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Bedeutung und Beitrag der Berufsbildung in der Corona-Krise

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Beschäftigte mit einer beruflichen Qualifikation tragen in erheblichem Umfang zur Systemerhaltung der Volkswirtschaft in Deutschland und zur Sicherung elementarer Grundbedürfnisse bei. Dies belegt nach Auffassung von Präsident Friedrich Hubert Esser eine aktuelle Veröffentlichung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB).

»Die berufliche Bildung bildet das Rückgrat der Wirtschaft und der Versorgung der Bevölkerung. Gerade die in der Berufsbildung vermittel­ten Qualifikationen und Kompetenzen tragen mit dazu bei, überlebenswichtige Bereiche der Volkswirtschaft zu sichern. Jedoch brauchen wir Berufe, die helfen und Strukturen erhalten, nicht nur in der Krise. Alle Akteure der beruflichen Bildung sind aufgefordert, diese Berufe künftig noch attraktiver und anerkannter zu machen und ihnen die gesellschaftliche Anerkennung zukommen zu lassen, die ihnen gebührt – und dies nicht nur in Krisenzeiten. Die derzeitige Diskussion über Sonderzahlungen und eine langfristig bessere Entlohnung geht in die richtige Richtung«.

In Krisen wie der aktuellen Corona-Pandemie, aber auch bei Natur- und technischen Katastrophen oder dem Ausfall lebensnotwendiger Systeme, soll die Arbeit in sogenannten systemrelevanten Berufen sichergestellt werden. Nach Berechnungen des BIBB auf Datenbasis des Mikrozensus von 2015 arbeiten etwa 8 Millionen Menschen in solchen systemrelevanten und infrastrukturkritischen Berufen und Branchen.

Dazu gehören zum Beispiel Berufe im Energie-, Wasser- und Entsorgungssektor, in der Ernährung und Hygiene, in der Informationstechnik und Telekommunikation, im Gesundheits-, Finanz- und Wirtschaftssektor, im Transport- und Verkehrsbereich, in den Medien, in der staatlichen Verwaltung sowie in Schulen und der Kinder-, Jugend- und Behindertenhilfe. Insgesamt wird die Hauptlast der systemrelevanten Tätigkeiten von beruflich Qualifizierten getragen.

Betriebe schätzen nach einer Analyse des BIBB die Ersetzbarkeit von menschlicher Arbeit durch digitale Systeme in diesen systemrelevanten Bereichen als eher begrenzt ein. In der Landwirtschaft, in der Energie- und Wasserversorgung oder in der öffentlichen Verwaltung sind aus Sicht der Unternehmen Potenziale zur Ersetzbarkeit menschlicher Arbeit vorhanden. Dies gilt jedoch insbesondere für den Erziehungs-, Gesundheits- und Pflegebereich nicht. In der Logistik und im Transportwesen hängt, so die Rückmeldungen der Betriebe, das Ersetzbarkeits­potenzial davon ab, inwieweit der Einsatz vollautonomer Fahrsysteme umgesetzt wird.

  (13.04.2020, prh)

 

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