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Europäische Weiterbildungsstudien im Vergleich

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Der Beitrag »Beteiligungsmuster in der Weiterbildung in Europa« von Dieter Dohmen, Galiya Yelubayeva und Lena Wrobel vergleicht unterschiedliche europaweite Studien zur Weiterbildungsbeteiligung. Diese divergieren in ihren Ergebnissen extrem und geben zum Beispiel für Deutschland Beteiligungsquoten von unter 10% bis über 50% an. Um diese teils stark voneinander abweichenden Ergebnisse zu verstehen, werden die Designs dieser Studien gegenübergestellt. Darüber hinaus werden zentrale Kennzahlen zur Beteiligung in Europa für verschiedene Personengruppen thematisiert.

Die Untersuchung des FiBS stellt die Daten aus sechs europäischen Vergleichsstudien gegenüber. Bei dem Vergleich wurden nicht nur diese, sondern auch die unterschiedlichen Erhebungswellen der einzelnen Studien berücksichtigt.

Weiterbildungsbeteiligung fällt sehr unterschiedlich aus

Im Ergebnis zeigten sich stark voneinander abweichende Angaben zur Weiterbildungsbeteiligung. Ursache hierfür sind unterschiedliche Begrifflichkeiten und methodische Designs der Untersuchung. So bezogen sich die Studien zum Beispiel auf unterschiedliche Ziel- und Altersgruppen oder bezogen jeweils verschiedene Bildungsbereiche mit ein. Die Ergebnisse des EWCS basieren auf Angestellte über 15 Jahre, die des AES auf alle Personen zwischen 25 und 64, die des CVTS auf Angestellte in klein- und mittelständischen Unternehmen ab 10 Mitarbeiter/innen. Auch sind die Beobachtungszeiträume unterschiedlich: Die meisten Studien erfassen Weiterbildungsaktivitäten der letzten 12 Monate oder des letzten Kalenderjahres, während der LFS nur die letzten vier Wochen erfasst - was die sehr geringen Beteiligungsquoten dieser Studie erklärt.

Auch wenn sich die betrachteten Erhebungen hinsichtlich der Angaben zum Umfang der Beteiligung stark voneinander unterscheiden, stimmen sie dennoch im Ländervergleich überein: Hinsichtlich des Länderrankings korrelieren die Studienergebnisse: Länder mit im internationalen Vergleich geringen oder hohen Beteiligungsquoten weisen diese Quoten studienübergreifend vor.

Die Schweiz und skandinavische Länder liegen bei der Weiterbildungsbeteiligung vorn

Im zweiten Abschnitt liefert der Beitrag zentrale Kennzahlen zur Weiterbildungsbeteiligung im europäischen Vergleich, basierend auf den AES und bezogen auf das Jahr 2016. Dabei zeigt sich, dass die höchsten Beteiligungsquoten in der Schweiz (69,1% aller Befragten) und in den Niederlanden (64,1%) vorzufinden sind. Erst dann kommen die skandinavischen Länder Schweden (63,8%), Norwegen (60%) und Finnland (54,1%). Deutschland liegt mit 52% im oberen Mittelfeld. Auffällig ist auch, dass die Schweiz und die Niederlande bei Erwerbslosen sehr starke Beteiligungsquoten von über 60 % vorweisen. Hier liegt Deutschland bei unter 30%.

»Die Ergebnisse fallen zwar sehr unterschiedlich aus, sie bestätigen aber, dass lebenslanges Lernen in Europa immer mehr Beachtung findet«, stellt Galiya Yelubayeva, wissenschaftliche Mitarbeiterin im FiBS fest. »Die Statistiken belegen dies«.

Hintergrund
Die veröffentlichte Studie ist Teil des vom FiBS durchgeführten Projekts »Volks- und regionalwirtschaftliche Kosten, Effekte und Finanzierung der Weiterbildung«. Das Projekt wurde im Rahmen des Förderschwerpunkts »Innovative Ansätze zukunftsorientierter beruflicher Weiterbildung« vom Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF gefördert.
 

(20.09.2019, prh)

Zur Studie (PDF, 56 Seiten)

 

Volkshochschulen fordern eine Aufwertung der allgemeinen Weiterbildung

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Anlässlich ihres 100-jährigen Bestehens fordern die Volkshochschulen in Deutschland eine Aufwertung der allgemeinen Weiterbildung. Angesichts großer gesellschaftspolitischer Herausforderungen und sinkender Halbwertszeit von Wissen gelte es, mehr Menschen für lebenslanges Lernen zu gewinnen.

»Deutschland verfügt mit den rund 900 Volkshochschulen über ein weltweit einzigartiges Netz an Weiterbildungseinrichtungen in kommunaler Trägerschaft. Dieses Potenzial müssen wir noch viel besser nutzen, um Menschen mit den nötigen Kenntnissen für ein selbstbestimmtes Leben, für gesellschaftliche Teilhabe und für demokratische Meinungsbildung auszustatten«, sagte Annegret Kramp-Karrenbauer, Präsidentin des Deutschen Volkshochschul-Verbandes (DVV) am Mittwoch vor der Bundespressekonferenz.

Die Volkshochschulen in Deutschland warnen vor einem Weiterbildungsverständnis, das allein auf unmittelbare berufliche Verwertbarkeit abzielt. Vielmehr erfordern tiefgreifende Veränderungen wie Globalisierung und Digitalisierung ein breites Allgemeinwissen, um die individuelle Handlungs- und Urteilsfähigkeit zu stärken. Ein in Schule und Ausbildung erworbener Bildungsvorrat reicht nicht aus, um das gesamte (Erwerbs-)Leben zu bestreiten. Hinzu kommt, dass immer noch zu viele junge Menschen die Schule ohne Abschluss verlassen, funktionaler Analphabetismus in Deutschland noch immer weit verbreitet ist, Einkommensschwache und Geringqualifizierte zu selten Weiterbildung in Anspruch nehmen, großer Nachholbedarf bei digitalen Kompetenzen besteht und der Bildungsstand unter Menschen mit Migrationsgeschichte durchschnittlich niedriger ist als in der Gesamtbevölkerung.

»Volkshochschulen sind als einziger Weiterbildungsanbieter bundesweit vor Ort präsent. Wir sind immer in der Nähe und uns ist jeder willkommen, der seinen Horizont erweitern möchte«, erläuterte die DVV-Präsidentin.

Volkshochschulen haben zudem mehrfach bewiesen, dass sie in der Lage sind, bundesweite Förderprogramme erfolgreich auszurollen, sei es im Programm »Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung«, als stärkster Partner in der Nationalen Dekade für Alphabetisierung und Grundbildung oder in der deutschsprachigen und beruflichen Qualifizierung von Geflüchteten.

Um diese Rolle künftig noch wirkungsvoller wahrnehmen zu können, fordern Volkshochschulen

  1. die Aufnahme der allgemeinen Weiterbildung in die Nationale Weiterbildungsstrategie, gleichberechtigt zur beruflichen Bildung.
  2. einen Digitalpakt Weiterbildung analog zum Digitalpakt Schule, der die öffentlichen Weiterbildungseinrichtungen in die Lage versetzt, ihre Ausstattung und ihre Lernformate an die Erfordernisse der digitalen Gesellschaft anzupassen und ihr Personal entsprechend zu qualifizieren. Digitale Informationszentren sollen in den Kommunen als Anlaufstellen fungieren und die Medien- und Informationskompetenz der breiten Bevölkerung stärken.
  3. die Ausweitung der Nationalen Dekade für Alphabetisierung und Grundbildung, insbesondere mit dem Ziel, mehr Menschen mit Alphabetisierungs- und Grundbildungsbedarf zu erreichen, Lehrkräfte weiter zu professionalisieren und Lernangebote bedarfsgerecht weiterzuentwickeln.
  4. das Recht auf ein Nachholen von Grundbildung und Schulabschlüssen auch im Erwachsenenalter.
  5. gleichwertige Lebensverhältnisse in Deutschland auch bezüglich der Weiterbildungschancen. Aufnahme konkreter Handlungsempfehlungen in den 5-Punkte-»Plan für Deutschland« der Regierungskommission, um die Weiterbildungsversorgung und -teilnahme der Menschen in strukturschwachen Räumen zu verbessern.

»Die Beteiligung der breiten Bevölkerung - insbesondere bildungsbenachteiligter Gruppen - an Weiterbildung ermöglicht gesellschaftliche Teilhabe und fördert Zusammenhalt und Chancengerechtigkeit«, sagte Kramp-Karrenbauer.

Die Volkshochschulen in Deutschland stellen ihr Programm für das aktuelle Herbst-/Wintersemester unter das Motto »zusammenleben. zusammenhalten« und bieten vielfältige Gelegenheiten für Begegnung und Dialog. Den Auftakt bildet die die Lange Nacht der Volkshochschulen am Freitag, 20. September. Mit mehr als 400 beteiligten Einrichtungen ist es die größte Publikumsaktion in der 100-jährigen Geschichte der Volkshochschulen. Das diesjährige vhs-Jubiläum geht zurück auf die Weimarer Verfassung. Sie legte 1919 den Grundstein für eine freie, staatlich geförderte Weiterbildung, die sich an den Bildungsbedürfnissen der Menschen orientiert. Es war die Geburtsstunde der Volkshochschulen mit ihrer einzigartigen Programmvielfalt.
 

(19.09.2019, prh)

 

Arbeitnehmer offen für Weiterbildungen zu Digital-Skills

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Studie: Mehr als 50 Prozent der Befragten fürchten eine Veränderung oder Gefährdung ihres Arbeitsplatzes durch Automatisierung innerhalb der nächsten zehn Jahre * 70 Prozent sind überzeugt, dass neue Technologien ihre Arbeit verbessern werden; 42 Prozent sehen mehr Chance als Risiko hinsichtlich Automatisierung * Grundsätzliches Interesse an digitaler Fortbildung besteht - Unterstützung durch den Arbeitgeber ist gewünscht 

Automatisierung und neue Technologien gehören längst zum Alltag der meisten Menschen. Auch wenn die Deutschen mehrheitlich (53 Prozent) davon überzeugt sind, dass Automatisierung grundsätzlich ihren Arbeitsplatz innerhalb der nächsten zehn Jahre erheblich verändert oder Arbeitsplätze insgesamt gefährdet (57 Prozent) werden, sehen sie für sich selbst positiv in die Zukunft: 70 Prozent vertreten sogar die Ansicht, neue Technologien werden ihre tägliche Arbeit verbessern. Und für 42 Prozent der Deutschen bieten neue Technologien und Automatisierungen am Arbeitsplatz mehr Chancen als Risiken. Nur etwas mehr als ein Zehntel der Befragten macht sich Sorgen um den Job. Zudem hat die Mehrheit der Bundesbürger Lust auf Fortbildung. Aber nur rund ein Drittel der Beschäftigten werden über den Arbeitgeber fit gemacht für die digitale Zukunft.

