Die Suchmaschine des Deutschen Bildungsservers für Weiterbildungskurse
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Neuigkeiten & Termine

Inklusion von Menschen mit Behinderungen und digitale Bildung - ein Überblick

Deutscher Bildungsserver

Die Covid-19-Pandemie hat die Bedeutung der Digitalisierung für die Bildung besonders deutlich gemacht. Daher ist es wichtig, dass alle Menschen die Möglichkeiten der neuen Methoden und Techniken nutzen können – auch wenn sie geistig oder körperlich eingeschränkt sind.

Vor diesem Hintergrund bündelt eine neue Übersicht des Deutschen Bildungsservers nun die online verfügbaren Informationen zu Inklusion und digitaler Bildung. Anlass ist zudem, dass die Vereinten Nationen am 3. Dezember jedes Jahr an die Rechte von Menschen mit Behinderungen erinnern.

Einen Schwerpunkt der neuen Übersicht bilden Initiativen, die sich mit dem Thema befassen. So wird zum Beispiel das entsprechende Informationsangebot der Aktion Mensch vorgestellt. Dort kann man unter anderem nachlesen, wie Tablets und Apps Kinder mit Behinderungen beim Lernen unterstützen können. Die Zusammenstellung des Deutschen Bildungsservers verlinkt zudem auf die Förderrichtlinie »Inklusion durch digitale Medien in der beruflichen Bildung« des Bundesministeriums für Bildung und Forschung sowie auf die Informationsstelle Open Educational Resources (OERinfo). Diese zeigt beispielsweise auf, wie offene und lizenzfreie Bildungsmedien für inklusiven Unterricht genutzt und an individuelle Bedarfe angepasst werden können.

Die Informationssammlung des Deutschen Bildungsservers geht auch auf viele Forschungsarbeiten und Studien zur digitalen Teilhabe ein. So hat etwa das Meinungsforschungsinstitut forsa Lehrkräfte nach ihren Einstellungen zur Inklusion und ihren diesbezüglichen Erfahrungen befragt. In einem anderen Projekt entwickeln die Universitäten Duisburg-Essen und Siegen gemeinsam mit Lehrkräften und Studierenden digitale Lernumgebungen für einen inklusiven Unterricht. Die Übersicht verweist außerdem auf die rechtlichen Grundlagen zur Inklusion und auf Beispiele, wie Hochschulen im europäischen Ausland den Zugang behinderter Menschen sicherstellen. Nicht zuletzt erfahren Interessierte, worauf es in der Weiterbildung ankommt, um E-Learning barrierefrei umzusetzen.

Hintergrund
Der Deutsche Bildungsserver ist der zentrale Internet-Wegweiser zum Bildungssystem. Er bietet allen mit Bildung befassten Professionen und der bildungsinteressierten Öffentlichkeit Zugang zu hochwertigen thematischen Informationssammlungen und Internetquellen – aktuell, umfassend und kostenfrei. Der Bildungsserver wird als Gemeinschaftsservice von Bund und Ländern vom DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation koordiniert.

 
(03.12.2020, prh)

Übersicht »Inklusion und digitale Bildung. Synergien von digitaler Bildung und Inklusion behinderter Menschen«

 

Los geht's: Weiterbildungsverbünde am Start

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Start der ersten Projekte in Berlin und Thüringen  

In Berlin und Thüringen starteten Anfang Dezember 2020 die ersten beiden von insgesamt 13 Weiterbildungsverbünden, die aus dem Bundesprogramm »Aufbau von Weiterbildungsverbünden« des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) gefördert werden.

Die weiteren Projekte nehmen ihre Arbeit zwischen Januar und April 2021 auf. Darunter sind sowohl branchenspezifische als auch branchenübergreifende Projekte. Das Interesse an dem Projekt war von allen Seiten groß.

Staatssekretär Björn Böhning:

»Weiterbildung ist die wichtigste Antwort auf den durch die Corona-Pandemie beschleunigten Strukturwandel. Damit vor allem kleine und mittlere Unternehmen ihre Beschäftigten richtig fördern können, braucht es neue Antworten und Instrumente. Weiterbildungsverbünde unterstützen Betriebe dabei, ihr Fachkräftepotenzial zu sichern und Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf die veränderten beruflichen Anforderungen vorzubereiten. Das BMAS hat in der aktuellen Wirtschaftskrise schnell und entschlossen gehandelt: Schon fünf Monate nach Förderaufruf starten die ersten Projekte. Die hohe Zahl an Interessenbekundungen zeigt, wie groß der Bedarf ist. Mit den Weiterbildungsverbünden leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Stärkung des lebensbegleitenden Lernens sowie zur Fachkräftesicherung«.

In Thüringen startete der Bundesverband mittelständischer Wirtschaft - Unternehmerverband Deutschlands e.V. mit Partnern vor Ort das branchenübergreifende Projekt »Weiterbildungsverbund Thüringer Mittelstand«. Unter anderem für die Metropolregion Berlin koordiniert der Bildungsträger GFBM Akademie den ebenfalls branchenübergreifenden Weiterbildungsverbund »R-Learning kollektiv«.

Hintergrund
Mit dem Bundesprogramm »Aufbau von Weiterbildungsverbünden« setzt das BMAS eine zentrale Vereinbarung aus der Nationalen Weiterbildungsstrategie (NWS) um. Ziel ist, die Teilnahme von kleinen und mittleren Unternehmen an Weiterbildungen zu steigern und regionale Wirtschafts- und Innovationsnetzwerke zu stärken.

Dabei vernetzen Koordinierungsstellen die einzelnen Akteure eines Verbundes, stellen den Betrieben spezifische Informationen zur Verfügung, identifizieren Weiterbildungsbedarfe, beraten trägerneutral und unterstützen bei der inhaltlichen Ausgestaltung neuer Weiterbildungsmaßnahmen.

  (02.12.2020, prh)

sieha auch: BMAS startet Bundesprogramm zum Aufbau von Weiterbildungsverbünden

 

UPDATE: Einschränkungen im Weiterbildungsbereich wegen der Coronapandemie

Aktuelle Informationen zum Status der pandemiebedingten Regelungen im Weiterbildungsbereich in den Bundesländern

Zur Eindämmung der Corona-Pandemie hatten Bund und Länder am 16. März 2020 ein umfangreiches Maßnahmepaket beschlossen. Die darin enthaltenen Einschränkungen umfassten unter anderem auch ein Verbot von Weiterbildungsveranstaltungen in Präsenzform bzw. die Schließung von Bildungseinrichtungen, die inzwischen aber nicht mehr gelten.

Aufgrund des weiteren Anstiegs der Corona-Neuinfektionen haben die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsident*innen der Länder am 25. November 2020 eine Fortsetzung und Verschärfung des bereits geltenden Lock-Down beschlossen, der vom 1.12. bis 20.12. gelten soll.

Die Verordnungen der 16 Bundesländer dazu sind veröffentlicht. Weiterbildungseinrichtungen scheinen von den neuen Einschränkungen in den meisten Ländern nicht oder nur in geringem Maße (z.B. Verbot von Übernachtungen) betroffen zu sein.

Einen Überblick der Regelungen haben wir in einer Tabelle zusammengefasst, die als PDF-Datei heruntergeladen werden kann. Für weitere Details benutzen Sie bitte die angegebene Quelle.

Wir aktualisieren diese Liste kontinuierlich.
Falls Sie Kenntnis von neuen Änderungen erhalten, freuen wir uns über eine Nachricht an die Redaktion.

Letzte Aktualisierung: 1. Dezember 2020  
 
(01.12.2020, prh/wp)

Bildungsveranstaltungen nach Bundesländern (PDF, 5 Seiten)

 

Bayern: Neues Portal zur beruflichen Weiterbildung

KOMM WEITER IN BAYERN

In Zeiten zunehmender Digitalisierung und Globalisierung ist Qualifizierung der Schlüssel zum Erfolg. Um dies zu unterstützen ist seit dem 15. September 2020 in Bayern ein neues Online-Weiterbildungsportal aktiv.  

»KOMM WEITER IN BAYERN« verfolgt nach Aussage der bayerischen Arbeitsministerin Carolina Trautner das Ziel, Bürger*innen des Freistaates über Qualifikationsbedarfe ebenso zu informieren wie über verfügbare Fördermöglichkeiten der Weiterbildung. Dabei wird die Devise verfolgt: »Fehlende Informationen dürfen einer beruflichen Weiterbildung nicht im Weg stehen«.

Um dies zu realisieren und damit auch zur Erhöhung der Weiterbildungsbeteiligung beizutragen, ist das Portal Teil einer zielgerichteten Informationskampagne. Es enthält viel Wissenswertes rund um das Thema und weist auch auf Beratungs- und Fördermöglichkeiten hin. Mithilfe eines Lotsen können Weiterbildungsinteressierte passgenaue, detaillierte Informationen abrufen, die stets aktuell gehalten werden.

Hintergrund
Die Informationskampagne mit Onlineportal ist eine Maßnahme des Pakts für berufliche Weiterbildung 4.0. Bereits 2018 hatte die Bayerische Staatsregierung den Pakt gemeinsam mit dem Bayerischen Handwerkstag, dem Bayerischen Industrie- und Handelskammertag, der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft, dem Deutschen Gewerkschaftsbund Bayern und der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit unterzeichnet.

Ziel des Paktes ist es, das gemeinsame Engagement für die berufliche Weiterbildung zu intensivieren und mit konkreten Maßnahmen und Projekten die Weiterbildungsbereitschaft und -beteiligung bayerischer Beschäftigter und Betriebe zu steigern.

 

(26.11.2020, prh)

Portal »KOMM WEITER IN BAYERN«

 

Start des europäischen Kompetenzpakts

EU-Kommission

EU-Kommission mobilisiert Unternehmen für mehr Investitionen in Aus- und Weiterbildung 

EU-Sozialkommissar Nicolas Schmit und Binnenmarktkommissar Thierry Breton haben am 10. November im Rahmen der Europäischen Woche der Berufsbildung 2020 einen neuen Pakt für Kompetenzen geschlossen. Der Pakt wird Investitionen von Unternehmen in Höherqualifizierung und Umschulung stärken. Ein Schwerpunkt ist die Zusammenarbeit von Industrie, Arbeitgebern, Sozialpartnern, Handelskammern, Behörden, Bildungs- und Ausbildungsanbieter und Beschäftigungsagenturen.

