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Weiterbildung: Viele Mitarbeiter büffeln selbstständig

Mittelständische Firmen können nicht so viel Aufwand bei der beruflichen Förderung ihrer Mitarbeiter betreiben wie große Unternehmen. Dennoch engagieren sich die kleinen und mittleren Betriebe durchaus in der Personalentwicklung. Sie setzen vor allem auf informelle Lernwege und die Weitergabe von Wissen innerhalb der Belegschaft.

Vor kurzem hat die EU-Kommission erneut festgestellt, dass die Mitgliedsstaaten mehr tun müssen, um die bis 2020 gesteckten Bildungsziele der Gemeinschaft zu erreichen. Beispielsweise folgen die erwachsenen Europäer dem Gebot des lebenslangen Lernens längst nicht so häufig, wie es nötig wäre – allein schon, um langfristig den Anforderungen des Arbeitsmarkts gewachsen zu sein.

Nun wird oft eingewendet, gerade die kleinen und mittleren Firmen würden sich nur wenig um die erforderliche Weiterbildung ihrer Beschäftigten kümmern. Doch ein solch pauschaler Vorwurf ist nicht gerechtfertigt, wie eine Befragung im Rahmen des Personal-Panels des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln zeigt.

Zwar prüft nur jedes fünfte Unternehmen mit weniger als 50 Beschäftigten systematisch, welche Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten die Mitarbeiter bereits haben oder aber noch benötigen – während jede zweite große Firma regelmäßig eine solche Potenzialanalyse durchführt.

Weniger aufwendige Instrumente kommen aber auch in vielen kleineren Betrieben zum Einsatz:

Rund die Hälfte der Mittelständler setzt ihre Beschäftigten im Laufe ihres Berufslebens in verschiedenen Abteilungen ein. Ebenso viele Firmen geben den Mitarbeitern die Möglichkeit zur selbstständigen Fortbildung, zum Beispiel über das Internet.

Zudem sorgen viele der befragten Unternehmen dafür, dass die Arbeitnehmer, die beispielsweise in einem Seminar neues Wissen erworben haben, dieses an die Kollegen weitergeben.

Gerade informelleres Lernen im Rahmen des Arbeitsprozesses kommt auch älteren Beschäftigten zugute, die sich sonst eher selten und ungern in klassischen Schulungen fortbilden. Denn dass die Mitarbeiter mit zunehmendem Alter lieber eigenständig lernen als in Seminaren zu sitzen, zeigt die jüngste europäische Erhebung über die Erwachsenenbildung, in deren Rahmen auch 7.000 Erwerbspersonen in Deutschland befragt wurden. Die Hälfte der 25- bis 44-Jährigen gab dabei etwa an, im Jahr 2007 an Weiterbildungsveranstaltungen teilgenommen zu haben; rund 54 Prozent waren Selbstlerner.

Von den über 55-Jährigen besuchten nur noch 26 Prozent Seminare oder ähnliche Bildungsveranstaltungen, aber immerhin 45 Prozent bildeten sich auf eigene Faust per Fachlektüre oder E-Learning weiter.

Um das lebenslange Lernen ihrer Belegschaft zu fördern, tun die kleinen und mittleren Betriebe also gut daran, gerade die informellen Weiterbildungsangebote auszubauen.

Dieser Artikel erschien beim Institut der deutschen Wirtschaft IW Köln. Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung der IW Medien.

  (05.05.2011, prh)

 

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