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Neuigkeiten & Termine

Nachhaltigkeit in die Ausbildung integrieren

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Neue Modellversuche bringen erfolgreiche Konzepte in die Praxis 

In einer neuen Transfer-Phase fördert das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) mit 2,5 Millionen Euro aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) neue Modellversuche zur Verbreitung und Verstetigung erfolgreicher, nachhaltigkeits­bezogener Weiterbildung des betrieblichen Ausbildungspersonals. Erste Projektskizzen können bis zum 30. Juni 2020 beim BIBB eingereicht werden. Denn um Nachhaltigkeit in der beruflichen Ausbildung zu vermitteln, brauchen Ausbilderinnen und Ausbilder neue Kompetenzen und Qualifikationen. Dies gilt insbesondere für Berufe, die sich durch digitalisierte Prozesse verändern.

Wie können Auszubildende, zum Beispiel im Einzelhandel oder der Chemieindustrie, mit neuen Methoden zu nachhaltigem Denken und Handeln befähigt werden? Dazu wurden in den Modellversuchen im Förderschwerpunkt »Berufsbildung für nach­haltige Entwicklung« (BBNE) bereits innovative Lösungen entwickelt und erprobt. Diese erhalten jetzt die Chance, weiterverbreitet und verstetigt zu werden.

Mit dieser neuen Förderung setzt das BMBF gemeinsam mit dem BIBB Zusagen aus der Nationalen Weiterbildungsstrategie und dem Klimaschutzprogramm der Bundesregierung um. Gleichzeitig leistet die neue Förderung einen Beitrag zur Umsetzung des Nationalen Aktionsplans »Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE sowie zu den Zielen des BNE-Weltaktionsprogramms »Global Action Programme 2030 on Education for Sustainable Development; Towards achieving the SDGs (ESD for 2030)«.

»Die beiden Megatrends Nachhaltigkeit und Digitalisierung werden auch in der beruflichen Aus- und Weiterbildung längst zusammen gedacht,« betont BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser. »Das Potenzial, das digitalen Prozessen innewohnt, sollte daher auch für mehr Nachhaltigkeit in der beruflichen Bildung genutzt werden. Nur nachhaltig und technologisch qualifiziertes Ausbildungspersonal kann die dazu nötige berufliche Handlungskompetenz an die Fachkräfte von morgen weitergeben. Denn Ausbilderinnen und Ausbilder vermitteln sowohl Fertigkeiten, Fähigkeiten und Kenntnisse als auch Werte, die zu nachhaltigem beruflichem Handeln befähigen. Sie gestalten Lerninhalte so, dass Auszubildende ihr Vorgehen mit Blick auf ökologische, wirtschaftliche und soziale Auswirkungen abwägen können.«

Hier setzt die neue BIBB-Förderung an. Besonders bewährte Ergebnisse und Produkte der bisherigen Modellversuche zur nachhaltigkeitsbezogenen Weiterbildung von Ausbilderinnen und Ausbildern werden weiträumig verbreitet und langfristig verstetigt. Dieser »Roll-out« unterstützt das Ziel, Nachhaltigkeit von erfolgreichen, aber eher begrenzten Einzelprojekten in die übergeordneten Strukturen der beruflichen Bildung zu heben. Die Voraussetzungen dafür sind gut, denn in den bisherigen 18 Modellversuchen wirkten bereits über 200 Unternehmen und Bildungsträger sowie über 80 Industrie- und Handelskammern, Branchenverbände und Gewerkschaften mit.

Das Antragsverfahren für die neuen Modellversuche zur Förderrichtlinie »Berufsbildung für Nachhaltige Entwicklung im Transfer für Ausbildungspersonal« (BBNE-Transfer 2020-2022) ist zweistufig angelegt. Bis zum 30. Juni 2020 können Projektskizzen beim BIBB eingereicht werden. Bei positiver Begutachtung ist dann in einem zweiten Schritt bis zum 8. September 2020 ein Förderantrag zu stellen.

Hinweise und Links zur Bewerbung können im Internetangebot des BIBB unter https://www.bibb.de/de/121439.php abgerufen werden. Hier stehen auch die bisherigen Ergebnisse und Produkte der BBNE-Modellversuche zur Verfügung. (02.04.2020, prh)

 

VHS-Lernportal: BMBF stärkt in der Krise digitale Lernangebote für Erwachsene

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BMBF baut Förderung des online-Tutorings im vhs-Lernportal deutlich aus  

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) wird die digitalen Lernangebote im vhs-Lernportal der Volkshochschulen durch die Schulung zusätzlicher online-Tutoren deutlich ausbauen.

Dazu erklärt Bundesbildungsministerin Anja Karliczek:

»Natürlich sind auch die Volkshochschulen mit ihren vielfältigen Angeboten von der vorübergehenden Schließung der Bildungseinrichtungen betroffen. Präsenzkurse können nicht mehr stattfinden. Der Bund hat sich in den vergangenen Tagen an verschiedenen Stellen engagiert, damit digitale Bildungsangebote stärker genutzt werden können. Das ist uns auch in der Erwachsenenbildung wichtig. Deshalb wird das Bundesbildungsministerium die Schulung von zusätzlichen Lehrkräften zu online-Tutoren für das vhs-Lernportal ermöglichen. Damit kann der digitale Unterricht in den für die Gesellschaft besonders wichtigen Bereichen Alphabetisierung und Grundbildung (also Lesen, Schreiben, Rechnen) und Deutsch als Zweitsprache im vom Bund geförderten Lernportal massiv ausgebaut werden. Die online-Tutoren sollen die Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer beim Lernen im Lernportal unterstützen. Sie sind damit Ansprechpartner und Lernpartner zugleich.

Das vhs-Lernportal fördern wir seit 2014 mit rund 14 Millionen Euro. Jetzt investieren wir kurzfristig weitere 500.000 Euro. Damit bauen wir eine Brücke, damit Kursteilnehmer nicht auf sich allein gestellt sind, sondern auch weiterhin professionell durch online-Tutoren angeleitet werden können. Das gilt auch für die Integrationskurse, die aufgrund der Schließung der Bildungseinrichtungen aktuell ausfallen müssen. Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer können ihr Wissen auffrischen und auch schon Lernfortschritte machen, bis der eigentliche Kurs wieder stattfinden kann.

Mit dieser Maßnahme reagieren wir kurzfristig auf einen starken Anstieg der Nutzerzahlen im Lernportal: Nachdem die Präsenzkurse in den Volkshochschulen nicht mehr stattfinden konnten, hat sich die Zahl der genutzten Lerneinheiten auf 16.000 täglich vervierfacht. Die Zahl steigt weiter an. Damit ist das Lernportal in der Krise ein absoluter Gewinn. Wer jetzt in der Krise seine Grundbildung oder Deutschkenntnisse verbessert, erhöht seine Chancen auf eine gute Beschäftigung nach der Krise«.

Hintergrund
Das vhs-Lernportal des Deutschen Volkshochschul-Verbands (DVV) bietet für Lernende kostenfreie digitale Lernangebote in den Bereichen Alphabetisierung und Grundbildung sowie Deutsch als Zweitsprache an. Ergänzt wird dies durch Angebote zur Vorbereitung auf das Nachholen des Schulabschlusses und weitere Themenfelder wie gesundheitliche Grundbildung.

Die im vhs-Lernportal angebotenen Kurse können in Präsenzangebote im Sinne eines Blended-Learning-Konzepts integriert werden oder eigenständig ohne Anbindung an einen Kurs genutzt werden. Die Lernenden werden im Lernportal durch speziell geschulte Lehrkräfte (online-Tutoren) begleitet.

Das BMBF hat den Auf- und Ausbau des vhs-Lernportals seit 2014 mit rund 14 Millionen Euro gefördert. Durch eine weitere Aufstockung um rund 500.000 Euro können nun zusätzliche Lehrkräfte zu online-Tutoren geschult werden und so mehr Lernende im vhs-Lernportal tutoriell begleitet werden. (02.04.2020, prh)

VHS-Lernportal

 

Evaluation des Qualifizierungschancengesetzes

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Weiterbildungen waren in 2019 im Bereich der Altenpflege am Häufigsten 

Von Januar bis Oktober 2019 haben insgesamt rund 282.100 Erwerbstätige eine Maßnahme der beruflichen Weiterbildung begonnen, darunter sind rund 29.600 Eintritte im Rahmen der Beschäftigtenqualifizierung. Im Vorjahreszeitraum waren es insgesamt rund 251.800 Eintritte, darunter rund 27.000 im Rahmen der Beschäftigtenqualifizierung.

Das schreibt die Bundesregierung unter Bezug auf Statistiken der Bundesagentur für Arbeit (BA) in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen. Demnach gab es nach BA-Angaben von Januar bis Oktober 2019 rund 116.200 Eintritte in Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung von Teilnehmenden, die vorher Arbeitslosengeld II (ALG II) bezogen haben, darunter rund 4.200 Eintritte im Rahmen der Beschäftigtenqualifizierung. Im Vorjahreszeitraum waren es insgesamt rund 104.200 Eintritte von ALG II-Beziehenden, darunter rund 6.900 im Rahmen der Beschäftigtenqualifizierung.