Der Kompetenzpakt ist eine der Leitinitiativen der Europäischen Kompetenzagenda für nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit, soziale Gerechtigkeit und Resilienz, die am 1. Juli 2020 vorgestellt wurde. Mit dem Pakt sollen vor allem Ressourcen mobilisiert und alle relevanten Interessenträger dazu angeregt werden, konkrete Maßnahmen für die Weiterbildung und Umschulung von Arbeitskräften zu ergreifen, indem Anstrengungen gebündelt sowie Partnerschaften zur Unterstützung des ökologischen und digitalen Wandels sowie lokaler und regionaler Wachstumsstrategien ins Leben gerufen werden.

Immer häufiger stehen auf dem Arbeitsmarkt nicht genügend Arbeitskräfte mit den richtigen Kompetenzen zur Verfügung, während gleichzeitig zahlreiche Menschen von Arbeitslosigkeit bedroht sind. Der Kompetenzpakt wird von einer Charta begleitet, in der die Industrie, die Sozialpartner, Berufsbildungsanbieter und nationale, regionale und lokale Behörden ihre Vorstellungen von hochwertiger Berufsbildung festschreiben. Die Teilnehmenden des Pakts geben ein klares Bekenntnis zu Investitionen in die Ausbildung für alle Menschen im erwerbsfähigen Alter in der gesamten Union ab.

Zum Pakt für Kompetenzen erklärte der für den Binnenmarkt zuständige Kommissar Thierry Breton:

»Talente sind ein entscheidender Faktor für die Widerstandsfähigkeit unserer europäischen Industrie und werden auch beim Wiederaufbau nach der Pandemie eine zentrale Rolle spielen. Da der zweifache ökologische und digitale Wandel Fahrt aufnimmt, müssen wir alle Europäerinnen und Europäer mit den richtigen Kompetenzen ausstatten. Heute können wir die ersten Kompetenzpartnerschaften in drei industriellen Ökosystemen ankündigen: Automobilindustrie, Mikroelektronik sowie Luft- und Raumfahrt und Verteidigung. Weitere Branchen werden folgen. Dieser Start des Kompetenzpakts ist der erste Schritt in unserer europäischen Kompetenzoffensive.«

Um beim Aufbau des Pakts alle Interessenträger einzubinden, haben die Kommissare Breton und Schmit bereits eine Reihe hochrangiger Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern von Industriebranchen, regionaler und nationaler Behörden, Sozialpartnern sowie Bildungs- und Berufsbildungseinrichtungen angestoßen. Weitere Gespräche werden in den kommenden Wochen folgen. Aufbauend auf diesen Gesprächen werden im Rahmen des Pakts groß angelegte Partnerschaften geschlossen, und zwar in Industriesektoren von strategischer Bedeutung, die stark von der aktuellen Krise betroffen sind, sowie in den im europäischen Grünen Deal identifizierten prioritären Bereichen. Ziel ist es, die ehrgeizigen Zusagen umzusetzen.

Die ersten europäischen Kompetenzpartnerschaften werden in den folgenden wichtigen Industriebranchen geschlossen:

  • Automobilindustrie
    Hier sollen sich jährlich 5 Prozent der Arbeitskräfte fortbilden, sodass rund 700.000 Menschen neue Kompetenzen erwerben. Dies dürfte private und öffentliche Investitionen in Höhe von insgesamt 7 Mrd. EUR erfordern. Den Anfang machen regionale Pilotprojekte.
  • Mikroelektronik
    Für die Initiativen zur Umsetzung der Partnerschaftsziele sind öffentliche und private Investitionen in Höhe von insgesamt 2 Mrd. EUR vorgesehen. Mit diesen Mitteln werden europäische Elektronikcluster im Zeitraum 2021-2025 Weiterbildungs- und Umschulungsangebote für mehr als 250.000 Beschäftigte und Lernende bereitstellen.
  • Luft- und Raumfahrt und Verteidigung
    Ziel ist es, jährlich etwa 6 Prozent der Arbeitskräfte weiterzubilden, sodass insgesamt 200.000 Menschen erreicht werden. Hierfür sind in den kommenden zehn Jahren öffentliche und private Investitionen in Höhe von 1 Mrd. EUR vorgesehen.

Weitere Industriebranchen werden in den kommenden Monaten folgen.

Hintergrund
Durch den Beitritt zum Pakt erhalten die Teilnehmenden Zugang zu Plattformen für Vernetzung, Wissensaustausch und Ressourcen. Außerdem wird die Europäische Kommission Informationen und Orientierungshilfen zu Finanzierungsangeboten und Programmen der EU im Bereich Kompetenzen anbieten und hierfür eine zentrale Anlaufstelle auf EU-Ebene einrichten. Neben den im Rahmen von REACT-EU, dem Europäischen Sozialfonds+ und anderen relevanten Programmen des neuen mehrjährigen Finanzrahmens (2021-2027) zur Verfügung stehenden Mitteln sind Weiterbildung und Umschulung auch zentrale Investitionsprioritäten der Aufbau- und Resilienzfazilität mit einem Volumen von 672,5 Mrd. EUR. (24.11.2020, prh)

Weitere Informationen

 

Corona: NRW weitet Unterstützung für Weiterbildungseinrichtungen aus

mkw

»Notfonds Weiterbildung« wird zunächst bis Ende Dezember 2020 verlängert und rückwirkend zum 1. Juli 2020 auf Volkshochschulen ausgeweitet  

Auch die gemeinwohlorientierten Weiterbildungseinrichtungen sind als Orte der Begegnung von den Corona-bedingten Einschränkungen dieser Tage maßgeblich betroffen. Vielerorts sorgt die Absage des geplanten Kursprogramms für den Ausfall wichtiger Einnahmen. Zur Unterstützung in dieser schwierigen Zeit erweitert und verlängert die nordrhein-westfälische Landesregierung daher die Bereitstellung von Hilfsmitteln aus dem »Notfonds Weiterbildung«.

Der Fonds wurde im Zuge des Corona-Rettungsschirms des Landes im Juni 2020 eingerichtet und mit 35 Millionen Euro ausgestattet. Die Verlängerung gilt zunächst bis zum 31. Dezember 2020. Neu ist, dass die Mittel seit dem 1. Juli 2020 neben den nach dem Weiterbildungsgesetz des Landes anerkannten und geförderten Einrichtungen auch von kommunal getragenen Volkshochschulen in Anspruch genommen werden können. Mit Hilfe des Fonds können akute Finanzierungslücken geschlossen werden. Rückwirkend entfällt für die Zeit ab März 2020 außerdem der Nachweis einer Existenzgefährdung der Einrichtungen.

»Die Corona-bedingten Schließungen und Einschränkungen der Bildungsangebote wirken sich erheblich auf die gemeinwohlorientierte Weiterbildung in Nordrhein-Westfalen aus. Geplante Kurse können nicht mehr stattfinden, Einnahmen brechen weg und besonders kleine Einrichtungen geraten in finanzielle Nöte. Damit gemeinwohlorientierte Weiterbildungsreinrichtungen und Volkshochschulen ihre wichtige Arbeit trotzdem fortsetzen können, hat die Landesregierung mit dem Notfonds Weiterbildung eine schnelle und wirksame Unterstützung in der Krise aufgelegt. Die Ausweitung der Hilfen soll neben der Abfederung finanzieller Ausfälle aber auch als Motor für den Einsatz neuer, digitaler Vermittlungsangebote wirken«, so der Parlamentarische Staatssekretär Klaus Kaiser.

Aus den vom Land zur Verfügung stehenden Mitteln werden rückwirkend zum 1. Juli 2020 zudem Kosten erstattet, die zur Finanzierung der für den Betrieb der Einrichtungen der Weiterbildung notwendigen Infektionsschutz- und Hygienemaßnahmen sowie zur Schaffung digitaler Angebote entstanden sind oder entstehen.

Die Förderung kann ab dem 19. November bei den Dezernaten 48 der örtlich zuständigen Bezirksregierung beantragt werden.
  (19.11.2020, mkw/prh)

 

Rente mit 67: Nötige Weiterbildung der Beschäftigten ist kein Selbstläufer

Alter Mann in Werkstatt

Länger arbeiten, aber wie? Diese Frage treibt viele um, wenn es um eine Erhöhung des Renteneintrittsalters geht. Weiterbildung ist essenziell, um Beschäftigte und Unternehmen gleichermaßen fit zu machen für einen späteren Renteneintritt.

Eine aktuelle Analyse zeigt anhand der Abschaffung der sogenannten Rente für Frauen im Jahr 1999, dass das kein Selbstläufer ist. Damals stieg das vorzeitige Renteneintrittsalter für Frauen ab dem Geburtsjahrgang 1952 von 60 auf 63 Jahre. Davon betroffene Frauen haben in der Folge im Durchschnitt mit einer höheren Wahrscheinlichkeit an einer Weiterbildung teilgenommen. Aber: Während Frauen mit tertiärer Bildung stark profitierten, ist für Frauen mit geringerer Bildung fast gar kein Effekt messbar. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass der Weiterbildung in höherem Alter mehr Priorität zugemessen werden muss. Andernfalls könnten immer ältere und gleichzeitig nicht mehr ausreichend qualifizierte ArbeitnehmerInnen zum Hemmschuh für die wirtschaftliche Entwicklung werden.

