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Neuigkeiten & Termine

Was muss eine Lehrkraft wissen und können?

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Das Projekt GRETA bietet Instrumente, mit denen Kompetenzen und Fähigkeiten von Erwachsenenbildnern sichtbar gemacht werden können 

In Deutschland arbeiten fast 530.000 Lehrende in der Erwachsenenbildung und leisten einen wesentlichen Beitrag zum Erfolg von Weiterbildung. Bisher fehlten Verfahren, um das Wissen und Können Lehrender zu definieren und sichtbar zu machen. Deshalb wurde im Projekt GRETA ein Strukturmodell der Kompetenzen erarbeitet, die für gute Lehre gebraucht werden. In einer Pilotstudie wird nun die Praxistauglichkeit des Verfahrens und der Instrumente erprobt.

GRETA – der Projektname steht seit 2014 für die Entwicklung eines trägerübergreifenden Anerkennungsverfahrens für die Kompetenzen Lehrender in der Erwachsenen- und Weiterbildung. Dieses Verfahren soll Lehrenden zum einen ermöglichen, ihre bereits erworbenen Kompetenzen zu identifizieren und validieren zu lassen. Zum anderen wird deutlich, wie sie sich gezielt weiterentwickeln können. Weiterbildungseinrichtungen können das Modell, nutzen, um die Kompetenzen ihres Personals konsequent fortzuentwickeln. Zudem bietet es Orientierung für Train-the-Trainer-Fortbildungen. Mit diesen verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten trägt GRETA der Vielfalt der Weiterbildung Rechnung und baut eine Brücke von der Theorie in die Praxis. Langfristiges Ziel ist, den Status Lehrender zu erhöhen.

Die ersten 30 Gutachter*innen wurden kürzlich geschult; so können Lehrende ab sofort ihre Kompetenzen mit dem GRETA Instrument PortfolioPlus validieren lassen. Weiterbildungseinrichtungen aus dem gesamten Bundesgebiet starteten parallel dazu, die Instrumente zu nutzen.

In Sachsen ist mit ideeller Unterstützung des Sächsischen Ministeriums für Kultus eine breite Erprobung angelaufen. Rund um den Verband Sächsischer Bildungsinstitute e.V. (VSBI), der als »GRETA-Hotspot« Ansprechpartner und Multiplikator ist, werden Einrichtungen und Lehrende aus unterschiedlichen Feldern der Erwachsenen- und Weiterbildung daran teilnehmen.

Noch bis November 2021 werden die GRETA-Produkte und Instrumente in verschiedenen Settings pilotiert und weitere Partnerschaften mit Weiterbildungseinrichtungen etabliert. Die nächste Gutachterschulung findet am 19. Juli in Hannover statt, eine weitere ist im Herbst geplant. Interessierte können sich melden über greta@die-bonn.de.

  (26.06.2019, prh/die)

Weiterführende Informationen

 

Lernkulturen funktionieren nur mit Unterstützung des Managements

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Personalentwicklung muss sein! In 60 Prozent der Unternehmen ist das Management überzeugt, dass ein Weiterbildungsprogramm dem Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil verschafft, wie eine neue Studie ergab.

Das Weiterbildungsportal kursfinder.de ist der Frage nachgegangen, welchen Stellenwert Personalentwicklung in Unternehmen mit Sitz in Deutschland einnimmt und hat dazu 175 Personaler und Personalentwickler befragt. Fazit: Eine Lernkultur kann in einer Organisation nur dann entstehen, wenn Führungskräfte und Management eine befürwortende Haltung gegenüber Personalentwicklung einnehmen.

»Führungskräfte müssen die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter auf jeden Fall unterstützen. Sie müssen sich nicht zwangsläufig selbst weiterbilden, aber sie sollten sich zumindest dafür interessieren, was ihre Mitarbeiter machen«, sieht Antje Bauer, Leiterin der Personalentwicklung von regiocom SE, die Chefs in der Pflicht. Ihr Wunsch ist es Führungskräfte zu Personalentwicklern zu machen, weil sie die Bedürfnisse ihres Teams viel besser kennen als die Personalabteilung.

Doch davon sind die meisten Unternehmen noch weit entfernt. In einem Drittel (31%) der von kursfinder.de befragten Unternehmen spielt berufliche Weiterbildung keine oder nur eine kleine Rolle für die Unternehmensspitze. Bei der profil² Personalmanagement GmbH sieht das anders aus: Rund 50 Mitarbeiter hat der Betrieb – und verfügt über eine eigene Personalentwicklungsabteilung. »Natürlich müssen auch wir immer ein bisschen für Weiterbildungen und entsprechende Ressourcen kämpfen und der Geschäftsführung die Notwendigkeit aufzeigen. Aber das gehört zu unserem Job dazu«, weiß Lisa Anders, PE-Leiterin des Unternehmens.

Personalentwicklung fördert Mitarbeiterzufriedenheit und senkt Fluktuationsrate

Der Studie zufolge lohnt es sich gleich mehrfach, Zeit und Budget in Personalentwicklung zu investieren: In den befragten Unternehmen mit höheren Weiterbildungsbudgets pro Mitarbeiter ist die Mitarbeiterbindung und -zufriedenheit deutlich höher. In diesen Unternehmen geben drei von vier Mitarbeiter in der aktuellen Mitarbeiterumfrage an (76%), zufrieden bis sehr zufrieden zu sein. Im Durchschnitt aller Befragten sind es nur 61 Prozent. Die Mitarbeiterzufriedenheit steht in direktem Zusammenhang mit der Fluktuationsrate: Wenn Angestellte den Eindruck haben, sich im Unternehmen entwickeln und mehr Verantwortung übernehmen zu können, sehen sie wenig Anlass, dem Betrieb den Rücken zu kehren. So verweilt in Unternehmen mit steigenden Weiterbildungsbudgets die Mehrheit der Mitarbeiter 10 bis 15 Jahre (29 Prozent). Im Durchschnitt aller für die Studie befragten Unternehmen bleibt nur jeder Fünfte so lange an Bord.

Die Vorteile von Weiterbildung liegen auf der Hand. Das haben viele Führungskräfte und Manager erkannt. 6 von 10 Unternehmen in Deutschland pflegen nach eigenen Angaben bereits eine Lernkultur – und das ist nur mit der Unterstützung der Unternehmensspitze möglich, die entsprechende zeitliche, finanzielle und auch personelle Ressourcen bereitstellt. Unterstützt wird diese Aussage durch die Reaktionen auf die Frage »Was fördert die Lernkultur und -bereitschaft in Ihrem Unternehmen?«. Darauf antworteten die an der Studie beteiligten Personaler und Personalentwickler mit »Das Management lebt es vor«, »Ermutigung durch Vorgesetzte«, »Werbung durch Management«, »Bereitschaft von top down schaffen« sowie »positive Einstellung des Managements zur aufgewendeten Lernzeit«. Lernkulturen sind also möglich – allerdings nur dann, wenn Führungskräfte und Management der Personalentwicklung positiv gegenüberstehen.

 
(25.06.2019, kf/prh)

Zu den Studienergebnissen

 

Eine neue Kultur in der Weiterbildung?

weiter bilden

Was bedeuten die aktuellen politischen Initiativen für die Erwachsenen- und Weiterbildung? Reagiert die Politik adäquat auf die Herausforderungen der Digitalisierung und des Fachkräftemangels? »weiter bilden. DIE Zeitschrift für Erwachsenenbildung« diskutiert in der neuen Ausgabe Fragen der aktuellen Bildungspolitik.

»Wir streben eine neue Kultur in der Weiterbildung an«, so Bildungsministerin Anja Karliczek im Interview mit der Redaktion »weiter bilden«, das Anfang Mai geführt wurde. Am 12. Juni hat die Ministerin gemeinsam mit Bundesarbeitsminister Hubertus Heil die »Nationale Weiterbildungsstrategie« (NWS) vorgestellt, mit der Bund, Länder, Wirtschaft und Sozialpartner ihre Arbeit für Weiterbildung und Qualifizierung bündeln wollen. Aber welchen Stellenwert hat die allgemeine Erwachsenen- und Weiterbildung in einer Nationalen Weiterbildungsstrategie? Wird die »Strategie« eine neue Dynamik in der Weiterbildung entfalten können?

Josef Schrader, wissenschaftlicher Direktor des DIE, begrüßt die Verabschiedung der NWS, die gemeinsam mit dem Arbeitsministerium, den Sozialpartnern, den Ländern, den Kammern und der Bundesagentur für Arbeit erarbeitet wurde, als einen weiteren Schritt in der Umsetzung des Koalitionsvertrages durch Ministerin Karliczek. Er macht aber zugleich darauf aufmerksam, dass nicht nur die berufliche und betriebliche Weiterbildung eine zukunftsweisende bildungspolitische Strategie benötigen. Nachhaltiger Reformbedarf, der mehr erfordert als eine Koordination befristeter Projekte, bestehe auch in der sprachlichen Grundbildung Erwachsener, in der Sicherung vergleichbarer Weiterbildungsstrukturen in allen Regionen Deutschlands und in der Weiterentwicklung des Beitrages der Erwachsenen- und Weiterbildung für individuelle Entfaltung, zivilgesellschaftliche Integration und politische Bildung.

Ist die »Weiterbildungspolitik in guter Verfassung?« fragt die Redaktion in der neuen Ausgabe »weiter bilden«: Sie nimmt die aktuellen Weiterbildungskonzepte in den Blick, lässt die beteiligten Sozialpartner von Arbeitgebern (Irene Seling/Jupp Zenzen) und Gewerkschaften (Sabrina Klaus-Schelletter/Mechthild Bayer) zu Wort kommen und lotet den wissenschaftlichen Stand der Debatte aus. Mit Beiträgen von Michael Schemmann, Alexandra Ioannidou, Walter Würfel, Rudolf Tippelt, Jochen Robes und Bernd Käpplinger.

  (24.06.2019, prh/die)

 

Förderung beruflicher Weiterbildung

Angestellte vor Aufwärtskurve

Von August 2016 bis Juli 2017 haben rund 64.300 Menschen eine abschlussorientierte Förderung der beruflichen Weiterbildung begonnen. Von August 2017 bis Juli 2018 gab es rund 62.000 Eintritte in eine solche Förderung.