Nach Angaben der Statistik der BA waren im Zeitraum Januar bis Oktober 2019 die Teilnehmenden am Häufigsten in Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung mit dem Aus- und Weiterbildungsziel »Berufe der Altenpflege« eingetreten.

Nach § 82 Absatz 3 Satz 2 SGB III können Arbeitsentgeltzuschüsse an den Arbeitgeber für weiterbildungsbedingte Zeiten ohne Arbeitsleistung erbracht werden. Nach vorläufigen Zahlen der BA wurden rechtskreisübergreifend im Jahr 2019 rund 27.000 Arbeitsentgeltzuschüsse erbracht, für die daher auch Freistellungen für Weiterbildungszeiten stattgefunden haben.

Des weiteren sieht die Bundesregierung bei Erwerbstätigen und Arbeitslosen einen hohen Beratungsbedarf im Bereich berufliche Weiterbildung. Bestätigt werde diese Einschätzung durch Erkenntnisse der BA aus dem Projekt »Weiterbildungsberatung« und der Pilotierung der Lebensbegleitenden Berufsberatung.

(24.03.2020, prh)

Im Wortlaut: Antwort der Bundesregierung (PDF, 28 Seiten)

 

GEW: »Regierung muss Honorarlehrkräfte in der Weiterbildung finanziell absichern«

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Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat sich an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gewandt und die finanzielle Absicherung der Honorarlehrkräfte in Deutschland angemahnt.

»Der Bund als öffentlicher Auftraggeber muss das Risiko der höheren Gewalt für den Ausfall von Unterricht durch die Corona-Krise in der von ihm verantworteten Weiterbildung übernehmen«, sagte Ansgar Klinger, GEW-Vorstandsmitglied für Berufliche Bildung und Weiterbildung, am Freitag in Frankfurt a.M. »Der Unterricht, der durch die Corona-Krise ausfällt, gefährdet die Existenz der Lehrkräfte und der Träger. Die Bundesregierung muss sie unter den ‚Schutzschild für Beschäftigte und Unternehmen‘ stellen«. Schon jetzt sei die aktuelle Situation für die Lehrkräfte und Träger in der Weiterbildung bedrohlich. Dies gelte insbesondere in Bereichen, in denen diese das Risiko der Auswirkungen höherer Gewalt tragen.

Dies gelte für die Integrationskurse, für die die Bundesministerien zuständig sind, die Berufssprachkurse, die »Arbeitsmarktdienstleistungen« im Auftrag der Bundesagentur für Arbeit und die Sprachkurse des Goethe-Instituts. »Die Lehrkräfte in diesen Kursen sind zum großen Teil sogenannte Soloselbstständige, die ihren Lebensunterhalt überwiegend aus den Honoraren ihrer Lehrtätigkeit bestreiten. Sie geraten in eine Notlage, wenn es keinen Ausgleich für den Honorarausfall gibt«, betonte Klinger. »Ihre Einkommen sind ohnehin nahe der Armutsgrenze, da sie als Selbstständige ihre Sozialversicherung allein bezahlen müssen. Rücklagen haben sie keine, um die Zeit des Unterrichtsausfalls zu überbrücken«. Auch die Länder und vor allem die Kommunen, die beispielsweise für die Volkshochschulen verantwortlich sind, seien jetzt gefordert, die Lehrkräfte und Bildungsstätten abzusichern.

Info: Aktuell arbeiten in der Weiterbildung rund 700.000 Menschen, der Anteil der sogenannten Soloselbstständigen liegt bei 70 Prozent. In der öffentlich finanzierten Weiterbildung sind bundesweit mehrere Tausend Träger tätig.

(22.03.2020, prh)

siehe auch: Verband fordert Schutzschirm für Bildungsträger in Deutschland

 

Impulspapier zur Zukunft der Weiterbildungsberatung

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nfb fordert Erhalt regionaler Beratungsstrukturen und Qualitätsoffensive für das Personal

Mit der Nationalen Weiterbildungsstrategie der Bundesregierung rückt die Weiterbildungsberatung (wieder) in den bildungspolitischen Fokus. Das Nationale Forum Beratung in Bildung, Beruf und Beschäftigung (nfb) bringt seine Positionen mit einem Impulspapier in die Diskussion ein.

Handlungsbedarf besteht aus Sicht des nfb vor allem beim Erhalt und Ausbau vielfältiger, flächendeckender und niedrigschwelliger Beratungsstrukturen: Die bestehenden und leistungsfähigen Beratungsstellen der Länder und Kommunen müssen langfristig gesichert und gestärkt werden. Angesichts der zunehmenden Digitalisierung der Gesellschaft ist zudem eine Qualifizierungsoffensive für das beratende Personal erforderlich. Außerdem ist es dringend notwendig, dass für die entsprechenden Institutionen einheitliche Qualitätsstandards gelten. Gute Qualität entsteht auch durch gute Arbeitsbedingungen. Deshalb brauchen Berater*innen abgesicherte Arbeitsperspektiven durch eine transparente und leistungsangemessene Vergütungsstruktur.

Ein weiteres Thema ist die Kooperation mit der lebensbegleitenden Berufsberatung der Arbeitsagentur. Hier müssen auf lokaler und regionaler Ebene Kooperationen verbindlich geregelt und Ressourcen dafür bereitgestellt werden. Auch die Weiterbildungsberatung für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sollte im Rahmen der neuen Strategie ausgebaut werden.

Hintergrund
Das Nationale Forum Beratung in Bildung, Beruf und Beschäftigung e.V. ist ein gemeinnütziger, konfessionell und parteipolitisch unabhängiger Verein, der sich als Netzwerk aller Akteure in den Bereichen der Beratung in Bildung, Beruf und Beschäftigung versteht. Sein Ziel ist die Förderung der fachgerechten Beratung in Deutschland zur Unterstützung des lebenslangen Lernens.

(18.03.2020, prh)

Zum Impulspapier (PDF, 9 Seiten)

 

Wegen Corona: Bildungsveranstaltungen werden bundesweit abgesagt

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Die Bundesregierung und die Regierungschef*innen der Bundesländer haben am 16. März 2020 Leitlinien zum einheitlichen Vorgehen zur weiteren Beschränkung von sozialen Kontakten im öffentlichen Bereich angesichts der Corona-Epidemie in Deutschland vereinbart. Diese Leitlinien widmen sich den Vorschriften für den Einzelhandel, weiteren Schließungen im Publikumsverkehr, weiteren Verboten und Regelungen, die nun von den Ländern zu erlassen sind.

Unter diese Beschränkungen fallen ab sofort auch alle privaten und öffentlichen Bildungsveranstaltungen. In den »Leitlinien zum Kampf gegen die Corona-Epidemie« heißt es unter Punkt 3 dazu wörtlich:

Weiter haben sich die Bundesregierung und die Länder darauf geeinigt Folgendes zu verbieten:

Zusammenkünfte in Vereinen und sonstigen Sport- und Freizeiteinrichtungen sowie die Wahrnehmung von Angeboten in Volkshochschulen, Musikschulen und sonstigen öffentlichen und privaten Bildungseinrichtungen im außerschulischen Bereich sowie Reisebusreisen.
(...)

Bildungsinteressierte können jedoch weiterhin auf viele existierende Online-Angebote zurückgreifen.

Für eine entsprechende Recherche bietet sich das InfoWeb Weiterbildung IWWB an, ein Portal des Deutschen Bildungsservers. Hier werden zur Zeit Informationen zu insgesamt über 3,1 Millionen Weiterbildungsangeboten bereitgestellt.

Über die Suche kann nach Bildungsthemen (= Suchbegriff) und nach Angebotsformen vorsortiert werden.

Die Anzeige der unterschiedlichen Angebotsformen erreichen Sie durch einen Mausklick auf »Mehr Optionen«:

Beispielbild »Mehr Optionen«

Anschließend öffnet sich dieses Auswahlfeld:

Beispielbild »Weniger Optionen«

In Kombination mit entsprechenden Suchbegriffen ist es damit möglich, schnell und komfortabel auch passende Online-Angebote zu selektieren.

Die Angebote im IWWB werden täglich aktualisiert.

(17.03.2020, prh)

IWWB: Angebotssuche

Leitlinien zum Kampf gegen die Corona-Epidemie

 

Aufstiegs-BaFöG beschlossen

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Der Bundesrat hat am 13. März 2020 dem neuen Aufstiegs-BAföG zugestimmt. Hierüber werden Fachkräfte, die sich fort- und weiterbilden, verstärkt unterstützt 

Zusätzliche 350 Millionen Euro
Die Novelle umfasst höhere Zuschussanteile, höhere Freibeträge und höhere Darlehenserlasse. Insgesamt stehen in der laufenden Wahlperiode zusätzlich 350 Millionen Euro zur Verfügung.

