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Baden-Württembergs Weiterbildungsportal jetzt mit Katalog für Online-Kurse

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»Die Corona-Pandemie sorgt für große Umwälzungen in der Wirtschaft, dem Arbeitsleben und auch im Bildungssektor. Wir haben zügig darauf reagiert, dass digitale Weitebildungsangebote in kurzer Zeit sehr viel wichtiger geworden sind und unser Weiterbildungsportal www.fortbildung-bw.de angepasst. Wir setzen auf neue, innovative Lernformen und Online-Weiterbildung«, sagte Arbeits- und Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut am 21. September 2020 in Stuttgart.

Das Weiterbildungsportal des Landes wurde in den Sommermonaten angepasst und wird so diesen neuen Anforderungen gerecht: Der klassische Kurskatalog für Präsenzkurse mit über 40.000 Kursen von Weiterbildungsanbietern aus Baden-Württemberg wurde ergänzt. Das Portal verfügt nun auch über einen speziellen Katalog für Online-Weiterbildungsangebote. Diese können ohne Präsenz vor Ort im Internet absolviert werden.

Dazu sagte die Ministerin: »Wir nutzen die Krise auch als Chance. Nun sind auch digitale Lernangebote in koordinierter, aber zeitlich flexibler Form sowie virtuelle Präsenzangebote und hybride Mischformen mit Präsenz- und Online-Teilnahme möglich. Damit setzt Baden-Württemberg bundesweit neue Standards bei digitalen Weiterbildungsangeboten. Die Weiterbildungsanbieter reagieren rasch, viele stellen von Präsenz- auf Online-Kurse oder Mischformen um.«

»Bereits in den ersten Tagen haben weit über 350 Bildungsanbieter ihre Online-Angebote eingestellt. Das zeigt uns einmal mehr, wie wichtig unser Weiterbildungsportal in der Weiterbildungslandschaft Baden-Württembergs ist. Und die Zahl nimmt erfreulicherweise stetig zu«, so Hoffmeister-Kraut.

Auch bei den digitalen Weiterbildungsangeboten wird auf eine hohe Qualität geachtet, so sind lediglich Online-Kurse mit festem Ansprechpartner zugelassen. Dieser muss mit seinem Fachwissen über den gesamten Zeitraum des Angebotes beim Weiterbildungsanbieter zur Verfügung stehen. Zielgruppe sind alle Besucherinnen und Besucher des Portals www.fortbildung-bw.de, die eine berufliche Weiterbildung anstreben. Sie können ab sofort beim Stöbern nach passenden Kursen auf »Suche nach Online-Kursen« umschalten und sich gezielt über digitale Weiterbildungsangebote informieren.

Hintergrund
Das vom Land betriebene Weiterbildungsportal www.fortbildung-bw.de ist die zentrale digitale Kommunikationsplattform und ein Marktplatz der beruflichen Weiterbildung in Baden-Württemberg. Es beinhaltet eine Suchmaschine zum schnellen Auffinden von Weiterbildungsanbietern und Weiterbildungskursen, nun auch für Online-Angebote. Allein im Jahr 2019 verzeichnete das Portal mehr als 700.000 Besucherinnen und Besucher. Täglich recherchieren mehr als 1000 Weiterbildungsinteressierte für sie passenden Weiterbildungsangebote auf dem Weiterbildungsportal.

Die Weiterbildungsplattform ist auch Kooperationspartner des InfoWeb Weiterbildung.

QUELLE: Wirtschaftsministerium des Landes (22.09.2020, wimibw/prh)

Zum Portal

 

bildungsgeschichte.de: Digitale Wissensressourcen auf einen Blick

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Ob digitalisierte Quellenbestände, Forschungsdaten oder Web-Archive: Die neue Website »bildungsgeschichte.de« beschreibt fachkundig, was sie beinhalten und wo sie zu finden sind. Wissenschaftler*innen, die historisch zu Bildung und Erziehung forschen, können sich so einen differenzierten Einblick in verfügbare digitale Wissensressourcen verschaffen oder über eigene Angebote dieser Art publizieren.

Anbieter von bildungsgeschichte.de ist die BBF | Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung des DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation.

»Unsere Website bildungsgeschichte.de soll die zentrale Plattform für digitale Wissensressourcen zur Bildungsgeschichte im Netz werden«, sagt Professorin Dr. Sabine Reh, wissenschaftliche Direktorin der BBF und Stellvertretende Geschäftsführende Direktorin des DIPF. Das Angebot richtet sich vor allem an die mit den Methoden der digitalen Geisteswissenschaften (Digital Humanities) arbeitende Forschungscommunity. »Die Forschenden werden darin unterstützt, digitale Quellen und Forschungsdaten zu finden, zu verwenden und für andere zur Nachnutzung bereitzustellen«, so Reh.

Beiträge für bildungsgeschichte.de können Bildungshistoriker*innen einreichen, die Angebote für die Forschung beschreiben möchten. Solche Angebote wären etwa Datenbanken zu einzelnen Themenbereichen (zum Beispiel zur historischen Kindersachliteratur), Quellensammlungen aus Forschungsprojekten oder Volltextdatenbestände, die sich über Computerschnittstellen automatisch auswerten lassen.

Veröffentlicht werden nur Beiträge, die sich durch wissenschaftliche Qualität und Relevanz auszeichnen. Das für die Plattform verantwortliche BBF-Team begutachtet alle Einreichungen aus bildungshistorischer und informationswissenschaftlicher Perspektive. Alle veröffentlichten Texte stehen frei zugänglich (Open Access) unter der Creative-Commons-Lizenz »Namensnennung 4.0 International« (CC BY 4.0) zur Verfügung. Die Lizenz bietet alle Möglichkeiten, das Material zu teilen und zu bearbeiten, und verlangt nur, Angaben zu den Urheber*innen und zu den Rechten zu machen. Jeder Beitrag erhält zudem einen dauerhaften digitalen Identifikator (DOI), worüber die Texte leichter aufzufinden und zu zitieren sind.

 
(17.09.2020, prh)

bildungsgeschichte.de

 

Kulturelle Bildung in der Aus-, Fort- und Weiterbildung stärken

Kulturort Schule

Schulen sind wichtige Kulturorte – aber noch nicht für alle Schülerinnen und Schüler gleichermaßen. Die bildungspolitische Handreichung des unabhängigen Expertengremiums Rat für Kulturelle Bildung zum »Kulturort Schule« nimmt die allgemeine Bildungsfunktion von Schulen, ihre soziale Struktur und ihre besonderen ästhetisch-künstlerischen Aufgaben in den Blick.

Der Expertenrat beleuchtet dabei, wie ein chancengerechter Zugang zu Kunst und Kultur an allgemeinbildenden Schulen für alle Kinder gewährleistet werden kann.

Udo Michallik, Generalsekretär der Kultusministerkonferenz im Grußwort zur Handreichung: »Für Schulen ist die Kulturelle Bildung ein Grundauftrag. Sie leistet unverzichtbare Beiträge zur emotionalen und sozialen und nicht zuletzt persönlichen Entwicklung. Sie wirkt integrierend, indem sie kulturelle Vielfalt erlebbar werden lässt, und sie trägt dazu bei, sozial bedingte Bildungsnachteile auszugleichen. Ihre Bedeutung im Bildungsauftrag der Schulen nimmt tendenziell eher zu als ab.«

»Die Bildungspolitik ist aufgefordert, allgemeinbildende Schulen angesichts der Corona-Krise jetzt erst recht als zentrale Kulturorte innerhalb der kommunalen Bildungslandschaft weiterzuentwickeln. In den letzten Monaten wurde deutlich, dass sich die vorhandenen Unterschiede in den Lern- und Bildungsvoraussetzungen erheblich verstärkt haben. Der Expertenrat beobachtet dies gerade auch in Bezug auf die künstlerischen Fächer und Bereiche. Die Bildungsgerechtigkeit ist in hohem Maße gefährdet«, so Prof. Eckart Liebau, Vorsitzender des Expertengremiums.

Das Expertengremium empfiehlt der Bildungspolitik, insbesondere in den Ländern und Kommunen, die ästhetischen Prinzipien am Kulturort Schule stärker zu berücksichtigen, strukturell und personell langfristig zu verankern und finanziell zu sichern – sie insgesamt also deutlich aufzuwerten.


Der Kulturort Schule in der kommunalen BildungslandschaftDer Kulturort Schule in der kommunalen Bildungslandschaft © RfKB Diemut Schilling

Drei Empfehlungen

  • Künstlerisch-ästhetisches Angebot in der Schulbildung erweitern
    Um einen Zugang zu Kultureller Bildung für alle Schüler*innen zu ermöglichen, fordert der Expertenrat eine Unterrichtsgarantie für qualifizierten Kunst- und Musikunterricht mit einer zuverlässigen personellen und finanziellen Ausstattung. Zudem sollte der ästhetisch-literarische Anteil im Deutsch- und Fremdsprachenunterricht erhöht werden. Theater/Darstellendes Spiel und Tanz sollte, über die allerorts zu gewährleistenden außerunterrichtlichen Angebote hinaus, auch als Unterrichtsfach in allen Schularten ausgebaut werden.

