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Neuigkeiten & Termine

EU plant »Zentren beruflicher Exzellenz«

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Ende Juli 2020 hat die EU-Kommission vorgeschlagen, fünf neue Plattformen für Zentren der beruflichen Exzellenz im Rahmen von Erasmus+ zu finanzieren, um den Erfordernissen einer innovativen, integrativen und nachhaltigen Wirtschaft gerecht zu werden.

Die Plattformen werden im Rahmen von Erasmus+ mit einem Höchstbetrag von jeweils 4 Millionen Euro finanziert; ihre Tätigkeit umfasst Bereiche wie umweltfreundliche Innovationen und ökologische Gestaltung von Städten, Mikroelektronik sowie die Möbel- und Holzbranche. Sie leisten auch einen Beitrag zur Verwirklichung wichtiger europäischer Prioritäten wie digitaler und grüner Wandel, nachhaltiges Wachstum sowie soziale Gerechtigkeit und Inklusion.

Unter 55 Bewerbungen wurden diese fünf Plattformen für berufliche Exzellenz neu ausgewählt, an denen 167 Partnerorganisationen aus 17 Mitgliedstaaten und 4 weiteren am Programm Erasmus+ teilnehmenden Ländern beteiligt sind.

Die ausgewählten Projekte werden sich auf die Entwicklung von Kompetenzökosystemen konzentrieren und durch die Entwicklung innovativer Lehrpläne und Lehrmethoden ihre Qualität und Anpassungsfähigkeit steigern.

Der für die Förderung unserer europäischen Lebensweise zuständige Kommissions-Vizepräsident, Margaritis Schinas, sagte dazu: »Europa braucht eine Revolution im Kompetenzbereich, die alle Menschen mitnimmt und niemanden zurücklässt. Zu diesem Zweck haben wir kürzlich eine neue, ambitionierte, innovative, messbare und inklusive Agenda für Kompetenzen vorgelegt. Die Initiative der Zentren für berufliche Exzellenz wird die Modernisierung des Bildungssektors weiter fördern, wovon sowohl junge Menschen als auch Erwachsene profitieren, die eine Weiterbildung oder Umschulung benötigen. Diese Initiative trägt dazu bei, innovative Partnerschaften zwischen Unternehmen und Bildungseinrichtungen aufzubauen und gemeinsame Aktivitäten mit anderen Bereichen der allgemeinen und beruflichen Bildung einzubinden.«

Nicolas Schmit, der für Beschäftigung und soziale Rechte zuständige Kommissar, fügte hinzu: »Die berufliche Aus- und Weiterbildung ist wichtiger denn je. Den Menschen Zugang zu den Kompetenzen zu eröffnen, die sie benötigen und die ihnen helfen, eine gute Arbeitsstelle zu finden, ist einer unserer wichtigsten Wege zum Aufschwung und stellt den Schlüssel zum ökologischen und digitalen Wandel dar. Unsere Initiativen zur beruflichen Exzellenz stützen sich nach wie vor auf Innovation, transnationale Zusammenarbeit und soziale Gerechtigkeit.«

Die ausgewählten Projekte sind die Antwort auf einen im Wandel begriffenen Arbeitsmarkt und decken sich mit den Prioritäten der europäischen Agenda für Kompetenzen und des Vorschlags für eine Empfehlung des Rates zur beruflichen Aus- und Weiterbildung für nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit, soziale Gerechtigkeit und Resilienz, den die Kommission am 1. Juli vorgelegt hat.

Hintergrund
Zentren für berufliche Exzellenz sorgen dafür, dass es genügend hoch qualifizierte Arbeitskräfte gibt und sind Katalysatoren für lokale Innovation und Unternehmensinvestitionen. Sie fungieren häufig als Wissens- und Innovationszentren für Unternehmen (insbesondere KMU) und fördern bei ihren Absolvent*innen die unternehmerische Initiative, die entsprechenden Fähigkeiten sowie das unternehmerische Denken, beispielsweise durch Gründerzentren. Zentren aus verschiedenen Ländern mit gemeinsamen Interessensschwerpunkten auf bestimmten Branchen können über internationale Kooperationsplattformen zusammenarbeiten.

In den Zentren der beruflichen Exzellenz versammelt sich ein breites Spektrum lokaler, regionaler und nationaler Partner aus verschiedenen Ländern, wie etwa Anbieter beruflicher Erstausbildung und Weiterbildung, Hochschulen für angewandte Wissenschaften und technische Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Unternehmen, Kammern, Sozialpartner, Sozialunternehmen, nationale und regionale Behörden und Entwicklungsagenturen, öffentliche Arbeitsverwaltungen, Organisationen im Bereich soziale Eingliederung und Wiedereingliederung.

Gemeinsam schaffen sie sogenannte »Kompetenzökosysteme« als Treiber für regionale Entwicklung, Innovation, Industrie-Cluster und soziale Inklusion. Darüber hinaus bahnen diese Exzellenzzentren auch Partnerschaften zwischen Unternehmen und Bildungseinrichtungen bei den Themen Ausbildungsplätze und Praktika an und sie analysieren in Kooperation mit ihren Partnern den künftigen Qualifikations- und Kompetenzbedarf. So können wir jungen Menschen durch hervorragende berufliche Qualifikationen den Start ins Berufsleben ermöglichen und sowohl Nachwuchsarbeitskräften als auch Erwachsenen das Rüstzeug für eine erfolgreiche Laufbahn in der Arbeitswelt von morgen an die Hand geben. Die Zentren der beruflichen Exzellenz werden sich aktiv am Aufbau von Partnerschaften für die Weiterbildung und Umschulung der Arbeitskräfte im Rahmen des Europäischen Pakts für Kompetenzen beteiligen.

Die Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen im Rahmen von Erasmus+ im Jahr 2020 betreffend die Einrichtung einer Plattform für die Exzellenzzentren stieß auf breites Interesse. Es wurden Förderanträge für 55 Projekte mit mehr als 1300 Partnerorganisationen aus allen 27 Mitgliedstaaten und aus 25 Nicht-EU-Ländern gestellt. (13.08.2020, prh)

Kooperationsplattformen von Zentren der beruflichen Exzellenz (englischsprachig)

vgl.: »Zentren der Beruflichen Exzellenz«

 

Zusatzqualifikationen in der beruflichen Ausbildung

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Erstmals legt das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) mit einer aktuellen Veröffent­lichung Zahlen, Daten und Fakten zu den geregelten Zusatzqualifikationen in der beruflichen Erstausbildung im Bereich der Kammern vor. Die Sonderauswertung der Datenbank »AusbildungPlus« liefert einen Überblick über diejenigen Zusatzqualifikatio­nen, die durch Rechtsverordnungen der Kammern geregelt sind – also ein formales Verfahren durchlaufen und mit einer Prüfung vor der Kammer enden.

Die Publikation bietet allen Akteuren in der beruflichen Bildung vielfältige Daten und Informationen, die zum Beispiel im Bereich der beruflichen Orientierung für die Karriereplanung hilfreich sein können.

In der BIBB-Datenbank »AusbildungPlus« waren zum Stichtag 30. November 2018 insgesamt 244 kammergeregelte Rechtsverordnungen dokumentiert. Davon entfallen 214 Zusatzqualifikationen auf die Industrie- und Handelskammern (IHK) und 30 auf die Handwerkskammern (HWK). Inhaltlich lassen sich die kammergeregelten Verordnungen acht Themenschwerpunkten zuordnen. Die meisten Zusatzqualifikationen finden sich bei den internationalen Qualifikationen/Fremdsprachen mit 103 Verordnungen, gefolgt von Zusatzqualifikationen im kaufmännischen Bereich mit 61. Auf den Bereich Technik/Technologie entfallen 42 Verordnungen, weitere 27 auf Tourismus und Gastronomie. Die restlichen 11 verteilen sich auf die Medien und Telekommunikation (4), Informationstechnologie (3), Körperpflege und Gesundheit (2) sowie Sonstiges (2). Der mit Abstand größte Teil der Rechtsverordnungen findet sich in Baden-Württemberg (82), gefolgt von Nordrhein-Westfalen (47).

Kammergeregelte Zusatzqualifikationen sind ein Teil eines umfangreichen Angebots in der beruflichen Erstausbildung. Für Betriebe sind Zusatzqualifikationen ein flexibel einsetzbares und vielseitig gestaltbares Instrument, um eine vorausschauende Qualifizierungspolitik zu betreiben. Sie ermöglichen es Unternehmen, aktuelle und spezifische Anforderungen – zum Beispiel durch den digitalen Wandel – schon während der Ausbildung zusätzlich zu integrieren.

Auch für Auszubildende stellen Zusatzqualifikationen ein attraktives Format dar, denn der Erwerb zusätzlicher berufsspezifischer oder berufsübergreifender Kompetenzen wertet den Berufsabschluss auf und verbessert die Chancen beim Eintritt in den Arbeitsmarkt. Mit Zusatzqualifikationen können Auszubildende einen Nachweis erwerben, mit dem sie dokumentieren, dass sie ihre beruflichen Kompetenzen vertieft, erweitert oder sich bereits auf einen Fortbildungsabschluss vorbereitet haben. Wer während der Ausbildung eine Zusatzqualifikation erwirbt, verbessert seine Karrierechancen.

Hintergrund
Das seit 2015 eigenständig vom BIBB betriebene Fachportal »AusbildungPlus« gibt es seit 2001. »Herzstück« ist eine Datenbank, die bundesweit über duale Studiengänge und Zusatzqualifikationen in der dualen Berufsausbildung informiert. Interessierte können die Datenbank nach passenden Angeboten durchsuchen. Anbieter – wie Betriebe, (Fach-)Hochschulen oder Berufsakademien – können ihre Ausbildungs- und Studienangebote kostenlos veröffentlichen. (12.08.2020, prh)

AusbildungPlus: Zusatzqualifikationen in Zahlen 2019 – Sonderauswer­tung der Kammerangebote (PDF, 26 Seiten)

Portal AusbildungPlus

 

UPDATE: Wo sind welche Wei­­ter­­bil­­­dungs­­­­­­­ver­­­an­­­stal­­­tun­­­gen wieder erlaubt?

Informationen zu Wei­ter­bil­dungs­an­ge­bo­ten in Deutschland

Zur Eindämmung der Corona-Pandemie hatten Bund und Länder am 16. März 2020 ein umfangreiches Maßnahmepaket beschlossen. Die darin enthaltenen Einschränkungen umfassten unter anderem auch ein Verbot von Weiterbildungsveranstaltungen in Präsenzform bzw. die Schließung von Bildungseinrichtungen.

Inzwischen wird das Verbot in den Bundesländern teilweise aufgehoben und Bildungsveranstaltungen sind unter bestimmten Bedingungen wieder erlaubt.

Einen Überblick der aktuellen Regelungen haben wir in einer Tabelle zusammengefasst, die als PDF-Datei heruntergeladen werden kann. Für weitere Details benutzen Sie bitte die angegebene Quelle.

Wir werden diese Liste laufend aktualisieren.
Falls Sie Kenntnis von Änderungen erhalten, freuen wir uns über eine Nachricht an die Redaktion.