Aufstieg wird umfassend gefördert
Neu ist, dass ein Aufstieg künftig über alle drei Fortbildungsstufen bis auf »Master-Niveau« unterstützt wird. Die Förderung umfasst auch die Vorbereitung auf Prüfungen für Abschlüsse nach dem Berufsbildungsgesetz und der Handwerksordnung.

Bessere Vereinbarkeit mit Familie
Einen besonderen Fokus legt die Reform auf die Vereinbarkeit von Familie und Aufstiegsförderung: Sie baut die Unterhaltsförderung für Vollzeitgeförderte von bisher 50 Prozent zu einem Vollzuschuss aus, der nicht zurückzuzahlen ist. Außerdem wird der einkommensabhängige Kinderbetreuungszuschlag für Alleinerziehende von 130 auf 150 Euro angehoben.

Stärkere Anreize
Auch der Zuschuss auf Lehrgangs- und Prüfungsgebühren steigt von 40 auf 50 Prozent. Ein weiterer Anreiz für die Teilnahme an Aufstiegsprüfungen: Bei erfolgreichem Abschluss wird künftig die Hälfte des Darlehens erlassen. Bislang sind es nur 40 Prozent.

Weitere Verbesserungen
Von den Neuregelungen profitieren auch Existenzgründer - sie erwartet ein vollständiger Erlass des Restdarlehens für Fortbildungskosten, damit sie schuldenfrei in die Selbstständigkeit starten können. Für Geringverdiener gibt es ebenfalls Erleichterungen: Die Möglichkeiten, die Rückzahlung eines Darlehens zu stunden oder gar zu erlassen, werden erweitert.

Zur Verbesserung der Karrierechancen
Mit dem Gesetz sollen die beruflichen Karrierechancen und vor allem die Gleichwertigkeit von akademischer und beruflicher Ausbildung vorangetrieben werden. Die beschlossenen Leistungserhöhungen sind die umfangreichsten seit Bestehen des Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetzes. Es wurde 1996 unter dem Titel »Meister-BAföG« eingeführt.

Unterzeichnung, Verkündung und Inkrafttreten
Nach der Unterzeichnung durch den Bundespräsidenten kann das Gesetz im Bundesgesetzblatt verkündet werden. Es soll zum 1. August 2020 in Kraft treten.

(16.03.2020, prh)

siehe auch: Novelle des Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetzes (AFBG) beschlossen

 

Mehr ältere Semester an den Hochschulen

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Derzeit studieren in Deutschland circa 2,8 Millionen Menschen, davon sind 94.993 älter als 40 Jahre und die Zahl steigt kontinuierlich an. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage hervor.

Im Wintersemester 2014/15 seien lediglich 81.442 Menschen über 40 Jahre eingeschrieben gewesen. Die meisten Student*innen dieser Alterskohorte gebe es in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Berlin. Während es insgesamt die meisten Studenten aller Altersgruppen zwar ebenfalls in Nordrhein-Westfalen gebe, lägen Bayern und Baden Württemberg auf Platz zwei und drei.

Auch die Zahl der über 65-jährigen Studenten sei von 1791 im Wintersemester 2014/2015 auf 2478 im Wintersemester 2017/18 gestiegen. Die meisten Studenten habe es wie auch bei den über 40-Jährigen in Nordrhein Westfalen und Hessen gegeben, dann folgten Bayern und Baden Württemberg auf Platz drei und vier.

Am beliebtesten sei das Fach Psychologie mit 7.523 Studierenden, für das auch 101 der über 65-Jährigen eingeschrieben seien. Betriebswirtschaft folge mit 5.148 Studenten und 18 Studenten der über 65-Jährigen. Informatik belegten 5.116 der über 40-Jährigen und 96 der über 65-Jährigen. Insgesamt sei bei den über 65-Jährigen Philosophie mit 189 und Geschichte mit 179 Studenten am Beliebtesten.

Die Bundesregierung führt in der Antwort außerdem an, dass sich die Situation am Arbeitsmarkt für Akademiker*innen seit 2019 weiter positiv entwickelt habe. Der Trend zur Höherqualifizierung habe sich fortgesetzt und im Jahr 2018 zu einem neuerlichen Höchststand an erwerbstätigen und sozialversicherungspflichtig Beschäftigten geführt. Die Zahl der gemeldeten Stellenangebote habe weiter zugenommen. Die Arbeitslosenquote von Akademiker*innen sei im Jahr 2019 auf den äußerst niedrigen Wert von 2,1 Prozent gesunken.

Allerdings gebe es für ältere Studenten nach wie vor keinen Anspruch auf Förderung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG). Diese Unterstützung gebe es im Regelfall nur bei Beginn der Ausbildung bis zu einer Altersgrenze von 30 Jahren. Für die Förderung eines Masterstudiums liege die Altersgrenze im Regelfall bei 35 Jahren bei Beginn des Studiums.

(12.03.2020, prh)

Im Wortlaut: Antwort der Bundesregierung (PDF, 12 Seiten)

 

Arbeit-von-morgen-Gesetz: Entwurf verabschiedet

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Das Bundeskabinett hat gestern (10. März 2020) den Entwurf eines Gesetzes zur Förderung der beruflichen Weiterbildung im Strukturwandel und zur Weiterentwicklung der Ausbildungsförderung (»Arbeit-von-morgen-Gesetz«) beschlossen.

Der Gesetzentwurf hat zwei Zielrichtungen:

Der Gesetzentwurf enthält befristete Verordnungsermächtigungen, mit denen die Bundesregierung kurzfristig und entschlossen auf die Unwägbarkeiten von Covid-19 reagieren kann: Sie kann die Voraussetzungen für den Bezug von Kurzarbeitergeld absenken und die Leistungen erweitern. Zudem kann der Bezug von Kurzarbeitergeld auch im Bereich der Leiharbeit ermöglicht werden. Die Neuregelungen sollen bereits in der ersten Aprilhälfte 2020 in Kraft treten.

Neben der aktuellen Situation steht auch der Strukturwandel hin zu einer emissionsarmen und digitalen Wirtschaft im Fokus. In vielen Bereichen des Verarbeitenden Gewerbes, in energieintensiven Industrien sowie in klimapolitisch zentralen Bereichen - wie der Energie-, Bau- und Automobilwirtschaft - ist mit erheblichem Anpassungsbedarf zu rechnen. Beschäftigte und Betriebe müssen daher so gut wie möglich unterstützt werden, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden und die hohe Wertschöpfung und Innovationsfähigkeit der deutschen Wirtschaft zu erhalten.

Von zentraler Bedeutung hierbei sind Weiterbildung und Qualifizierung der Beschäftigten. Dies zeigen auch die Zahlen: Personen ohne abgeschlossene Berufsausbildung sind mit rund 18 Prozent sechsmal so häufig von Arbeitslosigkeit betroffen wie Fachkräfte. Deshalb sollen die arbeitsmarktpolitischen Instrumente heute weiterentwickelt und noch zielgenauer ausgerichtet werden, damit die Beschäftigten von heute auch die Arbeit von morgen machen können.

Der Gesetzentwurf enthält dazu Verbesserungen der Weiterbildungsförderung von Beschäftigten, die Einführung von sogenannten Sammelanträgen in der Weiterbildungsförderung, die Schaffung eines Rechtsanspruchs auf Förderung des Nachholens eines Berufsabschlusses sowie Änderungen bei der Zulassung von Maßnahmen im Bereich der Arbeitsförderung und der Grundsicherung für Arbeitsuchende und Anpassungen der Bundesdurchschnittskostensätze.

Damit ein guter Start ins Berufsleben gelingt, werden auch die Regelungen zur Ausbildungsförderung verbessert, insbesondere soll die Assistierte Ausbildung weiterentwickelt und verstetigt werden. Denn frühzeitige Unterstützung verringert langfristig Beschäftigungsrisiken für den Einzelnen und eröffnet gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

(11.03.2020, prh)

Im Wortlaut: Gesetzentwurf (PDF, 67 Seiten)

siehe auch: DGB-Kommentar

siehe auch: Nationale Weiterbildungsstrategie (PDF, 23 Seiten)

 

didacta 2020 wird verschoben

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Behörden verfügen Veranstaltungsverbot für Bildungsmesse im März 

Aufgrund der zunehmenden Verbreitung des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 hat das zuständige Ordnungsamt Leinfelden-Echterdingen auf dringende Empfehlung des zuständigen Gesundheitsamtes des Landkreises Esslingen verfügt, dass die Bildungsmesse didacta (ursprünglich geplant vom 24. bis 28. März) im März nicht stattfinden darf.

Seit Wochen steht die Messe Stuttgart im engen, konstruktiven Kontakt mit den Gesundheitsbehörden des Landes Baden-Württemberg und den ideellen Trägern der Messe, dem Didacta Verband e.V. und dem Verband Bildungsmedien e.V.. Empfehlungen und Anweisungen der Behörden werden der jeweiligen Lage angepasst. Die zuletzt deutlich gestiegene Zahl von Infizierten in Deutschland erforderte eine neue Bewertung der Situation durch die Behörden.

