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Neuigkeiten & Termine

BMAS startet Bundesprogramm zum Aufbau von Weiterbildungsverbünden

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Seit dem 2. Juli 2020 können Bewerbungen für das Bundesprogramm »Aufbau von Weiterbildungsverbünden« eingereicht werden. Damit setzt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales eine zentrale Vereinbarung aus der Nationalen Weiterbildungsstrategie um. Für die Bewerbung müssen bis spätestens 25. August 2020 aussagekräftige Projektskizzen bei der Gesellschaft für soziale Unternehmensberatung mbH (gsub) eingereicht werden.

Mit dem Förderprogramm sollen insbesondere Beschäftigte von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) die Möglichkeit erhalten, häufiger an Weiterbildungen teilzunehmen. Ziel ist es, mit Hilfe regionaler Koordinierungsstellen verbindliche Kooperations- und Vernetzungsstrukturen zwischen Unternehmen, Bildungs- und Beratungseinrichtungen sowie allen weiteren wichtigen Akteuren der Weiterbildungslandschaft aufzubauen. Regionale Wirtschafts- und Innovationsnetzwerke sollen so gestärkt werden.

Des Weiteren geht es darum,

  • den Weiterbildungsbedarf der Beschäftigten zu identifizieren und die KMU trägerneutral zu beraten,
  • Informationen zu beruflicher Weiterbildung zu recherchieren und aufzubereiten sowie an die KMU weiterzugeben und
  • die Bildungsstätten bzw. -träger bei der inhaltlichen Ausgestaltung neuer Weiterbildungsmaßnahmen für die KMU zu unterstützen.

Staatssekretär Björn Böhning:

»Die Corona-Krise wird den vor allem digital getriebenen Strukturwandel unserer Arbeitsgesellschaft noch einmal deutlich beschleunigen und den Arbeitsmarkt verändern. Weiterbildung rückt dabei immer stärker in den Fokus. Wir brauchen neue Wege und betriebliche Strategien, um den Austausch der Unternehmen untereinander zu fördern und weitere Zugänge zu Wissen und Bildung für möglichst viele Beschäftigte zu schaffen. Mit dem Förderprogramm zur Unterstützung von Weiterbildungsverbünden rücken wir dem Ziel einer neuen Weiterbildungskultur in Deutschland ein Stück näher«.

Alle Antragsformulare, die Kontaktdaten und weitere Informationen für Rückfragen können über den Link unten erreicht werden.
  (03.07.2020, prh)

Aufbau von Weiterbildungsverbünden: Informationen und Formulare

Förderrichtlinie für das Bundesprogramm »Aufbau von Weiterbildungsverbünden« (PDF, 5 Seiten)

 

Europass-Portal: Mehr Funktionen und neuer Look

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Das neue Europass-Portal geht mit deutlich erweiterten Funktionen sowie taufrischem Design online und löst den bisherigen Europass-Lebenslauf-Editor ab. Das vielsprachige Portal für Lernen und Arbeiten in Europa bietet einen geschützten, werbe- und kostenfreien Raum zur Selbstverwaltung von persönlichen Kompetenzen.

Dabei stellt es sicher, dass die Nutzer*innen alleinige Kontrolle über ihre Daten haben und Dritte diese nicht einsehen können.

Herzstück der neuen Europass-Plattform ist das e-Portfolio. Hier können Nutzer*innen ihre persönlichen Fähigkeiten, Qualifikationen und Erfahrungen dokumentieren, Zeugnisse und Zertifikate speichern sowie persönliche Ziele definieren. Für Bewerbungsprozesse kann das eigene Profil zeitlich befristet auch mit ausgewählten Arbeitgebern geteilt werden. Daneben umfasst das Portal eine Job- und Weiterbildungssuche: Die Verknüpfung mit EURES, dem europäischen Netzwerk für berufliche Mobilität, ermöglicht die Jobsuche in ganz Europa. Wer sich weiterbilden will, findet auf der Plattform den passenden Kurs über eine entsprechende Datenbank.

Weitere Funktionen sind der erweiterte Lebenslauf-Editor, mit dem sich Lebensläufe und Anschreiben in verschiedenen Designs erstellen lassen, sowie der Bewerbungstracker, mit dem laufende Bewerbungen bearbeitet werden können. Das neue Europass-Portal bündelt außerdem weiterführende Informationen zu den Themen Lernen und Arbeiten in Europa, etwa zu Arbeitsmarkttrends, Anerkennung und Validierung. Hinzu kommen Tools für Weiterentwicklung, Jobsuche und Bewerbung sowie Informationen zu zentralen Fragen rund um Bildung und Beschäftigung in Europa.

Bisherige Europass-Dokumente wie der »Europass Mobilität«, die »Europass Zeugniserläuterungen« und das »Diploma Supplement« bleiben zunächst unverändert. Die Zeugniserläuterungen für duale Aus- und Weiterbildungsberufe stehen nach wie vor über die Internetseiten www.europass-info.de zum Download bereit.

Die Plattform ist in 29 Sprachen verfügbar. Damit verfolgt das Europass-Portal weiterhin die Absicht, lebenslanges Lernen und die Transparenz von Qualifikationen und Kompetenzen in Europa zu fördern. Ansprechpartner zum neuen Portal ist das Nationale Europass Center Deutschland. Es ist in der Nationalen Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung angesiedelt.

Hintergrund
Die Weiterentwicklung von Europass ist eine der Maßnahmen, die die Europäische Kommission als Teil der »Skills Agenda for Europe« umsetzt. Die Agenda zielt darauf ab, die Kompetenzentwicklung von Menschen in der Europäischen Union zu fördern sowie ihnen den Zugang zu Weiterbildung und Arbeitsmarkt zu erleichtern; am 1. Juli erscheint die Agenda in einer aktualisierten Fassung. Europass wurde als EU-Service vor 15 Jahren eingeführt, seine Rechtsgrundlage wurde 2018 reformiert und flexibilisiert. Die bisherige europäische Website des erfolgreichen europäischen Instruments verzeichnete zuletzt zwei Millionen Besuche pro Monat. Europaweit wurden seit 2005 mehr als 150 Millionen Europass-Lebensläufe online erstellt.
  (02.07.2020, prh)

Europass-Portal

Serviceportal zum Europass

 

Aufstiegs-BAföG 2019: Anstieg der Förderleistungen um 4,2 Prozent

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Im Jahr 2019 haben insgesamt 694 Millionen Euro an Förderleistungen im Rahmen des Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetzes (Aufstiegs-BAföG) zur Verfügung gestanden. Nach einer Destatis-Mitteilung waren das 28 Millionen Euro oder 4,2 % mehr als 2018. Mit dem Aufstiegs-BAföG werden Teilnehmer*innen an Maßnahmen der beruflichen Aufstiegsfortbildung durch Beiträge zu den Kosten der Bildungsmaßnahme und zum Lebensunterhalt finanziell unterstützt.

Die Gesamtzahl der Empfänger*innen von Aufstiegs-BAföG war 2019 mit 167.000 Geförderten unverändert gegenüber dem Vorjahr. 37,7 % der Geförderten waren Frauen (+0,7 Prozentpunkte gegenüber 2018). Ihre Zahl stieg gegenüber 2018 um 1,9 % auf 63.000. Die Zahl der Männer sank hingegen im gleichen Zeitraum um 1,1 % auf 104.000.

Die gefragtesten Berufe mit einer Fortbildungsmaßnahme nach dem Aufstiegs-BAföG waren 2019 – ähnlich wie in den Vorjahren – bei den Frauen mit weitem Abstand die staatlich anerkannte Erzieherin (25.100), gefolgt von der geprüften Wirtschaftsfachwirtin (6.000) und der geprüften Bilanzbuchhalterin (IHK) (2.300). Die am häufigsten geförderten Berufe bei den Männern waren der geprüfte Industriemeister Metall (10.600), gefolgt vom staatlich geprüften Maschinenbautechniker (6.600) und vom staatlich geprüften Elektro-Techniker (5.000).

Rund 399 Millionen Euro der Förderleistungen entfielen auf bewilligte Darlehen, von denen 272 Millionen Euro von den Förderungsberechtigten in Anspruch genommen wurden. Die Darlehen wurden insbesondere für Lehrgangs- und Prüfungsgebühren (126 Millionen Euro), für den Lebensunterhalt (137 Millionen Euro) und für den Kindererhöhungsbetrag (9 Millionen Euro) von der Kreditanstalt für Wiederaufbau an die Geförderten überwiesen. Der Rest der Darlehen wurde bewilligt, aber nicht in Anspruch genommen.

Rund 294 Millionen Euro entfielen auf Zuschüsse, insbesondere zur Finanzierung der Lehrgangs- und Prüfungsgebühren (108 Millionen Euro), für den Lebensunterhalt (175 Millionen Euro), für den Kindererhöhungsbetrag (10 Millionen Euro) und zur Kinderbetreuung (1 Million Euro).

 

(30.06.2020, prh)

vgl. BMBF: »Mit dem Aufstiegs-BAföG geförderte Meister, Fachwirtinnen und Erzieher bringen uns gestärkt aus der Krise«

 

UPDATE: Wo sind welche Wei­­ter­­bil­­­dungs­­­­­­­ver­­­an­­­stal­­­tun­­­gen wieder erlaubt?

Informationen zu Wei­ter­bil­dungs­an­ge­bo­ten in Deutschland

Zur Eindämmung der Corona-Pandemie hatten Bund und Länder am 16. März 2020 ein umfangreiches Maßnahmepaket beschlossen. Die darin enthaltenen Einschränkungen umfassten unter anderem auch ein Verbot von Weiterbildungsveranstaltungen in Präsenzform bzw. die Schließung von Bildungseinrichtungen.

Inzwischen wird das Verbot in den Bundesländern teilweise aufgehoben und Bildungsveranstaltungen sind unter bestimmten Bedingungen wieder erlaubt.

