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UPDATE: Wo sind welche Wei­­ter­­bil­­­dungs­­­­­­­ver­­­an­­­stal­­­tun­­­gen wieder erlaubt?

Informationen zu Wei­ter­bil­dungs­an­ge­bo­ten in Deutschland

Zur Eindämmung der Corona-Pandemie hatten Bund und Länder am 16. März 2020 ein umfangreiches Maßnahmepaket beschlossen. Die darin enthaltenen Einschränkungen umfassten unter anderem auch ein Verbot von Weiterbildungsveranstaltungen in Präsenzform bzw. die Schließung von Bildungseinrichtungen.

Inzwischen wird das Verbot in den Bundesländern teilweise aufgehoben und Bildungsveranstaltungen sind unter bestimmten Bedingungen wieder erlaubt.

Einen Überblick der aktuellen Regelungen haben wir in einer Tabelle zusammengefasst, die als PDF-Datei heruntergeladen werden kann. Für weitere Details benutzen Sie bitte die angegebene Quelle.

Wir werden diese Liste laufend aktualisieren.
Falls Sie Kenntnis von Änderungen erhalten, freuen wir uns über eine Nachricht an die Redaktion.

Letzte Aktualisierung: 26. Mai 2020


(26.05.2020, prh)

Bildungsveranstaltungen nach Bundesländern (PDF, 5 Seiten)

 

Masterstudium: Ja oder nein?

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Gezielte Online-Informationen beeinflussen weitere Studienpläne  

Online-Informationen zum Masterstudium verändern bei vielen männlichen Studierenden deren weitere Studienpläne. Werden sie gezielt über zusätzliche Erträge eines Masterstudiums und dessen Finanzierung im Vergleich zu einem Bachelorstudium informiert, wollen sie seltener direkt im Anschluss an den Bachelorabschluss einen Master machen.

Der Anteil sinkt in der untersuchten Stichprobe um fast 16 Prozentpunkte auf etwa 51 Prozent. Für Frauen lassen sich keine eindeutigen Effekte messen.

Das geht aus einer Studie auf Basis des Berliner-Studienberechtigten-Panels (Best Up) hervor. »Einmal mehr zeigt sich, wie wichtig relevante und zielgruppenspezifische Informationen für Bildungsentscheidungen sein können«, sagt C. Katharina Spieß, Leiterin der Abteilung Bildung und Familie am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin).

Gemeinsam mit Jan Berkes und Felix Weinhardt vom DIW Berlin sowie Frauke Peter vom Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung hat Spieß Befragungsdaten von mehr als 400 Studierenden aus den Jahren 2017 bis 2019 ausgewertet. Im Rahmen des Best-Up-Panels wurden einem Teil der Studierenden onlinebasiert Informationen zu den monetären und nichtmonetären Erträgen eines Masterabschlusses im Vergleich zu einem Bachelorabschluss präsentiert. Eine Kontrollgruppe erhielt diese – unter anderem mit Abbildungen und Audiobotschaften – speziell aufbereiteten Informationen nicht. Da sich beide Gruppen nur in der Informationsbereitstellung unterscheiden, aber etwa mit Blick auf die Geschlechteranteile oder den Bildungshintergrund der Eltern sehr ähnlich sind, können die gemessenen Effekte direkt auf die Informationen zurückgeführt werden.

Die Grafik zeigt, dass gezielte Informationen zu Erträgen und Finanzierung eines Masterstudiums dafür sorgen, dass dieses für junge Männer an Attraktivität relativ zu einem Bachelorstudium verliert:

Informationen zum Masterstudium2

 

In Corona-Zeiten gestiegenes Bewusstsein für Online-Angebote sollte genutzt werden

Mit zusätzlichen Online-Informationen schätzen Männer ihre Perspektiven ohne ein Masterstudium besser ein als zuvor. Das gilt sowohl mit Blick auf das erwartete Einkommen als auch mit Blick auf nichtmonetäre Aspekte wie den Anspruch beruflicher Tätigkeiten oder die Möglichkeit, Führungsverantwortung zu haben. Ein alleiniges Bachelorstudium gewinnt für sie also an Wert. Als Konsequenz planen Bachelorstudenten seltener die Aufnahme eines Masterstudiums. Und nicht nur das: Weitere Befragungen bis zu einem Jahr nach der Informationsbereitstellung zeigen, dass tatsächlich weniger Männer ein Masterstudium begonnen haben. Dass die Studienentscheidungen von Frauen durch die Informationen unberührt bleiben, kann mehrere Gründe haben: Vielleicht waren die präsentierten Informationen für sie nicht relevant oder sie waren bereits besser informiert.

Da die Informationen – wie die Studie ebenfalls zeigt – wirkungsvoll und ohne größere Kosten online bereitgestellt werden können, spricht den AutorInnen zufolge viel dafür, entsprechende Angebote über Apps oder andere Tools zu schaffen beziehungsweise auszubauen. Die Studienberatungen an den Hochschulen könnten auf solche Möglichkeiten der Information aufmerksam machen. »In Zeiten der Online-Lehre und präsenzfreier Hochschulen im Zuge des coronabedingten Shutdowns dürfte das Bewusstsein für online aufbereitete Informationen und die Bereitschaft, sich damit auseinanderzusetzen, gestiegen sein«, sagt Studienautor Jan Berkes. »Diese Chance könnte man jetzt nutzen, um künftig mehr Menschen informierte und bewusstere Bildungsentscheidungen zu ermöglichen«.

(25.05.2020, prh)

Zur Studie (PDF, 10 Seiten)

 

Die Hälfte der Gasthörer*innen im WS 2019/20 waren 60 Jahre oder älter

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Stärkste Zunahme bei Gasthörer*innen ab 80 Jahren   

37.200 Gasthörerinnen und Gasthörer haben im Wintersemester 2019/2020 Lehrveranstaltungen an deutschen Hochschulen besucht. Dies waren 0,5 % weniger als im Wintersemester 2018/2019 (37.400). Dabei blieb die Zahl der deutschen Gaststudierenden mit 33.400 (-0,1 %) weitgehend konstant, während die Zahl der ausländischen Gaststudierenden um 4,5 % auf 3.900 zurückging.

Gasthörer*innen können auch ohne formale Hochschulreife an einzelnen Kursen und Lehrveranstaltungen der Hochschulen teilnehmen. Zwar ist keine Abschlussprüfung möglich, dennoch gestattet das Gaststudium wissenschaftliche Weiterbildung und ist damit ein wichtiges Element im Kontext des »lebenslangen Lernens«. Im Vergleich zu den 2,9 Millionen ordentlich immatrikulierten Studierenden im Wintersemester 2019/2020 machten Gasthörer*innen 1,3 % aus.

Geschichte bei Gaststudierenden beliebtestes Studienfach

Gaststudierende haben häufig einen allgemeinen Zugang zu Lehrveranstaltungen. Soweit ein einzelnes Studienfach bestimmt werden konnte, zeigt sich zur Beliebtheit der Fächer: Geschichte (4.200 Gaststudierende), Wirtschaftswissenschaften (3.500 Gaststudierende) und Philosophie (3.000 Gaststudierende) waren 2019/2020 wie schon im vorherigen Wintersemester am beliebtesten. Diese Reihenfolge der beliebtesten Fächer galt auch für die deutschen Gaststudierenden. Bei den ausländischen Gaststudierenden lagen dagegen die Wirtschaftswissenschaften auf dem ersten Platz, gefolgt von Informatik und Elektrotechnik/Informationstechnik.

Gaststudierende im Durchschnitt 52,8 Jahre alt

Die demografische Struktur der Gaststudierenden hat sich gegenüber dem vorherigen Wintersemester kaum verändert. Der Frauenanteil blieb mit 48 % im Vergleich zum Vorjahr konstant, während der Anteil ausländischer Gaststudierender leicht um einen Prozentpunkt auf 10 % sank. Das Durchschnittsalter stieg von 52,4 auf 52,8 Jahre. 18.700 Gaststudierende (50 %) waren 60 Jahre oder älter. Am stärksten nahm die Zahl der Gasthörer*innen ab 80 Jahren zu: 1.900 Gaststudierende waren in dieser Altersgruppe, das waren 10 % mehr als im Wintersemester 2018/2019.

(21.05.2020, prh)

 

GRETA: Kompetenzen von Lehrenden anerkennen

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Mit den GRETA-Instrumenten zur Anerkennung von Kompetenzen eröffnen sich neue Möglichkeiten für die Protagonisten der Erwachsenen- und Weiterbildung: Lehrende können ihre Kompetenzen nachweisen und damit ihren beruflichen Standort bestimmen, Leitungskräfte gewinnen Kriterien zur Personalentwicklung und -auswahl.

Bundesweit nutzen Einrichtungen und Lehrende die Anerkennungsinstrumente bereits in der Praxis. In Pilotregionen wird deren Praxistauglichkeit erprobt - neben Sachsen ist nun Schleswig-Holstein die zweite Region, in der die GRETA-Instrumente in der Praxis getestet werden.

»GRETA – kompetent handeln in Training, Kurs und Seminar«. Unter diesem Claim kommen seit Ende 2019 Instrumente zur Anerkennung von Kompetenzen Lehrender in der Weiterbildungspraxis zum Einsatz. Lehrende erhalten die Möglichkeit, ihre Kompetenzen zu identifizieren und validieren zu lassen. Zum anderen erhalten sie Rückmeldung für ihre persönliche Weiterentwicklung. Einrichtungen können mit diesen Instrumenten Anforderungen an das lehrende Personal definieren, Personal zielgerichtet rekrutieren und fortbilden.

Seit 2019 fördert der Freistaat Sachsen bereits die Nutzung der Instrumente und nun geht Schleswig-Holstein als zweite Erprobungsregion an den Start – Einrichtungen und Lehrende aus unterschiedlichen Feldern der Erwachsenen- und Weiterbildung nehmen teil. »Hotspot«, zentraler Ansprechpartner und Multiplikator ist das ver.di-Forum Nord, das Wirtschaftsministerium des Landes Schleswig-Holstein unterstützt das Projekt ideell. Der Startschuss für die Kooperation wird – coronabedingt – in Form eines Webinars am 26. Mai gegeben; Interessierte sind herzlich eingeladen, sich dafür anzumelden. Ziel des Projekts ist, die Qualität und Professionalität zu erhöhen und den Status der Lehrenden in der Erwachsenen- und Weiterbildung zu verbessern.