Die didacta – die Bildungsmesse sollte vom 24. bis 28. März zum zehnten Mal in Stuttgart stattfinden. Sie richtet sich an Lehrkräfte, Erzieherinnen, Ausbilder, Trainer und Personalentwickler und bietet neben dem Angebot der über 950 Aussteller ein Veranstaltungsprogramm mit mehr als 1.500 Fortbildungen, Workshops, Vorträgen und Kongressen. Hochrangige Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft kommen zur didacta, um hier Wege für die Bildung der Zukunft zu finden und sich auszutauschen. Die Messe Stuttgart hat etwa 85.000 Besucher erwartet.

»Wir bedauern diese Situation, aber die Gesundheit aller Aussteller, Besucher und Mitarbeiter hat für uns und unsere Partner absolute Priorität. Für die Aussteller ist dies eine schwierige Situation. Wir arbeiten mit Hochdruck an einem nahen Alternativtermin, sind jedoch überzeugt, dass alle Betroffenen diese Entscheidung für den Moment verstehen werden«, so Stefan Lohnert, Geschäftsführer der Messe Stuttgart.

(05.03.2020, prh)

QUELLE: didacta

 

Studienabschluss steigert Einkommen, berufliches Ansehen und Lebenszufriedenheit

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Studie zu den Auswirkungen eines Hochschulstudiums 

Schätzungen zufolge verlassen in Deutschland drei von zehn Studierenden die Hochschulen ohne Abschluss. Im Vergleich mit Hochschulabsolvent*innen haben Personen mit abgebrochenem Studium im Arbeitsleben sowohl ein geringeres Einkommen als auch ein geringeres berufliches Ansehen. Zudem liegt die allgemeine Lebenszufriedenheit von Studienabbrecher*innen auf einem niedrigeren Niveau. Erwerbstätige mit einem abgeschlossenen Studium arbeiten auch mehr Stunden pro Woche.

Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie des ZEW Mannheim, in der die Wissenschaftler*innen mittel- und langfristige Konsequenzen eines Studiums ohne Abschluss analysieren.

Die Studie ist Teil des mit Mitteln aus der Förderlinie »Studienabbruch und Studienerfolg« vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Forschungsvorhabens »Analysen zu Kosten und Erträgen von Fachwechsel und Studienabbruch«.

Für die Untersuchung wurden einerseits die Unterschiede zwischen Personen mit und ohne Hochschulabschluss miteinander verglichen. Andererseits vergleicht die Studie Personen, die ein Studium abgebrochen haben, mit Erwerbstätigen, die trotz Hochschulzugangsberechtigung nicht studiert haben. Die geschätzten Unterschiede in der Studie basieren auf einer ökonometrischen Methode, welche eine größtmögliche Vergleichbarkeit zwischen den Untersuchungsgruppen sicherzustellen versucht.

Studienabschluss ist lohnende Investition ins zukünftige Einkommen

Der Studie zufolge unterscheiden sich Erwerbstätige, die die Hochschule ohne Abschluss verlassen haben, in den vier untersuchten Ergebnisgrößen Arbeitszeit, Lohn, Prestige des im Erwerbsleben ausgeübten Berufs, und Lebenszufriedenheit kaum von Erwerbstätigen mit Studienberechtigung, die nie studiert haben. Zwar ist die Lebenszufriedenheit der Studienabbrecher*innen um durchschnittlich 2,8 Prozent geringer. Dafür ist die Kennzahl für das Ansehen des im Erwerbsleben gewählten Berufs aber im Schnitt um 5,0 Prozent höher. Beim Bruttolohn und bei der Arbeitszeit konnten zwischen diesen beiden Gruppen von Erwerbstätigen keine statistisch signifikanten Unterschiede festgestellt werden.

Erwerbstätige mit einem abgeschlossenen Studium erzielen im Vergleich zu den beiden vorab genannten Personengruppen im Durchschnitt signifikant höhere Bruttolöhne (plus 35 Prozent) und arbeiten länger (plus 2,2 Stunden pro Woche). Zudem erreichen sie ein höheres Berufsprestige sowie eine moderat höhere allgemeine Lebenszufriedenheit. »Ein Studium mit Abschluss ist demnach eine lohnende Investition in das zukünftige Einkommen, die mit der Zahl der Arbeitsstunden noch gesteigert werden kann«, sagt Julia Heigle, Mitautorin der Studie.

Hochschulabsolventen ergreifen Berufe mit höherem Ansehen

Der Untersuchung liegt eine Stichprobe von 1.670 Erwerbstätigen zwischen 25 und 65 Jahren mit einer Hochschulzugangsberechtigung zugrunde. Verwendet werden Daten des Sozio-Oekonomischen Panels (SOEP) aus dem Jahr 2016. Die Wissenschaftler*innen nutzen maschinelle Lernverfahren, um die Auswirkungen eines abgebrochenen beziehungsweise abgeschlossenen Studiums auf den beruflichen Erfolg und die Lebenszufriedenheit abzuschätzen.

Sowohl ehemalige Studienabbrecher*innen als auch Erwerbstätige ohne Studium arbeiten überwiegend als Techniker und in gleichrangigen nichttechnischen Berufen, etwa in der Krankenpflege oder in der Verwaltung. Studienabbrecher*innen sind jedoch etwas häufiger als Fachkräfte in der Organisation oder Unternehmensberatung tätig. Im Vergleich dazu erreichen Erwerbstätige mit einem Hochschulabschluss das höchste Berufsprestige, indem sie etwa als Mediziner*innen, Lehrer*innen oder in anderen akademischen Berufen tätig sind.

»Erwerbstätige mit einem Studienabschluss erzielen durchschnittlich in den untersuchten Punkten höhere Arbeitsmarktergebnisse, im Vergleich zu Erwerbstätigen mit einem Studium ohne Abschluss. Könnten potenzielle Studienabbrecher*innen noch stärker als bisher dabei unterstützt werden, die Hochschule mit einem Abschluss zu verlassen, wären im Mittel positive Wirkungen für die potenziell Betroffenen zu erwarten«, fasst Dr. Friedhelm Pfeiffer, ebenfalls Mitautor der Studie, die Ergebnisse zusammen.

(28.02.2020, prh)

Zur Studie (PDF, 24 Seiten)

vergleiche: Berufliche Aus- und Fortbildung bietet bis 60 höheres Einkommen als Studium

 

Deutsche Bevölkerung macht Fortschritte in der Digitalisierung

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Die Initiative D21 stellte am 25. Februar 2020 im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie ihre Studie »D21-Digital-Index 2019 / 2020« vor. Die von Kantar durchgeführte Studie liefert jährlich ein umfassendes Lagebild zur Digitalen Gesellschaft. Sie misst den Digitalisierungsgrad der deutschen Bevölkerung und zeigt, wie die Menschen den technologischen Fortschritt in ihrem Privat- und Berufsleben adaptieren.

Die große Gesellschaftsstudie D21-Digital-Index bietet ein jährliches Lagebild zum Digitalisierungsgrad der Gesellschaft in Deutschland. Befragt werden knapp 20.500 Bundesbürger*innen ab 14 Jahren inklusive der Offliner. Damit bildet der D21-Digital-Index die gesamte deutsche Wohnbevölkerung ab.

Neben der Untersuchung des Digitalisierungsgrads der Bevölkerung legt die Studie in diesem Jahr einen Schwerpunkt auf digitale Selbstbestimmung. Erstmalig wird auch vielschichtig abgefragt, wie die Bevölkerung der Digitalisierung gegenübersteht und wie sie ihren Einfluss auf Fachkräftemangel, Arbeitsplatzverlust u.ä. einschätzt. Weiterhin fragt die Studie den aktuellen Stand des digitalen Arbeitens in der Gesellschaft ab. Weitere Themen, die im Zeitverlauf betrachten werden: Digitalkompetenzen, Gerätenutzung, Zugang zum Internet, Vielfältigkeit der Nutzung und die Einstellung der Menschen zu digitalen Themen. Wie immer schlüsselt die Studie u.a. nach Altersgruppen und Geschlecht auf.

»Es ist sehr erfreulich, dass die Mehrzahl der Menschen in unserem Land die Auswirkungen der Digitalisierung eher positiv wahrnimmt und optimistisch in die Zukunft blickt«, stellt Wirtschaftsminister Peter Altmaier fest und ergänzt: »Über alle Generationen hinweg schätzen die Menschen die Möglichkeiten, die die Digitalisierung ihnen bietet. Aber sie finden auch, dass Digitalisierung in Schule, Studium und Ausbildung noch stärker eingesetzt und vermittelt werden muss. Hier muss Deutschland besser werden.«

Gesellschaft macht Schritt nach vorn, aber digitale Spaltung bleibt bestehen

Auf einer Skala von 0 bis 100 Punkten hat die deutsche Gesellschaft einen mittleren Indexwert von 58 Punkten erreicht. Nach anfänglich geringer Dynamik steigt der Digitalisierungsgrad seit 2017 merklich an, dieses Jahr um drei Punkte im Vergleich zum Vorjahr. Grund für den Zuwachs sind erstmals Steigerungen bei allen vier Subindizes: Zugang (+4 Punkte), Kompetenz (+3 Punkte), Nutzungsverhalten (+4 Punkte) und Offenheit gegenüber digitalen Themen (+1 Punkt).