Die Rente mit 67 wird seit einigen Jahren fast geräuschlos und schleichend umgesetzt: Sukzessive steigt die Regelaltersgrenze seit dem Jahr 2011 von 65 Jahren bis Anfang 2031 auf 67 Jahre an, Jahrgang für Jahrgang um ein oder zwei Monate. Derzeit liegt die Regelaltersgrenze bei 65 Jahren und neun Monaten für den Jahrgang 1955, der diese Grenze in diesem Jahr erreicht. Bisher muss in Deutschland also noch niemand, der oder die regulär in Rente geht, bis zum Alter von 67 Jahren warten. Dennoch drehen sich die Diskussionen bereits um eine abermalige Anhebung des Renteneintrittsalters. Dabei scheinen viele Beschäftigte nicht einmal genau zu wissen, wie sie von der Rente mit 67 betroffen sind. Laut einer Analyse auf Basis der europäischen SHARE-Daten ist über 50 Prozent der Menschen nicht klar, in welchem Alter sie in Rente gehen können. Ähnliches gilt mit Blick auf ihre Beschäftigten vermutlich auch für Unternehmen.

Diese Beobachtung ist nicht ungefährlich: Denn ein späterer Renteneintritt und eine längere Lebensarbeitszeit mögen aufgrund der Alterung der Gesellschaft notwendig sein – dieser Prozess muss jedoch aktiv unterstützt werden. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Weiterbildung. Diese muss nicht nur angeboten, sondern von den Beschäftigten auch angenommen und genutzt werden. Hierfür sind neben Informationen über das tatsächliche Renteneintrittsalter und den Nutzen von Weiterbildung auch entsprechende Anreize zur Inanspruchnahme relevant. Ohne Weiterbildung steigt das Risiko, vor dem Renteneintritt arbeitslos zu werden. Den Unternehmen droht, dass die immer älter werdenden Beschäftigten zwar viel Erfahrung mitbringen, wichtigen Veränderungen in der betrieblichen Umwelt aber nicht mehr gewachsen sind. Informations- und Kommunikationsfähigkeiten, Sprachkenntnisse, neue rechtliche Standards und anderes wollen gelernt sein. Mit der fortschreitenden Digitalisierung dürfte dieser Bedarf weiter steigen.

Neben aktivem Gesundheitsmanagement würde man zunehmende Investitionen in Weiterbildung insbesondere für ältere Beschäftigte erwarten. Diese Erwartungen aus betriebswirtschaftlicher Sicht decken sich mit der volkswirtschaftlichen Theorie. Theoretische Arbeiten zeigen, dass es optimal ist, in Humankapital zu investieren, wenn die Lebenserwartung steigt. Empirische Evidenz stützt diese theoretischen Hypothesen. Wenn die Lebensarbeitszeit steigt, lohnen sich Investitionen in Weiterbildung mehr. Der Mechanismus dahinter ist einfach: Je länger die Menschen arbeiten, umso mehr Jahre profitieren sie und die Unternehmen von der Weiterbildung

Abschaffung der Frauenrente hat Weiterbildung erhöht – allerdings nur im Durchschnitt

Doch wie wirkt sich eine steigende Lebensarbeitszeit ganz konkret in der Praxis auf die Inanspruchnahme von Weiterbildung aus? Eine aktuelle Untersuchunginfo, auf der dieses DIW aktuell basiert, nimmt die Abschaffung der sogenannten Rente für Frauen unter der Lupe. Mit der Rentenreform aus dem Jahr 1999 erhöhte sich das Renteneintrittsalter für einen Großteil der Frauen um drei Jahre von 60 auf 63 Jahre. Bis dahin konnten viele Frauen, die vor dem 31. Dezember 1951 geboren wurden, dank der »Rente für Frauen« mit 60 Jahren in Rente gehen. Nach der Reform mussten Frauen, die ab dem 1. Januar 1952 geboren wurden, für einen vorzeitigen Renteneintritt in der Regel drei Jahre länger arbeiten. Auf Basis des Mikrozensus wird untersucht, ob Frauen nach der Rentenreform mehr Zeit in Weiterbildung investiert haben als Frauen, die nicht von der Reform betroffen waren. Dazu wird die Teilnahme an Weiterbildungsmaßnahmen beider Gruppen im Alter von 53 bis 60 Jahren verglichen.

 

Erwerbstätige ältere Frauen in Weiterbildung

 

Die Ergebnisse sind recht deutlich: Frauen, die im Jahr 1952 geboren wurden und damit nicht mehr von der Frauenrente profitieren konnten, haben im Alter von 53 bis 60 Jahren mit einer um 23 Prozent höheren Wahrscheinlichkeit an einer Weiterbildung teilgenommen. Allerdings ist dieser Anstieg fast alleine Frauen mit tertiärer Bildung, zum Beispiel mit einem Hochschulabschluss oder einer Fachschulausbildung, zuzuschreiben. Für diese Gruppe hat sich die Wahrscheinlichkeit einer Weiterbildung im Alter ab 53 Jahren um etwa 40 Prozent erhöht. Bei Frauen ohne tertiäre Bildung gab es hingegen keine signifikanten Veränderungen. Der deutliche Unterschied nach dem Bildungsabschluss ist konsistent mit Ergebnissen früherer Studien, die darauf verweisen, dass Weiterbildungsangebote vermehrt angenommen werden, wenn positive Erinnerungen an vorherige individuelle Bildungsinvestitionen vorhanden sind.

Warum genau ein Effekt für einen wichtigen Teil der Beschäftigten ausbleibt, ist jedoch unklar. Ein wesentlicher Grund könnte sein, dass weder Firmen noch Beschäftigte die Notwendigkeit von Weiterbildung gesehen haben. Ein Problem: Die Kosten der Weiterbildung fallen heute an, die Erträge jedoch erst Jahre später. Denkbar ist zudem, dass die Art der Weiterbildungsprogramme eine Rolle spielt. An dieser Stelle machen sich jedoch auch Datenrestriktionen bemerkbar: Zwar wird im Rahmen des Mikrozensus ein Prozent der Bevölkerung befragt, womit genügend Beobachtungen vorliegen, um ausschließlich Frauen der Geburtsjahrgänge 1951 und 1952 in die Analyse einzuschließen. Allerdings können im Mikrozensus Weiterbildungsprogramme nicht differenziert werden. Weitere Daten, die detaillierte Informationen zur Weiterbildung und auch betriebliche Informationen bieten, würden es erlauben zu untersuchen, welche Weiterbildungsprogramme besonders geeignet sind und welche nicht – und wie sich erstere am besten finanzieren ließen.


Fazit: Erhöhung der Lebensarbeitszeit kann nur mit Weiterbildung gelingen

Unternehmen und Beschäftigte haben sich in Reaktion auf die Abschaffung der sogenannten Rente für Frauen im Jahr 1999 im Durchschnitt an die Veränderungen der Lebensarbeitszeit angepasst und mehr in Weiterbildung investiert. Die Betonung liegt allerdings auf »im Durchschnitt«: Während Beschäftigte mit höherer Bildung sich in deutlich größerem Umfang als zuvor weiterbilden konnten, profitierten Frauen mit geringerer Bildung praktisch gar nicht.

Als zusätzliche Herausforderung mit Blick auf die Rente mit 67 kommt hinzu: Die Lebensarbeitszeit erhöht sich anders als 1999 nicht quasi von einem Tag auf den anderen, sondern Stück für Stück über viele Jahre verteilt. Das birgt das Risiko, dass das Thema Weiterbildung für Beschäftigte und Unternehmen nicht ganz oben auf der Agenda steht beziehungsweise die Notwendigkeit von Weiterbildung nicht offensichtlich ist. Und das, obwohl die ökonomische Relevanz der Rente mit 67 im Vergleich zur Abschaffung der Frauenrente noch größer sein dürfte, schließlich betrifft diese Reform alle Beschäftigen.

Von Seiten der Wissenschaft, Verbände und Gewerkschaften wird seit langem darauf hingewiesen, dass ältere Beschäftigte besser geschult werden müssen. Auch die Politik reagiert und hat mit den Programmen »Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter älte­rer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Unternehmen« (WeGebAU) und seit Januar 2019 im Rahmen des Qualifizierungschancengesetzes spezielle Maßnahmen für geringqualifizierte Beschäftigte eingeführt. Das zeigt sich auch in den Daten – im Aggregat steigt die Weiterbildung über die Zeit an. Dabei wird jedoch oft nicht zwischen allgemeiner und betrieblicher Weiterbildung differenziert. So bleibt weiterhin unklar, ob tatsächlich diejenigen Beschäftigten und Unternehmen in Weiterbildung investieren, die besonders von der Erhöhung des Renteneintrittsalters betroffen sind. Beispielsweise erwähnen nur zwei der DAX-30-Konzerne auf der eigenen Internetseite explizit Weiterbildungsmaßnahmen für ältere Beschäftigte. Dies deckt sich mit Daten aus dem IAB-Panel 2011, die vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales 2014 ausgewertet wurden: Nur sehr wenige große Unternehmen boten in Deutschland Weiterbildungsmöglichkeiten speziell für ältere ArbeitnehmerInnen an. Inwieweit insbesondere Unternehmen in die Weiterbildung älterer Beschäftigter investieren und ob hier Effekte der höheren Lebensarbeitszeit beachtet werden, lässt sich zurzeit nicht beantworten.

Um belastbarere Aussagen über die tatsächliche Nutzung von Weiterbildung sowie deren Qualität und Auswirkung zu treffen, müssen umfassendere Daten und Informationen von Unternehmen systematisch ausgewertet werden. Auf dieser Basis könnten dann gezielte Empfehlungen für Beschäftigte, Unternehmen und die Politik abgeleitet werden. Nur so ist es möglich, die fortschreitende Erhöhung des Arbeitsalters proaktiv zu managen. Dies kann nur durch einen Schulterschluss von Unternehmen mit Akteuren der Wissenschaft und Politik gelingen. Andernfalls besteht die Gefahr, dass ältere und nicht mehr ausreichend qualifizierte ArbeitnehmerInnen ein Hemmschuh für die auf einem hohen Humankapital und hohem technischen Know-how basierende Wirtschaft in Deutschland werden.
  (17.11.2020, prh/diw)

 

Österreich: Erwachsenenbildung soll auf Online-Kurse umstellen

Corona

Österreich geht heute corona-bedingt wieder in den Lockdown

Mit Bezug auf die COVID-19-Notmaßnahmenverordnung vom 15. November 2020 empfiehlt das österreichische Bildungsministerium dringend, angesichts des drohenden Zusammenbruchs des Gesundheitssystems ab 17. November 2020 möglichst alle Angebote im Bereich der Erwachsenenbildung auf »Distance-Learning« umzustellen.