Gelingen kann das nur, wenn alle Akteur*innen der Erwachsenenbildung an einem Strang ziehen. Das von vielen Verbänden bereits anerkannte GRETA-Kompetenzmodell kann dabei das Herzstück für ein gemeinsames Bewusstsein hinsichtlich der Anforderungen der Branche sein. Weil der Weiterbildungsbereich sehr vielfältig ist, sind die GRETA-Instrumente aber nicht starre Lösungen, sondern Angebote für verschiedene Einsatzmöglichkeiten.


(19.05.2020, prh)

Weiterführende Informationen

 

Arbeit-von-Morgen-Gesetz bringt höhere Zuschüsse für berufliche Weiterbildung

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Der Bundesrat hat 15. Mai 2020 dem vom Bundestag beschlossenen »Arbeit-von-Morgen-Gesetz« grünes Licht erteilt. Es schafft weitere Erleichterungen beim Kurzarbeitergeld, enthält Sonderregelungen für die betriebliche Mitbestimmung und sorgt für Verbesserungen bei der Aus- und Weiterbildung von Beschäftigten.

Verlängerung von Kurzarbeitergeld

Die Änderungen beim Kurzarbeitergeld sollen die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Arbeitsmarkt etwas abfedern. Die Bundesregierung wird deshalb bis 2021 ermächtigt, die Bezugsdauer der Leistung bei außergewöhnlichen Verhältnissen von 12 auf 24 Monate zu verlängern. Eigentlich ist eine solche Verlängerung nur möglich, wenn eine Gesamtstörung des Arbeitsmarktes vorliegt. Außerdem stellt das Gesetz sicher, dass ein Hinzuverdienst dann nicht auf das Kurzarbeitergeld angerechnet wird, wenn es sich bei der neu aufgenommenen Nebenbeschäftigung um einen Minijob in einem systemrelevanten Bereich handelt. Diese Bestimmungen sind erst durch den Bundestagsbeschluss in den ursprünglichen Gesetzentwurf der Bundesregierung aufgenommen worden.

Erleichterungen bei betrieblicher Mitbestimmung

Gleiches gilt für die Corona-bedingten Sonderregelungen bei der betrieblichen Mitbestimmung: Hiernach können Betriebsräte ihre Beschlüsse bis zum 31. Januar 2021 per Telefon- oder Videokonferenz fassen und auf eine Präsenzsitzung verzichten; ebenso die Jugend- und Auszubildendenvertretungen. Ebenfalls bis Ende Januar 2021 dürfen Betriebsversammlungen über Videokonferenzen durchgeführt werden.

Höhere Zuschüsse für berufliche Weiterbildung

Im Übrigen nimmt das Gesetz vor allem den Strukturwandel auf dem Arbeitsmarkt in den Blick: Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sollen in die Lage versetzt werden, den Wandel von Jobs durch digitale Technologien und ökologische Erfordernisse mitzugehen. Dafür wird die Weiterbildungsförderung der Beschäftigten verbessert. So erhalten Beschäftigte und Arbeitgeber künftig höhere Zuschüsse in der beruflichen Weiterbildung, wenn eine entsprechende Betriebsvereinbarung oder ein Tarifvertrag betriebsbezogene Weiterbildung vorsieht. Sammelanträge sollen die Weiterbildung von Beschäftigten handhabbarer machen.

Rechtsanspruch auf Nachqualifizierung

Außerdem wird die Regelung zur Zahlung von Weiterbildungsprämien verlängert und ein Rechtsanspruch auf Förderung einer beruflichen Nachqualifizierung für Geringqualifizierte eingeführt, damit sie einen Berufsabschluss nachholen können.

Verbesserungen für Transfergesellschaften

Auch die Qualifizierungsmöglichkeiten in einer Transfergesellschaft werden verbessert. Dafür hebt das Gesetz die bisherige Begrenzung auf Ältere und Geringqualifizierte auf. Außerdem kann sich die Bundesarbeitsagentur künftig bis zu 75 Prozent an den Kosten für Qualifizierungsmaßnahmen beteiligen.

Weiterentwicklung der Assistierten Ausbildung

Erweiterte Fördermöglichkeiten gibt es darüber hinaus im Ausbildungsbereich. Hierfür wird die Geltung des Instruments Assistierte Ausbildung verlängert und weiterentwickelt. Anders als bislang gilt diese Unterstützung künftig auch für Grenzgängerinnen und Grenzgänger.

Eine weitere Neuerung steht ganz im Zeichen der Digitalisierung: Die Arbeitslosmeldung soll auch elektronisch möglich sein.

Unterzeichnung, Verkündung und Inkrafttreten

Das Gesetz wird nun über die Bundesregierung dem Bundespräsidenten zur Unterzeichnung vorgelegt. Danach kann es im Bundesgesetzblatt verkündet werden. Es soll grundsätzlich am Tag nach der Verkündung in Kraft treten. Die Regelungen zum Kurzarbeitergeld und zur betrieblichen Mitbestimmung treten rückwirkend zum 1. März 2020 in Kraft. Die elektronische Arbeitslosmeldung ist erst ab Januar 2022 möglich. (16.05.2020, prh)

siehe auch: Deutscher Bundestag beschließt »Arbeit-von-morgen-Gesetz«

 

Die Corona-Pandemie wird die Bildungslandschaft nachhaltig verändern

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Die Kontaktbeschränkungen infolge der Corona-Pandemie haben den Präsenzunterricht in der Weiterbildung zum Erliegen gebracht. Rund zwei Drittel der hessischen Weiterbildungseinrichtungen haben Änderungen ihres Geschäftsmodells vorgenommen und setzen nun verstärkt auf E-Learning-Angebote.

73 Prozent der Bildungseinrichtungen bieten zusätzliche Webinare an, 54 Prozent Web-Based-Trainings. Dies ist ein Ergebnis einer repräsentativen Umfrage von Weiterbildung Hessen e.V. unter den über 300 Mitgliedseinrichtungen.

»Die Corona-Pandemie wird die Bildungslandschaft nachhaltig verändern«, ist sich Christian Spahn, Geschäftsführer von Weiterbildung Hessen e.V., sicher. »Das digitale Lehrangebot wird als Unterstützung des Präsenzunterrichts massiv an Bedeutung gewinnen. Wir sehen aktuell, wie Bildungseinrichtungen digital aufrüsten, um den Ausfall im klassischen Betrieb ansatzweise kompensieren zu können. Immerhin sieht sich jede achte Weiterbildungseinrichtung aufgrund der geltenden Einschränkungen von Insolvenz bedroht«. Die Ergänzung durch digitale Lernsysteme werde auch mit den seit heute gültigen Lockerungen in Hessen, nach denen bis zu 5 Teilnehmende pro Präsenzveranstaltung erlaubt sind, weiterhin notwendig sein, so Spahn.

Über 90 Prozent der hessischen Bildungsanbieter stimmen laut der Befragung von Weiterbildung Hessen e.V. der Aussage zu, dass der Digitalisierungsgrad der Bildungseinrichtungen bereits kurzfristig steigen wird. Drei von vier Bildungseinrichtungen gehen davon aus, dass in Zukunft noch stärker auf E-Learning-Angebote gesetzt wird. Daraus folgt jedoch nicht das Ende des Präsenzunterrichts in der Weiterbildung. 75 Prozent der Einrichtungen erwarten nicht, dass zukünftig der Präsenzunterricht an Bedeutung verlieren wird. Die digitalen Möglichkeiten werden vielmehr verstärkt zur Erweiterung und Optimierung des Lehrangebotes genutzt werden.

Dies sieht auch Christian Spahn so: »Gerade die aktuellen Erfahrungen durch die Pandemie zeigen, wie wichtig soziale Kontakte sind. Der zwischenmenschliche Kontakt fördert auch den Bildungserfolg. Digitale Lerninhalte bieten aber vielfältige Möglichkeiten, das Lehrangebot zu ergänzen.« Allerdings sei jetzt die Politik dringend gefordert, die hierfür benötigte technische Infrastruktur auch bereitzustellen: »Jeder dritte Bildungseinrichtung in Hessen bemängelt die unzureichende Breitbandversorgung. Die Digitalisierung in Wirtschaft und Gesellschaft kann jedoch nicht befördert werden, wenn die grundlegende technische Infrastruktur fehlt«, beklagt Spahn.

Hintergrund
Weiterbildung Hessen e.V. wurde 2003 auf Initiative von 50 hessischen Weiterbildungseinrichtungen mit Unterstützung des Hessischen Wirtschaftsministeriums (HMWEVW) gegründet. Mit seinen Gütesiegeln fördert der Verein eine hohe Qualität und Transparenz in der hessischen Bildungslandschaft. Er ist im Auftrag des HMWEVW für mehrere Projekte verantwortlich, unter anderem für »ProAbschluss« und die Hessische Weiterbildungsdatenbank. Heute gehören dem Verband über 300 Mitglieder an.



(14.05.2020, prh)

Zu den Ergebnissen der Befragung (PDF, 8 Seiten)

 

Neue Fortbildungen für die Medien- und Veranstaltungsbranche

Artikel-Bild© Ralph Larmann

Klarere Spezialisierungen – höhere Transparenz – bessere Durchlässigkeit 

Eine Ausbildung in der Medien- und Veranstaltungsbranche trifft bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf breites Interesse. Um in diesem attraktiven Bereich der dualen Berufsausbildung weitere Karriereperspektiven zu eröffnen, hat das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) gemeinsam mit den zuständigen Bundesministerien sowie den Sozialpartnern und Sachverständigen aus der betrieblichen Praxis drei neue Fortbildungsregelungen für die Medien- und Veranstaltungs­branche erarbeitet.

