige Anerkennung von Abschlüssen, Sprachenlernen, Qualitätsrahmen für frühkindliche Betreuung, Bildung und Erziehung, europäische Kulturagenda und neue EU-Jugendstrategie. In Göteborg hatte EU-Kommissionspräsident Juncker die Staats- und Regierungschefs der EU aufgefordert, eine Verdopplung der Zahl der an Erasmus+ teilnehmenden jungen Menschen in der EU bis 2025 anzustreben, was für den Zeitraum 2021-2027 Mittel in Höhe von 29,4 Mrd. EUR erforderlich machen wird. Zudem wird die Kommission weiter an einem Netz europäischer Hochschulen und an einem neuen EU-Studierendenausweis arbeiten. Durch den Ausweis wird es noch leichter werden, in einem anderen EU-Mitgliedstaat zu studieren.

Hintergrund
Anlässlich des Treffens der Führungsspitzen der EU und der Mitgliedstaaten in Göteborg im November 2017 legte die Kommission eine Mitteilung zur Stärkung der europäischen Identität durch Bildung und Kultur vor. In dieser Mitteilung erläutert die Kommission ihre Vision für die Schaffung eines europäischen Bildungsraums bis 2025 mit dem Ziel, das Potenzial der Bildung voll auszuschöpfen – als Motor für die Schaffung von Arbeitsplätzen, für Wirtschaftswachstum und für soziale Gerechtigkeit sowie als Mittel, um die europäische Identität in ihrer gesamten Vielfalt zu erleben.

Nur zwei Monate nach dem Göteborg-Gipfel folgten am 17. Januar Vorschläge der Kommission für neue Initiativen, die sozioökonomische Ungleichheiten verringern und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit fördern sollen, um so ein geeinteres, stärkeres und demokratischeres Europa zu schaffen. Folgende Initiativen wurde vorgeschlagen:

  • Vorschlag für eine Empfehlung des Rates zu Schlüsselkompetenzen für lebenslanges Lernen mit einem Anhang; die Empfehlung zielt darauf ab, den lebenslangen Ausbau der Schlüsselkompetenzen von Menschen aller Altersgruppen zu verbessern und den Mitgliedstaaten Leitlinien an die Hand zu geben, damit sie dieses Ziel erreichen können. Besonderer Stellenwert wird der Förderung des Unternehmergeists und einer innovationsorientierten Einstellung beigemessen, damit alle ihr persönliches Potenzial und ihre Kreativität entfalten sowie Eigeninitiative entwickeln können.
  • Aktionsplan für digitale Bildung, in dem dargelegt wird, wie die EU den Bürgerinnen und Bürgern Europas sowie den Bildungseinrichtungen und -systemen dabei helfen kann, mit den Lebens- und Arbeitsbedingungen unserer durch den raschen digitalen Wandel geprägten Gesellschaft zurechtzukommen.
  • Vorschlag für eine Empfehlung des Rates über gemeinsame Werte, inklusive Bildung und die europäische Dimension von Unterricht und Lehre, in der Möglichkeiten zur Unterstützung junger Menschen vorgeschlagen werden, damit sie die Bedeutung der in Artikel 2 des Vertrages über die Europäische Union verankerten gemeinsamen Werte besser verstehen und sich für sie engagieren. Die Empfehlung soll den sozialen Zusammenhalt stärken und einen Beitrag zur Bekämpfung von aufkommendem Populismus, Fremdenfeindlichkeit, spalterischem Nationalismus und Fake News leisten.

  (26.01.2018, prh)

Website des EU-Bildungsgipfels

 

Schweiz: Digitalisierung hält nur zögerlichen Einzug in die Weiterbildung

SVEB2

SVEB legt Weiterbildungsstudie 2017/2018 vor 

Die Digitalisierung hält auch in der Weiterbildung Einzug. Eine Revolution ist indes nicht zu erwarten, zumindest nicht bei den Kursangeboten. Dies geht aus der aktuellen Weiterbildungsstudie des Schweizerischen Verbands für Weiterbildung (SVEB) und der Pädagogischen Hochschule Zürich hervor.

Im Zeitraum von Mai bis Juli 2017 wurden bei 338 Institutionen aus der Schweizer Weiterbildung zum Grad der Digitalisierung befragt. Die Ergebnisse lassen auf den aktuellen Stand der Digitalisierung bei den Anbietern sowie auf die wichtigsten Entwicklungen, Herausforderungen und Hindernisse in diesem Bereich schliessen.

Präsenzunterricht dominiert

In Bezug auf die Angebote dominiert heute klar der Präsenzunterricht; er steht bei 90 Prozent der Anbieter im Zentrum. Gut die Hälfte von ihnen begleitet diesen Präsenzunterricht aber mit digitalen Anwendungen. Was das bedeutet, darüber gibt die Statistik zu den eingesetzten Anwendungen Aufschluss. An erster Stelle liegen Lernplattformen und soziale Medien. Darauf folgen Trainingseinheiten an Geräten vor Ort oder online. Konzepte wie Game Based Learning, Webinare, MOOCs oder gar Virtual Reality finden sich in Lehrveranstaltungen von Schweizer Weiterbildungsanbietern kaum – über 80 Prozent setzen diese selten bis nie ein.

Die Verlagerung des Unterrichts selbst ins Netz stellt gegenüber dem Präsenzunterricht nur für die übrigen 10 Prozent einen Schwerpunkt dar: Gut 8 Prozent der Anbieter setzen auf eine Verbindung von Online- und Präsenzunterricht. Für 2 Prozent steht der Online-Unterricht gar an erster Stelle.

Umbruch zeichnet sich ab

Die Einschätzungen zur zukünftigen Bedeutung der Digitalisierung sind indes ebenso Anzeichen für einen Umbruch wie der Katalog von Anforderungen an das Personal. So attestieren knapp 80 Prozent der Anbieter der Digitalisierung in den nächsten 10 Jahren einen entscheidenden Einfluss auf ihr Berufsfeld. Dass damit nicht nur ihr Online-Auftritt, sondern auch die Lehre gemeint ist, zeigt sich bei den Anforderungen an die Kompetenzen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Für fast 80 Prozent der Anbieter sind Kenntnisse für den Einsatz von Blended Learning – also die Verbindung von Präsenz- mit Online-Unterricht – bereits heute wünschenswert. Knapp die Hälfte der Anbieter wünscht von neuen Mitarbeitenden ausserdem Kompetenzen in der Entwicklung von Online-Angeboten.

