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Verband: Niedrig Qualifizierte sind bei der Bildungsberatung benachteiligt

Das Angebot an Bildungs- und Berufsberatung in Deutschland spiegelt die auch sonst zu beklagende Bildungsungerechtigkeit in Deutschland deutlich wider, kritisiert Dr. Martin Griepentrog vom Deutschen Verband für Bildungs- und Berufsberatung (dvb). So existierten nur wenige spezialisierte Anlaufstellen für Ungelernte, die diesen Menschen zu einer Ausbildung oder kleineren Qualifizierungsbausteinen verhelfen können. Häufig arbeiteten diese Beratungsanbieter mit geringem Budget oder ehrenamtlich.

Staatliche Stellen wie etwa die Jobcenter übernehmen diese Aufgabe ebenfalls nicht im erforderlichen Umfang, heißt es in einer Verlautbarung des Verbandes. Hier werden gering qualifizierte Arbeitsuchende oft von ebenfalls zu gering qualifizierten Fallmanagern betreut. Private Berufsberatungsstellen haben diese Klientel schon gar nicht als Kunden im Fokus, da diese Menschen in der Regel nicht über finanzielle Möglichkeiten verfügen, um eine Beratung zu bezahlen.

»Die Politik sorgt nicht für ausreichende Rahmenbedingungen, die ein professionelles Beratungsangebot für die Zielgruppe der Ungelernten erfordern würde«, so Griepentrog weiter. Demgegenüber würden Beratungsangebote für Studierende und Studienabsolventen an Hochschulen erheblich ausgebaut, und auch in die Unterstützung von Jugendlichen am Übergang Schule–Beruf flössen weiterhin viele Gelder. Wer jedoch einmal den Stempel »ungelernt« trägt, der werde ihn kaum mehr los. Von der neuen Ära Lebenslangen Lernens für alle zu sprechen, ist für viele nicht mehr als eine Worthülse. In Zeiten des Fachkräftemangels wird immer wieder gefordert, alle Ressourcen optimal zu nutzen, insbesondere die gering Qualifizierten fortzubilden und so an den ersten Arbeitsmarkt heranzuführen. Der erste Schritt zur Qualifizierung sei aber gute Beratung.

Der dvb fordert daher die Politik nachdrücklich auf, Mittel, die durch die verringerte Arbeitslosigkeit frei werden, nicht einzusparen, sondern für die nachhaltige Verbesserung der Beratung für alle umzuwidmen.

  (08.08.2011, prh)

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