Die Fortbildungsregelungen »Geprüfte/-r Medienfachwirt/-in«, »Geprüfte/-r Industriemeister/-in – Fachrichtung Printmedien« sowie »Geprüfte/-r Meister/-in für Veranstaltungstechnik« greifen inhaltlich auch Veränderungen durch die zunehmende Digitalisierung und Vernetzung auf. Insbesondere im mittleren Management bedeutet dies für Beschäftigte mit höherer Fachkompetenz und Führungsverantwortung eine deutliche Erweiterung ihres Tätigkeitsfeldes. Gleichzeitig sollen durch die neuen Fortbildungs­rege­lungen die Transparenz erhöht und individuelle Spezialisierungen besser erkennbar werden.

Geprüfte Meister/-innen für Veranstaltungstechnik arbeiten insbesondere bei Rundfunk- und Fernsehunternehmen, bei veranstaltungstechnischen Dienstleistern, bei Kongressen und Messen sowie in Opern- und Schauspielhäusern oder Konzerthallen. Um in diesen Bereichen tätig sein zu können, müssen angehende Meister/-innen durch schriftliche Prüfungen nachweisen, dass sie veranstaltungstechnische Projekte planen, technisch leiten und umsetzen sowie Personal anleiten und betriebliche Prozesse organisieren können.

Das »Meisterstück« ist die Planung und technische Umsetzung eines eigenständigen Veranstaltungsprojektes. Auf dem Abschlusszeugnis wird dokumentiert, in welcher Funktion die zu prüfende Person tätig war: als technische/-r Gesamtleiter/-in der Produktion oder der Veranstaltungsstätte, als technische/-r Fachbereichsleiter/-in für Bühnen-, Beleuchtungs-, Beschallungs- oder Medientechnik oder in anderer technischer Leitungsfunktion. Diese Funktionsbezeichnung ermöglicht zukünftigen Arbeitgebern die bessere Einordnung der Qualifikation der Führungskraft.

In der Digital- und Printmedienbranche gibt es bereits zwei gut etablierte Fortbildungs­angebote: Geprüfte Medienfachwirte und -fachwirtinnen haben überwiegend im Bereich der Druckvorstufe und der Digitalmedienproduktion ihre erste Qualifikation erworben. Geprüfte Industriemeister/-innen – Fachrichtung Printmedien kommen meist aus der Druckproduktion und der Druckweiterverarbeitung. Wer eine dieser Fortbildungen absolviert, arbeitet in verschiedenen Bereichen und Tätigkeitsfeldern eines Medienunternehmens, in der Werbebranche oder in Marketingabteilungen von Betrieben unterschiedlicher Branchen und nimmt dort Sach-, Organisations- und Führungsaufgaben wahr.

Um einen dieser beiden Medien-Fortbildungsabschlüsse zu erlangen, müssen Prüfungen unter anderem aus den Bereichen Medienproduktion sowie Führung und Organisation absolviert werden. Innerhalb einer Projektarbeit können die Prüflinge dann zeigen, dass sie entsprechend ihrer beruflichen Spezialisierung ein Medienprojekt eigenständig planen und durchführen können. Entsprechend der gewählten Spezialisierung wird auf dem Zeugnis vermerkt, ob beim Abschluss Medienfachwirt/-in die Wahlqualifikation »Printmedien« oder »Digitalmedien« beziehungsweise beim Abschluss Industriemeister/-in – Fachrichtung Printmedien die Wahlqualifikation »Druck und Druckveredelung« oder »Druckweiterverarbeitung« gewählt wurde. Mit dieser Spezialisierungsmöglichkeit konnte auch die Integration des bisherigen Fortbildungsabschlusses »Geprüfte/-r Industriemeister/-in – Fachrichtung Buchbinderei« in die neue Industriemeisterregelung vollzogen werden.

  (13.05.2020, prh)

Weiterführende Informationen (PDF, 2 Seiten)

 

Rheinland-Pfalz: Weiterbildungen in Teilbereichen wieder möglich

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Volkshochschulen, Weiterbildungsträger und sonstige öffentliche und private Bildungseinrichtungen im außerschulischen Bereich können seit dem 3. Mai bestimmte qualifizierende Bildungsangebote wiederaufnehmen. Dies betrifft vorbereitende Kurse für den Erwerb von Schulabschlüssen, z.B. Berufsreife und Realschulabschluss, und Alphabetisierungskurse.

Dabei dürfen die Gruppengrößen inklusive der Lehrperson fünfzehn Personen nicht überschreiten. Für alle Bildungsangebote gilt, dass ein Mindestabstand von anderthalb Metern sowie die Hygieneanforderungen eingehalten werden müssen.

»Die Weiterbildung übernimmt insbesondere im Bereich der zweiten Chance eine wichtige Funktion. Für Menschen, die noch keinen Schulabschluss erwerben konnten, oder bisher nicht ausreichend lesen und schreiben gelernt haben, werden neue Bildungswege eröffnet. Es ist gut, dass diese wichtigen Kurse nun unter Einhaltung von Schutz- und Sicherheitskonzepten wieder starten können«, heißt es in einer Stellungnahme des Landes-Weiterbildungsministers Konrad Wolf.

Hintergrund
Die Regelungen in der fünften Coronabekämpfungsverordnung des Landes Rheinland-Pfalz basieren auf den Vereinbarungen, die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten mit der Bundeskanzlerin getroffen haben.

  (06.05.2020, prh)

QUELLE: Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur

vergleiche: Wegen Corona: Bildungsveranstaltungen werden bundesweit abgesagt

 

Berufliche Bildung in der digitalen Arbeitswelt

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In ihrer 21. Sitzung hat die Enquete-Kommission »Berufliche Bildung in der digitalen Arbeitswelt« am Montagmittag in einer öffentlichen Anhörung - online - über Wege in die qualifizierte Erwerbstätigkeit diskutiert. Auch ging es um das Spektrum und die Erfolgsfaktoren der Förderinstrumente. Für die Anhörung hatte die Kommission externe Sachverständige der Bundesagentur für Arbeit (BA) und des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) eingeladen.

Die Leiterin des Geschäftsbereichs Arbeitsmarkt, Nicole Cujai (BA), berichtete den Kommissionmitgliedern von dem »umfangreichen Förderinstrumentarium«, um junge Menschen auf dem Weg zum Ausbildungs- und Berufsabschluss zu unterstützen. »Die Instrumente knüpfen an die Phase an, in der sich die jeweiligen Teilnehmer befinden«, erklärte Cujai. Die Maßnahmen beim Übergang in die Ausbildung umfassten etwa Berufsorientierungsmaßnahmen, Aktivierungshilfen für Jüngere und berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen. Wenn eine Ausbildung begonnen worden sei, gebe es ausbildungsbegleitende Hilfen oder die assistierte Ausbildung.

Die digitale Vermittlung und die Vertiefung digitaler Kompetenzen sei in alle Förderleistungen einzubeziehen und eröffne neue Möglichkeiten, etwa um ungünstige Rahmenbedingungen im ländlichen Raum oder bei auswärtigem Blockschulunterricht zu verbessern. Ein wichtiger Faktor beim Einsatz von Maßnahmen sei die Kooperation der Partner. Diese müsse alle Ebenen im föderalen System umfassen, so dass Redundanzen und Förderlücken vermieden werden könnten. »Menschen ohne Berufsabschluss haben eine drei Mal höhere Gefahr, arbeitslos zu werden«, sagte die Sachverständige. Es sei darüber hinaus wichtig, unter Einhaltung datenschutzrechtlicher Vorschriften, Plattformen und Messenger-Dienste zu schaffen.

Frank Neises (BIBB) aus der Fachstelle für Übergänge in Ausbildung und Beruf berichtete von zunehmenden Passungsproblemen: »Auf der einen Seite gibt es Schwierigkeiten, geeignete Auszubildende zu finden, auf der anderen Seite stehen Jugendliche, die keine Ausbildung oder nicht die richtige finden.« Die Gründe dafür seien divers. Im Osten Bayerns kämen etwa 130 Jugendliche auf 100 Lehrstellen, im Ruhrgebiet seien es nur 80. Besetzungsprobleme gebe es vor allem in Handwerksberufen und Berufen einfacher Dienstleistungen sowie für kleinere und mittlere Unternehmen sowie für Kleinstbetriebe. »Die Entspannung am Arbeitsmarkt kommt bei Jugendlichen mit Förderbedarf zudem weniger an«, sagte Neises. Risiken bestünden besonders für Jugendliche ohne Hauptschulabschluss, junge Mütter, aber auch für Jugendliche mit Migrationshintergrund. Auch die Förderschule sei oftmals eine »berufliche Sackgasse«, sagte Neises.

Er verdeutlichte, dass es mit mehr als 300 Angeboten eine Vielfalt an bundesweit angebotenen Regelinstrumenten, Programmen von Bund und Ländern sowie solchen in schulischen Bildungsgängen gebe. 16 der Programme reagierten explizit auf Herausforderungen der Digitalisierung, sagte er. »Gerade für Jugendliche mit besonderem Förderbedarf droht eine Zunahme der digitalen Spaltung«, betonte der Sachverständige. Bisherige Erkenntnisse zeigten, dass es statt vieler Einzelmaßnahmen eine Prozessbegleitung und »Hilfen aus einer Hand« brauche.

Auch Hemkes sagte, es sei wichtig, dass nicht nur der Einstieg, sondern der gesamte Prozess begleitet werde. In den vergangenen zwei Jahrzehnten habe es zahlreiche Initiativen zu Gleichwertigkeit und Durchlässigkeit im System gegeben. Insgesamt sei eine »sehr hohe Durchdringung des Marktes mit Qualitätssicherungssystemen« festzustellen, sagte Hemkes. Es werde davon ausgegangen, dass 80 Prozent aller Anbietern von Weiterbildungsmaßnahmen über ein solches System verfügten. Trotzdem könnten Qualitätssicherungs-Mechanismen noch weiter gestärkt werden. Dabei gehe es darum, dass Nutzer noch besser befähigt werden könnten, die Weiterbildung in Anspruch zu nehmen, die sie benötigten. Auch Weiterbildungs-Guides und Bewertungs- und Erfahrungstools könnten dabei helfen.