Einen Überblick der aktuellen Regelungen haben wir in einer Tabelle zusammengefasst, die als PDF-Datei heruntergeladen werden kann. Für weitere Details benutzen Sie bitte die angegebene Quelle.

Wir werden diese Liste laufend aktualisieren.
Falls Sie Kenntnis von Änderungen erhalten, freuen wir uns über eine Nachricht an die Redaktion.

Letzte Aktualisierung: 30. Juni 2020


(30.06.2020, prh)

Bildungsveranstaltungen nach Bundesländern (PDF, 3 Seiten)

 

Lohnt sich höherqualifizierende Berufsbildung?

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BIBB REPORT zum Nutzen von Fortbildungsabschlüssen  

Rund acht Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland haben einen höheren Berufsbildungsabschluss beispielsweise als Meister*in, Techniker*in, Fachwirt*in oder Betriebswirt*in. Dieser berufliche Qualifizierungsweg bietet in Deutschland einen Karriereweg in gehobene Berufs- und Führungspositionen, die in vielen anderen Ländern nur über akademische Abschlüsse zugänglich sind. Eine Analyse des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) auf Basis aktueller repräsentativer Daten belegt: Höherqualifizierende Berufsbildung lohnt sich – und zwar in vielfacher Hinsicht.

Die BIBB-Analyse zeigt, dass Beschäftigte mit einem höheren Berufsbildungsabschluss häufiger als betrieblich Ausgebildete ohne berufliche Höherqualifizierung eine Führungsfunktion beziehungsweise eine Tätigkeit mit Projekt- oder Budgetverantwortung – eine sogenannte Fachkarriere – ausüben. Sie erzielen dabei auch signifikant höhere Einkommen. Dies bestätigt sich in der subjektiven Nutzenbewertung durch die Befragten selbst. Für rund die Hälfte der Erwerbstätigen mit höherer Berufsbildung hat die berufliche Höherqualifizierung mit Blick auf ein höheres Einkommen und eine anspruchsvollere Position sehr viel bis viel genutzt. Im Hinblick auf eine Gesamtbeurteilung (»alles in allem betrachtet«) äußern dies sogar zwei von drei Befragten.

Die Einkommensvorteile zeigen sich für Männer und Frauen gleichermaßen. Dabei ist es unerheblich, ob eine Meister-, eine Techniker- oder eine kaufmännische Fortbildung absolviert wurde. Das Einkommensplus gegenüber einer fachlich entsprechenden Berufsausbildung liegt bei all diesen Fortbildungen ähnlich hoch. Im Hinblick auf Führungspositionen und Fachkarrieren zeigen sich allerdings Vorteile zugunsten von Männern und Meisterfortbildungen.

Im Vergleich zu Beschäftigten mit Bachelor- beziehungsweise früherem Diplom-Fachhochschulabschluss zeigen sich deutlich geringere Einkommensunterschiede als im Vergleich zu Hochschulabsolventinnen und -absolventen generell, einschließlich Master- und vergleichbaren Abschlüssen. Insbesondere für Beschäftigte mit kaufmännisch-betriebswirtschaftlichem Bildungsabschluss sind die Unterschiede sehr gering.

Hintergrund
Der BIBB-Analyse liegen Daten der Erwerbstätigenbefragung aus dem Jahr 2018 zugrunde. Die repräsentative Stichprobe von rund 20.000 befragten Erwerbstätigen in Deutschland wird vom BIBB und der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) durchgeführt. (25.06.2020, bibb/prh)

Zum BIBB-Report (PDF, 20 Seiten)

 

Die Weiterbildung wächst: hohes Teilnahmeniveau, mehr Personal, stärkere Digitalisierung

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Der demografische Wandel, Migration und die beschleunigte technologische Entwicklung sind Gründe, die der Weiterbildung und dem Lernen im Erwachsenenalter zunehmend Aufmerksamkeit verleihen. Auch die Teilnahme an non-formalen Bildungsaktivitäten stieg 2018 auf den bisher höchsten erfassten Wert von 52 Prozent der 18- bis 69-Jährigen. Der Anstieg geht insbesondere auf berufliche Weiterbildung zurück. Auch die Zahl der Beschäftigten mit pädagogischem Beruf außerhalb von früher Bildung, Schulen und Hochschulen ist seit 2014 um 12 Prozent gestiegen auf rund 587.000 Personen.

Zweifellos hat die Corona-Pandemie der Digitalisierung in der Weiterbildung bereits jetzt einen starken Schub gegeben. Dennoch zählen die Herausforderungen, die mit der Digitalisierung von Lern- und Bildungsangeboten zusammenhängen, derzeit zur dringendsten Herausforderung für bildungspolitische Akteure. Besonders wichtig ist, Pädagoginnen und Pädagogen fortzubilden. Die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen der Pandemie lassen weitreichende Konsequenzen für die Weiterbildung erwarten, auch wenn belastbare Daten noch nicht zur Verfügung stehen. Absehbar ist u.a., dass trotz staatlicher Hilfen die berufliche Existenz vieler Lehrkräfte gefährdet ist und dass sich soziale Ungleichheiten in den Teilnahmechancen verschärfen.

Erkennbar ist auch: trotz Digitalisierung bleibt Präsenzlernen unverzichtbar; es wird zwar zunehmend durch digitale Angebote ergänzt, nicht jedoch ersetzt. Ortsnahe Lernangebote in allen Regionen sind weiterhin notwendig, um die Vergleichbarkeit von Lebensverhältnissen in der Bundesrepublik zu sichern.

  (23.06.2020, die/prh)

Bildungsbericht 2020 (PDF, 361 Seiten)

siehe auch: BMBF-Stellungnahme zum Bildungsbericht 2020

 

Pandemie beschleunigt digitale Transformation in der Weiterbildung

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Die gesetzlichen Beschränkungen zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie haben erhebliche Auswirkungen auf die Arbeit der Weiterbildung. Die Mitglieder des Wuppertaler Kreises erwarten für 2020 zum Teil deutliche Umsatzrückgänge, mehr als die Hälfte der Dienstleister mussten Kurzarbeit anmelden. Der Geschäftslage-Indikator Weiterbildung des Wuppertaler Kreises, ein Gradmesser für die wirtschaftliche Stimmung in der Weiterbildungsbranche, sinkt für 2020 mit 86 Punkten erstmals seit der Finanzkrise auf einen Wert unter 100.

Die Digitalisierung ist weiterhin der herausragende Entwicklungsmotor in den Unternehmen. Die Veränderungen betreffen nahezu alle Geschäftsprozesse und führen zu einem hohen Qualifizierungs- und Weiterbildungsbedarf. Es sind verstärkt Investitionen in  Weiterbildung erforderlich, die gerade in Krisenzeiten antizyklisch aufrechterhalten werden sollten.

Gleichzeitig ist die Pandemie auch ein Turbo für die Digitalisierung der Weiterbildung. Die technologische Entwicklung bietet hier die Möglichkeit, neue Weiterbildungsformen und -instrumente zu entwickeln. Mobile Arbeitsformen und Arbeit aus dem Homeoffice haben die Voraussetzungen, diese Produkte am Markt zu etablieren, erheblich verbessert.

Beispiele dafür sind digitale Lernplattformen, von denen Lerninhalte wie z.B. Videosequenzen von Beschäftigten im Arbeitsprozess von mobilen Endgeräten abgerufen werden können. Ein Schlüsselfaktor ist dabei auch die Integration verschiedener Lernformen und die Ansprache unterschiedlicher Sinneskanäle (Audio, Video, Feedback-Systeme). Auch die Entwicklung virtueller Umgebungen, die Arbeitsabläufe simulieren und unmittelbar Feedback leisten, wird als sehr zukunftsträchtig eingeschätzt. Es ist zu erwarten, dass digitale Bildungsangebote in Zukunft deutlich an Bedeutung gewinnen und immer häufiger auch in Präsenzformate integriert werden.

Für die Weiterbildungsanbieter im Wuppertaler Kreis hat die Kooperation mit Anbietern von Lern- und Wissensplattformen aktuell hohe Bedeutung. Sie sprechen sich dafür aus, dass es weiterhin eine Vielfalt branchen- und zielgruppenorientierter Plattformen geben soll und erteilen damit einer Zentralisierung in einer staatlichen Plattform, wie sie von Seiten der Politik vorgeschlagen wurde, eine Absage. Der Aufbau einer staatlichen Plattform ist kein erfolgversprechender Weg, um die Beteiligung an beruflicher Weiterbildung zu erhöhen.

Im Jahr 2019 haben über 1,3 Millionen Personen an Weiterbildungsveranstaltungen der Mitglieder des Wuppertaler Kreises teilgenommen. Die Weiterbildungsdienstleister erzielten damit einen Jahresumsatz von deutlich mehr als einer Milliarde Euro.

Hintergrund
Der Wuppertaler Kreis e.V. als der Verband der führenden Weiterbildungsdienstleister der Wirtschaft veröffentlicht regelmäßig Mitte des Jahres seine Trendstudie zur betrieblichen Weiterbildung und informiert über aktuelle Entwicklungen im Weiterbildungsmarkt.

Quelle: Nach einer PM des WK (23.06.2020, prh)

Zu den Ergebnissen der Studie (PDF, 29 Seiten)

 

Potenziale der Digitalisierung im Bildungsbereich noch zu wenig genutzt

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Der 8. nationale Bildungsbericht »Bildung in Deutschland 2020« steht zur Verfügung. In seinem Schwerpunktkapitel konzentriert er sich auf die Bildung in einer digitalisierten Welt. Er unterstreicht die Potenziale der Digitalisierung, verweist aber zugleich auf noch bestehende Herausforderungen, welche die Corona-Pandemie besonders deutlich macht. Dazu zählen die unzureichende technische Ausstattung der Bildungseinrichtungen und der Bedarf, die pädagogischen Fachkräfte angemessen zu qualifizieren.

