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OECD legt »Bildung auf einen Blick 2013« vor

OECD

Die neu aufgelegte OECD-Studie »Bildung auf einen Blick« bietet einen Überblick über die Leistungsfähigkeit der Bildungssysteme in den 34 OECD-Ländern sowie einer Reihe von Nicht-OECD-Mitgliedern. Sie gibt Aufschluss darüber wie das Bildungswesen finanziert ist, welche Abschlüsse in den Staaten besonders gefragt sind und wie sich die Bildungsdynamik auf verschiedenste Bereiche der Gesellschaft aus wirkt. Die aktuelle Ausgabe enthält zudem neue Indikatoren über das Verhältnis von Bildungsabschlüssen und Beschäftigung sowie über den Zusammenhang von Bildung und Gesundheitsverhalten der Menschen.

Ausbildung und Kompetenzen inmitten der Krise

Zwischen 2008 und 2011 kletterten die Arbeitslosenquoten in den meisten der in der diesjährigen Ausgabe von Bildung auf einen Blick erfassten Ländern steil nach oben und verharrten seither auf hohem Niveau. Junge Menschen wurden durch Arbeitslosigkeit oder Unterbeschäftigung besonders hart von der weltweiten Rezession getroffen. 2011 betrug der durchschnittliche Anteil der 15‑ bis 29‑Jährigen, die weder in Beschäftigung noch in Bildung oder Ausbildung waren, im OECD‑Raum 16%; bei den 25‑ bis 29‑Jährigen lag der entsprechende Anteil bei 20%. In manchen Ländern sind die Zahlen deutlich höher, wobei mehr als jeder Dritte der Altersgruppe 25‑29 Jahre weder in Beschäftigung noch in Bildung oder Ausbildung war. Diese jungen Menschen sind gezwungen, einen sehr hohen Preis für eine Krise zu zahlen, die sie nicht verursacht haben, mit langfristigen Folgen für ihre Kompetenzen, Arbeitsmoral und soziale Integration.

Eine gute Ausbildung ist nach wie vor wertvoll

Das Bildungsniveau hat enorme Auswirkungen auf die Beschäftigungsfähigkeit, und die Krise hat diesen Effekt noch weiter verstärkt. Im Durchschnitt der OECD‑Länder waren im Jahr 2011 4,8% der Personen mit Tertiärabschluss arbeitslos, wohingegen dies bei Personen ohne Sekundarschulabschluss auf 12,6% zutraf. Zwischen 2008 und 2011 vergrößerte sich die Arbeitslosigkeitslücke zwischen Personen mit niedrigem Bildungsniveau und Personen mit hohem Bildungsniveau: In allen Altersgruppen erhöhte sich die Arbeitslosenquote der Geringqualifizierten um nahezu 3,8 Prozentpunkte, wohingegen die der Hochqualifizierten lediglich um 1,5 Prozentpunkte stieg.

Jungen Menschen bietet eine gute Ausbildung selbst in Zeiten der Krise eine wertvolle Versicherung gegen mangelnde Berufserfahrung. In den OECD‑Ländern waren 2011 im Durchschnitt 18,1% der 25‑ bis 34‑Jährigen ohne Sekundarschulabschluss arbeitslos, verglichen mit 8,8% der 55‑ bis 64‑Jährigen. Bei den 25‑ bis 34‑Jährigen mit Tertiärabschluss waren im Durchschnitt 6,8% arbeitslos, verglichen mit 4% der 55‑ bis 64‑Jährigen mit demselben Bildungsniveau.

Auch wenn zahlreiche Faktoren für die Kapazität eines Landes eine Rolle spielen, den Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit in Krisenzeiten einzudämmen, ist die Art und Weise, wie die institutionellen Strukturen zwischen Bildung und Arbeit den Übergang in Beschäftigung fördern, vielleicht einer der wichtigsten. Länder, die einen über dem Durchschnitt (32%) liegenden Anteil an Absolventen von Berufsbildungsprogrammen aufweisen, z.B. Deutschland, Luxemburg, Österreich und die Tschechische Republik, waren allesamt in der Lage, den Anstieg der Arbeitslosenquote in dieser Altersgruppe auf unter 8 Prozentpunkte zu beschränken. Umgekehrt verzeichneten Länder wie Griechenland, Irland und Spanien, in denen weniger als 25% der jungen Erwachsenen einen beruflichen Sekundarstufe‑II‑Abschluss erwerben, einen Anstieg der Arbeitslosenquote der 25‑ bis 34‑Jährigen, die lediglich über einen Sekundarschulabschluss verfügen, um 12 Prozentpunkte und mehr.

Der Zusammenhang zwischen Ausbildung und Verdienst ist nach wie vor stark

Das Bildungsniveau beeinflusst nicht nur die Beschäftigungsfähigkeit, sondern hat auch einen Effekt auf das Arbeitsentgelt. Im Durchschnitt beträgt das relative Erwerbseinkommen von Erwachsenen mit Tertiärabschluss mehr als das 1,5‑Fache dessen von Erwachsenen mit Sekundarstufe‑II‑Abschluss, wohingegen Personen ohne Sekundarstufe‑II‑Abschluss im Durchschnitt 25% weniger verdienen als diejenigen, die den entsprechenden Abschluss erworben haben. Die Krise hat diesen Lohnabstand vergrößert: Die durchschnittliche Differenz zwischen den Erwerbseinkommen Geringqualifizierter und Hochqualifizierter betrug 2008 im Durchschnitt der OECD‑Länder 75% und stieg 2011 auf 90%.

Der Lohnabstand zwischen Personen mit niedrigem und Personen mit hohem Bildungsniveau steigt in der Regel mit zunehmendem Alter – ebenso wie der Einkommensvorteil auf Grund der Tertiärbildung. Ohne Sekundarschulbildung erzielen 25‑ bis 34‑Jährige im Durchschnitt 80% des Verdiensts ihrer Kollegen mit einem Sekundarschulabschluss, 55‑ bis 64‑Jährige, die keinen Sekundarschulabschluss erworben haben, verdienen jedoch nur 72% dessen, was gleichaltrige Arbeitskräfte mit Sekundarschulabschluss beziehen. 25‑ bis 34‑Jährige mit Tertiärabschluss verdienen im Durchschnitt wiederum 40% mehr als ein gleichaltriger Erwachsener, der lediglich einen Sekundarschulabschluss erworben hat, wohingegen 55‑ bis 64‑Jährige 76% mehr verdienen. Ein Hochschulabschluss zahlt sich langfristig eindeutig aus.

QUELLE: OECD‑Angaben

 

(26.06.2013, prh)

siehe auch: Ländernotizen Deutschland (PDF, 5 Seiten)

siehe auch: BMBF: Bildung schafft Beschäftigung

siehe auch: GEW: Gute Bildung beugt Arbeitslosigkeit vor

 

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