QUELLE: Nach einer Mitteilung des Deutschen Bundestages

  (05.05.2020, prh)

 

»Weiterbildung in Niedersachsen« wird ausgeweitet

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Niedersächsischer Wirtschaftsminister Dr. Althusmann: Berufliche Weiterbildung stärken, sobald es die Umstände zulassen  

Die Förderung von individuellen beruflichen Weiterbildungsmaßnahmen nach dem ESF-Förderprogramm »Weiterbildung in Niedersachsen« (WiN) wird ab sofort wieder auf Beschäftigte aller Betriebe, insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) sowie auf alle Weiterbildungsthemen in ganz Niedersachsen ausgeweitet. Lediglich reine Sprachkurse werden nicht gefördert. Landesweit gelten die gleichen Rahmenbedingungen.

Althusmann: »Sobald sich das Wirtschaftsleben nach den Corona-Maßnahmen wieder normalisiert, wollen wir einen Anreiz für berufliche Weiterbildung schaffen. Für Unternehmen und ihre Beschäftigten sind berufliche Weiterbildung und lebenslanges Lernen essentiell, um den technologischen und digitalen Wandel zu meistern. Wir brauchen vor allem einen Schub für betriebliche Weiterbildungsangebote, die stärker als bisher Präsenzseminare durch digitale und virtuelle Lernmethoden ergänzen«.

Hintergrund
Die seit Mai 2019 im EU-Gebiet »Stärker entwickelte Regionen« geltenden Beschränkungen auf Kleinstbetriebe und auf Digitalisierung laufen zum 30. April 2020 aus. Die neuen Fördermöglichkeiten im EU-Gebiet »Stärker entwickelte Regionen« werden erheblich verbessert und an die Förderung im EU-Programmgebiet »Übergangsregion« angeglichen. Geförderte Weiterbildungsmaßnahmen dürfen bis zum 30. Juni 2022 laufen.

Gefördert werden am Markt existierende Weiterbildungsmaßnahmen mit einer Mindestfördersumme von 1.000 Euro und bis zu 50 Prozent für Lehrgangs- und Freistellungsausgaben. Bei Onlinekursen sind nur die Lehrgangsgebühren in Höhe von bis zu 50 Prozent förderfähig.


(04.05.2020, prh)

Weitere Hinweise und Fördervoraussetzungen auf der Internetseite der NBank

 

EU-weites Pilotprojekt zur Entwicklung von Kompetenzen und Bildung am Start

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Die EU will Studierende und Lernende sowie Unternehmen, die in die Weiterqualifizierung ihrer Beschäftigten investieren, unterstützen. Der Europäische Investitionsfonds (EIF) und die Europäische Kommission haben daher Ende April 2020 ein neues, mit 50 Mio. Euro ausgestattes Pilotprojekt gestartet. Ziel der neuen Pilot-Bürgschaftsfazilität ist es, Einzelpersonen und Organisationen, die in Kompetenzen und Bildung investieren möchten, den Zugang zu Finanzmitteln zu erleichtern.

Die Pilotbürgschaft für Kompetenzen und Bildung (»S&E Pilot«) soll dazu beitragen, Arbeitsplätzen zu schaffen und auf die sich wandelnden Bedürfnisse der europäischen Wirtschaft zu reagieren. Angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage, in der sich die europäischen Bürger und Unternehmen derzeit aufgrund der Coronavirus-Pandemie befinden, ist diese Initiative besonders wichtig. Sie wird Unternehmen und Studierende während und nach der Krise unterstützen, damit Europa sich weiterentwickeln, bei globalen technologischen Entwicklungen führend bleiben, seine wissensbasierte Wirtschaft vorantreiben und sich rascher wirtschaftlich erholen kann.

Der Vizepräsident der Europäischen Kommission für die Förderung unserer europäischen Lebensweise, Margaritis Schinas, erklärte: »Mit einem potenziellen Investitionsvolumen von 200 Mio. Euro zur Förderung von Bildung und Kompetenzen ist die Pilotbürgschaft ein wichtiger Schritt, um unsere Gesellschaften und Volkswirtschaften resilienter zu machen, während die EU sich von der COVID-19-Pandemie erholt. Sie kann die notwendige Unterstützung für die Entwicklung von Lernmöglichkeiten und Kompetenzen in einigen besonders kritischen Sektoren wie Gesundheit, Bildung, Sicherheit, der digitalen und der grünen Wirtschaft bereitstellen. Da der Zugang zu Finanzmitteln sowohl Lernenden als auch Unternehmen und Bildungseinrichtungen offensteht, kann ein sehr großer Kreis von Empfängern von dieser Initiative profitieren«.

In seiner ersten Phase wird das S&E-Pilotprojekt eine EU-Bürgschaft in Höhe von bis zu 50 Mio. Euro bereitstellen, die durch den Europäischen Fonds für strategische Investitionen (EFSI) garantiert wird, um Fremdfinanzierungen in Höhe von mehr als 200 Mio. Euro für Projekte in den Bereichen Kompetenzen und Bildung zu mobilisieren. Interessierte Finanzinstitute oder Anbieter der allgemeinen und beruflichen Bildung können sich als Finanzintermediäre bewerben und sich im Rahmen der vom EIF veröffentlichten offenen Aufforderung zur Interessenbekundung an dem Projekt beteiligen. Die Auswahl der Finanzintermediäre wird vom EIF verwaltet.

Der EIF bietet eine unentgeltliche gedeckelte Erstausfallgarantie (oder Rückbürgschaft) für ausgewählte Finanzintermediäre, die neue Fremdfinanzierungsportfolios für Studierende und Unternehmen aufbauen. Förderfähige Studierende und Unternehmen erhalten durch spezielle Intermediäre wie Finanzinstitutionen, Hochschulen und Berufsbildungszentren Zugang zu verschiedenen Arten der Finanzierung (z.B. Darlehen, Zahlungsaufschübe, einkommensabhängige Darlehen), die von der EU garantiert werden. Dank der Bürgschaft erhalten die Begünstigten am Ende leichter und zu besseren Bedingungen Zugang zu Finanzmitteln.

Die Initiative soll 2020 erprobt und anschließend als allgemeines europäisches Finanzierungsinstrument in den nächsten mehrjährigen Finanzrahmen der EU (2021-2027) aufgenommen werden. Außerdem wird die europäische Plattform für Investitionsberatung Unterstützung für den Kapazitätsaufbau zur Förderung des Pilotprojekts bereitstellen.

Hintergrund

Im Rahmen des S&E-Pilotprojekts sollen folgende Endbegünstigte unterstützt werden:

  • Einzelpersonen (Studierende und Lernende), die ihre Studien fortsetzen und ihre Kompetenzen im Rahmen der Hochschulbildung, der beruflichen Bildung, des lebenslangen Lernens oder anderer Formen der Bildung, unter anderem auf digitalem Weg, ausbauen möchten. Das Pilotprojekt wird außerdem die Mobilität von Studierenden und Lernenden unterstützen, die ein Bildungsprogramm in einem anderen als ihrem Wohnmitgliedstaat absolvieren möchten.
  • Europäische Unternehmen, die zu diesen Bemühungen der Um- und Weiterqualifizierung beitragen und sie fördern wollen, indem sie in den Ausbau und die bessere Nutzung der Kompetenzen ihrer Arbeitskräfte investieren. Dadurch werden die Wettbewerbsfähigkeit und die Produktivität der Unternehmen gesteigert und Arbeitsplätze erhalten.
  • Europäische Einrichtungen, die in der Kompetenzentwicklung, der allgemeinen und beruflichen Bildung oder der Projektentwicklung im Bildungsbereich tätig sind. Ihr Ziel ist es, das Ökosystems des Angebots im Bereich allgemeine und berufliche Bildung sowie kompetenzbezogener Dienstleistungen – auch auf digitalem Weg – zu verbessern. Kindergärten, Vorschulen, Einrichtungen der frühkindlichen Betreuung und ähnliche Organisationen fallen ebenfalls in diese Kategorie.

(04.05.2020, prh)

Weiterführende Informationen (PDF, 2 Seiten)

Aufforderung zur Interessenbekundung (englischsprachig)

 

Medienbildung und digitale Kompetenzen

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Bündnis 90/Die Grünen fordern die Bundesregierung auf, eine »Bundeszentrale für digitale und Medienbildung« auf den Weg zu bringen. Der Bund solle so digitalpädagogische Kompetenzen bündeln, vermitteln und fördern. Die neue Bundeszentrale soll zunächst als befristetes Bund-Länder-Modellprojekt gegründet werden.

Das Projekt solle eine Online-Plattform inklusive App umfassen, die die unterschiedlichen und zahlreichen Angebote der digitalen Medien und Medienbildung bündeln und nutzerfreundlich präsentiert. Das Angebot solle eingeordnet und qualitätsgesichert präsentiert, eigene Inhalte sollten produziert werden, um Pädagog*innen sowie interessierten Erwachsenen und Heranwachsenden schnell, einfach, übersichtlich und kompetent Unterstützung zu ermöglichen.

Themen könnten laut Antragstellern Urheberrecht, Medienproduktion, Informatik, Datenschutz, Desinformation und IT-Sicherheit sein. Das jährliche Budget von zehn Millionen Euro solle aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) unter inhaltlicher Zusammenarbeit mit der Staatsministerin für Kultur und Medien und der Staatsministerin für Digitalisierung bereitgestellt werden. (29.04.2020, prh)

 

Weiterbildung 4.0 - Wie weit trägt die Nationale Weiterbildungsstrategie?

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Positionspapier auf Basis der gleichnamigen Fachkonferenz 

Am 2. Dezember 2019 diskutierten rund 120 Expert*innen aus Wissenschaft, Politik, Verbänden und Weiterbildungspraxis die im Sommer verabschiedete Nationale Weiterbildungsstrategie (NWS) auf einer Fachkonferenz. Dabei bestand große Einigkeit, dass die NWS die zentralen Herausforderungen treffend beschreibt und das Thema Weiterbildung prominent auf die politische Agenda hebt. Skepsis herrschte jedoch hinsichtlich der Frage, inwiefern die Ziele der NWS mit den vorgeschlagenen Maßnahmen allein erreicht werden können.