  • Bessere Perspektiven für den Ganztag schaffen
    Zur Verbesserung der Angebotslage im Ganztagsbereich empfiehlt der Expertenrat ein von den Ländern und Kommunen getragenes Kulturbudget für Schulen. Er fordert zudem eine rechtliche und inhaltliche Aufwertung des schulischen Ganztags – weg von der vorrangigen Idee der Betreuung hin zu einem Angebot, das den Kultur- und Bildungsort Schule substanziell erweitert. Dazu sind Mindeststandards hinsichtlich der personellen, finanziellen, räumlichen und sachlichen Ausstattung zu entwickeln.

  • Kulturelle Bildung in der Aus-, Fort- und Weiterbildung stärken
    Kulturelle Bildung muss zum verpflichtenden Bestandteil der Lehrerbildung in Studium, Referendariat und Fortbildung werden, da Fähigkeiten der Wahrnehmung, des Ausdrucks, der Darstellung und der Gestaltung wesentliche professionelle Grundlagen der Lehrerarbeit und aller pädagogischen Berufe bilden. Zudem ist es erforderlich, dass es aufseiten der Schulen und Schulleitungen eine größere Kenntnis und Anerkennung von Zertifikaten gibt, mit denen die im Ganztagsbereich außerunterrichtlich tätigen Fachkräfte ihre pädagogische und didaktische Eignung nachweisen.

Hintergrund
Der Rat für Kulturelle Bildung ist ein unabhängiges Beratungsgremium, das sich umfassend mit der Lage und der Qualität Kultureller Bildung in Deutschland befasst. Ihm gehören elf Mitglieder an, die verschiedene Bereiche der Kulturellen Bildung repräsentieren: Tanz- und Theaterpädagogik, Musik- und Literaturvermittlung, Bildungsforschung, Erziehungswissenschaften, Pädagogik, Medienpädagogik, Politische Bildung, Soziologie, Kulturelle Bildung und die Künste. (16.09.2020, prh)

RAT FÜR KULTURELLE BILDUNG

 

Bildungsprämie: Förderprogramm um ein Jahr verlängert

Bildungsprämie

Größerer Einsatzbereich, keine Altersgrenze, jährliche Förderung: Dank neuer Förderkonditionen für das Bundesprogramm Bildungsprämie erhalten Weiterbildungsinteressierte die Chance auf finanzielle Unterstützung.

Wie die Programmstelle Bildungsprämie des BIBB mitteilt, können Personen, die sich beruflich weiterbilden möchten, Prämiengutscheine der Bildungsprämie noch bis Ende 2021 erhalten. Die Prämiengutscheine müssen durch den Weiterbildungsanbieter bis spätestens 31.Dezember 2022 zur Abrechnung eingereicht werden. Entsprechend müssen die geförderten Weiterbildungen bis dahin beendet worden sein.

Das BMBF hat mit dieser Verlängerung u.a. auf die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Beschäftigungsmarkt reagiert.

Hintergrund
Das Bundesprogramm Bildungsprämie richtet sich an Personen mit geringem Einkommen. Die Prämie fördert individuelle berufsbezogene Weiterbildung unabhängig vom Arbeitgeber, um Menschen dabei zu helfen, ihre beruflichen Ziele zu verwirklichen. Die Förderung beträgt 50 Prozent der Veranstaltungskosten. Sie ist auf maximal 500 Euro begrenzt. Das Programm besteht seit 2008. Es wird vom BMBF und dem Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert. Bisher sind über 350.000 Gutscheine der Bildungsprämie ausgegeben worden.


(16.09.2020, prh)

Weitere Informationen zur Bildungsprämie

 

Überarbeitete Brandenburger Weiterbildungsrichtlinie gestartet

Artikel-Bild

Seit dem 14. September 2020 ist die überarbeitete Weiterbildungsrichtlinie des Landes Brandenburg mit geänderten Förderkonditionen in Kraft getreten. Ab sofort können Unternehmen, Vereine sowie Träger der Kinder- und Jugendhilfe Anträge über das Online-Kundenportal der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) stellen.

Ziel ist es, die Beteiligung an beruflicher Weiterbildung im Land Brandenburg zu erhöhen. Die Weiterbildungsrichtlinie 2020 tritt am 30. Juni 2022 außer Kraft.

Mit der Neuauflage der Richtlinie wurden die Förderkonditionen angepasst:

  • Zwei bisher getrennte Förderelemente wurden nun zu einem Förderelement zusammengefasst: »Berufliche Weiterbildung in Unternehmen, Vereinen und öffentlichen und freien Trägern der Kinder- und Jugendhilfe«
  • Hier gilt jetzt ein einheitlicher Zuschuss in Höhe von 50 Prozent.
  • Zudem wurde die Mindesthöhe des beantragten Zuschusses von 500 auf 1.000 Euro erhöht.

Nähere Informationen finden Sie im Portal »Weiterbildung Brandenburg« in der Rubrik »Fördermöglichkeiten«.

  (15.09.2020, prh/WBB)

Quelle und weiterführende Informationen

 

Bundestag diskutierte die Finanzierung der Weiterbildung

Bundesadler

In ihrer 25. Sitzung hat die Enquete-Kommission »Berufliche Bildung in der digitalen Arbeitswelt« am am 14. September 2020 virtuell über die Finanzierung der Weiterbildung diskutiert. Zu der öffentlichen Anhörung waren drei Sachverständige geladen.

Thomas Friedrich, Bereichsleiter Produktentwicklung und Förderinstrumente der Bundesagentur für Arbeit, betonte, dass Motivationsaspekte eine große Rolle dabei spielten, die Weiterbildungsfähigkeit zu stärken. Dies könne auch monetäre Anreize, wie einen monatlich auszuzahlenden Bonus umfassen. Auch die Flexibilisierung des Verkürzungsgebots gehöre dazu. Ein weiterer Schlüsselfaktor stelle außerdem die Vernetzung der Akteure dar.

Im Hinblick auf die Perspektive von Arbeitslosen und Arbeitssuchenden seien ausreichend Finanzmittel für die berufliche Weiterbildung vorhanden, sagte er. Diese Kontinuität werde sich in den kommenden Jahren fortsetzen. Dies treffe auch auf den Bereich der Grundsicherung zu, bei der trotz der Corona-Pandemie 2020 keine erhebliche Trendwende vorliege und daher eine Steigerung gegenüber 2019 vermutet werde, sagte Friedrich. Auch bei der Zielgruppe der Beschäftigten gewinne die berufliche Weiterbildung an Bedeutung für die Beschäftigungsförderung.

Andreas Ogrinz (Geschäftsführer Bildung, Innovation, Nachhaltigkeit im Bundesarbeitgeberverband Chemie) plädierte dafür, dass sich die Weiterbildung am betrieblichen Bedarf orientieren müsse. Die Branchen-Ebene sei die geeignetste, um das Thema so zu gestalten, dass es nah an den Bedarfen der Betriebe und der Beschäftigten sei. Er berichtete den Kommissionsmitgliedern, dass die Chemie-Branche 2019 eine Qualifizierungs-Offensive gestartet habe: Diese bestehe erstens aus einer Trendanalyse zu der Frage, welche Kompetenzen in der Branche benötigt und zukünftig noch stärker benötigt werden. Dabei nehme man eine weltweite Perspektive ein.

Zweitens gehe es um ein Instrument, um die Qualifikationen-Struktur im Unternehmen besser abzubilden und konkrete Maßnahmen abzuleiten. Drittens beinhalte die Offensive eine branchenspezifische Beratung bei der Weiterbildung - für Unternehmen und Beschäftigte. Diese solle allerdings nicht sofort in der ganzen Bundesrepublik implementiert werden, sondern in den drei Pilotregionen Hessen, Nord-Ost und Nordrhein starten.

Gerhard Bosch vom Institut für Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen betonte, dass es ein stimmiges Gesamtsystem bei der Weiterbildung und keine Reihe an Einzelvorschlägen brauche. Es gebe eine Vielfalt an Reformvorschlägen wie den Ausbau der Arbeitslosen- zu einer Arbeitsversicherung, ein Erwachsenen-BAföG wie etwa in Schweden oder einen Weiterbildungfonds. Alle Vorschläge zugleich einzuführen, sei jedoch nicht sinnvoll, da dies zu »Doppelförderungen und mehr Bürokratie« führe, teuer und intransparent sei, sagte der Sachverständige.