Der Bericht arbeitet zudem viele übergreifende Entwicklungen im gesamten Bildungswesen heraus. So stößt der Trend zu höherer Bildung offenbar an seine Grenzen.

»Die Digitalisierung gewinnt auch im Bildungswesen kontinuierlich an Dynamik. Bildungseinrichtungen sind stärker denn je gefordert, digitale Kompetenzen zu vermitteln, und immer mehr Lehrende und Lernende nutzen die flexiblen Einsatzmöglichkeiten der digitalen Medien – ein Trend, den die Corona-Pandemie intensiviert«, so Professor Dr. Kai Maaz. Der Geschäftsführende Direktor des DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation ist der Sprecher der Gruppe wissenschaftlicher Autor*innen, die für den nationalen Bildungsbericht verantwortlich ist. Allerdings bilanziert Bildungsforscher Maaz: »Bislang fehlt es an einer überzeugenden und abgestimmten Strategie für die Bildung in einer digitalisierten Welt.«

Die Bestandsaufnahme des Schwerpunktkapitels »Bildung in einer digitalisierten Welt«:

  • Nicht alle Menschen können die digitalen Möglichkeiten in gleichem Maße nutzen. Zum Beispiel sind nicht nur der Stand und der Erwerb von digitalen Kompetenzen, sondern bereits der Zugang zu den entsprechenden Medien von der sozialen Herkunft abhängig.
  • Das digitale Lernen variiert je nach Bildungsort. Während es im alltäglichen privaten Umfeld immer selbstverständlicher genutzt wird, gibt es große Unterschiede zwischen den Bildungsbereichen und -einrichtungen.
  • Die Infrastruktur ist zwar notwendig, die Technik allein genügt aber nicht. Bislang fehlen Konzepte, um digitale Technologien entlang der gesamten Bildungsbiografie didaktisch sinnvoll einzusetzen.
  • Die digitale Technik wird noch nicht systematisch in die Aus- und Weiterbildung des pädagogischen Personals integriert, die sich stark nach Bildungsbereichen und Bundesländern unterscheidet.
  • Es besteht Bedarf, den Einsatz digitaler Medien in den Bildungsinstitutionen und -kontexten anwendungsorientierter und strukturierter zu erforschen. Wichtig ist, die Ergebnisse in die pädagogische Praxis zu überführen.

Der Bildungsbericht wird alle zwei Jahre auf Basis von amtlichen Statistiken sowie sozialwissenschaftlichen Daten und Studien erstellt. Als systematische Bestandsaufnahme des gesamten Bildungswesens – von der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung bis zur Weiterbildung im Erwachsenenalter – verfolgt er langfristige Entwicklungslinien und macht auf neue Akzentuierungen aufmerksam. Sie werden im Folgenden dargelegt.

Übergreifende Trends im Bildungswesen:

  • Der langjährige Trend zu größerer Bildungsbeteiligung und höheren Abschlüssen zeigt sich immer stärker im Bildungsstand der Gesamtbevölkerung. Nun wird jedoch deutlich, dass die Entwicklung an Grenzen stößt. Die Quote der allgemeinen und der Fachhochschulreife geht zurück (2014: 53 Prozent; 2018: 50 Prozent) und mehr Jugendliche verlassen die Schule ohne mindestens einen Hauptschulabschluss (2014: 5,8 Prozent; 2018: 6,8 Prozent).
  • Die Notwendigkeit, formal gering Qualifizierten ein Mindestmaß an Bildung zu vermitteln, steigt. Der zunehmende Anteil von Personen ohne allgemeinbildenden Bildungsabschluss in der Bevölkerung – darunter mehr junge Männer (im Alter von 30 bis unter 35: 4,5 Prozent) als Frauen (im Alter von 30 bis unter 35: 3,9 Prozent) – verschlechtert für sie und ihre Kinder langfristig die Lebensperspektiven. Soziale und regionale Ungleichheiten bleiben ein maßgeblicher Faktor für Teilhabechancen.
  • Die Durchlässigkeit im Bildungssystem hat sich weiter erhöht. Abschlüsse sind weniger an Schularten gekoppelt und früh zu treffende Bildungsentscheidungen, zu denen etwa die Wahl der weiterführenden Schule gehört, können leichter korrigiert werden. Auch die berufliche Ausbildung eröffnet mehr Möglichkeiten der höheren Qualifizierung und Erwachsene nutzen verstärkt die Möglichkeiten der Weiterbildung im Beruf. Ein Beispiel für diesen Trend insgesamt ist die gestiegene Anzahl der Studienanfänger*innen ohne schulische Studienberechtigung (2000: 0,4 Prozent; 2018: 3,5 Prozent).

Auf dieser Basis blickt Kai Maaz auf kommende Aufgaben: »Neben der akuten Problematik, den Zugang zu Bildung im Zuge der Corona-Pandemie aufrechtzuerhalten, bestehen langfristige zentrale Herausforderungen. Sie haben nichts an Aktualität eingebüßt, sondern erfahren teilweise eine neue Dringlichkeit.«

Diese zentralen Herausforderungen benennt der Bildungsbericht:

  • Die sich durchgehend wandelnden Rahmenbedingungen erfordern einen stetigen Aus- und Umbau der Bildungsinstitutionen. Die Digitalisierung bringt beispielsweise neue Anforderungen, aber auch neue Möglichkeiten mit sich. Bildungsinstitutionen müssen vermehrt als Ort der Kooperation aller Beteiligten wahrgenommen werden. Die Corona-Pandemie zeigt nicht nur, welch hohen Stellenwert Kitas und Schulen für die Sozialisierung haben, sondern vielmehr, wie wichtig der Bereich der Familie jenseits der öffentlichen Bildung ist.
  • Das pädagogische Personal muss zukunftsorientiert ausgebildet und kontinuierlich gefördert werden. In allen Bildungsbereichen steigt altersbedingt der Ersatzbedarf – wenn auch mit großen regionalen Unterschieden. Zudem übernehmen mehr Personen unter sonst unüblichen Bedingungen Lehr- und Betreuungsaufgaben. Beispiele sind Seiteneinstiege oder befristete Beschäftigungen. Sie benötigen gezielte Qualifizierung und Unterstützung, was auch für pädagogische Fachkräfte gilt, die Hemmnisse beim Einsatz digitaler Medien in der Lehre haben.
  • Die einzelnen Bildungsbereiche müssen ein gemeinsames Verständnis von qualitativ hochwertiger Bildung entwickeln. Kompetenzziele existieren mit den Bildungsstandards nur für den Schulbereich. In den anderen Bereichen wird Qualität an Aspekten wie Erreichbarkeit, Chancengerechtigkeit oder Vergleichbarkeit festgemacht. Solche Maßstäbe sind auch für die Integration digitaler Medien denkbar. Zugleich eröffnet die Digitalisierung neue Möglichkeiten einer kontinuierlichen Leistungsdiagnostik.
  • Ein leistungsstarkes, offenes, gerechtes und zukunftsorientiertes Bildungssystem braucht fortlaufende Abstimmungsprozesse. Es geht darum, welches Bildungsverständnis bei den Verantwortlichen aus Politik, Verwaltung und Praxis, aber auch bei den Lernenden selbst auf den einzelnen Stufen des Bildungssystems vorherrscht und wie es weiterzuentwickeln ist. Dabei geht es etwa um die Lerninhalte von morgen, den geeigneten Zeitpunkt ihrer Vermittlung und die dafür idealen Lernorte und -methoden.

 

  (23.06.2020, dipf/prh)

Nationaler Bildungsbericht 2020 (PDF, 361 Seiten)

siehe auch: BMBF-Stellungnahme zum Bildungsbericht 2020

 

Künstliche Intelligenz braucht bessere Bildung

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Die Auswirkungen Künstlicher Intelligenz (KI) auf die Arbeitswelt bereiten vielen Menschen Sorgen: Drei von vier Bundesbürger*innen sind der Meinung (75 Prozent), dass die Arbeitnehmer*innen in Deutschland »gar nicht« oder »eher weniger gut« auf die durch den KI-Einsatz ausgelösten Veränderungen vorbereitet sind. Nur 17 Prozent glauben, dass die Beschäftigten gut oder sehr gut vorbereitet sind und 8 Prozent sind unsicher.

Das hat eine repräsentative Umfrage im Auftrag des TÜV-Verbands unter 1.000 Personen ab 16 Jahren ergeben. »Mit dem Einsatz Künstlicher Intelligenz werden sich viele berufliche Tätigkeiten und Jobprofile verändern«, sagte Dr. Joachim Bühler, Geschäftsführer des TÜV-Verbands (VdTÜV), im Vorfeld des ersten bundesweiten Digitaltages. »Manche Tätigkeiten werden durch eine weitere Automatisierung wegfallen, in anderen Bereichen werden ganz neue Tätigkeiten entstehen. Aber nahezu alle Berufsbilder werden sich durch das Zusammenspiel von Mensch und Künstlicher Intelligenz verändern. Darauf müssen sich die Beschäftigten einstellen«.

Laut der VdTÜV-Umfrage sind fast vier von fünf Bundesbürger*innen der Meinung (79 Prozent), dass Unternehmen deshalb mehr in die Weiterbildung ihrer Beschäftigten zum Thema Künstliche Intelligenz investieren sollten. Aus Sicht von 73 Prozent ist Know-how im Bereich KI ein wichtiger Faktor, damit die deutsche Wirtschaft wettbewerbsfähig bleibt. Allerdings sind auch 60 Prozent der Meinung, dass die Arbeitnehmer*innen selbst mehr für ihre eigene Fortbildung tun müssen, um für die durch KI ausgelösten Veränderungen gewappnet zu sein. Bühler: »Künstliche Intelligenz ist eine Schlüssel-Technologie der Digitalisierung. Deshalb sollten nicht nur Arbeitnehmer darüber Bescheid wissen, sondern möglichst alle Menschen«.