Letzte Aktualisierung: 12. August 2020


(12.08.2020, prh)

Bildungsveranstaltungen nach Bundesländern (PDF, 3 Seiten)

 

Digitalisierung in der Lehrerbildung

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Nach der föderalen Ordnung des Grundgesetzes sind die Länder für die Schulen zuständig. Dazu gehört insbesondere auch die Aus-, Fort- und Weiterbildung des pädagogischen Personals. Das betont die Bundesregierung in ihrer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage zum Thema Lernen zu Hause, Fernlehre und digitale Wissenschaft in Corona-Zeiten.

Gleichwohl unterstreicht die Bundesregierung auch, dass 2018 die Länder mit der »QualitätsoffensiveLehrerbildung« (QLB), für die der Bund bis Ende 2023 bis zu 500 Millionen Euro zur Verfügung stellt, mit dem Schwerpunkt »Digitalisierung in der Lehrerbildung« und/oder »Lehrerbildung für die beruflichen Schulen« verschiedene Förderprojekte empfohlen hat.

Damit würden bis zum Ende des Förderzeitraums 2023 insgesamt 91 Projekte unter Einbindung von 72 Lehramtsausbildenden Hochschulen in Deutschland gefördert. Zudem sei bereits im Rahmen der Verwaltungsvereinbarung DigitalPakt Schule mit Bezug auf die Strategie der Kultusministerkonferenz (KMK) »Lernen in der digitalen Welt« die Relevanz einer nachhaltigen Qualifizierung der Lehrkräfte unterstrichen worden.

Ferner sei zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Regierungschefinnen und -chefs der Länder am 17. Juni 2020 im Zusammenhang mit einer künftigen befristeten Förderung schulbezogener IT-Administratoren beschlossen worden, dass die Länder die Lehrkräftequalifizierung entsprechend den Anforderungen der Bildung in der digitalen Welt verstärken sollen. Bund und Länder wollen dazu einen entsprechenden Umsetzungsvorschlag erarbeiten und in eine Zusatzvereinbarung zum DigitalPakt Schule einfließen lassen.



(09.08.2020, prh)

Im Wortlaut: Antwort der Bundesregierung (PDF, 12 Seiten)

 

wbmonitor: Weiterbildungsanbieter im digitalen Wandel

wbmonitor3

BIBB und DIE veröffentlichen wbmonitor-Klimawerte 

Die Wissensvermittlung in der Weiterbildung befindet sich im Umbruch. Einer der Hauptgründe ist die fortschreitende technologische Entwicklung. Klassische Lehr-/Lern­settings werden zunehmend durch digitale Bildungslandschaften ergänzt und erweitert. Die Veränderung der Veranstaltungsformate geht einher mit neuen Bedarfen an digitaler technischer Ausstattung und steigenden Anforderungen an das Lehrpersonal.

Dies zeigen die Ergebnisse der wbmonitor-Umfrage 2019 des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) und des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung (DIE). Es ist davon auszugehen, dass sich der digitale Wandel in der Weiterbildung im Zuge der veränderten Rahmenbedingungen aus Anlass der Corona-Pandemie weiter beschleunigen wird.

Zum Zeitpunkt der Datenerhebung im Mai/Juni 2019 nutzen etwa 80 % der Anbieter digitale Medien und Formate zur Unterstützung beziehungsweise als Ergänzung des Präsenzunterrichts. 36 % führen ein integriertes Lernen, also eine zielgerichtete Kombination von Präsenz- und Online-Phasen, und 18 % reine Online-Kurse durch, wobei Mehrfachnennungen möglich waren.

Beim Einsatz digitaler Medien und Formate im Lehr-/Lerngeschehen weisen digitale Medien in Textform, Videos und Audio-Formaten, also zum Beispiel PDF, Tutorial und Podcast, die höchste Verbreitung auf. Eine Lernplattform beziehungsweise ein Lernmanagementsystem setzt knapp die Hälfte der Einrichtungen ein. Live-Online-Trainings, zum Beispiel zur Durchführung von Online-Seminaren, nutzt ein knappes Drittel. Am seltensten zum Einsatz kommen virtuelle Realität (Virtual Reality) mit 9 % und computergestützte erweiterte Realität (Augmented/Mixed Reality) mit 7 %. Unterscheidet man nach Anbietertypen zeigt sich, dass (Fach-)Hochschulen sowie berufliche Schulen beziehungsweise Fachschulen bei der digitalen Wissensvermittlung in der Weiterbildung besonders weit vorne mit dabei sind.

Während bei Beamern und digitalen Endgeräten, zum Beispiel Laptops, Tablets oder Notebooks, für das Lehrpersonal eine ausreichende Versorgung vorhanden ist, besteht aus Sicht der Anbieter bei interaktiven Whiteboards, Dokumentenkameras sowie digitalen Endgeräten für Teilnehmende Nachholbedarf. Die Autorinnen und Autoren der Studie regen daher für vorwiegend im öffentlichen Interesse tätige Weiterbildungseinrichtungen eine staatliche Förderung ähnlich dem DigitalPakt Schule an. Auch bei der Internetversorgung gibt es aus Anbietersicht mit Blick auf Geschwindigkeit und Stabilität »Luft nach oben«.

Da es bei der digitalen Wissensvermittlung entscheidend auf das Lehrpersonal ankommt, unterstützen vier von fünf Anbietern (81 %) ihre Lehrenden bei der Verbesserung der digitalen Kompetenzen, beispielsweise indem sie innerbetriebliche Weiterbildung durchführen oder die Teilnahme an externen Kursen fördern.

Hintergrund
Der wbmonitor ist ein Kooperationsprojekt von BIBB und DIE, das mit einer jährlichen Umfrage bei Anbietern allgemeiner und beruflicher Weiterbildung zu mehr Transparenz über die Weiterbildungslandschaft und Anbieterstrukturen beiträgt und aktuelle Veränderungen aufzeigt. An der Umfrage 2019 beteiligten sich 1.551 Einrichtungen. Die jährlich mit dem wbmonitor-Klimawert gemessene wirtschaftliche Stimmung der Weiterbildungsbranche fiel im Jahr 2019 positiv aus. Gemessen auf einer Skala von -100 bis +100 liegt der Klimawert für alle Anbieter bei +44 und damit drei Punkte höher als 2018.
  (05.08.2020, -prh)

Ergebnisse der wbmonitor-Umfrage 2019

 

Rückgang der BAFöG-Geförderten um 6,4 Prozent

Bildung und Ausbildung

57 Prozent der Geförderten waren Frauen  

Im Jahr 2019 haben in Deutschland 680.000 Personen Leistungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) erhalten. Das waren 47.000 Personen weniger als im Vorjahr (-6,4 %). Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, erhielten 388.000 Frauen (57 %) und 292.000 Männer (43 %) BAföG-Leistungen. Von den Geförderten waren 2019 rund 191.000 Schülerinnen und Schüler und 489.000 Studierende. Die Zahl der geförderten Schülerinnen und Schüler ging im Vergleich zum Vorjahr um 8,7 % zurück, die Zahl der geförderten Studierenden um 5,5 %.

Die Förderung erstreckte sich zum Teil nicht über das gesamte Jahr. Im Durchschnitt wurden je Monat 435.000 Personen (118.000 Schülerinnen und Schüler, 317.000 Studierende) gefördert. Das waren 7,1 % weniger als im Monatsdurchschnitt des Vorjahres.

Durchschnittlicher Förderbetrag bei 503 Euro

Die Höhe des Förderbetrages ist unter anderem abhängig von der Ausbildungsstätte (zum Beispiel Berufsfachschule oder Hochschule) und der Unterbringung (bei den Eltern oder auswärts). Der durchschnittliche Förderbetrag pro Person lag im Jahr 2019 bei 503 Euro. Das waren 21 Euro (+ 4,3 %) mehr als im Vorjahr. Im Durchschnitt erhielten 2019 geförderte Studierende 514 Euro (+21 Euro), geförderte Schülerinnen und Schüler 473 Euro pro Person (+19 Euro).

Rückgang der Personen mit Teilförderung um 8,3 %

Etwas mehr als die Hälfte der BAföG-Empfängerinnen und -Empfänger (347.000) erhielt den maximalen Förderbetrag (Vollförderung). Eine Teilförderung erhielten 334.000 Personen (49 %). Diese wird geleistet, wenn das Einkommen der Geförderten oder der Eltern bestimmte Grenzen übersteigt. Die Zahl der Vollgeförderten sank im Jahr 2019 gegenüber dem Vorjahr um 4,6 %, die Zahl der Teilgeförderten um 8,3 %.

Ausgaben für BAföG-Leistungen sinken um 3,1 %

Im Jahr 2019 betrugen die Ausgaben für BAföG-Leistungen 2,6 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahr sanken die gesamten Ausgaben um rund 84 Millionen Euro. Dies entspricht einem Rückgang von 3,1 %. Für die Förderung von Schülerinnen und Schülern wurden 668 Millionen Euro (-37 Millionen Euro) bereitgestellt und für die Studierendenförderung 1,95 Milliarden Euro (-47 Millionen Euro).
  (03.08.2020, prh)

BMBF-Stellungnahme

 

Novelliertes AFBG tritt in Kraft

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Am 1. August tritt die 4. Novelle des Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetzes (AFBG) in Kraft. Mit den deutlichsten Leistungsverbesserungen seit Bestehen des Gesetzes unterstützen Bund und Länder gezielt die Fortbildung von Fach- und Führungskräften.

Das Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG), auch Aufstiegs-BAföG genannt, ist das Äquivalent zum Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) in der beruflichen Bildung. Ob Meisterin, Fachwirt, Technikerin oder Erzieher - das AFBG fördert unabhängig vom Alter in Vollzeit und Teilzeit die Vorbereitung auf mehr als 700 Fortbildungsabschlüsse in allen Branchen.

Die Förderung selbst setzt sich zusammen aus finanziellen Beiträgen, die unabhängig vom Einkommen zu den Kosten der Fortbildung gewährt werden, und bei Vollzeitmaßnahmen zusätzlich aus einem finanziellen Beitrag zum Lebensunterhalt, der abhängig von Einkommen und Vermögen gezahlt wird. Die Förderung erfolgt teils als Zuschuss, teils als zinsgünstiges Darlehen.

Seit Bestehen des AFBG konnten für rund drei Millionen Menschen berufliche Aufstiege zu Führungskräften, Mittelständlern oder Ausbildern ermöglicht werden.

Ab dem 1. August gibt es nun mehr Geld, flexiblere Rückzahlungsbedingungen und Verbesserungen für Familien. Zudem wird die stufenweise Förderung bis auf Master-Niveau eingeführt.