Bibliographie
Sgier, Irena / Haberzeth, Erik / Schüepp, Philipp (2018): Digitalisierung in der Weiterbildung. Ergebnisse der jährlichen Umfrage bei Weiterbildungsanbietern (Weiterbildungsstudie 2017/2018). Zürich: SVEB & PHZH.
Preis: 25.00 CHF (Für Mitglieder des SVEB: 20.00 CHF)

(24.01.2018, prh)

Website des SVEB

 

Bildungsverband enttäuscht von den Sondierungsergebnissen zur Weiterbildung

BBB4

Ergebnisse der Sondierungsgespräche und die bildungs- und arbeitsmarktpolitischen Erwartungen des Bildungsverbandes an eine neue Bundesregierung.

Der Bildungsverband (BBB) hatte vor den Wahlen seine Erwartungen an eine neue Bundesregierung formuliert und an die Sondierer geschickt. Seit dem 12.01.2018 sind die Ergebnisse der Sondierungsgespräche zwischen CDU, CSU und SPD bekannt. Wenn auch mit der Zustimmung des SPD-Parteitages eine erste Hürde genommen zu sein scheint, ist es ungewiss, ob es tatsächlich zu einer neuen Großen Koalition kommen wird, denn die Ergebnisse der eigentlichen Koalitionsverhandlungen, die Zustimmung aller Parteigremien und die abschließende SPD-Mitgliederbefragung stehen noch aus.

Auf der Grundlage der bisher vorliegenden Informationen hat nun der Bildungsverband eine vergleichende Bewertung zwischen den bekanntgewordenen Sondierungsergebnissen und seiner »Bildungs- und arbeitsmarktpolitischen Erwartungen an die neue Bundesregierung« vorgenommen. Dabei kommt er zu einer insgesamt eher positiven Einschätzung der Aussagen zur Arbeitsmarkt und Europapolitik, vermisst aber deutliche Konkretisierungen im Bereich der beruflichen Bildung, Weiterbildung und Digitalisierung. Vor allem hält er an seiner Forderung nach einem Weiterbildungsgesetz und einem Weiterbildungsbeauftragten fest.

Hintergrund
Der Bundesverband der Träger beruflicher Bildung (Bildungsverband) e.V. ist der Interessen- und Arbeitgeberverband der Aus- und Weiterbildungsbranche nach den Sozialgesetzbüchern II und III (Grundsicherung und Arbeitsförderung). Er vertritt annähernd 25.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Arbeitsmarktdienstleistungen und in der beruflichen Erwachsenenbildung und Weiterbildung.

(23.01.2018, prh)

Gesamteinschätzung des Bildungsverbandes zu den Ergebnissen der Sondierungsverhandlungen (PDF, 2 Seiten)

vgl.: Bildungs- und arbeitsmarktpolitische Erwartungen an eine neue Bundesregierung

 

Fast jeder Zweite bildet sich online weiter

bitkom2

45 Prozent der Bundesbürger nutzen digitale Lernmittel zur privaten Weiterbildung  -  Jeder Fünfte lernt mit kostenpflichtigen Angeboten  -  Zeit- und ortsunabhängiges Lernen ist entscheidender Vorteil 

Smartphone-Apps, Online-Vorlesungen und Webinare sind für viele eine praktische Alternative zu klassischen Weiterbildungsformaten wie Volkshochschulkursen oder Fachbuchlektüre. Knapp die Hälfte der Bundesbürger (45 Prozent) hat bereits digitale Lernformate genutzt, um sich privat weiterzubilden.

Jeder Fünfte (20 Prozent) lernt mit kostenpflichtigen Angeboten. Die Bereitschaft, für digitales Lernen zu zahlen, ist am größten bei Nutzern von Blended-Learning-Formaten (77 Prozent), also einem kombinierten Angebot aus Präsenzveranstaltungen und einem digitalen Lernformat. Auch Nutzer von Lern-Apps für Smartphone und Tablet wie zum Beispiel Babbel (75 Prozent) und von interaktiven E-Books (64 Prozent) geben dafür mehrheitlich Geld aus, seltener ist das der Fall bei PC-Lernprogrammen und -spielen (22 Prozent) und Online-Kursen (15 Prozent).

Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung von 1.010 Bundesbürgern im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.

Für Nutzer digitaler Lernformate liegen die Vorteile auf der Hand. Neun von zehn (87 Prozent) schätzen besonders, sich dank digitaler Technologien immer und überall weiterbilden zu können. Sechs von zehn (59 Prozent) sind überzeugt, mit digitalen Formaten schneller und zielgerichteter zu lernen. Und immerhin vier von zehn (43 Prozent) meinen, dass digitales Lernen mehr Spaß macht als klassische Lernformate. »Digitale Angebote sind viel leichter in den Alltag zu integrieren und steigern Motivation und Lernerfolg. Nie war es einfacher, unabhängig von Zeit und Ort zu lernen – etwa auf Bahnfahrten, im Wartezimmer oder in der Mittagspause«, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. »Zudem können die Inhalte besser und zielgerichteter vermittelt werden. Neue Technologien wie das sogenannte adaptive Learning passen das Lernangebot genau an den individuellen Wissensstand und Lernfortschritt des Nutzers an«.

Allgemein gibt es eine große Bereitschaft, sich privat weiterzubilden. Drei von vier Bundesbürgern (76 Prozent) nutzen private Weiterbildungsangebote, sei es in klassischen oder digitalen Formaten. Berg: »Eine gute Qualifikation und die Bereitschaft zu einer stetigen Weiterqualifizierung sichern langfristig Chancen auf dem Arbeitsmarkt und ermöglichen Teilhabe in der digitalen Welt. Dieses Potenzial müssen wir heben, indem Politik und Wirtschaft bessere Voraussetzungen für lebenslanges und informelles Lernen schaffen«.

Hinweis zur Methodik
Die Angaben basieren auf einer repräsentativen Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Im August 2017 wurden dabei 1.010 Bundesbürger ab 14 Jahren befragt, darunter 459 Nutzer digitaler Lernformate. Die Umfrage ist repräsentativ für die Gesamtbevölkerung.