Bosch schlug vor, die beiden großen Systeme, die Arbeitsmarktpolitik und das BAföG in Kombination mit dem Aufstiegs-BAföG, zu stärken. »Die Systeme sind in der Bevölkerung bekannt und zwischen ihnen gibt es eine klare Arbeitsteilung«, sagte er. Über den Ausbau der BAföG-Systeme könne das individuelle lebenslange Lernen gefördert werden. Dabei müssten jedoch diskriminierende Altersgrenzen abgeschafft und die Förderzwecke erweitert werden, etwa auf das Erlernen eines zweiten Berufs. Auch ein Recht auf Freistellung für Weiterbildung sei notwendig, sagte er.

(15.09.2020, prh)

 

Weiterbildung von frühpädagogischen Fachkräften

Kindergartengruppe (Symbolbild)

Im Jahr 2019 hat es insgesamt 76 Bachelor-Studiengänge und 14 Master-Studiengänge in der früh- und kindheitspädagogischen Betreuung mit einem Schwerpunkt im Bereich Management und Leitung gegeben.

Das macht die Bundesregierung in ihrer Antwort auf die Kleine Anfrage der FDP-Fraktion zu Fort- und Weiterbildungen für Fachkräfte in der frühkindlichen Bildung deutlich. Dabei sei festzustellen, dass aus der Teilnahme an Fort- und Weiterbildungsangeboten eher selten Gehaltsverbesserungen oder Aufstiegsmöglichkeiten resultieren, was bereits im Vorfeld als ein Hindernis für die Teilnahme angesehen werden könne, insbesondere auch von geringer Qualifizierten.

In einer bundesweiten Befragung von Fach- und Leitungskräften hat etwa jeweils die Hälfte der Befragungsteilnehmerinnen und -teilnehmer eine (Fach-)Hochschulreife als höchsten Schulabschluss angegeben. Zu weiteren Fortbildungsmaßnahmen und Netzwerkpartnern hat die Bundesregierung umfangreiche Tabellen ihrer Antwort angefügt.

  (10.09.2020, prh)

Im Wortlaut: Antwort der Bundesregierung (PDF, 24 Seiten)

 

Anteil beruflicher Aus- und Weiterbildung lag 2018 deutlich über OECD-Durchschnitt

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Im Jahr 2018 besuchten in Deutschland 2,42 Millionen Schülerinnen und Schüler den Sekundarbereich II, das heißt die gymnasiale Oberstufe, eine Berufsausbildung im dualen System oder eine berufsbildende Schule. Davon nahmen 1,13 Millionen Personen an einer beruflichen Aus- und Weiterbildung teil.

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich der Publikation »Internationale Bildungsindikatoren im Ländervergleich« weiter mitteilt, war damit 2018 in Deutschland der Anteil der beruflichen Aus- und Weiterbildung an allen Schülerinnen und Schüler im Sekundarbereich II höher (47 %) als im OECD-Durchschnitt (42 %).

Zur beruflichen Aus- und Weiterbildung zählen sowohl kombinierte schulische und betriebliche als auch rein schulische Ausbildungsgänge. Zu den kombinierten Programmen gehören in Deutschland insbesondere die Erstausbildungen im dualen System. Ihr Anteil an den beruflichen Bildungsgängen des Sekundarbereichs II betrug im Jahr 2018 in Deutschland 89 %. Im OECD-Durchschnitt belief sich dieser lediglich auf 34 %. Die Ergebnisse der »Internationalen Bildungsindikatoren im Ländervergleich« spiegeln die hohe Bedeutung der dualen Berufsausbildung in Deutschland im Vergleich zu anderen Staaten wider, in denen vor allem schulische Ausbildungen dominieren.

In den einzelnen Bundesländern fielen die Anteile von kombinierten schulischen und betrieblichen Bildungsgängen im berufsbildenden Sekundarbereich II unterschiedlich hoch aus. Spitzenreiter waren Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern, wo 97 % der Sekundarschüler*innen an berufsbildenden Schulen kombinierte Bildungsgänge besuchten. In Niedersachsen und Brandenburg lag dieser Anteil bei jeweils 96 %. Die niedrigsten Anteile von kombinierten Bildungsgängen hatten das Saarland (79 %) und Baden-Württemberg (81 %). In diesen Ländern wurden rein schulische Ausbildungsgänge im Vergleich zum Bundesdurchschnitt stärker besucht.

Frauenanteil in beruflicher Bildung bei 43 %, in höheren schulischen Ausbildungen bei 55 %

Der Frauenanteil in der beruflichen Aus- und Weiterbildung zusammen lag 2018 deutschlandweit bei 43 %. Zwischen den Bundesländern variierte er nur geringfügig von 41 % in Bremen bis zu 45 % in Hamburg, Berlin und Sachsen. In beruflichen Bildungsgängen des Sekundarbereichs II lag der Frauenanteil mit 36 % deutlich unter dem OECD-Durchschnitt von 45 %. Am niedrigsten war der Wert in Brandenburg mit 29 %, am höchsten mit knapp 41 % in Hamburg.

Ein anderes Bild zeigt sich bei den höheren schulischen Ausbildungen, zu denen in Deutschland auch die Gesundheits- und Sozialberufe gehören. Hier lag der deutschlandweite Frauenanteil 2018 auf einem ähnlichen Niveau wie der OECD-Durchschnitt (55 %). Im Ländervergleich erstreckte er sich von 53 % in Nordrhein-Westfalen bis 63 % in Sachsen.

  (09.09.2020, prh)

Internationale Bildungsindikatoren im Ländervergleich (PDF, 84 Seiten)

siehe auch: »OECD veröffentlicht Studie zur beruflichen Aus- und Weiterbildung«

 

UPDATE: Wo sind welche Wei­­ter­­bil­­­dungs­­­­­­­ver­­­an­­­stal­­­tun­­­gen wieder erlaubt?

Weiter­bil­dungs­an­ge­bo­te in Deutschland: Übersicht der Pandemieverordnungen der Länder

Zur Eindämmung der Corona-Pandemie hatten Bund und Länder am 16. März 2020 ein umfangreiches Maßnahmepaket beschlossen. Die darin enthaltenen Einschränkungen umfassten unter anderem auch ein Verbot von Weiterbildungsveranstaltungen in Präsenzform bzw. die Schließung von Bildungseinrichtungen.

Inzwischen wird das Verbot in den Bundesländern teilweise aufgehoben und Bildungsveranstaltungen sind unter bestimmten Bedingungen wieder erlaubt.

Einen Überblick der aktuellen Regelungen haben wir in einer Tabelle zusammengefasst, die als PDF-Datei heruntergeladen werden kann. Für weitere Details benutzen Sie bitte die angegebene Quelle.

Wir werden diese Liste laufend aktualisieren.
Falls Sie Kenntnis von Änderungen erhalten, freuen wir uns über eine Nachricht an die Redaktion.

Letzte Aktualisierung: 09. September 2020


(09.09.2020, prh)

Bildungsveranstaltungen nach Bundesländern (PDF, 3 Seiten)

 

OECD veröffentlicht Studie zur beruflichen Aus- und Weiterbildung

OECD-Logo

OECD: Deutschlands traditionsreiche Berufsbildung braucht Digitalisierung und Modernisierung – dann bleibt sie auch im 21. Jahrhundert stark

Die Coronakrise hat weltweit viele Unzulänglichkeiten und soziale Ungleichheiten in der Bildung offengelegt – auch in Deutschland. Beim wirtschaftlichen und sozialen Wiederaufbau nach der Krise müssen Regierungen sicherstellen, dass Bildungsausgaben langfristig Priorität haben. Dies ist entscheidend, damit alle jungen Menschen die gleiche Chance bekommen, auf ihrem Bildungsweg erfolgreich zu sein und sich die Fähigkeiten anzueignen, die sie brauchen, um ihren Beitrag für die Gesellschaft zu leisten.

Dies zeigt die OECD-Studie Bildung auf einen Blick 2020, deren Ergebnisse für Deutschland heute in Berlin vorgestellt wurden.

Berufliche Bildung

Junge Menschen schließen heute im Schnitt der In Bildung auf einen Blick vergleicht die OECD jährlich Bildungssysteme, Bildungsausgaben und Bildungserfolge in den OECD-Mitgliedsländern und Partnerländern. Schwerpunkt der diesjährigen Ausgabe ist die berufliche Aus- und Weiterbildung. Dieser Bildungszweig hat in der Coronakrise gleich doppelt zu leiden, da Abstandsregeln einerseits und Unternehmensschließungen andererseits die Verbindung von Theorie und Praxis in vielen Ausbildungsgängen unmöglich machen. -Länder seltener eine Berufsausbildung ab als ihre Elterngeneration, stattdessen beginnen sie häufiger ein akademisches Studium. Zwar lässt sich dieser Trend auch in Deutschland beobachten, jedoch entscheiden sich hierzulande mit 46 Prozent aller Schülerinnen und Schüler des Sekundarbereichs II weiterhin recht viele für einen berufsbildenden Weg – vier Prozent mehr als im OECD-Schnitt. Fast alle von ihnen (89 Prozent) sind in dualen Ausbildungsgängen eingeschrieben, die ihnen ein Zusammenspiel von schulischem und betrieblichen Lernen ermöglichen – fast dreimal so viele wie im OECD-Mittel (34 Prozent).

