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Bildungsgipfel: Nach Zehn Jahren nur wenige Ziele erreicht

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Im Jahr 2008 haben Bund und Länder die Bildungsrepublik ausgerufen und auf dem Bildungsgipfel verschiedene Ziele festgelegt, welche in den folgenden Jahren, meist bis 2015, erreicht werden sollten. Die Bilanz fällt allerdings ernüchternd aus, lediglich die Studienanfänger- und die Weiterbildungsquoten von 40% bis 50% wurden erreicht.

Die Ziele, die beim Bildungsgipfel Ende 2008 in Dresden vereinbart wurden, waren ehrgeizig. Dies ist der aktuelle Stand:

  • Halbierung der Schulabbrecherquote von 8% auf 4%: Im vergangenen Jahr verließen knapp 7% der Schulabgänger die Schule ohne Abschluss,
  • Halbierung des Anteils der jungen Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung von 17% auf 8,5%: Im vergangenen Jahr hatten 14% der 20- bis 35-Jährigen keine abgeschlossene Berufsausbildung,
  • Erhöhung der Ausgaben für Bildung, Forschung und Entwicklung auf 10%,
  • Erhöhung der Weiterbildungsbeteiligung von 40% auf 50%,
  • Erhöhung der Studienanfängerquote auf 40%,
  • 35% der unter 3-jährigen Kinder sollten einen Kita-Platz erhalten.

Der Weg zur Bildungsrepublik Deutschland ist noch weit

»Auch nach zehn Jahren fällt die Bilanz eher ernüchternd aus«, stellt Dr. Dieter Dohmen, der Direktor des FiBS fest. »Lediglich die Studienanfänger- und die Weiterbildungsquoten wurden erreicht, und mittlerweile besuchen annähernd 35 Prozent der unter 3-Jährigen eine Kita«.

Die anderen Ziele sind noch nicht erreicht worden: Die Quote der Schulabbrecher liegt bei knapp 7 Prozent, die der jungen Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung bei 14 Prozent und das Budget für Bildung, Forschung und Entwicklung bei 9 Prozent. »Die Bildungsausgaben sind sogar gesunken, obwohl mehr Menschen die Hochschule besuchen, an Weiterbildungen teilnehmen oder in die Kita gehen«, ergänzt der Bildungsforscher.

»Die gerade veröffentlichte Pisa-Studie verweist einmal mehr darauf, dass der Anteil der Jugendlichen, die kaum rechnen, schreiben und lesen können, für ein hochentwickeltes Land wie Deutschland inakzeptabel hoch ist. Die Bildungspolitik sollte sich für die kommenden Jahre ambitionierte Ziele setzen und zum Beispiel bei einem zweiten Bildungsgipfel klare Zielvorgaben für die Bildungsrepublik Deutschland definieren, die bis zum Jahr 2030 erreicht werden sollen. Anders als bei der ersten Runde darf es dann aber nicht ausreichen, die Ziele zu proklamieren, aber dann nicht ernsthaft zu verfolgen«. (11.12.2019, prh/fibs)

siehe auch: Wie steht es um die »Bildungsrepublik Deutschland«?

 

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