(22.01.2018, prh)

 

Weiterbildungs-Netflix oder New Modern Times?

Fraunhofer Academy

Ein Blick in die Zukunft der technologieorientierten Weiterbildung 2026 

Viele Menschen träumen davon, in die Zukunft blicken zu können. In allen Bereichen der Wirtschaft – insbesondere aber bei der Entwicklung von technischen Produkten und Dienstleistungen – ist diese eigentlich unlösbare Aufgabe inzwischen zum Pflichtprogramm geworden. Wie sich die Zukunft gestaltet, hängt von zahlreichen Umfeldfaktoren ab, die sich teilweise unabhängig voneinander in unterschiedliche Richtungen entwickeln, sich aber dennoch durch Interdependenzen und Überschneidungen auszeichnen. Welche technischen Voraussetzungen werden bis zu einem bestimmten Zeitpunkt vorliegen beziehungsweise von welchen bis dahin existierenden technischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen hängt die Gestaltung von Produkten und Lösungen ab?

Für die Fraunhofer Academy als Anbieter von technologieorientierter Weiterbildung ist die Analyse und möglichst aussagekräftige Vorhersage von Strömungen und Trends im technischen Bereich von besonderer Bedeutung. Obliegt ihr doch die Aufgabe, Fachkräfte im MINT-Bereich für die künftigen Herausforderungen in ihren jeweiligen Berufsfeldern fit zu machen und ihr Weiterbildungsangebot entsprechend zu planen und zu gestalten. Denn besonders im Zuge der Digitalisierung nimmt die Weiterbildung eine zentrale Rolle ein. Mit der Geschwindigkeit des technologischen Wandels steigt auch der Bedarf an Fortbildung und lebenslangem Lernen. Davon ausgehend hat sich ein Team der Fraunhofer Academy der Foresight-Methode bedient, um tragfähige Zukunftsbilder als Handlungsrahmen für die Ausgestaltung der technologieorientierten Weiterbildung zu entwerfen.

Hintergrund Foresight

Wirtschaftsunternehmen erstellen meist Forecasts, die eher auf kurz- bis mittelfristige Entwicklungen ausgelegt sind. Zukunftsinstitute prognostizieren bestimmte Trends und Megatrends, die aktuelle regionale und globale Veränderungen in eine weiter entfernte Zukunft projizieren, um richtungsweisende Zukunftsbilder zu entwerfen. Im Unterschied dazu verbirgt sich hinter Foresight eine »strukturierte Diskussion über komplexe Zukünfte« (Cuhls, 2012). Der zugrundeliegende Prozess ist in insgesamt sechs Phasen unterteilt, die sich grob in Analysen, Projektionen und Überprüfungen gliedern. Diese Methode kann dabei helfen, die Entwicklung von Weiterbildungsprogrammen und Anbieterportfolios auf mögliche künftige Anforderungen abzustimmen. Im Rahmen des Förderprojekts mint.online hat die Fraunhofer Academy anhand der Foresight-Methode untersucht, wie sich der technologieorientierte Weiterbildungsmarkt bis 2026 entwickeln könnte. Aufgrund verschiedener Annahmen und Gewichtungen von bis zu 50 verschiedenen Einfluss- und Schlüsselfaktoren auf den Weiterbildungsmarkt, die auf Basis quantitativer Daten und Informationen mit qualitativen Einschätzungen und Wertvorstellungen verknüpft wurden, hat die Fraunhofer Academy vier Zukunftsbilder entwickelt, die in Kombination als Impulse für die Entwicklung der Weiterbildung im MINT-Bereich wirken können.

Vier Szenarien für die Zukunft der Weiterbildung

Bei der Szenarienentwicklung hat die Fraunhofer Academy wichtige Schlüsselfaktoren für die Zukunft identifiziert: zum Beispiel der Wandel der Arbeitswelt, neue Geschäftsmodelle, Digitale Souveränität oder technologische Entwicklungen wie die Künstliche Intelligenz. Durch die Projektion dieser Faktoren sind vier Szenarien entstanden, die mögliche Zukunftsbilder der Weiterbildung im Jahr 2026 zeichnen:

1. Weiterbildungs-Netflix

Im Szenario »Weiterbildungs-Netflix« ist die Digitalisierung der entscheidende Treiber der Entwicklung. Sie begünstigt die Entstehung einer Cloud-basierten zentralen Plattform für Lerninhalte, die von den Nutzern nach Bedarf abgerufen werden können – also auf gleiche Weise wie die Inhalte des Video-on-Demand-Portals »Netflix«. Entsprechend werden basierend auf Nutzerprofilen Vorschläge für Lernmodule gemacht, deren Absolvierung durch digitale »Badges« dokumentiert wird. Diese reichern das Online-Profil der Teilnehmenden an und werden für den Berufseinstieg oder den Jobwechsel zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Die Lerninhalte auf der zentralen Plattform werden dabei von verschiedenen Akteuren entwickelt und bereitgestellt, beispielsweise Digitalunternehmen oder aus dem Hochschulumfeld. Formate wie »Weiterbildung on demand«, »learning to-go« und »situatives Lernen« prägen das Bild. Technologien wie Künstliche Intelligenz unterstützen Lernnachweise und Prüfungsformen.

2. New Modern Times

Das »New Modern Times«-Szenario setzt voraus, dass die digitale Transformation bis zum Jahr 2026 die Welt der Weiterbildung und der Arbeit verändert hat. Insbesondere werden Automatisierung und Künstliche Intelligenz in vielen Arbeitsbereichen bisherige Tätigkeiten ersetzen. Außerdem verkürzen sich Technologiezyklen immer mehr und erfordern die Transformation von Unternehmensstrategien und Geschäftsmodellen. So sind konsequenterweise Unternehmen die zentralen Akteure der Weiterbildung.

Unternehmen prägen im höchsten Maße die Lerninhalte und -formen. Die Weiterbildung findet dementsprechend hauptsächlich intern und unternehmensspezifisch, stark modularisiert, als Bestandteil des Arbeitsverhältnisses statt. Mithilfe von Learning Analytics Tools evaluieren sie die Karriereentwicklung und messen Bildungsfortschritte eines jeden Einzelnen, um die Erreichung von Qualifizierungszielen zu überprüfen. Unternehmen, die auf diese Entwicklungen reagiert haben, werden deutlich erfolgreicher als andere sein.