86 Prozent der deutschen Bevölkerung sind online, das ist ein Zuwachs von zwei Prozentpunkten. Vor allem das mobile Internet zeigt sich als Treiber, inzwischen nutzen es 74 Prozent der Bevölkerung (+6 Prozentpunkte). Nahezu jede Person zwischen 14 und 59 Jahren ist online, die älteren Generationen verzeichnen große Zuwächse bei der Internetnutzung: 81 Prozent der 60 bis 69-Jährigen und mittlerweile 52 Prozent der über 70-Jährigen sind online.

Bildungsgrad und Berufstätigkeit haben deutlichen Einfluss auf Digitalisierungsgrad

Der D21-Digital-Index findet verschiedene Nutzergruppen und -typen mit spezifischen Merkmalen in der Bevölkerung. Dabei ist im Vergleich zu den Vorjahren eine deutliche Verschiebung hin zur digitalsten der drei Gruppen zu beobachten: Die Gruppe der »Digital Abseitsstehenden« schrumpft um drei Prozentpunkte auf 18 Prozent und umfasst damit noch ca. 11,5 Millionen Menschen. Die ehemals größte Gruppe, die »Digital Mithaltenden«, verkleinert sich von 42 auf 38 Prozent. Zum ersten Mal ist die Gruppe der »Digitalen Vorreiter*innen« mit 44 Prozent die größte (+7 Prozentpunkte). Rund 28 Millionen Menschen gehen somit offen und souverän mit den Anforderungen sowie den Errungenschaften der Digitalisierung um.

Nach wie vor haben Alter, Bildungsgrad und Berufstätigkeit einen deutlichen Einfluss: Auch wenn Teile der älteren Generationen aufholen, sind weiterhin die jüngeren Generationen digital-affiner. Generell haben Berufstätige, insbesondere mit Schreibtischtätigkeit, einen höheren Indexwert als Menschen ohne Berufstätigkeit (46 zu 73). Höher Gebildete haben mit einem Indexwert von 71 einen deutlich höheren Digitalisierungsgrad als Menschen mit niedriger formaler Bildung (40).

Bereits beim Blick auf das reine Online-Sein der einzelnen Bildungsgruppen zeigt sich, dass der Anschluss gering gebildeter Personen an die restliche Bevölkerung noch nicht gelungen ist: Menschen mit hoher und mittlerer Bildung sind zu über 90 Prozent online, mit niedriger Bildung nur zu 64 Prozent. Die Art, wie Dienste und Angebote des täglichen Lebens gestaltet und zugänglich gemacht werden, entwickelt sich durch die fortschreitende Digitalisierung seit vielen Jahren weiter. Ein digitaler Zugang zu Wissen, Informationen und Diensten ist inzwischen Standard. Auch im Arbeitsleben selbst spielen Kenntnisse zur Digitalisierung eine immer größere Rolle. Gering Gebildete laufen Gefahr, dauerhaft von gesellschaftlicher Teilhabe und Mitgestaltung ausgeschlossen zu werden.

Strukturwandel in Berufswelt deutlich spürbar

Der aktuelle D21-Digital-Index erfasst erstmals umfangreich die Einschätzung der deutschen Bevölkerung zum digitalen Wandel in verschiedenen Lebensbereichen. Im beruflichen Kontext zeigen sich die Befragten uneins: Jeweils knapp 40 Prozent der Berufstätigen sehen einerseits neue Jobchancen, fast ebenso viele fühlen sich zunehmend unter Druck gesetzt. 43 Prozent geben an, dass sich durch die Digitalisierung ihre Arbeitsabläufe bereits spürbar verändert haben. Bei Personen mit einem Bürojob sind es sogar 58 Prozent. Dennoch sehen sich fast drei Viertel der Berufstätigen den aktuellen digitalen Anforderungen gewachsen. Personen mit überdurchschnittlichen Kenntnissen der Digitalisierung erkennen für sich einen höheren Bedarf, ihr Wissen weiter auszubauen. 78 Prozent der Berufstätigen sehen lebenslanges Lernen als zentralen Faktor für beruflichen Erfolg. 27 Prozent von ihnen empfinden dies als Belastung, bei gering gebildeten Personen sind es sogar zwei von fünf.

Dass deutsche Schulen aktuell die notwendigen Digitalisierungsfähigkeiten gerade im Hinblick auf internationale Konkurrenzfähigkeit vermitteln, glauben nur 36 Prozent aller Befragten.

Mehrheit hat positive Erwartungen an Veränderungen durch Digitalisierung

Aus Sicht der Befragten gibt es kaum Aspekte, die sich nicht bereits in drei bis fünf Jahren stark durch die Digitalisierung verändern werden. Diese Veränderungen bewerten sie großteils positiv. Am ehesten positiv sehen die Bürgerinnen und Bürger die erwarteten Veränderungen in den Bereichen Bildung (50 Prozent eher positiv) und Gesundheit (48 Prozent). Grundsätzlich zeigt sich: Je digitaler die Menschen heute sind, umso stärkere Auswirkungen durch die Digitalisierung erwarten sie und umso positiver ist ihre Einstellung dazu.

»Die Deutschen haben Lust auf Digitalisierung«, fasst Hannes Schwaderer, Präsident der Initiative D21, die Ergebnisse der Studie D21-Digital-Index zusammen. »Dort, wo die Menschen Teilhabechancen und eigenen Einfluss sehen, empfinden sie auch den Einfluss der Digitalisierung häufig positiver. Allerdings sehen wir auch, dass Bildung einen entscheidenden Einfluss darauf hat, wie sattelfest die Menschen den Anforderungen des digitalen Wandels entgegentreten. Vor allem Bürgerinnen und Bürger mit geringer formaler Bildung sehen den Einfluss der Digitalisierung auf Herausforderungen wie Arbeitsplatzverlust oder Wegfall von Tätigkeiten deutlich kritischer, fühlen sich häufiger überfordert. Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Wissenschaft sollten die Ergebnisse nutzen und in zukunftsgewandte und weitsichtige Entscheidungen übersetzen, um die Menschen für den umfassenden Strukturwandel zu wappnen. Essenziell ist eine zeitgemäße Bildung – nicht nur in Schulen, sondern niedrigschwellig in jedem Lebensabschnitt«.

Hintergrund
Der D21-Digital-Index ist eine Studie der Initiative D21, durchgeführt von Kantar. Sie erfasst die deutsche Wohnbevölkerung ab 14 Jahren. Mittels persönlich-mündlicher Befragung, sog. »face-to-face«-Erhebung (CAPI = computergestütztes persönliches Interview) wurden 20.322 Interviews in Deutschland durchgeführt, davon 2.019 mit vertiefenden Fragen.

Die Studie beschäftigt sich mit dutzenden Themen des Berufs- und Privatlebens. In diesem Jahr widmet sie sich vertiefend Fragen zur Einstellung der deutschen Bevölkerung in Bezug auf die Digitalisierung und die damit einhergehenden Veränderungen, mit digitaler Selbstbestimmtheit und digitalem Arbeiten, aber auch mit Fragen zur Datensouveränität, möglicher Wahlbeeinflussung und der Internetnutzung in den einzelnen Bundesländern.

Das Studienprojekt ist gemeinschaftlich finanziert über eine Förderung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie sowie durch Sponsoring.

(26.02.2020, prh)

Studie herunterladen (PDF, 62 Seiten)

 

Berufliche Aus- und Fortbildung bietet bis 60 höheres Einkommen als Studium

Der kumulierte Verdienst einer Person mit Ausbildung und anschließender Weiterbildung liegt am Ende des Erwerbslebens fast gleichauf mit dem von jemandem mit Hochschulabschluss, nämlich bei etwa 1,4 Millionen Euro. Jedoch haben erstere bis zum 60. Lebensjahr, und somit während des größten Teils ihres Berufslebens, finanziell gegenüber den Akademikern die Nase vorn.

Personen mit Berufsausbildung verdienen zwar rund 0,4 Millionen Euro weniger als Personen mit Studium, verfügen aber bis zu einem Alter von 35 Jahren über mehr Geld.

Das sind die Ergebnisse einer Studie des BWIHK, die die Verdienstmöglichkeiten einer Berufsausbildung und eines Studiums vergleicht. Mit neuen Untersuchungsansätzen zeigt die Studie erstmals, in welcher Altersphase welche Personengruppen mehr verdienen.

