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Deutscher Weiterbildungstag 2010: 8 Thesen zur Weiterbildung

Bildung stärken - Chancen nutzen: Aus Anlass des Deutschen Weiterbildungstages wird auch in diesem Jahr wieder eine politische Plattform der Veranstalter des Deutschen Weiterbildungstages veröffentlicht.


Lebenslanges Lernen und Fortschritt durch Weiterbildung werden für den einzelnen Menschen, die Gesellschaft und die Wirtschaft immer bedeutender. Dies gilt im besonderen Maße angesichts der schweren Wirtschaftskrise, die mit dem Zusammenbruch der Finanzmärkte ihren Ausgang nahm und in der Folge in eine verschärfte Krise der öffentlichen Haushalte mündete. Dies gilt aber auch vor dem Hintergrund der sich weiter dynamisierenden Globalisierungsprozesse. Und dies gilt natürlich ebenso angesichts des demografischen Wandels: Denn unabhängig von einer krisenhaften wirtschaftlichen Entwicklung wird die bevorstehende Umkehrung der Alterspyramide die Gesellschaft vor neue Herausforderungen stellen. Lebenslanges Lernen und Weiterbildung sind daher für den Zusammenhalt der Gesellschaft und somit für die Stärkung der Demokratie unerlässlich.

  • Die Förderung von gesellschaftlicher Inklusion ist ohne Weiterbildung nicht denkbar. Gerade in Zeiten wirtschaftlicher Krisen ist die Gefahr von Aufspaltungsprozessen besonders groß. Ohnehin gesellschaftlich benachteiligte Gruppen, bildungsbenachteiligte und bildungsferne Schichten sowie Migrantinnen und Migranten laufen in der jetzigen Situation Gefahr, noch stärker als bisher ausgegrenzt zu werden. Weiterbildung kann dem entgegen wirken und Teilhabe an Arbeit, Bildung und gesellschaftlicher Entwicklung fördern. Darüber hinaus fördert Weiterbildung auch die Bereitschaft, sich für die demokratische Gesellschaft einzusetzen und aktiv Verantwortung in den Strukturen und Einrichtungen der Zivilgesellschaft zu übernehmen.
  • Eine wichtige Aufgabe der Weiterbildung bleibt die berufliche Qualifizierung und damit die Förderung der Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen – und in der Konsequenz des Wirtschaftsstandortes Deutschland. Nur mit gut ausgebildeten Fachkräften, die auf dem neuesten Stand der technologischen Entwicklung sind, können Unternehmen im Wettbewerb bestehen. Dies gilt auch und vor allem in Zeiten der wirtschaftlichen Krise. Gut ausgebildetes Personal findet Mittel und Wege, die Krise zu bewältigen. Im Kontext von Globalisierung gehört dazu auch, fremdsprachliche und interkulturelle Kompetenzen zu vermitteln. Ressourcen schonende Produktion von Waren und Dienstleistungen und der menschenwürdige Umgang mit sozialen Standards sind ein bedeutender Teil einer verantwortungsbewussten Weiterbildung.
  • Aktuell ist ungefähr jeder Fünfte in Deutschland über 60 Jahre alt. In den nächsten 25 Jahren wird es jeder Dritte sein. Gleichzeitig wird die Gesamtbevölkerung aller Voraussicht nach erheblich zurückgehen. Dies hat natürlich Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt, die Versorgung und den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Weiterbildung leistet hier einen unverzichtbaren Beitrag, um den Folgen des demografischen Wandels effektiv zu begegnen. Weiterbildung ermöglicht es z. B., Beschäftigungsfähigkeit zu erhalten. Sie liefert die notwendigen Qualifikationen für berufliche Weiterentwicklung und Aufstieg. Und: Sie nimmt eine – nicht zu unterschätzende – Schlüsselstellung bei der Kompetenzvermittlung im Bereich ehrenamtlicher Arbeit ein.

 

Ohne Zweifel wird die Wirtschafts- und Finanzkrise zu erheblichen Sparzwängen führen. Der 3. Deutsche Weiterbildungstag fordert aber gerade deshalb und aus den oben genannten Gründen, dass alle Sparanstrengungen unter einen Bildungsvorbehalt gestellt werden. Ob wir einen guten Weg aus der Krise finden und dabei die Zivilgesellschaft stärken, hängt in hohem Maße von den Kompetenzen und den Qualifikationen der Menschen ab. Nur mit Bildung und Wissen können wir uns den neuen Herausforderungen erfolgreich stellen. Weiterbildung ist der Generalschlüssel für die Zukunft unseres Landes!


Wir brauchen ein Jahrzehnt der Weiterbildung, in dem wir die Bildung stärken und die Chancen durch Weiterbildung nutzen.


Wir brauchen:

  • eine Politik, die notwendige Sparanstrengungen unter einen Bildungsvorbehalt stellt,
  • mehr Investitionen in die Weiterbildung durch Staat, Wirtschaft und Gesellschaft,
  • verlässliche und nachhaltige Weiterbildungsstrukturen für alle Weiterbildungsbereiche,
  • eine zweite Chance für Menschen ohne Schulabschluss, ohne Ausbildung oder Arbeit sowie für Analphabeten
  • verstärkte Weiterbildungsangebote für ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie für Menschen in der nachberuflichen Lebensphase,
  • verbesserte Weiterbildungsangebote für Migrantinnen und Migranten,
  • ein flächendeckendes und unabhängiges Beratungssystem sowie
  • ein gesetzlich verankertes Recht auf Weiterbildung.

Wir rufen dazu auf, im neuen »Jahrzehnt der Weiterbildung« die Bildungsrepublik Deutschland endlich zu verwirklichen! (20.09.2010, prh)

 

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