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VHS-Präsidentin Süssmuth fordert Investitionen für die Weiterbildung Geringqualifizierter

dvv
Die Befunde von PIAAC Deutschland zeigen erneut, dass in Deutschland dringender Handlungsbedarf besteht, Geringqualifizierte mit notwendigen Grundkompetenzen auszustatten.

Wenn 18 Prozent der Erwachsenen in ihrer Lesekompetenz nicht über die niedrigste Kompetenzstufe hinauskommen und Defizite aus der Schulzeit im späteren Leben nicht mehr ausgeglichen werden, dann beweist dies erneut die hohe Selektivität, die fehlende Chancengerechtigkeit und die mangelnde Durchlässigkeit des deutschen Bildungssystems. Mangelnde Grundkompetenzen behindern Menschen in ihrer aktiven Teilhabe am Arbeitsmarkt und am gesellschaftlichen Leben.

PIAAC zeigt, dass Deutschland tief gespalten ist: Ältere weisen im Vergleich zu Jüngeren geringere Kompetenzen auf, Erwerbslose fallen stark hinter Erwerbstätige zurück, Menschen mit Migrationshintergrund haben niedrigere Kompetenzen. Das Kompetenzniveau ist stark vom elterlichen Bildungshintergrund geprägt.

»Wir können dem Problem der Bildungsspaltung nur beikommen mit einer gesamtgesellschaftlichen Kraftanstrengung«, erklärt Prof. Dr. Rita Süssmuth, die Präsidentin des Deutschen Volkshochschul-Verbandes (DVV). »Deutschland braucht nun schnellstens eine nationale Weiterbildungsoffensive auf allen Ebenen des föderalen Systems, die von der neuen Bundesregierung fest verankert werden soll.«

Hierzulande wurde bisher viel zu wenig in Weiterbildung investiert, insbesondere in nachholende Bildung für Menschen auf unteren Kompetenzniveaus. »Der Rückgang der staatlichen Weiterbildungsförderung in den letzten Jahren war ein Irrweg«, so Süssmuth. »Bund und Länder müssen sich nun klar zu ihrer Verantwortung bekennen, denn Weiterbildung ist ebenso wie die Elementar-, Schul- oder Hochschulbildung eine öffentliche Aufgabe. Die strukturelle Unterfinanzierung der öffentlich geförderten Weiterbildung muss endlich beendet werden, damit in der Fläche neue, auf die Bedarfe geringqualifizierter Personen zugeschnittene Weiterbildungsangebote entstehen können. Denn nur, wenn niemand verloren geht, kann Deutschland die Herausforderungen des demografischen Wandels meistern und den Fachkräftemangel bewältigen.«

Die Weiterbildungsoffensive muss nach Auffassung des DVV auf fünf Pfeilern stehen:

Deutschland braucht

  • ein Recht auf eine reale zweite und dritte Chance zum Nachholen von Schul- und Berufsabschlüssen, denn niemand darf mehr aufgrund sozialer oder ethnischer Herkunft, aufgrund eines früheren Scheiterns im Schulsystem oder anderer Gründe vom Lebenslangen Lernen ausgeschlossen werden

  • eine nationale Dekade für Alphabetisierung und Grundbildung, um die große Zahl an funktionalen Analphabeten und Menschen mit Grundbildungsdefiziten deutlich zu reduzieren

  • ein großes Nachqualifizierungsprogramm der Bundesagentur für Arbeit, das gering qualifizierten Beschäftigten und Erwerbslosen nicht nur berufliche Qualifizierung, sondern auch die notwendige Grund- und Allgemeinbildung vermittelt

  • ein umfassendes Programm zur Integration von Zugewanderten, das über Sprachkompetenzen hinaus auch ihre berufliche und gesellschaftliche Teilhabe fördert

  • eine Aufhebung des Kooperationsverbots, damit Bund, Länder und Kommunen in gesamtstaatlicher Verantwortung die große Herausforderung angehen können, Millionen Menschen mit geringen Qualifikationen besser in Beruf und Gesellschaft zu integrieren

Hintergrund
Der Deutsche Volkshochschul-Verband (DVV) ist die bildungs- und verbandspolitische Vertretung der Volkshochschulen und der VHS-Landesverbände auf Bundes- und europäischer Ebene. Hinter ihm stehen die 928 Volkshochschulen in Deutschland.


(15.10.2013, prh)

QUELLE: Deutscher Volkshochschulverband

siehe auch: Weitere Informationen zur PIAAC-Studie

 

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