Die wichtigsten Neuerungen auf einen Blick:

  • Gefördert werden berufliche Aufsteiger über alle drei Fortbildungsstufen, d.h. der/die Geprüfte Berufsspezialist/in ebenso wie der Bachelor Professional und der Master Professional.
  • Die Unterhaltsförderung in Höhe von 892 Euro wird erstmals als Vollzuschuss gewährt, d.h. diese muss nicht - wie bisher - zurückgezahlt werden.
  • Verheiratete mit zwei Kindern erhalten abhängig vom Einkommen eine Unterhaltsförderung von bis zu 1.597 Euro pro Monat, Alleinerziehende mit einem Kind bis zu 1.127 Euro pro Monat. Der monatliche Zuschuss für die Kinderbetreuung erhöht sich für Alleinerziehende von 130 Euro auf 150 Euro pro Kind.
  • Lehrgangsgebühren werden unabhängig von Einkommen und Vermögen bis zu einer Höhe von 15.000 Euro zur Hälfte als Zuschuss übernommen. Für den Rest der Kosten gibt es zinsgünstige Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Bei erfolgreicher Abschlussprüfung muss das KfW-Darlehen jetzt nur noch zur Hälfte zurückgezahlt werden.
  • Wer sich am Ende einer Aufstiegsfortbildung selbstständig macht, muss das KfW-Darlehen gar nicht mehr zurückzahlen und kann so schuldenfrei die eigene Existenzgründung starten.
  • Erweitert wurden zudem die Stundungs- und Darlehenserlassmöglichkeiten für Geringverdienende.

  (31.07.2020, prh)

AFBG-Portal

Weiterführende Informationen

 

Baden-Württemberg beschließt umfassende Maßnahmen zur beruflichen Weiterbildung

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Das Stuttgarter Kabinett hat am 28. Juli 2020 zwei Kabinettsvorlagen zur beruflichen Weiterbildung verabschiedet: Die Kabinettsvorlage WEITER.mit.BILDUNG@BW des Staatsministeriums und die Vorlage »Berufliche Weiterbildung als zweite Säule zur Bewältigung des Strukturwandels« des Wirtschaftsministeriums.

»Die Weiterbildung ist ein echtes Querschnittsthema und mit der Weiterbildungsoffensive wollen wir erstmals unter dem gemeinsamen Dach WEITER.mit.BILDUNG@BW die Kompetenzen und Weiterbildungsangebote ressortübergreifend bündeln und schlagkräftig verzahnen. Gemeinsam mit den Beschäftigten, Unternehmen, Kammern und Weiterbildungspartnern vor Ort wollen wir die Weiterbildungsangebote zu einer zukunftsfähigen Chance machen. Zielgruppe unserer Weiterbildungsoffensive sind alle Beschäftigten, das heißt die Geringqualifizierten, Facharbeiterinnen und Facharbeiter sowie Hochqualifizierte, deren Berufe sich aufgrund des Strukturwandels und der Digitalisierung heute schon stark verändern«, sagte Ministerpräsident Kretschmann. In den kommenden Wochen werde man sich mit den Akteuren der Weiterbildung zum Konzept austauschen, so Kretschmann weiter.

Strukturwandel nur mit top qualifizierten Beschäftigten zu meistern

Das Wirtschaftsministerium investiert 21 Millionen in einen Aktionsplan »Berufliche Weiterbildung als zweite Säule zur Bewältigung des Strukturwandels«. Dazu zählen der Ausbau von Qualifizierungsverbünden, die Umsetzung der Meisterprämie, der Förderaufruf ZukunftsKompetenzen@bw sowie eine Informations- und Werbekampagne. »Berufliche Weiterbildung ist heute wichtiger denn je. Die Weiterbildungsbeteiligung in Baden-Württemberg liegt über dem Bundesdurchschnitt, aber auch bei uns gibt es noch viel Luft nach oben. Nur mit top qualifizierten Beschäftigten können wir den Strukturwandel in Baden-Württemberg erfolgreich meistern«, so Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut zu den geplanten Maßnahmen. »Wir müssen Beschäftige noch stärker für die enorme Bedeutung von Weiterbildung sensibilisieren und ihnen aufzeigen, welche Möglichkeiten ihnen dadurch offenstehen. Besonders im Blick haben wir dabei weiterbildungsferne Beschäftige und Beschäftigte in kleinen und mittelständischen Unternehmen. Hier ist ein zentrales Thema die digitale Grundbildung. Aber auch ein Weiterbildungsangebot für Höherqualifizierte, das auf die Herausforderungen der Zukunft ausgerichtet ist und die Digitalexpertise im Land stärkt, ist von großer Bedeutung«, führte die Ministerin aus.

Darüber hinaus gibt die Kabinettsvorlage einen Ausblick auf weitere Maßnahmen, die im Rahmen der ressortübergreifenden Weiterbildungs­offensive umgesetzt werden könnten. Dazu zählt insbesondere ein Landesprogramm »Weiterbildung während Kurzarbeit«, das die Programme der Bundesagentur für Arbeit sinnvoll ergänzen würde. »Wir dürfen auch in Zeiten der Corona-Pandemie nicht vergessen, Weiterbildung wahrzunehmen und zu fördern. So kann die Krise als Chance zur Stärkung von Beschäftigten und auch der Anpassungsfähigkeiten der Betriebe genutzt werden«, so Hoffmeister-Kraut.

Maßnahmen regional und digital verankern

»Wirtschaft und Gesellschaft stehen tiefgreifende Veränderungen bevor. Wir wollen die Bürgerinnen und Bürger dabei mitnehmen und ihnen helfen, sich gut vorzubereiten. Deshalb haben wir umfassende Maßnahmen zur Weiterbildung beschlossen. Dabei geht es um regionale Verankerung und Digitalisierung, um Beratung und Grundbildung, um die Unterstützung für Menschen, die nicht ausreichend lesen und schreiben können. Wir wollen die Weiterbildungsträger in den Regionen besonders fördern und Modellprojekte im ländlichen Raum sowie in Ballungszentren aufbauen. Unser Digitaler Weiterbildungscampus soll zur zentralen Plattform der Weiterbildung im Land ausgebaut werden«, sagte Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann und fügte an: »Die neue Landesstrategie zur Alphabetisierung und Grundbildung wird insbesondere Erwerbstätigen niederschwellige und passende Angebote machen. Damit bauen wir die Weiterbildung im Land weiter aus, machen sie zukunftsfähig und können besser auf Entwicklungen von Wirtschaft und Gesellschaft reagieren.«

Kompetenz der Hochschulen noch sichtbarer machen

Wissenschaftsministerin Theresia Bauer ergänzte für ihr Ressort: »Die neue Plattform Hochschulweiterbildung@BW und das Qualitätssiegel können die Kompetenz unserer Hochschulen im Bereich wissenschaftliche Weiterbildung noch besser sichtbar machen. So können wir den Matching-Prozess zwischen Wissenschaft und Wirtschaft stärken«. Geplant sei, die große Bandbreite der wissenschaftlichen Weiterbildungsangebote unterhalb der Studiengangebene mit einem Transparenzraster zu bewerben und bekannt zu machen. Mit der Errichtung einer zentralen Stelle zur Qualitätsentwicklung würden zudem die Weiterbildungsangebote an den Hochschulen besser koordiniert und vernetzt werden.
  (31.07.2020, prh)

QUELLE: Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

 

Weiterbildung in der Coronakrise: Neue Gesetze erleichtern Zugang

Bernhard Kuntz3Von Fanny Kabelström-Stefani, Berlin.

Der Ausbruch des Coronavirus verlangt Anpassungsfähigkeit – dazu gehört es auch, neue Kenntnisse und Fähigkeiten zu erwerben. Das im Mai beschlossene Arbeit-von-Morgen-Gesetz will daher die staatlich finanziell geförderte Weiterbildung stärken und den Zugang erleichtern. Das Qualifizierungschancengesetz erweitert bereits seit Anfang 2019 den förderbaren Personenkreis und unterstützt Unternehmen und Arbeitnehmer gleichermaßen.

Die langfristigen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Wirtschaft sind kaum abzusehen. Seit Monaten sind Arbeitnehmer in Kurzarbeit, von Arbeitslosigkeit betroffen oder bedroht – in der Reise- und Luftfahrtbranche genauso wie in der Kultur- und Eventbranche. Und da es jederzeit wieder zu regionalen Schließungen kommen kann, ist auch in der Gastronomie und im Einzelhandel die Unsicherheit groß. Unternehmen stehen unerwartete Veränderungen und anhaltende Unsicherheit bevor. Aktuell steigen die Infektionszahlen wieder an. Sollte dieser Trend sich fortsetzen, kann es zu erneuten Lockdowns kommen. Oder die Gesundheitspolitik ordnet zusätzliche Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie an, die umgesetzt werden müssen.

Die »neue Normalität« erfordert Anpassungsfähigkeit

In der öffentlichen Diskussion bezeichnen wir diese unberechenbare Situation inzwischen als die »neue Normalität«. Sie kann Monate andauern, vielleicht sogar Jahre. Es wird unmöglich sein, zukünftig alle Wirtschaftsbereiche krisenfest aufzustellen und alle Arbeitsplätze zu erhalten. Anpassungsfähigkeit ist daher die entscheidende Eigenschaft für Unternehmen genauso wie für den einzelnen Arbeitnehmer. Um widerstandsfähig zu werden, entwickeln Betriebe neue Geschäftsmodelle. Der Fort- und Weiterbildung kommt hierbei eine Schlüsselrolle zu. Die gute Nachricht: Der Staat möchte die Wirtschaft und die Bürger unterstützen. Er vereinfacht den Zugang zu Qualifizierungen insbesondere im Bereich Digitalisierung und fördert diese finanziell. In den Unternehmen selbst sind diese Fördermöglichkeiten allerdings bis heute kaum bekannt. Dabei gibt es zum Beispiel das Qualifizierungschancengesetz, das in der aktuellen Krise eine große Hilfe sein kann.

Die Digitalisierung als Schlüssel zum Erfolg

Die Digitalisierung spielt in dieser Situation eine wichtige Rolle: für interne Prozesse, bei der Entwicklung neuer Geschäftsfelder oder beim Einsatz von KI, Automatisierung und Robotik in der Produktion. Für neun von zehn Unternehmen hat Digitalisierung durch die aktuelle Krise an Bedeutung gewonnen. Nach Angaben von McKinsey planen oder realisieren 68 Prozent der Unternehmen, die sich durch die Corona-Zeit Umsatzzuwächse erhoffen, aktuell ein komplett neues Geschäftsfeld mit eigenständigen digitalen Produkten oder Dienstleistungen. Hierdurch werden neue Berufsfelder und damit neue Arbeitsplätze entstehen. Es ist davon auszugehen, dass ein Flaschenhals zwischen Tätigkeiten, die wegfallen, und neuen Arbeitsgebieten entstehen wird. Das liegt daran, dass viele Arbeitnehmer für die neuen Aufgaben nicht qualifiziert sein werden. Darum müssen wir das gesamte Potenzial der arbeitsfähigen Bevölkerung in den Fokus nehmen.

