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Baden-Württemberg: Zwei Millionen für die Weiterbildung

Weiterbildungsbeteiligung vor allem für Menschen mit niedrigem oder keinem Bildungsabschluss soll gestärkt werden.

Die baden-württembergische Landesregierung bringt Maßnahmen zur Stärkung der allgemeinen und beruflichen Weiterbildung auf den Weg. Dafür werden insgesamt zwei Millionen Euro in einer ersten Tranche für das Jahr 2011 zur Verfügung gestellt. »Mit einer Vielzahl an Maßnahmen sollen gerade Menschen mit niedrigem oder keinem Bildungsabschluss gezielt angesprochen werden und sowohl zur allgemeinen als auch zur beruflichen Weiterbildung motiviert werden. Weiterbildung qualifiziert für den Arbeitsmarkt und sichert den Fachkräftebedarf angesichts der rasanten technologischen Entwicklung«, heißt es dazu in einer Erklärung aus der vergangenen Woche.

Mit den beschlossenen Maßnahmen würden ein Teil der Handlungsempfehlungen der Enquetekommission »Fit fürs Leben in der Wissensgesellschaft – Berufliche Schulen, Aus- und Weiterbildung« umgesetzt.

Die Entwicklung eines Förderprogramms zur Erhöhung der Weiterbildungsbeteiligung von weiterbildungsfernen Gruppen wird mit einer Million Euro pro Jahr finanziert. »Um diese Menschen an Lernprozesse heranzuführen, müssen wir in der Weiterbildung neue Wege gehen und sie beispielsweise am Arbeitsplatz oder im Wohnumfeld gezielt ansprechen«, so Georg Wacker, Weiterbildungsbeauftragter der Landesregierung. Dabei sollen An- und Ungelernten, gering qualifizierten Migrantinnen und Migranten sowie Personen ohne Schulabschluss passgenaue Angebote gemacht und so ihre Ängste genommen werden. Grundlage hierfür soll ein neues Netzwerk »Weiterbildungsberatung« sein, das Menschen als Anlaufstelle für ihre Fragen dienen wird. Mit der Konzeption und der Begleitung dieser Maßnahmen wurde das aus relevanten Trägern der Weiterbildung bestehende »Bündnis für Lebenslanges Lernen« beauftragt. Dabei sollen etwa Grundbildungs- und Alphabetisierungskurse, vertiefende Integrationskurse oder Qualifizierungen am Arbeitsplatz auf den Weg gebracht werden. Bis Ende 2014 erfolgt eine Evaluation dieser Maßnahmen.

»Berufliche Weiterbildungsmaßnahmen werden bisher besonders gerne von gut ausgebildeten, eher jüngeren, aufstrebenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern angenommen. Gerade um ältere Arbeitnehmer, Migranten sowie Un- und Angelernte zu erreichen, muss ein weiterbildungsfreundliches Klima erzeugt und die Menschen für Weiterbildung sensibilisiert werden. Deshalb entwickeln wir jetzt eine Kommunikationsstrategie für die berufliche Weiterbildung, insbesondere von bildungsfernen Menschen in Baden-Württemberg«, so Richard Drautz, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium. Ausgehend von der Analyse der bestehenden Situation müssten im Rahmen der Strategieentwicklung zunächst ihre Kernelemente definiert werden. Anschließend sollten dann die einzelnen Maßnahmen einer integrierten Kommunikation ausgearbeitet werden. Darüber hinaus sollten u.a. kleinere und mittlere Unternehmen in der Personalentwicklung und Weiterbildung unterstützt werden.

Das vom Wirtschaftsministerium und Kultusministerium gemeinsam betriebene Weiterbildungsportal wird inhaltlich weiterentwickelt u.a. durch interaktive Elemente wie virtuelle Beratungssitzungen oder Bewertungsmöglichkeiten der Angebote durch Teilnehmer. »Das Weiterbildungsportal hat sich sehr bewährt. Es unterstützt Interessenten bei der Auswahl passgenauer Weiterbildungsangebote und erleichtert den Anbietern die Vermittlung ihrer Angebote. So trägt es zu einer größeren Transparenz und höheren Qualität im Weiterbildungsbereich insgesamt bei. Deshalb wollen wir das Portal auch noch bekannter machen«, erklärten Wacker und Drautz.

Außerdem werden innovative Konzepte in der Weiterbildung durch einen neu eingerichteten Innovationsfonds gefördert. Mit jährlich 300.000 Euro sollen u.a. die Entwicklung von elektronisch unterstütztem Lernen und interaktiven Elementen des Internets gefördert werden, um Menschen im ländlichen Raum und jüngere Menschen anzusprechen. Ein weiteres Handlungsfeld ist die Verbesserung der Bedingungen für die Inklusion von Menschen mit Behinderungen in der Weiterbildung.

Mittels eines Gutachtens soll ferner eine Bestandsaufnahme des Weiterbildungssektors in Baden-Württemberg erfolgen und dessen zukünftige Entwicklung untersucht werden. Aus den daraus folgenden Anforderungen soll ein Gesamtkonzept für eine mittelfristige Fortentwicklung der Weiterbildungsförderung des Landes erstellt werden.

Hintergrund
Die Enquetekommission »Fit fürs Leben in der Wissensgesellschaft – Berufliche Schulen, Aus- und Weiterbildung« hatte am 15. Dezember 2010 ihren Abschlussbericht dem Landtag vorgelegt. Der Bericht enthält eine aktuelle Bestandsaufnahme sowie einen umfangreichen Katalog von 50 konkreten Handlungsempfehlungen an die Landesregierung mit 160 Einzelvorschlägen. Diese betreffen vor allem das berufliche Schulwesen, die duale Ausbildung und den Bereich der allgemeinen und beruflichen Weiterbildung.
(21.02.2011, prh)

 

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