»Viele der Berufe, die während des Lockdowns das Rückgrat unserer Wirtschaft bildeten, hängen von berufsbildenden Qualifikationen ab. Das bleibt Deutschlands große Stärke, denn insgesamt funktioniert die Abstimmung zwischen Bildung und Arbeitsmarkt gut und der Übergang ins Erwerbsleben klappt«, so OECD-Bildungsdirektor Andreas Schleicher bei der Vorstellung der Studie in Berlin. »Jetzt geht es darum, diese Ausbildungswege fit für das 21. Jahrhundert zu machen. Dazu gehört auch, die Chancen der Digitalisierung zu nutzen, um neue Lernangebote zu schaffen – nicht nur dann, wenn uns eine Krise dazu zwingt.«

Nach wie vor sind die Berufsaussichten für Absolventinnen und Absolventen von beruflichen Ausbildungsgängen gut. In 2019 waren 88 Prozent der 25- bis 34-Jährigen mit einem Berufsabschluss der Sekundarstufe II oder mit einer postsekundären Berufsausbildung beschäftigt. Ihr Beschäftigungsniveau ist damit genauso hoch wie das ihrer Altersgenossen mit einem tertiären Bildungsabschluss.

Deutschland hat die berufliche Bildung auch anschlussfähiger gemacht: Den meisten Absolventinnen und Absolventen steht der Übergang in höhere Bildungsgänge offen, im OECD-Vergleich gilt das nur für etwas mehr als zwei Drittel. Allerdings wird diese Möglichkeit noch nicht so oft genutzt wie in anderen Ländern, etwa der Schweiz.

Tertiäre Bildung

Insgesamt hält auch in Deutschland der Trend hin zu akademischer oder höherer beruflicher Bildung an: In den letzten zehn Jahren hat sich der Anteil junger Menschen mit einem solchen Tertiärabschluss um acht Prozentpunkte erhöht. Bei der Anfängerquote für tertiäre Bildungsgänge liegt Deutschland mit 45 Prozent inzwischen nah am OECD-Mittel von 49 Prozent.

Ein Grund für die Attraktivität höherer Bildungsabschlüsse sind die Einkommensvorteile, die sich damit erzielen lassen. Ganzjährig Vollzeitbeschäftigte mit einem tertiären Abschluss verdienen in Deutschland etwa 61 Prozent mehr als solche, die nur eine Berufsausbildung oder Abitur als höchsten Bildungsabschluss vorweisen können. Im OECD-Mittel liegt der Gehaltsvorsprung bei 54 Prozent. Über das Gehalt hinaus legen die Zahlen für Menschen mit Tertiärabschluss einen weiteren Vorteil nahe. So teilen rund 61 Prozent der in Deutschland befragten Erwachsenen mit Tertiärabschluss die Einschätzung, dass sie bei dem, was die Regierung macht, mitreden können. Unter den Personen mit Bildungsstand unterhalb eines Sekundar-II-Abschlusses geben dies nur 36 Prozent an.

Bildungsausgaben

Bei den Bildungsausgaben befindet sich Deutschland mit etwa 13.500 US-Dollar pro Vollzeitbildungsteilnehmer über dem OECD-Durchschnitt von ca. 11.200 US-Dollar (jüngste Zahlen von 2017). Gemessen am Bruttoinlandsprodukt gibt Deutschland mit 4,2 Prozent allerdings etwa 0,7 Prozentpunkte weniger aus (2017). Die Ausgaben pro Schülerin und Schüler fallen in Deutschland bei den berufsbildenden Bildungsgängen des Sekundarbereichs II besonders hoch aus, wo sie etwa 40 Prozent über dem OECD-Mittel liegen. Die Wirtschaft leistet hier einen wesentlichen Beitrag. Im Primarbereich entsprechen die Ausgaben pro Schülerin und Schüler etwa dem OECD-Durchschnitt, im Sekundar-I-Bereich liegen sie um 14 Prozent höher. Im Tertiärbereich liegt Deutschland über dem Durchschnitt, wenn die Ausgaben für Forschung- und Entwicklung mitgezählt werden. Werden sie ausgeklammert, sind die deutschen Ausgaben pro Bildungsteilnehmer im Tertiärbereich etwas unter dem Durchschnitt.

Hintergrund
In Bildung auf einen Blick vergleicht die OECD jährlich Bildungssysteme, Bildungsausgaben und Bildungserfolge in den OECD-Mitgliedsländern und Partnerländern. Schwerpunkt der diesjährigen Ausgabe ist die berufliche Aus- und Weiterbildung. Dieser Bildungszweig hat in der Coronakrise gleich doppelt zu leiden, da Abstandsregeln einerseits und Unternehmensschließungen andererseits die Verbindung von Theorie und Praxis in vielen Ausbildungsgängen unmöglich machen.

 


(08.09.2020, oecd/prh)

OECD-Studie »Bildung auf einen Blick 2020« (PDF, 584 Seiten)

siehe auch: Ländernotizen Deutschland (PDF, 15 Seiten)

siehe auch »Anteil beruflicher Aus- und Weiterbildung lag 2018 deutlich über OECD-Durchschnitt«

 

Millionen für die Digitalisierung in Aus- und Weiterbildung

Neue Digitalisierungsförderung der überbetrieblichen Ausbildungsstätten in Höhe von 16 Millionen Euro 

Für eine moderne und hochwertige Ausbildung von Fachkräften fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) seit 2016 digitale Ausstattung und moderne Ausbildungskonzepte in überbetrieblichen Berufsbildungsstätten (ÜBS) mit dem Sonderprogramm ÜBS-Digitalisierung. Seit heute starten deutschlandweit nach und nach 15 neue Entwicklungs- und Erprobungsprojekte mit 25 Akteuren aus Handwerk, Bauwirtschaft, Landwirtschaft, Industrie und Handel. Weitere Projekte werden in 2021 folgen.

Dazu erklärt Bundesbildungsministerin Anja Karliczek:

»Mit einer neuen Förderrunde in unserem Sonderprogramm ÜBS-Digitalisierung von 16 Millionen Euro wollen wir in den überbetrieblichen Berufsbildungsstätten für einen Digitalisierungsschub sorgen. Insgesamt investiert mein Haus hiermit bis Ende 2023 224 Millionen Euro in die Modernisierung der Ausbildung.

Wir unterstützen so kleine und mittelständische Unternehmen, die gerade in diesen Tagen die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie besonders stark spüren. Gerade sie sind das Rückgrat unserer Wirtschaft und ein verlässlicher Arbeitgeber für viele Menschen in Deutschland. Zudem bieten sie als Ausbildungsbetriebe zahlreichen jungen Menschen einen sicheren Einstieg in ein erfolgreiches Berufsleben.«

Mit dem Sonderprogramm hat das BMBF bereits einen Modernisierungsschub in den Berufsbildungsstätten bewirkt. Von 2016 bis Mitte 2020 wurden an über 200 Standorten fast 40.000 digitale Ausstattungen angeschafft – von Outdoor-Tablets über Assistenzrobotik zum Schweißen und Bohren bis zu Bau- und Landmaschinensimulatoren.

Acht Beispielprojekte guter Ausbildungspraxis sind bereits abgeschlossen und stellen ihre Erkenntnisse anderen ÜBS und Ausbilderinnen und Ausbildern über Fachveranstaltungen und online zur Verfügung. So wurden z.B. eine virtuelle Werkstatt zum Thema Gebäudeleit-, Schließ- und Sicherheitstechnik oder Online-Kurse für angehende Elektronikerinnen und Elektroniker entwickelt. Mit digitalen Lernformaten beschäftigen sich auch die neuen Projekte. Die Erfahrungen mit der Corona-Pandemie haben gezeigt, wie wichtig moderne und digital gestützte Lernangebote im Bildungsbereich sind.

Das Sonderprogramm ÜBS-Digitalisierung steht weiter offen für neue Projektideen der ÜBS. Projektskizzen können jeweils bis Ende 2020 oder Mitte 2021 eingereicht werden. Auch die digitale Ausstattung von ÜBS wird weiterhin gefördert. (08.09.2020, prh)

Weiterführende Informationen

Fördermöglichkeit und Antragstellung

 

VHS bietet Aktuelles Corona-Wissen in einfacher Sprache

VHS-Lernportal

Zum Weltalphabetisierungstag am 8. September erweitert der Deutsche Volkshochschul-Verband (DVV) sein erfolgreiches vhs-Lernportal: Neu hinzu kommt der Themenbereich gesundheitsorientierte Grundbildung, der sich an Erwachsene richtet, die Lernbedarf im Lesen, Schreiben und Rechnen haben.