Zu diesen Ergebnissen kommt die neue, weltweit durchgeführte Studie »Upskilling Hopes and Fears«, die 22.094 Erwachsenen zu den Auswirkungen der Automatisierung auf die Beschäftigung befragte.

Deutsche haben Lust auf Weiterbildung

Für 57 Prozent der Befragten in Deutschland steht es außer Frage, dass sie – insofern ihr Arbeitsplatz gefährdet wäre – ein Vollzeit-Training in Anspruch nehmen würden. 79 Prozent der deutschen Erwachsenen bilden sich bereits weiter – davon erweitern 58 Prozent ihre digitalen Skills selbstständig, während 28 Prozent Weiterbildungsangebote ihrer Arbeitgeber wahrnehmen. Dabei ist die Unterstützung durch das eigene Unternehmen sehr wichtig. 81 Prozent der Arbeitnehmer würden Weiterbildungsmöglichkeiten von ihrem Arbeitgeber zum besseren Verständnis und der Nutzung von Technologien wahrnehmen.

Ein klarer Appell an die Unternehmen

»Unsere Welt ist hochkomplex. Tendenz steigend. Veränderungen stehen auf der Tagesordnung. Deshalb ist es so wichtig, nicht mit Furcht oder Skepsis, sondern positiver Neugierde Veränderungen und Innovationen zu begegnen sowie mitzugestalten. Es ist auch Aufgabe der Unternehmen, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern durch individuelles Lernen zu unterstützen, digitale Fähigkeiten zu erlernen oder deutlich auszubauen. So können wir Deutschland gemeinsam fit machen für die digitale Zukunft«.
PwC-Sprecher Dr. Ulrich Störk

Demografische Unterschiede bei der Einstellung zur Automatisierung

Rund 50 Prozent der befragten deutschen Männer sind überzeugt, dass neue Technologien mehr Chance als Risiko bergen. Sie gehen davon aus, dass sich Automatisierung positiv auf die Arbeitsplätze auswirkt und ihre Beschäftigungsaussichten verbessert. Im direkten Vergleich dazu teilen nur 35 Prozent der Frauen diese Auffassung.

Die Einstellung zur Digitalisierung scheint zudem eine Generationenfrage zu sein. 68 Prozent der Befragten zwischen 18 und 34 Jahren glauben, dass Technologien ihre Arbeitsplätze in den nächsten drei bis fünf Jahren verändern werden. Nicht einmal die Hälfte der über 55-Jährigen teilt diese Meinung. Und doch sind sich alle Befragten einig: Wenn, dann werden die Technologien die tägliche Arbeit insgesamt zum Besseren verändern. Bei den 18- bis 34-Jährigen sagen dies 78 Prozent, bei den 35- bis 54-Jährigen 68 Prozent und bei den Befragten über 55 liegt der Wert bei 61 Prozent. Die Generationen eint zudem, dass sie sich durch ihren Arbeitgeber oder unabhängig von der Arbeit weiterbilden – 83 Prozent in der Altersgruppe 18 bis 34, 77 Prozent bei den Probanden zwischen 35 und 54 sowie 75 Prozent der Befragten 55+.

Größter Technologie-Optimismus in Asien

Im internationalen Vergleich der Studienergebnisse fällt auf: Arbeitnehmer in China und Indien sind bei weitem am optimistischsten in Bezug auf die Auswirkungen der Technologie. Und das, obwohl sie am ehesten denken, dass sich ihre Arbeitsplätze deutlich verändern werden. Unternehmen dieser Regionen nehmen zudem eine Vorreiterrolle in Sachen Weiterbildungsangebote ein: Rund 97 Prozent der Arbeitnehmer erhalten Möglichkeiten zur Weiterbildung. »Wissen um Automatisierung und neuen Technologien führt scheinbar dazu, dass wir Menschen den Herausforderungen der Digitalisierung mit mehr Mut entgegentreten«, sagt Störk. »Das ist ein interessantes Ergebnis, von dem wir lernen können. Wichtig ist: Mensch und Maschine bekämpfen sich nicht. Gerade in Deutschland müssen wir lernen, die Chancen zu sehen, aufhören, die Digitalisierung zu verteufeln und uns mit der gleichen Begeisterung digital fortbilden wie in den USA und Asien. Wir Unternehmen sind hier in der Pflicht«.

Hinweise zur Studie
Die Upskilling Hopes-and-Fears-Studie wurde von Opinium für PwC durchgeführt. Insgesamt wurden 22.098 Erwachsene (Rentner ausgenommen) in 11 Ländern befragt: Australien, China, Deutschland, Frankreich, Indien, Niederlande, Polen, Singapur, Südafrika, UK, USA.

Vor dem Hintergrund des digitalen Zeitalters verändern sich die Art der Arbeit und die dafür erforderlichen Fähigkeiten. Angesichts der Tatsache, dass Millionen von Jugendlichen mit eingeschränkten Perspektiven und Arbeitslosigkeit konfrontiert sind, wird es für sie notwendig, Fähigkeiten zu entwickeln, die im digitalen Zeitalter zunehmend gefragt sind. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung unterstützt finanziell den EQUALS Digital Skills Fund des World Wide Web, der Initiativen zur Förderung digitaler Kompetenzen für Frauen in Afrika, Asien und Lateinamerika unterstützt.
  (16.09.2019, prh)

 

Immer mehr Menschen streben hohe Qualifikationen an

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Höchste Quoten in Stadtstaaten, Sachsen und Saarland  -  5 Bundesländer bei Anfängerquoten über, 11 Bundesländer unter dem OECD-Wert

In Deutschland beginnen immer mehr Menschen hochqualifizierende Bildungsgänge. Im Jahr 2017 haben 6 von 10 Menschen eines Altersjahrgangs ein Hochschulstudium oder ein hochqualifizierendes berufsorientiertes Bildungsprogramm wie eine Meister-, Techniker- oder Erzieherausbildung aufgenommen. Seit 2006 hat sich diese Quote bundesweit von 43 % auf 60 % erhöht.

Das ist ein zentrales Ergebnis des Berichts »Internationale Bildungsindikatoren im Ländervergleich 2019«, den die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder am 11. September 2019 in einer Pressekonferenz in Berlin vorgestellt haben. Allerdings zeigen sich regionale Unterschiede: So übertrafen 2017 die Stadtstaaten Berlin (92 %), Bremen (82 %) und Hamburg (80 %) sowie Sachsen (69 %) und das Saarland (65 %) den OECD-Durchschnitt von 65 %, elf Bundesländer lagen darunter.

MINT-Bereich: Deutschland mit den OECD-weit höchsten Anfängerquoten

Unter den 36 OECD-Staaten hatte Deutschland im Jahr 2017 mit einem Anteil von 39 % die meisten Anfänger*innen bei hochqualifizierenden Bildungsgängen im MINT-Bereich, also den naturwissenschaftlich, mathematisch und technisch orientierten Fächern. In den Bundesländern lag der MINT-Anteil zwischen 28 % in Brandenburg und bis zu 44 % in Mecklenburg-Vorpommern. Über dem Bundesdurchschnitt lagen zudem Bayern, Baden-Württemberg, Niedersachsen und Sachsen.

Auch beim Anteil der 25- bis 64-jährigen Bevölkerung mit einem hochqualifizierenden MINT-Abschluss hatte Deutschland im Jahr 2018 mit 35 % die höchste Quote unter den OECD-Staaten. Alle Bundesländer von Hamburg und Berlin (jeweils 26 %) bis Baden-Württemberg und Sachsen (jeweils 39 %) lagen über dem OECD-Durchschnitt von 25 %, wobei der Schwerpunkt innerhalb der MINT-Fächer in der Fächergruppe Ingenieurwesen, verarbeitendes Gewerbe und Baugewerbe lag.

Ältere im OECD-Vergleich deutlich besser qualifiziert, Jüngere nur geringfügig

Sowohl in der Altersgruppe der 25- bis 34- Jährigen als auch in der Altersgruppe der 55- bis 64-Jährigen hatten 87 % der Personen in Deutschland im Jahr 2018 eine mittlere oder hohe Qualifikation. Das heißt, sie hatten mindestens eine Studienberechtigung erlangt oder eine Berufsausbildung abgeschlossen. Während Deutschland damit bei den Älteren klar über dem OECD-Durchschnitt von 71 % lag, übertraf der Wert bei den Jüngeren nur knapp das OECD-Mittel von 85 %. In beiden Altersgruppen liegen Thüringen und Sachsen mit Werten von mehr als 90 % vorn.

Allerdings gibt es einen Unterschied zwischen den westlichen und östlichen Flächen-ländern: Zwar liegen bei den 25 bis 34-Jährigen bis auf Sachsen-Anhalt alle östlichen Flächenländer über dem Bundesdurchschnitt. Die ältere Bevölkerung zwischen 55 und 64 Jahren ist dort aber höher qualifiziert als die jüngere zwischen 25 und 34 Jahren. Hierzu trägt bei, dass in den östlichen Ländern vergleichsweise viele der heute Älteren hochwertige Bildungsabschlüsse erworben haben, etwa im Fachschulwesen der DDR.

Erwerbslosenquoten in Deutschland für alle Qualifikationsniveaus gesunken

Die steigenden Anfängerquoten in hochqualifizierenden Bildungsgängen führen langfristig zu einem höheren Qualifikationsniveau der Bevölkerung sowie einem höheren Angebot an hochqualifizierten Arbeitskräften. Mit steigendem Qualifikationsniveau nimmt das Risiko der Erwerbslosigkeit ab. In Deutschland sind die Erwerbslosenquoten seit 2005 für alle Qualifikationsniveaus deutlich stärker gesunken als in der OECD.

Bei den Hochqualifizierten (Personen mit Hochschulabschluss oder Meister-, Techniker- oder Erzieherausbildung) betrug die Erwerbslosenquote 2018 bundesweit 2 %, 2005 waren es noch gut 5 %. Im Vergleich dazu lag die Erwerbslosenquote bei Hoch-qualifizierten 2018 im OECD-Durchschnitt mit 4 % auf einem ähnlichen Niveau wie 2005. Alle Bundesländer lagen 2018 unter diesem Wert.

Die Erwerbslosenquoten Geringqualifizierter (Personen mit höchstens Haupt- oder Realschulabschluss und ohne abgeschlossene Berufsausbildung) lagen in den östlichen Flächenländern und Berlin im Jahr 2018 jedoch deutlich über dem OECD-Durchschnitt von 10 % (Bundesdurchschnitt 9 %). Die Spannweite reichte in den Bundesländern von 5 % in Bayern und 20 % in Sachsen-Anhalt. Geringqualifizierte Personen finden somit in den westlichen Flächenländern weitaus eher Arbeit als in den östlichen Flächenländern und Berlin.


