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IG Metall: Zugang zu Weiterbildung muss besser werden

IG Metall BaWue

Die IG Metall in Baden-Württemberg fordert ein größeres Engagement für Weiterbildung. Die Betriebe müssten ihren Beschäftigten regelmäßige Fort- und Weiterbildungen ermöglichen, damit diese den technologischen Wandel kompetent mitgestalten können.

»Weiterbildung ist ein wichtiger Bestandteil von guter Arbeit und erhöht die Handlungsfähigkeit der Beschäftigten«, sagte Bezirksleiter Roman Zitzelsberger anlässlich der jährlichen Bezirkskonferenz vor rund 220 Delegierten und Gästen in Leinfelden-Echterdingen.

Die tatsächliche Fort- und Weiterbildungspraxis in den Betrieben weist zahlreiche Defizite auf, in der Beschäftigtenbefragung der IG Metall von 2013 gab mehr als jeder Zweite an, keine ausreichenden Möglichkeiten zur Weiterbildung zu haben. Unter Angelernten, Fach- und Schichtarbeitern trifft das sogar auf zwei Drittel zu.

Zwar nimmt die geförderte betriebliche Weiterbildung nach Untersuchungen des Instituts für Angewandte Wirtschaftsforschung (IAW) von Jahr zu Jahr zu und die Beteiligung der Betriebe im Südwesten ist höher als im Bundesschnitt. Verglichen mit Dienstleistungsunternehmen haben Firmen im Verarbeitenden Gewerbe aber einen deutlich geringeren und auch unterproportionalen Anteil an Weitergebildeten, erklärte IAW-Geschäftsführer Günther Klee auf der Konferenz. Ältere und geringqualifizierte Beschäftigte nehmen nach wie vor unterdurchschnittlich an Qualifizierungen teil.

»Damit verschenken die Betriebe wichtiges Potenzial an Fachkräften«, kritisierte Zitzelsberger, »Fort- und Weiterbildung sind neben Studium und dualer Ausbildung der Schlüssel zur Sicherung der Fachkräftebasis im Land«.

Wie wichtig Qualifizierung gerade junger Beschäftigten ist, haben 7250 Teilnehmer kürzlich bei einer Umfrage der IG Metall Jugend deutlich gemacht. Auf die Frage, worum sich die IG Metall am dringendsten kümmern soll, nannten Auszubildende und Dual Studierende im Südwesten unisono mehr finanzielle Unterstützung und Freistellung für Weiterbildung durch ihre Arbeitgeber. Von der Landesregierung wünschen sie sich modernere Lehrmethoden und technische Ausstattungen an den Berufsschulen und Dualen Hochschulen.

Ziel der IG Metall ist es, neben jüngeren Beschäftigten insbesondere An- und Ungelernten einen besseren Zugang zu Bildung zu ermöglichen. Dies könnte neben einer Weiterentwicklung der Altersteilzeit auch Baustein einer qualitativen Forderung in der Tarifrunde 2015 der Metall- und Elektroindustrie sein. Beschäftigte könnten von einer weitergehenden Verwendung der Mittel nach dem Altersteilzeit-Prinzip »erst Arbeitsphase, dann Freistellungsphase« profitieren und etwa die Möglichkeit erhalten, während ihres Berufs den Techniker zu machen oder ein Studium anzuhängen. »Auf diese Weise sichern die Betriebe zusätzlich den Fachkräftebedarf«, betonte Zitzelsberger.

Ferner erneuert die IG Metall ihre Forderung nach mehr Weiterbildung auch in politischen Fragen und appelliert in einer Resolution an die grün-rote Landesregierung, die Koalitionsvereinbarung zu einem Bildungszeitgesetz für Baden-Württemberg endlich wahrzumachen. Zitzelsberger: »Die Idee ist richtig. Berufliche Weiterbildung für die Beschäftigten und somit für die Stärkung des Wirtschaftsstandorts, politische Bildung und Qualifizierung für das Ehrenamt zur Stärkung der Demokratie und Zivilgesellschaft. Wir beobachten genau, wer bei diesem Thema die Zugmaschine befeuert und wer im Bremserhäuschen sitzt«. Die Resolution wurde einstimmig angenommen.

  (06.06.2014, prh)

Im Wortlaut: Resolution »Bildungszeit – Heute für Morgen« (PDF, 1 Seite)

 

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