Selbstgesteuert oder kursbegleitend können Interessierte unter anderem grundlegende Kenntnisse über gesunde Ernährung oder die präventive Bedeutung von Bewegung erwerben. Gleichzeitig erweitern sie damit ihre Kenntnisse und festigen bereits Gelerntes. Der Bedarf an Grundbildungs- und Alphabetisierungsangeboten ist nach wie vor sehr groß, wie die Zahlen der leo (Level One)-Folgestudie der Universität Hamburg von 2019 belegen. Danach sind 6,2 Millionen Menschen in Deutschland nur gering literarisiert.

»Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass Menschen, die nicht ausreichend lesen und schreiben können, oft Wissenslücken in unterschiedlichen Bereichen ihres Alltagslebens haben. Durch die Erweiterung unserer niedrigschwelligen Angebote im vhs-Lernportal, wollen wir als Volkshochschulen einen Beitrag leisten, um ihr Gesundheitsbewusstsein zu stärken«, sagt DVV-Präsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer.

Der Themenbereich der gesundheitsorientierten Grundbildung umfasst mehr als 400 Lernelemente. In einer Übung zum Training des Leseverständnisses geht es um das Herz und seine existenzielle Bedeutung für den menschlichen Organismus. Oder es geht um die Frage, warum Fisch wertvoll ist für eine ausgewogene Ernährung.

Die aktuelle Corona-Krise hat den Bedarf an gesundheitsorientierter Grundbildung einmal mehr deutlich gemacht. Antje Kreßin, Dozentin im Bereich Grundbildung an der vhs Magdeburg, stellt beispielsweise fest, dass Menschen, die nicht gut lesen und schreiben können, in der gegenwärtigen Corona-Krise besonders verunsichert sind. Weil ihnen wichtige Informationen weniger zugänglich sind, fällt auch die Einschätzung der Situation schwer.

Im vhs-Lernportal gibt die »Apoll-Zeitung«, eine regelmäßig erscheinende und leicht lesbare Online-Publikation, Antworten auf unterschiedliche Fragen rund um Corona, darunter zu Schutz- und Hygienemaßnahmen. Sechs Sonderausgaben sind dazu bisher in engem Austausch mit Fach-Experten entstanden und werden online vorgehalten. Diese eignen sich auch für den Einsatz in Grundbildungskursen als fachlich informatives und sprachlich niedrigschwelliges Unterrichtsmaterial.

An der vhs Magdeburg spielt der Themenbereich Gesundheit in der Grundbildung generell eine wichtige Rolle. Hygieneregeln wurden dort lange vor Corona regelmäßig thematisiert und eingeübt, beispielsweise zur Vorbereitung von Kochkursen, in denen es um gesunde und ausgewogene Ernährung geht. Grundbildung zielt darauf ab, Menschen in ihren Alltagskompetenzen zu stärken.

Das vhs-Lernportal ermöglicht Lernen in Eigenregie mit Unterstützung von Online-Tutoren und unterstützt gleichzeitig das sogenannte Blended Learning, also die Verknüpfung von Präsenzlernen im Kurs und Online-Lernen zu Hause oder in einem vhs-Lerncafé. »Das vhs-Lernportal ist die erste Anlaufstelle im Netz für Menschen mit Schwierigkeiten im Schreiben, Lesen und Rechnen sowie für Deutschlernende aller Niveaustufen«, erklärt der DVV-Vorsitzende Martin Rabanus. »Mit der gesundheitsorientierten Grundbildung werten wir das Portal genau zur rechten Zeit und zum richtigen Thema inhaltlich auf.«

Hintergrund
Alle Inhalte des Lernportals sind kostenlos nutzbar. Europas größtes offenes Lernportal für die Alphabetisierung und Grundbildung wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert.

 
(04.09.2020, dvv/prh)

VHS-Lernportal

 

Zahl der Hochschulabschlüsse stieg 2019 um 3 Prozent

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Im Prüfungsjahr 2019 (Wintersemester 2018/2019 und Sommersemester 2019) haben rund 512.000 Absolventinnen und Absolventen einen Hochschulabschluss an deutschen Hochschulen erworben. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, waren das 3 % mehr als im Vorjahr (499.000).

Damit liegt die jüngste Entwicklung wieder im langfristigen Trend steigender Absolventenzahlen, der seit 2001 zu beobachten ist. Lediglich 2018 war die Zahl der Hochschulabschlüsse gegenüber dem Vorjahr vorübergehend leicht gesunken (-1 %).

Jeder vierte Abschluss in Ingenieurwissenschaften

Die meisten Abschlüsse, nämlich 40 %, wurden in der Fächergruppe Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften abgelegt. Gut jeder vierte Abschluss (26 %) entfiel auf die Fächergruppe Ingenieurwissenschaften. 11 % der Hochschulabschlüsse wurden in der Fächergruppe Mathematik und Naturwissenschaften und 10 % in den Geisteswissenschaften erworben. In der Fächergruppe Humanmedizin/Gesundheitswissenschaften erreichten 7 % der Absolventinnen und Absolventen ihren Abschluss. Die restlichen 7 % der Abschlüsse entfielen auf die übrigen Fächergruppen Sport, Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaften, Veterinärmedizin sowie Kunst, Kunstwissenschaft.

Bestandene Uni Prüfungen 2019

Mehr Bachelor- und Masterabschlüsse, weniger Fachhochschulabschlüsse

Knapp jedes zweite Examen (254.100) führte im Prüfungsjahr 2019 zu einem Bachelorabschluss (Lehramt nicht mitgerechnet). Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der Bachelorabschlüsse um 3 %. Insgesamt gab es bei fast allen Arten von Abschlussprüfungen im Vergleich zum Vorjahr mehr Absolventinnen und Absolventen: Die Zahl der Masterabschlüsse stieg um 3 % auf 145.000, die der Lehramtsprüfungen um 2 % auf 46.500 und bei den herkömmlichen universitären Abschlüssen gab es 3 % mehr als im Prüfungsjahr 2018, nämlich 31.000. Auch bei den Promotionen wurde ein Anstieg um 3 % auf 28 700 verzeichnet. Einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr gab es im Prüfungsjahr 2019 nur bei den herkömmlichen Fachhochschulabschlüssen (-6 % auf 6.800). (04.09.2020, prh)

 

Neue Regelungen zur Feststellung der Berufsqualifikation geplant

Logo der Bundesregierung

Die Bundesregierung will das Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz und das Fernunterrichtsschutzgesetz modernisieren. Dazu hat sie einen Gesetzentwurf vorgelegt.

Im Frühjahr 2020 haben die Länder laut Ausführungen der Bundesregierung in Absprache mit dem Bund ein Muster-Änderungsgesetz abgestimmt, mit dem unter anderem die Regelungen zum beschleunigten Fachkräfteverfahren übernommen werden. Aus dem Mustergesetz sowie aus Rückmeldungen des Statistischen Bundesamtes ergibt sich demnach auch für den Bund der Bedarf nach Anpassung für das Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz.

Mit diesem Entwurf verfolgt die Bundesregierung nach eigenen Angaben unter anderem das Ziel, Bürokratie beim Abschluss von Fernunterrichtsverträgen abzubauen und den Zugang zu digitalen Bildungsangeboten zu erleichtern. Hierzu sollen neue Merkmale zur statistischen Erhebung der Anerkennungsverfahren eingeführt werden und die gesicherte Datengrundlage verbessert werden. »Diese neuen und konkretisierten Erhebungen erlauben bessere Erkenntnisse zu den Verwaltungsverfahren und können so auch für deren weitere Optimierung genutzt werden«, schreibt die Bundesregierung

Darüber hinaus ergibt sich laut Entwurf der Bedarf nach Anpassung aufgrund des neuen Fachkräfteeinwanderungsgesetzes und der damit eingeführten neuen Bestimmungen im Aufenthaltsrecht für die Fachkräfteeinwanderung aus Drittstaaten. Bei reglementierten Berufen soll die Möglichkeit eines separaten Feststellungsbescheides über die Gleichwertigkeit der ausländischen Berufsqualifikation eingeführt werden. Zu den reglementierten Berufen gehören laut Bundesanstalt für Arbeit beispielsweise Medizinberufe, Rechtsberufe, das Lehramt an staatlichen Schulen sowie Berufe im öffentlichen Dienst. Bislang wird die Gleichwertigkeit der Abschlüsse bei reglementierten Berufen innerhalb der Prüfung im Berufszugangsverfahren geprüft. Für eine größere Flexibilität an der Schnittstelle von Anerkennung und Fachkräfteeinwanderung bedarf es nach Auffassung der Bundesregierung der Möglichkeit einer gesonderten Entscheidung über die Gleichwertigkeit. Zudem sind im Entwurf Klarstellungen zur Rolle der Ausländerbehörde im beschleunigten Fachkräfteverfahren vorgesehen.