Auf diese Entwicklungen wird auch die Corona-Krise Einfluss haben. »Die Corona-Pandemie wird den Trend zu Digitalisierung beschleunigen«, vermutet Bühler. »Das betrifft nicht nur die Kommunikation und Zusammenarbeit mit Online-Tools. In der nun folgenden Wirtschaftskrise werden die Unternehmen verstärkt nach Wegen suchen, wie sie mit Hilfe digitaler Technologien effizienter, kundenfreundlicher und ortsunabhängiger werden«.


(17.06.2020, vdtüv/prh)

 

Digitale Teilhabe braucht digitale Kompetenzen

Artikel-Bild Digitale Kompetenzen – gerade befriedigend. Das ist das Ergebnis einer gerade veröffentlichten Studie zur digitalen Teilhabe, die der Bitkom für die Initiative »Digital für alle« anlässlich des ersten bundesweiten Digitaltages am 19. Juni 2020 vorlegt.

Der Deutsche Caritasverband, der sich sich an der Initiative beteiligt, betont: Digitale Kompetenzen müssen gestärkt werden, wenn es darum geht, alten und jungen Menschen, Frauen und Männern in der digitalen Gesellschaft gleiche Chancen zu sichern.

Ältere wie jüngere Befragte bewerten ihre eigenen Digitalkompetenzen zurückhaltend. Zwar hat sich das Ergebnis im Vergleich zur Erstbefragung im September 2019 von ausreichend (3,6) auf knapp befriedigend (3,3) verbessert, die selbstkritische Haltung der Befragten wird durch Einzelantworten aber klar bestätigt. 40 Prozent bekräftigten, auftretende Fehlermeldungen auf ihren Geräten nicht einordnen und nicht selbst beheben zu können. 35 Prozent können nicht alleine Apps bzw. neue Programme auf ihren Geräten installieren.

Durch Corona haben sich die Erfahrungen mit der Digitalisierung verändert

»Die Ergebnisse bestätigen unsere Praxiserfahrung. Vielen Menschen in unseren Einrichtungen und Diensten ist das Internet zu kompliziert. Sie verzichten auf die Nutzung digitaler Geräte, weil sie sich überfordert fühlen und vermeiden sie, um sich nicht von der Unterstützung anderer abhängig zu machen. Selbst Menschen, die online sind, finden es herausfordernd, Waren und Dienstleistungen online zu bestellen oder Online-Banking zu betreiben. Diese Fertigkeiten sind aber zentral, wo beispielsweise in ländlichen Regionen Nahversorger oder Bankfilialen schließen«, betont Caritas-Präsident Peter Neher.

Laut Studie sehen 58 Prozent der Befragten komplizierte Bedienungsanleitungen und fehlende Unterstützung bei technischen Fragen oder Problemen (56 Prozent) als Hemmnisse, unverständliche Angaben zum Datenschutz nennt jeder Zweite (53 Prozent).

»Selbst digital affinen Menschen sind digitale Zusammenhänge oder Fachbegriffe nicht immer klar. Dieses Wissen ist aber notwendig, um Risiken souverän einschätzen zu können. Oder um mitzudiskutieren, wohin sich die digitale Gesellschaft entwickeln soll und wo die Grenzen liegen«, so Neher weiter. Die Caritas fordert, dass digitale Teilhabe nicht an mangelnder Kompetenz scheitern darf. »Dazu braucht es Bildungs- und Weiterbildungsangebote beispielsweise in Schulen, Ausbildungsinstitutionen, Volkshochschulen und in ehrenamtlichen Projekten. Wichtig wird lebenslanges Lernen und die Aufgabe, langzeitarbeitslose, niedrigqualifizierte und ältere Menschen weiterzubilden, die keine digitale Qualifizierung am Arbeitsplatz erhalten«, unterstreicht Neher.

Für die Caritas bestätigt das Ergebnis der Studie, dass intensivierte Anstrengungen auch unternommen werden müssen, um die Fachkräfte in der sozialen Arbeit mit digitalen Kompetenzen auszustatten und in die Lehrpläne sozialer Berufe und Studiengänge die Entwicklung digitaler Kompetenzen mit aufzunehmen. Peter Neher: »In der Corona-Krise waren viele Kolleginnen und Kollegen von jetzt auf gleich gefordert, sich mit digitalen Beratungsinstrumenten vertraut zu machen oder Videoplattformen für Teambesprechungen zu nutzen. Learning by doing war für etliche von ihnen eine besonders herausfordernde Form digitalen Kompetenzerwerbs in kurzer Zeit«.


(17.06.2020, Carits-PM, prh)

Zur Studie (PDF, 14 Seiten)

 

Work-Life-Learn-Balance: Warum Weiterbildung für Arbeitnehmer (jetzt) wichtig ist

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Längst sprechen wir von einer Vereinbarkeit von Arbeit, Privatleben und lebenslangem Lernen. Diese neue Work-Life-Learn-Balance kann durch Selbstorganisation und die voranschreitende Digitalisierung positiv beeinflusst werden  

Die Lebensbereiche Arbeit, Lernen und Privatleben überschneiden sich in der heutigen, modernen Arbeitswelt immer mehr. Dass Beschäftigte aufgrund der Krise einen Großteil der Zeit im Homeoffice verbringen, verstärkt diesen Effekt. Dementsprechend stehen Unternehmen und ihre Beschäftigten auch vor neuen Herausforderungen.

Die Sicherung einer zufriedenstellenden Balance zwischen den genannten Bereichen war früher reine »Privatsache« der Angestellten. Unternehmen für die Notwendigkeit einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu sensibilisieren, war und ist nötig . Doch dieses Gleichgewicht hat sich mittlerweile zu einer Work-Life-Learn-Balance weiterentwickelt [1].

Die Dringlichkeit für diese Art der Balance wird vor allem in der derzeitigen Krise deutlich. Die Verantwortung für eine ausgeglichene »Work-Life-Learn-Balance« kann aber nicht ausschließlich beim Arbeitgeber liegen. Jeder Mitarbeiter eines Unternehmens muss hier selbstverantwortlich agieren, auf sich achten und mit dem Arbeitgeber zusammenarbeiten.

Von »Work-Life-Balance« zu »Work-Life-Learn-Balance«

Work-Life-Balance bedeutet, »[...] den Menschen ganzheitlich zu betrachten (als Rollen- und Funktionsträger) im beruflichen und privaten Bereich (der Lebens- und Arbeitswelt) und ihm dadurch die Möglichkeit geben, lebensphasenspezifisch und individuell für beide Bereiche die anfallenden Verpflichtungen und Interessen erfüllen zu können, um so dauerhaft gesund, leistungsfähig, motiviert und ausgeglichen zu sein« [2].

»Work-Life-Learn-Balance« knüpft an den gängigen Begriff »Work-Life-Balance« an und ergänzt diesen um einen weiteren und mittlerweile entscheidenden Aspekt: um das Lernen, das sowohl im Privat- als auch im Arbeitsleben eine entscheidende Rolle spielt.

Lebenslanges Lernen in die eigene Work-Life-Balance integrieren

Integraler Bestandteil der Work-Life-Learn-Balance ist lebenslanges Lernen. Diese Art des Lernens bereichert nicht nur das persönliche Leben, sondern auch den eigenen Beruf und den Arbeitsalltag. Wer sich Lernziele im Leben setzt, leidet nicht unter Eintönigkeit und Langeweile im Alltag. Gleichzeitig können mentale Gesundheit und der eigene berufliche Werdegang gefördert werden. Lernen wird mit dieser Haltung von einem punktuellen Ereignis zu einem dauerhaften Prozess, der sich nur verändert, jedoch nicht endet.

Es gibt heutzutage kaum einen beruflichen Bereich, für den man sich nicht fachlich weiterentwickeln und fortbilden kann. Persönliche Kompetenzen wie Führung, Kommunikationstechniken oder Zeitmanagement auszubauen, lohnt sich immer. Man entwickelt Fähigkeiten weiter, die für jeden Beruf und jede Anstellung benötigt werden. Die eigenen Chancen am Arbeitsmarkt kann man aber auch durch eine Weiterbildung seiner fachlichen Fähigkeiten deutlich verbessern. Mit lebenslangem Leben und gezielter (Weiter)Bildung erlernt man neue Kompetenzen und kann so einen Karrierevorsprung aufbauen.

Mit erfolgreich abgeschlossenen Weiterbildungen steigt die eigene Zufriedenheit. Durch sie entstehen neue Ideen. Es eröffnen sich neue Möglichkeiten und Chancen. Bildung bringt so nicht nur frischen Wind in den privaten, sondern auch in den beruflichen Alltag. Und ganz nebenbei kann man neue Interessen und Potenziale entdecken, die bisher unerschlossen waren.

Work-Life-Learn-Balance und die Relevanz von Selbstorganisation

Wie kann der Aspekt des Lernens in einen Alltag integriert werden, der derzeit von Familie, Kindern, Homeschooling, Homeoffice und Hausarbeit geprägt ist? Selbstorganisation ermöglicht es, ein nachhaltiges Organisationssystem zu entwickeln, mit dem man langfristig effizienter und produktiver werden kann - im Homeoffice - und im Arbeitsalltag.

Gute Selbstorganisation umfasst das Minimieren von Ablenkungsfaktoren, effizientes Zeitmanagement für Arbeitszeit und Privatleben und eine kontinuierlich hohe Konzentrationsfähigkeit. Die durch Selbstorganisation gewonnene Zeit kann dann in die eigene persönliche Weiterbildung investiert werden. Und diese Form des konzentrierten Arbeitens kann auch bei der Rückkehr ins Büro sehr nützlich sein.

