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Berufliche Weiterbildung mit MOOCs statt in verstaubten Klassenräumen

Gesprochen wird es »MUUK« (englisch: MOOC), gemeint sind über das Internet abrufbare Kursangebote für hunderttausende von Studenten. MOOCs sind »Massive Open Online Courses«: Massive, weil weltweit viele Studenten auf das Kursangebot zugreifen können; open, weil diese Kurse kostenlos oder sehr günstig sind; online, weil sie über das Netz auf Smartphone, Tablet oder Notebook Tag und Nacht abrufbar sind; courses, weil Lerninhalte strukturiert präsentiert werden und über Prüfungsaufgaben abgefragt werden.

MOOCs werden derzeit als Chance oder Bedrohung für die Universitätslandschaft diskutiert – in Deutschland (FAZ: Harvard für jedermann) und international (The Economist: The future of universities: The digital degree). Weniger diskutiert wird die Bedeutung von MOOCs für die berufliche Weiterbildung.

Berufliche Weiterbildung wird heute häufig assoziiert mit dunklen Klassenräumen, Frontalunterricht durch mehr oder weniger didaktisch begabte Dozenten, Kaffee- und Raucherpausen. Wer sich die Weiterbildungsaktivitäten international agierender deutscher Unternehmen ansieht, bekommt ein Gefühl, wie attraktiv, spannend und relevant Weiterbildung sein kann. Schweißen, Löten, CNC-Drehen und Fräsen – wer bereits eine Ausbildung als Facharbeiter in diesen Bereichen durchlaufen hat, muss sich ständig fortbilden, um mit dem rasanten technischen Fortschritt mithalten zu können.

Doch Fortbildung kann auch Laune machen: Wird bei Schulungen die Werkshalle zum Klassenraum, ist das ein Erlebnis – geschult wird selbstverständlich nicht an ausrangierten Museumsstücken, sondern am neuesten Modell. Statt der Vermittlung von zum Teil veralteten oder irrelevanten, weil arbeitsmarktfernen Lerninhalten wird auf Learning on Demand gesetzt. So werden zum Beispiel bei Reparaturen an Maschinen Videos mit allen Detailarbeitsschritten über das Tablet eingespielt – jede Schraube, jede Handbewegung wird visuell dargestellt. Hier lugt der Fachkräftemangel um die Ecke – häufig ist der Engpass das Fachpersonal, das die modernen Maschinen bedienen kann. Berufliche Weiterbildung mit hoher Arbeitsmarktrelevanz ist deshalb gefragter denn je.

MOOCs haben das Potenzial, die berufliche Weiterbildung in den etwa fünf Jahrzehnten nach dem Studien- oder Berufsabschluss weiter zu modernisieren. Die Kombination aus Top-Vorlesungen von den Superstars der jeweiligen Fächer und Tutorials in den jeweiligen Unternehmen klingt nach Zukunftsmusik. Der Weg dahin ist jedoch bereits beschritten. Was fehlt, ist die Verbindung von beruflicher Weiterbildung und einem Credit Point System für das lebenslange Lernen.

Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung des Autors, Alexander Spermann. (01.09.2014, as, prh)

 

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