Das teilt die Bundesregierung unter Bezug auf Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA) in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion mit. Die Liberalen hatten darin nach der Wirkung des im August 2016 in Kraft getretenen Arbeitslosenversicherungsschutz- und Weiterbildungsstärkungsgesetzes (AWStG) gefragt.

Trotz der insgesamt guten Beschäftigungsentwicklung haben gering qualifizierte Arbeitnehmer*innen und Langzeitarbeitslose Schwierigkeiten, eine nachhaltige berufliche Integration zu erreichen. Insbesondere Personen, denen ein Berufsabschluss fehlt, haben weiterhin ein überdurchschnittliches Arbeitslosigkeitsrisiko, wie die hohen qualifikationsspezifischen Arbeitslosenquoten zeigen, auch wenn diese leicht zurückgegangen sind.

Der Anteil junger Erwachsener ohne Berufsabschluss hat sich allerdings in den vergangenen Jahren leicht erhöht. Die Bundesregierung hat daher in den letzten Jahren die Rahmenbedingungen zur Förderung der beruflichen Weiterbildung im Rechtskreis des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch (SGB II) und Dritten Buches Sozialgesetzbuch (SGB III) weiter verbessert. Besonders relevant ist zum einen das Gesetz zur Stärkung der beruflichen Weiterbildung und des Versicherungsschutzes in der Arbeitslosenversicherung (AWStG), in Kraft seit 1. August 2016, mit dem der Zugang von gering Qualifizierten und Langzeitarbeitslosen zur abschlussbezogenen beruflichen Weiterbildung verbessert wurde.

Ferner sollen neue Fördermöglichkeiten dazu beitragen, dass Hemmnisse, die einer Weiterbildung im Weg stehen, abgebaut werden. Zum anderen ist das Gesetz zur Stärkung der Chancen für Qualifizierung und für mehr Schutz in der Arbeitslosenversicherung (»Qualifizierungschancengesetz«), seit dem 1. Januar 2019 in Kraft. Mit dem Gesetz wurde die Weiterbildungsförderung für beschäftigte Arbeitnehmer*innen verbessert, deren berufliche Tätigkeiten durch Technologien ersetzt werden können, die in sonstiger Weise vom Strukturwandel bedroht sind oder die eine Weiterbildung in einem Engpassberuf anstreben.

Aus der Antwort geht weiter hervor, dass rund die Hälfte der Teilnehmer über keine abgeschlossene Berufsausbildung verfügten und die Abbruchquote bei rund 23 Prozent lag.

  (19.06.2019, prh)

Im Wortlaut: Antwort der Bundesregierung (PDF, 12 Seiten)

 

Zunahme der Gaststudierenden an Hochschulen in 2018

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37.400 Gasthörer*innen haben nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Wintersemester 2018/2019 Lehrveranstaltungen an deutschen Hochschulen besucht; das waren 2,2 % mehr Gaststudierende als im Wintersemester 2017/2018. Dabei stieg die Zahl der deutschen Gaststudierenden um 4 % auf 33.400, während die Zahl der ausländischen Gaststudierenden um 13 % auf 4.000 zurückging.

Gasthörer*innen können auch ohne formale Hochschulreife an einzelnen Kursen und Lehrveranstaltungen der Hochschulen teilnehmen. Zwar ist keine Abschlussprüfung möglich, dennoch gestattet das Gaststudium wissenschaftliche Bildung und ist damit ein wichtiges Element im Kontext des »lebenslangen Lernens«. Im Vergleich zu den 2,9 Millionen ordentlich immatrikulierten Studierenden machten Gasthörerinnen und -hörer 1,3 % aus.

Gaststudierende haben häufig einen allgemeinen Zugang zu Lehrveranstaltungen. Soweit ein einzelnes Studienfach bestimmt werden konnte, war im Wintersemester 2018/19 Geschichte mit 4.000 Gasthörer*innen am beliebtesten, gefolgt von Wirtschaftswissenschaften mit 3.500 und Philosophie mit 3.200 Gaststudierenden. Werden nur die deutschen Gaststudierenden betrachtet, lag Geschichte ebenfalls auf Platz 1, gefolgt von Philosophie und den Wirtschaftswissenschaften auf den Plätzen 2 und 3. Bei den ausländischen Gaststudierenden lagen dagegen die Wirtschaftswissenschaften auf Platz 1, gefolgt von Germanistik und Informatik.

Die demografische Struktur der Gaststudierenden hat sich gegenüber dem Wintersemester 2017/2018 leicht verändert: Der Frauenanteil stieg um einen Prozentpunkt auf 48 % und das Durchschnittsalter stieg von 52,1 auf 52,4 Jahre. 50 % oder 18.600 Gaststudierende waren 60 Jahre oder älter. Der Ausländeranteil an den Gaststudierenden sank von 13 % auf 11 %.

   (18.06.2019, prh)

 

Digitalisierung fördert mehr Weiterbildung und eine Flexibilisierung der Arbeitswelt

Digitale Bildung

Welche Rolle spielt Bildung im digitalen Transformationsprozess?

Die fortschreitende Digitalisierung führt zu grundlegenden Veränderungen in der Arbeitswelt. Diese Veränderungen wirken sich auf sämtliche betriebliche Arbeits- und Geschäftsprozesse sowie auf die Arbeitsanforderungen an die Beschäftigten aus. Dabei nimmt auch die Arbeitsgestaltung neue und flexiblere Formen an.

Dies sind zentrale Ergebnisse einer Betriebsbefragung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) aus dem Jahr 2018 im Rahmen des Betriebspanels zu Qualifizierung und Kompetenzentwicklung (BIBB-Qualifizierungspanel). Befragt wurden rund 3.500 Betriebe zum Zusammenhang zwischen betrieblicher Kompetenzförderung und Technologienutzung.

Aus Sicht der Betriebe sind drei Befragungsergebnisse hervorzuheben:

  • Je höher der Digitalisierungsgrad eines Betriebes, desto eher nehmen die Beschäftigten an Weiterbildungen teil. Zur Ermittlung des betrieblichen Digitalisierungsgrades wurden 13 Technologien abgefragt. Zur quantitativen Einschätzung des Digitalisierungsgrades wurde aus diesen Technologien ein linearer Index erstellt, der in eine dreistufige Skala mit niedrigem, mittlerem und hohem Digitalisierungsgrad umgewandelt wurde. Demnach liegt bei Betrieben mit hohem Digitalisierungsgrad die Weiterbildungsquote der Beschäftigten bei 92 %, bei Betrieben mit einem geringen Digitalisierungsgrad dagegen nur bei 58 %. Ähnliches gilt auch für betriebliche Aufstiegsfortbildungen, die den Beschäftigten eine formale Höherqualifizierung ermöglichen. 22 % der hochdigitalisierten Betriebe fördern Aufstiegsfortbildungen ihrer Beschäftigten. Damit liegen sie zehn Prozentpunkte über dem in der Befragung ermittelten Durchschnittswert. Die Weiterbildung beziehungsweise Aufstiegsfortbildung kann für die Beschäftigten mit einem erweiterten Aufgabenbereich und einem höheren Einkommen einhergehen, so dass sie an dieser Stelle in besonderem Maße von der Digitalisierung profitieren würden.
  • Ausbildungsbetriebe weisen – unabhängig von der Betriebsgröße – im Durchschnitt einen höheren Digitalisierungsindex auf als Betriebe, die nicht ausbilden. Auszubildende erwerben somit im Rahmen ihrer dualen Berufsausbildung das notwendige Know-how sowie praktische Kenntnisse im Umgang mit neuen digitalen Technologien.
  • Flexible Arbeitsformen nehmen mit steigendem Digitalisierungsgrad zu. Insgesamt verfügte über die Hälfte der befragten Betriebe (55 %) über eine Gleitzeitregelung. Bei Betrieben mit hohem Digitalisierungsgrad waren es 62 %. Das Arbeiten im Homeoffice wird in Betrieben mit hohem Digitalisierungsgrad mehr als doppelt so häufig (39 %) genutzt als in Betrieben mit niedrigem Digitalisierungsgrad (18 %).

»Insgesamt bestätigt die Befragung, dass durch die Digitalisierung neue Formen der Arbeitsgestaltung entstanden sind, durch die sich für Betriebe neue Möglichkeiten der Personalplanung und -entwicklung sowie des flexibleren Einsatzes von Beschäftigten ergeben. Den Beschäftigten wiederum bietet sich dadurch die Möglichkeit, die Flexibilität auch zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie zu einer Verbesserung der Work-Life-Balance im Allgemeinen zu nutzen«, betont BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser.

  (13.06.2019, prh)

Ergebnisse der Betriebsbefragung (PDF, 2 Seiten)

 

Nationale Weiterbildungsstrategie beschlossen

BMBF 260

Bund, Länder, Sozialpartner und Bundesagentur für Arbeit beschließen Nationale Weiterbildungsstrategie 

Mit der Nationalen Weiterbildungsstrategie legen Bund, Länder, Wirtschaft, Gewerkschaften und die Bundesagentur für Arbeit gemeinsam den Grundstein für eine neue Weiterbildungskultur. Damit gibt es zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland eine nationale Weiterbildungsstrategie.

Anlässlich der Vorstellung in Berlin sagte Anja Karliczek, Bundesministerin für Bildung und Forschung: »Die Vorstellung der Nationalen Weiterbildungsstrategie ist ein Meilenstein für die berufliche Weiterbildung in Deutschland. Wir wollen in Deutschland eine echte Weiterbildungskultur entwickeln. Weiterbildung im Beruf muss in der Zukunft zum Arbeitsalltag gehören. Die Weiterbildung muss so ausgestaltet sein, dass sie die Beschäftigten nicht überfordert, sondern sie motiviert, sich fortzubilden. So werden wir unter anderem in einem Innovationswettbewerb "Digitale Plattform Berufliche Weiterbildung" modulare interaktive Lernplattformen entwickeln, die einen niedrigschwelligen Zugang zu lebensbegleitenden Weiterbildungsangeboten ermöglichen. Damit noch mehr Menschen eine Fortbildung in Angriff nehmen, werden wir das Aufstiegs-BAföG substantiell erhöhen. Um die Arbeitsmarktchancen von Personen ohne Berufsabschluss zu erhöhen, werden wir Verfahren der Bewertung und Zertifizierung informell erworbener Kompetenzen flächendeckend ausbauen, und eine bundesweit verbindliche Verankerung dieses Validierungsverfahrens anstreben. In den Betrieben sollen unter anderem Weiterbildungsmentoren die Weiterbildung der Kollegen unterstützen. Dies ist nur der Beginn einer längeren Offensive. Wir machen damit deutlich, welche Bedeutung die Weiterbildung für die Zukunft hat«.