Für den Abschluss des Fernunterrichtsvertrags, für die Kündigung und für die Belehrung über Kündigungs- und Rücktrittsrechte wird die Anordnung der Schriftform durch eine Anordnung der Textform ersetzt.

Der Gesetzentwurf ist dem Bundesrat als »besonders eilbedürftig« zugeleitet worden. Die Stellungnahme des Bundesrates zu dem Gesetzentwurf sowie die Auffassung der Bundesregierung zu der Stellungnahme des Bundesrates werden nachgereicht. (04.09.2020, prh)

Im Wortlaut: Gesetzentwurf der Bundesregierung (PDF, 15 Seiten)

 

NRW unterstützt Weiterbildungseinrichtungen in der Corona-Krise

Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW

Im Zuge des Konjunkturpakets zur Bekämpfung der direkten und indirekten Folgen der Corona-Krise gibt die NRW-Landesregierung ihr Wort, die Einrichtungen mit der durch die Corona-Pandemie verursachten Finanzlücke nicht alleine zu lassen: Nach dem Weiterbildungsgesetz anerkannte Weiterbildungseinrichtungen, die nicht – wie die Volkshochschulen – kommunal getragen sind, können zusätzliche Mittel beantragen.

Damit sollen für die Zeit von März bis Ende Juni 2020 die Lücke zwischen den notwendigen Fixkosten und den erzielten Einnahmen der Einrichtung gemindert und dadurch entstandene existenzielle Härten aufgefangen werden. Das Land stellt dafür insgesamt 35 Millionen Euro bereit.

Vor allem kleine Einrichtungen benötigen Einnahmen über Teilnahmeentgelte, um den Betrieb ihrer Einrichtung aufrechtzuerhalten. »Durch die Absage von Seminaren und die Rückzahlung von Teilnahmebeiträgen sind zahlreiche nicht-kommunale Weiterbildungseinrichtungen während der Corona-Pandemie in finanzielle Engpässe geraten. Mit der nun beschlossenen strukturellen Förderung lösen wir unser Versprechen ein und unterstützen diese Einrichtungen darin, die Krise erfolgreich zu bewältigen. Mit ihrem breiten Angebot leisten sie einen unverzichtbaren Beitrag zum lebensbegleitenden Lernen und für den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft«, erläutert Klaus Kaiser, Parlamentarischer Staatssekretär im Ministerium für Kultur und Wissenschaft.

Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, hat die Landesregierung Nordrhein-Westfalen seit Ausbruch der Pandemie weitreichende Maßnahmen veranlasst: Ab Mitte März 2020 war es unter anderem nicht mehr möglich, Angebote in Bildungseinrichtungen im außerschulischen Bereich wahrzunehmen. Die dadurch zwischen März und Juni entstandenen finanziellen Ausfälle der nach dem Weiterbildungsgesetz anerkannten und geförderten Weiterbildungseinrichtungen »in anderer Trägerschaft« sollen mit den jetzt beschlossenen Mitteln aus dem Konjunkturpaket des Landes kompensiert werden. Die Förderung kann seit dem 22. Juli bei den zuständigen Dezernaten 48 der Bezirksregierungen beantragt werden.

Hintergrund
In Nordrhein-Westfalen gibt es rund 170 nicht-kommunale nach dem Weiterbildungsgesetz anerkannte Weiterbildungseinrichtungen.

 

(01.09.2020, prh)

QUELLE: Ministerium für Kultur und Wissenschaft

 

Niedersachsen: 2,6 Millionen Euro für Öffnung der Hochschulen

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Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur treibt die Öffnung der Hochschulen weiter voran: Acht innovative Bildungs- und Weiterbildungsprojekte, die den Hochschulzugang mit und ohne Abitur erleichtern, erhalten insgesamt rund 2,6 Millionen Euro. Die Förderung setzt sich aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und zusätzlichen Landesmitteln zusammen.
 
»Wissen und Kompetenz quer durch alle Altersgruppen zu stärken und flexible Bildungswege zu fördern sind wichtige Bausteine für lebenslanges Lernen«, so Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler. »Die geförderten Einrichtungen nutzen vielseitige Möglichkeiten, um Menschen mit und ohne Abitur den Weg ins Studium zu erleichtern«.

Durch das Förderprogramm »Öffnung von Hochschulen« werden berufsbegleitende Bildungs- und Weiterbildungsangebote an Hochschulen für Studien- und Weiterbildungsinteressierte mit und ohne Abitur, Angebote zur Unterstützung des Übergangs vom Beruf in die Hochschule, Maßnahmen zur Erleichterung des Hochschulzugangs sowie eine Verbesserung des Beratungsangebotes und des Einstiegs in ein Hochschulstudium unterstützt.
 
Gefördert werden folgende Projekte:
  • Hochschule Weserbergland: »OpenBWL«
  • Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften: »T-Nugd (Telenursing – Nursing goes digital)«
  • KVHS Ammerland mit Jade Hochschule: »INVEST++«
  • HÖB e.V. mit Ludwig-Windthorst-Haus Lingen: »(Neue) Wege in den Lehrerberuf«
  • Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften: »InWeit – interprofessionelles Weiterbildungsprogramm«
  • Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover: »Erprobung Zert EB/WB«
  • Leuphana Universität Lüneburg: »Serv-IT«
  • VNB e.V.: »KommMit Bildung – Kompetenzzentrum Migration Bildung«
Insgesamt konnten damit innerhalb der Förderrichtlinie »Öffnung von Hochschulen« im Rahmen der ESF-Förderperiode 2014-2020 in sechs Antragsrunden 48 innovative Projekte gefördert werden.
 
Quelle: Mitteilung des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur
(29.08.2020, prh)

 

Erfolgreiches Homeschooling ist abhängig von Digitalkompetenzen der Lehrkräfte

Homeschooling (Symbolbild)
In 85 Prozent der befragten Haushalte, in denen schulpflichtige Kinder leben, fand während der Corona-Epidemie digitaler Schulunterricht bzw. ein digitaler Austausch mit den Lehrkräften statt.

Zu diesem Ergebnis kommt die Studie eGovernment MONITOR 2020 der Initiative D21 und der Technischen Universität München (TUM), durchgeführt von Kantar.

Digitalkompetenzen der Lehrkräfte entscheiden über Unterstützung beim Homeschooling

Etwa die Hälfte der Eltern war mit dem Schulunterricht während Corona insgesamt zufrieden, ein Drittel dagegen unzufrieden. Die Gestaltung eines digital unterstützten Schulunterrichts hing dabei stark von Können und Engagement der einzelnen Lehrkräfte ab: 54 Prozent sagten, dass die Lehrer*innen den Unterricht auf eigene Initiative digital gestaltet haben. 42 Prozent zeigten sich unzufrieden und gaben an, dass die Lehrkraft mit digitalen Anwendungen überfordert war. Den Einsatz der Schulen beurteilen die Befragten insgesamt besser: 59 Prozent fanden, dass die jeweilige Schule alles in ihrer Macht Stehende getan hat, ein Drittel empfand die Schulen als bremsend.

75 Prozent der Eltern erleben Hürden, nur Minderheit nutzt Videokonferenzen

Drei Viertel der Eltern berichten von Hürden beim digitalen Unterricht. Am häufigsten nannten sie eine fehlende Unterstützung durch die Schulen, gefolgt von Internetproblemen (Geschwindigkeit/Netzprobleme) und mangelnder Digitalkompetenzen der Lehrer*innen. Die technische Ausstattung spielt nur eine nachgeordnete Rolle: zu wenig oder zu alte Geräte nannten nur 14 Prozent als Hürde. Die Nutzung digitaler Geräte für den Schulunterricht stieg von 66 Prozent vor auf 96 Prozent während Corona an. Das meistgenutzte Gerät ist das Smartphone, gefolgt vom Laptop.

Die Übermittlung der Lehrinhalte erfolgte am häufigsten über E-Mails (81%), gefolgt von Videokonferenzen (44%) und Messengerdiensten (32%). Der Austausch von Materialien über einen Schulserver oder Lernplattformen kam etwas seltener zum Einsatz. Auch analoge Wege zur Übermittlung von Lernmaterial, wie eine Abholung in der Schule (16%) oder die Übermittlung via Telefon (14%) oder Post (7%) kamen vor. »Bildung lebt von Interaktion zwischen Schülern und Lehrkräften. Zum Beginn der Krise war es richtig, zunächst überhaupt eine Form des Austauschs sicherzustellen. Perspektivisch müssen aber interaktive Formate der Normalfall sein. Der Versand von Arbeitsblättern per E-Mail ist ungenügend«, so Prof. Dr. Helmut Krcmar von der TUM. »Die Digitalisierung erfordert neues Denken. Alte Abläufe und Verhaltensmuster müssen neu interpretiert werden, um das volle Potenzial digitaler Technologien ausschöpfen zu können. Dies erfordert nicht nur die Schaffung der technischen Grundlagen, sondern auch angepasste institutionelle Strukturen und die Entwicklung neuer Kompetenzen bei allen Beteiligten«.
 
