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Studie: Verbesserung der Erwerbschancen gering Qualifizierter

FORBA

Lernen im Arbeits­prozess ist gerade für Geringqualifizierte und für an angelernten Arbeitsplätzen einge­setzte Beschäftigte von zentraler Bedeutung. 

Österreich: Obwohl »Einfacharbeit«, gemeint sind un- und angelernte Tätigkeiten, die ohne spezifische Berufsausbildung ausgeübt werden können, gut ein Fünftel der Gesamtbeschäftigung (21,7%) in Österreich ausmacht, spielt sie im öffentlichen Diskurs kaum mehr eine Rolle. Darüber hinaus ist der Anteil von Arbeitsplätzen mit geringen Lernanreizen (Zahlen für Deutschland 35%, für Österreich 30%) noch bedeutend größer.

Das Arbeitslosigkeitsrisiko von sogenannten formal gering Qualifizierten, also Personen mit »nur« Pflichtschulabschluss, ist keineswegs einem Mangel an nicht ohne Fachausbildung zugänglichen Arbeitsplätzen geschuldet.

Das heißt, hier finden in hohem Maße Verdrängungsprozesse von formal gering Qualifizierten durch höher Qualifizierte mit begrenzten Arbeitsmarktalternativen bzw. von Personen mit lebensphasenspezfischen, besonderen Arbeitszeitbedürfnissen (StudentInnen, ...) statt.

Gleichzeitig ist aus allen Studien zur Weiterbildungsbeteiligung bekannt, dass gering Qualifizierte sich kaum an Weiterbildung beteiligen und dass Kompetenzen, wenn sie über längere Zeit nicht angewendet werden, verloren gehen.

Diese Situation im Hinblick auf die Erwerbschancen gering Qualifizierter, die gemeinhin als Problemgruppe am Arbeitsmarkt gelten, nimmt eine neue Studie im Auftrag des österreichischen BMASK (Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz) in den Fokus. Auf Grundlage einer Sekundäranalyse quantitativer Daten kann die Untersuchung zeigen, dass ihre prekäre Stellung am Arbeitsmarkt nicht einem Mangel an »einfachen« Tätigkeiten geschuldet ist, sondern Prozessen der Verdrängung und Stigmatisierung.

Des Weiteren ist ein zent­rales Ergebnis dieser Studie, dass Lernen im Arbeits­prozess gerade für gering Qualifizierte und für an angelernten Arbeitsplätzen einge­setzte Beschäftigte von zentraler Bedeutung ist. Die lernförderliche Gestaltung dieser Tätigkeiten wird als entscheidender Ansatz präventiver Arbeitsmarktpolitik präsentiert, um die sich ausdehnende Kluft zwischen gut Ausgebildeten und gering Qualifizierten in Bezug auf die Beteiligung an lebenslangen Lernprozessen und die damit einher­gehenden sozialen Teilhabe­chancen zu schmälern. (30.07.2014, prh)

Zur Studie (PDF, 140 Seiten)

 

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