Hubertus Heil, Bundesminister für Arbeit und Soziales, betonte: »Wenn wir die Chancen des digitalen Wandels nutzen wollen, muss Deutschland mehr in Qualifizierung und Weiterbildung investieren. Das ist der Dreh- und Angelpunkt, um die Beschäftigungsfähigkeit von Arbeitnehmern zu erhalten, Arbeitslosigkeit zu verhindern, bevor sie im Wandel entsteht und gleichzeitig die Fachkräftebasis zu sichern. Mit der Nationalen Weiterbildungsstrategie ist es gemeinsam mit konkreten Verabredungen zwischen Bund, Ländern, sowie Wirtschaft und Gewerkschaften gelungen, ein Signal des Aufbruchs zu setzen. Die Nationale Weiterbildungsstrategie erschöpft sich dabei nicht in abstrakten Absichtserklärungen, sondern liefert Impulse und ganz konkrete Maßnahmen - wie etwa einen grundsätzlichen Anspruch auf Nachholen eines Berufsabschlusses, die deutliche Stärkung der Weiterbildungsberatung durch die Bundesagentur für Arbeit und die Förderung von Weiterbildungsverbünden auf regionaler Ebene. Außerdem werden wir Maßnahmen wie staatlich geförderte Bildungszeiten prüfen - für neue und gute Arbeit von morgen«.

Ein wesentlicher Grundgedanke der Nationalen Weiterbildungsstrategie sei die Prävention, so Detlef Scheele, Vorstandsvorsitzender der Bundesagentur für Arbeit: »Berufliche Bildung, die den aktuellen Anforderungen entspricht, bietet den besten Schutz vor Arbeitslosigkeit. Mit dem Qualifizierungschancengesetz als Rahmen der Nationalen Weiterbildungsstrategie können wir Beschäftigte noch besser mit Weiterbildungsberatung und deren Betriebe mit finanziellen Förderleistungen unterstützen, damit Arbeitslosigkeit gar nicht erst entsteht. Wenn alle Partner ihre Stärken einbringen und diese gut miteinander verzahnen, können wir den Strukturwandel im Sinne der Menschen gestalten. Die Nationale Weiterbildungsstrategie ist dafür eine sehr gute Absprungbasis«.

Mit der Nationalen Weiterbildungsstrategie bündeln Bund, Länder, Wirtschaft, Gewerkschaften und die Bundesagentur für Arbeit ihre Anstrengungen für Weiterbildung und Qualifizierung. Die Strategiepartner richten die Weiterbildung in Deutschland so aus, dass der Strukturwandel erfolgreich gestaltet werden kann, für jede und jeden Einzelnen als auch für die Wirtschaft und die Gesellschaft insgesamt. Sie setzen sich damit auch für eine neue Weiterbildungskultur in Deutschland ein, die Weiterbildung als selbstverständlichen Teil des Lebens versteht. Auf diese Weise sollen alle Erwerbstätigen der Gegenwart und Zukunft dabei unterstützt werden, ihre Qualifikationen und Kompetenzen im Wandel der Arbeitswelt weiterzuentwickeln.

Mit dem Fokus auf berufliche Weiterbildung werden die Strategiepartner Weiterbildungsangebote sowie Fördermöglichkeiten für alle transparenter und leichter zugänglich machen sowie erweitern. Personengruppen mit einer unterdurchschnittlichen Weiterbildungsbeteiligung sollen eine besondere Unterstützung erfahren, ebenso kleine und mittlere Unternehmen, die keine großen Personalabteilungen haben, um Weiterbildungskonzepte zu entwickeln.

Hintergrund
Die Nationale Weiterbildungsstrategie ist ein zentrales Vorhaben des Koalitionsvertrages und ein inhaltlicher Schwerpunkt der Fachkräftestrategie der Bundesregierung. Die Partner der Nationalen Weiterbildungsstrategie werden diese im kontinuierlichen Austausch umsetzen. In einem Gremium, das regelmäßig tagt, werden die Umsetzungsaktivitäten koordiniert und vernetzt. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) wird vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) beauftragt, den Umsetzungsprozess der Strategie mit einem Länderbericht zur beruflichen Weiterbildung in Deutschland fachlich zu begleiten. Im Jahr 2021 wird ein gemeinsamer Bericht vorgelegt werden, mit dem der Umsetzungsstand und die Handlungsziele der Nationalen Weiterbildungsstrategie überprüft und ggf. weiterentwickelt werden.
  (12.06.2019, prh)

Text der »Nationalen Weiterbildungsstrategie« (PDF, 23 Seiten)

Weiterführende Informationen

 

Endgültiges Aus für den Weiterbildungsguide

Weiterbildungsguide gr

Die Stiftung Warentest hat ihren Weiterbildungsguide am 4. Juni 2019 endgültig abgeschaltet 

Der »Weiterbildungsguide« sollte es Interessierten ermöglichen, mit wenigen Schritten zu einer Orientierung bei der Suche und Auswahl über mögliche Bildungsangebote zu gelangen. Die Entwicklung des von der Stiftung selbst entwickelten Tools wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert und stand der Öffentlichkeit kostenlos zur Verfügung.

Dies ist das endgültige Aus der Befassung mit Weiterbildung im Bereich der Stiftung Warentest. Bereits zum Ende 2017 endete das über viele Jahre bestehende Engagement der stiftungsinternen Abteilung Weiterbildung. In einem Bericht hierzu listete der BildungsSpiegel im April 2017 ausführlich die vielfältigen Aktivitäten der Abteilung auf.

Was noch bleiben sollte, war der Weiterbildungsguide: Eine fachlich und qualitativ hochwertige Handreichung an alle Bildungsinteressenten, die nach persönlich passenden Weiterbildungsmöglichkeiten suchten. Der Guide stellte ein wertvolles Instrument zur Klärung aller Fragen bereit, die im Vorfeld einer Entscheidung zu einem konkreten Kurs anfallen können.

Weiterbetrieb durch Dritte grundsätzlich möglich

Auf Anfrage des BildungsSpiegel erklärte die Presseabteilung der Stiftung Warentest, dass nach einem Auslaufen der Bundesförderung eine Fortführung des Weiterbildungsguides durch die Stiftung nicht möglich ist. Zwar sei diese auch mit einigen externen Interessenten im Gespräch gewesen, es habe jedoch an der Bereitschaft gemangelt, die Kosten aufzubringen, die bei einer Weiterführung für die Pflege der Portalinhalte erforderlich wären.

  (12.06.2019, bs/prh)

QUELLE: BildungsSpiegel.de

siehe auch: Stiftung Warentest stellt Weiterbildungstests zum Jahresende ein

 

Frauen könnten durch Weiterbildung von KI und Digitalisierung stärker profitieren

Frau vor Funktionenwand

Bis zu 4 Millionen neue Jobs in Deutschland durch technologischen Fortschritt. Jede vierte Frau und jeder dritte Mann muss sich bis 2030 in neue Berufsfelder einarbeiten und weiterbilden. Egal, ob Mann oder Frau: Jeder Fünfte läuft Gefahr, durch Automatisierung den bisherigen Arbeitsplatz zu verlieren.

Berufstätige Frauen und Männer in Deutschland sind auf den ersten Blick durch Automatisierung und Digitalisierung am Arbeitsmarkt in gleicher Weise betroffen: Jeder fünfte Beschäftigte, egal ob Mann oder Frau, könnte durch Automatisierung den bisherigen Arbeitsplatz verlieren. Beim Thema Weiterbildung sehen die Prognosen für die Frauen etwas besser aus: Bis zu 24% aller berufstätigen Frauen, aber bis zu 32% aller berufstätigen Männer werden sich bis 2030 in neue Berufsfelder einarbeiten oder weiterbilden müssen. Dennoch laufen Frauen Gefahr, von den Chancen durch neue Jobprofile nicht in gleichem Maße zu profitieren wie Männer.

Dies zeigt eine neue McKinsey-Studie mit dem Titel »The future of women at work: Transitions in an age of automation«. Dafür wurden verschiedene Automatisierungsszenarien in zehn Ländern analysiert. Allein in Deutschland könnten demzufolge bis 2030 bis zu neun Millionen Jobs wegfallen, gleichzeitig aber bis zu zehn Millionen neue Jobs durch technologischen Fortschritt und demografische Faktoren entstehen. Hinzu kommen bis zu vier Millionen zusätzliche Jobs in völlig neuen Berufen.

Neue Jobs setzen höhere Bildung voraus

Getrieben von der Entwicklung in Bereichen wie Künstliche Intelligenz oder Machine Learning werden völlig neue Berufsgruppen und Ausbildungszweige entstehen, von denen Männer und Frauen theoretisch in ähnlichem Ausmaß profitieren können.

Die Studie zeigt aber, dass Frauen sich wegen gesellschaftlicher Traditionen seltener für diese neuen Jobs qualifizieren können: »Leider haben Frauen noch immer aufgrund von Kindererziehung und unbezahlter Haushalts- und Pflegearbeit weniger Zeit und Möglichkeiten sich weiterzubilden, neue Qualifikationen zu erlangen oder neue Jobs zu suchen. Sie sind aus diesen Gründen auch häufig weniger mobil. Außerdem findet man sie weniger in den noch immer männerdominierten zukunftsträchtigen MINT-Fächer«, sagt Julia Sperling von McKinsey. MINT bezeichnet die Studienfächer Mathematik, Ingenieur-, Natur- und Technikwissenschaften.

