Die Suchmaschine des Deutschen Bildungsservers für Weiterbildungskurse
IWWB und DIPF-Logo

Startschuss für das neue EU-Bildungsprogramm ERASMUS+

Erasmus plus
EU-Kulturkommissarin Androulla Vassiliou hat gestern (16.01.2014) in Athen offiziell das neue EU-Bildungsprogramm ERASMUS+ gemeinsam mit Vertretern EU-Ratsvorsitzes eröffnet.  

Erasmus+ – das neue Förderprogramm der EU für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport – wurde in Athen von Androulla Vassiliou, EU-Kommissarin für Bildung, Kultur, Mehrsprachigkeit und Jugend, in Anwesenheit des griechischen Bildungsministers Konstantinos Arvanitopoulos und Panos Panagiotopoulos, Minister für Kultur und Sport, als Vertreter des griechischen EU-Ratsvorsitzes eingeleitet.

Mehr als vier Millionen Menschen, fast doppelt so viele wie bisher, werden in den nächsten sieben Jahren mit einer Finanzhilfe der EU dabei unterstützt, im Ausland zu studieren, sich weiterzubilden, Arbeitserfahrung zu sammeln oder Freiwilligenarbeit zu leisten. Für Erasmus+ wird ein Budget von insgesamt 14,7 Milliarden Euro bereitgestellt; dies sind 40 % mehr als für die vorherigen Programme im Zeitraum 2007-2013.

»Investitionen in die allgemeine und berufliche Bildung sind die beste Wahl, die wir für die Zukunft Euroopas und seine jungen Menschen treffen können. Durch die im Rahmen von Erasmus+ gewonnenen internationalen Erfahrungen werden Kompetenzen gestärkt, die persönliche Entwicklung vorangetrieben und die Beschäftigungsfähigkeit verbessert. Mit der Mittelaufstockung haben wir dafür gesorgt, dass viel mehr Menschen eine EU-Förderung erhalten, um solche Möglichkeiten zu nutzen. Zugleich müssen wir mehr Mittel für qualitative Verbesserungen auf allen Ebenen der allgemeinen und beruflichen Bildung bereitstellen, damit wir weltweit zur Spitzengruppe zählen und die Beschäftigung und das Wachstum steigern können. Erasmus+ ist umso wichtiger in einer Zeit, in der in vielen Ländern, einschließlich Griechenland, eine immens hohe Jugendarbeitslosigkeit herrscht«, sagte Kommissarin Vassiliou.

Wer profitiert von Erasmus+?

  • 2 Millionen Studierende können im Ausland studieren oder sich fortbilden, z.B. im Rahmen von 450.000 Praktikumsmöglichkeiten;

  • 650.000 Berufsschülerinnen und -schüler sowie Auszubildende erhalten Stipendien, um im Ausland zu lernen, sich fortzubilden oder zu arbeiten;

  • 800.000 Lehrkräfte an Schulen und Hochschulen, Ausbilderinnen und Ausbilder, Jugendbetreuerinnen und Jugendbetreuer können im Ausland unterrichten oder sich fortbilden;

  • 200.000 Studierende, die einen kompletten Masterstudiengang in einem anderen Land absolvieren, profitieren von einem Garantie-Instrument für Studiendarlehen;

  • mehr als 25.000 Studierende erhalten Stipendien für gemeinsame Masterabschlüsse, wobei sie an mindestens zwei Hochschulen im Ausland studieren;

  • mehr als 500.000 junge Menschen können im Ausland Freiwilligendienst leisten oder an einem Jugendaustausch teilnehmen;

  • 125.000 Schulen, Berufsbildungs- und Ausbildungseinrichtungen, Hochschulen und Erwachsenenbildungseinrichtungen, Jugendorganisationen und Unternehmen erhalten Zuschüsse für die Einrichtung von 25.000 strategischen Partnerschaften zur Förderung des Erfahrungsaustausches und zur Vernetzung mit der Arbeitswelt;

  • 3.500 Bildungseinrichtungen und Unternehmen erhalten Unterstützung beim Aufbau von mehr als 300 Wissensallianzen und Allianzen für branchenspezifische Fertigkeiten zur Förderung von Beschäftigungsfähigkeit, Innovation und Unternehmertum;

  • außerdem werden 600 Partnerschaften im Sportbereich unterstützt, beispielsweise bei Euroopäischen Veranstaltungen ohne Gewinnzweck.

 

Hintergrund

Erasmus+ geht zu einem Zeitpunkt an den Start, an dem beinahe 6 Millionen junge Menschen in der EU ohne Arbeit sind – in Griechenland, Kroatien und Spanien liegen die Quoten bei über 50 %. Gleichzeitig gibt es mehr als zwei Millionen freie Stellen und ein Drittel der Arbeitgeber/innen haben Schwierigkeiten, Personal mit den von ihnen benötigten Fertigkeiten zu rekrutieren. Erasmus+ wird helfen, dieses Qualifikationsdefizit dadurch zu beheben, dass Menschen die Möglichkeit erhalten, im Ausland zu studieren, sich weiterzubilden oder Arbeitserfahrung zu sammeln.

Indem Studierenden und Auszubildenden die Möglichkeit zum Studium oder zur Weiterbildung im Ausland gegeben wird, erhöht sich darüber hinaus die Wahrscheinlichkeit, dass sie auch künftig im Ausland arbeiten wollen oder können. Ihnen entstehen somit langfristig günstigere Jobperspektiven.

Parallel dazu werden Qualität und Relevanz der Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung und der Jugendarbeit in Europa verbessert – durch die Unterstützung der beruflichen Fortbildung von Lehrkräften und Jugendbetreuern sowie durch stärkere Partnerschaften zwischen Bildungssektor und Arbeitswelt.

Im Budget von 14,7 Milliarden Euro ist die geschätzte Inflation berücksichtigt. Weitere Mittel werden voraussichtlich für Austauschmaßnahmen im Hochschulbereich und administrative Unterstützung unter Einbindung von Nicht-EU-Ländern bereitgestellt; über diese zusätzlichen Mittel soll im Laufe des Jahres 2014 entschieden werden.

Erasmus+ beinhaltet zum ersten Mal auch eine Unterstützung für den Sport. Während der siebenjährigen Laufzeit werden rund 265 Millionen Euro für den Kampf gegen grenzüberschreitende Probleme wie Spielabsprachen und Doping bereitgestellt. Unterstützt werden ferner transnationale Projekte unter Beteiligung von Breitensportbänden, bei denen beispielsweise Good Governance, Gleichstellung der Geschlechter, soziale Inklusion, duale Laufbahnen und die körperliche Betätigung auf allen Ebenen für alle Altersgruppen gefördert werden.

(17.01.2014, prh)

Häufig gestellte Fragen zu ERASMUS+ (PDF, 8 Seiten)

vergleiche: Grünes Licht für Erasmus+

 

Gebärdensprache-Icon Leichte-Sprache-Icon DIPF-Logo

IWWB vernetzt

Diese Seite teilen auf

f Facebook t Twitter

Immer aktuell informiert per

f Facebook t Twitter

o)) RSS

Zum Seitenanfang