3. Connective Learning Communities

Im Mittelpunkt dieses Szenarios stehen die Lernenden im Sinne einer Crowd-Education: Sie agieren innerhalb der »Connective Learning Community« gleichzeitig als Wissensgenerierer, -vermittler und -konsumenten. Durch diesen Peer-to-Peer-Ansatz entsteht ein kooperativer Wissensaustausch. Der Kern ist der freie Zugang zu vielfältigen, hochwertigen Bildungsinhalten in einem Open-Source-Modell, die sowohl in Online-Räumen als auch der »Makerspace«-Bewegung folgend in realen Lernlaboren vermittelt werden.

Kommerzielle Anbieter, Universitäten oder gar staatliche Einrichtungen werden nur untergeordnete Rollen spielen. Ausnahmen bilden kleinere Weiterbildungsanbieter, die sich als Teil der Crowd-Education verstehen, oder Unternehmen, die beispielsweise Lernlabore in der »realen Welt« zur Verfügung stellen.

4. Fürsorglicher Vater Staat

Eine proaktiv geförderte Weiterbildungswelt prägt das Szenario vom »Fürsorglichen Vater Staat«. Indem der Staat Weiterbildungsstandards setzt sowie Bildungsmaßnahmen fördert und finanziert, zielt er vor allen Dingen darauf ab, die Chancengleichheit in der Bildung sicherzustellen. Die Voraussetzungen für dieses Szenario sind die Priorisierung nationaler Interessen und die gezielte Unterstützung von beziehungsweise die Vorbereitung auf Megatrends wie demografischer Wandel oder Digitalisierung.

Durch die staatliche Steuerung sind eine flexible, bedarfsorientierte Gestaltung von Weiterbildungsangeboten und agile Programmanpassungen nur eingeschränkt möglich. Das wird insbesondere die von schnellen Innovationszyklen geprägte technologieorientierte Weiterbildung vor Herausforderungen stellen. Nichtsdestotrotz wird durch die staatliche Unterstützung die wissenschaftliche Weiterbildung in Deutschland einen wichtigen Platz in der Bildungslandschaft einnehmen und zur Öffnung der Hochschulen für neue Zielgruppen beitragen. Die Hauptakteure in diesem Szenario sind demzufolge staatliche Weiterbildungseinrichtungen und staatliche Hochschulen. Unternehmen, Start-ups und private Bildungseinrichtungen haben in diesem Konstrukt das Nachsehen.

Die Wahrheit wird in der Mitte liegen

Bei Betrachtung dieser Szenarien wird deutlich, dass sie teilweise Schnittmengen aufweisen, teilweise aber auch sehr konträre Bilder zeichnen. Es ist daher falsch, sie jeweils isoliert voneinander zu betrachten. Der richtige Ansatz ist, diese vier Szenarien als Diskussionsanregung zu verstehen und als Grundlage für mögliche konkrete Handlungsfelder in der technologieorientierten Weiterbildung zu nutzen. Es gilt, daraus Strategien und Handlungsempfehlungen abzuleiten, mit der sich Weiterbildungsanbieter frühzeitig auf mögliche Veränderungen einstellen können.

Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung der Fraunhofer ACADEMY


(19.01.2018, fa/prh)

QUELLE: Fraunhofer ACADEMY

 

Bildungsurlaub in Brandenburg: Erstmals mehr als 6.000 Veranstaltungen anerkannt

Land Brandenburg 3

Wer sich im Land Brandenburg weiterbilden will, hat dafür beste Möglichkeiten: Mehr als 6.000 Weiterbildungsveranstaltungen wurden in 2017 vom Bildungsministerium anerkannt, in 2012 standen nur gut 4.000 zur Auswahl.

Für die Teilnahme an einer anerkannte Weiterbildungsveranstaltung hat man Anspruch auf Bildungsfreistellung – auch »Bildungsurlaub« genannt – und wird von der Arbeit bezahlt freigestellt. So ist es im Brandenburgischen Weiterbildungsgesetz geregelt.

Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst: »Moderne Technologien, die Digitalisierung der Arbeitswelt oder neue Arbeitsverfahren machen das lebenslange Lernen im Beruf unerlässlich. Wer sich weiterbildet, sichert sein berufliches Fortkommen und ist nachweisbar weniger von Arbeitslosigkeit betroffen. Kulturelle oder politische Weiterbildung erhöhen die Chance auf Teilhabe und stärken das demokratisches Miteinander«.

Der aktuelle Katalog anerkannten Weiterbildungsveranstaltungen umfasst Themen wie IT-Kompetenz, Projektmanagement, Betriebswirtschaft, Führungskompetenztraining, Social Media, Sprachkurse in Englisch, Arabisch, Chinesisch und vielen weiteren Sprachen, aber auch Angebote wie »Anders moderieren und präsentieren – Alternativen zu PowerPoint und Karten« oder »Aktiv für Demokratie im Betrieb«.

Im Rahmen der Bildungsfreistellung stehen berufstätigen Erwachsenen innerhalb von zwei Kalenderjahren insgesamt zehn bezahlte Arbeitstage zur Teilnahme an anerkannten Weiterbildungsveranstaltungen zu. Veranstalter müssen die Weiterbildungsveranstaltungen zuvor beim Bildungsministerium anerkennen lassen.


(18.01.2018, prh)

Informationen zum Bildungsurlaub in Brandenburg

siehe auch: Bildungsurlaub/-freistellung in den Bundesländern

 

EU fördert Digital- und Schlüsselkompetenzen

EU KOMMISSION5

Neue Maßnahmen zur Förderung von Schlüssel- und Digitalkompetenzen sowie der europäischen Dimension im Bildungswesen 

Als Folgemaßnahme des EU-Gipfels von Göteborg hat die Europäische Kommission gestern neue Initiativen zur Verbesserung der Schlüssel- und Digitalkompetenzen der EU-Bürgerinnen und -Bürger sowie zur Förderung gemeinsamer Werte und zur Sensibilisierung von Schülerinnen und Schülern für die Arbeitsweise der Europäischen Union beschlossen. Es ist erst zwei Monate her, seit dem die europäischen Staats- und Regierungschefs im November 2017 auf ihrem Gipfeltreffen in Göteborg über die Themen allgemeine und berufliche Bildung Themen sowie Kultur diskutiert haben. Die neuen Vorschläge sollen die sozioökonomischen Ungleichheiten verringern und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit fördern, um so ein geeinteres, stärkeres und demokratischeres Europa zu schaffen.