(24.02.2020, prh)

Kurzzusammenfassung der Studie (PDF, 3 Seiten)

siehe auch: Studienabschluss steigert Einkommen, berufliches Ansehen und Lebenszufriedenheit

 

Mehr als zwei Drittel der Deutschen sind unsicher im Umgang mit digitalen Technologien

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Repräsentative Studie von Stifterverband und infas Institut analysiert Digitalkompetenzen der Bevölkerung in Deutschland 

Smart Home, Tablets, intelligente Sprachassistenten: Das Leben wird digital. Doch mehr als zwei Drittel der Deutschen fühlen sich immer noch unsicher im Umgang mit digitalen Technologien. Das hat die Studie »Fähigkeiten für die digitale Welt« von »digital.engagiert«, der Förderinitiative von Amazon und Stifterverband, ergeben.

Insgesamt gaben 70 Prozent der Befragten an, unsicher im Umgang mit digitalen Technologien zu sein. Dies möchte die Mehrheit der Befragten ändern: Mehr als zwei Drittel wollen sich in allgemeinen Kompetenzen wie Problemlösefähigkeit sowie zu digitalen Grundfähigkeiten wie Recherche im Internet weiterbilden. Bei digitalen Spezialfähigkeiten wie Programmieren oder Datenanalyse sieht es anders aus: Lediglich knapp ein Drittel (32 Prozent) der Bevölkerung ist bereit, bei diesen Fähigkeiten dazuzulernen.

Ebenfalls abgefragt wurden Orte und Kontexte, in denen Menschen an ihren Digitalkompetenzen arbeiten. Die Ergebnisse zeigen: Aktuell lernen die meisten Befragten - 64 Prozent der Lernbereiten - zu Hause und auf eigene Faust. Dabei greifen sie auf Lernvideos oder Bücher zurück. Das Schulsystem als Lernort bewerten die Befragten dagegen eher kritisch: Die Mehrheit von ihnen schätzt die Qualität der vermittelten Digitalkompetenz an Kindergärten und Grundschulen als unzureichend ein.

Zivilgesellschaftliche Lernangebote können eine wichtige Rolle einnehmen, indem sie das Schulsystem flankieren und Lernangebote für Kinder und Jugendliche aus allen Teilen der Gesellschaft und unabhängig vom besuchten Schulzweig schaffen. »Digitalisierung findet in allen Bereichen unserer Gesellschaft statt. Die Vermittlung wichtiger digitaler Fähigkeiten ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die von Schulen allein nicht gestemmt werden kann. Mehr denn je braucht es auch eine engagierte Zivilgesellschaft und Wirtschaft«, erklärt Digitalstaatsministerin Dorothee Bär, Schirmherrin der Förderinitiative »digital.engagiert«.

Die Studie zeigt jedoch auch, dass Lernangebote von Vereinen und Non-Profit-Organisationen bisher nur wenig Resonanz erhalten - lediglich 29 Prozent der Befragten nutzen sie bereits. Deshalb startet die Initiative »digital.engagiert«, die bereits seit 2018 Digitalisierungsprojekte aus der Zivilgesellschaft unterstützt, 2020 eine neue Förderrunde. Gesucht sind junge Teams, die sich mit digitalen Ansätzen für die Gesellschaft engagieren, oder solche, die mit ihrem Projekt die digitalen Fähigkeiten der Generation von Morgen stärken wollen. Engagierte Initiativen können sich ab sofort bis zum 1. April 2020 bewerben. Eine Expertenjury wählt die besten zwölf Projekte aus. Diese Teams erhalten dann ein intensives Coaching, Gelegenheiten zum Networking, mindestens 10.000 Euro Förderung sowie die Chance auf weitere Preisgelder.

Andreas Schlüter, Generalsekretär des Stifterverbandes, erklärt die Idee hinter »digital.engagiert«: »Wir fördern Projekte, die junge Menschen darin stärken, digitale Fähigkeiten zu erwerben und diese für die Gesellschaft einzubringen. Wir helfen ihnen, gemeinwohlorientierte Zukunftsprojekte weiterzuentwickeln. Darüber hinaus schaffen wir mit digital.engagiert eine aufmerksamkeitsstarke Plattform, die hoffentlich viele Menschen inspiriert«. Ralf Kleber, Country Manager von Amazon.de, sagt: »Digitale Kompetenzen sind wie ein Muskel. Man kann sie trainieren. Wir wollen gerade junge Menschen bestärken, diese Fähigkeiten zu entwickeln«.

Hintergrund
Für die repräsentative Studie hat der Stifterverband mit dem infas Institut deutschlandweit im August und September 2019 mehr als 1.000 Menschen ab 18 Jahren mittels telefongestützter Interviews befragt.

  (23.02.2020, prh)

Zur Studie (PDF, 50 Seiten)

 

Der Mittelstand wird digitaler - obwohl es an Kompetenzen mangelt

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Vier Fünftel der Unternehmen sind auf Personal mit Digitalkompetenzen angewiesen  *  Doch ein Drittel kann Bedarf an Digitalkompetenzen nicht decken  *  Weiterbildungshürden sind vor allem Kosten und Arbeitsausfall  *  E-Learning als Chance – vor allem für kleine Unternehmen 

Der digitale Wandel ist zwar allmählich in der Breite des deutschen Mittelstands angekommen. Immer mehr kleine und mittlere Unternehmen führen Digitalisierungsprojekte durch, d.h. sie setzen verstärkt digitale Technologien in ihren Prozessen, Produkten und in der Kommunikation ein. Doch die Digitalisierung des Mittelstands wird zunehmend durch einen Mangel an einschlägigen Kompetenzen in der Mitarbeitschaft gebremst: Ein Drittel der kleinen und mittleren Unternehmen kann den Bedarf an digitalem Knowhow und Fähigkeiten aktuell nicht decken. 38 % der Firmen sehen im Jahr 2019 fehlende Kenntnisse des Personals als Digitalisierungshürde, wie eine repräsentative Analyse von KfW Research zeigt. Zwei Jahre zuvor betrug dieser Anteil noch 29 %.

Eine Sonderbefragung auf Basis des KfW-Mittelstandspanels belegt, dass die große Mehrheit der mittelständischen Unternehmen hierzulande auf digitale Grundkompetenzen angewiesen ist: 78 % konstatieren einen großen Bedarf an der Bedienung von Standardsoftware und digitalen Endgeräten. Onlinekompetenzen wie z.B. Internetrecherchen, Onlinemarketing oder der Umgang mit sozialen Medien sind für die Hälfte (51 %) der Mittelständler von großer Bedeutung. Doch auch die Bedienung von Spezialsoftware bzw. digitalen Produktionsmaschinen ist für 45 % wichtig. Mitarbeiter mit fortgeschrittenen Digitalkompetenzen wie Programmieren oder statistischer Datenanalyse benötigen immerhin 24 % des Mittelstands.

Zusammengefasst ist für 8 von 10 Mittelständlern in Deutschland mindestens eine Digitalkompetenz von großer Bedeutung. Doch ein Drittel dieser Unternehmen kann den Bedarf nicht decken: 34 % verzeichnen Engpässe bei mindestens einer Digitalkompetenz, bei 14 % bestehen sogar erhebliche Engpässe, d.h. der Bedarf an mindestens einer Digitalkompetenz ist noch nicht einmal teilweise gedeckt. Besonders groß ist der Engpass bei komplexeren Kenntnissen: Fast die Hälfte der Mittelständler mit Bedarf an Datenanalysten hat Probleme, den Bedarf zu decken (45 %).

Unternehmen können sich Digitalkompetenzen auf drei Wegen beschaffen: Rekrutierung, Auslagerung und Weiterbildung. Letztere Strategie wählt der Mittelstand am häufigsten. Für 70 % spielt Weiterbildung eine Rolle beim Aufbau von Digitalkompetenzen.

Oft nur kurze Weiterbildungsmaßnahmen

Weiterbildung ist die zentrale Strategie der deutschen KMU zur Beschaffung von Digitalkompetenzen. Das zeigt auch der internationale Vergleich im European SME Survey. Doch die genauere Betrachtung zeigt, dass die Unternehmen dabei eher auf kurze Weiterbildungsmaßnahmen setzen. Intensive Umschulungen oder Studiengänge spielen nur für halb so viele der KMU eine große Rolle (13%) wie kürzere Fortbildungen (26%).

Dabei verfügen diese oft nur über eine begrenzte Qualifikationswirkung. Hürden für eine Intensivierung der Weiterbildung sind vor allem finanzieller Natur. Ein Drittel der Unternehmen bezeichnet die direkten Kosten als Problem (32 %), ein Viertel den Arbeitsausfall abwesender Mitarbeiter (26 %). Für kleine Unternehmen mit ihren knapperen Personalressourcen ist diese Hürde besonders hoch, denn Abwesenheiten können oft schlechter durch Vertretung aufgefangen werden.

