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Rheinland-Pfalz: Breites Bündnis gegen funktionalen Analphabetismus

AlphaPortalUnzureichende Lese- und Schreibfähigkeit (funktionaler Analphabetismus) ist nach einer Studie der Universität Hamburg aus dem Jahr 2011 ein größeres Problem als bis dahin angenommen wurde. Darin wird der Anteil der Betroffenen an der erwerbsfähigen Bevölkerung in Deutschland mit 14 Prozent beziffert. Auch vor dem Hintergrund dieser Zahl hatte der rheinland-pfälzische Landtag die Gründung einer gemeinsamen Initiative mit wichtigen gesellschaftlichen Akteuren gefordert, um Erwachsene ohne ausreichende Lese- und Rechtschreibkenntnisse zur Teilnahme an entsprechenden Weiterbildungsmaßnahmen zu motivieren und um sie auf ihrem weiteren Bildungsweg zu unterstützen.

Die vom Landtag angestoßene Initiative hat inzwischen breite Unterstützung gefunden. Kommunale Spitzenverbände, Sozialpartner – also Unternehmervertreter und Gewerkschaften, Wohlfahrtsverbände, die Bundesagentur für Arbeit, Kirchen, Weiterbildungsträger und weitere Akteure der Zivilgesellschaft haben in einer gemeinsamen Erklärung ihren Willen zum Ausdruck gebracht, möglichst vielen betroffenen Menschen den Zugang zu dieser Grundbildung zu ermöglichen. Um dies zu erreichen, wird eine intensive Zusammenarbeit von Weiterbildungsanbietern und den gesellschaftlichen Akteuren angestrebt, die besonderen Zugang zu den Betroffenen haben.

Die zahlreichen Unterstützerinnen und Unterstützer der Initiative, zu denen auch die großen christlichen Kirchen gehören, wollen in ihren Bereichen über das Problem des funktionalen Analphabetismus informieren. Zudem sollen so genannte »Schlüsselpersonen«, die einen direkten Zugang zu betroffenen Menschen haben, diese durch Unterstützung und Begleitung motivieren und qualifizieren. Außerdem wollen die Unterstützer bei der Ermittlung des Bedarfs und bei der konzeptionellen Weiterentwicklung der Beratungs- und Kursangebote mitwirken. Durch gemeinsame Aktivitäten im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit sollen möglichst viele Menschen für das Problem des funktionalen Analphabetismus sensibilisiert werden.

Mit der Initiative soll auch ein Beitrag zur Erhöhung des Kursangebotes im Bereich Alphabetisierung und Grundbildung geleistet und gegebenenfalls die Teilnahme an Kursen unterstützt oder gefördert werden. Aus Sicht der Organisationen, die sich auf dem Feld der Weiterbildung engagieren, ist es »für die staatlich anerkannten Landesorganisationen der Weiterbildung und den Verband der Volkshochschulen selbstverständlich, sich an der Initiative zu beteiligen«, betonte Gabriele Schneidewind, Vorsitzende des Landesbeirates für Weiterbildung. »Die Weiterbildungsorganisationen gewährleisten dadurch, dass sie von unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen – vor allem von Kirchen, Gewerkschaften und Sportverbänden aber auch von alternativen Vereinigungen – getragen werden, zusammen mit dem kommunalen flächendeckenden Angebot der Volkshochschulen und exzellenten Netzwerkstrukturen bereits jetzt einen breiten Zugang zu den Angeboten der Grundbildung und Alphabetisierung. Sie sind damit die wichtigste Angebotssäule auf diesem Feld. Deshalb ist es von besonderer Bedeutung, das breit gefächerte Angebot auszubauen, inhaltlich weiterzuentwickeln und bessere Strukturen zur Verfügung zu stellen. Ebenso muss die Qualifizierung derjenigen Kursleiterinnen und Kursleiter intensiviert werden, die in diesem Bereich zusätzliche Kompetenzen benötigen. Eine breit aufgestellte Initiative mit vielen zusätzlichen gesellschaftlichen Kräften kann hier eine zusätzliche inhaltliche Bereicherung bieten«, hielt Schneidewind weiter fest.

Bildungs- und Weiterbildungsministerin Ahnen betonte, durch den Austausch über Alphabetisierungs- und Grundbildungsaktivitäten, von in der Praxis bewährten Beispielen, von Erfahrungen mit Bildungskonzepten, von unterschiedlichen Finanzierungsmöglichkeiten und von neuen wissenschaftlichen Ergebnissen solle für alle Beteiligten an der Initiative »Alphabetisierung und Grundbildung« eine größtmögliche Transparenz geschaffen und ein weitestgehend gleicher Wissensstand sichergestellt werden. Mit präventiven Initiativen und Maßnahmen zur Förderung von Lese- und Schreibfähigkeiten bei Kindern und Jugendlichen wollten die Beteiligten der Initiative zudem dazu beitragen, dass die Zahl der von funktionalem Analphabetismus Betroffenen in Zukunft weiter sinkt.

»Der größeren Transparenz dient auch die neue Internetplattform ,Alpha-Portal Rheinland-Pfalz', die (...) sich sowohl an Betroffene als auch an Lehrende und an Schlüsselpersonen im Bereich der Alphabetisierung und Grundbildung richtet. Das Portal stellt die verschiedenen Aktivitäten im Land vor, gibt eine Übersicht über Alphabetisierungskurse und deren Anbieter und stellt zielgruppenspezifische Informationen – beispielsweise für Lernende, Kursleiterinnen und Kursleiter – bereit«, sagte Doris Ahnen abschließend.

Die Initiative steht weiteren Unterstützerinnen und Unterstützern offen.

Ansprechpartner: Referatsgruppe Weiterbildung im Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur (MBWWK) Rheinland-Pfalz,
Rainer Christ (Tel: 06131. 16 45 37) oder Klaus Tiggemann (Tel: 06131. 1640 21).


(24.05.2013, prh)

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