Die Kommission schlägt die folgenden drei Initiativen vor:

1. Empfehlung des Rates zu Schlüsselkompetenzen für lebensbegleitendes Lernen: Auf der Grundlage der 2006 beschlossenen Empfehlung zu Schlüsselkompetenzen für lebensbegleitendes Lernen enthält dieser Vorschlag wichtige neue Ideen für die Anpassung an die rasche Entwicklung in den Bereichen Unterricht und Lernen. Er zielt darauf ab, den lebenslangen Ausbau der Schlüsselkompetenzen von Menschen aller Altersgruppen zu verbessern und den Mitgliedstaaten Leitlinien an die Hand zu geben, damit sie dieses Ziel erreichen können. Einen besonderen Stellenwert besitzt die Förderung des Unternehmergeists und einer innovationsorientierten Einstellung, damit alle ihr persönliches Potenzial und ihre Kreativität entfalten Eigeninitiative entwickeln können. Darüber hinaus empfiehlt die Kommission Schritte zur Förderung von Kompetenzen in den Bereichen Wissenschaft, Technologie, Ingenieurwesen und Mathematik, damit mehr junge Menschen motiviert werden können, einen entsprechenden Beruf zu ergreifen. Die heute vorgelegten Vorschläge sind auch als Beitrag zur dringend benötigten Verbesserung der europäischen Bildungssysteme und damit zur Lösung der vielen Probleme gedacht, die in der letzten PISA-Studie zutage getreten sind. Generell werden die Maßnahmen den Mitgliedstaaten dabei helfen, Lernende besser auf die sich wandelnden Arbeitsmärkte und für ein aktives bürgerschaftliches Engagement in einer von Diversität geprägten, mobilen, digitalen und globalisierten Gesellschaft vorzubereiten.

2. Im Aktionsplan für digitale Bildung wird dargelegt, wie die EU den Bürgerinnen und Bürgern Europas sowie den Bildungseinrichtungen und -systemen dabei helfen kann, mit den Lebens- und Arbeitsbedingungen unseres durch den raschen digitalen Wandel geprägten Gesellschaft zurechtzukommen, nämlich durch

  • bessere Nutzung digitaler Unterrichts- und Lerntechnologien;
  • Entwicklung der digitalen Kompetenzen und Fertigkeiten, die für das Leben und Arbeiten in einem Zeitalter des digitalen Wandels benötigt werden und
  • Verbesserung der allgemeinen und beruflichen Bildung durch bessere Datenanalyse und -antizipierung.

U.a. sehen die Initiativen vor, Schulen bei der Ausstattung mit Hochgeschwindigkeits-Breitbanddiensten zu unterstützen, ein neues Tool für Schulen zur Selbstbewertung in Bezug auf den Einsatz von Unterrichts- und Lerntechnologien (SELFIE) fortzuentwickeln und eine Kampagne zur Sensibilisierung für Online-Sicherheit, Medienkompetenz und Cyberhygiene durchzuführen.

3. Empfehlung des Rates über gemeinsame Werte, inklusive Bildung und die europäische Dimension von Unterricht und Lehre: Diese Initiative enthält Vorschläge für Möglichkeiten der Unterstützung junger Menschen, damit sie Bedeutung der in Artikel 2 des Vertrages über die Europäische Union verankerten gemeinsamen Werte besser verstehen und sich für sie engagieren. Sie zielt darauf ab, den sozialen Zusammenhalt zu stärken und einen Beitrag zur Bekämpfung von Populismus, Fremdenfeindlichkeit, spalterischem Nationalismus und die Zunahme von Fake News zu leisten. Der Vorschlag stärkt auch die inklusive Bildung, um so eine gute Bildung für alle Schülerinnen und Schüler sowie die europäische Dimension im Unterricht zu fördern, damit Kinder sich auch Wissen über das gemeinsame Erbe Europas und Diversität aneignen und über die Arbeitsweise der EU Bescheid wissen. Um diese Ziele zu erreichen, wird die Kommission Maßnahmen ergreifen, damit mehr virtuelle Austausche zwischen Schulen stattfinden können, insbesondere mithilfe des erfolgreichen e-Twinning-Netzwerks; auch Mobilitätsprojekte im Schulbereich sollen aus dem Erasmus+-Programm gefördert werden.



(18.01.2018, prh)

siehe auch: »Initiativen im Bereich Bildung« (PDF, 4 Seiten)

 

Brandenburg: Weiterbildungspreis 2018 ausgeschrieben

Land Brandenburg

Wettbewerb um den Weiterbildungspreis 2018 ist gestartet

Unter dem Motto »Weiterbildung in Brandenburg: kreativ – vielfältig – zukunftsweisend« ist der Wettbewerb um den Weiterbildungspreis des Landes Brandenburg 2018 gestartet. Der Wettbewerb steht unter der Schirmherrschaft des Landes-Bildungsministerin Britta Ernst.

Mit dem Weiterbildungspreis zeichnet das Land Brandenburg Innovationen in der Weiterbildung von Erwachsenen im Land aus. Veranstaltet wird der Wettbewerb vom Ministerium für Bildung, Jugend und Sport und dem Landesbeirat für Weiterbildung in Zusammenarbeit mit dem Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg. Drei Beiträge werden ausgezeichnet; der Preisträger erhält 1000 Euro, die beiden Zweitplatzierten jeweils 500 Euro. Der Preis wird alle zwei Jahre vergeben.

Wer kann teilnehmen?
Teilnehmen am Wettbewerb können alle Weiterbildungsorganisationen oder kooperierende Verbünde im Land Brandenburg.

Was wird ausgezeichnet?
Auch in diesem Jahr werden wieder drei Preise vergeben. Der erste Preis ist mit 1000 Euro dotiert, die beiden zweiten Plätze mit jeweils 500 Euro. Ausgezeichnet werden beispielhafte Angebote, Projekte oder Initiativen der Weiterbildung von Erwachsenen, die nach dem 1.1.2016 abgeschlossen wurden oder die jetzt kurz vor dem Anschluss stehen.