  (12.09.2019, prh)

Internationale Bildungsindikatoren im Ländervergleich 2019 (PDF, 140 Seiten)

Zugehöriger Tabellenband (im Excel-Format)

vgl.: OECD-Studie: Deutschland überzeugt mit hoher Bereitschaft zur Weiterbildung

 

OECD-Studie: Deutschland überzeugt mit hoher Bereitschaft zur Weiterbildung

Der diesjährige OECD-Bericht »Bildung auf einen Blick 2019«, der von der Kultusministerkonferenz (KMK) und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) am 10. September 2019 gemeinsam mit der OECD in Berlin vorgestellt wurde, bescheinigt Deutschland ein zukunftsorientiertes Bildungssystem.

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek sagte bei der Präsentation der Daten:
»Das deutsche Bildungssystem kann sich sehen lassen. Eine gute Bildung und Ausbildung und die hohe Bereitschaft für das lebensbegleitende Lernen sind die besten Voraussetzungen, um auf die sich verändernden gesellschaftlichen und beruflichen Herausforderungen reagieren zu können. Hier sind wir im internationalen Vergleich gut aufgestellt. Deutschland ist international führend in MINT. In keinem anderen OECD-Land entscheiden sich mehr Anfängerinnen und Anfänger im Tertiärbereich für ein MINT-Fach als in Deutschland.

Doch in dieser sich rasch wandelnden Welt endet Bildung nicht mehr mit der Schule, der Ausbildung oder dem Hochschulabschluss. Wir alle müssen uns darauf einstellen, unsere Qualifikationen und Kompetenzen kontinuierlich weiter zu entwickeln. Die Bereitschaft und Notwendigkeit des lebensbegleitenden Lernens ist heute so wichtig wie nie zuvor. Die OECD-Zahlen bescheinigen uns erfreulicherweise eine überdurchschnittlich hohe Beteiligung an Aus- und Weiterbildung.

Die bisherigen Herausforderungen haben wir gut gemeistert und die Weichen für die Zukunft sind gestellt. Die Gestaltung eines qualitativ hochwertigen und zukunftsfesten Bildungssystems stellt eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe dar, die nur erreicht werden kann, wenn alle ihre Verantwortung übernehmen. Ich will dabei das Tempo hochhalten und die Bildung für die Welt von morgen jetzt umsetzen.«

Präsident der Kultusministerkonferenz und Hessische Kultusminister Prof. Dr. Alexander Lorz: »Der Bericht zeigt, dass die Länder auf dem richtigen Weg sind. Deutschland punktet mit einer hohen Bildungsbeteiligung von der frühkindlichen Bildung an, mit einem hohen Qualifizierungsgrad und mit einer dualen Berufsausbildung, die für einen gelingenden Einstieg ins Berufsleben und eine überdurchschnittliche Beschäftigungsquote sorgt.

Erfreulich ist auch, dass sich seit dem Jahr 2005 die Gehälter der Lehrkräfte in Deutschland im internationalen Vergleich relativ gut entwickelt haben. Das Gehalt ist zwar nur ein Anreiz von vielen. Es drückt aber auch eine Wertschätzung aus, nichtsdestotrotz wir müssen den Lehrerberuf darüber hinaus weiter attraktiv gestalten.

Dass in Deutschland das Lesen von Büchern bei Erwachsenen in allen Bildungsbereichen sowie für Männer und Frauen – unabhängig vom Alter - jeweils über dem OECD-Durchschnitt liegt, freut mich ganz persönlich. Jedoch ist das Lesen von Büchern zurückgehend und Multitasking sowie das Nutzen von Instant Messaging ansteigend – gerade bei geringer Gebildeten. Gegen diesen Trend müssen wir weiter anarbeiten, auch über die Schule hinaus.

Doch bei aller Freude über die guten Ergebnisse: Es gilt künftig vor allem, die Bildungschancen der Zugewanderten zu erhöhen sowie zielgerichtete Bildungsangebote für Geringqualifizierte zu schaffen. Zudem müssen wir Frauen stärker für die berufliche Bildung und Männer stärker für ein Lehramtsstudium begeistern, da hier die Geschlechterunterschiede zu groß sind und unseren Fortschritt bremsen«.

Hintergrund
Gut 40 Prozent aller Anfänger*innen eines Bachelor- oder gleichwertigen beruflichen Programmes in Deutschland wählen ein MINT-Fach. Im OECD-Durchschnitt sind es nur 27 Prozent. Auch die Beschäftigungsaussichten für MINT-Qualifizierte sind in Deutschland überdurchschnittlich hoch. Rund 92 Prozent der Erwachsenen mit einem Informatik-Abschluss in Deutschland haben einen Job. Für die Absolvent*innen in den Ingenieur- und den Naturwissenschaften liegen die Beschäftigungsquoten bei 91 bzw. 87 Prozent.

Die OECD-Zahlen bescheinigen Deutschland eine überdurchschnittliche Weiterbildungsbeteiligung. Mehr als die Hälfte aller Erwachsenen in Deutschland nimmt am lebensbegleitenden Lernen teil. Positiv und auffallend im internationalen Vergleich sind die hohen Beteiligungsquoten über alle Altersgruppen. Auch in der Altersgruppe der 55- bis 64-Jährigen in Deutschland liegt die Beteiligung mit 44 Prozent noch weit über dem OECD-Durchschnittswert von 33 Prozent.

Die regulären Gehälter der Lehrkräfte liegen in Deutschland je nach Schulstufe und Berufserfahrung im Durchschnitt um rund 42 Prozent über dem OECD-Mittelwert. Auch das Gehalt je Unterrichtsstunde liegt erheblich über dem internationalen Durchschnitt. Seit dem Jahr 2005 haben sich die Gehälter der Lehrkräfte in Deutschland zudem im internationalen Vergleich relativ günstig entwickelt.

Lesen: Besonders Frauen lesen insgesamt, über alle Bildungsabschlüsse hinweg, mit 55 Prozent deutlich häufiger wöchentlich Bücher gegenüber dem OECD-Durchschnitt von 45 Prozent. Auch Männer liegen mit 30 Prozent über dem OECD-Durchschnitt von 27 Prozent. (12.09.2019, prh)

siehe auch: Ergebnisse für die Bundesrepublik Deutschland (PDF, 10 Seiten)

 

Wird nicht-berufliche Weiterbildung steuerpflichtig?

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Möglicherweise wird die Bundesregierung Steuererhöhungen für solche Bereiche der Erwachsenenbildung einführen, die keine beruflichen Zusammenhänge aufweisen. Das gilt etwa für Integrations-, Gesundheits- und Mutter-/Kind-Kurse, bestimmte Computer- und Führerschein-Weiterbildungen. Dies melden übereinstimmend verschiedene Medien.

Bislang sind derartige Fortbildungsformen von der Umsatzsteuerpflicht ausgenommen. Es steht aber zu erwarten, dass mit einer neu zu erhebenden Steuer auch die Teilnehmergebühren entsprechend steigen werden. Dies träfe vor allem die Nutzer von Weiterbildungsangeboten der Volkshochschulen, die sich bereits gegen die Steuerpläne aus dem Finanzministerium wehren. »Statt für einen ungehinderten Zugang möglichst aller zur Weiterbildung zu sorgen, baut ein neuer Gesetzesentwurf der Bundesregierung, der sich aktuell im Gesetzgebungsverfahren befindet, die Weiterbildung als steuerliche Einnahmequelle aus«, heißt es etwa in einer Stellungnahme des baden-württembergischen Volkshochschulverbandes.

Der Bildungs- und Wissenschaftsjournalist Jan-Martin Wiarda kritisiert, dass die Nationale Weiterbildungsstrategie der Bundesregierung ihren Fokus offensichtlich primär auf berufliche Weiterbildung lege. In seinem Block schreibt er, »während die Bundesregierung sich für eine neue Ära der Weiterbildung feiert, nimmt sie gleichzeitig in Kauf, dass die Volkshochschulen als prominenteste Anbieter von Weiterbildung – oder breiter gefasst: von lebenslangem Lernen – unter Druck geraten«.

Doch nicht nur die Volkshochschulen, sondern etwa auch christliche Erwachsenenbildungswerke, Familienbildungsstätten, freie Bildungsstätten und Akademien sind potentiell von diesen Plänen betroffen. Besonders in der Kritik steht dabei auch die umsatzsteuerliche Belastung der politischen Weiterbildung, die als gesamtgesellschaftliche Aufgabe gesehen werden muss.

Hintergund ist, dass die Bundesregierung während der Sommerpause einen Gesetzesentwurf »zur weiteren Förderung der Elektromobilität und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften« beschlossen hat, der u.a. Bildungsleistungen ausschließlich dann steuerbefreit halten will, wenn sie nicht der »reinen Freizeitgestaltung« dienen. Begründet wird dies mit einer erforderlichen Anpassung an geltendes EU-Recht.

 

(08.09.2019, prh)

Ge­setz zur wei­te­ren steu­er­li­chen För­de­rung der Elek­tro­mo­bi­li­tät und zur Än­de­rung wei­te­rer steu­er­li­cher Vor­schrif­ten

siehe auch: VHS-BW: Allgemeinbildung statt neuer Steuern! (PDF, 2 Seiten)

vergleiche: Blogeintrag J.-M. Wiarda

 

Volkshochschulen fordern die Ausweitung der Dekade für Alphabetisierung und Grundbildung

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Anlässlich des Weltalphabetisierungstags am 8. September erneuern die Volkshochschulen in Deutschland ihre Forderung nach einer staatlichen Regelförderung für die Teilnahme an Kursen der Grundbildung und Alphabetisierung  

»Menschen mit geringer Lesekompetenz sind oft von staatlichen Transferleistungen abhängig oder arbeiten in prekären Beschäftigungsverhältnissen. Es ist schlicht weltfremd, anzunehmen, dass diese Menschen ihre nachholende Grundbildung selbst finanzieren können«, verdeutlicht Ulrich Aengenvoort, Direktor des Deutschen Volkshochschul-Verbandes (DVV). Als Erwachsene Lesen und Schreiben zu lernen, ist ein großer Kraftakt! Auf dem Weg in eine dauerhafte und existenzsichernde Beschäftigung aber meist unumgänglich.

»Da ein Grund für schlechte Chancen auf dem Arbeitsmarkt mangelnde Grundbildung ist, wollen wir die nationale Dekade für Alphabetisierung ausbauen...«, lautet eine hehre Zielsetzung des Koalitionsvertrages, deren Umsetzung bislang auf sich warten lässt. Gemeinsam mit anderen Partnern innerhalb der Dekade fordert der Deutsche Volkshochschul-Verband entscheidende Verbesserungen in allen Handlungsfeldern der Alphabetisierung und Grundbildung. Dies haben die Träger in einer gemeinsamen Stellungnahme ausführt.

Besonders wichtig ist aus Sicht der Volkshochschulen, mehr Lehrkräfte für die Alphabetisierung zu gewinnen und sie fachlich zu qualifizieren. Mit der Basisqualifizierung ProGrundbildung besteht dafür eine solide Grundlage, deren Umsetzung flächendeckend von Bund und Ländern gefördert werden muss.