Gezielt Fähigkeiten bei den Mitarbeitern aufbauen

Hinsichtlich des Bedarfs an technologischen Fähigkeiten geht McKinsey von einem Mehrbedarf von rund 700.000 Personen bis 2023 aus. Unternehmen stehen vor der Aufgabe, Fähigkeiten bei ihren Mitarbeitern aufzubauen, die für die Digitalisierung relevant sind. Oder sie müssen sich auf dem Arbeitsmarkt um qualifiziertes Personal bemühen. Für viele Beschäftigte bedeutet das, sie müssen sich weiterbilden, um ihren Arbeitsplatz zu behalten und um auf dem Arbeitsmarkt weiter zu bestehen. Das kürzlich vom Bundesrat beschlossene Arbeit-von-Morgen-Gesetz möchte Unternehmen und Arbeitnehmer in dieser Situation unterstützen. Das Ziel ist ein leichterer Zugang zu geförderter Weiterbildung, denn sie ist ein wichtiger Hebel, um das Personalpotenzial in der Bevölkerung zu heben. Es geht jedoch nicht nur um Qualifizierung. Gefragt sind genauso flexiblere Rahmenbedingungen. Die Unternehmen müssen die Bedingungen anpassen, zum Beispiel indem Teilzeit- und Vollzeitmodelle für Familien gleichberechtigt existieren und sich abwechseln können. Die Corona-Krise hat uns drastisch vor Augen geführt, wie hochqualifiziertes Potenzial im Falle fehlender Kinderbetreuung entwertet wird.

Das Qualifizierungschancengesetz: Bis zu 100 Prozent Förderung

Früher kam eine geförderte Weiterbildung zumeist erst dann in Frage, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen war, der Arbeitnehmer also seinen Job verloren hatte. Das neue »Gesetz zur Stärkung der Chancen für Qualifizierung«, auch bekannt als Qualifizierungschancengesetz (QCG), soll bereits vorher greifen. Das Gesetz erweitert den förderbaren Personenkreis, der im §82 des SGB III festgelegt ist. Bisher nutzen Unternehmen diese Möglichkeit, die seit Anfang 2019 in Kraft ist, nur selten, was auch an seiner fehlenden Bekanntheit liegen mag. Dabei können Unternehmen und ihre Angestellten gleichermaßen profitieren. Die Idee: Der Staat möchte Arbeitnehmer bereits während ihrer Beschäftigung fördern, um ihre Fähigkeiten zu erweitern – besonders im Hinblick auf den digitalen Strukturwandel und damit einhergehende Veränderungen.

Mehr Perspektiven für Beschäftigte

Je nach Größe des Unternehmens werden bis zu 100 Prozent der Kosten für die Weiterbildung und bis zu 75 Prozent der Lohnkosten erstattet. Beschäftigt ein Arbeitgeber weniger als zehn Angestellte, so muss er sich gar nicht an den Lehrgangskosten beteiligen. Große Firmen mit mehr als 2.500 Beschäftigten dagegen tragen mindestens 80 Prozent der Kosten selbst. Somit unterstützt das QCG auch kleinere Unternehmen, die in der jetzigen Situation mit Umsatzrückgängen zu kämpfen haben und sich mangels üppiger Rücklagen Weiterbildungen nicht leisten können.

Voraussetzungen für eine Förderung 

Das QCG richtet sich an drei Gruppen von Arbeitnehmern:

  • Flexibilisierung der beruflichen Weiterbildungsförderung arbeitsloser Arbeitnehmer durch Förderung von Erweiterungsqualifizierungen
  • Ausbau der Weiterbildungsförderung für alle Beschäftigten, deren berufliche Tätigkeiten durch Technologien ersetzt werden können, oder in sonstiger Weise vom Strukturwandel betroffen sind, oder die eine Weiterbildung in einem Engpassberuf anstreben
  • Erweiterter Zugang zur Weiterbildungsförderung für Beschäftigte unabhängig von Ausbildung, Lebensalter und Betriebsgröße

Normalerweise müssen Antragsteller eine dreijährige berufliche Tätigkeit nachweisen. Diese Anforderung fällt weg, wenn die Weiterbildung zum Abschluss in einem Engpassberuf, etwa in der Erziehung oder in der Pflege, führt. Und auch zum zeitlichen Umfang macht der Gesetzgeber Vorgaben: Nur Qualifizierungen mit mehr als 160 Stunden erhalten eine Förderung. Das entspricht einer mindestens vierwöchigen Vollzeit-Weiterbildung. Häufig möchten die Arbeitgeber nicht so lange auf ihre Mitarbeiter verzichten. Im Moment sind jedoch immer noch viele Arbeitnehmer in Kurzarbeit und haben damit grundsätzlich Anspruch auf einen Bildungsgutschein. Innerhalb der letzten vier Jahre darf der Beschäftigte keine geförderte Maßnahme in Anspruch genommen haben. Inhaltlich sollen Kenntnisse und Fertigkeiten erworben werden, die über ausschließlich arbeitsplatzbezogene kurzfristige Anpassungsfortbildungen hinausgehen. Andererseits fördert das QCG keine sogenannten Aufstiegsfortbildungen, die zum Beispiel zu einem Abschluss als Meister oder Techniker führen.

Webentwicklung und Marketing sind gefragt

Unternehmen in Deutschland haben bereits angekündigt, als Antwort auf die Pandemie den digitalen Strukturwandel voranzutreiben, so das Ergebnis einer Umfrage von McKinsey. Ermittelt wurde, welche Fähigkeiten für etwa 60 Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland entscheidend sein werden, insbesondere in der gewerblichen Wirtschaft sowie bei Versicherungen und Banken: komplexe Datenanalyse, nutzerzentriertes Design, Webentwicklung, Konzeption und Administration vernetzter IT-Systeme. Dies deckt sich mit den aktuellen Entwicklungen bei cimdata: Wir sehen eine starke Nachfrage nach Qualifizierungen im Bereich Social Media, Content- und Community-Marketing, UX/UI, Screendesign, E-Commerce oder Webprogrammierung wie HTML. Aber auch Kenntnisse im Bereich App-Entwicklung und Videoproduktion sind gefragt. Viele Gewerbetreibende benötigen die Kenntnisse, um ihre Angebote digital besser zu vermarkten, indem sie etwa ihre Websites optimieren und erweitern, um Produkte und Services verstärkt online zu verkaufen. Auch Marketing-Kurse werden stärker gebucht. Denn viele Unternehmer müssen neue Zielgruppen erschließen, um Umsatzrückgänge aufzufangen.

Fünf Schritte zur geförderten Weiterbildung

Interessierte Unternehmen beantragen die Förderung direkt bei der Arbeitsagentur. Damit der Antrag bewilligt wird, sollten sich Amtragsteller auf die folgenden Schritte vorbereiten:

  • Die Arbeitsagentur möchte wissen, wie groß das Unternehmen ist, für welchen Mitarbeiter welche konkrete Weiterbildung beantragt werden soll und mit welchem Ziel, wie alt er ist und wie sein bisheriger beruflicher Werdegang aussieht.
  • Mit diesen Informationen ruft der Personalverantwortliche nun beim Arbeitgeberservice der örtlich zuständigen Arbeitsagentur an. Wenn Fragen offen sind, berät die Arbeitsagentur zunächst allgemein, um zu klären, welche Qualifizierungen für das jeweilige Unternehmen sinnvoll sind.
  • Der Sachbearbeiter wird die Angaben prüfen und eine Rückmeldung geben. Stimmen die Voraussetzungen, sendet die Arbeitsagentur das Antragsformular an den Arbeitgeber.
  • Wird der eingereichte Antrag positiv entschieden, sendet die Arbeitsagentur dem betreffenden Arbeitnehmer einen auf ihn ausgestellten Bildungsgutschein zu.
  • Diesen Bildungsgutschein kann der Mitarbeiter bei einem nach der Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung (AZAV) zertifizierten Weiterbildungsanbieter seiner Wahl einlösen.

Ein Gastbeitrag von Fanny Kabelström-Stefani (Geschäftsführerin der cimdata Bildungsakademie GmbH).  Fanny Kabelström-Stefani ist unter anderem für die Produktentwicklung und die strategische und operative Steuerung der Bildungsmaßnahmen verantwortlich. (30.07.2020, Fanny Kabelström-Stefani)

 

Verbände fordern einen »Digitalpakt Weiterbildung«

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Bildungs- und Beschäftigungsunternehmen nach dem SGB II und SGB III sowie Sprachschulen befinden sich aufgrund der Corona-Pandemie in einer existenzbedrohenden Lage. Etwa 75 Prozent der Bildungseinrichtungen haben Hilfsmittel aus dem Sozialdienstleister-Einsatzgesetz (SodEG) beantragt. Der Leistungsumfang beträgt bei jeder fünften Bildungseinrichtung mehr als 50 Prozent des jeweiligen Umsatzes.

Die Umstellung der Bildungs- und Beschäftigungsbranche sowie der Sprachenschulen auf Unterricht und Coaching mit digitalen Medien erfordert trotz Mindereinnahmen einen enormen finanziellen Mehraufwand. Hierfür sind bislang keine Fördermittel bereitgestellt worden und es erfolgt keine Kompensation der entstandenen Mehrkosten. Alle Maßnahmen beruhen bislang auf Eigeninitiative der Bildungs- und Beschäftigungsträger.

Das Bündnis fordert in diesem Zusammenhang schnellstmöglich einen »Digitalpakt Weiterbildung«. »Die Corona-Pandemie beeinflusst massiv und nachhaltig die Methodik und Didaktik der Bildungsbranche. Die gewonnenen Erfahrungen und bereits getätigten Investitionen müssen mit einem Digitalpakt Weiterbildung unterstützt und ausgebaut werden«, fordert Bündnis-Sprecher Dietmar Schlömp. Bei der Ausgestaltung des Digitalpakts müssen Staat, Unternehmen, Bildungs- und Beschäftigungsträger, Sprachschulen und Teilnehmer einbezogen werden.

Hintergrund
Der Verband Deutscher Privatschulverbände, der Bundesverband der Träger beruflicher Bildung, bag arbeit und der Evangelische Fachverband für Arbeit und soziale Integration haben zu einem Bündnis zusammengeschlossen, um ein Zusammenbrechen der Weiterbildungsbranche zu verhindern.

  (29.07.2020, prh)

QUELLE: Nach einer Verlautbarung des Bündnisses (PDF, 1 Seite)

 

Berufliche Weiterbildung eröffnet Chancen

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Fast eine Million Fachkräfte haben in den vergangenen 20 Jahren allein bei den Industrie- und Handelskammern (IHKs) eine Prüfung in der Höheren Berufsbildung abgelegt. Insgesamt profitieren in Deutschland nahezu 2,5 Millionen Erwerbstätige von einem Abschluss der Höheren Berufsbildung.

Nach der neuen IHK- und DIHK-Fortbildungsstatistik haben allein 2019 erneut gut 60.000 Frauen und Männer bei ihrer IHK an einer Prüfung der beruflichen Fortbildung teilgenommen. Bei der IHK Bonn/Rhein-Sieg waren es 450 Teilnehmer - 260 Frauen und 190 Männer - an den Prüfungen der beruflichen Fortbildung, 882 Teilnehmer bei den Ausbildereignungsprüfungen sowie 15 Teilnehmer bei der Zusatzqualifikation Handel.