Bis wann kann ich meinen Beitrag einreichen?
Einsendeschluss für die Wettbewerbsbeiträge ist Montag, der 15. April 2018.

Wie sende ich meinen Beitrag ein?
Ihr Beitrag sollte auf fünf bis maximal zehn Seiten Ihr Projekt beschreiben; die erbetenen Angaben für die Jury finden Sie im Wettbewerbsfaltblatt. Bitte benutzen Sie das Formular für die Wettbewerbsbeiträge oder gestalten Sie Ihren Beitrag entsprechend der Gliederung im Word-Formular (siehe Link unten).

Sie können Ihren Beitrag per E-Mail einsenden oder ihn als Brief schicken, an Birgit Hensel, LISUM.

Wer beurteilt die Beiträge?
Die eingereichten Wettbewerbsbeiträge werden von einer unabhängigen, ehrenamtlich tätigen Jury bewertet.

Wann wird der Preis vergeben?
Die Festveranstaltung zur Preisverleihung findet am 6. Juni 2018 statt.


(16.01.2018, prh)

Zum Formular

Wettbewerbsflyer (PDF, 2 Seiten)

 

Sondierungsgespräche: Nationale Weiterbildungsstrategie angekündigt

Wie verschiedene Medien heute berichteten, sind die Sondierungsgespräche zur Gründung einer Großen Koalition heute erfolgreich abgeschlossen worden.

Obwohl damit noch keine konkreten Koalitionsvereinbarungen verbunden sind und die jeweiligen Parteigremien noch zustimmen müssen, lohnt es sich doch, bereits jetzt das Augenmerk auf ins Auge gefasste Schwerpunkte im Bereich der Weiterbildung und Qualifizierung zu richten.

So heißt es in der veröffentlichten Verlautbarung, es solle die »Qualifizierung, Vermittlung und Reintegration von Langzeitarbeitslosen in den Arbeitsmarkt« in einem »ganzheitlichen Ansatz« vorangetrieben werden. Die rechtliche Grundlage soll über ein neues Regelinstrument im SGB II »Teilhabe am Arbeitsmarkt für alle« herbeigeführt werden.

Der Tatsache, dass durch Digitalisierung und Strukturwandel die sich wandelnde Arbeitswelt neue Qualifizierungen erfordert, soll mit einer nationalen, gemeinsam mit den Sozialpartnern zu entwickelnden Weiterbildungsstrategie begegnet werden.

Die Bundesagentur für Arbeit solle, so heißt es weiter, ihr Angebot so erweitern, »dass alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ein Recht auf Weiterbildungsberatung haben«.

Die Parteien einer möglichen großen Koalition wollen auch »das allgemeine Initiativrecht der Betriebsräte für Weiterbildung stärken«. Schließlich soll »nach drei Monaten Arbeitslosigkeit (..) die Bundesagentur für Arbeit mit den betroffenen Menschen Maßnahmen entwickeln, um ihre Beschäftigungsfähigkeit nachhaltig zu fördern«.

Alle Zitate sind in der nachfolgenden Quelle ab Zeile 299 aufzufinden. (12.01.2018, prh)

Gesamtdokument Sondierung (via Handelsblatt.com) PDF, 28 Seiten

 

Mehrsprachigkeit im Beruf

Studie analysiert Stellenausschreibungen  -  In jeder zweiten Stelle wird eine Fremdsprache gefordert  -  Englisch in vielen Berufsfeldern Grundvoraussetzung für die Karriere 

In jedem zweiten Stellenangebot wird mindestens eine Fremdsprache von Bewerbern verlangt. Das zeigt eine umfassende Analyse, die rund 90.000 Stellenausschreibungen untersucht hat. Für Juristen sind Englischkenntnisse in 66 Prozent der Jobangebote sogar fast eine Grundvoraussetzung für die erfolgreiche Bewerbung. Auch Kenntnisse in Französisch, Spanisch oder Niederländisch sind teilweise explizit erwünscht.

Englisch als Grundvoraussetzung für die Karriere

In zwei Drittel der Stellenausschreibungen im naturwissenschaftlichen Bereich kommen Bewerber ohne Englischkenntnisse nicht weit. Auch im Bereich Marketing und Kommunikation ist Englisch bei etwa 64 Prozent der Jobs eine Grundvoraussetzung. In manchen Anzeigen ist sogar Chinesisch oder Russisch als Anforderung aufgeführt. Der jeweilige Anteil der Stellenangebote ist mit unter einem Prozent allerdings eher gering.

Anders sieht es dagegen im Öffentlichen Dienst aus. Lediglich ein Drittel der Stellen setzt bei Bewerbern die Mehrsprachigkeit voraus. Englischkenntnisse sind dabei nur bei jeder fünften Stellenausschreibung gefordert. Sprachliche Barrieren können im Öffentlichen Dienst daher nicht ausgeschlossen werden. Noch schlechter aufgestellt ist der Bereich Bildung und Soziales: Gerade einmal jedes vierte Stellengesuch verlangt Fremdsprachenkenntnisse, darunter meist Englisch; Französisch und Spanisch dagegen eher seltener.

Im Vertrieb ist Mehrsprachigkeit gefordert

Das internationalste Berufsfeld in Deutschland sind Vertrieb und Verkauf. Insgesamt setzen rund die Hälfte der Gesuche Fremdsprachenkenntnisse bei den Bewerbern voraus - überwiegend Englisch mit über 87 Prozent. Aber auch Französisch mit rund fünf Prozent der Stellenangebote mit Sprachanforderungen und Spanisch mit drei Prozent sind gefragt. Weitere Sprachen sind Italienisch, Niederländisch und Polnisch. Exotischere Sprachen wie Arabisch, Chinesisch, Russisch oder Japanisch sind lediglich in zwei Prozent der Berufe erforderlich.

Für Ingenieure oder andere technische Berufe sind Fremdsprachenkenntnisse ebenfalls ein Muss. Fast zwei Drittel der Berufe wünschen sich Bewerber, die mindestens der englischen Sprache mächtig sind. Bei Führungskräften werden allerdings nur bei jeder zweiten Stellenausschreibung englische Sprachkenntnisse vorausgesetzt.