Neue Jobs entstehen allerdings vor allem in Bereichen und Tätigkeiten, die eine höhere Bildung voraussetzen. In Deutschland werden der Studie zufolge bis 2030 2,9% mehr Jobs für Frauen und 5,5% mehr Jobs für Männer mit einem Universitätsabschluss als heute erwartet. Julia Sperling: »Frauen und Männer müssen in ihre Qualifikation investieren und bereit sein, ihre Ausbildung den technologischen Entwicklungen und Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt anzupassen. Wenn Frauen dies in ähnlichem Ausmaß schaffen wie Männer, kann sich der bestehende Gehaltsunterschied zwischen den Geschlechtern reduzieren. Wenn dies nicht gelingt, dann wird sich das Gefälle vergrößern und wir werden weniger Chancengerechtigkeit sehen«.

Der Zugang von Frauen und Mädchen zu MINT-Fächern ließe sich durch Kampagnen, Sponsorings und spezielle Förderprogramme erhöhen. Frauen, die bereits mitten in ihrer Karriere stehen, müssen darin unterstützt werden, Familie, Job und Weiterbildung unter einen Hut zu bekommen. Wichtig ist es auch, die Mobilität von Frauen zu stärken, mehr Flexibilität und dynamischere Karrierepfade anzubieten. »Frauen sind im Niedriglohnsektor überrepräsentiert, dafür in den technischen Berufen und Jobs, die Fachwissen voraussetzen, weniger stark vertreten. Wir müssen Frauen aktiv dabei unterstützen, die Qualifikations- und damit auch die Karriereleiter nach oben zu steigen«, appelliert Sperling. (07.06.2019, prh)

Zur Studie (PDF, 168 Seiten)

 

Anhörung zur Digitalen Bildung

Digitale Bildung

Die digitalpolitischen Vorhaben des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) waren Thema der 35. Sitzung des Ausschusses Digitale Agenda unter Leitung von Hansjörg Durz (CSU).

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) berichtete den Abgeordneten rund um den Themenkomplex digitale Bildung: »Wir arbeiten daran, die Forschung so gut aufzustellen, dass wir weiterhin die Innovationskraft haben, die wir brauchen«, sagte Karliczek. Im Bereich Bildung sei es gleichzeitig wichtig, die richtigen Rahmenbedingungen für junge Menschen zu stellen, aber auch Arbeitnehmern im Wandel der Arbeitswelt zu ermöglichen, neue Kompetenzen zu erwerben.

Ein dritter Punkt sei die Frage, wie Menschen an den Sozialinnovationen durch die Digitalisierung teilhaben können, die weder über Arbeit noch über Ausbildungs- oder Schulsysteme erreicht würden: »Um Vertrauen in Innovationen und Technologien zu haben, müssen Menschen verstehen, was dahinter steckt und mit ihnen umgehen können«, betonte die Ministerin.

Besonders hob Karliczek den Digitalpakt Schule hervor. Alle nötigen Unterschriften für die Bund-Länder-Vereinbarung seien nun vorhanden, das Geld könne fließen: »Von unserer Seite ist nun alles getan. In der Praxis müssen die Schulen jetzt Konzepte mit pädagogischem Mehrwert erstellen und diese bei den Ländern einreichen«, erklärte sie. Für die Kontrolle der Konzepte und auch das Sicherstellen der Lehrerfortbildung seien die Länder verantwortlich. Die Förderrichtlinien fielen dabei je nach Bundesland unterschiedlich aus. »Der Pakt ist auf fünf Jahre angelegt, wir wollten einen Anschub, sodass schneller digitale Infrastruktur in den Schulen vorhanden ist«, sagte Karliczek. Ein Nachfolge-Programm sei daher derzeit nicht geplant. Parallel arbeite man mit dem Hasso-Plattner-Institut auch an einer Schul-Cloud, die für mehr Zusammenarbeit zwischen den Bundesländern sorgen und datensicher sein soll.

Karliczek sprach auch die Hochschulbildung an. Dass der Hochschulpakt auf zehn Jahre befristet wurde, bringe für Hochschulen und Forschungseinrichtungen langfristige Planungssicherheit, da das Geld unbefristet gezahlt werden soll, sagte Karliczek. Dies diene auch dazu, mehr unbefristete Stellen zu ermöglichen.

Darüber hinaus sollen mit der nationalen Weiterbildungsstrategie »kleinteilige und modulare« Angebote über eine Plattform geschaffen werden, um als Partner an der Seite der Menschen zu stehen.

Auch im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) sei einiges in Planung: »Die Kompetenzzentren sollen zu Leuchttürmen und Knotenpunkten erweitert werden«, sagte Karliczek. Die Ausschreibungen für die 100 geplanten Professuren im Bereich der KI sollen noch in diesem Jahre gemeinsam mit der Alexander von Humboldt-Stiftung beginnen.

Ein Vertreter der Unions-Fraktion lobte die auf den Weg gebrachten Pakte und fragte danach, wann mit konkreten Ausschreibungen und Netzwerken für den MINT-Aktionsplan zu rechnen sei. Eine Vertreterin der SPD-Fraktion fragte nach Details über das deutsch-französische Zentrum zur Erforschung der KI sowie nach Details zur Schul-Cloud. Ein Vertreter der AfD-Fraktion interessierte sich für das Engagement der Ministerin im Digitalkabinett und kritisierte, dass der Antragsprozess beim Digitalpakt für Schulen relativ schwierig sei.

Ein Vertreter der FDP-Fraktion fragte nach konkreten Plänen zur Weiterbildungsplattform und bat um eine Einschätzung zu den geplanten Kürzungen im Etat des Bildungsministeriums. Eine Vertreterin der Linken-Fraktion fragte, ob bei der Umsetzung des Digitalpakts Open-Source-Lösungen bevorzugt würden und wie die Ministerin die Folgen der EU-Urheberrechtsreform für den Bildungs- und Forschungssektor bewerte. Eine Vertreterin der Grünen-Fraktion wollte wissen, warum viele kleinere KI-Standorte geplant seien und inwiefern Deutschland in den Prozess rund um einen europäischen Super-Computer involviert sei. Ein fraktionsloser Abgeordneter interessierte sich für regionale Unterstützungsstrukturen bei der Berufsbildung 4.0 und dafür, was das Ministerium unternehme, um die Attraktivität der MINT-Fächer in der Öffentlichkeit zu steigern.

  (06.06.2019, prh)

 

Jugendliche nutzen YouTube als Bildungs- und Kulturort

5 Jugendliche ohne Kopf

Hohe Bedeutung audiovisueller Lernformen für kulturelle Aktivitäten und beim Lernen für Schule  *  Bildung und Kultur aufgefordert, Bildungswelten besser zu verschränken 

Studie: Audiovisuelles Lernen in Form von Webvideos ist für Jugendliche zwischen 12 und 19 Jahren von großer Bedeutung und ein ganz normaler Teil ihres Alltags. Die Video-Plattform YouTube ist mit einer Nutzung von 86 Prozent der befragten Schüler und Berufsschüler eines ihrer digitalen Leitmedien. Fast die Hälfte der YouTube nutzenden Schüler*innen (47%) ziehen hier selbstständig Erklärvideos für das schulische Lernen heran, beispielsweise für Hausaufgaben oder Prüfungen, aber auch für künstlerische Fächer wie Musik, Kunst, Theater oder für AGs wie Chor oder die Schulband.

Für viele der Befragten sind die Clips in hohem Maße anregend, selbst künstlerisch aktiv zu werden. Ein Großteil der Jugendlichen ist sich auch der Vorteile von Unterricht gegenüber Webvideos sehr bewusst, zum Beispiel, dort Nachfragen stellen zu können. Ein Großteil, 60 Prozent der befragten YouTube-Nutzer, wünscht sich im Unterricht eine kritische Auseinandersetzung mit YouTube-Videos und der Plattform. Das sind die zentralen Ergebnisse der repräsentativen Studie »Jugend/YouTube/ Kulturelle Bildung. Horizont 2019« mit deutschlandweit 818 Befragten, die das unabhängige Expertengremium Rat für Kulturelle Bildung ausgewertet hat.

Überall, jederzeit, beliebig oft / veränderte Bildungslandschaft

Die klassische Bildungskonstellation von Lehren, Lernen und Wissen ändert sich durch die Digitalisierung grundlegend, wie die vorliegende Studie am Beispiel der Nutzung der Plattform YouTube durch Jugendliche zeigt. Selbstständige, informelle Praktiken des Lernens gewinnen an Bedeutung. Tutorials und Erklärvideos, die man sich überall und jederzeit beliebig oft ansehen kann, kommen offenbar den Erwartungen von Jugendlichen von eigenen Lernrhythmen und Lernzeiten entgegen. YouTube ist nicht primär als Bildungsmedium eingerichtet, hat aber, wie die Studie belegt, eine unerwartet hohe Bedeutung für den Bildungsbereich gewonnen. »Eine wichtige Schlussfolgerung aus der Studie ist, dass man dieses Medium nicht ignorieren darf. YouTube ist primär kein pädagogisches Medium, aber es ist tatsächlich inzwischen ein weiteres, wichtiges Lern- und Bildungsmedium, das die Bildungslandschaft im Ganzen berührt und verändert. Es ändern sich die Übungsformen der Schüler und damit auch die Voraussetzungen von Unterricht insgesamt. Man kann, wenn man das Medium schulseitig bewusst einsetzt, Unterricht anders aufbauen und auf diese Weise mehr Platz für individuelle Fragen und für Reflexion im Unterricht finden. Und man kann sich zur pädagogischen Eigenproduktion audiovisueller Medien anregen lassen«, sagt Prof. Eckart Liebau, Vorsitzender des Expertenrates.

