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Weiterbildung? Schluss mit Aufschieben!

Haufe Akademie
So gelingt es, Weiterbildungswünsche umzusetzen. 

Wenn Sie zurückblicken auf die vergangenen Monate: Haben Sie sich konsequent weitergebildet? Die meisten Angestellten nehmen sich fest vor, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln. Aber dann... ist doch wieder die Zeit zu knapp, das Budget nicht da und außerdem unklar, welche Kompetenzen nun genau weiterentwickelt werden sollen. Die Haufe Akademie hat diese Hindernisse unter die Lupe genommen und zeigt Ihnen, wie sie sich aus dem Weg räumen lassen.

1. Zeit nehmen

Es ist ganz unbestritten ein Phänomen unserer Zeit, dass immer weniger Menschen immer mehr Aufgaben übernehmen müssen. Zeit ist aber nichts, was man beliebig verlängern kann, sondern bildet einen fixen Rahmen, mit dem es gilt zurechtzukommen. Jeder von uns ist so sehr in seinem Hamsterrad gefangen, dass man sich kaum einmal einen Moment Zeit nimmt, über das eigene Zeitmanagement nachzudenken. Doch genau das ist der Weg zum Ziel. Wer behauptet, er hätte keine Zeit gehabt, sich um die Weiterbildung zu kümmern, dem kann nur entgegnet werden: Diese Zeit hättest du dir selbst nehmen müssen. Niemand kommt von außen und verschafft einem den nötigen Freiraum – jeder muss selbst Prioritäten setzen und in Eigeninitiative die nötigen Maßnahmen ergreifen.

Kleine Schritte führen zum Ziel

Am besten habe sich in der Praxis die Politik der kleinen Schritte bewährt, erklärt Stefanie Hecker, Trainerin für Zeitmanagement bei der Haufe Akademie. Wenn ein Projekt wie eine riesige unüberschaubare Aufgabe vor einem stehe, so die Expertin, habe man natürlich Hemmungen, das Vorhaben anzupacken. »Planen Sie zuerst einen Termin ein, bei dem Sie nur die Angebote recherchieren. Am besten schreiben Sie sich diesen Termin gleich in den Kalender und blocken sich dafür ausreichend, aber nicht zu viel Zeit,« rät Stefanie Hecker. »Dann überlegen Sie sich den nächsten Schritt – und so weiter, bis Sie Ihr Ziel erreicht haben«. In kleine Häppchen aufgeteilt sei jedes Vorhaben viel einfacher zu bewältigen. Wichtig sei aber nach wie vor die Terminierung und das Einhalten der Termine – ohne Kalender gehe hier nichts.

Logische Denker und kreative Geister

Gerade damit tun sich aber viele Menschen schwer. Die Zeitmanagement-Expertin hat viele Jahre Erfahrungen in ihren Seminaren gesammelt und unterscheidet grundsätzlich zwei Organisations-Typen: die logischen Denker und die kreativen Geister. Die überwiegend von der linken Gehirnhälfte gesteuerten Logiker scheitern oft an ihrem Perfektionismus. Der hohe Anspruch an sich selbst und an das Projekt liefert viele Gründe, das Vorhaben gar nicht erst anzupacken oder schnell abzubrechen, nach dem Motto: Entweder perfekt oder gar nicht. Dagegen laufen die Kreativen häufig Gefahr, sich in vielen kleinen Baustellen zu verzetteln und das Ziel aus den Augen zu verlieren.

Positive Anreize helfen bei der Umsetzung

Ob Logiker oder Kreative: beide kämpfen mit der »Aufschieberitis«. Alles, was mit negativen Gefühlen – Langeweile, Mühe oder sogar Angst – verknüpft ist, wird auf die lange Bank geschoben. Die Lösung liegt in der Aktivierung des Belohnungssystems im Gehirn, so Expertin Stefanie Hecker. »Setzen Sie sich positive Anreize und platzieren Sie eine unangenehme Aufgabe direkt vor einen Termin, der Ihnen Spaß macht, zum Beispiel ein Mittagessen mit netten Kollegen. Oder belohnen Sie sich für das absolvierte Seminar mit einem Wochenendausflug.« Diese positiven Impulse helfen dabei, ein Vorhaben wie die Weiterbildung umzusetzen, auch wenn es mit ungeliebten Tätigkeiten verbunden ist.

2. Gezielt Kompetenzen aufbauen

Viele Angestellte würden sehr gerne Zeit in eine Weiterbildung investieren. Das ergab auch die FORSA-Umfrage »Wert der Weiterbildung« vom Februar 2013 im Auftrag der Haufe Akademie. Danach wären 75 % der Angestellten sogar bereit, ihre Freizeit für eine Weiterbildung zu opfern. Doch so manche unter ihnen werden von der Unsicherheit abgehalten, welche Maßnahme sie sich aussuchen sollten.

Welche Kompetenzen bringen Sie weiter?

Sind es neue Fachkenntnisse, spezielle Methoden, bestimmte Fähigkeiten oder Verhaltensweisen, auf die es bei Ihren Aufgaben besonders ankommt? Haben Sie zum Beispiel in Zukunft mehr Kundenkontakt und wünschen sich mehr Sicherheit im Kundengespräch? Glauben Sie, dass Sie Ihre Arbeit besser bewältigen, wenn Sie Ihr Selbst- und Zeitmanagement verbessern oder die Grundlagen von gutem Projektmanagement beherrschen? Hier wächst die Liste garantiert ordentlich an, doch nicht für alles können Sie eine Weiterbildung besuchen. Konzentrieren Sie sich auf ein oder zwei Kompetenzen – doch welche?