»Absolventen der Höheren Berufsbildung sind top qualifizierte Fach- und Führungskräfte, die von den Unternehmen mit Nachdruck gesucht werden«, meint Jürgen Hindenberg (IHK Bonn/Rhein-Sieg): »Das schlägt sich in den individuellen Einkommens- und Beschäftigungsperspektiven dieser Gruppe ausgesprochen positiv nieder: Die Arbeitslosigkeit von Fachwirten und Meistern lag zuletzt bei minimalen 1,2 Prozent. Die Einkommen von beruflich Qualifizierten, die sich für eine solche Weiterbildung entscheiden, liegen gerade in jüngeren Lebensjahren deutlich über denen gegenüber ihren akademischen Kollegen einen deutlichen finanziellen Vorsprung«.

Nach der DIHK-Fortbildungsstatistik würden sich 85 Prozent der IHK-Absolventen der Höheren Berufsbildung wieder für die gleiche Weiterbildungsprüfung entscheiden. Die am stärksten nachgefragten IHK-Abschlüsse sind bundesweit Wirtschaftsfachwirt, Industriemeister Metall, Handelsfachwirt, Betriebswirt und Bilanzbuchhalter. Im IHK-Bezirk Bonn/Rhein-Sieg liegen Handelsfachwirt (154), Industriemeister Metall (55), Wirtschaftsfachwirt (40), Bilanzbuchhalter (37) sowie Personalfachkaufmann/-frau (32) vorn.

Die IHK weist auf die Gleichwertigkeit der Höheren Berufsbildung mit den vergleichbaren Abschlüssen der Hochschulen hin, die künftig auch sprachlich in den neuen Bezeichnungen Bachelor und Master Professional zum Ausdruck komme.

Quelle: Nach einer Meldung der IHK Bonn/Rhein-Sieg ...
  (28.07.2020, ihk/prh)

DIHK-Fortbildungsstatistik 2019 (PDF, 21 Seiten)

 

Evaluation der »Qualitätsoffensive Lehrerbildung«

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Das Bundeministerium für Bildung und Forschung veröffentlicht heute den Evaluationsbericht für die erste Förderphase des Bund-Länder-Programms »Qualitätsoffensive Lehrerbildung«. Ziel des Forschungsprogramms ist es, eine praxisorientierte Lehrerbildung zu fördern, die damit möglichst nah am Schulalltag ist.

Bund und Länder haben 2013 die »Qualitätsoffensive Lehrerbildung« als gemeinsames Programm für zehn Jahre beschlossen. Damit soll der gesamte Prozess der Lehrerbildung bis in die berufliche Einstiegsphase und die Weiterbildung inhaltlich und strukturell nachhaltig verbessert und zugleich die Mobilität von Studierenden und Lehrkräften verbindlich gewährleistet werden. Das bedeutet konkret, dass die Länder untereinander die Lehramtsabschlüsse anerkennen und länderübergreifend unter den gleichen Voraussetzungen in den Vorbereitungs- und Schuldienst einstellen.

Die unabhängige Evaluation der »Qualitätsoffensive Lehrerbildung« ist in der Grundlage des Förderprogramms, der Bund-Länder-Vereinbarung von 2013, festgelegt. Die Evaluation erfolgte, um die Auswirkung des Programms in der ersten Förderphase auf Strukturen, Prozesse, Inhalte und Qualität der Lehrerbildung zu bewerten. Das BMBF beauftragte die Ramboll Management Consulting GmbH (Ramboll) mit der Evaluation.

Der Evaluationsbericht orientiert sich an sechs, vom Programm vorgegebenen Handlungsfeldern. Hier werden die Effekte an den geförderten Hochschulen beschrieben und analysiert. In allen Bereichen wurden nachweisbare Fortschritte erzielt.

  • Profilierung und Optimierung der Strukturen der Lehrerbildung an den Hochschulen
  • Qualitätsverbesserung des Praxisbezugs in der Lehrerbildung
  • Verbesserung der professionsbezogenen Beratung und Begleitung der Studierenden der Lehrerbildung
  • Fortentwicklung der Lehrerbildung in Bezug auf die Anforderungen der Heterogenität und Inklusion
  • Fortentwicklung der Fachlichkeit, Didaktik und Bildungswissenschaften
  • Vergleichbarkeit sowie die gegenseitige Anerkennung von lehramtsbezogenen Studienleistungen und Lehramtsabschlüssen sowie der gleichberechtigte Zugang bzw. die gleichberechtigte Einstellung in Vorbereitungs- und Schuldienst zur Verbesserung der Mobilität von Lehramts-Studierenden und Lehrerinnen und Lehrern.

Bereits 2018 wurde in einer Zwischenbegutachtung durch Ramboll der bisherige Erfolg des Programms geprüft und Empfehlungen für die zweite Förderphase bis 2023 ausgesprochen.

Im Jahr 2018 hat die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) zudem beschlossen, die »Qualitätsoffensive Lehrerbildung« ab 2020 um eine neue Förderrunde mit den Schwerpunkten »Digitalisierung in der Lehrerbildung« und/oder »Lehrerbildung für die beruflichen Schulen« zu ergänzen.

Hintergrund
Der Bund investiert von 2015 bis 2023 insgesamt bis zu 500 Millionen Euro für die »Qualitätsoffensive Lehrerbildung«. Seit März dieses Jahres liegt ein weiterer Schwerpunkt des Programms unter anderem auf der Digitalisierung der Lehrerbildung. Dafür sind rund 80 Millionen Euro vorgesehen.



(27.07.2020, prh)

Zum Evaluationsbericht

 

EU-Kommission: Neue Leitlinien zu digitalen Kompetenzen

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Was bedeutet es, im Alltag, Beruf und beim Lernen digital kompetent zu sein? Der Europäische Referenzrahmen für digitale Kompetenzen »DigComp« beschreibt dafür Kompetenzfelder, wie Medienkompetenz, digitale Zusammenarbeit, Erstellung digitaler Inhalte, der verantwortungsvolle Umgang mit digitalen Medien und digitales Problemlösen.

Am 13. Juli 2020 hat die EU-Kommission neue Leitlinien mit praktischen Schritten, Tipps und Online-Ressourcen zur optimalen Nutzung des digitalen EU-Kompetenzrahmens »DigComp« vorgestellt. Sie sollen Ausbildern, Arbeitgebern und Personalvermittlern dabei helfen, alle Beschäftigten mit ausreichend digitalen Fertigkeiten auszurüsten, um in der Arbeitswelt während und nach der Coronavirus-Pandemie erfolgreich zu sein.

Mariya Gabriel, die EU-Kommissarin für Innovation, Forschung, Kultur, Bildung und Jugend, die auch für die Gemeinsame Forschungsstelle (GFS) zuständig ist, erklärte dazu: »Die Maßnahmen zur Kontaktvermeidung in den vergangenen Monaten, das sogenannte Social Distancing, haben hat die Art und Weise verändert, wie wir am Arbeitsplatz miteinander umgehen und Forschung und Innovation betreiben. Damit dies weiterhin funktioniert, müssen wir die Menschen mit den richtigen digitalen Fähigkeiten ausstatten«.

»DigComp« dient als Orientierungshilfe für die Europäische Kommission, die Mitgliedstaaten und ihre Bürgerinnen und Bürger, wenn es darum geht, digitale Technologien in der Ausbildung zu verankern, lebenslanges Lernen zu ermöglichen mit der fortschreitenden Digitalisierung der Welt Schritt zu halten. Der Leitfaden präsentiert inspirierende Beispiele anhand von praktischen Fallstudien aus ganz Europa. Ein Beispiel ist die digitale europäische Bewerbungshilfe Europass. Der Europass-Lebenslauf einhält ein Online-Tool für Arbeitsuchende, mit dem sie ihre digitale Kompetenz selbst bewerten und beschreiben und in ihren Lebenslauf aufnehmen können. Das Tool nutzt die fünf Bereiche des DigComp-Rahmens mit einem einfach zu verwendenden Selbsteinschätzungsformular.

Die Unterstützung bei der Bewältigung der digitalen Übergänge steht im Mittelpunkt der Europäischen Qualifikationsagenda. Die EU-Kommission wird diese Arbeit im Herbst voranbringen, wenn sie einen aktualisierten Aktionsplan für digitale Bildung zusammen mit einer Mitteilung über den Aufbau des Europäischen Bildungsraums vorlegen wird. Der Referenzrahmen für die digitale Bildung wird eine Rolle bei der Unterstützung der Arbeit von Ländern, Unternehmen und Sozialpartnern spielen, um die Entwicklung digitaler Kompetenzen zu fördern.

  (22.07.2020, prh)

DigiComp (PDF, 106 Seiten - in englischer Sprache)

DigiComp-Leitlinien (PDF, 36 Seiten - in englischer Sprache)

 

Ziele des Bündnisses für Lebenslanges Lernen 2021-2025

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Die Weiterbildung in Baden-Württemberg antwortet auf den Strukturwandel: »GEMEINSAM. FÜR. WEITERBILDUNG« 

Unter dem Titel »GEMEINSAM. FÜR. WEITERBILDUNG« wurde am 20.7.2020 die Vereinbarung der neuen Ziele des Bündnisses für Lebenslanges Lernen für die Jahre 2021 bis 2025 vom Land Baden-Württemberg und den Akteur*innen der Weiterbildung in einer Feierstunde unterzeichnet.

Dem am 31. Januar 2011 gegründeten Bündnis für Lebenslanges Lernen (BLLL) gehören die baden-württembergischen Dachverbände, Organisationen und Einzeleinrichtungen der allgemeinen, beruflichen und wissenschaftlichen Weiterbildung sowie die zuständigen Landesministerien an.

Zentrales Ziel des bundesweit einmaligen BLLL ist, den aktuell in alle Bereiche des Lebens eingreifenden Strukturwandel, der durch digitale, ökologische und damit auch soziale Transformationsprozesse bestimmt wird, mithilfe der allgemeinen, beruflichen und wissenschaftlichen Weiterbildung erfolgreich zu gestalten. Nach dem Ende des Jahres auslaufenden sogenannten Weiterbildungspakts ist die Vereinbarung »Gemeinsam. Für. Weiterbildung« die anschließende und weiterführende Konkretisierung der Ziele und Aufgaben des BLLL.

Die Vereinbarung »Gemeinsam. Für. Weiterbildung« ignoriert die Corona-Krise nicht, sieht sich aber durch diese aktuelle Krise auch nicht von der Aufgabe entbunden, für die Zukunft auch außerhalb des Gesundheitsbereichs strategisch zu planen. Politik, die mehr als Krisenbewältigung sein will, muss sich auch in einer akuten Krise mit so unterschiedlichen Fragen befassen, wie die nach dem Kitt, der unsere Gesellschaft zusammenhält und die nach dem notwendigen Ausbau der Grundbildung angesichts rund 800.000 deutlich zu gering literalisierter Erwachsener in Baden-Württemberg.

