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Barrierefreie Plattform zur beruflichen Weiterbildung gestartet

Rund 66.000 blinde und sehbehinderte Menschen nehmen heute selbstverständlich am Arbeitsleben teil. Doch wenn es um berufliche Weiterbildung geht, stoßen sie häufig an Grenzen. Genauso wie ihre Arbeitgeber oder Bildungsträger. Hier leistet die deutschlandweit erste barrierefreie Weiterbildungsplattform Abhilfe.

»Die Teilnahme an beruflicher Weiterbildung ist mehr und mehr ein Muss, um seinen Arbeitsplatz angesichts rasanter Veränderungen erhalten oder sich beruflich weiterentwickeln zu können. Das gilt für blinde und sehbehinderte wie auch für sehende Berufstätige. Sehbeeinträchtige sind aber gravierend benachteilig, weil die allermeisten Weiterbildungsangebote für sie nicht nutzbar sind. Sie sind nicht barrierefrei«, stellt Klaus Winger, Geschäftsführer des Deutschen Vereins der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf (DVBS) und Leiter des Projekts iBoB, inklusive berufliche Bildung ohne Barrieren, fest. »Das zu ändern ist unser Projektziel. Mit der Internet-Plattform haben wir ein attraktives Angebot für alle blinden und sehbehinderten Weiterbildungsinteressierten geschaffen und werden dies ausbauen«.

So wie Frau W., die eine Weiterbildung nicht abschließen konnte, weil ihr keine barrierefreien Prüfungsunterlagen zur Verfügung gestellt wurden. Oder Herr K., der eine Weiterbildung nicht beenden konnte, da bei den dargebotenen und für den Inhalt wichtigen Bilddateien kein alternativer Text hinterlegt war und seine elektronische Vorlesesoftware deshalb nicht funktionieren konnte. Die barrierefreie Weiterbildungsplattform schafft hier Abhilfe: Sie unterstützt durch ein schnelles und zielgerichtetes Auffinden passender barrierefreier Weiterbildungsangebote, aber auch durch Beratungsangebote, beispielsweise zu Fördermöglichkeiten.

»Die Plattform ist ein leicht verfügbares zentrales Hilfsmittel für alle mit sehbeeinträchtigten Menschen beschäftigten Institutionen und Arbeitgeber«, betont Klaus Winger. »Reha-Berater der Arbeitsagenturen, JobCenter oder der Deutschen Rentenversicherung und andere Fachberater behinderter Menschen werden davon profitieren, ebenso Arbeitgeber und Bildungsanbieter«, so Winger.

Die Plattform ist unter http://weiterbildung.dvbs-online.de erreichbar und startet mit etwa 80 barrierefreien Weiterbildungsangeboten. Die Palette reicht von Computer und Technik über Gesellschaft, Politik und Gesundheit bis zu Soft Skills, Sprachen und Wirtschaft. Neben den Weiterbildungsangeboten können Interessierte über die Plattform auch Beratungsangebote in Anspruch nehmen. Dazu gehört auch ein Peer-to-Peer Mentoring-Angebot durch selbst betroffene Fachleute zur Orientierung und Begleitung. Ebenso eine Stärken- und Potenzialanalyse mit Hilfe des barrierefreien webbasierten Kompetenzdiagnostik-Verfahrens KODE®.

Themen wie Barrierefreiheit und Schulungsmöglichkeiten für Bildungsanbieter runden das Angebot ab. Die iBoB-Verantwortlichen betonen: »Barrierefrei ist keine Hexerei« und unterstützen mit diesem Motto Bildungsträger bei der barrierefreien Gestaltung ihrer Lehrmaterialien. Wird der Begriff Barrierefreiheit meist im Zusammenhang mit der Beseitigung räumlicher Hindernisse verwendet, hat er für blinde und sehbehinderte Menschen eine andere Bedeutung. Hier geht es unter anderem darum, das Lehrmaterial einer Weiterbildung so zu gestalten, dass Teilnehmer mit Seheinschränkung damit arbeiten können.

Und woran erkennt man nun die Barrierefreiheit der Plattform? Alle Bildungsanbieter erläutern transparent den Aufbau ihres Angebots - vom Anmeldeverfahren über die Lehrgangsdurchführung bis zur Prüfung. Dazu gehört, dass die AGBs schriftlich zur Verfügung gestellt, die Formate der Lehrgangsunterlagen bekannt gegeben werden, um nur einige Beispiele zu nennen. Mit diesen Hinweisen ermöglicht man sehbeeinträchtigten Weiterbildungsinteressierten, genau abschätzen zu können, was während der Weiterbildung erwartet wird und ob sie die Anforderungen erfüllen können.

Hintergrund
Das DVBS-Projekt iBoB wird vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) mit Mitteln aus dem Ausgleichsfonds gefördert. Das iBoB-Angebot ist während der gesamten Projektlaufzeit kostenfrei.



(02.05.2018, prh/iBoB)

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