Termine zur Übergabe von Arbeitspaketen oder für individuelle Lernunterstützung vor Ort sind in Analogie zum Schulbereich wenn erforderlich zu ermöglichen. Bereits festgelegte Abschlussprüfungen (z.B. im Rahmen des Pflichtschulabschlusses oder der Berufsreifeprüfung) können unter Einhaltung aller Hygienebestimmung durchgeführt werden.

QUELLE: Nach einer Meldung auf erwachsenenbildung.at

  (17.11.2020, prh)

siehe auch: Österreichische COVID-19-Notmaßnahmenverordnung (BGBl. 479/2020)

siehe auch: Einschränkungen im Weiterbildungsbereich wegen der Coronapandemie

 

Förderung von überbetrieblichen Berufsbildungsstätten sorgt für hohe Qualität der Aus- und Weiterbildung

f bb Forschungsinstitut betriebliche Bildung

Mit überbetrieblichen Berufsbildungsstätten (ÜBS) werden mehrere Ziele verfolgt: Sie sollen die Ausbildungsfähigkeit von Betrieben sicherstellen, Auszubildende auf die berufliche Praxis vorbereiten sowie kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) bei der Fachkräftesicherung unterstützen.

Eine vom Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb) durchgeführte Studie zeigt, dass die ÜBS diese Ziele erreichen und damit erheblich zur Qualität der Aus- und Weiterbildung beitragen. Das vom Institut evaluierte ÜBS-Bundesförderprogramm spielt dabei eine zentrale Rolle.

Mit überbetrieblichen Berufsbildungsstätten (ÜBS) werden mehrere Ziele verfolgt: Sie sollen die Ausbildungsfähigkeit von Betrieben sicherstellen, Auszubildende auf die berufliche Praxis vorbereiten sowie kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) bei der Fachkräftesicherung unterstützen. Eine vom Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb) durchgeführte Studie zeigt, dass die ÜBS diese Ziele erreichen und damit erheblich zur Qualität der Aus- und Weiterbildung beitragen. Das vom Institut evaluierte ÜBS-Bundesförderprogramm spielt dabei eine zentrale Rolle.

Die Evaluation zeigt: Die Förderung ermöglicht es den ÜBS, Modernisierungen vorzunehmen, die sonst nicht finanzierbar gewesen wären. Die fortwährenden Modernisierungen sind angesichts der sich ständig weiterentwickelnden Berufsinhalte, etwa bezüglich der Nutzung neuer Technologien, auch notwendig. Überhaupt bedarf es qualifizierten Bildungspersonals, aktueller Lehrinhalte und eine dem aktuellen Stand der Technik entsprechenden Ausstattung, um die Qualität der überbetrieblichen Ausbildung bzw. Lehrlingsunterweisung zu gewährleisten. Das gilt umso mehr, da der Ausbildungserfolg auch mit der Modernität der Ausstattung zusammenhängt. KMU sind diesbezüglich häufig im Vergleich zu größeren Unternehmen im Nachteil. Eine ÜBS mit einer modernen Ausstattung wirkt hier ausgleichend, trägt zur Ausbildungsfähigkeit bei und hilft bei der Fachkräftesicherung im Mittelstand.

Seit den 1970er Jahren fördern das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) dauerhaft die Ausstattung und die bauliche Modernisierung von überbetrieblichen Berufsbildungsstätten. Außerdem wird die Weiterentwicklung von ÜBS zu Kompetenzzentren gefördert, die in ihrer jeweiligen Fachrichtung über ein besonders ausgeprägtes Kompetenzprofil verfügen und eine hohe Innovationskraft aufweisen sollen.

Die bereitgestellten Fördermittel werden regelmäßig fast vollständig ausgeschöpft. Damit ist die Förderung ein geeignetes Instrument, um regelmäßige Modernisierungen in den Berufsbildungsstätten zu ermöglichen und qualitativ hochwertige Bildungsdienstleistungen anzubieten. Davon profitieren letzten Endes Aus- und Weiterzubildende wie Betriebe gleichermaßen. Um die Modernisierung der ÜBS im Bereich Digitalisierung noch weiter voranzutreiben, wurden im Rahmen des Sonderprogramms ÜBS-Digitalisierung zeitlich begrenzt weitere Fördermöglichkeiten geschaffen,

Im Rahmen der Studie wurden vom f-bb umfassende quantitative und qualitative Befragungen aller relevanten Akteure, Fallstudien sowie ein abschließender Expertenworkshop durchgeführt. Die Ergebnisse der Studie wurden in Heft 216 der Schriftenreihe »Wissenschaftliche Diskussionspapiere« des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) veröffentlicht.

  (12.11.2020, prh)

Zur Studie (PDF, 172 Seiten)

 

Für die Digitalisierung der Bildung braucht es ein strategisches Gesamtkonzept

Leibniz Bildungspotenziale

In einer aktuellen Stellungnahme weist das Leibniz-Forschungsnetzwerk Bildungspotenziale (LERN) darauf hin, dass die derzeitigen Anstrengungen zur digitalen Wende an Schulen und anderen Bildungseinrichtungen zwar zu begrüßen sind, sie jedoch zu zögerlich geschehen und zudem die Gefahr bergen, dass sie zu kurz greifen.

Das Netzwerk empfiehlt, die Maßnahmen so aufeinander abzustimmen, dass sie den vielschichtigen Chancen und Herausforderungen bei der Nutzung digitaler Medien in der Bildung gerecht werden. Das Positionspapier wurde vorab dem Bundesbildungsministerium, den Ministerpräsident*innen und Bildungsminister*innen der einzelnen Bundesländer sowie der Kultusministerkonferenz zugesandt.

Durch die aktuelle Pandemielage seien von der Politik viele wichtige Reformen und Initiativen zur digitalen Transformation in der Bildung angestoßen worden, stellen die Autor*innen des Positionspapiers klar. Sie gehören dem Arbeitskreis Digitale Bildung im Leibniz-Forschungsnetzwerk Bildungspotenziale (LERN) an, das das Fachwissen von Forscher*innen aus unterschiedlichen Disziplinen zu diesem Themenfeld vereint. In ihrem Positionspapier formulieren sie Problemstellungen und Handlungsbedarfe rund um die aktuelle Lage.

»Für die Digitalisierung der Bildung braucht es ein strategisches Gesamtkonzept«, sagt der Sprecher des LERN-Forschungsnetzwerks, Prof. Dr. Marcus Hasselhorn vom DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation. Das Bereitstellen von Infrastrukturen, die Entwicklung digitaler Bildungsmaterialien und die Qualifizierung der pädagogischen Fachkräfte und Lehrenden müssten demnach Hand in Hand gehen. An die Politik richteten die Autor*innen das Angebot, diesen Prozess mit ihrer wissenschaftlichen Expertise zu begleiten.

»Digitale Werkzeuge wie Lernmanagementsysteme haben großes Potenzial in der Bildung«, so die Sprecherin des LERN-Arbeitskreises Digitale Bildung, Prof. Dr. Ulrike Cress vom Leibniz-Institut für Wissensmedien (IWM). »Vor allem multimediale, interaktive und adaptive Werkzeuge können die Qualität von Lern- und Lehrprozessen erheblich steigern, aber sie müssen zentral verfügbar sein und rechtssicher verwendet werden können. Zugleich ist sicherzustellen, dass die Lehrkräfte dazu befähigt werden, diese Medien kompetent und lernförderlich einzusetzen. Der Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften kommt hier eine wichtige Aufgabe zu.«

»Die Lehrkräfte müssen im Stande sein, digitale und analoge Unterrichtsangebote zu einem pädagogisch tragfähigen Gesamtkonzept zu verbinden«, ergänzt Professor Hasselhorn. »Im Zuge der digitalen Transformation gilt es zudem, die Bildungsziele anzupassen. Das betrifft Veränderungen in vielen fachspezifischen Arbeitsweisen und Arbeitsabläufen, aber auch die Fähigkeit, digitale Angebote kritisch und reflektiert zu nutzen.«

In der Stellungnahme heißt es weiterhin, es seien wissenschaftliche Untersuchungen zur Umsetzung und zu den Auswirkungen der bildungspolitischen Reformen nötig. »Wichtig ist, dass die Gestaltung des Digitalisierungsprozesses evidenzbasiert erfolgt und durch Forschung mitgestaltet wird«, unterstreicht Prof. Dr. Katharina Scheiter vom IWM. »Das Lernen mit digitalen Medien bietet viele Potenziale, diese kommen aber nur unter bestimmten Bedingungen zum Tragen. Diese Bedingungen herauszuarbeiten, ist Aufgabe von Forschung und Praxis«. Es müssten Schnittstellen geschaffen werden, an denen ein Wissensaustausch zwischen Bildungsforschung und Bildungspraxis stattfinden kann. Zudem fehle in Deutschland eine Bestandsaufnahme zum Kenntnis- und Kompetenzstand des pädagogischen Personals.

 

Über das Leibniz-Forschungsnetzwerk Bildungspotenziale (LERN)
Im Leibniz-Forschungsnetzwerk Bildungspotenziale (LERN) haben sich Forschende aus Erziehungswissenschaft, Fachdidaktiken, Linguistik, Kultur-, Medien- und Neurowissenschaften, Ökonomie, Politikwissenschaft, Psychologie, Soziologie sowie Informationswissenschaft und Informatik aus 18 Einrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft und sieben externen Partnern zusammengeschlossen, um ihre Expertise zu bündeln und die Sichtbarkeit der Leibniz-Gemeinschaft in Bildungsfragen bei politischen Entscheidungsträger*innen, in der Bildungsadministration und in der Öffentlichkeit zu erhöhen. (10.11.2020, lern/prh)

LERN-Positionspapier »Digitale Bildung« (PDF, 7 Seiten)

 

Zwei Drittel der hessischen Bildungsanbieter sehen in der Corona-Krise auch eine Chance

Weiterbildung Hessen

Die Lockerung der Kontaktbeschränkungen in den letzten Monaten hat zwar die Geschäftssituation der hessischen Weiterbildungsbranche wieder etwas verbessert, dennoch beklagt immerhin gut jede zweite Bildungseinrichtung Umsatzeinbußen von mehr als 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Stabilisierend wirken sich die staatlichen Unterstützungsleistungen aus.