Nicht nur lebenslanges Lernen und Selbstorganisation prägen die eigene Work-Life-Learn-Balance. Auch die Digitalisierung spielt hier eine wichtige Rolle und bietet durch ihren Einfluss weitaus mehr Möglichkeiten, vor allem im Bereich der Weiterbildung. Denn heutzutage ist es im Rahmen einer fachlichen oder persönlichen Weiterbildung nicht mehr unbedingt notwendig, Präsenzunterricht zu besuchen. Immer mehr Weiterbildungsmaßnahmen werden digital durchgeführt. Dieser Umstand hat sich durch die Corona-Krise nur verstärkt.

Digitales Lernen erspart Arbeitnehmern das viele Reisen und unnötigen, zusätzlichen Stress im Rahmen der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Diese Form des Lernens ermöglicht eine bessere Balance. Denn das Lernerlebnis ist nur einen Klick weit entfernt. Es lässt sich so deutlich leichter in das eigene Leben integrieren und kann häufig nach Belieben und Bestreben angepasst werden.

Wer digitale Lernangebote in Anspruch nimmt, sich selbst gut organisiert und mit digitalen Kommunikationswerkzeugen umgehen kann, tut damit auch unabhängig von der fachlichen Qualifikation etwas für seine Berufschancen. Denn auch wenn die Corona-Krise vorübergehen wird: Die aktuell starke Nutzung digitaler Tools wird den Arbeitsalltag und das Verhältnis zu Remote-Arbeit verändern. Wer diese Arbeits-, Lern- und Weiterbildungsformen beherrscht, bringt damit essenzielle Fähigkeiten für die berufliche Laufbahn mit.

Hintergrund
[1] »Allwiss – UnternehmensCheck zur Work-Learn-Life-Balance (WLLB)-Diagnose«, Autoren: Universität Trier‭: Prof. Dr. Conny H. Antoni, Prof. Dr. Rita Meyer, Prof. Dr. Axel Haunschild, ‬Dr. Ella Apostel, Dr. Christine Syrek, Dr. Ansg‭ar Berger, Stefanie Hiestand, Julia K. Müller, Inmit‭: Martina Josten, Michael Thomm, Romy Thomm, Hochschule RheinMain‭: Dr.-Ing. Peter Friedrich‬ 07.2015, Researchgate; https://www.researchgate.net/publication/280097798_Unternehmenscheck_der_Work_Life_Learn_Balance_WLLB‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬‬
[2] »Work-Life-Balance« Seite 22, Mitschalk S. / Nieder P., 2007, Wiley-Verlag, Weinheim (10.06.2020, prh)

 

So beeinflusst COVID-19 das Weiterbildungsverhalten

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Weiterbildungsportal kursfinder.de präsentiert Ergebnisse einer Nutzer-Befragung in informativer Broschüre

Wie beeinflusst die Corona-Krise das Weiterbildungsverhalten in Deutschland? Stellen Online-Kurse eine adäquate Alternative zu Präsenzkursen dar? Denkt angesichts der Krise momentan überhaupt jemand an Weiterbildung?

Diesen Fragen ist das Weiterbildungsportal kursfinder.de nachgegangen und hat sich während des großen Lockdowns bei seinen Nutzern umgehört. Aus den Ergebnissen der Befragung ist die 18-seitige Broschüre »Veränderungen durch COVID-19 in der Weiterbildungsbranche« entstanden. Sie lässt Tendenzen erkennen, wohin sich die Branche nach der Corona-Krise entwickeln wird.

Aus der Befragung der Portalnutzer lassen sich drei Schlüsselaussagen ziehen:

  • Der Appetit nach Wissensgewinn ist trotz COVID-19 vorhanden: 51% der Befragten zeigen aufgrund der Corona-Pandemie eine erhöhte Bereitschaft, in den nächsten drei Monaten eine Weiterbildung zu besuchen.
  • Bei 44% der Befragten hat die Corona-Krise die Art der Weiterbildung, an der sie teilnehmen würden, beeinflusst: Sie stehen Online-Kursen nun offener gegenüber.
  • Mehr als zwei Drittel der Umfrageteilnehmer haben bereits Erfahrungen mit Online-Kursen gesammelt. Die meisten davon beschreiben diese als positiv.

Vorteile von Online-Kursen überwiegen

Die am weitesten verbreitete und beliebteste Weiterbildungsart, Präsenzkurse, waren mit dem großen Lockdown nicht mehr möglich. Die einzige Alternative, die sich Weiterbildungsinteressierten während dieser Zeit bot, waren Online-Kurse. Für mehr als zwei Drittel der Befragten sind Online-Kurse kein Neuland. Sie haben bereits Erfahrungen damit gesammelt – überwiegend gute. Allerdings ist für viele die Qualität eines Online-Kurses an Bedingungen geknüpft, etwa einer stabilen Internetverbindung, einem guten Online-Dozenten und guter Selbstorganisation.

Die Vorteile von Online-Kursen liegen auf der Hand: So spielen die zeitliche und räumliche Flexibilität für die Befragten eine große Rolle, gefolgt von der Möglichkeit, im eigenen Tempo zu lernen.

Für etwa ein Drittel der Umfrageteilnehmer besteht jedoch eine Hemmschwelle gegenüber dem Lernen im virtuellen Seminarraum. Sie haben bislang keine Erfahrungen damit gesammelt und geben dafür mehrheitlich äußere Umstände an. Fehlende Ruhe, Schichtdienst, die mangelnde Akzeptanz des Vorgesetzten gegenüber Online-Kursen sowie die eigene Unsicherheit in Bezug auf digitale Wissensvermittlung stellen eine Hürde dar.

COVID-19 fördert teils die Weiterbildungsbereitschaft

Dem Appetit auf Wissen hat COVID-19 nichts anhaben können. Eine Fortbildung kommt für rund die Hälfte der Befragten nun eher in Frage als noch vor Ausbruch der Pandemie. Als Hauptgründe werden »mehr Zeit« (31%) sowie der Wunsch, »gut gerüstet zu sein, weil sich die Branche verändern wird« (30%) angeführt.

Die Corona-Krise hat die Akzeptanz von Online-Kursen erhöht. Gibt knapp die Hälfte der Befragten an, dass COVID-19 keinen Einfluss auf das eigene Weiterbildungsverhalten genommen hat, so hat bei 44% die Krise auch im Bereich Weiterbildung ihre Spuren hinterlassen: Sie haben neue Möglichkeiten aufgezeigt bekommen und stehen Online-Kursen nun sehr viel offener gegenüber als vor Corona-Zeiten.

Mehr Offenheit gegenüber Online-Kursen

Es hat also bei vielen Nutzern von kursfinder.de ein Umdenken stattgefunden. Einige sind zwar nach wie vor Online-Angeboten gegenüber kritisch und bevorzugen Präsenzveranstaltungen, bei vielen hat der Lockdown allerdings zu mehr Akzeptanz und Offenheit gegenüber dem virtuellen Klassenzimmer geführt. Es ist davon auszugehen, dass sich dies nachhaltig in der Weiterbildungsbranche bemerkbar macht: Online-Kurse und deren Vorteile sind bei Weiterbildungsinteressierten nun stärker in den Köpfen verankert als je zuvor. Das wird sich wohl auch künftig in der Nachfrage bemerkbar machen.

Hintergrund
Die Ergebnisse basieren auf den Antworten von 128 Nutzern der Weiterbildungsplattform kursfinder.de. Die Untersuchung wurde Mitte April bis Mitte Mai 2020 via Online-Befragung durchgeführt.


(09.06.2020, kf/prh)

Zu den Ergebnissen der Befragung (PDF, 18 Seiten)

 

Corona-Krise sorgt für digitalen Weiterbildungsschub

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Rund ein Drittel der deutschen Unternehmen setzten erfolgreich seit Beginn der Corona-Krise geplante Präsenzseminare teilweise oder sogar vollständig in digitaler Form fort. Entsprechend ist die Nutzung digitaler Lernmethoden im Rahmen der Weiterbildungsaktivitäten in 36 Prozent aller Unternehmen gestiegen. Trotz Krise weiteten 12 Prozent der Befragten ihr Angebot sogar aus.

Dies zeigt eine Studie des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (KOFA) am Institut der deutschen Wirtschaft (IW) zum Stand der Weiterbildung während der Corona Pandemie.

»Ich habe gerade keine Zeit«. Ein Satz, der in Anbetracht der guten wirtschaftlichen Lage und den vollen Auftragsbüchern in den letzten Jahren vielen Unternehmern und Mitarbeitenden im Arbeitsalltag häufiger über die Lippen kam. Auch wenn es um die Weiterbildung der Beschäftigten ging, war nicht selten weniger das Geld, sondern vielmehr die fehlende Zeit der limitierende Faktor. Der Corona-Virus hat innerhalb kürzester Zeit das Wirtschaftsgeschehen dramatisch verlangsamt und teilweise zum Stillstand gebracht - sei es durch fehlende Zulieferungen notwendiger Vorprodukte oder durch fehlende Nachfrage seitens der Kunden. Wenngleich diese Entwicklung mit vielen Sorgen und Ängsten verbunden ist, konnte knapp die Hälfte der deutschen Unternehmen ihre Weiterbildungsaktivitäten, trotz Ausnahmezustand, aufrechterhalten. 12 Prozent der Unternehmen weiteten ihr Angebot sogar aus.

Dies zeigt die aktuelle KOFA-Studie »Weiterbildung in der Corona Pandemie«. War die Einstellung von Unternehmen zum Einsatz von digitalen Lernmethoden in den letzten Jahren noch eher verhalten, wandelte fast ein Drittel der Betriebe bereits geplante Präsenzveranstaltungen aufgrund der Pandemie, erfolgreich in digitale Weiterbildungsformate um. Insgesamt zeigt sich ein positiver Trend bei der Nutzung digitaler Lernmedien: 36 Prozent bauten die Nutzung digitaler Lernangebote aus. Selbst jedes zehnte Unternehmen, das seine Weiterbildung insgesamt heruntergefahren hat, setzte in der aktuellen Situation auf den vermehrten Einsatz von digitalen Formaten. »Die Corona-Pandemie hat der Nutzung digitaler Lernangebote einen deutlichen Schub gegeben. Ihnen wird sicherlich auch nach Lockerung der Kontaktbeschränkungen ein höherer Stellenwert im Rahmen der Weiterbildung zukommen als noch vor der Pandemie. Die Krise trägt somit zur Beschleunigung der Digitalisierung im Rahmen der Weiterbildung bei« , sagt Regina Flake, Mitautorin der Studie.