Die Chefvolkswirtin der KfW, Dr. Fritzi Köhler-Geib, kommentiert die Ergebnisse der Studie so: »Die Digitalisierung des Mittelstands hat in den letzten Jahren zwar Fahrt aufgenommen. Doch ein Bremsklotz tritt immer deutlicher zutage: Die Digitalkompetenzen der Beschäftigten bleiben hinter der Entwicklung zurück. Weiterbildung ist die wichtigste Lösungsstrategie, wird aber zu oft aus Kosten- und Zeitgründen unterlassen. Digitale Lernformate sind in den letzten Jahren technisch und didaktisch besser geworden und können so die berufliche Weiterbildung in Deutschland beleben. E-Learning ermöglicht flexibles, zeit- und ortsunabhängiges Lernen – damit passt es besonders gut zu den Anforderungen kleiner Unternehmen«.

(21.02.2020, prh)

Zusammenfassung der Studie (PDF, 4 Seiten)

 

Wissenschaftliche Weiterbildung im EU-Beihilferecht

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Nach der föderalen Kompetenzordnung des Grundgesetzes legen die Länder in ihren Landeshochschulgesetzen fest, wie die wissenschaftliche Weiterbildung organisiert wird, die Hochschulen setzen diese um.

Deshalb ist es nach Ansicht der Bundesregierung zunächst Sache der Länder und der jeweiligen Hochschulen, etwaige Unklarheiten hinsichtlich der Anwendung des EU-Beihilferechts in dem Bereich zu benennen und gegebenenfalls in Abstimmung mit der Bundesregierung in den EU-Konsultationsprozess zur Überarbeitung einzubringen.

Das schreibt die Bundesregierung in der Antwort auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion zur Wissenschaftlichen Weiterbildung im EU-Beihilferecht. Falls seitens der Länder mehrheitlich Anpassungsbedarf in Bezug auf das EU-Beihilferecht oder seine Interpretation gesehen werde, werde die Bundesregierung dies bei einer Positionierung zur Überarbeitung des EU-Beihilferechts berücksichtigen.

Die Bundesregierung unterstreicht vor dem Hintergrund des technischen und wirtschaftlichen Struktur- und Branchenwandels , dass sie gemeinsam mit den Sozial- und Wirtschaftspartnern, den Ländern und der Bundesagentur für Arbeit sowie unter Einbeziehung der Wissenschaft und der betrieblichen Praxis eine Nationale Weiterbildungsstrategie erarbeitet hat. Hochschulen sind in der Nationalen Weiterbildungsstrategie in den Bereichen miteinbezogen, in denen sie zum Erreichen der Handlungsziele der Strategie beitragen und in denen das Bundesministerium für Bildung und Forschung eine Förderung anstrebt oder umsetzt.

Dies betreffe die Schaffung von Transparenz über hochschulische Weiterbildungsangebote und die Schaffung neuartiger, qualitativ hochwertiger Lernortkooperationen zur Steigerung der Attraktivität, Qualität und Gleichwertigkeit der beruflichen Bildung. Zudem soll ein neues Bund-Länder-Programm mit kurzformatigen, flexiblen, digitalgestützten hochschulischen Weiterbildungsangeboten in Zusammenarbeit mit außerhochschulischen Kooperationspartnern und Unternehmen entwickelt werden.

(20.02.2020, prh)

Im Wortlaut: Antwort der Bundesregierung (PDF, 4 Seiten)

 

Lebenslang lernen – wer soll das bezahlen?

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Reformvorschläge zur öffentlichen Finanzierung von Weiterbildung 

Berufliche Weiterbildung wird immer wichtiger. Um in Zeiten von Globalisierung und Digitalisierung mithalten zu können, werden wir alle lebenslang lernen, Qualifikationen immer wieder auffrischen oder sogar einen neuen Beruf erlernen müssen. Aber wer zahlt die Kosten? Jede*r für sich – weil anschließend mehr zu verdienen ist? Oder der Staat – weil ein öffentliches Interesse besteht, kostenträchtige Langzeitarbeitslosigkeit zu vermeiden, Fachkräftemangel zu beheben oder Strukturkrisen zu heilen?

Prof. Dr. Gerhard Bosch vom Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen hat Reformvorschläge zur öffentlichen Finanzierung von Weiterbildung ausgearbeitet.

Dafür hat er Stärken und Schwächen unterschiedlicher Förderinstrumente an Hand der Erfahrungen in Schweden, Frankreich und Österreich und ihre Anschlussfähigkeit an die deutsche Förderkulisse untersucht. Bosch plädiert dafür, an bestehende Strukturen anzuknüpfen und diese weiterzuentwickeln: Für Weiterbildung gibt es hier Leistungen einerseits nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) und nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG), auch »Meister-BAföG« genannt, und andererseits durch die Arbeitsmarktpolitik, also die Bundesagentur für Arbeit und die Jobcenter. Mit diesen beiden »großen Tankern« verfüge Deutschland über in der Bevölkerung bereits gut bekannte und etablierte Systeme.

Allerdings gebe es noch große Förderungslücken: »Die starre Altersgrenze von 30 Jahren im BAföG wirkt altersdiskriminierend«, kritisiert Bosch. Wer aus eigener Initiative als Erwachsener über dieser Altersgrenze einen Berufs- oder Schulabschluss nachholen will, wird nicht gefördert. Zudem sei die Wende in der deutschen Arbeitsmarktpolitik hin zu einer investiven Weiterbildungsförderung noch nicht abgeschlossen. Für die Weiterbildung im Rahmen des zu erwartenden massiven Strukturwandels infolge der Digitalisierung, der Energiewende und dem Ausbau der Elektromobilität fehlten noch Konzepte. Diese Lücken gelte es vorrangig zu schließen.

Mit einer überschaubaren Anzahl von Stellschrauben ließen sich die beiden BAföG-Systeme und die Arbeitsmarktpolitik zu einem schlüssigen öffentlichen Fördersystem für lebenslanges Lernen ausbauen, schlägt Bosch vor. Dazu sollten u.a. die Altersgrenzen im BAföG aufgehoben und die Förderzwecke um die Anerkennung ausländischer Abschlüsse und die Zertifizierung informell erworbener Kompetenzen erweitert werden. Zudem sollte eine zweite Berufsausbildung unterstützt werden, wenn der erlernte Beruf nicht mehr ausgeübt werden kann, und eine Weiterbildungs-Teilzeit ermöglicht werden. Wer arbeitslos ist und sich qualifiziert, müsse ein Weiterbildungsgeld erhalten, das deutlich über dem Arbeitslosengeld liegt.

Weiter schlägt Bosch ein Fachkräftestipendium nach österreichischem Vorbild für eine Berufsausbildung in Mangelberufen vor, einen Weiterbildungsfonds in der Leiharbeitsbranche, ein Transformationskurzarbeitergeld sowie das Recht auf Freistellung für Vollzeit- oder Teilzeitmaßnahmen.

(19.02.2020, prh)

Zur Studie (PDF, 70 Seiten)

 

Novelle des Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetzes (AFBG) beschlossen

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Der Bundestag hat am vergangenen Freitag (14.02.2020)  die Novelle des Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetzes beschlossen.

Mit dem 4. AFBGÄndG können sich die Geförderten auf höhere Zuschussanteile, höhere Freibeträge und höhere Darlehenserlasse freuen:

  • die stufenweise Förderung bis auf »Master-Niveau« wird eingeführt,
  • die Unterhaltsförderung für Vollzeitgeförderte wird zu einem Vollzuschuss ausgebaut,
  • der einkommensunabhängige Kinderbetreuungszuschlag für Alleinerziehende wird von 130 Euro auf 150 Euro erhöht,
  • der Zuschussanteil zum Maßnahmenbeitrag für Lehrgangs- und Prüfungsgebühren wird von 40 Prozent auf 50 Prozent erhöht,
  • der Belohnungserlass steigt von 40 Prozent auf 50 Prozent,
  • die sozialen Stundungs- und Sozialerlassmöglichkeit für Geringverdiener werden erweitert,
  • bei Existenzgründung erfolgt ein vollständiger Erlass der Darlehensschuld.

Mit dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG, sogenanntes Aufstiegs-BAföG) werden Teilnehmer*innen jeden Alters bei der Teilnahme an Maßnahmen der beruflichen Aufstiegsfortbildung finanziell unterstützt. Sie erhalten einkommensunabhängig einen Beitrag zu den Kosten der Fortbildung und bei Vollzeitmaßnahmen zusätzlich einkommensabhängig einen Beitrag zum Lebensunterhalt. Die Förderung erfolgt teils als Zuschuss, teils als zinsgünstiges KfW-Darlehen.

Seit Bestehen des AFBG (1996) konnten so rund 2,8 Millionen berufliche Aufstiege zu Führungskräften, Mittelständlern und Ausbildern für Fachkräfte von morgen mit einer Förderleistung von insgesamt rund 9,2 Milliarden Euro ermöglicht werden. 2018 wurden rund 167.000 Personen mit dem AFBG unterstützt.