43,6 Prozent der hessischen Weiterbildungseinrichtungen haben bislang für ihre Beschäftigten Kurzarbeitergeld beantragt, 23,3 Prozent Zuschussleistungen wie etwa die Corona-Soforthilfe des Landes Hessen erhalten. Dennoch leidet aktuell jede fünfte Bildungseinrichtung unter Liquiditätsengpässen. Der starke Anstieg der Neuinfektionen und die dadurch notwendig gewordenen neuerlichen Kontaktbeschränkungen werden zudem dazu führen, dass sich in den kommenden Wochen die Finanzsituation in zahlreichen Bildungseinrichtungen wieder deutlich verschlechtert.

Trotz der angespannten Finanzlage begegnen aber die Weiterbildungseinrichtungen der Herausforderung aktiv. Dies ist ein weiteres Ergebnis der aktuellen Umfrage von Weiterbildung Hessen e.V. unter seinen über 300 Mitgliedseinrichtungen, an der sich 180 Einrichtungen beteiligten. Zwei Drittel der hessischen Bildungsanbeter sehen in der aktuellen Krise auch eine Chance, insbesondere auch zur Entwicklung neuer, digitaler Lernformate.

»Die strategische Relevanz digitaler Lernformen hat sich für Bildungsunternehmen innerhalb weniger Monate stark erhöht«, konstatiert Claus Kapelke, Vorstandsvorsitzender von Weiterbildung Hessen e.V., und ergänzt: »Seit März 2020 haben 37 Prozent der hessischen Bildungsanbieter erstmalig digitale Lernformate angeboten. Inzwischen verfügen immerhin 80 Prozent der Einrichtungen über E-Learning-Angebote. Vor zwei Jahren waren es in Hessen gerade einmal 40 Prozent.«

In den kommenden zwei Jahren ist ein weiterer, zügiger Ausbau des E-Learning-Angebots zu erwarten. Aus Sicht der Bildungsanbieter werden dabei vor allem Webinare und Blended-Learning-Konzepte im Vordergrund stehen, aber auch der Einsatz von Erklärvideos wird in der Weiterbildung an Bedeutung gewinnen.

Große Sorgen bereitet den Weiterbildungsanbietern jedoch die nach wie vor unzureichende externe IT-Infrastruktur (Breitbandversorgung) in Hessen. 60 Prozent der Weiterbildungsanbieter sehen hierin eine der größten Herausforderungen für die Umsetzung digitaler Lernformate. Der Anteil der Bildungseinrichtungen, die mit der digitalen Infrastruktur in Hessen unzufrieden sind, hat sich gegenüber unserer Umfrage von vor zwei Jahren nochmals deutlich erhöht. Das liegt daran, dass viele nun erstmals digitale Lernformate anbieten oder einfach auch nur erstmalig Erfahrungen mit Video-Konferenzen gemacht haben und nun feststellen mussten, wie schwierig in Hessen vielfach eine digitale Übertragung ist.

»Das muss sich dringend ändern. Nicht nur – aber vor allem auch – in Zeiten von COVID-19 muss dem Ausbau der digitalen Infrastruktur absoluter Vorrang eingeräumt werden, um die Herausforderungen zu meistern und die Zukunft von Gesellschaft, Wirtschaft und Bildung zu sichern«, fordert Claus Kapelke.

Über den Verein
Weiterbildung Hessen e.V. wurde 2003 auf Initiative von 50 hessischen Weiterbildungseinrichtungen mit Unterstützung des Hessischen Wirtschaftsministeriums (HMWEVW) gegründet. Mit seinen Gütesiegeln fördert der Verein eine hohe Qualität und Transparenz in der hessischen Bildungslandschaft. Er ist im Auftrag des HMWEVW für mehrere Projekte verantwortlich, unter anderem für »ProAbschluss« und die Hessische Weiterbildungsdatenbank. Heute gehören dem Verband über 300 Mitglieder an.

  (10.11.2020, wh/prh)

Zu den Vorab-Ergebnissen der Studie (PDF, 6 Seiten)

 

Volkshochschulen in der Coronakrise

DVV

Die Volkshochschulen in Deutschland und ihre Verbände begrüßen die aktuellen Corona-Verordnungen der Bundesländer, die die Volkshochschulen als elementaren Bestandteil des Bildungssystems anerkennen. Die kommunalen Einrichtungen sind damit - analog zu den Schulen - ermächtigt, ihren Weiterbildungsauftrag grundsätzlich weiterhin zu erfüllen.

Angesichts der steigenden Corona-Infektionszahlen und der deshalb seit Montag bundesweit geltenden Regelungen werden die Volkshochschulen ihr Kursangebot lageangepasst allerdings teilweise deutlich einschränken. In Verantwortung für die Gesundheit der Mitarbeitenden und Teilnehmenden werden außerdem die bisherigen Schutzvorkehrungen weiter verstärkt. Teile des Kursangebots werden online fortgeführt. Im Detail werden die Volkshochschulen ihr Vorgehen mit den jeweiligen kommunalen Trägern abstimmen. Entscheidend ist dabei immer die konkrete Lage vor Ort mit weitergehenden Schließungserfordernissen.

Mit einer Video-Botschaft hat sich die Spitze des Deutschen Volkshochschul-Verbandes (DVV) bereits am Freitag an die Volkshochschulen in Deutschland gewendet: »Wir alle sind aufgefordert, physische Kontakte und Begegnungen auf ein existenziell notwendiges Minimum zu beschränken, um der weiteren Verbreitung von Corona Einhalt zu gebieten. Und gleichzeitig muss das Leben auch weitergehen, müssen wir dafür Sorge tragen, dass unsere Gesellschaft zusammenhält, dass niemand auf der Strecke bleibt, dass lebenswichtige Versorgung gewährleistet ist. Dazu gehört auch die Versorgung mit Bildung«, sagt DVV-Präsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer.

Volkshochschulen werden - teilweise auf Basis von Ländervorgaben - insbesondere jene Kurse fortführen, die für die Teilnehmenden von existenzieller Bedeutung sind. Dies gilt insbesondere für Integrations- und Berufssprachkurse, für Kurse zum Nachholen von Schulabschlüssen und Angebote der Grundbildung sowie für Kurse der beruflichen Bildung. Nicht alle diese Kurse lassen sich digital fortführen. Das Lernen in Präsenz ist hier besonders wichtig, um individuell auf die Teilnehmer*innen eingehen zu können, um im persönlichen Dialog zu bleiben und um niemanden zurückzulassen.

Einschränkungen planen viele Volkshochschulen am ehesten im Programmbereich Gesundheit sowie Kultur und Gestalten, sofern die Hygienevorschriften in den Kursen nicht umsetzbar sind oder regionale Verfügungen gegen eine Kursdurchführung sprechen. Weiterhin ist die finanzielle Unterstützung des Bundes und der Länder dringend erforderlich, um einerseits die Existenz der Volkshochschulen zu sichern und andererseits die Digitalisierung der Weiterbildung in Deutschland nachhaltig voranzutreiben.

QUELLE: Nach einer DVV-Mitteilung

 
(05.11.2020, prh/dvv)

siehe auch: Einschränkungen im Weiterbildungsbereich wegen der Coronapandemie

 

Digitale Bildung braucht Open Educational Resources

OERinfo

Offene und lizenzfreie Bildungsmaterialien, sogenannte Open Educational Resources (OER), werden von der frühkindlichen bis zur Erwachsenenbildung in allen Bildungsbereichen immer wichtiger. Dieser Trend wird aktuell durch die Corona-Pandemie noch verstärkt. Die Informationsstelle Open Educational Resources (OERinfo) hat diesen Prozess seit 2016 begleitet und eine breite Plattform für Fachkreise und Interessierte aufgebaut. Nach dem Abschluss der zweiten Förderphase des Projekts zieht das Team nun in einer frei verfügbaren Publikation Bilanz und gibt Empfehlungen für die Zukunft.

»Die Corona-Krise und ihre Folgen stellen das Bildungssystem vor neue Herausforderungen – vor allem hinsichtlich der Digitalisierung. Freie Bildungsmaterialien sind eine Möglichkeit, diesen Herausforderungen zu begegnen«, erläutert Sigrid Fahrer, Koordinatorin von OERinfo. »Die sogenannten Open Educational Resources sind kostenlos, frei verfügbar, an die Bedürfnisse von Lernenden anpassbar und können rechtssicher in digitalen Lernumgebungen eingesetzt werden. Sie eignen sich für Homeschooling, digitalen Unterricht und digitale Lehre. Deshalb: Digitale Bildung braucht Open Educational Resources.«

Um die Öffentlichkeit und fachliche Zielgruppen mit grundlegenden und weiterführenden Informationen über OER zu versorgen, wurde seit 2016 die Online-Plattform ständig weiterentwickelt. Über vier Jahre hat das verantwortliche Team ein umfangreiches, barrierefrei zugängliches Informationsangebot geschaffen. Zahlreiche Workshops wurden veranstaltet, um Lehrenden aller Bildungsbereiche praxisorientiertes Know-how zu vermitteln. Umfassende Hilfestellungen und Good-Practice-Beispiele zum Thema offene Bildungsmaterialien wurden gesammelt.