Ärzte und Pfleger benötigen hingegen fast gar keine Fremdsprachenkenntnisse. Lediglich fünf Prozent der Stellenausschreibungen für Pfleger setzten Englisch voraus, bei Ärzten ist der Anteil mit acht Prozent nur geringfügig höher, obwohl insbesondere im Pflege- und Gesundheitsbereich sehr viel Kontakt zu Menschen verschiedenster Nationalitäten besteht.

(11.01.2018, prh)

Zu den Ergebnissen der Studie

 

Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen

Das Anerkennungsgesetz des Bundes gibt Fachkräften aus dem Ausland das Recht, dass ihr Berufsabschluss auf Gleichwertigkeit mit dem deutschen Referenzberuf überprüft wird.

Viele Unternehmen, Handwerksbetriebe, Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen sind auf ausländische Fachkräfte angewiesen. Die Bundesregierung hatte daher im Jahr 2012 das sogenannte Anerkennungsgesetz als Instrument zur Sicherung des Fachkräftebedarfs in Deutschland geschaffen. Und dieses Instrument wirkt: Nach der erfolgreichen Anerkennung sind neun von zehn Fachkräften mit ausländischem Berufsabschluss erwerbstätig.

Das Anerkennungsgesetz umfasst zum einen das Bundesgesetz »Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz« (BQFG) im Zuständigkeitsbereich des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), und zum anderen Regelungen zur Anerkennung von Berufsqualifikationen in rund 60 bundesrechtlichen Berufsgesetzen und Verordnungen für die reglementierten Berufe, so die Gesundheitsberufe (Bundesärzteordnung, Krankenpflegegesetz) und die Handwerksmeister (Handwerksordnung).

Das Online-Portal »Anerkennung in Deutschland« zeigt den Weg zur richtigen Anerkennungsstelle und bietet auf Deutsch, Englisch, Griechisch, Italienisch, Polnisch, Rumänisch, Spanisch und Türkisch alle wichtigen Informationen rund um die Anerkennungsverfahren.

(10.01.2018, prh)

Portal »Anerkennung in Deutschland«

siehe auch: Bericht zum Anerkennungsgesetz 2017 (PDF, 78 Seiten)

 

BMAS: Qualifizierung bleibt zentrale Aufgabe

BMAS2

Staatssekretär Thorben Albrecht zu den am 3. Januar 2018 veröffentlichten Arbeitsmarktzahlen für Dezember 2017: 

»Der Arbeitsmarkt bleibt nach einem starken Jahr 2017 dynamisch. Mit 44,3 Millionen ist im vergangenen Jahr bei der Zahl der Erwerbstätigen ein weiterer Rekordwert erreicht worden. Besonders erfreulich ist, dass der Anstieg vor allem auf mehr sozialversicherungspflichtig Beschäftigte zurückgeht. Auch die Daten zur Arbeitskräftenachfrage sind weiter erfreulich. Der entsprechende Stellenindex der BA verzeichnete zum Jahresende hin einen seiner bislang höchsten Zuwächse.

Die Arbeitslosigkeit ist im Dezember zwar wie üblich leicht um 17.000 gestiegen, im Vergleich zum Vorjahr allerdings waren insgesamt 183.000 Menschen weniger arbeitslos gemeldet. All dies sind beste Vorzeichen für einen prosperierenden Arbeitsmarkt im Jahr 2018, in dem Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung weiter wachsen und die Arbeitslosigkeit weiter sinkt.

Zentrale Aufgabe und Herausforderung für das neue Jahr bleibt das Thema Qualifizierung, insbesondere von Personen ohne Berufsabschluss. Denn eines zeigen die Zahlen des zurückliegenden Jahres ebenfalls deutlich: Je geringer die Qualifikation, desto höher das Risiko, in Arbeitslosigkeit zu fallen. Im Vergleich zu Personen mit einer betrieblichen bzw. schulischen Berufsausbildung lag die Arbeitslosenquote von Personen ohne Berufsabschluss im Jahr 2017 mit 18,7 Prozent etwa fünfmal so hoch. Ihre Aus- bzw. Fortbildung verschafft nicht nur ihnen persönlich eine deutlich bessere berufliche Perspektive, sie trägt auch zur Fachkräftesicherung bei und eröffnet den Unternehmen weiteres Potential, um den zunehmenden Besetzungsschwierigkeiten und den gestiegenen Vakanzzeiten bei den offenen Stellen zu begegnen.

Im Rahmen des Dialogprozesses Arbeiten 4.0 haben das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und die Bundesagentur für Arbeit ihren Austausch im Bereich Weiterbildung bereits intensiviert. Die Entwicklung am Arbeitsmarkt bestätigt, dass dieser Weg in die richtige Richtung geht und konsequent weiter zu gehen ist«. (04.01.2018, prh)

vergleiche: Die Entwicklung des Arbeitsmarktes im Dezember 2017

Zum »Dialogprozess Arbeiten 4.0« siehe auch: Weiterbildung im Sozialen Wandel

 

Bedarf an Deutschkursen unverändert hoch

DIE Bonn 3

Deutsches Institut für Erwachsenenbildung (DIE) legt neue VHS-Statistik vor  

Das Gesamtangebot der Volkshochschulen erhöhte sich mit 8,2 Mio. Unterrichtsstunden in 2016 um 8,4 Prozent. Insgesamt wurden mehr als 700 Tsd. Veranstaltungen durchgeführt mit 9,1 Mio. Teilnahmen in Kursen, Studienfahrt/-reisen und Vorträgen. Sprachkurse haben daran einen Anteil von rund 54 Prozent mit 9,7 Mio. Kursstunden. Allein 5,9 Mio. Stunden davon fanden in Deutschkursen statt - 1,5 Mio. mehr als 2015. Auch die Teilnahmen stiegen um 274 Tsd. auf 1,1 Mio. Belegungen. Englisch als zweitwichtigste Sprache im Angebot der Volkshochschulen ging dagegen um ca. 3 Prozent zurück.

Die besondere Rolle der Deutschkurse in der Entwicklung der Volkshochschuldaten spiegelt sich auch in anderen Bereichen der aktuellen Volkshoch-Statistik wider.

Das Finanzvolumen stieg 2016 um 14,9 Prozent auf rund 1,3 Mrd. EUR. An Bedeutung gewonnen hat vor allem die Finanzgruppe der »anderen Einnahmen« und hier besonders die der Bundesmittel, die 2016 um 119 Prozent auf 150 Mio. EUR wuchsen. In diesen Zahlen sind auch die Mittel des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge für Integrationskurse enthalten. Im Gegenzug fällt der Anteil der Teilnahmegebühren am Finanzvolumen um 2,6 Prozent auf rund 38 Prozent.