Thema in Schule / Tipps von Freunden und Influencern am wichtigsten

Rund die Hälfte der befragten YouTube-Nutzer (52%) wünscht sich mehr Unterstützung seitens der Schule bei der Erstellung von Videos (Film/Schnitt/Beleuchtung). 56 Prozent glauben, dass die Bedeutung von YouTube in der Schule künftig zunehmen wird. »Die befragten Jugendlichen sind sich sehr klar über die Stärken, aber auch über die strukturellen Grenzen massenmedialer Vermittlung. Die Befunde appellieren an die der Schule eigenen Potenziale der gemeinsamen Reflexion und des Nachdenkens im generationsübergreifenden Zusammenhang«, so Benjamin Jörissen, Ratsmitglied und Lehrstuhlinhaber für Pädagogik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, in seiner einordnenden Position in der Studie. Weitere Ergebnisse zeigen, dass die Jugendlichen sich nach eigener Einschätzung nicht nur von den Vorschlägen von YouTube leiten lassen (36 Prozent tun dies), sondern dass sie zu 53 Prozent mit einer gezielten Suche zu einem bestimmten Thema einsteigen. Bei der Auswahl von Videos greifen sie zu 91 Prozent auf Empfehlungen von Freunden zurück, zu 65 Prozent auf Influencer, zu 44 Prozent auf Tipps von der Familie; bei Tipps von Lehrern sind es 30 Prozent.

Ästhetisch-kreative Anregung / neue Genres

Wenn es in den Clips um ästhetische Praktiken und kulturelle Aktivitäten geht, regen die Videos Jugendliche stark an, selbst praktisch aktiv zu werden. Generell nach ihren kulturellen Interessen gefragt, geben Mädchen eine große Bandbreite an, wie Designen, Fotografieren, Tanzen, Singen, Zeichnen, bei Jungen sind es hauptsächlich Computerspiele. Dieser Unterschied ist weniger deutlich bei den digitalen kulturellen Genres und es gibt mehr gemeinsame Favoriten. Das liegt möglicherweise auch an der auf YouTube etablierten Remix-Kultur mit zahlreichen neuen, klassische Kultursparten übergreifende Mischformen wie Funny Clips, Let´s Play, Mashupvideos, Animation oder Sampling. Als wichtigste Anregung wird die Inspiration zum Nachahmen und Mitmachen genannt. Audiovisuelle Formate sind offenkundig besonders für das Lernen durch kreative Nachahmung und das körpernahe Lernen interessant.

Dieses vorhandene Interesse der Jugendlichen sollten Kulturinstitutionen aufgreifen. Der Expertenrat sieht eine wichtige Rolle bei den Kulturinstitutionen und Vermittlern Kultureller Bildung inner- und außerhalb von Schule, Kindern und Jugendlichen die Möglichkeiten der digitalen Gestaltung und audiovisuellen Aufbereitung zu eröffnen, um sie dann auch reflektieren, beurteilen und selbst produzieren zu können.

Empfehlungen des Expertenrates im Überblick:

  • Digitalisierung als Aufgabe und Gegenstand der Kulturellen Bildung verstehen
  • Die Bedeutung der neuen Bildungskonstellation für kulturelle Teilhabe nutzen
  • Konsequenzen aus dem digitalen Lernen über Webvideos ziehen: Eigene audiovisuelle Formate entwickeln und in Fort- sowie Weiterbildung von Vermittlern implementieren
  • Das Bedürfnis der Jugendlichen aufgreifen: Hilfestellung bei der Erstellung von Videos leisten und Raum für kritische Auseinandersetzung schaffen · Bildungswelten (Bereiche formal/schulisch, non-formal/außerschulisch und informell/selbstorganisiert) stärker verschränken
  • Politik ist aufgefordert, Rahmen zur Entwicklung nichtkommerzieller Räume für digitale Kulturpraktiken zu schaffen

  (04.06.2019, prh)

Zur Studie (PDF, 65 Seiten)

 

Berufliche Bildung in der digitalen Arbeitswelt

Digitale Bildung

Mit der Beruflichen Aus- und Weiterbildung in digitalisierten Regionen hat sich die Enquete-Kommission »Berufliche Bildung in der digitalen Arbeitswelt« in einer öffentlichen Anhörung beschäftigt.

»In der zweiten Sitzung zum internationalen Vergleich wollen wir uns mit den Beschäftigungsstrukturen und Qualifizierungspfaden im Silicon Valley, Singapur und Estland beschäftigen und erfahren, was sie dort anders oder besser machen und möglicherweise warum«, eröffnete der Vorsitzende Stefan Kaufmann (CDU) die 11. Sitzung des Gremiums.

Matthias Pilz vom Institut für Berufs-, Wirtschafts- und Sozialpädagogik der Universität zu Köln berichtete von den Berufsbildungssystemen in Japan, China und Indien. Japan sei ein gutes Beispiel dafür, dass die Betriebe sehr aktiv seien, was die Investitionsbereitschaft in Ausbildungen angehe: »Dort beträgt die Abiturientenquote 98 Prozent. Somit studieren circa 70 Prozent der Schulabgänger, denn ein berufliches Bildungssystem existiert nicht«, sagte Pilz. Stattdessen fänden hauptsächlich trainings on the job im Betrieb statt, für die keine Vorerfahrung nötig sei. Ziel der Betriebe sei viel mehr, die Leute »zurechtzuschmieden«, gleichzeitig sei die Bereitschaft von außen zu lernen sehr hoch. »Unternehmen melden ihren Partnern freie Stellen und die Lehrkräfte vor Ort schauen dann, wer ein geeigneter Kandidat dafür sein könnte«, erklärte Pilz. Dieses System funktioniere aufgrund des wechselseitigen Zugangsmechanismus gut und das nicht nur bei Großbetrieben.

In China gebe es hingegen ein starkes Vollzeitsystem, das vom Staat und weniger von den Betrieben vorangetrieben werde. »Interessant ist die sehr gute bis hervorragende Ausstattung der Berufsschulen in den Städten und auch, dass eine subtile Aufwertung der beruflichen Bildung stattfindet, weil insbesondere in den Küstenregionen Fachkräfte gefragt sind«, sagte Pilz. Aber auch reagiere man mit unternehmenseigenen Klassen und Zusatzangeboten, die den Standardlehrplan ergänzen. Ganz anders sehe es in Indien aus, einem Land, in dem weder der Staat noch die Betriebe Investitionsbereitschaft zeigten. Pro Jahr strömen zwischen 12 und 13 Millionen Jugendliche in das Berufsbildungssystem, doch die Ausbildungskapazität sei viel geringer, sodass fast 90 Prozent der Jugendlichen im informellen Sektor landen würden. Im Land gebe es nur wenige Bildungseinrichtungen, die relativ schlecht ausgestattet seien und eine geringe Wertschätzung gegenüber Ausbildungsberufen, obwohl der Bedarf groß sei. Zudem gebe es keine Betriebsbindung, sodass es gut sein könne, dass 50 Prozent der Normalbeschäftigten nach den Sommerferien nicht wieder im Betrieb auftauchten, berichtete Pilz.

Mit Blick auf die Entwicklung der Berufsbildung im Ausland müsse in Deutschland überlegt werden, inwieweit das berufliche Bildungssystem geweitet werden könne, um hybride Formen weiter auszubauen, Kooperationen und die Durchlässigkeit und Gleichwertigkeit weiter zu fördern, damit es nicht zu einer noch stärkeren Akademisierung komme, plädierte Pilz.

Konstantinos Pouliakas vom Europäischen Zentrum für die Förderung der Berufsbildung (CEDEFOP) berichtete von der Situation in den EU-Mitgliedstaaten: »Wir haben erhoben, dass 70 Prozent der Jobs in der EU grundlegende digitale Kompetenzen voraussetzen«, sagte Pouliakas. Die Wahrscheinlichkeit, dass Jobs automatisiert oder ersetzt werden liege nach eigenen Berechnungen bei etwa 14 Prozent - im Verkehrs-, Finanz- und Fertigungssektor sei sie dabei deutlich höher als dort, wo direkte Interaktionen gefordert seien, etwa im Bildungs-, Gesundheits- oder Dienstleistungssektor. Immer wichtiger werde zudem, wie Arbeitnehmer auf dem Arbeitsmarkt navigieren und sich selbst organisieren können. Auch wenn etliche Länder versuchten in digitale Strategien zu investieren zeigten sich dabei deutliche Unterschiede: »Die digitalen Pioniere sind vor allem die skandinavischen und die Benelux-Länder sowie Estland. Die, die hinterherhinken, sind Zypern, Rumänien, Portugal und Griechenland«, berichtete Pouliakas. Der Berufsbildung-Experte warnte davor, neben den Investitionen in technologische Kompetenzen wie Datenalphabetismus die kognitiven und menschlichen Fähigkeiten zu vernachlässigen.

Rita Siilivask vom Ministerium für Bildung und Wissenschaft in Estland berichtete, dass der aktuelle Stand der Digitalisierung im Land das Ergebnis eines langen Prozesses zwischen öffentlichem und privatem Sektor sei. »Estland hat eine sehr technikbegeisterte Bevölkerung und eine proaktive Regierung, deren strategisches Ziel es über Jahrzehnte war, E-Estonia aufzubauen«, berichtete sie. 99 Prozent der Bevölkerung sei online und es finde ein guter Datenaustausch zwischen den Systemen statt.

»Berufliche Schulen sind unabhängig und können auf Bedarfe eingehen«, sagte Siilivask. Im Land gebe es 32 Institute für Berufliche Bildung und sechs für höhere Bildung, orientiert werde sich dabei immer am europäischen Qualifikationsrahmen. Aber auch in Estland seien die Arbeitsplätze noch nicht ausreichend digitalisiert, was auch an den kleinen und mittleren Unternehmen liege. Die Unternehmen seien jedoch stark in Schulräten und bei der Ausarbeitung von Berufsstandards mit einbezogen. »Wir lehren Problemlösungsfertigkeiten und wollen ein Bewusstsein schaffen für Informationstechnologien ab der Vorschulbildung«, erklärte Siilivask. Wichtig sei dafür insbesondere die kontinuierliche Evaluation über Bewertungsinstrumente und ein Beobachtungssystem für Bedarfe auf dem Arbeitsmarkt.

 

(04.06.2019, prh)

 

Zukunft der Berufsbildungszusammenarbeit

Menschengruppe hinter Weltkugel

Entwicklungen wie die Transformation der Arbeitswelt im Kontext der Digitalisierung, die Zunahme weltweiter Wanderungsbewegungen, der Klimawandel und die fortschreitende Globalisierung stellen die Bundesregierung vor neue Herausforderungen in der Berufsbildungszusammenarbeit. Diese werden unter anderem in der UN-Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung benannt, heißt es in der als Unterrichtung vorliegenden »Strategie der Bundesregierung zur internationalen Berufsbildungszusammenarbeit«.