Angesiedelt ist die Plattform beim Deutschen Bildungsserver. Wichtige Materialien und Projektergebnisse werden auf dessen Plattformen auch über das Projektende hinaus verfügbar bleiben. »Auch wenn wir in den vergangenen vier Jahren viel zum Thema OER erreicht haben, ist unsere Arbeit noch lange nicht getan«, sagt Axel Kühnlenz, Leiter des Deutschen Bildungsservers, der OERinfo betreibt. »Darum sehen wir es als dauerhaftes Erfordernis an, über offene Bildungsmaterialien zu informieren und für das Thema zu sensibilisieren und zu qualifizieren. Zudem gilt es, neue Zielgruppen zu identifizieren und anzusprechen, die ebenfalls von lizenzfreien Materialien profitieren können.«

Hintergrund
OERinfo wurde gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Neben dem koordinierenden Deutschen Bildungsserver waren folgende Partner an der Informationsstelle beteiligt: Die Agentur Jöran und Konsorten war für die Redaktion, das Hochschulbibliothekszentrum NRW für die OER-Deutschlandkarte zuständig. Den Transfer in die einzelnen Bildungsfelder verantworteten das FWU – Medieninstitut der Länder (Schule), das Learning Lab der Universität Duisburg-Essen (Hochschule), das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung – Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen (Erwachsenen- und Weiterbildung) und das Bundesinstitut für Berufsbildung (Berufsbildung).

  (03.11.2020, prh/dipf)

OERinfo-Website

 

Volkshochschulen bauen Online-Plattform für digitale Grundbildung weiter aus

VHS Lernportal

Immer noch können in Deutschland rund 6,2 Millionen Menschen im erwerbsfähigen Alter nicht oder nur auf niedrigstem Niveau lesen und schreiben. Sie haben bei vielen Dingen im Alltag Schwierigkeiten und können häufig wichtige digitale Angebote, wie z.B. das Online-Banking oder den Kauf einer Fahrkarte im Internet, nicht richtig nutzen. Auch zu digitalen Lernangeboten finden sie nur schwer Zugang.

Um Menschen, die schlecht lesen und schreiben können, solche digitalen Lernangebote besser zugänglich zu machen, fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bereits seit 2014 den Aufbau und die Weiterentwicklung des vhs-Lernportals.

Der Deutsche Volkshochschul-Verband (DVV) begrüßt die Entscheidung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), das vhs-Lernportal zu einer Online-Plattform für digitale Grundbildung weiterzuentwickeln. Das BMBF wird den Ausbau in den kommenden vier Jahren mit weiteren zwölf Millionen Euro fördern. »Wir freuen uns über die Fortsetzung der erfolgreichen Kooperation«, kommentiert DVV-Präsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer und ergänzt: »Das vhs-Lernportal wird damit um einen enorm wichtigen Lernbereich erweitert. Denn digitale Kompetenzen sind, ebenso wie Lesen, Schreiben und Rechnen, essentiell für gesellschaftliche Teilhabe. Das hat der Digitalisierungs-Boom während der Corona-Pandemie nachdrücklich verdeutlicht.«

Die LEO - Level-One Folgestudie der Universität Hamburg hat 2018 nachgewiesen, dass Menschen, die nicht ausreichend lesen und schreiben können, oft auch in der Nutzung digitaler Medien eingeschränkt sind. Beispielsweise greifen sie kaum auf das Internet zurück, um Informationen zu suchen. Auch tun sich gering literalisierte Menschen oft schwer damit, Informationen und Quellen im Internet zu bewerten oder digitale Anwendungen wie beispielsweise Online-Banking sicher zu nutzen.

»Die Digitalisierung eröffnet viele neue Möglichkeiten, die unser Leben bereichern«, sagt der DVV-Vorsitzende Martin Rabanus. »Umso wichtiger ist es, alle Menschen zum souveränen Umgang mit digitalen Technologien zu befähigen. Der Ausbau des vhs-Lernportals trägt zur Chancengerechtigkeit bei und ist ein wichtiger Schritt, um der fortschreitenden digitalen Spaltung der Gesellschaft entgegenzuwirken.«

Hintergrund
Das vhs-Lernportal des Deutschen Volkshochschul-Verbands e.V. (DVV) bietet für Lernende kostenfreie digitale Lernangebote in den Bereichen Alphabetisierung und Grundbildung sowie Deutsch als Zweitsprache an. Ergänzt wird dies durch Angebote zur Vorbereitung auf das Nachholen des Schulabschlusses und weitere Themenfelder wie gesundheitliche Grundbildung. Das vhs-Lernportal kann in Präsenzkurse integriert oder individuell ohne Anbindung an einen Kurs genutzt werden. Die tutorielle Begleitung der Lernenden im Lernportal erfolgt durch speziell geschulte Lehrkräfte.

Neben dem Aufbau des neuen Lernbereichs »Digitale Grundbildung« wird es auch darum gehen, das vhs-Lernportal technisch weiterzuentwickeln und die Nutzerfreundlichkeit weiter zu erhöhen. Weiter verbessert wird beispielsweise der Algorithmus, der die Lernfortschritte in den Kursen des vhs-Lernportals auswertet und die Lernenden mit passgenauen Lerneinheiten oder Übungsaufgaben versorgt.

Das BMBF hat den Auf- und Ausbau des vhs-Lernportals seit 2015 mit rund 14,5 Millionen Euro gefördert.

  (03.11.2020, prh)

vhs-Lernportal

 

Wirtschaft investiert 2020 gezielt in digitale Weiterbildung

Digitale Bildung

Die deutsche Wirtschaft verstärkt in diesem Jahr ihre Bemühungen, die eigenen Mitarbeiter fit für die digitale Arbeitswelt zu machen: 7 von 10 (70 Prozent) Unternehmen investieren in diesem Jahr gezielt in die digitale Fort- und Weiterbildung ihres Personals. Das ist ein deutliches Plus gegenüber 2018, als es 57 Prozent waren.

Bei den großen Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern sind es sogar 78 Prozent, aber auch kleine Unternehmen mit 20 bis 99 Mitarbeitern (69 Prozent) und mittlere Unternehmen mit 100 bis 499 Mitarbeitern (72 Prozent) sind zu einem großen Teil bei der Fort- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter engagiert. Das sind die Ergebnisse einer repräsentativen Befragung unter 1.104 Unternehmen aller Branchen ab 20 Mitarbeitern in Deutschland, die im Auftrag des Digitalverbands Bitkom im Mai und Juni 2020 durchgeführt wurde.

»Digitalisierung prägt die Arbeitswelt und lebenslanges Lernen muss als Schlüssel für die digitale Transformation gesehen werden. Die Herausforderungen durch die Corona-Pandemie zeigen einmal mehr, wie wichtig dies für die Zukunft der deutschen Wirtschaft ist«, sagt Nils Britze, Bereichsleiter Digitale Geschäftsprozesse beim Bitkom. »Es geht nicht nur darum, in Zeiten von mobilem Arbeiten und Homeoffice mit gängiger Soft- und Hardware umzugehen, sondern auch darum, sich branchen- und fachspezifisch mit neuen Technologien und digitalen Werkzeugen vertraut zu machen. Mittlerweile gibt es glücklicherweise viele Möglichkeiten, um sich orts- und zeitunabhängig und nach den eigenen Bedürfnissen weiterzubilden.«

Wie sieht der Status quo des digitalen Büros in deutschen Organisationen aus?

Wie wichtig die digitale Fort- und Weiterbildung ist, zeigt auch die Tatsache, dass längst nicht alle Unternehmen derzeit ausreichend Mitarbeiter mit digitalem Know-how haben: Zwar sagen insgesamt 72 Prozent der Unternehmen, über die erforderlichen Mitarbeiter zu verfügen, um die Digitalisierung voranzutreiben, allerdings gibt es hier starke Unterschiede zwischen den einzelnen Branchen. Während etwa Chemie-, Pharma- und Lebensmittelindustrie zu 81 Prozent sagen, ausreichend Mitarbeiter mit digitalem Know-how zu haben, sind es bei der Öffentlichen Verwaltung nur noch 53 Prozent. »Gerade die Öffentliche Verwaltung sollte ihre Mitarbeiter weiterbilden und deren digitale Kompetenzen fördern. Nicht zuletzt, weil schon bald viele Verwaltungsleistungen online verfügbar sein sollen«, mahnt Britze. »Doch leider bildet die Öffentliche Verwaltung auch bei den Investitionen in digitale Fort- und Weiterbildung im Jahr 2020 das Schlusslicht. Hier gibt es dringenden Nachholbedarf.«

Hintergrund
Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden Geschäftsführer, Vorstandsmitglieder und IT-Leiter von 1.104 Unternehmen mit 20 und mehr Beschäftigten in Deutschland sowie die Leiter von 51 Organisationen der Öffentlichen Verwaltung im Mai und Juni 2020 telefonisch befragt. Die Umfrage ist repräsentativ für die Gesamtwirtschaft.

  (30.10.2020, prh)

Digital Office Index 2020 (PDF, 89 Seiten)

 

Studie: Unternehmen sollten nicht auf Seminare verzichten

Seminar Silhouette

Für zwei Drittel der Arbeitnehmer*innen sind Seminare wichtig für die Motivation. Interessant: Über die Hälfte beziehen das Fortbildungsprogramm in die Wahl des Arbeitgebers mit ein.

Aufgrund der Corona-Pandemie fallen viele Seminare und Weiterbildungen aus oder werden als Digital-Version abgehalten. Doch Arbeitgeber sollten die Wichtigkeit von Weiterbildungen nicht unterschätzen – das hat eine Untersuchung des Marktforschungsinstituts Dynata ergeben, zu der über 400 Arbeitnehmer*innen in Deutschland befragt wurden.

Während für über die Hälfte der Befragten das Fortbildungsprogramm bereits bei der Wahl des Arbeitgebers relevant ist, denken nur 20 Prozent des Managements, dass diese Thematik eine Rolle spielt. Interessant wird es bei der Frage, warum Mitarbeiter*innen nicht an Seminaren teilnehmen. Denn je älter die Befragten, desto weniger sehen sie die Notwendigkeit. Während bei den 30- bis 44-Jährigen nur jeder Fünfte Seminare für überflüssig hält, sind es bei den 56- bis 65-Jährigen über 40 Prozent:

Notwendige WeiterbildungQUELLE: Châteauform'

Für knapp zwei Drittel aller Befragten sind Weiterbildungen wichtig für die Motivation.