Wichtig ist auch ein digitales Lernangebot, wie das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte vhs-Lernportal, das Lernenden in Ergänzung zu einem vhs-Kurs kostenfreie Übungen zum Lesen, Schreiben und Rechnen bietet. Dieses Potential muss zum Grundbildungsportal ausgebaut werden.

Und weiterhin wird es wichtig bleiben, Menschen mit geringer Lese- und Schreibkompetenz für das Nachholen von Grundbildung zu gewinnen, auf sie zuzugehen und passende, bedarfsgerechte Angebote für sie zu entwickeln.

Dass der Bedarf an Grundbildungs- und Alphabetisierungsangeboten nach wie vor sehr groß ist, belegen die aktuellen Zahlen der leo-Studie von 2019, wonach 6,2 Millionen Menschen in Deutschland nur gering literarisiert sind. »Ohne flächendeckende Grundbildungsangebote bleibt Betroffenen die uneingeschränkte Teilhabe am öffentlichen Leben verwehrt. Grundbildung ist und bleibt wichtiger Bestandteil der Weiterbildung, der endlich ausreichend gefördert werden muss«, resümiert Aengenvoort die Forderungen des Deutschen Volkshochschul-Verbandes.
 

QUELLE: Deutscher Volkshochschulverband
 

(05.09.2019, prh)

Gemeinsame Stellungnahme (PDF, 7 Seiten)

 

Bereitschaft zur Weiterbildung steigt

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AES 2018: Weiterbildungsbeteiligung in Deutschland 2018 deutlich gestiegen 

Mehr als die Hälfte aller Erwachsenen in Deutschland (54 Prozent) haben 2018 an mindestens einer Weiterbildungsmaßnahme teilgenommen. Die Weiterbildungsbeteiligung der 18 bis 64-Jährigen hat sich gegenüber 2016 deutlich um vier Prozentpunkte erhöht. Dies ist ein Ergebnis des Adult Education Survey (AES) 2018, mit dem das Weiterbildungsverhalten der Bevölkerung erhoben wird.

Anlässlich der Veröffentlichung der Studie erklärt Bundesbildungsministerin Anja Karliczek:

»Die Bereitschaft, sich weiterzubilden, ist heute so groß ist wie nie zuvor. Das zeigen die Ergebnisse unseres neuen Trendberichts zur Weiterbildungsbeteiligung. Die Menschen erkennen, dass sie ihre Kompetenzen und Qualifikationen kontinuierlich aktualisieren und fortentwickeln müssen. Lebensbegleitendes Lernen gewinnt in unserer Welt des Wandels zunehmend an Bedeutung. Darauf stellen sich die Menschen ein. Bund, Länder und Sozialpartner gehen diesen Weg mit. Dafür haben wir die Nationale Weiterbildungsstrategie entwickelt. Mit ihr stellen wir die Weichen, damit Weiterbildung für alle zu einem selbstverständlichen Teil der Erwerbsbiographie wird. Wir wollen eine neue Kultur der Weiterbildung schaffen«.

Die Nationale Weiterbildungsstrategie bündelt bewährte und initiiert neue Maßnahmen, um die Fachkräftebasis Deutschlands zu stärken und noch mehr Menschen die berufliche Teilhabe am digitalen Wandel zu ermöglichen.

Ein besonderer Fokus der Weiterbildungsförderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) liegt auf Personengruppen mit niedriger Weiterbildungsbeteiligung wie Arbeitslosen, gering Qualifizierten und Menschen mit Migrationshintergrund. Hier zeigen die Ergebnisse des AES2018 deutliche Erfolge. So liegt die Weiterbildungsbeteiligung von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund erstmals gleichauf. Insbesondere Migrantinnen und Migranten der ersten Generation nehmen deutlich häufiger an Weiterbildung teil als noch vor zwei Jahren.

Auch bei Arbeitslosen ist eine positive Entwicklung zu verzeichnen: Gegenüber 2016 ist die Teilnahmequote um 22 Prozentpunkte auf 49 Prozent deutlich angestiegen.

Hintergrund
Der Adult Education Survey wird seit 2007 im Abstand von zwei bis drei Jahren in Deutschland durchgeführt. Er hat das Berichtssystem Weiterbildung abgelöst, mit dem bereits seit Anfang der 70er Jahre Daten zum Weiterbildungsverhalten der Bevölkerung in Deutschland erhoben werden. Alle vier Jahre findet die Erhebung europaweit statt, zuletzt im Jahr 2016. Für die vorliegende Studie hat das Meinungsforschungsinstitut Kantar Public im zweiten Halbjahr 2018 im Auftrag des BMBF insgesamt rund 5.800 Interviews mit Personen ab 18 Jahren durchgeführt.
 

(02.09.2019, prh)

Zur Studie (PDF, 80 Seiten)

 

Union setzt sich für »eine Kultur der Weiterbildung« ein

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Berufliche Weiterbildung und lebenslanges Lernen werden immer wichtiger. Ein effizientes Weiterbildungssystem gibt jedem Menschen die Möglichkeit, seine Fähigkeiten und Begabungen im Einklang mit dem technischen Fortschritt optimal zu entwickeln. Die Projektgruppe Weiterbildung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion hat daher Vorschläge entwickelt, wie Weiterbildung gestärkt werden kann.

»Deutschland braucht eine neue Kultur der Weiterbildung, in der lebenslanges Lernen für möglichst alle Bevölkerungsgruppen selbstverständlich und als Chance begriffen wird«, sagt der zuständige Berichterstatter und Co-Vorsitzende der Projektgruppe »Weiterbildung« der Unionsfraktion, Stephan Albani. »Das Weiterbildungsangebot muss sich den spezifischen Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger in ihrer jeweiligen Lebenssituation anpassen.« Nötig sei ein transparentes System einheitlicher, zertifizierter und modularer Formate und Abschlüsse.

Bessere Beratung erforderlich

Auch die Beratung der Menschen müsse verbessert werden, um ihnen die richtige Entscheidung für ein Fortbildungsangebot zu erleichtern. »Weiterbildung hat herausragende Bedeutung für die berufliche Zukunft jedes Einzelnen, aber auch für die Zukunft des Wirtschaftsstandortes Deutschland«, sagt der Co-Vorsitzende Uwe Schummer, der auch Vorsitzender der Arbeitnehmergruppe der Unionsfraktion ist.

Aufstiegs-Bafög stärken

Die Projektgruppe Weiterbildung macht folgende konkrete Vorschläge:

  • Das Aufstiegs-BAföG soll gestärkt und der bisherige Zuschussanteil von 40 auf 50 Prozent erhöht werden. Parallel dazu kann nach erfolgreicher Prüfung das Darlehen noch umfangreicher als bisher erlassen werden.

Steuerliche Absetzbarkeit

  • Für Arbeitnehmer sollten Weiterbildungskosten steuerlich noch besser als Werbungskosten absetzbar sein. Bildungssparen gilt es ebenso zu fördern wie Lebensarbeitszeit- und Lernzeitkonten. Ein Instrument sind langfristige Bildungskonten, die von Betrieb zu Betrieb mitwandern.
  • Weiterbildung jenseits des Betriebs soll gefördert werden, indem Zuschüsse des Arbeitgebers zur Weiterbildung generell dann keinen Lohn oder geldwerten Vorteil darstellen, wenn sie der Beschäftigungsfähigkeit dienen.
  • Es muss Weiterbildungsprogramme für Menschen ohne Schulabschluss und ohne Berufsausbildung geben. Neben fachlicher Qualifikation muss dabei auch die notwendige Grund- und Allgemeinbildung vermittelt werden.

Musikschulen als Vorbild

  • Musikschulen sollten als Vorbild für neu zu schaffende Digitalschulen dienen, in der Menschen spielerisch und anwendungsorientiert Kenntnisse im Programmieren und der Informatik beigebracht werden.
  • Ein regionaler Weiterbildungsatlas sollte alle Träger und deren Maßnahmen der Weiterbildung in einer Region aufführen. Die Erstinformation übernimmt dabei ein Weiterbildungslotse.
  • Das von der Union entwickelte Konzept MILLA (»Modulares Interaktives Lebensbegleitendes Lernen für Alle«) sollte rasch gestartet werden.
  • Durch Weiterbildung erworbene Qualifikationen können durch technische Möglichkeiten wie der »Blockchain« strukturiert und gespeichert und damit sicher und schnell gegenüber potenziellen Arbeitgebern nachgewiesen werden.
(31.08.2019, cducsu/prh)

QUELLE: CDU/CSU-Bundestagsfraktion

siehe auch: (DIE) Eine neue Kultur in der Weiterbildung?

 

Aufstiegsstipendium steigt auf 933 Euro pro Monat

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Höhere Förderung im Studienstipendium für Berufserfahrene

Durch die Förderung des BMBF erhalten Stipendiat*innen der Studienförderung für Berufserfahrene ab September mehr Geld. Das Programm richtet sich an besonders engagierte und praxiserfahrene Fachkräfte mit Berufsausbildung. Das Aufstiegsstipendium unterstützt sie auf dem Weg zu einem Studienabschluss.

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek:

»Exzellente Fachkräfte mit Berufsausbildung, Berufserfahrung und Studium sind wichtig für die deutsche Wirtschaft. Sie kennen die Arbeitsprozesse aus verschiedenen Perspektiven und können an Schnittstellen zwischen Konzeption und Praxis vermitteln. Mit dem Programm wollen wir ermöglichen, dass engagierte Berufserfahrene die heute vielfältigen Wege zu einem Studium auch tatsächlich gehen können. Damit setzen wir auch ein deutliches Zeichen für die Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung. Das ist wichtig, weil gut ausgebildete Fachkräfte beider Bildungswege eine Stärke des Standorts Deutschland sind«.

Die monatliche Förderung für ein Vollzeitstudium erhöht sich ab dem 1. September von 815 Euro auf 933 Euro (Stipendium 853 Euro plus Büchergeld 80 Euro). Zusätzlich kann bei einem Vollzeitstudium für eigene Kinder ein Betreuungszuschuss beantragt werden. Dieser steigt von 130 Euro auf nun 150 Euro je Kind, darüber hinaus wird die Altersgrenze von 10 Jahren auf 14 Jahre angehoben. Das Aufstiegsstipendium fördert auch berufsbegleitend Studierende; hier beträgt die neue Förderhöhe 2.700 Euro im Kalenderjahr.

Beruflich Qualifizierte können heute bundesweit auch ohne Abitur ein Studium beginnen. Nach einer Studie des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) nutzen derzeit bundesweit rund 60.000 Menschen diese Möglichkeit. Das Aufstiegsstipendium des BMBF trägt gerade bei dieser Gruppe dazu bei, dass Weiterqualifizierung und Durchlässigkeit des Bildungswesens auch für den Einzelnen funktionieren. Neben finanzieller Unterstützung bietet das Aufstiegsstipendium seinen Stipendiatinnen und Stipendiaten vielfältige Möglichkeiten zum Austausch mit anderen berufserfahrenen Studierenden im Rahmen einer wachsenden ideellen Förderung. Mit aktuell rund 4.500 Geförderten an über 300 Hochschulen gehört das Aufstiegsstipendium zu den größten Studienstipendien in Deutschland.