Die Umfrage zeigt zudem, dass auch viele Unternehmen, deren Mitarbeitende sich in Kurzarbeit befinden, Weiterbildungsmöglichkeiten geschaffen haben. So gaben rund 15,7 Prozent der befragten Unternehmen an, dass sie die Zeit der Kurzarbeit für die Weiterbildung ihrer Teams nutzen, weitere 13,5 Prozent haben dies geplant.

Trotz der positiven Entwicklungen in der Weiterbildung, sind dennoch rund 26 Prozent der Unternehmen von den Auswirkungen der Corona-Krise so stark betroffen, dass sie die Weiterbildungsaktivitäten einschränken mussten. Um Weiterbildung noch intensiver nutzen zu können, wünschen sich rund 47 Prozent der Unternehmen eine Ausweitung der finanziellen Förderung und eine bessere technische Ausstattung der Mitarbeitenden als Unterstützung. Den Wunsch nach mehr Informationen zu E-Learning äußerten knapp 40 Prozent der Befragten, um die digitale Weiterbildung noch stärker ausbauen zu können.


(08.06.2020, prh)

KOFA-Handlungsempfehlungen und Praxisbeispiele

 

Durch interne Weiterbildung aus der digitalen Abhängigkeit

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Die digitale Transformation wirkt sich bereits seit geraumer Zeit in vielen Bereichen des Mittelstands aus – durch die Coronavirus-Pandemie hat sie nun jedoch nochmals an Fahrt gewonnen: Mittelständische Unternehmen bieten in zunehmenden Maße ihre Produkte und Dienstleistungen über Internetplattformen an. Das Arbeiten im Homeoffice ist für viele Erwerbstätige zum Alltag geworden. Videokonferenzen ersetzen Geschäftsreisen.

Um unternehmensspezifische digitale Anwendungen realisieren zu können, benötigen die mittelständischen Unternehmen häufig die Unterstützung von qualifizierten Fachkräften.

Schon vor der Coronavirus-Pandemie überstieg die Nachfrage nach informationstechnischen Experten und wissensintensiven Fachkräften das ensprechende Angebot: Im Durchschnitt dauerte es ein halbes Jahr, bis eine ausgeschriebene Stelle in der Automatisierungstechnik, Softwareentwicklung, Programmierung oder technischen Informatik besetzt werden konnte.

Besonders kleine und mittlere Unternehmen (KMU) haben Schwierigkeiten, Fachkräfte in wissensintensiven Engpassberufen für sich zu gewinnen bzw. im Unternehmen zu halten. Hinzu kommt, dass Fachkräfte in diesen Berufen durchschnittlich häufiger selbstständig arbeiten als Fachkräfte in anderen Berufen. Schließlich ist das unternehmerische Risiko aufgrund der großen Nachfrage für sie gering. Viele von ihnen schätzen zudem den Vorteil einer Selbstständigkeit, fachlich und zeitlich autonom arbeiten zu können.

Dass die Beauftragung externer, unternehmensnahen Dienstleistern eine Ausweichstrategie für die Organisation von Engpasstätigkeiten sein kann, belegt die hohe Dynamik in diesem Wirtschaftsbereich. Das Institut für Mittelstandsforschung (IfM Bonn) empfiehlt daher in einer Studie, digitale Dienstleistungen nicht ausschließlich einzukaufen: »Insbesondere, wenn es sich um Kernkompetenzen handelt, besteht die Gefahr, dass sich die Unternehmen in wettbewerbsentscheidenden Bereichen von Dritten abhängig machen«, erläutert Dr. Christian Schröder. »Die Geschäftsmodelle von morgen werden zunehmend digitale Elemente enthalten. Daher ist es entscheidend für den Mittelstand entsprechende Kompetenzen intern aufzubauen«. Der Studienleiter empfiehlt daher, bei der Zusammenarbeit mit externen Wissensträgern – seien es andere Unternehmen, Start-ups, Dienstleister oder Hochschulen – darauf zu achten, dass die eigenen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen unmittelbar in den Digitalisierungsprozess einbezogen werden und so das neue Wissen langfristig für das Unternehmen nutzbar wird.

»Im Zuge der digitalen Transformation besitzt lebenslanges Lernen eine hohe Bedeutung. Durch entsprechende Weiterbildungsmaßnahmen sollten daher Teile der Belegschaft in die Lage versetzt werden, selbst die wissensintensiven Tätigkeiten ausführen zu können«, hebt Christian Schröder hervor. Er begrüßt daher die zunehmende Anzahl an digitalen Weitbildungsplattformen, da sie den mittelständischen Unternehmen die Möglichkeiten geben, kostengünstig und gezielt Weiterbildungen anzubieten und auf diese Weise das informationstechnische Wissen auf eine breitere Basis zu stellen.


(08.06.2020, prh)

Zur Studie (PDF, 36 Seiten)

 

Masterstudium: Ja oder nein?

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Gezielte Online-Informationen beeinflussen weitere Studienpläne  

Online-Informationen zum Masterstudium verändern bei vielen männlichen Studierenden deren weitere Studienpläne. Werden sie gezielt über zusätzliche Erträge eines Masterstudiums und dessen Finanzierung im Vergleich zu einem Bachelorstudium informiert, wollen sie seltener direkt im Anschluss an den Bachelorabschluss einen Master machen.

Der Anteil sinkt in der untersuchten Stichprobe um fast 16 Prozentpunkte auf etwa 51 Prozent. Für Frauen lassen sich keine eindeutigen Effekte messen.

Das geht aus einer Studie auf Basis des Berliner-Studienberechtigten-Panels (Best Up) hervor. »Einmal mehr zeigt sich, wie wichtig relevante und zielgruppenspezifische Informationen für Bildungsentscheidungen sein können«, sagt C. Katharina Spieß, Leiterin der Abteilung Bildung und Familie am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin).

Gemeinsam mit Jan Berkes und Felix Weinhardt vom DIW Berlin sowie Frauke Peter vom Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung hat Spieß Befragungsdaten von mehr als 400 Studierenden aus den Jahren 2017 bis 2019 ausgewertet. Im Rahmen des Best-Up-Panels wurden einem Teil der Studierenden onlinebasiert Informationen zu den monetären und nichtmonetären Erträgen eines Masterabschlusses im Vergleich zu einem Bachelorabschluss präsentiert. Eine Kontrollgruppe erhielt diese – unter anderem mit Abbildungen und Audiobotschaften – speziell aufbereiteten Informationen nicht. Da sich beide Gruppen nur in der Informationsbereitstellung unterscheiden, aber etwa mit Blick auf die Geschlechteranteile oder den Bildungshintergrund der Eltern sehr ähnlich sind, können die gemessenen Effekte direkt auf die Informationen zurückgeführt werden.

Die Grafik zeigt, dass gezielte Informationen zu Erträgen und Finanzierung eines Masterstudiums dafür sorgen, dass dieses für junge Männer an Attraktivität relativ zu einem Bachelorstudium verliert:

Informationen zum Masterstudium2

 

In Corona-Zeiten gestiegenes Bewusstsein für Online-Angebote sollte genutzt werden

Mit zusätzlichen Online-Informationen schätzen Männer ihre Perspektiven ohne ein Masterstudium besser ein als zuvor. Das gilt sowohl mit Blick auf das erwartete Einkommen als auch mit Blick auf nichtmonetäre Aspekte wie den Anspruch beruflicher Tätigkeiten oder die Möglichkeit, Führungsverantwortung zu haben. Ein alleiniges Bachelorstudium gewinnt für sie also an Wert. Als Konsequenz planen Bachelorstudenten seltener die Aufnahme eines Masterstudiums. Und nicht nur das: Weitere Befragungen bis zu einem Jahr nach der Informationsbereitstellung zeigen, dass tatsächlich weniger Männer ein Masterstudium begonnen haben. Dass die Studienentscheidungen von Frauen durch die Informationen unberührt bleiben, kann mehrere Gründe haben: Vielleicht waren die präsentierten Informationen für sie nicht relevant oder sie waren bereits besser informiert.

Da die Informationen – wie die Studie ebenfalls zeigt – wirkungsvoll und ohne größere Kosten online bereitgestellt werden können, spricht den AutorInnen zufolge viel dafür, entsprechende Angebote über Apps oder andere Tools zu schaffen beziehungsweise auszubauen. Die Studienberatungen an den Hochschulen könnten auf solche Möglichkeiten der Information aufmerksam machen. »In Zeiten der Online-Lehre und präsenzfreier Hochschulen im Zuge des coronabedingten Shutdowns dürfte das Bewusstsein für online aufbereitete Informationen und die Bereitschaft, sich damit auseinanderzusetzen, gestiegen sein«, sagt Studienautor Jan Berkes. »Diese Chance könnte man jetzt nutzen, um künftig mehr Menschen informierte und bewusstere Bildungsentscheidungen zu ermöglichen«.

(25.05.2020, prh)

Zur Studie (PDF, 10 Seiten)

 

Die Hälfte der Gasthörer*innen im WS 2019/20 waren 60 Jahre oder älter

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Stärkste Zunahme bei Gasthörer*innen ab 80 Jahren   

37.200 Gasthörerinnen und Gasthörer haben im Wintersemester 2019/2020 Lehrveranstaltungen an deutschen Hochschulen besucht. Dies waren 0,5 % weniger als im Wintersemester 2018/2019 (37.400). Dabei blieb die Zahl der deutschen Gaststudierenden mit 33.400 (-0,1 %) weitgehend konstant, während die Zahl der ausländischen Gaststudierenden um 4,5 % auf 3.900 zurückging.