Sieben Handlungsfelder für die kommenden fünf Jahre

In der neuen Vereinbarung definieren die Partner für die kommenden fünf Jahre sieben Handlungsfelder. Für das erste Handlungsfeld mit der Überschrift »Strukturwandel in Wirtschaft und Arbeitswelt bewältigen« streben die Bündnispartner unter anderem an, die wissenschaftliche Expertise zu künftigem Qualifikationsbedarf auszuweiten und Betriebe bei der Personalentwicklung sowie bei digitalen und wirtschaftlichen Transformationsprozessen besser zu unterstützen. Im zweiten Handlungsfeld »Gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken« sind beispielsweise Maßnahmen vorgesehen, welche die Integration von Zugewanderten und Geflüchteten zum Beispiel durch Sprachkurse fördern, die politische Weiterbildung stärken und zur Eltern- und Familienbildung beitragen. Drittens haben die Partner vereinbart, die Weiterbildungsberatung in Kooperation des bestehenden Landesnetzwerks Weiterbildungsberatung unter anderem mit der Bundesagentur für Arbeit sowie viertens Angebote der Grundbildung für Geringqualifizierte weiter auszubauen. In diesem Handlungsfeld steht vor allem die Erwachsenenbildung in den Bereichen Lesen, Schreiben und Rechnen im Vordergrund.

Den veränderten Bedarfen der Teilnehmer*innen wird fünftens durch einen Wandel der Angebotsformen Rechnung getragen. Hier soll es zum Beispiel flexiblere und digitale – das heißt orts- und zeitunabhängig abrufbare Lernmöglichkeiten – geben. Außerdem sollen Chancen der aufsuchenden Weiterbildung erprobt werden, das heißt zielgruppenorientierte Maßnahmen, um bildungsbenachteiligte Personen über die herkömmlichen Programmangebote hinaus in ihren Alltagssituationen zu erreichen. Die Weiterbildungsträger wollen sechstens die Qualität der Weiterbildungsangebote auch weiterhin sicherstellen, unter anderem durch Fortbildungen des Weiterbildungspersonals, sowie siebtens die gegenseitige Information, Transparenz und Zusammenarbeit im Bündnis weiter fördern.

Hintergrund: Das Bündnis für Lebenslanges Lernen
Ende 2011 hat das Land gemeinsam mit den Dachverbänden und Organisationen der Weiterbildung das Bündnis für lebenslanges Lernen (BLLL) gegründet, mit dem Ziel, über Austauschforen die Zusammenarbeit zu stärken und die wachsende Bedeutung der Weiterbildung sichtbarer zu machen. Für die Landesregierung gehören zum Bündnis das federführende Kultusministerium mit der Geschäftsstelle des Bündnisses, das Staatsministerium, das Wirtschaftsministerium, das Wissenschaftsministerium, das Sozialministerium und das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz. Zu den beteiligten Dachorganisationen zählen die Arbeitgebervereinigung, der Industrie- und Handelskammertag, der baden-württembergische Handwerkstag, die Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit, der Bezirk Baden-Württemberg des Deutschen Gewerkschaftsbunds, der Volkshochschulverband Baden-Württemberg, die Kirchen, der Landesfamilienrat, die Landeszentrale für politische Bildung, die Deutsche Gesellschaft für wissenschaftliche Weiterbildung, der Bibliotheksverband Baden-Württemberg, die Arbeitsgemeinschaft ländliche Erwachsenenbildung sowie die Kommunalen Landesverbände.

Die Partner haben sich mit dem Bündnis ein bundesweit einmaliges Fundament zur Stärkung der Weiterbildung gegeben. Langfristiges Ziel ist es, über Austauschforen die Zusammenarbeit zu stärken und die wachsende Bedeutung der Weiterbildung sichtbar zu machen. So sollen zum Beispiel flächendeckende Strukturen und Beratungsnetzwerke in Baden-Württemberg geschaffen und die Weiterbildungsbeteiligung von Erwachsenen im städtischen wie im ländlichen Raum gestärkt werden. Diese langfristigen Ziele werden für den Zeitraum 2021 bis 2025 durch die heute beschlossene ergänzende Vereinbarung konkretisiert.

  (21.07.2020, blll/prh)

Ziele des Bündnisses für Lebenslanges Lernen 2021-2025 (PDF, 16 Seiten)

 

Schleswig-Holstein stockt Weiterbildungsbonus auf

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Rückenwind für die Weiterbildung von Beschäftigten, Freiberuflern, Inhabern von Kleinstbetrieben oder Auszubildenden in Schleswig-Holstein: Ab sofort werden die Förderbedingungen des »Weiterbildungsbonus Schleswig-Holstein« verbessert. Die Obergrenze der Kosten von Weiterbildungsmaßnahmen, die bisher bei 3.000 Euro lag, entfällt.

Außerdem besteht jetzt die Möglichkeit, den Weiterbildungsbonus mehr als einmal in der aktuellen Förderperiode in Anspruch zu nehmen. Durch den Weiterbildungsbonus werden bis zu 50 Prozent der Seminarkosten übernommen, wenn dies zuvor bei der Investitionsbank Schleswig-Holstein beantragt und bewilligt wurde.

Der Förder-Höchstbetrag beim Weiterbildungsbonus ist auf 1.500 Euro gedeckelt, auch wenn die Weiterbildungsmaßnahme mehr als 3.000 Euro kostet. Die über die Förderung von 50 Prozent der Kosten hinausgehenden Aufwendungen zahlt der Arbeitgeber.

Nach den Worten von Arbeitsminister Dr. Bernd Buchholz habe sich das Land angesichts der Belastungen durch die Corona-Pandemie für Betriebe, freiberuflich Tätige und Weiterbildungseinrichtungen für die Ausweitung der Förderkriterien entschieden. »Damit leisten wir in schwierigen Zeiten einen wichtigen Beitrag zur Sicherstellung von Weiterbildung. Die Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds für den Weiterbildungsbonus wurden zudem um 1,9 Millionen Euro auf insgesamt 8,9 Millionen Euro bis Ende 2021 erhöht«. Für das Land sei Weiterbildung nach wie vor die erste Antwort auf den Fachkräftebedarf – und damit ein wichtiger Baustein für die Zukunftsfähigkeit des Landes.

Bisher wurden mit dem Weiterbildungsbonus bereits über 6.000 Förderungen für Weiterbildungsmaßnahmen bewilligt. Die Antragsunterlagen für den Weiterbildungsbonus können auf der Internetseite der Investitionsbank Schleswig-Holstein heruntergeladen werden.

  (21.07.2020, prh)

Weiterführende Informationen und Antragstellung

 

Empfehlungen für eine breite Qualifizierungsoffensive

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Hightech-Forum sieht die Gesellschaft als Ganzes in der Pflicht und spricht sich für eine Modernisierung des Aus- und Weiterbildungssystems aus 

Das Hightech-Forum hat heute Empfehlungen für die Bundesregierung veröffentlicht, wie das deutsche Aus- und Weiterbildungssystem modernisiert werden sollte, um mehr Chancengerechtigkeit und Teilhabe am Innovationsgeschehen zu ermöglichen. Immer kürzere Wissenszyklen sowie neue technologische und gesellschaftliche Entwicklungen erfordern, dass kontinuierliches Lernen für alle zum Normalzustand wird. Das Papier stellt fest, dass es bereits ein erhebliches Gefälle bei wichtigen Zukunftskompetenzen gibt und die Qualifizierungsschere über die Lebensdauer weiter auseinandergeht – mit großen gesellschaftlichen Konsequenzen.

Ein Schwerpunkt der Beratungen war die Frage, wie Zukunftskompetenzen frühzeitig erkannt und in der Breite vermittelt werden können. Eine Kernempfehlung ist die Gleichstellung der Digitalkompetenzen mit den Grundkompetenzen Lesen, Schreiben und Rechnen. Daher spricht sich das Gremium unter anderem für eine allgemeine digitale Lernmittelfreiheit in der Ausbildung und eine umfassende Förderung der digitalen Lehrkompetenzen in allen Bildungsbereichen aus.

Das Hightech-Forum attestiert der deutschen Arbeits- und Lernkultur insgesamt eine unzureichende Ausrichtung auf lebenslanges Lernen. Der Grundstein für den notwendigen Kulturwandel muss bereits in der Erstausbildung gelegt werden. Wichtige Signale könnten von einem individuellem Recht auf Weiterbildung ausgehen. In der Erwachsenenbildung müssten mehr zielgruppenorientierte Beratungen und Anreizsysteme geboten werden. Vorgeschlagen werden ein individuelles Weiterbildungsbudget, die Gewährung von Rentenpunkten und der Ausbau der bereits genutzten Prüfungsprämien.

Für den Weiterbildungsmarkt wird u.a. eine erhöhte Transparenz gefordert, um das Interesse an Weiterbildung insgesamt zu erhöhen. Obwohl dies in Form des InfoWeb Weiterbildung (IWWB) in ähnlicher Form bereits existiert, schlägt das Forum hierzu den Aufbau einer Weiterbildungsplattform, unter Einbeziehung wichtiger Akteure, vor:

Ähnlich wie beim Hochschulkompass könnten dort die Angebote mit dem Ziel einer erhöhten Transparenz und Vergleichbarkeit gebündelt werden. Wichtig wäre, dass sowohl klassische, formelle Qualifizierungsmaßnahmen als auch eher informelle Trainings wie Webinare und Onlinekurse (MOOCs) aufgenommen werden. Perspektivisch wäre die Weiterentwicklung zu einer datengetriebenen Plattform sinnvoll. Idealerweise würden so bei jedem Benutzerkonto regelmäßig die Kompetenzen mit den Entwicklungen in der derzeitigen Beschäftigung abgeglichen und würde frühzeitig das richtige Weiterbildungsangebot vorgeschlagen. Diese Idee müsste in Anbetracht der Komplexität eines solchen Vorhabens und der notwendigen Berücksichtigung von Datenschutzaspekten und Kontrollrechten jedoch längerfristig und eher schrittweise entwickelt werden.

Zur Qualitätssicherung und Vertrauensbildung wäre es zudem wichtig, dass die zentralen Akteure aus Weiterbildungsträgern, Kammern, Gewerkschaften und der Arbeitsagentur die Entwicklung eines einheitlichen Zertifizierungssystems anvisieren, wie es beispielsweise auch Hochschulen und Universitäten über den Akkreditierungsrat nutzen. Ein solches Verfahren kann bestehende Systeme, wie beispielsweise den Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) und die Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung (AZAV), berücksichtigen. Vorstellbar wäre die Verstetigung über ein Gremium, welches das Verfahren entwickelt und kontinuierlich evaluiert und anpasst.

Dr. Marion Jung, Geschäftsführerin der ChromoTek GmbH und Sprecherin des Thementeams »Innovation und Qualifikation« im Hightech-Forum, betont: »Gut ausgebildete Menschen können besser mit Veränderungen und Unsicherheiten umgehen. Sie machen unsere Unternehmen innovativ und fit für den globalen Wettbewerb. Wenn der Strukturwandel zu mehr und nachhaltiger Innovation in der Gesellschaft und Wirtschaft gelingen soll, muss das deutsche Aus- und Weiterbildungssystem so modernisiert werden, dass es alle Menschen mitnimmt und auf lebenslanges Lernen vorbereitet.«

Die Empfehlungen des Hightech-Forums werden am 28. Oktober 2020 in der Runde der Staatssekretärinnen und Staatssekretäre aller Bundesressorts zur Hightech-Strategie 2025 vorgestellt. Das Hightech-Forum lädt ausdrücklich zur Kommentierung des Impulspapiers ein.