Die Bundesregierung engagiere sich seit vielen Jahren in der internationalen Berufsbildungszusammenarbeit (iBBZ) und erlebe eine steigende Nachfrage nach deutschem Know-how in der dualen Berufsbildung. Hierzu habe sie eine Strategie vorgelegt, die das gemeinsame Dach für die Ausrichtung der iBBZ bilde. Die Bundesregierung bekenne sich zum gemeinsamen strategischen Handeln ihrer Ressorts und schaffe größtmögliche Kohärenz und Transparenz in der iBBZ der Bundesministerien. Die neue Strategie entwickle im Rahmen geltender Haushalts- und Finanzplanansätze die Instrumente der Koordinierung und ergänze diese mit dem Ziel, Synergien und Komplementarität zwischen Einzelinitiativen zu erreichen, damit die Wirksamkeit der iBBZ insgesamt weiter gesteigert werden kann.

Berufliche Aus- und Weiterbildung sei zu einem weltweit anerkannten Schlüsselfaktor der internationalen Entwicklung geworden. Mit ihrem internationalen Engagement in der Berufsbildungszusammenarbeit setze sich die Bundesregierung für einen gleichberechtigten Zugang zu beruflicher Bildung sowie für inklusive, hochwertige und arbeitsmarktorientierte Berufsbildung ein. Sie verfolge mit guter und praxisnaher Berufsbildung das Ziel, weltweit dazu beizutragen, politische, wirtschaftliche und soziale Teilhabe zu sichern, und dafür zu sorgen, das Qualifikationsniveau der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu steigern, die Beschäftigungsfähigkeit zu erhöhen, qualifizierte Fachkräfte für lokale, deutsche und internationale Unternehmen im Ausland zu sichern, technologische Entwicklungen und Wettbewerbsfähigkeit zu unterstützen, Zukunftsperspektiven zu schaffen, Gesellschaften zu stabilisieren, Menschen in qualifizierte, menschenwürdige Arbeit zu bringen und damit Bleibeperspektiven für Menschen in den Heimatländern zu schaffen.

Die Bundesregierung favorisiert laut Unterrichtung die in Deutschland praktizierte duale Berufsausbildung. Diese verbinde betriebliches mit schulischem Lernen. Sie vermittle umfassende berufliche Handlungskompetenz und stelle eine sowohl am Arbeitsmarkt als auch an dem Bedarf der Unternehmen ausgerichtete, zugleich an den Beschäftigten orientierte, zukunftsgerichtete Ausbildung sicher. Durch das hohe Maß an Durchlässigkeit und Anschlussfähigkeit eröffne das duale System vielfältige Karrierewege mit Entwicklungs- und Aufstiegschancen.

Die Bundesregierung unterstützt diese bewährte Form der Berufsbildung auch im Ausland. Sie führe den Dialog mit Regierungen, die Interesse am deutschen dualen System der Berufsbildung zeigen. Ziel der Bundesregierung sei es, die Partnerländer nachhaltig und bedarfsgerecht dabei zu unterstützen, kontextspezifisch Elemente praxisorientierter beziehungsweise dualer Berufsbildung in ihr jeweiliges System wirksam einzupassen. In der Kooperation mit Partnern orientiere sich die Bundesregierung an den fünf Prinzipien des dualen Systems: Dazu gehören gemeinsame Verantwortung von Staat, Wirtschaft und Sozialpartnern, das Lernen im Arbeitsprozess, die Akzeptanz von nationalen Berufs-, Ausbildungs- und Prüfungsstandards, qualifiziertes Bildungspersonal in Betrieben und Berufsschulen, Institutionalisierte Berufsbildungs- und Arbeitsmarktforschung sowie Beratung zur Berufsbildung.

Die Bundesregierung unterstreicht die Eigenverantwortung des jeweiligen Staates für eine zukunftsfähige und nachhaltige Berufsbildung. Die Auswahl der Partnerländer erfolge anhand bildungs-, wirtschafts-, arbeitsmarkt-, entwicklungs-, kultur-, gesellschafts- und außenpolitischer Ziele. Die Ressorts setzen hierzu im Rahmen ihrer Zuständigkeiten eigene Prioritäten. Wesentlicher Teil der Anbahnung von Kooperationen der Bundesregierung seien Koordinierungs- und Abstimmungsprozesse zwischen den beteiligten Bundesministerien sowie ihre Abstimmung mit den deutschen Kooperationsakteuren und mit deutschen und internationalen Auslandsstrukturen. Die Bundesregierung unterstütze politische Akteure der Partnerländer bei der Schaffung und Implementierung eines Rahmens für die Gestaltung und Weiterentwicklung beruflicher Bildung. Innerhalb dessen stärke sie staatliche Institutionen, Unternehmen und Wirtschaftsverbände sowie Sozialpartner.

 

(31.05.2019, prh)

Strategie der Bundesregierung zur internationalen Berufsbildungszusammenarbeit (PDF, 5 Seiten)

 

»Qualitätsoffensive Lehrerbildung«: Neue Förderrunde startet

Qualitätsoffensive Lehrerbildung

64 Hochschulen werden von einer zusätzlichen Förderrunde in der »Qualitätsoffensive Lehrerbildung« von Bund und Ländern profitieren.

Am 20./21. Mai 2019 hat das Auswahlgremium in einem wissenschaftsgeleiteten Verfahren 43 Projekte für eine Förderung von insgesamt bis zu 79 Millionen Euro bis zum Ende des Jahres 2023 empfohlen. 26 der ausgewählten Projekte widmen sich dem Themenschwerpunkt »Digitalisierung in der Lehrerbildung« und 13 Projekte dem Bereich »Lehrerbildung für die beruflichen Schulen«. Vier Projekte setzen vor allem an der Schnittstelle dieser Bereiche an.

Die GWK-Vorsitzende und Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Verbraucherschutz der Freien Hansestadt Bremen, Prof. Dr. Eva Quante-Brandt, hob hervor: »Das Potential der zusätzlichen Förderrunde der »Qualitätsoffensive Lehrerbildung« ist beindruckend. Mit der gewählten Schwerpunktsetzung wenden wir uns noch einmal explizit den drängenden Zukunftsthemen Digitalisierung in der Lehrerbildung und Lehrerbildung an beruflichen Schulen zu. Von den ausgewählten Projekten verspreche ich mir eine deutliche Stärkung der Medienkompetenz zukünftiger Lehrkräfte und die Weiterentwicklung von innovativen Lehr- und Lernkonzepten. Angesichts der Nachwuchssorgen im beruflichen Lehramt muss dessen Attraktivität beispielsweise durch Formate des berufsbegleitenden Studiums deutlich erhöht werden. Auch hier setzen wir ein wichtiges Signal.«

Die stellvertretende GWK-Vorsitzende und Bundesministerin für Bildung und Forschung, Anja Karliczek, erklärte: »Schon ab der ersten Klasse müssen unsere Kinder lernen, sich in einer digitalen Welt zu bilden. Und das hört an Berufsschulen nicht auf. Wir unterstützen die Hochschulen dabei, angehende Lehrerinnen und Lehrer auf diese Aufgabe vorzubereiten. Mit der zusätzlichen Förderrunde in der Qualitätsoffensive Lehrerbildung setzen wir bewusst zwei thematische Schwerpunkte: berufliche Bildung und Digitalisierung. Damit ergänzt die Qualitätsoffensive Lehrerbildung hervorragend unseren DigitalPakt Schule mit den Ländern. Wir stärken die berufliche Bildung und verankern gleichzeitig die Digitalisierung in der Lehrerbildung. Beides ist mir wichtig. Ebenso, dass die Ergebnisse der Projekte zügig in die Breite getragen werden«.

2018 hat die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) beschlossen, die »Qualitätsoffensive Lehrerbildung« ab 2020 um eine neue Förderrunde in Höhe von 79 Millionen Euro mit den Schwerpunkten »Digitalisierung in der Lehrerbildung« und/oder »Lehrerbildung für die beruflichen Schulen« zu ergänzen. Das 18-köpfige Auswahlgremium setzt sich zusammen aus Expert*innen aus Wissenschaft, Studierendenschaft und der schulpraktischen Professionalisierung sowie Vertreter*innen des Bundes und der Länder. In die Beratungen gingen zudem externe Gutachten von renommierten Wissenschaftler*innen aus dem In- und Ausland ein.

Hintergrund
Bund und Länder haben 2013 die »Qualitätsoffensive Lehrerbildung« als gemeinsames Bund-Länder-Programm für zehn Jahre beschlossen. Der Bund stellt ein Gesamtfördervolumen von bis zu 500 Millionen Euro bereit.

 

(28.05.2019, prh)

Weitere Informationen zum Bund-Länder-Programm »Qualitätsoffensive Lehrerbildung«

 

Digitale Hochschulbildung

eLearning

Die Europäische Kommission arbeitet an der »Einrichtung einer europäischen Plattform für digitale Hochschulbildung«. Es soll der interoperable und datenschutzgrundverordnungskonforme Austausch von Studentendaten innerhalb Europas und insbesondere zwischen Europäischen Hochschulen ermöglichen werden.

Gleichwohl befinde sich das Projekt in einem sehr frühen Stadium, weshalb man noch nicht von der tatsächlichen Einrichtung so einer Plattform sprechen könnte, betont die Bundesregierung in einer Mitteilung.

Aus Sicht der Bundesregierung ist die Relevanz des Themas jedoch dennoch groß. Eine Herstellung einer solchen Funktion stelle im hochschulübergreifenden administrativen Raum eine wesentliche Erfolgsbedingung für Studentenmobilität allgemein und damit auch für gemeinsame Studienprogramme dar.