Gasthörer*innen können auch ohne formale Hochschulreife an einzelnen Kursen und Lehrveranstaltungen der Hochschulen teilnehmen. Zwar ist keine Abschlussprüfung möglich, dennoch gestattet das Gaststudium wissenschaftliche Weiterbildung und ist damit ein wichtiges Element im Kontext des »lebenslangen Lernens«. Im Vergleich zu den 2,9 Millionen ordentlich immatrikulierten Studierenden im Wintersemester 2019/2020 machten Gasthörer*innen 1,3 % aus.

Geschichte bei Gaststudierenden beliebtestes Studienfach

Gaststudierende haben häufig einen allgemeinen Zugang zu Lehrveranstaltungen. Soweit ein einzelnes Studienfach bestimmt werden konnte, zeigt sich zur Beliebtheit der Fächer: Geschichte (4.200 Gaststudierende), Wirtschaftswissenschaften (3.500 Gaststudierende) und Philosophie (3.000 Gaststudierende) waren 2019/2020 wie schon im vorherigen Wintersemester am beliebtesten. Diese Reihenfolge der beliebtesten Fächer galt auch für die deutschen Gaststudierenden. Bei den ausländischen Gaststudierenden lagen dagegen die Wirtschaftswissenschaften auf dem ersten Platz, gefolgt von Informatik und Elektrotechnik/Informationstechnik.

Gaststudierende im Durchschnitt 52,8 Jahre alt

Die demografische Struktur der Gaststudierenden hat sich gegenüber dem vorherigen Wintersemester kaum verändert. Der Frauenanteil blieb mit 48 % im Vergleich zum Vorjahr konstant, während der Anteil ausländischer Gaststudierender leicht um einen Prozentpunkt auf 10 % sank. Das Durchschnittsalter stieg von 52,4 auf 52,8 Jahre. 18.700 Gaststudierende (50 %) waren 60 Jahre oder älter. Am stärksten nahm die Zahl der Gasthörer*innen ab 80 Jahren zu: 1.900 Gaststudierende waren in dieser Altersgruppe, das waren 10 % mehr als im Wintersemester 2018/2019.

(21.05.2020, prh)

 

GRETA: Kompetenzen von Lehrenden anerkennen

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Mit den GRETA-Instrumenten zur Anerkennung von Kompetenzen eröffnen sich neue Möglichkeiten für die Protagonisten der Erwachsenen- und Weiterbildung: Lehrende können ihre Kompetenzen nachweisen und damit ihren beruflichen Standort bestimmen, Leitungskräfte gewinnen Kriterien zur Personalentwicklung und -auswahl.

Bundesweit nutzen Einrichtungen und Lehrende die Anerkennungsinstrumente bereits in der Praxis. In Pilotregionen wird deren Praxistauglichkeit erprobt - neben Sachsen ist nun Schleswig-Holstein die zweite Region, in der die GRETA-Instrumente in der Praxis getestet werden.

»GRETA – kompetent handeln in Training, Kurs und Seminar«. Unter diesem Claim kommen seit Ende 2019 Instrumente zur Anerkennung von Kompetenzen Lehrender in der Weiterbildungspraxis zum Einsatz. Lehrende erhalten die Möglichkeit, ihre Kompetenzen zu identifizieren und validieren zu lassen. Zum anderen erhalten sie Rückmeldung für ihre persönliche Weiterentwicklung. Einrichtungen können mit diesen Instrumenten Anforderungen an das lehrende Personal definieren, Personal zielgerichtet rekrutieren und fortbilden.

Seit 2019 fördert der Freistaat Sachsen bereits die Nutzung der Instrumente und nun geht Schleswig-Holstein als zweite Erprobungsregion an den Start – Einrichtungen und Lehrende aus unterschiedlichen Feldern der Erwachsenen- und Weiterbildung nehmen teil. »Hotspot«, zentraler Ansprechpartner und Multiplikator ist das ver.di-Forum Nord, das Wirtschaftsministerium des Landes Schleswig-Holstein unterstützt das Projekt ideell. Der Startschuss für die Kooperation wird – coronabedingt – in Form eines Webinars am 26. Mai gegeben; Interessierte sind herzlich eingeladen, sich dafür anzumelden. Ziel des Projekts ist, die Qualität und Professionalität zu erhöhen und den Status der Lehrenden in der Erwachsenen- und Weiterbildung zu verbessern.

Gelingen kann das nur, wenn alle Akteur*innen der Erwachsenenbildung an einem Strang ziehen. Das von vielen Verbänden bereits anerkannte GRETA-Kompetenzmodell kann dabei das Herzstück für ein gemeinsames Bewusstsein hinsichtlich der Anforderungen der Branche sein. Weil der Weiterbildungsbereich sehr vielfältig ist, sind die GRETA-Instrumente aber nicht starre Lösungen, sondern Angebote für verschiedene Einsatzmöglichkeiten.


(19.05.2020, prh)

Weiterführende Informationen

 

Arbeit-von-Morgen-Gesetz bringt höhere Zuschüsse für berufliche Weiterbildung

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Der Bundesrat hat 15. Mai 2020 dem vom Bundestag beschlossenen »Arbeit-von-Morgen-Gesetz« grünes Licht erteilt. Es schafft weitere Erleichterungen beim Kurzarbeitergeld, enthält Sonderregelungen für die betriebliche Mitbestimmung und sorgt für Verbesserungen bei der Aus- und Weiterbildung von Beschäftigten.

Verlängerung von Kurzarbeitergeld

Die Änderungen beim Kurzarbeitergeld sollen die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Arbeitsmarkt etwas abfedern. Die Bundesregierung wird deshalb bis 2021 ermächtigt, die Bezugsdauer der Leistung bei außergewöhnlichen Verhältnissen von 12 auf 24 Monate zu verlängern. Eigentlich ist eine solche Verlängerung nur möglich, wenn eine Gesamtstörung des Arbeitsmarktes vorliegt. Außerdem stellt das Gesetz sicher, dass ein Hinzuverdienst dann nicht auf das Kurzarbeitergeld angerechnet wird, wenn es sich bei der neu aufgenommenen Nebenbeschäftigung um einen Minijob in einem systemrelevanten Bereich handelt. Diese Bestimmungen sind erst durch den Bundestagsbeschluss in den ursprünglichen Gesetzentwurf der Bundesregierung aufgenommen worden.

Erleichterungen bei betrieblicher Mitbestimmung

Gleiches gilt für die Corona-bedingten Sonderregelungen bei der betrieblichen Mitbestimmung: Hiernach können Betriebsräte ihre Beschlüsse bis zum 31. Januar 2021 per Telefon- oder Videokonferenz fassen und auf eine Präsenzsitzung verzichten; ebenso die Jugend- und Auszubildendenvertretungen. Ebenfalls bis Ende Januar 2021 dürfen Betriebsversammlungen über Videokonferenzen durchgeführt werden.

Höhere Zuschüsse für berufliche Weiterbildung

Im Übrigen nimmt das Gesetz vor allem den Strukturwandel auf dem Arbeitsmarkt in den Blick: Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sollen in die Lage versetzt werden, den Wandel von Jobs durch digitale Technologien und ökologische Erfordernisse mitzugehen. Dafür wird die Weiterbildungsförderung der Beschäftigten verbessert. So erhalten Beschäftigte und Arbeitgeber künftig höhere Zuschüsse in der beruflichen Weiterbildung, wenn eine entsprechende Betriebsvereinbarung oder ein Tarifvertrag betriebsbezogene Weiterbildung vorsieht. Sammelanträge sollen die Weiterbildung von Beschäftigten handhabbarer machen.

Rechtsanspruch auf Nachqualifizierung

Außerdem wird die Regelung zur Zahlung von Weiterbildungsprämien verlängert und ein Rechtsanspruch auf Förderung einer beruflichen Nachqualifizierung für Geringqualifizierte eingeführt, damit sie einen Berufsabschluss nachholen können.

Verbesserungen für Transfergesellschaften

Auch die Qualifizierungsmöglichkeiten in einer Transfergesellschaft werden verbessert. Dafür hebt das Gesetz die bisherige Begrenzung auf Ältere und Geringqualifizierte auf. Außerdem kann sich die Bundesarbeitsagentur künftig bis zu 75 Prozent an den Kosten für Qualifizierungsmaßnahmen beteiligen.

Weiterentwicklung der Assistierten Ausbildung

Erweiterte Fördermöglichkeiten gibt es darüber hinaus im Ausbildungsbereich. Hierfür wird die Geltung des Instruments Assistierte Ausbildung verlängert und weiterentwickelt. Anders als bislang gilt diese Unterstützung künftig auch für Grenzgängerinnen und Grenzgänger.

Eine weitere Neuerung steht ganz im Zeichen der Digitalisierung: Die Arbeitslosmeldung soll auch elektronisch möglich sein.

Unterzeichnung, Verkündung und Inkrafttreten

Das Gesetz wird nun über die Bundesregierung dem Bundespräsidenten zur Unterzeichnung vorgelegt. Danach kann es im Bundesgesetzblatt verkündet werden. Es soll grundsätzlich am Tag nach der Verkündung in Kraft treten. Die Regelungen zum Kurzarbeitergeld und zur betrieblichen Mitbestimmung treten rückwirkend zum 1. März 2020 in Kraft. Die elektronische Arbeitslosmeldung ist erst ab Januar 2022 möglich. (16.05.2020, prh)

siehe auch: Deutscher Bundestag beschließt »Arbeit-von-morgen-Gesetz«

 

Die Corona-Pandemie wird die Bildungslandschaft nachhaltig verändern

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Die Kontaktbeschränkungen infolge der Corona-Pandemie haben den Präsenzunterricht in der Weiterbildung zum Erliegen gebracht. Rund zwei Drittel der hessischen Weiterbildungseinrichtungen haben Änderungen ihres Geschäftsmodells vorgenommen und setzen nun verstärkt auf E-Learning-Angebote.