Startschuss für das neue Auswahlverfahren ist der 24. September. Die Online-Bewerbung ist bei der Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung möglich. Voraussetzungen für die Bewerbung sind eine abgeschlossene Berufsausbildung mit anschließender zweijähriger Berufserfahrung.

 

(30.08.2019, prh)

Das Aufstiegskompendium

Weiterführende Informationen

 

NRW stellt Weichen für zukunftssichere Weiterbildung

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Landes-Staatssekretär Klaus Kaiser stellt Eckpunkte zur Gesetzesnovellierung vor – Kaiser: Weiterbildung leistet unverzichtbaren Beitrag für das Zusammenleben 

Anlässlich des 100-jährigen Bestehens von Volkshochschulen in Nordrhein-Westfalen hat Klaus Kaiser, Parlamentarischer Staatssekretär im Ministerium für Kultur und Wissenschaft, gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Volkshochschulen über die Perspektiven der Weiterbildung im Land informiert – und die Eckpunkte zur geplanten Reform des Weiterbildungsgesetzes vorgestellt.

»Die Volkshochschulen leisten unverzichtbare Beiträge für das Zusammenleben und das demokratische Miteinander in unserem Land. Sie stehen seit 1919 für das Recht auf Bildung – und fördern den Zusammenhalt und die gesellschaftliche Teilhabe aller. Die Angebote reichen von Sprach- und Integrationskursen über politische Bildung bis hin zum Nachholen von Schulabschlüssen oder beruflicher Weiterbildung«, sagte Kaiser. »Mit der Novellierung des Weiterbildungsgesetzes wollen wir die vielfältige Weiterbildungslandschaft in Nordrhein-Westfalen stärken und die bundesweite Vorbildrolle ausbauen – damit sie weiterhin schnell auf gesellschaftliche Herausforderungen wie die Digitalisierung oder die Integration von Zugewanderten reagieren kann«.

In Nordrhein-Westfalen sind rund 130 der bundesweit über 900 Volkshochschulen angesiedelt. Um die Weiterbildung zu stärken und zukunftsfest aufzustellen, wird das Land das Weiterbildungsgesetz modernisieren. Das Eckpunktepapier des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft zum neuen Weiterbildungsgesetz wurde am 25. Juni 2019 vom Kabinett gebilligt.

Es setzt u.a. folgende Schwerpunkte:

  • Volksbildung bleibt kommunale Pflichtaufgabe, die durch eine verlässliche Finanzierung des Landes abgesichert wird;
  • Stärkung und Absicherung für Lehrgänge zum Nachholen von Schulabschlüssen zur Integration junger Erwachsener in die Arbeitswelt;
  • Innovationspauschale für neue Angebote in den Bereichen Digitalisierung, Sozialraumorientierung, aufsuchende Bildungsarbeit und Erschließung neuer Zielgruppen.

Das Eckpunktepapier ist dem Wissenschaftsausschuss des Landtags Nordrhein-Westfalen übermittelt worden und soll nun den Einrichtungen und den Trägern der Weiterbildung vorgestellt und mit ihnen erörtert werden. Ein Entwurf zur Änderung des Weiterbildungsgesetzes soll im Jahr 2020 erarbeitet werden.

Barbara Lorenz-Allendorff, 1. stellvertretende Vorsitzende des Landesverbandes der Volkshochschulen in Nordrhein-Westfalen, unterstützt die Novelle des Weiterbildungsgesetzes. »Für die Entwicklung neuer Bildungsformate benötigen die Volkshochschulen freie Ressourcen. Der Ansatz der Landesregierung, das Innovationspotenzial der Weiterbildung zu stärken, ist in Anbetracht der aktuellen Herausforderungen nur folgerichtig und unbedingt zu begrüßen«.

Die Landesregierung und der Landtag haben bereits nach der Landtagswahl 2017 wichtige finanzielle Impulse zur Stärkung der Weiterbildung gesetzt:

  • Bereits 2017 hat die neue Landesregierung die Kürzungen in der gesetzlichen Weiterbildungsfinanzierung zurückgenommen. Das macht rund fünf Millionen. Euro jährlich mehr für die Weiterbildung.
  • Darüber hinaus werden die finanziellen Mittel für die allgemeine Weiterbildung jährlich dynamisiert, um die Qualität der Weiterbildungsangebote zu sichern und zu steigern: Für 2019 ist eine erste Steigerung um zwei Millionen Euro vorgesehen. Diese Dynamisierung soll fortgeschrieben werden, für 2020 ist ein Plus von vier Millionen Euro geplant. Bis zum Ende der Legislaturperiode 2022 steigen die Zuschüsse um rund 25 Millionen Euro.
  • Damit die Landesorganisationen ihre Mitgliedseinrichtungen für das Lehren und Lernen im digitalen Wandel qualifizieren können, hat der Landtag die finanzielle Förderung von 300.000 Euro im Jahr 2017 auf eine Million Euro im Jahr 2019 erhöht.

Die gesetzliche Förderung beträgt im Jahr 2019 für den Bereich des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft (MKW) rund 107 Millionen Euro, hinzu kommen rund 26 Millionen Euro für Einrichtungen der Eltern- und Familienbildung, die im Geschäftsbereich des Ministeriums für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration (MKFFI) ausgestellt sind. Auf die Volkshochschulen entfallen rund 55 Millionen Euro einschließlich der Mittel für das Nachholen von Schulabschlüssen.

In Nordrhein-Westfalen gibt es rund 460 Weiterbildungseinrichtungen in kommunaler und freier Trägerschaft, sie haben im Jahr 2017 rund 257.000 Bildungsveranstaltungen mit 3,6 Millionen Teilnahmefällen und 6,9 Millionen Unterrichtstunden durchgeführt. Träger der rund 130 Volkshochschulen sind die Kommunen, Träger der weiteren Einrichtungen sind vielfältige gesellschaftliche Akteure wie Kirchen, Gewerkschaften, der organisierte Sport, parteinahe Stiftungen, Wohlfahrtsverbände, Vereine und Initiativen.

»In ihrer 100-jährigen Geschichte haben die Volkshochschulen immer wieder ihre hohe Veränderungskompetenz bewiesen. Auf aktuelle gesellschaftliche Trends oder berufliche Anforderungen, wie zum Beispiel beim Thema Digitalisierung, reagieren die Volkshochschulen zeitnah und auf hohem Niveau«, sagte Volker Heckner, Leiter der VHS Duisburg.

Hintergrund
Mit der Verabschiedung der Weimarer Reichsverfassung im August 1919 ist die Volksbildung erstmals verfassungsrechtlich verankert worden. Das ist die Geburtsstunde der Volkshochschulen, die in Folge dieser Entscheidung zahlreich entstehen. Auch auf dem Gebiet des heutigen Nordrhein-Westfalen wurden im Jahr 1919 Weiterbildungsstätten gegründet, etwa in Essen, Köln, Lünen, Duisburg, Recklinghausen, Düsseldorf, Iserlohn, der Region Rur-Eifel, Gelsenkirchen oder Oberhausen.

(27.08.2019, prh)

Eckpunktepapier zur Novellierung des NRW-Weiterbildungsgesetzes (PDF, 11 Seiten)

 

Allianz für Aus- und Weiterbildung: Partner richten ihre Ziele und Maßnahmen neu aus

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Vertreter der Bundesregierung, der Bundesagentur für Arbeit, der Wirtschaftsverbände BDA, BFB, DIHK und ZDH, von Gewerkschaften und Ländern haben am 26. August 2019 im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie die neue Vereinbarung der Allianz für Aus- und Weiterbildung 2019 - 2021 unterzeichnet.

Mit der Erklärung bekennen sich die Unterzeichner zu einer starken beruflichen Bildung und richten die Handlungsfelder und konkrete Maßnahmen dafür neu aus. Das Ende 2014 gegründete Bündnis setzt sich dafür ein, die Attraktivität, Qualität und Leistungsfähigkeit sowie die Integrationskraft der beruflichen Bildung weiter zu stärken.

Bundeswirtschaftsminister Altmaier:

Die duale Ausbildung ist zentral für eine passgenaue Fachkräftesicherung unserer Betriebe, gerade auch im Mittelstand. Daher freue ich mich sehr, dass wir unsere bewährte Zusammenarbeit in der Allianz für Aus- und Weiterbildung engagiert fortsetzen. Gemeinsam können wir die Herausforderungen auf dem Ausbildungsmarkt besser meistern, junge Menschen und Ausbildungsbetriebe erfolgreicher zusammen bringen und die duale Ausbildung an die neuen Anforderungen der digitalen Arbeitswelt anpassen.

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil:

Die betriebliche Berufsausbildung hat Zukunft. Deshalb wollen wir Auszubildende dort besser unterstützen, wo es nötig ist – unter anderem mit den Leistungen der Arbeitsmarktpolitik. Das ist in unser aller Interesse, denn wir brauchen gut ausgebildete junge Menschen. Deshalb zahlen wir deutlich mehr Berufsausbildungsbeihilfe, wir eröffnen Geflüchteten mehr Zugänge zur Ausbildungsförderung und wir werden die Assistierte Ausbildung fortentwickeln, für mehr Auszubildende öffnen und vor allem verstetigen. Dies alles lebt in und mit der Allianz für Aus- und Weiterbildung.

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek:

Die berufliche Bildung bietet jungen Menschen ein solides Fundament für eine erfolgreiche Berufskarriere mit vielfältigen Aufstiegsmöglichkeiten. In der Allianz für Aus- und Weiterbildung wollen wir diese Erfolgsgeschichte gemeinsam fortschreiben. Die Bundesregierung trägt kraftvoll dazu bei: Im Juni hat das Kabinett meinen Gesetzentwurf für ein neues Berufsbildungsgesetz beschlossen. Als nächstes kommt die Modernisierung des Aufstiegs-BAföGs.Die berufliche Bildung soll auch morgen und übermorgen hervorragende Berufsperspektiven eröffnen.

DIHK-Präsident Dr. Eric Schweitzer:

Unsere gemeinsame Allianz hat in den vergangenen vier Jahren erfolgreiche Arbeit geleistet. Trotz des Rückgangs der Schülerzahlen und des Trends zum Studium konnten die Betriebe den Abwärtstrend bei den Ausbildungsverträgen vorerst stoppen. Unser Ziel ist es weiterhin, dass kein Jugendlicher verloren geht, aber möglichst auch kein Ausbildungsplatz. Wir wollen Berufsorientierung und Ausbildungsberatung intensivieren, die hohe Qualität der Beruflichen Bildung weiter sichern und sie auch für Leistungsstarke noch attraktiver machen, z. B. durch den Ausbau von Auslandsaufenthalten und das Werben für unsere hochwertigen Fortbildungsabschlüsse.