Die größten Motivatoren für die Teilnahme an einem Seminar wären laut der Befragten »leckeres Essen«, eine besondere Seminar-Location sowie Team-Building-Angebote. Damit das Miteinander gestärkt wird, sollte laut Mehrheit der Studienteilnehmer das Seminar außerhalb des Büros stattfinden und Aktivitäten zusammen mit den Führungskräften eingeplant werden. Um sich voll und ganz auf die Seminarinhalte konzentrieren zu können, sollte auf eine lockere Atmosphäre und keinen Zugang zu Mails, Telefon, Chatprogrammen und Co. geachtet werden. Darüber hinaus wünschen sich die Befragten eine klare Aufgabenverteilung durch den Chef während der Abwesenheit.

Hintergrund
Für die Studie wurden im April 2020 415 Mitarbeiter*innen und Führungskräfte von mittelständischen Unternehmen und Konzernen befragt. Die Studie wurde im Auftrag von Châteauform’ gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut Dynata durchgeführt.

QUELLE: Châteauform-Pressemitteilung
 
(30.10.2020, prh/châteauform)

 

Internationale Maßnahmen zur Bewältigung der Bildungskrise vereinbart

UNESCO

Am 22. Oktober fand das weltweit größte Bildungstreffen seit Ausbruch der Corona-Pandemie statt. Teilgenommen haben Staatsoberhäupter, Regierungschef*innen, Minister*innen, weitere hochrangige Delegierte der UNESCO-Mitgliedstaaten, internationaler Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit, der Zivilgesellschaft, von Lehrerverbänden, Wissenschaft und der Privatwirtschaft. Ziel war der Austausch zu den Folgen der Covid-19-Pandemie für die Bildung und die Verabschiedung von Maßnahmen zur Bewältigung der Lernkrise.

In der verabschiedeten Erklärung äußerten die Teilnehmenden ihre Besorgnis, dass die durch Corona ausgelöste Bildungskrise das Erreichen der Ziele der Agenda Bildung 2030 der Vereinten Nationen gefährde und sogar bestehende Ungleichheiten bereits benachteiligter Lernender verschärfe. Dies betreffe beispielsweise sozioökonomisch Benachteiligte, Frauen und Mädchen, von Krisen und Konflikten Betroffene und Menschen mit Behinderungen.

Vor diesem Hintergrund bekräftigten die Teilnehmenden des Treffens ihr Bekenntnis zur Umsetzung der Agenda Bildung 2030 der Vereinten Nationen, erkannten die Notwendigkeit für akute Investitionen in die Bildung an und betonten die Bedeutung multilateraler Zusammenarbeit und Kooperation.

Sie vereinbarten eine Reihe von gemeinsamen Maßnahmen, um die globale Bildungskrise zu überwinden, unter anderem die Unterstützung von Lehrkräften und Bildungspersonal, einschließlich Weiterbildung in den Bereichen digitaler und pädagogischer Kompetenzen, sowie die Bereitstellung und Verbesserung digitaler Angebote und des digitalen Zugangs für Lernende. Bekräftigt wurde zudem, dass die nationalen Ausgaben für Bildung sowie die internationalen Hilfen für Bildung gemäß der internationalen Richtwerte mindestens beibehalten oder gesteigert werden müssen.

Walter Hirche, Minister a.D. und Vorsitzender des Fachausschusses Bildung der Deutschen UNESCO-Kommission: »Der durch die Covid-19-Pandemie entstandene ökonomische Schaden bringt die Gefahr mit sich, dass auch die weltweite Finanzierung für Bildung zurückgeht. Darunter leiden am meisten diejenigen, die bereits vor der Krise benachteiligt waren. Wir müssen jetzt deutlich machen, dass Investitionen in Bildung keine nachrangigen Belastungen darstellen. Im Gegenteil: Nur mit Bildung sind die Folgen der Pandemie in den Griff zu bekommen.«

Hintergrund
Schon vor der Pandemie waren 258 Millionen Kinder und Jugendliche völlig von der Bildung ausgeschlossen, während mindestens 773 Millionen Jugendlichen und Erwachsenen grundlegende Lese- und Schreibkenntnisse fehlten. Die UNESCO schätzt, dass weitere 24 Millionen junge Menschen von der Vorschule bis zur Hochschule in 180 Ländern und Territorien Gefahr laufen, nicht in die jeweiligen Bildungssysteme zurückzukehren. Die UNESCO warnt, dass durch Covid-19 die jährliche Finanzierungslücke für Bildung in den Ländern mit niedrigem und niedrig-mittlerem Einkommen von 148 Milliarden US-Dollar um bis zu ein Drittel auf fast 200 Milliarden US-Dollar ansteigen wird.

Mit der Verabschiedung der Globalen Nachhaltigkeitsagenda hat sich die Weltgemeinschaft dazu verpflichtet, bis 2030 eine hochwertige, inklusive und chancengerechte Bildung für Menschen weltweit und ein Leben lang sicherzustellen. Die UNESCO koordiniert die Umsetzung dieser Globalen Agenda Bildung 2030. Als einzige Organisation leistet sie ein weltweites Monitoring über die Fortschritte in der Bildung. (26.10.2020, prh)

Dokumente zum Abschluss des UNESCO-Weltbildungstreffens

 

PISA-Sonderauswertung weist auf Weiterbildungsbedarf von Lehrkräften hin

PISA 2018

Studie zeigt geschlechtsspezifische Unterschiede bei globalen und multikulturellen Themen auf

Den Schulen in vielen Bildungssystemen weltweit gelingt es nicht, Mädchen und Jungen die gleichen Chancen zu bieten, Kenntnisse über globale und multikulturelle Themen zu erwerben und dieses Wissen anzuwenden. Zu diesem Ergebnis kommt eine PISA-Sonderauswertung der OECD.

Are Students Ready to Thrive in an Interconnected World? beruht auf den Daten der PISA-Erhebung 2018, bei der erstmals auch die sogenannte globale Kompetenz von Schülerinnen und Schülern untersucht wurde. Dabei ging es unter anderem um ihr Wissen zu Themen von lokaler und globaler Bedeutung, wie beispielsweise öffentliche Gesundheit sowie ökonomische und ökologische Fragen. Desweiten ging es um ihr Wissen, ihre Fähigkeiten und Einstellungen zu interkulturellen Themen. An dem Test nahmen Schüler*innen aus 27 Ländern teil. Über den Test hinaus gab es einen Fragebogen zur globalen Kompetenz. Diesen beantworteten Schüler*innen, Lehrkräfte, Eltern und Schulleitungen in insgesamt 66 Ländern und Volkswirtschaften. An dem Fragebogenteil der Erhebung beteiligten sich auch Deutschland, Österreich und die Schweiz.

Die Ergebnisse zeigen geschlechtsspezifische Unterschiede sowohl bei den Möglichkeiten, globale Kompetenz zu erwerben, als auch bei den Fähigkeiten und Einstellungen der Schüler*innen zu globalen und interkulturellen Themen. Im Schnitt der OECD-Länder gaben Jungen häufiger als Mädchen an, an Aktivitäten teilzunehmen, bei denen von ihnen erwartet wird, dass sie ihre Meinung äußern und diskutieren. Mädchen gaben derweil häufiger als Jungen an, an Aktivitäten teilzunehmen, in denen es um Verständnis und Kommunikation in interkulturellen Situationen geht.

Jungen beispielsweise lernen eher etwas über die Vernetzung der Wirtschaft verschiedener Länder. Sie suchen eher im Internet nach Nachrichten oder schauen während des Unterrichts gemeinsam Nachrichten an. Sie werden auch häufiger von den Lehrkräften aufgefordert, ihre persönliche Meinung zu internationalen Nachrichten zu äußern, nehmen häufiger an Klassendiskussionen über Weltereignisse teil und analysieren globale Themen mit ihren Klassenkameraden.

Mädchen gaben dagegen häufiger an, dass sie lernen, wie sie Konflikte mit Mitschüler*innen in der Klasse lösen, welche Unterschiede es zwischen verschiedenen Kulturen gibt und wie es dazu kommt, dass Menschen aus unterschiedlichen Kulturen bei manchen Themen unterschiedliche Sichtweisen haben. Diese Tendenzen zeigten sich überwiegend auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Die beschriebenen Geschlechterdifferenzen mögen dabei auf persönliche Interessen und eine unterschiedliche Selbstwirksamkeit zurückzuführen sein – also Unterschiede in dem Vertrauen in sich selbst, auch schwierige Situationen aus eigener Kraft bewältigen zu können. Sie könnten aber auch widerspiegeln, wie Mädchen und Jungen in Familie und Schule sozialisiert werden, so die Autoren.

»Bildung hilft jungen Menschen entscheidend dabei, sich in dieser zunehmend komplexen und vernetzten Welt zurechtzufinden«, so OECD-Bildungsdirektor Andreas Schleicher. »Die Schulen und Bildungssysteme, denen es am besten gelingt, Wissen, Fähigkeiten und Einstellungen in Bezug auf globale Entwicklungen bei jungen Menschen zu fördern, haben etwas gemeinsam: Sie haben Lehrpläne, in denen Weltoffenheit eine wichtige Rolle spielt, sie sorgen für eine positive und inklusive Lernumgebung, und sie bieten Möglichkeiten, Beziehungen mit Personen aus anderen Kulturen einzugehen.«

Die Ergebnisse zeigen, wie entscheidend die Rolle der Lehrkräfte ist, damit interkulturelles Verständnis gefördert wird und interkulturelle Themen in die Unterrichtspraktiken und -inhalte einfließen. Die meisten Lehrkräfte gaben an, dass sie sich zutrauen, in einem multikulturellen Umfeld zu unterrichten. Eine Schwierigkeit sind jedoch fehlende Möglichkeiten zur beruflichen Weiterbildung in diesem Bereich. In Deutschland beispielsweise gingen 40 Prozent der Schüler*innen auf eine Schule, in der Lehrkräfte angaben, sie hätten Weiterbildungsbedarf im Bereich Kommunikation mit Menschen aus anderen Ländern oder Kulturen (OECD-Schnitt: 46 Prozent). 31 Prozent gingen auf eine Schule, in der Lehrkräfte angaben, sie hätten Weiterbildungsbedarf für das Unterrichten der Themen Vielfalt und Chancengerechtigkeit. Insgesamt gaben nur wenige Lehrkräfte an, Weiterbildung für das Unterrichten in einem multikulturellen und/oder mehrsprachigen Umfeld erhalten zu haben.