Verschiebungen lassen sich auch bei der Aufteilung von Kursteilnahmen nach Geschlecht beobachten. Der Frauenanteil ist mit rund 72 Prozent über alle Kurse betrachtet um 2,5 Prozent zurückgegangen. In Sprachkursen ist diese Verschiebung mit 5,4 Prozent mehr als doppelt so hoch im Vergleich zum Durchschnitt. Die Altersverteilung zeigt eine Erhöhung der beiden Altersgruppen zwischen 18 und 34 Jahren. Auch daran hat die besonders hohe Zunahme dieser Gruppen im Sprachenbereich um 4,7 Prozent einen besonderen Einfluss, denn in keinem Programmbereich ist der Anteil der 25- bis 34-Jährigen höher als hier (26,1 Prozent).

Die höchsten Teilnahmezahlen haben trotz der Sonderentwicklung im Sprachenbereich weiterhin Gesundheitskurse mit einem Anteil von mehr als 35 Prozent aller Kursbelegungen. Beinahe die Hälfte erfolgt im Bereich Gymnastik/Bewegung/Körpererfahrung. Ebenfalls stark gefragt sind Entspannungskursen wie Yoga oder Autogenes Training (27 Prozent).

Wie schon im letzten Jahr erhöhte sich erneut das Angebot im Programmbereich Grundbildung-Schulabschlüsse. Von den insgesamt 1,6 Mio. Kursstunden wurden mehr als 300.000 Stunden in Alphabetisierungs- und Grundbildungskursen durchgeführt, ein Anstieg von 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch die Beteiligung stieg um mehr als 16 Prozent auf 4.446 Teilnahmen.

Von den 899 Volkshochschulen konnten 2016 die Daten von 893 Volkshochschulen in die Auswertung zur Volkshochschul-Statistik einbezogen werden. Das entspricht einer Beteiligungsquote von 99,3 Prozent.


(20.12.2017, prh)

Volkshochschulstatistik 2016 (PDF, 98 Seiten)

 

In Neuigkeiten & Terminen

Arbeit 4.0 – Bildung 4.0: Arbeiten und lernen wir in Zukunft nur noch digital? (Berlin)

vom 19.02.2018 um 19:00 Uhr bis zum 19.02.2018

Die Arbeitswelt verändert sich: Digitalisierung, alternative Arbeitsmodelle und die Entwicklung künstlicher Intelligenz stellen Forschung und Gesellschaft vor große Herausforderungen, bieten aber auch viele Chancen. Wie werden Menschen in Zukunft arbeiten? Welche Bedeutung wird digitales Lernen und Arbeiten erhalten? Welche Weiterbildung und Förderung brauchen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, um in der neuen Arbeitswelt bestehen zu kommen? Und wie müssen Schülerinnen und Schüler auf die Zukunft der Arbeit vorbereitet werden?

Das Wissenschaftsjahr des Bundesministeriums für Bildung und Forschung steht 2018 unter dem Motto »Arbeitswelten der Zukunft«. Ein Schwerpunkt ist, welche Rolle soziale und technische Innovationen bei der Gestaltung neuer Arbeitswelten spielen. In der Veranstaltung »Arbeit 4.0 – Bildung 4.0« diskutieren Expertinnen und Experten, wie wir uns schon heute auf die Arbeitswelt von morgen vorbereiten können.

 

didacta - die Bildungsmesse 2018 (Hannover)

vom 20.02.2018 bis zum 24.02.2018

Die didacta findet zum zehnten Mal auf dem Gelände der Hannover-Messe statt.

Als die weltweit größte Fachmesse rund um Bildung bietet sie Angebote von rund 900 Ausstellern und ein umfangreiches Fortbildungsprogramm für Lehrkräfte, Erzieher, Ausbilder, Trainer und Personalentwickler an. Hochrangige Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft kommen zur didacta, um hier Wege für die Bildung der Zukunft zu finden und sich auszutauschen.

 

Fachtagung »Ethik in der Beratung« (Mannheim)

vom 22.02.2018 bis zum 23.02.2018

Benötigt Beratung in Bildung, Beruf und Beschäftigung eine allgemeingültige, institutionenübergreifende Ethik? Wie können BeraterInnen eine Orientierung gewinnen, die ihnen hilft, ihren Alltag in einem Spannungsfeld vielfältiger Anforderungen zu gestalten? Diese und weitere Fragen sind Themen einer gemeinsamen internationalen Fachtagung »Ethik in der Beratung – Anspruch und Wirklichkeit« in Mannheim am 22. und 23. Februar 2018. Veranstalter sind der Deutsche Verband für Bildungs- und Berufsberatung, das Nationale Forum Beratung in Bildung, Beruf und Beschäftigung und die Hochschule der Bundesagentur für Arbeit.

 

Professionelle Lerngemeinschaften als Entwicklungsinstrument im Bildungswesen (Weingarten/Baden-Württemberg)

vom 05.03.2018 um 10:00 Uhr bis zum 07.03.2018 um 13:00 Uhr

Die Tagung verfolgt das Ziel, einen Beitrag zur Fundierung des vielversprechenden Instruments Professionelle Lerngemeinschaften zu leisten. Dabei sollen die Bedeutung institutioneller Kontexte sowie zielgruppenbezogener Rahmenbedingungen, die Reichweite des immanenten Professionalitätsverständnisses als auch Interaktionsdynamiken innerhalb Professioneller Lerngemeinschaften betrachtet werden.

 

myQ - Publikums- und Fachmesse für Weiterbildung (Düsseldorf)

vom 16.03.2018 bis zum 17.03.2018

Der Fokus richtet sich speziell auf weiterbildungsinteressierte Berufstätige, Personaler und Führungskräfte mit Verantwortung für Mitarbeiter- und Teamentwicklung.

Für die besonderen Bedürfnisse und Fragestellungen, welche mit einer individuellen berufsbegleitenden Weiterbildung einhergehen, soll die Messe eine gebündelte Plattform darstellen, auf der sich Vorstellungen, Fragen und Ideen besprechen lassen.

 

 

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