Federführende Autor*innen des Impulspapiers sind die Hightech-Forum-Mitglieder Prof. Dr.-Ing. Holger Hanselka, Präsident des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT), Prof. Dr. Anke Hassel, Professorin für Public Policy an der Hertie School of Governance, Dr. Marion Jung, Geschäftsführerin der ChromoTek GmbH, Prof. Dr. Manfred Prenzel, Professor für Empirische Bildungsforschung mit Bezug zur LehrerInnenbildung an der Universität Wien, Frank Riemensperger, Vorsitzender der Geschäftsführung von Accenture DACH und Prof. Dr. Birgitta Wolff, Präsidentin der Goethe-Universität Frankfurt am Main.

Über das Hightech-Forum
Das Hightech-Forum ist das zentrale Beratungsgremium der Bundesregierung zur Umsetzung der Hightech-Strategie 2025. Seine Aufgabe ist es, die Forschungspolitik der Bundesregierung mit konkreten Umsetzungs- und Handlungsempfehlungen zu begleiten. Es veröffentlicht fortlaufend Impulspapiere zu den Schwerpunktthemen 3,5-Prozent-Ziel, Offene Wissenschaft und Innovation, Soziale Innovationen, Agilität des Innovationssystems, Innovation und Qualifikation, Nachhaltigkeit im Innovationssystem, Zukunft der Wertschöpfung sowie Biologie und Digitalisierung.

Das Hightech-Forum setzt sich aus 21 Expert*innen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft zusammen. Den Vorsitz teilen sich Christian Luft, Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, und Prof. Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft. Das Hightech-Forum tagt drei bis vier Mal pro Jahr. Der Beratungsauftrag ist zeitlich an die aktuelle Legislaturperiode gekoppelt.

Über die Hightech-Strategie
Die Hightech-Strategie 2025 bündelt die Förderung der Bundesregierung zu Forschung und Innovation. Ihr Ziel ist es, spürbare Fortschritte in der Lebensqualität aller Bürger*innen zu erreichen: etwa im Kampf gegen Krebs, gegen Plastikmüll in der Umwelt oder für nachhaltiges Wirtschaften in Kreisläufen. Sie soll eine Vielzahl von Akteuren ermutigen, den Fortschritt aktiv mitzugestalten. (15.07.2020, htf/prh)

Impulspapier »Innovation und Qualifikation« (PDF, 10 Seiten)

Weiterführende Informationen zum HighTech-Forum

HighTech-Strategie der Bundesregierung

 

Studie zu Lehrkräften der Erwachsenen- und Weiterbildung

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Das Personal in der Weiterbildung ist der wichtigste Faktor dafür, dass in der Erwachsenen- und Weiterbildung gute Bildung vermittelt werden kann und Teilnehmende, Einrichtungen und Auftraggeber ihre Ziele erreichen. Die Datengrundlage über diejenigen, die in der Weiterbildung arbeiten, ist allerdings immer noch lückenhaft.

Das soll sich nun ändern: Die Panelstudie »Teachers in Adult Education – a Panel Study« (TAEPS) wird das Personal der Weiterbildung in den Blick nehmen. TAEPS wird im DIE koordiniert und gemeinsam mit dem Leibniz-Institut für Bildungsverläufe (LIfBi) durchgeführt. Die Studie wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

TAEPS wird eine nachhaltige Datengrundlage zu den Qualifikationen, Beschäftigungsbedingungen, Kom-petenzen sowie den Weiterbildungsvorstellungen und -aktivitäten des Personals der Weiterbildung bereitstellen. Bundesweit sollen mehrere tausend Beschäftigte in allen Kontexten der Weiterbildung – von den Volkshochschulen über gemeinschaftsorientierte und kommerzielle Einrichtungen bis hin zu Betrieben – repräsentativ ausgewählt und über einen Zeitraum von zunächst fünf Jahren begleitet werden. In standardisierten Befragungen werden wichtige sozioökonomische Merkmale zur Erwerbsbiografie sowie Einstellungen zur Weiterbildung im Zeitverlauf erfasst. Darüber hinaus werden Fortbildungen für zufällig ausgewählte Lehrkräfte durchgeführt, z.B. zur Nutzung digitaler Medien. So sollen die Wirkungen auf die individuelle Kompetenzentwicklung, die Qualität der Lehr-Lernprozesse oder die Beschäftigungsbedingungen abgeschätzt werden. Die erhobenen Längsschnittdaten werden vom LIfBi als Scientific-Use-File aufbereitet und der Wissenschaft dauerhaft für Forschungszwecke zugänglich gemacht.

DIE-Direktor Josef Schrader sieht dem Projekt mit Spannung entgegen: »Das DIE wird die Daten nicht nur für die eigene Forschung verwenden, sondern auch interessierte Fachkolleginnen und -kollegen in ihre Nutzung einführen. So tragen wir dazu bei, dass all jene, die sich in der Weiterbildung mit Fragen der Professionalisierung beschäftigen, auf TAEPS aufbauende Forschungsideen entwickeln können. Denn die Arbeitsbedingungen der Erwachsenenbildung werden sich auch aufgrund der Corona-Pandemie in den kommenden Jahren deutlich ändern. Und nicht zuletzt werden wir auf der Basis dieser Studie unsere Angebote zum Wissenstransfer und in der Politikberatung ausweiten«.

  (14.07.2020, die/prh)

 

Duales Studium wird immer wichtiger

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Duale Studiengänge leisten durch die Verzahnung von Hochschulstudium und dualer Berufsausbildung und Praxisphasen in Unternehmen einen wertvollen Beitrag für die Ausbildung von Fachkräften. Die Studierenden erwerben ein spezifisches Kompetenzprofil, das Praxis, Berufs- und Hochschulbildung vereint.

Das macht die Bundesregierung in ihrer Antwort zur Zukunft des dualen Studiums auf die Kleine Anfrage der FDP-Fraktion deutlich. Die tertiäre Bildung an der Schnittstelle von beruflicher und akademischer Ausbildung sei ein sich dynamisch entwickelnder Bildungsbereich, betont die Bundesregierung. Die Zahl der dual Studierenden sei zwischen 2005 von 9.753 auf 104.929 im Jahr 2017 um das fast Elffache gestiegen. Die Bundesregierung wertet dies als positive Entwicklung.

Die tertiäre Bildung an der Schnittstelle von beruflicher und akademischer Ausbildung ist ein sich dynamisch entwickelnder Bildungsbereich. Die Zahl der Studienanfänger*innen dualer Studiengänge ist zwischen 2005 (2.340) und 2017 (27.212) um fast das Zwölffache und die Anzahl der dual Studierenden im selben Zeitraum (9.753 im Jahr 2005 auf 104.929 im Jahr 2017) um fast das Elffache gestiegen. Dies ist eine positive Entwicklung. Duale Studiengänge leisten durch die Verzahnung von Hochschulstudium und dualer Berufsausbildung bzw. Praxisphasen in Unternehmen einen wertvollen Beitrag für die Ausbildung von Fachkräften mit einem spezifischen Kompetenzprofil, das Praxis, Berufs- und Hochschulbildung vereint.

Angesichts der Dynamik der Entwicklung und der Heterogenität der Umsetzungsmodelle dualer Studienangebote in den Ländern habe das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Juni 2020 eine europaweite Ausschreibung für einen Auftrag für eine wissenschaftliche Studie »Duales Studium: Umsetzungsmodelle und Entwicklungsbedarfe« veröffentlicht.

Die Studie soll das Ziel verfolgen, Transparenz zu den verschiedenen Umsetzungsmodellen dualer Studiengänge herzustellen, sowie auf Grundlage der Ergebnisse potentiell nötige Änderungen von Regelungen und bildungspolitische Entwicklungen für duale Studiengänge und duale Studienangebote zu ermitteln. Eine Prognose für weitere Entwicklungen und eine Vorwegnahme politischer Handlungsbedarfe sei ohne wissenschaftliche Evidenz nicht möglich, betont die Bundesregierung.

  (14.07.2020, prh)

Im Wortlaut: Antwort der Bundesregierung (PDF, 20 Seiten)

 

Die Bezeichnung »Webinar« ist markenrechtlich geschützt – drohen nun Abmahnungen?

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Seit kurzem wird die Branche der Bildungsanbieter durch die Nachricht aufgeschreckt, die Verwendung des Begriffs »Webinar« sei geschützt und könne ggfs. zu Abmahnungen führen.

So verwiesen etwa die Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz und zuvor schon der Zentralverband des Deutschen Handwerks in einem Newsletter darauf hin, dass die unautorisierte Bezeichnung »Webinar« unter Umständen abgemahnt werden könne - Empfehlung: Wer Kurse, Seminare oder andere Bildungsangebote per Internet durchführt, solle in jedem Fall den geschützten Begriff vermeiden.

Die rechtlichen Einschätzungen dieses Sachverhalts erscheinen allerdings nicht eindeutig zu sein: So sieht etwa RA Dr. Maximillian Greger im Law Blog eine eher »beschreibende Benutzung«, die nach § 23 Nr. 2 MarkenG ausdrücklich gestattet sei, während eine Stellungnahme des Projekts Rechtsinformationsstelle Digitale Hochschule NRW zwar auch die Möglichkeit einer »Beschreibung« einräumt, doch eher mit der Einordnung des Begriffs als »Gattungsbezeichnung« argumentiert.

Damit wird auch hier am Ende keine klare Empfehlung stehen können – es wird jedoch nicht schaden, sich für die Verwendung des Begriffs zu sensibilisieren und zu prüfen, ob man je nach Kontext nicht sinnvolle Alternativen, wie »Onlineseminar« o.ä., benutzen möchte.
  (06.07.2020, prh)

siehe auch: Der Begriff »Webinar«: Ein geschützter Begriff?

 

BMAS startet Bundesprogramm zum Aufbau von Weiterbildungsverbünden

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Seit dem 2. Juli 2020 können Bewerbungen für das Bundesprogramm »Aufbau von Weiterbildungsverbünden« eingereicht werden. Damit setzt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales eine zentrale Vereinbarung aus der Nationalen Weiterbildungsstrategie um. Für die Bewerbung müssen bis spätestens 25. August 2020 aussagekräftige Projektskizzen bei der Gesellschaft für soziale Unternehmensberatung mbH (gsub) eingereicht werden.

Mit dem Förderprogramm sollen insbesondere Beschäftigte von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) die Möglichkeit erhalten, häufiger an Weiterbildungen teilzunehmen. Ziel ist es, mit Hilfe regionaler Koordinierungsstellen verbindliche Kooperations- und Vernetzungsstrukturen zwischen Unternehmen, Bildungs- und Beratungseinrichtungen sowie allen weiteren wichtigen Akteuren der Weiterbildungslandschaft aufzubauen. Regionale Wirtschafts- und Innovationsnetzwerke sollen so gestärkt werden.