Aus Sicht der Teilnehmenden bietet die NWS durch die breite Beteiligung relevanter Akteure eine große Chance zur Systematisierung der Weiterbildungslandschaft. Allerdings fehlt bisher eine strategische Gesamtvision, aus der sich ein Konzept zur Steuerung, Finanzierung und Weiterentwicklung ableiten ließe. Die NWS geht in ihrer jetzigen Form nicht weit genug, um bestehende Teilhabedisparitäten und Weiterbildungsbarrieren abzubauen und dem absehbaren Mangel an Fachkräften wirksam entgegenzutreten. Signale für einen wirksamen Aufschlag, wie etwa einen Staatsvertrag oder ein Bundesrahmengesetz, fehlen. Die Teilnehmenden waren sich einig, dass Weiterbildung angesichts der digitalen Transformation unserer Gesellschaft in ihrer Bedeutung der schulischen, beruflichen und akademischen Ausbildung gleichgestellt werden muss.

Fünf zentrale Handlungsfelder für die Weiterentwicklung der NWS wurden ausgemacht:

I. Zeit und Geld für Weiterbildung bereitstellen

  1. Damit Weiterbildung zu einem festen Bestandteil jeder Erwerbsbiografie werden kann, müssen finanzielle Hürden gesenkt, zusätzliche Anreize gesetzt, Freistellungen geregelt und das individuelle Recht auf Weiterbildung gesetzlich verankert werden.
  2. Die Vielzahl bestehender Einzelregelungen hat zu Unübersichtlichkeit, Überlappungen und Lücken geführt. Sie sollte durch eine transparente Finanzierungsarchitektur ersetzt werden, die eine faire Lastenverteilung zwischen Lernenden, Betrieben, und Staat ermöglicht. Denn von Weiterbildung profitieren alle: die Einzelnen durch den Erhalt und die Weiterentwicklung ihrer Beschäftigungsfähigkeit sowie die Förderung ihrer Persönlichkeit, Arbeitgeber*innen, indem sie die dringend benötigten Fachkräfte zur Verfügung gestellt bekommen, und die Gesellschaft als Ganzes, weil Weiterbildung einen wichtigen Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands und zum gesellschaftlichen Zusammenhalt leistet.
  3. Die aktuell existierenden Regelungen zu Lernzeitansprüchen weisen Lücken auf und divergieren in ihren Reichweiten. Deswegen ist eine bundesgesetzliche Regelung notwendig, die insgesamt mehr Bildungszeit schafft. Beispiele dafür sind die Einführung von Bildungsteilzeiten und die Möglichkeit von Bildungskarenzen.

II. Verlässliche Strukturen schaffen, Qualität sichern

  1. Wenn der Berufs- oder Studienabschluss künftig nicht mehr die End-, sondern lediglich eine Zwischenstation auf dem individuellen Bildungsweg sein wird, darf die Weiterbildung in ihrer Relevanz der Erstausbildung nicht länger nachstehen. Deshalb sollte der öffentliche Bildungsauftrag erweitert und auch Weiterbildung Teil öffentlicher Verantwortung werden.
  2. Um strukturelle Defizite in der Weiterbildung zu beheben, Transparenz zu erhöhen und Qualität zu verbessern, müssen – wie in anderen Bildungssektoren – klare Regelungen und Verantwortlichkeiten geschaffen werden.
  3. Vergleichbar zur Organisationsstruktur der beruflichen Erstausbildung sollte ein »Hauptausschuss für Weiterbildung« eingerichtet werden. In diesem Gremium könnten eine langfristig ausgerichtete Weiterbildungsstrategie entwickelt werden, eine Verständigung über die notwendigen Kompetenzen für die digitale Arbeitswelt stattfinden und entsprechende Weiterbildungsmodule für die unterschiedlichen Branchen und Berufsfelder bzw. in weiten Teilen auch berufsfeldübergreifend konzipiert werden.

III. Kompetenzen sichtbar machen und anerkennen

  1. Die heute existierenden Projekte zur Kompetenzanerkennung haben teilweise eine sehr geringe Reichweite und Verbindlichkeit. Um die Schätze der vielen derzeit nicht sichtbaren Fähigkeiten und non-formal erworbenen Qualifikationen bei Beschäftigten und Arbeitsuchenden erfolgreich zu heben, sollte an ihre Stelle eine bundesweite, rechtlich abgesicherte Regelung treten.
  2. Damit ein entsprechendes System Wirkung entfaltet, muss es flächendeckend verfügbar, breit zugänglich, standardisiert und verbindlich sein. Außerdem sollte es Zertifikate bereitstellen, die auf dem Arbeitsmarkt verwertbar sind und die auch Teile von Vollberufen abbilden können.
  3. Die Zertifikate des Berufsbildungssystems sind am Arbeitsmarkt bekannt und anerkannt. Daher sollten die formalen Berufsabschlüsse als Referenzpunkte und Maßstab der Zertifizierung informell und non-formal erworbener Kompetenzen dienen. Die etablierten Akteure des Berufsbildungssystems könnten in einem Hauptausschuss Weiterbildung auch im Anerkennungssystem die Rolle der Qualitätssicherung übernehmen, zum Beispiel durch die Akkreditierung von Prüfungsverfahren und -institutionen.

IV. Teilqualifikationen standardisieren und ausbauen

  1. Derzeit existieren unterschiedliche Zuschnitte von Teilqualifikationen nebeneinander, zum Teil in den gleichen Berufen. Damit entsprechende Weiterbildungen künftig trägerübergreifend aufeinander abgestimmt sind und Lernende wie Arbeitgeber*innen die dort vermittelten Kompetenzen besser einschätzen können, sollte ein einheitliches System von Teilqualifikationen etabliert werden. Eine Rückkopplung mit den Ordnungsverfahren in der Berufsbildung ist dabei sinnvoll, um sicherzustellen, dass Neuerungen in den Ausbildungsordnungen auch in Teilqualifizierungen aufgegriffen werden.
  2. Solche verbindlichen Teilqualifikationen sollten in Tarifverträgen aufgenommen werden. So lässt sich über einen mehrfach abgestuften Stundenlohn ein Anreiz für die Lernenden setzen,
    schrittweise weitere Teilqualifizierungen bis zum beruflichen Vollabschluss zu absolvieren.
  3. Nötig ist schließlich eine Verbindung von Teilqualifikationen mit Kompetenzfeststellungs-, Validierungs- und Anerkennungsverfahren. Damit können zum Berufsabschluss fehlende Kompetenzen vorab systematisch erfasst und die Lernenden in entsprechenden Teilqualifizierungsmodulen bedarfsgerecht nachqualifiziert werden.

V. Professionalisierung der Lehrkräfte stärken

  1. Die Weiterbildungsträger sollten ihre Anforderungen an die Kompetenzen des Lehrpersonals im Rahmen eines einheitlichen Systems definieren. Auf dieser Basis können Lehrkräfte ihre fachlichen und didaktischen Fähigkeiten gezielt entwickeln. Gleichzeitig schaffen einheitliche Standards Orientierung für Arbeitgeber*innen, Lernende und Lehrkräfte.
  2. Um den großen Bedarf an kompetenten Lehrenden zu decken, sollten trägerübergreifende Kompetenzbilanzierungen genutzt und mit einer flächendeckenden Fortbildungsoffensive verknüpft werden. Diese müsste neben fachlichen, didaktischen und pädagogischen Kompetenzen auch die Bewertung von und den sinnvollen Umgang mit digitalen Tools einschließen.
  3. Es ist wichtig, Anreize dafür zu setzen, dass sich die Beschäftigten in der Weiterbildung an der Qualitätsoffensive beteiligen. Daher sollte sich ein höherer Grad an Professionalisierung für
    die Lehrkräfte in besseren Arbeitsmarkt- und Verdienstchancen niederschlagen. Dies gilt insbesondere für öffentlich finanzierte Weiterbildungsangebote.

Schlussbemerkung
Ziel des Positionspapiers ist, einen Beitrag für den Umsetzungsprozess der NWS zu leisten und die Arbeit der beteiligten Ministerien ebenso konstruktiv wie kritisch zu begleiten. Die Umsetzung der NWS soll im Frühjahr 2021 abgeschlossen sein.

Lizenz: Creative Commons (CC-BY 4.0)


(28.04.2020, prh/hbs)

QUELLE: Heinrich-Böll-Stiftung

 

Literalität und AlphaDekade

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Zu den Inhalten der »AlphaDekade« zur Bekämpfung mangelnder Lese- und Schreibfähigkeiten nimmt die Bundesregierung Stellung. Ansprache und das Bemühen, die Menschen zum Lernen und Üben zu motivieren, seien eine zentrale Aufgabe und Herausforderung für Politik und Gesellschaft, die mit Hilfe der Nationale Dekade für Alphabetisierung und Grundbildung 2016 bis 2026 (»AlphaDekade«) angegangen werden soll.

Laut der Studie »LEO 2018 - Leben mit geringer Literalität« der Universität Hamburg gibt es immer noch 6,2 Millionen Menschen in Deutschland, die nur gering literalisiert sind. Für die »AlphaDekade« hat die Bundesregierung rund 180 Millionen Euro veranschlagt.

Ein Grund für die weite Verbreitung von geringer Literalität ist laut der LEO 2018 auch, dass 16,8 Prozent der Befragten angegeben haben, dass sie wegen beruflicher Termine, familiärer Verpflichtungen (16,1 Prozent) sowie aus sonstigen persönlichen Gründen (14,9 Prozent) keine Zeit haben, an Weiterbildungsmaßnahmen teilzunehmen. Um mehr über die Zielgruppe von Alphabetisierungs- und Grundbildungsangeboten, ihre Lebenswelt und ihr soziales Milieu zu erfahren, wolle das Bundesbildungsministerium (BMBF) in Zukunft mehr Forschungsvorhaben fördern, bei denen neben der Wirksamkeit von Strategien zur Gewinnung von Betroffenen auch die Gründe für die Nichtteilnahme von Lernangeboten oder eines frühzeitigen Abbruch erforscht werden.