Auf den Nutzen fürs Unternehmen kommt es an

Birgit Neubauer von der Haufe Akademie empfiehlt, hier den Unternehmenserfolg als Kriterium einzusetzen. Welche Kompetenzen bewirken, dass Sie und das Unternehmen erfolgreicher arbeiten können? Was trägt unmittelbar zu schnelleren Abläufen, reibungsloseren Prozessen oder mehr Abschlüssen bei? Womit sichern Sie Ihre eigene und die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens? Wenn Sie sich diese Fragen beantworten, haben Sie auch schon die besten Argumente geliefert, um Ihren Chef von der Weiterbildung zu überzeugen.

Stärken ausbauen statt Defizite beheben

In das Gespräch mit Ihrem Vorgesetzten nehmen Sie Ihre Liste mit und erklären ihm, warum Sie glauben, dass Ihr Weiterbildungsvorhaben das Unternehmen nach vorne bringt. Gehen Sie dabei wenn möglich von Ihren Stärken aus, auf die Sie noch aufbauen möchten, und nicht von Defiziten. Außer es kommt ein völlig neuer Aufgabenbereich auf Sie zu, der bestimmte Kompetenzen mit sich bringt, die Sie vorher nicht brauchten. Dann dürfen Sie natürlich nach einer Weiterbildung fragen, damit Sie sich in der neuen Aufgabe sicherer fühlen.

Unser Tipp: Gelerntes am besten täglich anwenden

Ein Seminar bietet viel Neues – in welchem Maß Sie das neu erworbene Wissen im beruflichen Alltag anzuwenden, hängt wiederum von Ihnen ab. Hier gilt das bekannte Motto: Übung macht den Meister. Nehmen Sie also nach Ihrer Weiterbildung immer wieder Ihre Unterlagen zur Hand. Notieren Sie sich konkret, welche Learnings Sie umsetzen wollen und welche konkreten Maßnahmen sich dafür eignen. Und: Überprüfen Sie sich selbst in regelmäßigen Abständen, ob Sie Ihre Vorhaben auch tatsächlich umsetzen.

3. Okay einholen

Sie glauben, Ihr Vorgesetzter stimmt Ihren Weiterbildungswunsch nicht zu? Machen Sie sich zunächst klar: das zunächst einmal eine Befürchtung und keine Tatsache. Wenn Ihnen Ihre Weiterentwicklung wichtig ist, sollten Sie sich auf jeden Fall dafür einsetzen. »Wer nicht fragt, hat schon von vornherein verloren. Und wer gut argumentiert, hat zumindest eine gute Chance!« sagt Anja Gräfin von Kanitz, Expertin für Kommunikation und Moderation.

Überzeugen Sie - mit guten Argumenten

Darin liegt das ganze Geheimnis – in den guten Argumenten. Das Gespräch mit dem Chef will gut vorbereitet sein, weiß die erfahrene Kommunikations-Trainerin für Führungskräfte. Und rät allen Weiterbildungswilligen, sich genau darüber klar zu werden, welche Vorteile nicht nur sie selbst, sondern der Vorgesetzte davon hat, wenn er die Weiterbildung genehmigt oder sich an höherer Stelle dafür einsetzt. Fragen Sie sich stets, wie es der Arbeit oder dem Erfolg der Abteilung nützt, wenn Sie sich bestimmte Kompetenzen aneignen. Ihre Chancen steigen, wenn die Weiterbildung inhaltlich optimal zu Ihren Funktionen passt.

Machen Sie die Vorteile deutlich – so konkret wie möglich

Auch für Weiterbildungen, die nichts mit fachlicher Kompetenz zu tun haben, gibt es gute Argumente. Wenn Sie zum Beispiel an einem Work-Life-Balance-Seminar teilnehmen, lernen Sie, produktiver mit Ihren eigenen Ressourcen umgehen. Das heißt, von Ihrer neu gewonnenen Effizienz profitiert auch das Unternehmen. Wenn Sie die Vorteile der Weiterbildung für Ihr Umfeld klar herausarbeiten und folgerichtig darlegen, sollte Ihre Überzeugungsarbeit Wirkung zeigen.

Achten Sie auf den richtigen Zeitpunkt

Ein guter Zeitpunkt für ein solches Gespräch ist das Mitarbeiterjahresgespräch, auf das man sich ohnehin gut vorbereiten sollte. Hier können Sie sich auch darauf berufen, dass Sie schon einige Zeit keine Weiterbildung mehr besucht haben. »Gerade wenn sich Unternehmen auf die Fahne schreiben, ihre Mitarbeiter zu fördern – womöglich sogar ausdrücklich formuliert in den Unternehmensrichtlinien – dürfen Sie ruhig mit diesem Anspruch des Unternehmens argumentieren,« meint Anja von Kanitz. Natürlich für eine Weiterbildung, die zu Ihren Aufgaben passt.

Quelle: Haufe Akademie

(20.02.2014, prh)

vergleiche: Lust oder Frust: Wie halten Sie’s mit Ihrer Weiterbildung?

 

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