Der Präsident der Kultusministerkonferenz und Hessischer Kultusminister Professor R. Alexander Lorz:

Die berufliche Bildung ist nicht nur der Garant für die Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft der deutschen Wirtschaft, sondern auch von elementarer Bedeutung für die soziale Integration unterschiedlichster Zielgruppen. Um diese gesamtgesellschaftliche Funktion zukunftsfest zu machen, bedarf es des gemeinsamen Handelns aller beteiligten Akteure als breit angelegtes politisches Bündnis. Die Länder werden als starker und verlässlicher Partner in der Allianz für Aus- und Weiterbildung ihren Beitrag erbringen, um die Attraktivität und Leistungsfähigkeit des beruflichen Bildungssystems zu stärken.

Stellvertretende Bundesvorsitzende des DGB Elke Hannack:

Die Allianz für Aus- und Weiterbildung kann auf eine erfolgreiche Bilanz schauen. Seit 2014 ist die Zahl der betrieblichen Ausbildungsplätze gestiegen. Die Trendwende wurde erreicht. Jetzt wollen wir den nächsten Schritt gehen. Denn es gibt immer noch fast 1,4 Millionen Menschen im Alter von 20 bis 29 Jahren ohne abgeschlossene Ausbildung. Deswegen wollen wir die Assistierte Ausbildung flexibler gestalten und für weitere Zielgruppen öffnen. Deswegen wollen wir auch neue Vorhaben – wie etwa die Verbundausbildung – insbesondere in Regionen mit einem problematischen Ausbildungsmarkt fördern.

Mit der neuen Erklärung haben sich die Partner auf zentrale Handlungsfelder und konkrete Maßnahmen verständigt, um möglichst alle Menschen zu einem qualifizierten Berufsabschluss zu bringen. Ziel ist, dass mehr Jugendliche einen betrieblichen Ausbildungsplatz finden und mehr Betriebe ihre Ausbildungsstellen besetzen können.

Die Mobilität von Jugendlichen bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz soll durch verschiedene Maßnahmen unterstützt werden. Die Allianz für Aus-und Weiterbildung will zudem die berufliche Bildung mit ihren modernen Fortbildungsangeboten und Karrierewegen als gleichwertige Alternative zur akademischen Bildung stärken.

Partner Allianz für WBDie Partner der Allianz für Aus- und Weiterbildung

  (27.08.2019, prh)

Allianz für Aus- und Weiterbildung (Website)

Erklärung der Allianz für Aus- und Weiterbildung 2019-2021 (PDF, 8 Seiten)

 

Beschäftigte, deren Tätigkeiten durch Technologien ersetzbar sind, bilden sich seltener weiter

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Beschäftigte mit Tätigkeiten, die zu einem großen Teil durch moderne Technologien ersetzt werden könnten, nehmen seltener an beruflicher Weiterbildung teil als Beschäftigte, deren Tätigkeiten ein geringeres Risiko aufweisen, durch Computer ersetzt zu werden.

Das geht aus einer neuen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor.

41 Prozent der Beschäftigten mit einem geringen Anteil an Routinetätigkeiten nahmen innerhalb eines Jahres an mindestens einem Weiterbildungskurs teil. Bei Beschäftigten mit einem hohen Anteil an Routinetätigkeiten, die durch Technologien ersetzbar sind, waren es 27 Prozent. Eine unterdurchschnittliche Beteiligung weist diese Gruppe auch bei einer themendifferenzierten Betrachtung auf: Weiterbildungen im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie besuchten fünf Prozent, während es bei den Beschäftigten, die weniger stark von der Digitalisierung betroffen sind, acht Prozent waren. Dem Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie wird zur Bewältigung der sich ändernden Arbeitsanforderungen eine besondere Bedeutung beigemessen.

Der Unterschied in der Weiterbildungsbeteiligung zwischen Beschäftigten mit einem hohen und einem geringen Anteil an Routinetätigkeiten bleibt auch dann bestehen, wenn zusätzlich das Qualifikationsniveau mit einbezogen wird. Besonders stark ausgeprägt ist der Unterschied bei Geringqualifizierten: 37 Prozent der Geringqualifizierten mit Tätigkeiten mit einem geringen Risiko, durch moderne Technologien ersetzt zu werden, nahmen an mindestens einer Weiterbildung teil. Bei geringqualifizierten Beschäftigten mit einem hohen Risiko, durch moderne Technologien ersetzt zu werden, beträgt der Anteil dagegen sieben Prozent. Bei den Hochqualifizierten waren es 47 Prozent der Beschäftigten mit einem geringen und 31 Prozent mit einem hohen Anteil an Routinetätigkeiten, die mindestens eine Weiterbildung besuchten.

Die Unterschiede in der Weiterbildungsbeteiligung können nur zu einem kleineren Teil durch individuelle Merkmale der Beschäftigten wie beispielsweise ihr Qualifikationsniveau erklärt werden. Eine größere Rolle hingegen spielen betriebliche Weiterbildungsaktivitäten. Von Bedeutung sind dabei deren Intensität und individuelle Finanzierungsbeiträge. Beschäftigte nehmen dann eher an Weiterbildungen teil, wenn ihr Arbeitgeber die Weiterbildungskosten zumindest teilweise übernimmt oder die Beschäftigten zur Teilnahme an einer Weiterbildung freistellt. Weiterbildung sei nicht nur für die Beschäftigten, sondern auch für die Betriebe ein wichtiges Instrument in einer sich ändernden Arbeitswelt. »Betrieben kann sie helfen, ihren Bedarf an Fachkräften mit adäquaten Kompetenzen zu sichern, was gerade angesichts der deutlichen Engpässe in manchen Bereichen des Arbeitsmarktes zunehmend bedeutsamer wird«, so die Forscher Pascal Heß, Simon Janssen und Ute Leber. (21.08.2019, prh)

Zur Studie (PDF, 8 Seiten)

 

Zentralstelle für Berufsbildung im Handel startet Netzwerk für digitales Lernen

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Mit einem Team von Bildungs-, Handels-, und eLearning-Experten will das Projekt »Netzwerk für digitales Lernen im Handel« Handelsunternehmen bei der Einführung und Nutzung digitaler Lernformate unterstützen, auf Vorteile und Fallstricke hinweisen sowie finanzierbare Umsetzungsmöglichkeiten fördern.

Das Netzwerk bietet den Unternehmen - je nach Bedarf - ein Komplettpaket von der Bedarfsanalyse, Umsetzungsberatung, Vorhalten digitaler Angebote bis hin zur Erfolgskontrolle an.

»Unsere bisherigen Analysen zeigen, dass digitales Lernen in kleinen und mittelständischen Unternehmen noch immer wenig verbreitet ist, obwohl es große Potenziale mitbringt. Voraussetzung ist jedoch, den Bedarf genau zu kennen, digitales Lernen in vorhandene Bildungsstrukturen zu integrieren und Hemmnisse sowie Hürden zu identifizieren«, so Gabriele Lehmann, Geschäftsführerin der Zentralstelle für Berufsbildung im Handel e.V. (zbb).

Koordiniert wird das Projekt von der zbb, einer Tochter des Handelsverbandes Deutschland (HDE). Unterstützung erhält das Netzwerk vom HDE sowie den Handelsverbänden Berlin-Brandenburg, Hessen, Sachsen und Thüringen.

  (20.08.2019, prh)

Zum Portal

 

Freies Online-Kursangebot für digitales Lernen auf Hochschulniveau

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Virtuelle Hochschule Bayern öffnet Online-Kurse für die Allgemeinheit 

Mit dem Masterplan »Bayern Digital II« hat Bayern eine Reihe digitaler Bildungsmaßnahmen auf den Weg gebracht. Eine davon geht nun in die Umsetzung: Der bayerische Staatsminister Bernd Sibler eröffnete im Juli in München das offene Kursangebot der Virtuellen Hochschule Bayern (vhb). Die 31 Trägerhochschulen der Verbundeinrichtung vhb, darunter die neun staatlichen Universitäten und 17 Hochschulen für angewandte Wissenschaften, kooperieren seit fast 20 Jahren und bieten hochschulübergreifend Online-Lehre für das reguläre Studium in Bayern an. Dieses Modell wird nun um offene und kostenfreie Angebote erweitert.

Die vhb stellt die virtuelle Hochschullehre in ihr Zentrum. Mit den OPEN vhb-Kursen sollen jetzt alle Interessierten die Möglichkeit erhalten, sich zu einem breiten Spektrum an Wissensfragen frei und nach Bedarf Kenntnisse auf Hochschulniveau anzueignen. Weder müssen sich Teilnehmende an den Hochschulen einschreiben noch eine Berechtigung für ein Studium besitzen. Das garantiert lebenslanges Lernen für alle: Jung und Alt, unabhängig von Wohnort und Bildungsstand, haben Zugriff auf ein stetig wachsendes und themenübergreifendes Kursangebot erstellt von Professor*innen der bayerischen Hochschulen. Unkompliziert zugänglich und flexibel.

Nicht immatrikuliert? Kein Problem!

Gleichzeitig bietet OPEN vhb Schulabsolvent*innen oder allgemein Studieninteressierten eine gute Möglichkeit, sich auf ein Hochschulstudium vorzubereiten. Sei es, um einen Blick in ein Fach zu werfen, das sie interessieren könnte, sei es, um Kenntnisse, z.B. in Mathematik oder in den Naturwissenschaften, vor dem Studienbeginn noch einmal aufzufrischen. Auch Studierende aus dem Ausland können mit OPEN vhb einen Blick auf und in Aspekte der Hochschullehre in Bayern werfen. Somit fungiert das Portal als »Digitales Schaufenster« der bayerischen Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften und erlaubt Nicht-Studierenden einen beispielhaften Einblick in das Online-Studium von heute.

Für den Bildungsstandort Bayern ist dies ein weiterer Schritt in die digitale Zukunft: »Lebenslanges Lernen gewinnt in unserer heutigen Informationsgesellschaft immer mehr an Bedeutung! Ich freue mich sehr über die neuen Online-Kurse der Virtuellen Hochschule Bayern, die alle Interessierten belegen können unabhängig von Schulabschluss und Wohnort. Wer sich auf Hochschulniveau weiterbilden will, ist bei OPEN vhb richtig: flexibel, ortsunabhängig und ohne sich an einer Hochschule zu immatrikulieren kann das Angebot genutzt werden! Das ist für mich ein wertvoller Beitrag zu mehr Bildungsgerechtigkeit in unserem Land. OPEN vhb schafft für jede und jeden die Möglichkeit, sich persönlich weiterzuentwickeln und Neues zu entdecken«, betont Sibler. Er könne nur dazu motivieren, die breite Palette an Kursen zu nutzen.