Neben der direkten Ansprache von gering literalisierten Erwachsenen sei die Ansprache und Sensibilisierung des sogenannten mitwissenden Umfelds, also von Schlüsselpersonen und Multiplikatoren, ein zentrales Ziel der »AlphaDekade«. Dabei seien im Rahmen der vom BMBF geförderten Projekte 2018 insgesamt 164 Angebote mit insgesamt 2.654 Multiplikatoren durchgeführt worden. Flankierend plane das BMBF dazu, die laufende Kampagne »Lesen & Schreiben - Meine Schlüssel zur Welt« ebenfalls noch stärker auf die Zielgruppen der gering literalisierten Erwachsenen und ihr mitwissendes Umfeld auszurichten, um die Gruppe der Nichtteilnehmenden zu motivieren, Bildungsangebote wahrzunehmen. Die Angebote zielten auch auf die Verbesserung der Beratungskompetenz ab und richteten sich etwa an Mitarbeiter von Stadtverwaltungen und Jobcentern aber auch an Betriebs- und Personalräte in Unternehmen. Das Ziel sei, dass funktionale Analphabetinnen und Analphabeten besser erkannt werden.

Die lebensweltorientierten Projekte, bei denen Bildungsträger mit Trägern von Sozialräumen kooperieren, sprächen gering literalisierte Personen dort an, wo sie mit ihren alltäglichen Fragen und Problemen Hilfe suchen würden. Das Projekt »Kontrastive Alphabetisierung im Situationsansatz« (KASA) richtete sich an Migrantinnen und Migranten mit den Muttersprachen Türkisch, Arabisch oder Farsi. Etwa zwei Drittel der Teilnehmenden seien Frauen.Insgesamt seien die verschiedenen Förderschwerpunkte des BMBF stark auf die Erprobung und der Praxistransfer innovativer Modelle der Alphabetisierung im Bereich des Arbeitsplatzes und ihrem persönlichen Umfeld ausgerichtet.

Ein weiterer Sonderschwerpunkt sei das Programm »Förderung der Lese-, Schreib- und Rechenkompetenzen« im Bundesprogramm Mehrgenerationenhäuser des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. In den Jahren 2018 bis 2020 hätten pro Jahr durchschnittlich 170 Mehrgenerationenhäuser im Rahmen des Sonderschwerpunkts zusätzliche Mittel erhalten, um neuartige und niedrigschwellige Ansätze zu entwickeln.

Grundsätzlich werde der Stand der Umsetzung des Arbeitsprogramms der »AlphaDekade« in den Sitzungen des Kuratoriums kontinuierlich reflektiert. Eine Aktualisierung des Arbeitsprogramms sei bisher laut Bundesregierung von allen beteiligten Partnern nicht als notwendig erachtet worden, so dass das Arbeitsprogramm mit Stand 8. März 2017 weiterhin gültig bleibe.
 

(28.04.2020, prh)

 

Deutscher Bundestag beschließt »Arbeit-von-morgen-Gesetz«

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Der Deutsche Bundestag hat heute das Arbeit-von-morgen-Gesetz (»Gesetz zur Förderung der beruflichen Weiterbildung im Strukturwandel und zur Weiterentwicklung der Ausbildungsförderung«) in 2. und 3. Lesung beschlossen. Es muss nun abschließend im Bundesrat beraten werden, damit es in Kraft treten kann.

Das Gesetz gibt Antworten auf Herausforderungen, die der Strukturwandel hin zu einer emissionsarmen und digitalen Wirtschaft für die Arbeitswelt mitbringt. Qualifikationen und Kompetenzen der Beschäftigten müssen angepasst werden, um die Menschen in Deutschland rechtzeitig auf die Arbeit von morgen vorzubereiten. Dazu entwickelt das Gesetz die Förderinstrumente der Arbeitsmarktpolitik gezielt weiter.

Bundesminister Hubertus Heil:

Das Arbeit-von-Morgen-Gesetz ist ein wichtiger Baustein dafür, dass wir nach der Corona-Krise schnell wieder den Weg zu Wachstum und Beschäftigung finden. Denn der Strukturwandel, in dem sich Deutschland befindet, hat durch Corona noch einmal deutlich an Fahrt hinzugewonnen. Dies gilt besonders, aber nicht nur für die Digitalisierung. Für die anstehenden Veränderungen haben wir ein umfangreiches Paket an Weiterbildungsmaßnahmen entwickelt, damit die Beschäftigten von heute bereit für die Arbeit von morgen sind.

Das Gesetz sieht zahlreiche Verbesserungen vor:

  • Die mit dem Qualifizierungschancengesetz ausgebaute Förderung der Weiterbildung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in besonders vom Strukturwandel betroffenen Betrieben wird weiter verbessert. Müssen größere Teile der Belegschaft qualifiziert werden, steigen die Fördersätze um weitere 10 Prozentpunkte.
  • Betriebsvereinbarung und Tarifverträge zur beruflichen Weiterbildung werden honoriert: die Fördersätze steigen dann um weitere 5 Prozentpunkte.
  • Diese Förderleistungen können ab dem kommenden Jahr vom Betrieb für seine Beschäftigten auch in einem Sammelantrag beantragt werden. Dies vereinfacht die Prozesse.
  • Damit mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von den verbesserten Förderbedingungen profitieren, wird die Mindestdauer für geförderte Weiterbildungen von mehr als 160 auf mehr als 120 Stunden gesenkt.
  • Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die einen Berufsabschluss nachholen wollen, erhalten einen Anspruch auf Förderung einer beruflichen Nachqualifizierung. Der Berufsabschluss muss die Beschäftigungsfähigkeit steigern. Hiermit wird auch eine Vereinbarung der Nationalen Weiterbildungsstrategie umgesetzt.
  • Künftig kann Qualifizierung in der Transfergesellschaft unabhängig von Alter und Berufsabschluss sowie auch über das Ende des Bezugs von Transferkurzarbeitergeld hinaus gefördert werden.
  • Damit auch in Zukunft eine hohe Qualität der Weiterbildungsmaßnahmen gesichert werden kann, hebt das Gesetz die Kostensätze deutlich an und sorgt für größeren Spielraum bei der Maßnahmezulassung.
  • Eine gute Berufsausbildung ist nach wie vor die wichtigste Eintrittskarte in die Arbeitswelt. Deswegen verstetigt das Gesetz die Assistierte Ausbildung und entwickelt sie weiter.
  • Mit dem Gesetz wird zudem ausbildungsbegleitende Unterstützung für Grenzgänger ermöglicht, die in einem Betrieb in Deutschland ausgebildet werden.
  • Das Gesetz stärkt und modernisiert auch den Vermittlungsprozess der Bundesagentur für Arbeit: Ab 2022 kann die Arbeitslos- und Arbeitsuchendmeldung bei den Agenturen für Arbeit auch elektronisch erfolgen. Für Beratung kann Videotelefonie genutzt werden.

Mit dem Arbeit-von-Morgen-Gesetz werden zudem weitere Lösungen für die Corona-Krise geschaffen:

  • Die Arbeitsfähigkeit von Betriebsräten und weiteren betrieblichen Mitbestimmungsgremien wird sichergestellt, indem Sitzungen und Beschlussfassungen bis Ende des Jahres auch per Video- und Telefonkonferenz durchgeführt werden können. Entsprechendes gilt für die Einigungsstellen. Ebenfalls bis Ende des Jahres können Betriebsversammlungen audio-visuell durchgeführt werden.
  • Die Bundesregierung wird ermächtigt, in krisenhaften Situationen mit Branchen oder Regionen übergreifenden erheblichen Auswirkungen auf die Beschäftigung die Laufzeit des Kurzarbeitergeldes befristet auf bis zu 24 Monate zu verlängern, ohne dass der gesamte Arbeitsmarkt betroffen sein muss.
  • Für Bezieher von Kurzarbeitergeld, die während des Arbeitsausfalls als Minijobber eine Nebentätigkeit in systemrelevanten Branchen aufnehmen, entfällt ab April die Anrechnung des daraus erzielte Einkommens auf das Kurzarbeitergeld vollständig.

Die Regelungen treten mit zeitlichen Abständen in Kraft, um der durch die Corona-Krise sehr stark belasteten Bundesagentur für Arbeit den notwendigen Vorlauf für die Umsetzung zu geben.

  (23.04.2020, prh)

Arbeit-von-morgen-Gesetz (PDF, 67 Seiten)

siehe auch: Arbeit-von-Morgen-Gesetz bringt höhere Zuschüsse für berufliche Weiterbildung

 

Online-Kurse im Weiterbildungsportal Baden-Württembergs

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Jetzt lassen sich Online-Kurse und Webinare noch leichter finden 

Das Portal »Weiterbildung in Baden-Württemberg« ist die offizielle Plattform des Landes für berufliche Weiterbildung. Herzstück ist die umfangreiche Datenbank mit aktuellen Weiterbildungsangeboten. Jetzt lassen sich Online-Kurse und Webinare noch leichter finden.

Berufliche Weiterbildung spielt auch in Zeiten der Corona-Pandemie eine große Rolle. Durch die Kontaktbeschränkungen und die Absage oder Verschiebung von Präsenzveranstaltungen rücken jetzt vor allem Online-Weiterbildungen in den Blick. Online-Kurse und Webinare können selbst im Homeoffice durchgeführt und besucht werden. Um die Suche nach passenden Angeboten zu erleichtern, hat das Wirtschaftsministerium auf dem Weiterbildungsportal Baden-Württemberg einen neuen Filter eingebaut. Per Knopfdruck kann man nun die Datenbank direkt nach Online-Kursen durchsuchen.

»Im Zuge der Corona-Pandemie sind die Beschäftigen im Land mehr denn je auf Online-Schulungen angewiesen, um sich weiterzubilden. Wir wollen daher alle interessierten Arbeitnehmenden und Arbeitgeber dazu ermutigen, diese Angebote noch stärker als bislang zu nutzen«, konstatierte Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut.

