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Zwei Drittel der hessischen Bildungsanbieter sehen in der Corona-Krise auch eine Chance

Weiterbildung Hessen

Die Lockerung der Kontaktbeschränkungen in den letzten Monaten hat zwar die Geschäftssituation der hessischen Weiterbildungsbranche wieder etwas verbessert, dennoch beklagt immerhin gut jede zweite Bildungseinrichtung Umsatzeinbußen von mehr als 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Stabilisierend wirken sich die staatlichen Unterstützungsleistungen aus.

43,6 Prozent der hessischen Weiterbildungseinrichtungen haben bislang für ihre Beschäftigten Kurzarbeitergeld beantragt, 23,3 Prozent Zuschussleistungen wie etwa die Corona-Soforthilfe des Landes Hessen erhalten. Dennoch leidet aktuell jede fünfte Bildungseinrichtung unter Liquiditätsengpässen. Der starke Anstieg der Neuinfektionen und die dadurch notwendig gewordenen neuerlichen Kontaktbeschränkungen werden zudem dazu führen, dass sich in den kommenden Wochen die Finanzsituation in zahlreichen Bildungseinrichtungen wieder deutlich verschlechtert.

Trotz der angespannten Finanzlage begegnen aber die Weiterbildungseinrichtungen der Herausforderung aktiv. Dies ist ein weiteres Ergebnis der aktuellen Umfrage von Weiterbildung Hessen e.V. unter seinen über 300 Mitgliedseinrichtungen, an der sich 180 Einrichtungen beteiligten. Zwei Drittel der hessischen Bildungsanbeter sehen in der aktuellen Krise auch eine Chance, insbesondere auch zur Entwicklung neuer, digitaler Lernformate.

»Die strategische Relevanz digitaler Lernformen hat sich für Bildungsunternehmen innerhalb weniger Monate stark erhöht«, konstatiert Claus Kapelke, Vorstandsvorsitzender von Weiterbildung Hessen e.V., und ergänzt: »Seit März 2020 haben 37 Prozent der hessischen Bildungsanbieter erstmalig digitale Lernformate angeboten. Inzwischen verfügen immerhin 80 Prozent der Einrichtungen über E-Learning-Angebote. Vor zwei Jahren waren es in Hessen gerade einmal 40 Prozent.«

In den kommenden zwei Jahren ist ein weiterer, zügiger Ausbau des E-Learning-Angebots zu erwarten. Aus Sicht der Bildungsanbieter werden dabei vor allem Webinare und Blended-Learning-Konzepte im Vordergrund stehen, aber auch der Einsatz von Erklärvideos wird in der Weiterbildung an Bedeutung gewinnen.

Große Sorgen bereitet den Weiterbildungsanbietern jedoch die nach wie vor unzureichende externe IT-Infrastruktur (Breitbandversorgung) in Hessen. 60 Prozent der Weiterbildungsanbieter sehen hierin eine der größten Herausforderungen für die Umsetzung digitaler Lernformate. Der Anteil der Bildungseinrichtungen, die mit der digitalen Infrastruktur in Hessen unzufrieden sind, hat sich gegenüber unserer Umfrage von vor zwei Jahren nochmals deutlich erhöht. Das liegt daran, dass viele nun erstmals digitale Lernformate anbieten oder einfach auch nur erstmalig Erfahrungen mit Video-Konferenzen gemacht haben und nun feststellen mussten, wie schwierig in Hessen vielfach eine digitale Übertragung ist.

»Das muss sich dringend ändern. Nicht nur – aber vor allem auch – in Zeiten von COVID-19 muss dem Ausbau der digitalen Infrastruktur absoluter Vorrang eingeräumt werden, um die Herausforderungen zu meistern und die Zukunft von Gesellschaft, Wirtschaft und Bildung zu sichern«, fordert Claus Kapelke.

Über den Verein
Weiterbildung Hessen e.V. wurde 2003 auf Initiative von 50 hessischen Weiterbildungseinrichtungen mit Unterstützung des Hessischen Wirtschaftsministeriums (HMWEVW) gegründet. Mit seinen Gütesiegeln fördert der Verein eine hohe Qualität und Transparenz in der hessischen Bildungslandschaft. Er ist im Auftrag des HMWEVW für mehrere Projekte verantwortlich, unter anderem für »ProAbschluss« und die Hessische Weiterbildungsdatenbank. Heute gehören dem Verband über 300 Mitglieder an.

  (10.11.2020, wh/prh)

Zu den Vorab-Ergebnissen der Studie (PDF, 6 Seiten)

 

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