Über 90 Prozent der teilnehmenden Schüler*innen ging auf eine Schule, deren Lehrpersonal laut Schulleitung eine positive multikulturelle Einstellung hat. Allerdings zeigten Schüler*innen, die bei ihren Lehrkräften diskriminierende Verhaltensweisen beispielsweise gegenüber Zugewanderten und Menschen mit anderem kulturellen Hintergrund erlebt hatten, ähnlich negative Einstellungen wie ihre Lehrkräfte. Dies verdeutlicht, welch entscheidende Vorbildrolle Lehrkräfte und Schulleitungen bei der Bekämpfung oder Verstetigung von Diskriminierung haben.

Die Studie stellt außerdem einen engen Zusammenhang zwischen Lernaktivitäten in der Schule und positiveren Einstellungen gegenüber anderen Kulturen fest. Das Vermögen, eine oder mehrere Fremdsprachen zu sprechen, stand in einem positiven Zusammenhang mit einem Interesse für andere Kulturen, mit Respekt für Menschen aus anderen Kulturen, mit positiven Einstellungen gegenüber Zugewanderten sowie mit einer Sensibilität für globale Themen.
Im OECD-Schnitt gab die Hälfte der Schüler*innen an, in der Schule zwei oder mehr Fremdsprachen zu lernen. 38 Prozent gaben an, eine Fremdsprache zu lernen, und nur zwölf Prozent gaben an, keine Fremdsprache zu lernen. In Deutschland und Österreich gaben 98 Prozent an, eine oder mehr Fremdsprachen zu lernen, in der Schweiz 94 Prozent.



(22.10.2020, prh)

Zur OECD-Studie (in englischer Sprache, PDF, 426 Seiten)

siehe auch GEW: »Interkulturelle Bildung geht alle an!«

 

Weiterbildung statt Beschäftigung von IKT-Fachkräften in KMUs

Netzwerk Hub

IfM Bonn: In 2019 verfolgten weniger KMU eine Online-Verkaufsstrategie als in 2018 

Videokonferenzen, Online-Verkäufe und Service-Fernwartung haben seit Beginn der Corona-Pandemie für die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in Deutschland deutlich an Bedeutung gewonnen. In 2019 sah dies noch anders aus: Zwar unterhielten 88% der KMU eine Webseite – der Anteil an Unternehmen, die mindestens 1% ihres Umsatzes mit Online-Verkäufen erwirtschafteten, lag jedoch nur bei 17%. Damit nahmen die KMU zu diesem Zeitpunkt – ebenso wie auch die Großunternehmen in Deutschland – ein Platz unterhalb des EU-Durchschnitts ein.

Fokus auf IKT-Weiterbildung

Vier von zehn (43%) mittelgroße Unternehmen beschäftigen Fachkräfte der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) – unter den kleinen Unternehmen finden sich diese nur in jedem achten Unternehmen. Insgesamt liegt der KMU-Anteil bei 17%. Zum Vergleich: Unter den Großunternehmen beschäftigen 77% der Unternehmen IKT-Fachkräfte.

Eine deutlich höhere Bedeutung als die Beschäftigung von IKT-Fachkräften nimmt für die kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland die IKT-Weiterbildung der eigenen Mitarbeiter ein. Im Vergleich zu 2018 war bis 2019 der Anteil unter den KMU um 2 Prozentpunkte gestiegen.

Dieser Anstieg ist insbesondere auf die mittleren Unternehmen zurückzuführen: Im Vergleich zu 2018 lag in dieser Größenklasse der Anteil an Unternehmen, die IKT-Weiterbildungen anboten, um 6 Prozentpunkte höher als in 2018. Insgesamt liegt der KMU-Anteil in Deutschland nun mit 30 % deutlich über dem EU-Durchschnittswert (23%).

IKT Fortbildung in Unternehmen im EU Vergleich (2019)

Noch mehr heben sich jedoch die Großunternehmen in Deutschland (2019: 81%; 2018: 76%), die ihre Belegschaft gezielt weiterbilden lassen, sowohl gegenüber den KMU als auch im EU-Vergleich (70%) ab.

  (20.10.2020, prh)

Weitere Studien-Ergebnisse im Detail

 

Die Krise als Chance für die gemeinwohlorientierte Weiterbildung

Rettungsring

NRW: Förderaufruf »Innovation in der Weiterbildung« ab heute online - Landesregierung fördert Projekte aus der gemeinwohlorientierten Weiterbildung mit insgesamt bis zu 150.000 Euro

Weiterbildungseinrichtungen sind auch Orte der Begegnung und des Austauschs und daher von den Corona-bedingten Einschränken in besonderem Maße betroffen. Dennoch haben sie in kürzester Zeit vielfältige Angebote und kreative Lösungen entwickelt, um mit Teilnehmenden in Kontakt zu bleiben und ihre wichtige Arbeit fortzusetzen.

Das Innovationspotenzial der gemeinwohlorientierten Weiterbildungsstätten möchte die Landesregierung nun mit dem Förderaufruf »Die Krise als Chance – Innovationen in der Weiterbildung« weiter stärken. Insgesamt werden dafür bis zu 150.000 Euro an Fördermitteln für bis zu 15 Projekte zur Verfügung gestellt. Bewerbungen können ab sofort eingereicht werden; Fristende ist der 15. Dezember 2020.

Klaus Kaiser, Parlamentarischer Staatssekretär im NRW-Ministerium für Kultur und Wissenschaft, betont die Entwicklungsperspektiven, die sich durch die Förderung für die Weiterbildungseinrichtungen eröffnen: »Die gezielte Förderung soll zukünftig verstärkt innovative Prozesse und Entwicklungen in der Erwachsenenbildung ermöglichen. Unser Aufruf geht bereits vor der Verabschiedung des novellierten Weiterbildungsgesetzes NRW einen wichtigen Schritt voran. Damit wollen wir eins besonders deutlich machen: Wir begreifen die aktuelle Krise auch als Chance, für künftige Herausforderungen zu lernen.«

Die Projekte können sich zum Beispiel mit der Frage beschäftigen, wie digital und analog die gemeinwohlorientierte Weiterbildung sein soll bzw. bleiben wird. Die Projekte sollen möglichst über den Organisationsbereich einer Einrichtung oder einer Landesorganisation hinauswirken und damit in besonderer Weise der trägerübergreifenden Zusammenarbeit dienen.

Antragsberechtigt sind Volkshochschulen in Nordrhein-Westfalen und nach dem Weiterbildungsgesetz anerkannte Einrichtungen in anderer Trägerschaft.



(15.10.2020, prh)

Weiterführende Informationen und Antragsmöglichkeit

 

Gebärdensprache-Icon Leichte-Sprache-Icon DIPF-Logo

GRETA PortfolioPlus kennenlernen (Webinar)

vom 09.12.2020 um 16:30 Uhr bis zum 09.12.2020 um 17:30 Uhr

Sie sind lehrend  in der Erwachsenenbildung tätig und wollen über Ihre pädagogischen Kompetenzen reflektieren und ein professionelles Feedback erhalten?  

Unter dem Slogan »GRETA – kompetent handeln in Training, Kurs und Seminar« bietet das Projekt GRETA mit dem PortfolioPlus ein Verfahren an, mit dem Lehrende ihre Kompetenzen bilanzieren und so anerkennen lassen können.

In  diesem Webinar  werden Sie in die Möglichkeiten und den Nutzen des PortfolioPlus eingeführt.  Die Teilnahme an dem Webinar ist kostenlos.

Bitte melden Sie sich  unter greta@die-bonn.de an.


Informationen zum GRETA-Projekt hier...

 

Bundesweiter Fernstudientag 2021

vom 28.01.2021 bis zum 28.01.2021

Am Donnerstag, dem 28. Januar 2021, ist es wieder soweit und der Bundesverband der Fernstudienanbieter (vormals Forum DistancE-Learning) lädt zum 16. Mal zum Bundesweiten Fernstudientag ein - dem Aktionstag rund ums DistancE-Learning.

Mit dem Bundesweiten Fernstudientag will der Bundesverband deutschlandweit die Aufmerksamkeit für diese flexible Lernmethode, für die Themenvielfalt und die Bandbreite der Abschlussmöglichkeiten steigern.

 

LEARNTEC 2021 (Karlsruhe)

vom 02.02.2021 bis zum 04.02.2021

Die Corona-Pandemie trifft die Messebranche besonders schwer, viele Veranstaltungen wurden bereits abgesagt oder verschoben.

Findet die LEARNTEC statt?

Messen und Kongresse gelten nicht als Großveranstaltung und dürfen gemäß der Corona-Verordnung Messen der Landesregierung Baden-Württemberg seit dem 1. September 2020 wieder stattfinden. Diese spezielle Verordnung zur Durchführung von Messen, Ausstellungen und Kongressen schafft die rechtliche Grundlage für die LEARNTEC. Aktuell (September 2020) wird daher die Durchführung der LEARNTEC im Februar 2021 geplant.

(QUELLE: LEARNTEC)

 

didacta 2021 (Stuttgart)

vom 23.03.2021 bis zum 27.03.2021

Als Fachmesse gibt die didacta - die Bildungsmesse einen umfassenden Einblick in das gesamte Bildungswesen von der frühkindlichen Bildung, über die berufliche Bildung bis hin zum lebenslangen Lernen.

Im Jahr 2020 musste die Messe wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden.

 

 

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