(16.02.2020, prh)

Weiterführende Informationen

 

Großes Potential der beruflichen Bildung für die Arbeitsmarktintegration von Migrant*innen

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Schlussfolgerungen aus OECD-Studie 

Das duale System der beruflichen Bildung in Deutschland leistet einen entscheidenden Beitrag zur Integration von Migrantinnen und Migranten in den Arbeitsmarkt und trägt dazu bei, den Fachkräftebedarf zu decken. Insbesondere im Handwerk sind die Potentiale groß. Deutschland hat zudem Beeindruckendes geleistet, um Hindernisse für den Zugang von Migranten zur Berufsbildung und zum Arbeitsmarkt abzubauen, und dabei große Kreativität an den Tag gelegt.

Um das Interesse an der dualen Ausbildung weiter zu stärken und um Auszubildende mit Migrationshintergrund zu einem erfolgreichen Abschluss ihrer Ausbildung zu führen, sollte allerdings noch mehr getan werden und eine noch bessere Aufklärung erfolgen. Das waren die wichtigsten Botschaften einer Veranstaltung der OECD und des Zentralverbands des deutschen Handwerks (ZDH) am Freitag, auf der die Implikationen der vom BMBF finanzierten OECD-Studie Unlocking the Potential of Migrants in Germany diskutiert wurden.

»Deutschland verfügt mit dem dualen System über ein sehr wirkungsvolles Instrument für die erfolgreiche Arbeitsmarktintegration von Migrantinnen und Migranten. Mehr Aufklärungsarbeit über die Vorteile der dualen Ausbildung, eine bessere Verzahnung mit Sprachkursen und eine intensivere Begleitung von Azubis und Unternehmen während der Ausbildung können helfen, das Instrument noch effektiver zu machen«, sagte Ludger Schuknecht, stellvertretender OECD-Generalsekretär, bei der Präsentation der Studie.

»Die duale Berufsausbildung leistet einen wichtigen Beitrag für eine gesellschaftliche Integration. Sie unterstützt - insbesondere in den kleinen und mittleren Familienunternehmen im Handwerk - durch die individuelle Betreuung in den Betrieben die berufliche sowie die gesellschaftliche Eingliederung von Auszubildenden mit Migrationshintergrund. Für ihr Ausbildungsengagement brauchen die Betriebe Rechtssicherheit. So richtig und gut die Aufnahme der 3+2-Regelung in das Aufenthaltsgesetz war, muss es jetzt darum gehen, sie bundesweit einheitlich und ausbildungsfreundlich umzusetzen«, so Holger Schwannecke, Generalsekretär des ZDH.

»Die Integration von Geflüchteten ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Um dies zu meistern, haben in den letzten Jahren viele Akteure zusammen gearbeitet – sowohl im Haupt- als auch im Ehrenamt. Die gemeinsame Kraftanstrengung zahlt sich zunehmend aus. Die Berufsbildung kann Geflüchteten Perspektiven am deutschen Arbeitsmarkt aufzeigen. Die duale Ausbildung ist hierbei einmalig. Auszubildende lernen ihr Handwerk direkt bei der Arbeit, schaffen sich ein soziales Umfeld und üben sich im Arbeitsalltag auch in der deutschen Fachsprache. Die OECD stellt deshalb der Integrationsleistung der deutschen Berufsbildung zu Recht ein gutes Zeugnis aus. Darauf wollen wir uns aber nicht ausruhen: Digitalisierung, demographischer Wandel, Nachwuchsprobleme in den Betrieben und ein hoher Wettbewerbsdruck erfordern Antworten.

Daran arbeiten wir insbesondere im Rahmen der Nationale Weiterbildungsstrategie. Erstmalig in Deutschland kreieren Bund, Länder, Wirtschaft, Gewerkschaften und die Bundesagentur für Arbeit eine neue Weiterbildungskultur, um Unternehmen und Beschäftigte bei der Gestaltung des digitalen Wandels zu unterstützen. Davon profitieren am Ende alle«, sagte der Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung Christian Luft.

Die Studie zeigt unter anderem, dass Migrantinnen und Migranten häufig deshalb eine duale Ausbildung nicht in Betracht ziehen, weil deren Stellenwert in vielen Herkunftsländern nicht annähernd so hoch ist wie in Deutschland. Sie empfiehlt deshalb eine Reihe von Maßnahmen, um Migrantinnen und Migranten vor, während und nach einer Ausbildung zu unterstützen und bestmöglich in den Arbeitsmarkt zu integrieren. So sollte das Angebot an Vorbereitungskursen, wie einige Bundesländer sie bereits organisieren, weiter ausgebaut und durch Sprachkurse während der Ausbildung sowie begleitende Angebote ergänzt werden.

Auch sollten sich die verantwortlichen Stellen in den Bundesländern stärker als bisher über bewährte Praktiken austauschen und mit den Berufsverbänden beraten. Denkbar ist, für einige Berufe flexiblere Aus- und Weiterbildungsmodelle von kürzerer oder längerer Dauer zu entwickeln, um bestimmte Zielgruppen besser zu erreichen.

Um den Arbeitgebern mehr Planungssicherheit zu geben, rät die Studie den zuständigen Behörden zu einer konsequenten Anwendung der 3+2-Regelung. Diese erlaubt es abgelehnten Asylbewerbern- und Bewerberinnen, nach einer Ausbildung von drei Jahren zwei weitere Jahre in Deutschland zu bleiben und zu arbeiten. Sinnvoll sei darüber hinaus ein Ausbau der Unterstützungsmaßnahmen für Personalvermittler und Arbeitgeber, damit diese eher bereit sind, Migrantinnen und Migranten einzustellen.

(14.02.2020, prh)

Zur Studie (PDF; 115 Seiten)

 

SPD will Bildungsurlaub für alle

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Die neue SPD-Vorsitzende Saskia Esken tritt für einen bundesweiten Rechtsanspruch auf Bildungsurlaub ein. »Passend zu dreieinhalb Jahren Berufsausbildung sollte man in einem Berufsleben noch einmal insgesamt dreieinhalb Jahre Weiterbildung vorsehen«, sagte sie laut einer Meldung von ZEIT online.

Zur Zeit existieren in den meisten Bundesländern (nur Bayern und Sachsen bilden hier eine Ausnahme) entsprechende Regelungen für eine Bildungsfreistellung (»Bildungsurlaub«) für Arbeitnehmer*innen. Dauer und Häufigkeit sind hierbei unterschiedlich geregelt. Nach Eskens Vorstellungen sollte ein Bildungsurlaub losgelöst von der augenblicklichen Tätigkeit sein, um sich auch auf neue Entwicklungen einstellen zu können.

In diesem Zusammenhang trat die SPD-Vorsitzende auch dafür ein, dass die Rahmenbedingungen der Arbeitswelt so angepasst werden müssten, dass Beschäftigte in Vollzeit auch von ihrer Arbeit leben könnten. (10.02.2020, prh)

Nach einer Meldung auf ZEIT online

IWWB-Übersicht zum Bildungsurlaub

 

EADL-Konferenz (Berlin)

vom 14.05.2020 bis zum 14.05.2020

abgesagt aufgrund der Corona-Krise...

                            

Themenbereiche

Hinweis: Die Konferenzsprache ist Englisch.

 

Digitaltag 2020 (bundesweit)

vom 19.06.2020 bis zum 19.06.2020

Weiterführende Informationen: https://www.iwwb.de//?kat=meldungen&num=1918&

 

ED>TECH Start 2020 (Stuttgart)

vom 01.07.2020 bis zum 02.07.2020

Mit diesen Themen:

  • Big Data in der Bildung
  • Scrum in der Weiterbildung
  • Neues Berufsbild: Learning Engineer
  • Fast Learning Badges + digitale Motivation
  • Lern-Öko-Systeme
  • User Experience
  • Learning Framework xApi + TinCan
  • Lernpfadgestaltung

Bitte prüfen Sie bei Interesse, ob der Termin auch stattfindet!

 

(Aus)Bildungskongress der Bundeswehr 2020 (Hamburg)

vom 01.09.2020 bis zum 03.09.2020

Der (Aus)Bildungskongress der Bundeswehr vereint mit einer wissenschaftlichen sowie praxisorientierten Tagung und einer inhaltlich begleitenden Fachausstellung zwei Veranstaltungen unter einem Dach. Der (Aus)Bildungskongress der Bundeswehr findet vom 1. bis 3. September 2020 an der Helmut-Schmidt-Universität / Universität der Bundeswehr Hamburg (HSU/UniBw H) statt.

Als Weiterentwicklung des seit 2004 jährlich an der Helmut-Schmidt-Universität / Universität der Bundeswehr Hamburg durchgeführten Fernausbildungskongresses der Bundeswehr bietet der (Aus)Bildungskongress der Bundeswehr unter dem Motto »(Aus)Bildung – Forschung – Technik« eine Plattform für Dialog, Netzwerkpflege und den Austausch mit Institutionen und Akteuren der Berufsbildung und der Bundeswehr.

»Digitale (Aus-) Bildung: Wird Intelligenz tatsächlich ‚künstlich‘?« ist 2020 das Thema der wissenschaftlichen sowie praxisorientierten Tagung und der begleitenden Fachausstellung.

 

 

IWWB vernetzt

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