Mit den offenen Lernangeboten setzt sich OPEN vhb zum Ziel, Bildungswerte zu schaffen, das lebenslange Lernen in der Gesellschaft zu fördern und dafür verlässliche Informationen zu bieten. »Es gibt viele Gründe und Motive für lebenslanges Lernen aus eigenem Antrieb«, erläutert Prof. Godehard Ruppert, Präsident der Virtuellen Hochschule Bayern und Präsident der Universität Bamberg. »Sei es der eigene Wunsch nach mehr Wissen zu politischen und gesellschaftlichen Themen, nach fachspezifischem Wissen, um bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu haben oder einfach die Freude am Lernen: Wissen ist die entscheidende Kompetenz in einer Wissensgesellschaft. Entsprechend eröffnen wir Chancen - davon sind wir überzeugt«.

Für eine Teilnahme an den Online-Kursen können sich Interessenten über den unten genannten Link registrieren. Das Angebot wird nach vhb-Angaben kontinuierlich erweitert.
 

(20.08.2019, prh)

Zum Portal

siehe auch: Virtuelle Hochschule Bayern öffnet Online-Kurse für Allgemeinheit

 

BMAS plant Online- und Datenplattform für die berufliche Weiterbildung

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Offensichtlich plant das Arbeits- und Sozialministerium (BMAS) eine »zentrale Online- und Datenplattform für die berufliche Weiterbildung«.

Dies geht aus einer kurzen Ankündigung auf den Webseiten des Ministeriums hervor. Dort heißt es u.a.:

Ziel der Plattform ist es unter anderem, weiterbildungsinteressierten Personen, Beschäftigten und Personalverantwortlichen in Unternehmen den Online-Einstieg in den Weiterbildungsmarkt durch eine zielgerichtete Navigation zu erleichtern. Der Zugang zu den entsprechenden staatlichen Fördermöglichkeiten soll vereinfacht sowie die Kompetenzanalyse und -entwicklung intelligent unterstützt werden. Dafür werden Nutzerinnen und Nutzer im Rahmen einer agilen Vorgehensweise eng in den Entwicklungsprozess einbezogen. Das BMAS wird den Prototyp der Plattform Ende Oktober 2019 vorstellen.

Die Online- und Datenplattform des BMAS ist Teil der Umsetzung der Nationalen Weiterbildungsstrategie, die BMAS und BMBF gemeinsam mit dem BMWi, den Ländern, Sozialpartnern und der Bundesagentur für Arbeit erarbeitet und am 12. Juni 2019 öffentlich vorgestellt haben.

Tech4Germany ist eine Digitalisierungsinitiative in Kooperation mit dem Informationstechnikzentrum Bund (ITZBund) und unter der Schirmherrschaft des Chefs des Bundeskanzleramts, Bundesminister Prof. Dr. Helge Braun. Im Rahmen eines Fellowship-Programms unterstützt Tech4Germany die Bundesregierung bei der Umsetzung von Digitalprojekten.

 

Redaktionelle Ergänzung
Aus dem BMAS-Artikel geht nicht hervor, wie sich eine mögliche Kooperation mit dem bestehenden InfoWeb Weiterbildung (IWWB) gestalten soll, welches seit 2002 eine Metasuchmaschine für Weiterbildungsmöglichkeiten und vielfältige Serviceleistungen für Bildungsinteressierte anbietet. Das IWWB wurde ursprünglich vom BMBF gefördert, wurde 2005 in die Trägerschaft des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) überführt und betreibt seine Website mit der Metasuchmaschine jetzt als Subportal des Deutschen Bildungsservers (DBS).

In der Ausgabe 2/2019 des DIE-Magazins »weiter bilden« hatte Bildungsministerin Anja Karliczek in einem Interview mit Josef Schrader, wissenschaftlicher Direktor des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung (DIE), allerdings noch ihre Absicht deutlich gemacht, statt »einer großen zentralistischen Weiterbildungsplattform« bestehende Plattformen und Datenbanken miteinander zu vernetzen. Statt dessen trete sie für eine »gezielte Verbesserung des bestehenden Systems« ein. (16.08.2019, bmas/prh)

QUELLE des Zitats: BMAS

Zitat Anja Karliczek in »weiter bilden« 2019/2, Seiten 12-15

 

Weiterbildung sichert Zukunft

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Aktuelle Befragung zeigt aber: Jede*r Fünfte kümmert sich nicht um Weiterbildung 

Berufliche Weiterbildung geht jede*n an - ob jung oder alt, Berufseinsteigerin oder »alter Hase«. Gerade in Zeiten rasanter technologischer Entwicklung, neuer Jobprofile und einem sich stetig wandelnden Arbeitsmarkt ist es unerlässlich, das eigene Wissen immer wieder auf den Prüfstand zu stellen und neues obendrauf zu packen. Immerhin 44 Prozent der Arbeitnehmer*innen in Deutschland geben an, dass ihnen in ihrem Job Weiterbildungsangebote gewährt werden. Das belegen die Resultate der Orizon Arbeitsmarktbefragung 2019. Für die bevölkerungsrepräsentative Studie befragte das unabhängige Marktforschungsinstitut Lünendonk im Auftrag von Orizon insgesamt 2.012 Menschen.

Erstaunlich: Trotz der allgemein anerkannten Relevanz von Weiterbildung zählt sie nicht zu den Top-Kriterien für einen attraktiven Arbeitgeber. »Weiterbildungsangebote« rangieren laut Orizon Arbeitsmarktbefragung 2019 mit nur 16 Prozent auf Rang 10 - deutlich hinter monetären Faktoren, flexiblen Arbeitszeiten oder dem Betriebsklima. Dazu passt, dass immerhin jede*r Fünfte der über 2.000 Befragten angibt, nichts über Weiterbildungsangebote im aktuellen Job zu wissen bzw. sich nicht darum gekümmert zu haben. »Wir müssen das Bewusstsein für lebenslanges Lernen deswegen unbedingt noch weiter stärken«, sagt Roman Hennig von Orizon. »Unser Ziel ist es, Arbeitsplätze zu Lieblingsplätzen zu machen. Das gelingt umso besser, je kompetenter und damit wohler sich Beschäftigte in ihrem Job fühlen.«

Weiterbildung in einem professionellen Kontext kann viele unterschiedliche Formen annehmen. Die Angebote reichen von In-House-Schulungen, die der Arbeitgeber initiiert, über den Besuch von Kursen und Workshops bei speziellen externen Anbietern bis hin zu »learning on the job« oder der anlassbezogenen Weiterbildung in Eigenregie. Manche Inhalte hängen unmittelbar mit der eigenen Ausbildung oder der aktuellen Tätigkeit zusammen, andere zahlen eher auf die sogenannten »Soft Skills« ein, wie etwa Verhandlungskompetenz oder Stressmanagement. Das Top-Angebot sind laut Orizon Arbeitsmarktbefragung 2019 mit 68,8 Prozent nach wie vor interne Schulungen und Qualifizierungen, gefolgt von externen Angeboten (55,6 Prozent). Beide Formate sind gegenüber dem Vorjahr leicht rückläufig. Stark auf dem Vormarsch ist hingegen »Lernen bei der Arbeit« (21,8 Prozent) sowie - etwas weniger deutlich - die Qualifizierung in eigener Initiative (15,5 Prozent).

Weiterbildung quer durch alle Berufsgruppen und Altersklassen

Weiterbildung ist nicht nur etwas für »Karrieretypen«, nicht nur für die berufliche Neuorientierung - und dient gewiss nicht nur dem Stopfen von Wissenslücken. Aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamts belegen eindrücklich: Menschen, die in Deutschland Weiterbildungsangebote wahrnehmen, haben die unterschiedlichsten Bildungs- und Berufsabschlüsse, befinden sich in unterschiedlichen Stellungen im Beruf und arbeiten in vielen verschiedenen Branchen. Beim Blick auf die Altersverteilung zeigt sich, dass berufliche Weiterbildung schon mit 15 Jahren beginnt und bis zum Renteneintrittsalter reicht. Einen deutlichen Unterschied gibt es bei der Unternehmensgröße: Während Betriebe der Kategorie »10 bis 19 Mitarbeitende« nur zu rund zwei Dritteln entsprechende Angebote machen, sind es bei den Großunternehmen mit über 1.000 Beschäftigten glatte 100 Prozent.

  (14.08.2019, prh)

 

Bei Konjunkturkrisen soll Qualifizierung als Rettungsanker dienen

Artikel-BildFoto: Susi Knoll

Weiterbildung soll stärker staatlich gefördert werden, um Arbeitnehmer für den digitalen Wandel fit zu machen 

Während seiner »Sommerreise« durch Südwestdeutschland kündigte Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) nach übereinstimmenden Medienberichten an, Arbeitnehmer*innen in kommenden Konjunkturkrisen vor dem möglichen Verlust ihres Jobs zu schützen.

Das ZDF zitiert den Minister mit den Worten: »Wir werden alle Instrumente zur Verfügung haben, die wir brauchen, um eine konjunkturelle Krise auf dem Arbeitsmarkt flankieren zu können«.

Sein Ministerium habe hierzu Vorlagen zu einem »Arbeit-von-morgen-Gesetz« entwickelt, das auf dem seit Jahresbeginn geltenden Qualifizierungschancengesetz aufbauen soll. Es werde Unternehmen wie während der Finanzkrise 2008/2009 hohe Zuschüsse dafür bereitstellen, Mitarbeiter*innen möglichst lange in Kurzarbeit weiterzubeschäftigen, statt Entlassungen vorzunehmen. Dabei solle es noch deutlich höhere Zuschüsse geben, falls Betrieb und Arbeitnehmer die Kurzarbeit zur Weiterbildung nutzen.

In ersten Reaktionen begrüßten Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften die geplanten Maßnahmen, während FDP, CSU und Linke bemängelten, dass erst dann aktiv eingegriffen werden solle, wenn eine Wirtschaftskrise bereits eingetreten sei.

Ein ausformulierter Gesetzentwurf solle bis Ende September vorgelegt werden. Als Finanzierungsquelle werden die Kassen der Bundesagentur für Arbeit genannt.
  (14.08.2019, prh)

vergleiche: Deutschlandfunk

vergleiche: ZDF

vergleiche: Süddeutsche Zeitung

 

Forum DistancE-Learning: Regierung verteuert Bildung für den Bürger

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Forum DistancE-Learning legt Stellungnahme zu Gesetzentwurf mit geplanten Umsatzsteueränderungen vor 

Mit der Veröffentlichung der Nationalen Weiterbildungsstrategie im Juni kündigte die Regierung an, dem massiven Wandel auf dem Arbeitsmarkt, bedingt durch Digitalisierung, mit verstärkter Weiterbildung und der Schaffung einer neuen Weiterbildungskultur begegnen zu wollen. Ein Gesetzentwurf zu geplanten Umsatzsteueränderungen scheint dieses Vorhaben nun zu konterkarieren.