Das Wirtschaftsministerium bündelt auf dem Weiterbildungsportal umfassende Informationen zu beruflicher Weiterbildung, Fördermöglichkeiten, Informationen über Bildungsanbieter, und bietet eine Datenbank mit aktuellen Bildungsveranstaltungen, die nun auch auf reine Online-Angebote durchsucht werden kann. »Berufliche Weiterbildung wird in Zukunft noch wichtiger werden. Durch Weiterbildung steigen die Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Umso wichtiger ist es, dass nun digitale Weiterbildungsmöglichkeiten genutzt werden«, so Hoffmeister-Kraut weiter.

Hinweis
Das Portal »Weiterbildung in Baden-Württemberg« ist Kooperationspartner des InfoWebs Weiterbildung. (20.04.2020, prh)

Portal »Weiterbildung in Baden-Württemberg«

 

Weiterbildung: Schulungen mit Bindungseffekt

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Bildet ein Unternehmen seine Beschäftigten weiter, dann erhöht das die Bindung an den Betrieb. Die Bindung steigt auch dann, wenn die Schulung die Chancen der Beschäftigten auf dem Arbeitsmarkt verbessert.

Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels bieten manche Unternehmen keine Weiterbildungen an, welche die Chancen der Beschäftigten auf dem Arbeitsmarkt erhöhen. Dahinter steht die Befürchtung, dass die aufwändig weitergebildeten Mitarbeiter ihre verbesserten Chancen nutzen, um zu anderen Unternehmen abzuwandern.

Diese Befürchtung dürfte unbegründet sein, wie Professor Thomas Zwick von der Julius-Maximilians-Universität (JMU) Würzburg und Dr. Daniel Dietz herausgefunden haben. »Weiterbildung erhöht im Durchschnitt die Mitarbeiterbindung an das weiterbildende Unternehmen signifikant um mehr als zehn Prozentpunkte«, sagt Zwick, der an der JMU den Lehrstuhl für BWL, Personal und Organisation leitet.

Höhere Betriebstreue, steigende Produktivität

In einer Publikation im International Journal of Human Resource Management zeigen die Wirtschaftswissenschaftler: Weiterbildung erhöht nicht nur die Produktivität der Beschäftigten, sie verringert auch deren Neigung, den Betrieb zu verlassen.

»Interessanterweise tritt der Bindungseffekt auch bei Weiterbildungsinhalten auf, die einen lohnerhöhenden Karriereschritt außerhalb des Unternehmens ermöglichen würden«, so der JMU-Professor. Selbst wenn die Teilnehmenden von einem externen Weiterbildungsanbieter ein zertifiziertes Zeugnis erhalten und ihre neu erworbenen Fähigkeiten gut belegen können, bleibe die Bindungswirkung positiv.

Datenbasis der Analyse

Für ihre Studie haben Zwick und Dietz die Weiterbildungs- und Karriereinformationen von rund 4.300 Beschäftigten in 150 deutschen Betrieben aus fünf aufeinanderfolgenden Jahren analysiert. Alle untersuchten Betriebe waren Teilnehmer im Betriebspanel des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung.

Aus dieser Datenbasis konnten die Wissenschaftler unter anderem ersehen, wann Beschäftigte an einer Weiterbildung teilgenommen hatten, bei welchem Betrieb sie während der Weiterbildung gearbeitet hatten und ob sie im folgenden Kalenderjahr dort noch immer beschäftigt waren. Für die Untersuchung war zudem zentral, ob die Inhalte der Weiterbildungen auch interessant für andere Arbeitgeber waren, ob sie zertifiziert wurden und ob die Zertifikate von externen Anbietern kamen.
  (15.04.2020, prh)

 

Wie Sorgearbeit aufgewertet und gerechter verteilt werden kann

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Forschende des Deutschen Jugendinstituts (DJI) und der Universität Bremen empfehlen, dass alle Menschen ein Recht auf eine etwa neunjährige Auszeit im Berufsleben bekommen, um Kinder zu betreuen, Alte zu pflegen und sich selbst fortzubilden 

Die Corona-Krise rückt in den Fokus, was lange zu wenig Beachtung in Politik und Wirtschaft gefunden hat: die berufliche und private Sorgearbeit. Kinderbetreuung, Reinigungsarbeiten, Pflege von kranken und alten Angehörigen wird in Deutschland immer noch überwiegend von Frauen verrichtet – im Privaten ganz ohne Bezahlung.

Dies hat viele negative Folgen: Frauen, die ihre Erwerbsarbeit reduzieren, haben Nachteile auf dem Arbeitsmarkt und bei ihrer beruflichen Entwicklung sowie Einbußen bei Gehalt und Absicherung im Alter. Zudem wünschen sich Väter mehr Zeit für die Familie, während Mütter bei der Vielfalt an Aufgaben verstärkt mit Zeitkonflikten kämpfen.

Dass Frauen und Männer neben ihrer Erwerbstätigkeit für andere sorgen können und diese Arbeit besser auf den Schultern beider Geschlechter verteilt wird, könnte ein neues sozialpolitisches Modell ermöglichen. Es wurde von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Deutschen Jugendinstituts (DJI) und der Universität Bremen in einem Forschungsprojekt entwickelt, das vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) gefördert wurde.

Das »Optionszeitenmodell« sieht vor, dass grundsätzlich allen Menschen in ihrem Erwerbsverlauf ein Zeitbudget von etwa neun Jahren zur Verfügung steht, das es ihnen ermöglichen soll, ihre Erwerbsarbeit zugunsten gesellschaftlich relevanter Tätigkeiten zu unterbrechen bzw. zu reduzieren und gleichzeitig während dieser Zeit finanziell abgesichert zu sein. Im Kern steht die Sorgearbeit, d.h. die Fürsorge für Kinder, Alte und Kranke, wobei diese nicht mit der Sorge leistenden Person verwandt sein müssen.

Das Zeitbudget wurde auf Grundlage von empirischen Daten zu Zeitverwendung und Zeitbedarf für einzelne Tätigkeiten berechnet. Die Optionszeiten sollen nach dem Vorschlag des interdisziplinären Teams aus Rechts- und Sozialwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern teils von Unternehmen, teils vom Staat und teils von den Arbeitenden selbst finanziert werden. Eine vom Parlament kontrollierte Instanz könnte das System verwalten.

»Das Optionszeitenmodell bedeutet den Abschied von der Norm der männlichen Erwerbsbiografie mit durchgängiger Vollzeitarbeit, die Unterbrechungen und Teilzeit als Abweichung kennzeichnet«, erklärt Dr. Karin Jurczyk, die das Forschungsprojekt »Selbstbestimmte Optionszeiten im Erwerbsverlauf« am DJI und bis Ende 2019 auch die DJI-Familienabteilung leitete. Stattdessen sollten atmende Lebensläufe, also flexible Berufsbiografien, ermöglicht werden, damit beide Geschlechter dem zunehmenden Sorgebedarf in einer alternden Gesellschaft nachkommen können. Begleitet werden müsse das Optionszeitenmodell vom Ausbau guter Infrastruktur für Pflege und Kinderbetreuung sowie einer besseren Bezahlung der sozialen Berufe, betont Jurczyk: »Denn es geht nicht darum, Fürsorgearbeit wieder in die Hände der Familien zu verlagern, sondern um ein produktives Zusammenwirken von Staat, Markt und Gesellschaft«.

»Arbeits-, Sozial- und Steuerrecht, die derzeit auf den drei chronologisch ablaufenden Phasen Bildung, Arbeit, Rente aufbauen, müssen an moderne Erwerbsbiografien angepasst werden, die ein kontinuierliches Fortbilden verlangen«, fordert der Jurist und Politikwissenschaftler Prof. em. Dr. Ulrich Mückenberger, Leiter des Forschungsprojekts an der Universität Bremen. Das Optionszeitenmodell berücksichtige deshalb nicht nur die Sorgearbeit, sondern auch Phasen der Weiterbildung und der persönlichen Selbstsorge.

Hintergrund: Von der Idee bis zum Forschungsprojekt
Erstmals in eine breitere Öffentlichkeit gebracht wurde das Konzept des Optionszeitenmodells mit dem siebten Familienbericht, der im Jahr 2006 unter dem Titel »Familie zwischen Flexibilität und Verlässlichkeit« veröffentlicht wurde. Karin Jurczyk hat das Konzept dort stark gemacht. Sie war Mitglied der Sachverständigenkommission, die mit dem Verfassen des Berichts vom Bundesfamilienministerium beauftragt worden war. Später entwickelte Jurczyk gemeinsam mit Ulrich Mückenberger das Konzept weiter. Zentral dabei war eine Veranstaltung der »Deutschen Gesellschaft für Zeitpolitik«, deren Mitbegründer Mückenberger ist, im Jahr 2016. Danach arbeiteten die beiden Wissenschaftler das Konzept konkret im Rahmen des Forschungsprojekts »Selbstbestimmte Optionszeiten im Erwerbsverlauf« aus. Dieses wurde von April 2017 bis Oktober 2018 im Rahmen des »Fördernetzwerks interdisziplinäre Sozialpolitikforschung« (FIS) vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) gefördert. (14.04.2020, prh)

Die zentralen Ideen und Ziele des Optionszeitenmodells

Abschlussbericht des Forschungsprojekts (PDF, 242 Seiten)

 

Bedeutung und Beitrag der Berufsbildung in der Corona-Krise

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Beschäftigte mit einer beruflichen Qualifikation tragen in erheblichem Umfang zur Systemerhaltung der Volkswirtschaft in Deutschland und zur Sicherung elementarer Grundbedürfnisse bei. Dies belegt nach Auffassung von Präsident Friedrich Hubert Esser eine aktuelle Veröffentlichung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB).

»Die berufliche Bildung bildet das Rückgrat der Wirtschaft und der Versorgung der Bevölkerung. Gerade die in der Berufsbildung vermittel­ten Qualifikationen und Kompetenzen tragen mit dazu bei, überlebenswichtige Bereiche der Volkswirtschaft zu sichern. Jedoch brauchen wir Berufe, die helfen und Strukturen erhalten, nicht nur in der Krise. Alle Akteure der beruflichen Bildung sind aufgefordert, diese Berufe künftig noch attraktiver und anerkannter zu machen und ihnen die gesellschaftliche Anerkennung zukommen zu lassen, die ihnen gebührt – und dies nicht nur in Krisenzeiten. Die derzeitige Diskussion über Sonderzahlungen und eine langfristig bessere Entlohnung geht in die richtige Richtung«.