Des Weiteren geht es darum,

  • den Weiterbildungsbedarf der Beschäftigten zu identifizieren und die KMU trägerneutral zu beraten,
  • Informationen zu beruflicher Weiterbildung zu recherchieren und aufzubereiten sowie an die KMU weiterzugeben und
  • die Bildungsstätten bzw. -träger bei der inhaltlichen Ausgestaltung neuer Weiterbildungsmaßnahmen für die KMU zu unterstützen.

Staatssekretär Björn Böhning:

»Die Corona-Krise wird den vor allem digital getriebenen Strukturwandel unserer Arbeitsgesellschaft noch einmal deutlich beschleunigen und den Arbeitsmarkt verändern. Weiterbildung rückt dabei immer stärker in den Fokus. Wir brauchen neue Wege und betriebliche Strategien, um den Austausch der Unternehmen untereinander zu fördern und weitere Zugänge zu Wissen und Bildung für möglichst viele Beschäftigte zu schaffen. Mit dem Förderprogramm zur Unterstützung von Weiterbildungsverbünden rücken wir dem Ziel einer neuen Weiterbildungskultur in Deutschland ein Stück näher«.

Alle Antragsformulare, die Kontaktdaten und weitere Informationen für Rückfragen können über den Link unten erreicht werden.
  (03.07.2020, prh)

Aufbau von Weiterbildungsverbünden: Informationen und Formulare

Förderrichtlinie für das Bundesprogramm »Aufbau von Weiterbildungsverbünden« (PDF, 5 Seiten)

 

Gebärdensprache-Icon Leichte-Sprache-Icon DIPF-Logo

Aus- und Weiterbildung in Vietnam (Online-Seminar 1/6)

vom 17.08.2020 um 10:00 Uhr bis zum 17.08.2020 um 11:00 Uhr

An mehreren Vormittagen sind Sie für jeweils einige Stunden per Video-Konferenz »live« in Vietnam.

Für die geplanten Geschäftstreffen wird die AHK gemeinsam mit einer Übersetzerin oder einem Übersetzer zu den vietnamesischen Unternehmen reisen und Sie per Video-Call dazuschalten.

»Technical Visits«, hierunter verstehen der Veranstalter i-move Betriebsbesichtigungen oder Besichtigungen von Referenzobjekten und -projekten, runden die virtuelle Reise ab. Die Technical Visits werden als Videoaufzeichnung zur Verfügung gestellt.

Das vorläufige Programm der virtuellen Geschäftsanbahnung Vietnam:

Virtueller Vorbereitungsworkshop

10:00 – 11:00 Uhr

  • Umgang Software, Kennernlernen untereinander
  • inhaltliche und kulturelle Vorbereitung auf die Präsentationsveranstaltung und die B2B-Gespräche

Format: Microsoft Teams (live)

 

Aus- und Weiterbildung in Vietnam (Online-Seminar 2/6)

vom 24.08.2020 um 10:00 Uhr bis zum 24.08.2020 um 11:30 Uhr

An mehreren Vormittagen sind Sie für jeweils einige Stunden per Video-Konferenz »live« in Vietnam.

Für die geplanten Geschäftstreffen wird die AHK gemeinsam mit einer Übersetzerin oder einem Übersetzer zu den vietnamesischen Unternehmen reisen und Sie per Video-Call dazuschalten.

»Technical Visits«, hierunter verstehen der Veranstalter i-move Betriebsbesichtigungen oder Besichtigungen von Referenzobjekten und -projekten, runden die virtuelle Reise ab. Die Technical Visits werden als Videoaufzeichnung zur Verfügung gestellt.

Das vorläufige Programm der virtuellen Geschäftsanbahnung Vietnam:

Virtuelles Delegationsbriefing

10:00 – 11:30 Uhr

  • virtuelle Vorstellungsrunde
  • Grußwort und Vorstellung des Landes durch die AHK Vietnam
  • Einblick in die Politik Vietnams durch die Deutsche Botschaft
  • Einführung in den Wirtschaftsstandort Vietnam durch Germany Trade Invest - GTAI

Format: Microsoft Teams (live)

 

 

Aus- und Weiterbildung in Vietnam (Online-Seminar 3/6)

vom 25.08.2020 um 10:00 Uhr bis zum 25.08.2020 um 12:00 Uhr

An mehreren Vormittagen sind Sie für jeweils einige Stunden per Video-Konferenz »live« in Vietnam.

Für die geplanten Geschäftstreffen wird die AHK gemeinsam mit einer Übersetzerin oder einem Übersetzer zu den vietnamesischen Unternehmen reisen und Sie per Video-Call dazuschalten.

»Technical Visits«, hierunter verstehen der Veranstalter i-move Betriebsbesichtigungen oder Besichtigungen von Referenzobjekten und -projekten, runden die virtuelle Reise ab. Die Technical Visits werden als Videoaufzeichnung zur Verfügung gestellt.

Das vorläufige Programm der virtuellen Geschäftsanbahnung Vietnam:

Virtuelle Präsentationsveranstaltung

10:00 – 12:00 Uhr

  • Begrüßung durch Vertreter der AHK Vietnam
  • Fachvortrag über die Leistungsfähigkeit der deutschen Branche durch Vertreter von iMOVE
  • Präsentation der deutschen Firmen vor einem fachbezogenen Online-Publikum

Format: Microsoft Teams (live)

 

 

 

 

Aus- und Weiterbildung in Vietnam (Online-Seminar 4/6)

vom 26.08.2020 um 09:00 Uhr bis zum 26.08.2020 um 12:30 Uhr

An mehreren Vormittagen sind Sie für jeweils einige Stunden per Video-Konferenz »live« in Vietnam.

Für die geplanten Geschäftstreffen wird die AHK gemeinsam mit einer Übersetzerin oder einem Übersetzer zu den vietnamesischen Unternehmen reisen und Sie per Video-Call dazuschalten.

»Technical Visits«, hierunter verstehen der Veranstalter i-move Betriebsbesichtigungen oder Besichtigungen von Referenzobjekten und -projekten, runden die virtuelle Reise ab. Die Technical Visits werden als Videoaufzeichnung zur Verfügung gestellt.

Das vorläufige Programm der virtuellen Geschäftsanbahnung Vietnam:

 

  • Virtuelle Einzelgespräche zwischen deutschen Firmen und vietnamesischen Gesprächspartnern

Format: Microsoft Teams (live)

 

 

 

Aus- und Weiterbildung in Vietnam (Online-Seminar 5/6)

vom 27.08.2020 um 09:00 Uhr bis zum 27.08.2020 um 12:30 Uhr

An mehreren Vormittagen sind Sie für jeweils einige Stunden per Video-Konferenz »live« in Vietnam.

Für die geplanten Geschäftstreffen wird die AHK gemeinsam mit einer Übersetzerin oder einem Übersetzer zu den vietnamesischen Unternehmen reisen und Sie per Video-Call dazuschalten.

»Technical Visits«, hierunter verstehen der Veranstalter i-move Betriebsbesichtigungen oder Besichtigungen von Referenzobjekten und -projekten, runden die virtuelle Reise ab. Die Technical Visits werden als Videoaufzeichnung zur Verfügung gestellt.

Das vorläufige Programm der virtuellen Geschäftsanbahnung Vietnam:

 

  • Virtuelle Einzelgespräche zwischen deutschen Firmen und vietnamesischen Gesprächspartnern

Format: Microsoft Teams (live)

 

 

 

Aus- und Weiterbildung in Vietnam (Online-Seminar 6/6)

vom 28.08.2020 um 09:00 Uhr bis zum 28.08.2020 um 12:30 Uhr

An mehreren Vormittagen sind Sie für jeweils einige Stunden per Video-Konferenz »live« in Vietnam.

Für die geplanten Geschäftstreffen wird die AHK gemeinsam mit einer Übersetzerin oder einem Übersetzer zu den vietnamesischen Unternehmen reisen und Sie per Video-Call dazuschalten.

»Technical Visits«, hierunter verstehen der Veranstalter i-move Betriebsbesichtigungen oder Besichtigungen von Referenzobjekten und -projekten, runden die virtuelle Reise ab. Die Technical Visits werden als Videoaufzeichnung zur Verfügung gestellt.

Das vorläufige Programm der virtuellen Geschäftsanbahnung Vietnam:

  • virtuelle Referenzbesichtigung, Format: Video/ Aufzeichnung
  • virtuelle Einzelabschlußgespräche zwischen deutschen Firmen und AHK Vietnam (Termin einzeln vereinbart), Format: Microsoft Teams (live)

 

 

 

 

(Aus)Bildungskongress der Bundeswehr 2020 (Hamburg)

vom 01.09.2020 bis zum 03.09.2020

Der (Aus)Bildungskongress der Bundeswehr vereint mit einer wissenschaftlichen sowie praxisorientierten Tagung und einer inhaltlich begleitenden Fachausstellung zwei Veranstaltungen unter einem Dach. Der (Aus)Bildungskongress der Bundeswehr findet vom 1. bis 3. September 2020 an der Helmut-Schmidt-Universität / Universität der Bundeswehr Hamburg (HSU/UniBw H) statt.

Als Weiterentwicklung des seit 2004 jährlich an der Helmut-Schmidt-Universität / Universität der Bundeswehr Hamburg durchgeführten Fernausbildungskongresses der Bundeswehr bietet der (Aus)Bildungskongress der Bundeswehr unter dem Motto »(Aus)Bildung – Forschung – Technik« eine Plattform für Dialog, Netzwerkpflege und den Austausch mit Institutionen und Akteuren der Berufsbildung und der Bundeswehr.

»Digitale (Aus-) Bildung: Wird Intelligenz tatsächlich ‚künstlich‘?« ist 2020 das Thema der wissenschaftlichen sowie praxisorientierten Tagung und der begleitenden Fachausstellung.

 

Perspektiven für die berufliche Bildung (Online-Veranstaltung)

vom 06.10.2020 um 13:00 Uhr bis zum 07.10.2020 um 14:30 Uhr

Am 6. und 7. Oktober 2020 findet die BMBF-Statuskonferenz »Perspektiven für die berufliche Bildung« zum Programm JOBSTARTER plus statt. Es werden Erfahrungen und Ergebnisse aus sechs Jahren Programmlaufzeit präsentiert.

 

Europäische Woche der beruflichen Qualifikationen

vom 09.11.2020 bis zum 13.11.2020

Unter dem Motto #DiscoverYourTalent findet im November 2020 bereits zum fünften Mal die Europäische Woche der Berufsbildung in ganz Europa statt.

Die »Europäische Woche der beruflichen Qualifikationen« ist eine jährliche Veranstaltung, bei der lokale, regionale oder nationale Organisationen das Beste aus der beruflichen Aus- und Weiterbildung präsentieren.

 

didacta 2021 (Stuttgart)

vom 23.03.2021 bis zum 27.03.2021

Als Fachmesse gibt die didacta - die Bildungsmesse einen umfassenden Einblick in das gesamte Bildungswesen von der frühkindlichen Bildung, über die berufliche Bildung bis hin zum lebenslangen Lernen.

Im Jahr 2020 musste die Messe wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden.

 

 

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