Lebenslanges Lernen ist die Grundvoraussetzung für gesellschaftliche, politische und kulturelle Teilhabe. Aber auch wer beruflich dauerhaft erfolgreich sein will, kann nicht darauf verzichten. »Von Arbeitnehmerseite aus gewinnen die Themen ‚Learning on the Job‘ und ‚Wissens-Snacks‘ an Bedeutung. Sie tragen der Situation Rechnung, dass wir eine extrem rasch fortschreitende Digitalisierung erleben und dass es kaum noch Arbeitnehmer gibt, die 30 Jahre lang auf ihren ursprünglichen Posten verbleiben. Dadurch erscheint keine allumfassende Grundausbildung notwendig, sondern eine Basisqualifikation mit später anschließenden passgenauen Qualifikationen und fachlichen Vertiefungen«, so Mirco Fretter, Präsident des Forum DistancE-Learning.

Auf den massiven Wandel des Arbeitsmarktes und dem damit einhergehenden Fachkräftemangel ist lebenslanges Lernen in Form von Weiterbildungen zum Erlangen neuer Qualifikationen eine lösungsorientierte Antwort. Das hat auch die Bundesregierung erkannt und Bildung in der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung vorgestellten Nationalen Weiterbildungsstrategie als Schlüsselfaktor für die weitere soziale und wirtschaftliche Entwicklung des Landes definiert. Gemeinsam wollen Bund, Länder, Wirtschaft, Gewerkschaften und die Bundesagentur für Arbeit ihre Anstrengungen für Weiterbildung und Qualifizierung bündeln und weiterentwickeln, Fördermöglichkeiten ausbauen, transparenter gestalten und leichter zugänglich machen.

Ein vorliegender Regierungsentwurf eines »Gesetzes zur weiteren steuerlichen Förderung der Elektromobilität und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften« droht dieses Vorhaben nun jedoch stark zu konterkarieren und Weiterbildung für den Teilnehmer durch die Erhebung einer Umsatzsteuer auf Fort- und Weiterbildungsangebote zu verteuern. Der Entwurf sieht vor, Berufsausbildungsleistungen von der Umsatzsteuer zu befreien, Fortbildungsleistungen jedoch zu besteuern und somit für den Teilnehmer erheblich zu verteuern. »Eine Differenzierung zwischen Aus- und Fortbildung führt in unseren Augen nicht nur zu unüberschaubaren Abgrenzungsschwierigkeiten, sondern ist zudem unrealistisch und widerspricht modernen Bildungskonzepten«, stellt Fretter fest.

Das Forum DistancE-Learning fordert daher, in einer heute veröffentlichten Stellungnahme, auf eine derartige Unterscheidung zu verzichten und Bildungsmaßnahmen grundsätzlich von der Umsatzsteuer zu befreien. »Der Regierungsentwurf in der vorliegenden Form sendet ein falsches bildungs- und arbeitsmarktpolitisches Signal und wirkt nationalen Bemühungen um eine verbesserte Weiterbildungskultur zur Überwindung der anstehenden Herausforderungen klar entgegen«, fasst Fretter zusammen. Einer von Bundesseite angestrebten Erhöhung der Weiterbildungsbeteiligung, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, sieht der Verband mit dem Entwurf des Gesetzes klar gefährdet und bietet seine Expertise für vertiefende Gespräche an.

Hintergrund
Das Forum DistancE-Learning – Der Fachverband für Fernlernen und Lernmedien ist im November 2003 aus dem seit 1969 bestehenden Deutschen Fernschulverband (DFV) hervorgegangen. Seine zurzeit über 120 Mitglieder verstehen sich als Experten des mediengestützten und tutoriell betreuten Lernens – seien es Unternehmen, Institutionen oder Privatpersonen. Damit bietet der Verband eine gemeinsame Gesprächs- und Aktionsplattform für die DistancE-Learning-Branche.
  (13.08.2019, prh/fdl)

Stellungnahme des Verbandes (PDF, 4 Seiten)

Gesetzentwurf der Bundesregierung (PDF, 242 Seiten)

 

Diese Fremdsprachen fordern deutsche Arbeitgeber

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Unternehmen setzen vermehrt auf Fachkräfte aus dem Ausland und fördern so ein multilinguales Arbeitsumfeld. Die Jobsuchmaschine Adzuna hat nun untersucht, welche Fremdsprache in deutschen Stellenausschreibungen am häufigsten gesucht wird.

Dazu analysierte das Unternehmen rund 500.000 aktuelle Jobinserate in den 20 größten deutschen Städten und ermittelte, wie häufig dabei die Sprachen Französisch, Spanisch, Englisch, Russisch, Italienisch, Chinesisch, Niederländisch, Türkisch sowie Arabisch gefragt sind.

Diese Sprachen werden am meisten gewünscht

Die am häufigsten geforderte Sprache ist - wenig überraschend - die Englische: Deutschlandweit gibt es rund 42.500 Stelleninserate mit dieser Voraussetzung. Demnach werden in 92 Prozent der Stellenanzeigen englische Sprachkenntnisse gefordert. Am zweitmeisten sind die Firmen auf der Suche nach französischsprachigen Mitarbeitern: 6,2 Prozent beinhalten diese Voraussetzung. Den dritten Platz belegt das Niederländische mit 3,1 Prozent. Platz vier teilen sich die Stellenanzeigen für italienisch- und spanischsprachige Personen mit 2,2 Prozent.

Fremdsprachenanforderungen besonders für Hochschulabsolventen

Im bundesweiten Vergleich der Sprachen und Branchen, in denen diese am häufigsten gefordert werden, weisen die Inserate für Hochschulabsolventen mit rund 7.500 Stellenanzeigen die meisten Sprachanforderungen auf (17,3 Prozent). Die zweitmeisten Sprachkenntnisse sind in der Gastronomie und im Catering erwünscht: 15,3 Prozent aller Stellenanzeigen beinhalten mindestens eine der untersuchten Sprachen. Auch für IT-Stellen sind Fremdsprachenkenntnisse ein Plus bei der Jobsuche. Dort wird in 11,9 Prozent der Stelleninserate eine weitere Sprache verlangt.

In diesen Städten werden die meisten Fremdsprachler gesucht

Die in Frankfurt ansässigen Unternehmen suchen von den 20 analysierten Städten mit Abstand die meisten Mitarbeiter mit Fremdsprachenkenntnissen: 19,3 Prozent aller Stellenangebote beinhalten die Angabe mindestens einer der insgesamt neun untersuchten Sprachen. Auf dem zweiten Platz befindet sich München mit 15,6 Prozent. Dicht dahinter folgt Düsseldorf mit einem Anteil von 15,4 Prozent.

Fünf Städte aus NRW auf den hintersten Plätzen

In Bielefeld beinhalten nur 7,3 Prozent aller Stellenausschreibungen mindestens eine der neun analysierten Sprachen. Damit belegt die Stadt den letzten Platz der Untersuchung. Auch in Duisburg und Wuppertal ist der prozentuale Anteil von Inseraten mit zusätzlichen Sprachfähigkeiten mit 7,7 Prozent bzw. 8 Prozent nicht viel höher. Davor liegen Dortmund und Münster mit einem Anteil von 8,4 bzw. 8,5 Prozent.

Münster und Bochum besonders multilingual

Während die meisten Arbeitgeber in den untersuchten Stelleninseraten mit durchschnittlich 92 Prozent hauptsächlich Englischkenntnisse fordern, gibt es in der Universitätsstadt Münster die meiste Sprachvariation. Dort beziehen sich nur 83 Prozent aller Stellenanzeigen mit Sprachvoraussetzungen auf das Englische – daneben wird unter anderem nach französischsprachigen (8,9 Prozent) und niederländisch sprechenden Mitarbeitern gesucht (7,2 Prozent).

In Bochum ist der Anteil an Sprachenvielfalt ähnlich hoch: Neben Englisch (83,7 Prozent) wird dort auch französisch (8 Prozent), chinesisch (5,5 Prozent) und niederländisch (7,3 Prozent) in den Stellenausschreibungen angegeben.

 

Fremdsprachen (13.08.2019, prh)

Weitere Ergebnisse der Untersuchung

 

In Neuigkeiten & Terminen

#DigitalWomen - Wiedereinstieg mit Zukunft (Darmstadt)

vom 31.10.2019 um 10:00 Uhr bis zum 31.10.2019 um 16:00 Uhr

Themenbereiche:

  • Frauen auf dem transformierten Arbeitsmarkt
  • Medienkompetenz
  • Gender und Digitalisierung
  • Praxis Digitales Lernen
  • Live-Schaltung Nowa, Graz (Österreich)

Anmeldungen können bereits jetzt über kontakt@berami.de vorgenommen werden.

 

Globales Lernen in der Erwachsenenbildung (Mainz)

vom 12.11.2019 bis zum 13.11.2019

Mehr als Vortrag und Podiumsdiskussion

Das Institut für Internationale Zusammenarbeit des deutschen Volkshochschulverbandes (DVV International) und die Arbeitsgemeinschaft der Eine Welt-Landesnetzwerke in Deutschland e.V. (agl) laden dazu ein, sich gemeinsam über Formate und Konzepte des Globalen Lernens für Erwachsene auszutauschen. Teilnehmende erhalten Einblicke von Expert*innen zu den Voraussetzungen und Herausforderungen der Erwachsenbildung  und entwickeln gemeinsam neue Ideen für dieses Themenfeld.

Globales Lernen für Erwachsene? Was interessiert erwachsene Menschen – an welchen Themen kann das Globale Lernen anknüpfen? Welche Formate eignen sich, um Erwachsene für ein »globales Bildungsangebot« zu begeistern? In welchen Institutionen findet Bildung für Erwachsene statt? Wie finde ich Expert*innen zu spannenden Themen?

Die Veranstaltung richtet sich an Akteur*innen aus der Erwachsenenbildung (insbesondere aus der vhs), die Themen des Globalen Lernens umsetzen möchten sowie Bildner*innen und Multiplikator*innen aus dem Globalen Lernen, die gerne mehr zur Zielgruppe der Erwachsenen lernen möchten.

 

Beratung in einer Gesellschaft im Wandel (Mainz)

vom 14.11.2019 um 13:00 Uhr bis zum 14.11.2019 um 17:30 Uhr

Nachdem in den Jahren zuvor der Fokus auf der Digitalisierung und der Weiterbildungsberatung lag, soll in diesem Jahr der Frage nachgegangen werden, wie Bildungs- und berufsbezogene Beratung sich unter den gegenwärtigen gesellschaftlichen Transformationsprozessen weiter entwickelt. Zu Wort kommen dabei Vertreter*innen aus Wissenschaft und Praxis.

Prof. Dr. Wiltrud Gieseke, Humboldt-Universität zu Berlin, stellt Ergebnisse empirischer Beratungsforschung vor und fragt nach ihrer Relevanz für den professionellen Austausch innerhalb der Community. Prof. Dr. Jörg Fengler, Fengler-Institut für Angewandte Psychologie Köln-Bonn, beschäftigt sich mit Themen, Methoden und Praxismodellen einer »Beratung im Wandel«.

 

OEB GLOBAL 2019 (Berlin)

vom 27.11.2019 bis zum 29.11.2019

Globale, branchenübergreifende Konferenz und Ausstellung zum Thema »Technologieunterstütztes Lernen und Training«

 

 

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