Der Zeitraum 2019 bis 2020 sei von der Europäischen Kommission als Definitions-, Entwicklungs- und Testphase festgelegt worden, mit Start der neuen Erasmus+-Programmgeneration ab 2021 sollen Funktionen anwendbar sein, um sukzessive bis zum Jahr 2025 eine Verbindung bestehender Anwendungen realisieren zu können. Mit Beginn der kommenden Erasmus+-Programmgeneration (2021 bis 2027) sollen digitale Komponenten der European Student Card Initiative und des Netzwerkes Erasmus Without Paper (EWP) schrittweise verpflichtend werden. Die Laufzeit des Projektes OpenU umfasst 36 Monate (Februar 2019 bis Februar 2022).

Durch die Digitalisierung biete sich die Möglichkeit, aus bestehenden Daten durch die Verknüpfung mit anderen Daten völlig neues Wissen zu erzeugen. Open Science und insbesondere Open Data seien dafür wichtige Ansätze. Aus Sicht der Bundesregierung seien international einheitliche Datenstandards, die dem FAIR-Prinzip folgen, sowie individuelle Lösungen, die international anschlussfähig sind, zentrale Elemente. FAIR-Prinzip beinhaltet, dass Daten auffindbar (findable), zugreifbar (accessible), interoperabel und wiederverwendbar (reusable) sein müssen.

Die Ziele des interoperablen und datenschutzgrundverordnungskonformen Austausch im Hochschulbereich würden auch explizit im Rahmen der jüngst veröffentlichten Digitalisierungsstrategie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) weiterverfolgt.
 

(22.05.2019, prh)

Mitteilung der Bundesregierung (PDF, 8 Seiten)

siehe auch: Umsetzung der KI-Strategie durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (PDF, 12 Seiten)

 

Wissenschaftliche Weiterbildung: Das sagen Parteien vor der Europawahl

EU Flagge

Die Deutsche Gesellschaft für wissenschaftliche Weiterbildung und Fernstudium (DGWF) hat aus Anlass der Europawahl die politischen Parteien kontaktiert und um Beantwortung von Fragen zur wissenschaftlichen Weiterbildung gebeten. Ziel ist es, eine Vorstellung von den Ansichten der Parteien zur Weiterbildung an Hochschulen zu bekommen und zur Sensibilisierung für das Thema innerhalb der Parteienlandschaft beizutragen.

Die DGWF wollte es genau wissen: Welche Positionen vertreten die politischen Parteien zur Weiterbildung an Hochschulen? Die Ergebnisse dieser Befragung liegen nun vor.

Die fünf führenden Parteien, die sich um ein Mandat bei der Europawahl bewerben, haben auf die sogenannten Wahlprüfsteine der DGWF geantwortet. Konkret handelt es sich um sieben Fragen, z.B. zu Ausbau und Förderung der wissenschaftlichen Weiterbildung oder auch zu Organisationsfragen wie GmbH- oder Franchise Modellen.

Die Antworten der Parteien vermitteln ein differenziertes Bild und bieten einen guten Einblick in die jeweiligen Vorstellungen des avisierten politischen Spektrums zur wissenschaftlichen Weiterbildung. Sie können somit eine Entscheidungshilfe bei der Wahl zum europäischen Parlament sein.

 

(20.05.2019, prh)

Zu den Antworten der Parteien

 

Linke will Meisterpflicht ausweiten

Meisterbrief ano

Qualität und Rahmenbedingungen im Handwerk stehen im Mittelpunkt eines Antrags der Linksfraktion im Deutschen Bundestag  

Die Bundesregierung solle unter Einbeziehung Betroffener Kern-Parameter wie Umsatz, Löhne und Beschäftigtenzahlen umfassend qualitativ und quantitativ evaluieren, fordern die Abgeordneten. Auf Basis dieser Ergebnisse solle bei Handwerken, bei denen es sachlich geboten und rechtlich möglich erscheint, der verpflichtende Meisterbrief per Gesetz wieder eingeführt werden.

Dabei müssten die Selbstständigen Bestandsschutz erhalten, die sich nach der Handwerksnovelle 2004 ohne Meisterbrief selbstständig gemacht haben. Es müsse sichergestellt werden, dass die alternativen Zugangsmöglichkeiten der Handwerksordnung großzügig anerkannt werden, heißt es in dem Antrag weiter.

Zur Aus- und Weiterbildung wird argumentiert:

Die Aus- und Weiterbildung im Handwerk muss, auch mit Blick auf den ökologischen und digitalen Wandel, modernisiert werden. 2018 blieben 17.000 Ausbildungsplätze im Handwerk unbesetzt. Ein Grund ist neben der relativ geringen Entwicklung der Gehälter und Einkommen im Handwerk, dass bereits die Ausbildungsvergütung laut Bundesinstitut für Berufsbildung etwa 35 Prozent niedriger ist als in anderen vergleichbaren Branchen. Es braucht also im Handwerk eine viel angemessenere und attraktivere Ausbildungsvergütung. Auch die Zahl der Meisterprüfungen ist rückläufig. Die finanziellen Hürden für den beruflichen Aufstieg und diesen Qualifikationsnachweis sind konkret abzubauen. Mit Blick auf die Kostenfreiheit eines Studiums ist es deshalb etwa nur konsequent, eine ebenso kostenfreie, qualitativ hochwertige Meisterausbildung bundesweit umzusetzen.

Hintergrund ist die Diskussion über eine mindestens teilweise Wiedereinführung der Meisterpflicht für Berufe, für die genau diese Pflicht im Zuge der Novelle von 2004 abgeschafft wurde. Ausbildungsleistung und Qualität seien seitdem gesunken, erklären die Abgeordneten der Linksfraktion.
  (15.05.2019, prh)

Im Wortlaut: Antrag der Linken (PDF, 3 Seiten)

 

Sachsen stärkt Lehrende in der Erwachsenenbildung

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Das Land ist Pilotregion für Kompetenzmessung in der Weiterbildung 

Sachsens Erwachsenenbildung soll noch leistungsfähiger werden. Dazu unterstützt der Freistaat als bisher einzige Pilotregion in Deutschland ein Forschungsprojekt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. »In Sachsen gibt es eine vielfältige und leistungsfähige Weiterbildungslandschaft mit ganz unterschiedlichen Akteuren, von angestellten hauptberuflichen Pädagogen bis zu ehrenamtlichen Kursleitenden. Genau diesen Lehrenden soll das Projekt dienen«, begründet Kultusminister Christian Piwarz die Teilnahme.

Von 2019 bis 2021 ist Sachsen daher Erprobungsregion für ein Verfahren zur Anerkennung von Kompetenzen Lehrender in der Erwachsenen- und Weiterbildung. Unter der Marke »GRETA – kompetent handeln in Training, Kurs und Seminar« hat das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung (DIE) ein Kompetenzmodell für Lehrende entwickelt. Rund um den Verband Sächsischer Bildungsinstitute (VSBI), der als »GRETA-Hotspot« zentraler Ansprechpartner und Multiplikator ist, werden Einrichtungen und Lehrende aus unterschiedlichen Teilfeldern der Erwachsenen- und Weiterbildung in Sachsen an der Erprobung teilnehmen.

Da Dozenten, Kursleitende und Trainer der Erwachsenen- und Weiterbildung unterschiedlich pädagogisch qualifiziert sind, dient das Projekt dazu, nicht formal erworbene und während der Berufstätigkeit erlangte Kompetenzen anzuerkennen oder Entwicklungsbedarfe genauer zu identifizieren. »Grundprinzip ist, dass dies auf freiwilliger Basis erfolgt. Förderliche Rahmenbedingungen wie z.B. unterstützende Strukturen sind wichtige Voraussetzungen für eine gelungene Professionalitätsentwicklung«, betont Dr. Anne Strauch, die Projektverantwortliche beim DIE. Gutachter und Gutachterinnen, die im Rahmen des Projektes ausgebildet und honoriert werden, erstellen gemeinsam mit den Lehrenden die Kompetenzbilanz. Anmeldungen für die ganztägige Schulung am 5. Juni 2019 in Dresden sind noch möglich.

»Für uns ist es wichtig, dass auch unsere anerkannten Einrichtungen der allgemeinen Weiterbildung wie die Volkshochschulen und ihre zahlreichen Kursleitenden ihre Sichtweisen und Erfahrungen in das Projekt einbringen können«, so Kultusminister Piwarz.

Der Vorstandsvorsitzende des VSBI Norbert Rokasky, sagt zur Rolle seines Verbandes: »Wir sind überzeugt von den Chancen, die für die Professionalitätsentwicklung des Weiterbildungspersonals aus dem Projekt hervorgehen können. Die im Rahmen des Projektes finanzierten Dienstleistungen stehen unseren Mitgliedsinstitutionen ebenso wie allen anderen interessierten Weiterbildungsträgern sowie Erwachsenenbildnern kostenfrei zur Verfügung«.

Erwachsenenbildungseinrichtungen in Sachsen sowie in der Erwachsenenbildung Lehrende können sich beim VSBI zur Beteiligung (vsbi@vsbi.de) anmelden.

 

(15.05.2019, prh/kmsach)

siehe auch: DIE Bonn entwickelt mit acht Partnern trägerübergreifendes Anerkennungsverfahren

 

Nationale Weiterbildungsstrategie: DGB legt 10-Punkte-Plan vor

DGB

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat in einem 10-Punkte-Plan Vorschläge zur Nationalen Weiterbildungsstrategie vorgelegt. Unter anderem fordern die Gewerkschaften ein »Recht auf Weiterbildung«.

Mit dem Qualifizierungschancengesetz wurde die berufliche Förderung von Weiterbildung ausgeweitet und ein Recht auf Weiterbildungsberatung eingeführt. Um den Wandel der Arbeitswelt solidarisch zu gestalten, müsse aber das Recht auf Beratung durch einen gesetzlichen Rechtsanspruch auf berufliche Weiterbildung und entsprechende staatliche Förderangebote flankiert werden.

Förderung von tariflichen Weiterbildungsvereinbarungen

Sehen Tarifverträge für eine persönliche Weiterbildung Freistellungsansprüche mit einer Zuschusszahlung des Arbeitgebers vor, so sollte der Gesetzgeber solche Regelungen fördern, indem solche Zuschüsse steuerbefreit werden. Bildungszeiten sollen dabei grundsätzlich sozial abgesichert bleiben.