Hintergrund
Der »eGovernment MONITOR 2020« ist eine gemeinsame Studie der Initiative D21 und der TU München, durchgeführt von Kantar. Die Befragung fand im Juni 2020 statt. Befragt wurden 1.005 Personen ab 18 Jahren in Privathaushalten in Deutschland, die das Internet privat nutzen. Die Durchführung erfolgte als Onlinebefragung. Die komplette Studie zu Nutzung und Akzeptanz digitaler Verwaltungsdienstleistungen erscheint am 20. Oktober 2020.
(28.08.2020, prh)

Zu den Vorab-Ergebnissen der Studie (PDF, 8 Seiten)

 

Corona als Digitalisierungsschub für die Weiterbildung

Logo weiterbildung-mv.de

Umfrage: Wie haben sich Weiterbildungsangebote während der Corona-Krise verändert? 

Die Corona-Krise hat auch die Weiterbildungsbranche in Mecklenburg-Vorpommern an einem empfindlichen Punkt getroffen. Mit dem Lockdown Mitte März war Präsenzunterricht nicht mehr möglich. Die direkte Interaktion - wie bei Face-to-Face-Beratungen, Coachings oder Gruppenworkshops - konnte in dieser Form nicht mehr durchgeführt werden.

Vor diesem Hintergrund hat weiterbildung-mv.de, die Weiterbildungsdatenbank für Mecklenburg-Vorpommern, Bildungsunternehmen in Mecklenburg-Vorpommern befragt, wie sich ihre Weiterbildungsangebote während der Corona-Pandemie verändert haben, wo sie die größten Chancen und auch Hürden der Digitalisierung für ihre Bildungseinrichtung sehen. An dieser Befragung beteiligten sich 89 Unternehmen. Die Umfrage erfolgte in Zusammenarbeit mit dem Projekt vierpunkteins - Digitales Lernen in der Aus- und Weiterbildung in Trägerschaft des Unternehmerverbandes Norddeutschland Mecklenburg-Schwerin e.V.

Die Corona-Krise und der damit einhergehende Ausnahmezustand beschleunigen die Digitalisierung auch in der hiesigen Weiterbildungsbranche. Präsenzveranstaltungen waren vor der Corona-Krise bei 92 Prozent der befragten Bildungseinrichtungen die Hauptangebotsform. Formate wie Blended Learning, Online-Seminare, virtuelle Klassenzimmer, Lernplattformen bzw. Lernmanagementsysteme, Erklärvideos oder Social-Media wurden jeweils von 20 Prozent der befragten Weiterbildungseinrichtungen für die Wissensvermittlung eingesetzt. Nur wenige Weiterbildner boten Online-Formate wie z.B. Lernsimulationen, Web-Based-Training, Augmented und Virtual Reality an.

Die Kontaktbeschränkungen in der Corona-Krise erforderten ein schnelles Handeln. Bildungsunternehmen stellten in kurzer Zeit vom Präsenzlehren auf digitale Bildungsformate wie Online-Seminare und virtuelles Klassenzimmer (52 %), Lernplattformen (33%), Erklärvideos (25 %) oder Web-Based-Training (20 %) um. Selbst Bildungsinstitutionen, deren Alleinstellungsmerkmal Präsenzunterricht war, verstärkten massiv ihre digitalen Aktivitäten. Diejenigen waren im Vorteil, die sich bereits vor der Krise mit den Chancen digitaler Lehr- und Lernmethoden befasst und entsprechende Strukturen aufgebaut hatten, die sie nun kurzfristig ein- und umsetzen konnten. Jedoch gaben auch 21 Prozent der befragten Bildungseinrichtungen an, keine Kursformate während der Kontaktbeschränkungen angeboten zu haben.

Welche Chancen sehen die Bildungseinrichtungen in der Digitalisierung für das eigene Unternehmen? Werden Präsenzveranstaltungen das Angebotsportfolio nach der Aufhebung aller Corona-Beschränkungen wieder dominieren? Zukünftig möchten 79 Prozent der befragten Bildungsunternehmen nicht mehr auf die nun etablierten Online-Formate verzichten. Dreiviertel der Bildungsanbieter sehen in der Digitalisierung ihrer Bildungsangebote eine höhere räumliche sowie zeitliche Flexibilität ihres Lehrangebots. Neue Zielgruppen sowie Geschäftsmodelle können erschlossen und somit die Wettbewerbsfähigkeit erhöht werden. Auch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie bei Beschäftigten sowie Teilnehmenden sehen mehr als die Hälfte als Chance. Befragt nach dem Stimmungsbild schauen über 90 Prozent der Bildungsdienstleister vorsichtig optimistisch bzw. optimistisch in die Zukunft.

Hürden und Einschränkungen sehen die Bildungsunternehmen vor allem in der fehlenden Zeit, um an Konzepten zur digitalen Bildung zu arbeiten, in möglichen Sicherheitsrisiken, zum Beispiel beim Datenschutz, oder in der Finanzierung des Investitionsbedarfs bei der Einführung digitaler Technik und der Entwicklung digitaler Lehrangebote. Die größte Sorge (60 %) bereitet den Bildungseinrichtungen jedoch die verfügbare IT-Infrastruktur, z.B. die Breitbandversorgung, im Flächenland Mecklenburg-Vorpommern.

Unterstützung wünschen sich die Unternehmen bei Weiterbildungsangeboten für das Bildungspersonal zur Stärkung von digitalisierungsbezogenen Kompetenzen, bei Finanzierungshilfen sowie durch Handlungshilfen, Erfahrungsaustausch und aktuelle Informationen zum Thema digitale Bildung. Erste Informationen zu Online-Tools in der Lehre konnten bei dem bereits mehrfach durchgeführten digitalen Workshop »Tipps & Tricks für das digitale Lehren und Lernen" durch das Projekt "vierpunkteins - Digitales Lernen in der Aus- und Weiterbildung« ausgetauscht werden.

Martina Schwartzer, Projektleiterin weiterbildung-mv.de, beurteilt die Ergebnisse der Umfrage so: »Nach der Krise wird die Weiterbildungsbranche eine andere sein. Digitale Lehrkonzepte werden mehr denn je die klassischen Face-to-Face Interaktionen ergänzen, jedoch nicht komplett ersetzen. Die Bildungsunternehmen selbst stehen vor der Herausforderung, nicht nur zunehmend digitalisierte Lehrangebote zu entwickeln und durchzuführen, sondern die Digitalisierung auch im eigenen Unternehmen umzusetzen. Dazu gehört neben der Anpassung der technischen Infrastruktur und Ausstattung auch die Investition in Qualifizierungen des Bildungspersonals zur Stärkung digitaler Kompetenzen und didaktisch-methodischer Fähigkeiten, um digitale Technologien einzusetzen«.

Pamela Buggenhagen, Geschäftsführerin vom Unternehmerverband, ergänzt: »Die Corona-Krise treibt die Digitalisierung der betrieblichen Weiterbildung voran. Vielen Unternehmen, die ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Weiterbildung anbieten möchten, fehlt es an Erfahrung und der entsprechenden Ausstattung im Bereich E-Learning. Hier sind die Dienstleister der Weiterbildungsbranche gut aufgestellt, man hat schnell reagiert und die oftmals bereits bestehenden digitalen Lernmöglichkeiten ausgebaut und angepasst, obwohl auch hier noch viel mehr möglich wäre. Man bietet damit den Unternehmen Alternativen und Unterstützung. Im Bereich Weiterbildung ist man damit auf einem guten Weg. Zwingend für alle Bereiche ist aber eine Breitbandversorgung, die alle Regionen in Mecklenburg-Vorpommern umfasst. Hier muss es schneller voran gehen«.

Hintergrund
weiterbildung-mv.de ist das Informationsportal in allen Fragen der Weiterbildung in Mecklenburg-Vorpommern. Das Herzstück des Portals bildet die Weiterbildungsdatenbank für Mecklenburg-Vorpommern. weiterbildung-mv.de wird im Rahmen einer Projektförderung durch das Land Mecklenburg-Vorpommern aus Mitteln der Europäischen Union, Europäischer Sozialfonds gefördert.

QUELLE:  weiterbildung-mv.de
 

(27.08.2020, wmv/prh)

Portal weiterbildung-mv.de

 

Digitale Kompetenzen: Beschäftigte erkennen Nachholbedarf

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Virtuelle Meetings, Homeoffice oder digitale Tools für die Zusammenarbeit: Die Corona-Pandemie hat der Arbeitswelt in Sachen Digitalisierung einen Schub verpasst. Aber wie steht es um die digitalen Kompetenzen der Beschäftigten in Deutschland?