In Krisen wie der aktuellen Corona-Pandemie, aber auch bei Natur- und technischen Katastrophen oder dem Ausfall lebensnotwendiger Systeme, soll die Arbeit in sogenannten systemrelevanten Berufen sichergestellt werden. Nach Berechnungen des BIBB auf Datenbasis des Mikrozensus von 2015 arbeiten etwa 8 Millionen Menschen in solchen systemrelevanten und infrastrukturkritischen Berufen und Branchen.

Dazu gehören zum Beispiel Berufe im Energie-, Wasser- und Entsorgungssektor, in der Ernährung und Hygiene, in der Informationstechnik und Telekommunikation, im Gesundheits-, Finanz- und Wirtschaftssektor, im Transport- und Verkehrsbereich, in den Medien, in der staatlichen Verwaltung sowie in Schulen und der Kinder-, Jugend- und Behindertenhilfe. Insgesamt wird die Hauptlast der systemrelevanten Tätigkeiten von beruflich Qualifizierten getragen.

Betriebe schätzen nach einer Analyse des BIBB die Ersetzbarkeit von menschlicher Arbeit durch digitale Systeme in diesen systemrelevanten Bereichen als eher begrenzt ein. In der Landwirtschaft, in der Energie- und Wasserversorgung oder in der öffentlichen Verwaltung sind aus Sicht der Unternehmen Potenziale zur Ersetzbarkeit menschlicher Arbeit vorhanden. Dies gilt jedoch insbesondere für den Erziehungs-, Gesundheits- und Pflegebereich nicht. In der Logistik und im Transportwesen hängt, so die Rückmeldungen der Betriebe, das Ersetzbarkeits­potenzial davon ab, inwieweit der Einsatz vollautonomer Fahrsysteme umgesetzt wird.

  (13.04.2020, prh)

BIBB-Veröffentlichung »Bedeutung und Beitrag der Berufsbildung in der Krise« (PDF, 9 Seiten)

 

Innovationswettbewerb INVITE (Digitale Plattform Berufliche Weiterbildung) gestartet

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Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat heute die Förderrichtlinie zum Innovationswettbewerb INVITE (Digitale Plattform Berufliche Weiterbildung) veröffentlicht.

Dazu erklärt Bundesbildungsministerin Anja Karliczek:

»Die zentralen Herausforderungen der Bundesregierung sind aktuell eindeutig die Eindämmung der Corona-Pandemie, die bestmögliche Behandlung der Erkrankten und das Abfedern wirtschaftlicher Auswirkungen. Gleichzeitig müssen wir auch an die Zeit nach der Krise denken. Denn die Themen, die uns vor der Pandemie beschäftigt haben, werden bestehen bleiben. Dazu gehört insbesondere die Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft. Dafür werden die Unternehmen in Deutschland gut ausgebildete Fachkräfte benötigen. Viele können wir selbst ausbilden. Zudem wollen wir verstärkt ausländische Fachkräfte gewinnen.

Das A und O wird aber die Weiterbildung der Fachkräfte sein, weil das Tempo des Wandels nicht abnehmen wird. Deshalb werden wir bestehende Weiterbildungsangebote so ausbauen, dass jeder Einzelne sein Potenzial bestmöglich entfalten kann. Hierfür werden wir die Chancen der Digitalisierung stärker für die Weiterbildung nutzen. Mit dem Innovationswettbewerb INVITE wird das Bundesbildungsministerium einen großen Schritt nach vorn machen: Wir stellen insgesamt 35 Millionen Euro zur Verfügung, damit in den nächsten Jahren konkrete Innovationen für die berufsbezogene Weiterbildung entwickelt werden. Diese Innovationen sollen dazu beitragen, dass alle Menschen digital möglichst unkompliziert und schnell die Weiterbildung finden, die zu ihnen passt.

Für den Innovationswettbewerb haben wir drei Ziele vor Augen: Zum einen wollen wir erreichen, dass sich Weiterbildungsplattformen besser untereinander vernetzen. Das macht das Angebot besser überschaubar. Außerdem soll die Qualität von Weiterbildungsplattformen verbessert werden. Zum Beispiel könnten den Menschen verstärkt personalisierte Empfehlungen angezeigt werden - eine Art 'könnte Ihnen auch gefallen' wie wir das von Amazon, Netflix und Co. kennen. Als drittes Ziel - und hier sind wir bei der digitalen Weiterbildung selbst: Wir wollen mit dem Wettbewerb die Chancen von Künstliche Intelligenz (KI) auch für den eigentlichen Lernprozess nutzen. Das heißt wir wollen mit KI-gestützten Lehr-Lernangebote Lernen flexibler und bedarfsgerechter gestalten. Und schließlich soll INVITE in Ergänzung zu den Zielen Leitlinien für einen innovativen digitalen Weiterbildungsraum schaffen.

Der Innovationswettbewerb INVITE war ein zentrales Versprechen aus der Nationalen Weiterbildungsstrategie. Dieses Versprechen können wir schon wenige Monate später einlösen. Ich freue mich sehr, dass die Partner der Nationalen Weiterbildungsstrategie und der Digitalrat der Bundesregierung INVITE ausdrücklich befürworten«.

Hintergrund:

Der Innovationswettbewerb adressiert drei Entwicklungsfelder und ein Metavorhaben:

  • Entwicklungsfeld 1: Vernetzung von Weiterbildungsplattformen
  • Entwicklungsfeld 2: Entwicklung und Erprobung plattformbezogener Innovationen
  • Entwicklungsfeld 3: Entwicklung und Erprobung von KI-unterstützen Lehr-/Lernangeboten
  • Metavorhaben: Entwicklungsorientierte Begleitforschung zu Standards eines innovativen digitalen Weiterbildungsraumes

Zu Entwicklungsfeld 3 kann beispielsweise eine Art intelligentes Assistenzsystem gehören, das persönliche Lernstrategien berücksichtigt. Außerdem sollen die unterschiedlichen innovativen digitalen Formate, wo sinnvoll, kombiniert werden, um Lerninhalte besser zu vermitteln oder auch ein realitätsnahes Lernerlebnis zu ermöglichen. Hierbei können beispielsweise auch Systeme zur Spracherkennung genutzt werden.

Für alle an einer Antragstellung Interessierte wird das BMBF ein Format anbieten, das der weiteren Information, dem Austausch und der Verabredung von Kooperationen zwischen den potenziellen Antragstellenden dienen soll. Informationen zu diesem Angebot werden zeitnah auf der Website des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) zu INVITE (siehe FAQ-Link unten) bereitgestellt.

Förderinteressierte haben bis zum 15. September 2020 Zeit, eine Projektskizze einzureichen. Eine unabhängige Jury nimmt die Prüfung und Bewertung der eingegangenen Skizzen vor. Diejenigen, die eine positiv bewertete wurden, werden schließlich aufgefordert, einen förmlichen Antrag auf Projektförderung einzureichen. Die ausgewählten Projekte sollen dann 2021 starten können. Für die Projekte in den drei Entwicklungsfeldern beträgt die Laufzeit bis zu 36 Monate, für die Begleitforschung ist eine Laufzeit von bis 42 Monaten vorgesehen.

Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) ist mit der fachlichen und administrativen Begleitung des Wettbewerbs beauftragt.

  (06.04.2020, prh)

Weiterführende Informationen und Förderrichtlinie

FAQ zur Förderrichtlinie

Informationen zur Nationalen Weiterbildungsstrategie (PDF, 23 Seiten)

 

Digitaltag 2020 (bundesweit)

vom 19.06.2020 bis zum 19.06.2020

Weiterführende Informationen: https://www.iwwb.de//?kat=meldungen&num=1918&

 

ED>TECH Start 2020 (Stuttgart)

vom 01.07.2020 bis zum 02.07.2020

Mit diesen Themen:

  • Big Data in der Bildung
  • Scrum in der Weiterbildung
  • Neues Berufsbild: Learning Engineer
  • Fast Learning Badges + digitale Motivation
  • Lern-Öko-Systeme
  • User Experience
  • Learning Framework xApi + TinCan
  • Lernpfadgestaltung

Bitte prüfen Sie bei Interesse, ob der Termin auch stattfindet!

 

(Aus)Bildungskongress der Bundeswehr 2020 (Hamburg)

vom 01.09.2020 bis zum 03.09.2020

Der (Aus)Bildungskongress der Bundeswehr vereint mit einer wissenschaftlichen sowie praxisorientierten Tagung und einer inhaltlich begleitenden Fachausstellung zwei Veranstaltungen unter einem Dach. Der (Aus)Bildungskongress der Bundeswehr findet vom 1. bis 3. September 2020 an der Helmut-Schmidt-Universität / Universität der Bundeswehr Hamburg (HSU/UniBw H) statt.

Als Weiterentwicklung des seit 2004 jährlich an der Helmut-Schmidt-Universität / Universität der Bundeswehr Hamburg durchgeführten Fernausbildungskongresses der Bundeswehr bietet der (Aus)Bildungskongress der Bundeswehr unter dem Motto »(Aus)Bildung – Forschung – Technik« eine Plattform für Dialog, Netzwerkpflege und den Austausch mit Institutionen und Akteuren der Berufsbildung und der Bundeswehr.

»Digitale (Aus-) Bildung: Wird Intelligenz tatsächlich ‚künstlich‘?« ist 2020 das Thema der wissenschaftlichen sowie praxisorientierten Tagung und der begleitenden Fachausstellung.

 

didacta 2021 (Stuttgart)

vom 23.03.2021 bis zum 27.03.2021

Als Fachmesse gibt die didacta - die Bildungsmesse einen umfassenden Einblick in das gesamte Bildungswesen von der frühkindlichen Bildung, über die berufliche Bildung bis hin zum lebenslangen Lernen.

Im Jahr 2020 musste die Messe wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden.

 

 

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