Transfermaßnahmen verstärkt für Weiterbildung nutzen

Das Instrument Transfermaßnahme in Verbindung mit dem Transfer-Kurzarbeitergeld ist geschaffen worden, um Menschen und Unternehmen bei betrieblichem Strukturwandel zu unterstützen. Voraussetzung ist jedoch die Freisetzung der Beschäftigten mit dem Ziel der Vermeidung von Arbeitslosigkeit. Die kollektiven Hilfen im Rahmen der Transfermaßnahme bieten viele Vorteile für branchenbezogene und berufsbezogene Ansätze. In der Transferphase bestehen gute Voraussetzungen für Weiterbildung. Hierzu hat der DGB gezielte Vorschläge, wie die Elemente der Weiterbildung zu stärken sind, indem die Bundesagentur für Arbeit sich bei bestimmten Fallkonstellationen auch an den Kosten der Weiterbildung beteiligt.

Betriebliche Weiterbildungsmentoren

Ein weiterer Vorschlag der Gewerkschaften: Auf Arbeitnehmerseite könnten Betriebs- und Personalräte oder gewerkschaftliche Vertrauensleute die Ausbildung betrieblicher Weiterbildungsmentor*innen organisieren. »Im Betrieb müssen Kompetenzen der Berufsberatung und der beruflichen Begleitung aus- und vielerorts neu aufgebaut werden«, heißt es im 10-Punkte-Plan. »Selbst im besten Falle der bestmöglichen Kooperation mit den Beraterinnen und Beratern der Bundesagentur für Arbeit sind Kompetenzen der Personalentwicklung, aber auch der Begleitung durch berufliche Veränderungsprozesse nötig«.

Weitere Vorschläge aus dem 10-Punkte-Plan:

  • Bessere Rechte für Betriebsräte: Einführung eines generellen Initiativ- und Mitbestimmungsrechts bei Personalplanung, Beschäftigungssicherung und Qualifizierung
  • Fortführung der Sozialpartner-Richtlinie
  • Förderung von tariflichen Weiterbildungsvereinbarungen
  • Transfermaßnahmen verstärkt für Weiterbildung nutzen
  • Recht auf Weiterbildung stärken
  • Lernzeitansprüche neu regeln und ausweiten
  • Aufstiegs-BAföG (AFBG) ausbauen
  • ESF-Bildungsprämien weiterentwickeln

          (12.05.2019, prh)

10-Punkte-Plan zur Nationalen Weiterbildungsstrategie (PDF, 5 Seiten)

Erläuterungen zur Nationalen Weiterbildungsstrategie

 

Regierungen müssen mehr tun, um lebenslanges Lernen zu fördern

OECD6Regierungen müssen mehr in Bildung und Weiterbildung investieren und sie so gestalten, dass jede und jeder von der Digitalisierung profitieren kann. Zu diesem Schluss kommt eine neue OECD-Studie, die heute vorgestellt wurde.

Der OECD Skills Outlook 2019 ist Teil der OECD-Kampagne »I am the Future of Work« zur Gestaltung der Arbeitswelt von morgen. Die Studie plädiert dafür, aus traditionellen Bildungssystemen Systeme lebenslangen Lernens zu machen. Schulische Lehrpläne sollten so angepasst und Lehrkräfte so fortgebildet werden, dass sie Schüler*innen die Kenntnisse vermitteln, die im Umgang mit digitaler Technik nötig sind. Zudem sollten digitale Medien stärker genutzt werden, um das Lernen effizienter, flexibler und vor allem individueller zu gestalten.

»In unserer sich schnell wandelnden und immer digitaler werdenden Welt, hängt viel davon ab, ob man über die richtigen Kompetenzen verfügt oder nicht«, sagte OECD-Generalsekretär Angel Gurría bei der Vorstellung des Berichts in Paris. »Politik sollte helfen, Flexibilität, berufliche Mobilität und Arbeitsplatzsicherheit in Einklang zu bringen. Mit den richtigen Investitionen in Bildung, wird sich im Zuge der digitalen Revolution auch für alle die Lebensqualität verbessern«.

Auch die Erwachsenenbildung sollte neue Wege gehen. Der Bericht zeigt, dass Weiterbildung oder eine berufliche Umorientierung für Erwachsene selten den Stellenwert haben, der ihr zukommen sollte. Dabei sind heute auf dem Arbeitsmarkt Karrieren, nicht linear verlaufen, besonders wertvoll. Entsprechend braucht es flexiblere Weiterbildungsmöglichkeiten und eine größere Anerkennung für berufliche Weiterbildung.

 

Skills outlook 2019

 

Wie die Studie zeigt, sind einige OECD-Länder weit besser auf den digitalen Wandel und die veränderte Arbeitswelt vorbereitet als andere. In Deutschland steht die junge Generation der 16-29-jährigen in Bezug auf ihre Vorkenntnisse im Umgang mit digitaler Informations- und Kommunikationstechnik besser da als der OECD-Durchschnitt. In vielen anderen Bereichen schneidet Deutschland eher durchschnittlich ab. So etwa bei der Nutzung von Weiterbildungsmöglichkeiten für Erwachsene. Ein problematischer Aspekt hier ist, dass gerade geringqualifizierte Arbeitskräfte und solche, deren Tätigkeit mit erhöhter Wahrscheinlichkeit durch Automatisierung ersetzt werden wird, besonders selten an Weiterbildung und Weiterqualifikation teilnehmen.

‌Belgien, Dänemark, Finnland, die Niederlande, Norwegen und Schweden gehören zu einer kleinen Gruppe von digitalen Vorreitern. Diese Länder können die Chancen der Digitalisierung besonders gut nutzen, weil ein großer Teil der Bevölkerung die notwendigen Vorkenntnisse besitzt oder Zugang zu entsprechenden Weiterbildungsmaßnahmen hat.

Viele andere Länder haben zumindest in einigen Bereichen noch Nachholbedarf. Japan und Korea etwa sind zwar prinzipiell gut aufgestellt, müssen aber dringend dafür sorgen, dass ältere Bürger nicht den Anschluss verlieren. In Chile, Griechenland, Italien, Litauen, der Slowakischen Republik und der Türkei fehlen den Menschen oft die Vorkenntnisse, um die Chancen der Digitalisierung zu nutzen, und es mangelt an Weiterbildungsmöglichkeiten.

 

(09.05.2019, prh)

Ländernotizen Deutschland (PDF, 2 Seiten)

Gesamtbericht OECD Skills Outlook 2019

 

In Neuigkeiten & Terminen

Blended-Learning-Konzepte entwickeln (Webinar)

vom 09.05.2019 um 16:15 Uhr bis zum 27.06.2019 um 17:45 Uhr

Lehre in Präsenzsituationen und als E-Learning-Angebot hat in beiden Fällen ihre spezifischen Vor- und Nachteile.

Will man sich als Lehrende und Lehrender für eine Form entscheiden, spielen verschiedene Kriterien eine Rolle: Im Präsenzseminar können offene Fragen direkt geklärt und gemeinsame Gruppen- und Seminardiskussionen »face to face« geführt werden. In einer E-Learning-Veranstaltung können Studierende individuell begleitet werden. Zugleich ist es möglich, dass viele Studierende gleichzeitig interaktiv Wissen aufbauen.

Dafür muss allerdings vorher das Lernmaterial sorgfältig erstellt und ggf. medial aufbereitet werden. Ist der Kurs jedoch einmal konzipiert, hat der Lehrende - je nach Konzept - vielleicht sogar weniger Betreuungsaufwand als in Präsenzseminar. Blended Learning verfolgt die Idee, beide Kursformate miteinander zu verbinden und dadurch die Vorteile beider Seiten zu nutzen.

Dauer: 16 Arbeitseinheiten
Alle Termine jeweils donnerstags: 09.05./ 23.05./ 06.06./ 27.06.2019; 16:15 bis 17:45 Uhr
Ort: Webinar; ortsunabhängig

 

wEBtalk - Content-Strategie in der Erwachsenenbildung: Wie man Bildungsinteressierte erreicht

vom 28.06.2019 um 10:30 Uhr bis zum 28.06.2019 um 11:30 Uhr

Bildungseinrichtungen schreiben ihre Angebote vermehrt auch im Internet aus, Portale und Plattformen informieren online über bildungsrelevante Themen. Dabei stellt sich oft die Frage, wie man Bildungsinteressierte online gut ansprechen bzw. auf Bildungsmöglichkeiten aufmerksam machen kann. Hier kommt Content-Strategie ins Spiel - dabei geht es um die koordinierte Erstellung, Veröffentlichung und Verbreitung von Inhalten über digitale Kanäle. Als Impulsgeberin wird Irene Michl beim wEBtalk Tipps geben, wie Bildungsorganisationen Content-Strategie nützen können, um TeilnehmerInnen und Interessierte online auf Bildungs-, Beratungs- und Informationsangebote aufmerksam zu machen. Doris Hirschmann vom DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation und Michelle Mathys vom Schweizerischen Verband für Weiterbildung SVEB werden ihre Erfahrungen mit dieser Thematik teilen.
Moderation: Bianca Friesenbichler (CONEDU)

 

Zukunft Personal 2019 (Köln)

vom 17.09.2019 bis zum 19.09.2019

Mit Marion Rövekamp, Vorständin Personal & Recht, EWE AG als Keynote Speaker

 

#DigitalWomen - Wiedereinstieg mit Zukunft (Darmstadt)

vom 31.10.2019 um 10:00 Uhr bis zum 31.10.2019 um 16:00 Uhr

Themenbereiche:

  • Frauen auf dem transformierten Arbeitsmarkt
  • Medienkompetenz
  • Gender und Digitalisierung
  • Praxis Digitales Lernen
  • Live-Schaltung Nowa, Graz (Österreich)

Anmeldungen können bereits jetzt über kontakt@berami.de vorgenommen werden.

 

OEB GLOBAL 2019 (Berlin)

vom 27.11.2019 bis zum 29.11.2019

Globale, branchenübergreifende Konferenz und Ausstellung zum Thema »Technologieunterstütztes Lernen und Training«

 

 

IWWB vernetzt

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