Die Jobplattform StepStone und das Kienbaum Institut @ ISM, die Forschungseinrichtung des Beratungsunternehmens Kienbaum an der International School of Management, sind dieser Frage in einer Vorab-Studie unter 8.500 Menschen nachgegangen. Das Ergebnis: Nur 38 Prozent aller Befragten glauben, dass ihr Profil mit digitalen Kompetenzen und Fähigkeiten langfristig krisensicher sei. Daran ändern wollen jedoch nur die wenigstens etwas: Nur 37 Prozent planen, künftig an ihren digitalen Defiziten zu arbeiten.

Nicht allein Unternehmen sind in der Pflicht

Dass die meisten Befragten ihre digitalen Kompetenzen vorerst nicht stärken wollen, ist ein überraschendes Ergebnis. Schließlich sind sich sieben von zehn Befragten sicher, dass der Einsatz digitaler Tools in Zukunft ein fester Bestandteil der Arbeitswelt sein werde. Hinzu kommt: Nur jeder Zweite geht davon aus, dass seine digitalen Fähigkeiten ausreichen, um seinen Job nach der Krise unverändert ausüben zu können. »In der Corona-Krise ist nochmals deutlich geworden, wie wichtig digitale Fähigkeiten sind und künftig sein werden. Allerdings ist es nicht allein die Aufgabe von Arbeitgebern, digitalen Defiziten vorzubeugen. Beschäftigte müssen hier Eigenverantwortung tragen und auch selbst aktiv werden«, sagt Dr. Tobias Zimmermann, Arbeitsmarktexperte bei StepStone. »Letztlich ist das auch eine Frage der Einstellung und persönlichen Motivation. Für Beschäftigte wird es definitiv immer wichtiger, flexibel auf schnelle Veränderungen und Anforderungen in der Arbeitswelt reagieren zu können«.

Lernbereitschaft wird zur Kernkompetenz

Für die Befragten der Studie ist demnach klar: Für die moderne Arbeitswelt werden neben fachlichen Kompetenzen insbesondere Soft-Skills immer wichtiger. Flexibilität (84 Prozent) und Anpassungsfähigkeit (83 Prozent) sehen die Befragten als wichtige Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Als Kernkompetenz der Zukunft nennen Beschäftigte die allgemeine Lernbereitschaft (88 Prozent). »Klassische Lernumgebungen mit festen Zeiten und Zielen, wie wir es aus Schulen, Universitäten oder Seminaren kennen, wurden durch die Corona-Krise vorerst ausgesetzt«, sagt Prof. Michael Knappstein, Akademischer Leiter des Kienbaum Instituts @ ISM und Hochschullehrer für Personalmanagement, Digitale Transformation und Nachhaltigkeit an der International School of Management. »Vor diesem Hintergrund gewinnt informelles Lernen schon jetzt immer mehr an Bedeutung. Grundvoraussetzung dafür ist, dass Beschäftigte selbst aktiv werden und Lernbereitschaft mitbringen«.

Hintergrund
Welche Fähigkeiten und Kenntnisse werden in der Arbeitswelt von Morgen entscheidend sein? Welche 'Future Skills' zeichnen sich heute bereits ab und welche Chancen, Herausforderungen und Anforderungen ergeben sich hieraus für Unternehmen wie Beschäftigte? StepStone und das Kienbaum Institut @ ISM, die Forschungseinrichtung des Beratungsunternehmens Kienbaum, untersuchen diese Fragen mit ihrer großen gemeinsamen Future Skills-Studie. Im Rahmen einer Vorab-Studie, für die Mitte des Jahres 2020 8.500 Fach- und Führungskräfte befragt wurden, wurden die Fragen geklärt, welche generellen Tendenzen sich abzeichnen und welchen kurzfristigen Einfluss die Corona-Krise bereits hat. (24.08.2020, prh)

 

Brandenburg: Weiterbildung während der Kurzarbeit

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Kurzarbeit wegen Corona? Diese Herausforderung können Unternehmen als Chance nutzen, um gezielt in ihre Zukunft zu investieren und ihre Beschäftigten weiterzubilden.

Mit seiner neuen Rubrik »Corona: Weiterbildung während der Kurzarbeit« zeigt das Informationsportal Weiterbildung Brandenburg der Wirtschaftsförderung Brandenburg (WFBB) Wege zur passenden Weiterbildung, um gestärkt aus der Krise zu kommen.

Unternehmen und Beschäftigte erhalten Anregungen für die konkrete Planung: Angesichts der geltenden Abstands- und Hygieneregeln gibt die Rubrik einen Überblick über die Vielfalt der Weiterbildungsformate – von Online-Lernformen und Fernunterricht über Präsenzformate bis hin zu flexiblen Mischformen.

Darüber hinaus werden verschiedene Fördermöglichkeiten des Landes Brandenburg und des Bundes genannt, die eine Qualifizierung in dieser schwierigen Phase finanziell unterstützen. Für die effektive Suche nach konkreten Bildungsangeboten werden empfehlenswerte Datenbanken vorgestellt – neben dem WDB Suchportal für Weiterbildung in Berlin und Brandenburg auch bundesweite Portale sowie auf Fernunterricht und E-Learning spezialisierte Datenbanken.

  (22.08.2020, prh)

Weiterbildung während der Kurzarbeit

siehe auch: Suchportal Berlin-Brandenburg

 

Gebärdensprache-Icon Leichte-Sprache-Icon DIPF-Logo

Fachtagung: »Bildung in Deutschland 2020« (Online-Veranstaltung)

vom 29.09.2020 um 11:00 Uhr bis zum 29.09.2020 um 17:00 Uhr

Am 29. September 2020 findet die Online-Fachtagung zum Bildungsbericht 2020 statt – Thema ist diesmal »Bildung in einer digitalisierten Welt«. Die wichtigsten Ergebnisse des 8. Bildungsberichts werden in zahlreichen Impulsvorträgen und Diskussionen vorgestellt. Anmelden können sich alle Interessierten ab sofort.

Unter den Vortragenden sind unter anderem Dr. Holger Leerhoff und Prof. Dr. Ulrike Rockmann von den Statistische Landesämtern (StLÄ), Prof. Dr. Thomas Rauschenbach vom Deutschen Jugendinstitut e.V. (DJI) und Prof. Dr. Susan Seeber vom Soziologischen Forschungsinstitut der Universität Göttingen (SOFI). Vom DIPF nehmen Dr. Jessica Ordemann, Dr. Stefan Kühne und Prof. Dr. Kai Maaz teil.

Anschließend an die Impulsvorträge findet die Podiumsdiskussion »Anforderungen an Bildung in einer digitalisierten Welt« statt. Die Moderation übernimmt Journalist Jan-Martin Wiarda. Er diskutiert mit Prof. Dr. Birgit Eickelmann (Universität Paderborn), Ministerialdirigent Dr. Stefan Luther (BMBF), Prof. Dr. Josef Schrader (DIE) und Staatsrat Rainer Schulz (BSB Hamburg).

 

Perspektiven für die berufliche Bildung (Online-Veranstaltung)

vom 06.10.2020 um 13:00 Uhr bis zum 07.10.2020 um 14:30 Uhr

Am 6. und 7. Oktober 2020 findet die BMBF-Statuskonferenz »Perspektiven für die berufliche Bildung« zum Programm JOBSTARTER plus statt. Es werden Erfahrungen und Ergebnisse aus sechs Jahren Programmlaufzeit präsentiert.

 

Europäische Woche der beruflichen Qualifikationen

vom 09.11.2020 bis zum 13.11.2020

Unter dem Motto #DiscoverYourTalent findet im November 2020 bereits zum fünften Mal die Europäische Woche der Berufsbildung in ganz Europa statt.

Die »Europäische Woche der beruflichen Qualifikationen« ist eine jährliche Veranstaltung, bei der lokale, regionale oder nationale Organisationen das Beste aus der beruflichen Aus- und Weiterbildung präsentieren.

 

LEARNTEC 2021 (Karlsruhe)

vom 02.02.2021 bis zum 04.02.2021

Die Corona-Pandemie trifft die Messebranche besonders schwer, viele Veranstaltungen wurden bereits abgesagt oder verschoben.

Findet die LEARNTEC statt?

Messen und Kongresse gelten nicht als Großveranstaltung und dürfen gemäß der Corona-Verordnung Messen der Landesregierung Baden-Württemberg seit dem 1. September 2020 wieder stattfinden. Diese spezielle Verordnung zur Durchführung von Messen, Ausstellungen und Kongressen schafft die rechtliche Grundlage für die LEARNTEC. Aktuell (September 2020) wird daher die Durchführung der LEARNTEC im Februar 2021 geplant.

(QUELLE: LEARNTEC)

 

didacta 2021 (Stuttgart)

vom 23.03.2021 bis zum 27.03.2021

Als Fachmesse gibt die didacta - die Bildungsmesse einen umfassenden Einblick in das gesamte Bildungswesen von der frühkindlichen Bildung, über die berufliche Bildung bis hin zum lebenslangen Lernen.

Im Jahr 2020 musste die Messe wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden.

 

 

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