73 Prozent der Bildungseinrichtungen bieten zusätzliche Webinare an, 54 Prozent Web-Based-Trainings. Dies ist ein Ergebnis einer repräsentativen Umfrage von Weiterbildung Hessen e.V. unter den über 300 Mitgliedseinrichtungen.

»Die Corona-Pandemie wird die Bildungslandschaft nachhaltig verändern«, ist sich Christian Spahn, Geschäftsführer von Weiterbildung Hessen e.V., sicher. »Das digitale Lehrangebot wird als Unterstützung des Präsenzunterrichts massiv an Bedeutung gewinnen. Wir sehen aktuell, wie Bildungseinrichtungen digital aufrüsten, um den Ausfall im klassischen Betrieb ansatzweise kompensieren zu können. Immerhin sieht sich jede achte Weiterbildungseinrichtung aufgrund der geltenden Einschränkungen von Insolvenz bedroht«. Die Ergänzung durch digitale Lernsysteme werde auch mit den seit heute gültigen Lockerungen in Hessen, nach denen bis zu 5 Teilnehmende pro Präsenzveranstaltung erlaubt sind, weiterhin notwendig sein, so Spahn.

Über 90 Prozent der hessischen Bildungsanbieter stimmen laut der Befragung von Weiterbildung Hessen e.V. der Aussage zu, dass der Digitalisierungsgrad der Bildungseinrichtungen bereits kurzfristig steigen wird. Drei von vier Bildungseinrichtungen gehen davon aus, dass in Zukunft noch stärker auf E-Learning-Angebote gesetzt wird. Daraus folgt jedoch nicht das Ende des Präsenzunterrichts in der Weiterbildung. 75 Prozent der Einrichtungen erwarten nicht, dass zukünftig der Präsenzunterricht an Bedeutung verlieren wird. Die digitalen Möglichkeiten werden vielmehr verstärkt zur Erweiterung und Optimierung des Lehrangebotes genutzt werden.

Dies sieht auch Christian Spahn so: »Gerade die aktuellen Erfahrungen durch die Pandemie zeigen, wie wichtig soziale Kontakte sind. Der zwischenmenschliche Kontakt fördert auch den Bildungserfolg. Digitale Lerninhalte bieten aber vielfältige Möglichkeiten, das Lehrangebot zu ergänzen.« Allerdings sei jetzt die Politik dringend gefordert, die hierfür benötigte technische Infrastruktur auch bereitzustellen: »Jeder dritte Bildungseinrichtung in Hessen bemängelt die unzureichende Breitbandversorgung. Die Digitalisierung in Wirtschaft und Gesellschaft kann jedoch nicht befördert werden, wenn die grundlegende technische Infrastruktur fehlt«, beklagt Spahn.

Hintergrund
Weiterbildung Hessen e.V. wurde 2003 auf Initiative von 50 hessischen Weiterbildungseinrichtungen mit Unterstützung des Hessischen Wirtschaftsministeriums (HMWEVW) gegründet. Mit seinen Gütesiegeln fördert der Verein eine hohe Qualität und Transparenz in der hessischen Bildungslandschaft. Er ist im Auftrag des HMWEVW für mehrere Projekte verantwortlich, unter anderem für »ProAbschluss« und die Hessische Weiterbildungsdatenbank. Heute gehören dem Verband über 300 Mitglieder an.



(14.05.2020, prh)

Zu den Ergebnissen der Befragung (PDF, 8 Seiten)

 

Neue Fortbildungen für die Medien- und Veranstaltungsbranche

Artikel-Bild© Ralph Larmann

Klarere Spezialisierungen – höhere Transparenz – bessere Durchlässigkeit 

Eine Ausbildung in der Medien- und Veranstaltungsbranche trifft bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf breites Interesse. Um in diesem attraktiven Bereich der dualen Berufsausbildung weitere Karriereperspektiven zu eröffnen, hat das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) gemeinsam mit den zuständigen Bundesministerien sowie den Sozialpartnern und Sachverständigen aus der betrieblichen Praxis drei neue Fortbildungsregelungen für die Medien- und Veranstaltungs­branche erarbeitet.

Die Fortbildungsregelungen »Geprüfte/-r Medienfachwirt/-in«, »Geprüfte/-r Industriemeister/-in – Fachrichtung Printmedien« sowie »Geprüfte/-r Meister/-in für Veranstaltungstechnik« greifen inhaltlich auch Veränderungen durch die zunehmende Digitalisierung und Vernetzung auf. Insbesondere im mittleren Management bedeutet dies für Beschäftigte mit höherer Fachkompetenz und Führungsverantwortung eine deutliche Erweiterung ihres Tätigkeitsfeldes. Gleichzeitig sollen durch die neuen Fortbildungs­rege­lungen die Transparenz erhöht und individuelle Spezialisierungen besser erkennbar werden.

Geprüfte Meister/-innen für Veranstaltungstechnik arbeiten insbesondere bei Rundfunk- und Fernsehunternehmen, bei veranstaltungstechnischen Dienstleistern, bei Kongressen und Messen sowie in Opern- und Schauspielhäusern oder Konzerthallen. Um in diesen Bereichen tätig sein zu können, müssen angehende Meister/-innen durch schriftliche Prüfungen nachweisen, dass sie veranstaltungstechnische Projekte planen, technisch leiten und umsetzen sowie Personal anleiten und betriebliche Prozesse organisieren können.

Das »Meisterstück« ist die Planung und technische Umsetzung eines eigenständigen Veranstaltungsprojektes. Auf dem Abschlusszeugnis wird dokumentiert, in welcher Funktion die zu prüfende Person tätig war: als technische/-r Gesamtleiter/-in der Produktion oder der Veranstaltungsstätte, als technische/-r Fachbereichsleiter/-in für Bühnen-, Beleuchtungs-, Beschallungs- oder Medientechnik oder in anderer technischer Leitungsfunktion. Diese Funktionsbezeichnung ermöglicht zukünftigen Arbeitgebern die bessere Einordnung der Qualifikation der Führungskraft.

In der Digital- und Printmedienbranche gibt es bereits zwei gut etablierte Fortbildungs­angebote: Geprüfte Medienfachwirte und -fachwirtinnen haben überwiegend im Bereich der Druckvorstufe und der Digitalmedienproduktion ihre erste Qualifikation erworben. Geprüfte Industriemeister/-innen – Fachrichtung Printmedien kommen meist aus der Druckproduktion und der Druckweiterverarbeitung. Wer eine dieser Fortbildungen absolviert, arbeitet in verschiedenen Bereichen und Tätigkeitsfeldern eines Medienunternehmens, in der Werbebranche oder in Marketingabteilungen von Betrieben unterschiedlicher Branchen und nimmt dort Sach-, Organisations- und Führungsaufgaben wahr.

Um einen dieser beiden Medien-Fortbildungsabschlüsse zu erlangen, müssen Prüfungen unter anderem aus den Bereichen Medienproduktion sowie Führung und Organisation absolviert werden. Innerhalb einer Projektarbeit können die Prüflinge dann zeigen, dass sie entsprechend ihrer beruflichen Spezialisierung ein Medienprojekt eigenständig planen und durchführen können. Entsprechend der gewählten Spezialisierung wird auf dem Zeugnis vermerkt, ob beim Abschluss Medienfachwirt/-in die Wahlqualifikation »Printmedien« oder »Digitalmedien« beziehungsweise beim Abschluss Industriemeister/-in – Fachrichtung Printmedien die Wahlqualifikation »Druck und Druckveredelung« oder »Druckweiterverarbeitung« gewählt wurde. Mit dieser Spezialisierungsmöglichkeit konnte auch die Integration des bisherigen Fortbildungsabschlusses »Geprüfte/-r Industriemeister/-in – Fachrichtung Buchbinderei« in die neue Industriemeisterregelung vollzogen werden.

  (13.05.2020, prh)

Weiterführende Informationen (PDF, 2 Seiten)

 

EDULEARN20 (Online)

vom 06.07.2020 bis zum 07.07.2020

EDULEARN wird Teilnehmer aus mehr als 70 verschiedenen Ländern in einer ansprechenden virtuellen Umgebung zusammenbringen.

Dieses internationale Forum bietet allen Autoren die Möglichkeit, ihre Beiträge (Abstract, Papier und Präsentationen) auszutauschen und zu präsentieren, Feedback von anderen Teilnehmern zu erhalten und zu den EDULEARN20-Proceedings beizutragen.

Zusätzlich werden die Teilnehmer die Möglichkeit haben, an einer Auswahl von Online-Veranstaltungen teilzunehmen.

 

Online-Workshop OER

vom 08.07.2020 um 10:00 Uhr bis zum 08.07.2020 um 12:00 Uhr

Ziel dieses Web-Seminars ist es, die Teilnehmenden in das praktische 1x1 der Creative Commons einzuführen und mit ihnen einen ersten Blick auf Chancen und Risiken freier Lernmaterialien, den so genannten Open Educational Resources (OER), zu werfen.

 

(Aus)Bildungskongress der Bundeswehr 2020 (Hamburg)

vom 01.09.2020 bis zum 03.09.2020

Der (Aus)Bildungskongress der Bundeswehr vereint mit einer wissenschaftlichen sowie praxisorientierten Tagung und einer inhaltlich begleitenden Fachausstellung zwei Veranstaltungen unter einem Dach. Der (Aus)Bildungskongress der Bundeswehr findet vom 1. bis 3. September 2020 an der Helmut-Schmidt-Universität / Universität der Bundeswehr Hamburg (HSU/UniBw H) statt.

Als Weiterentwicklung des seit 2004 jährlich an der Helmut-Schmidt-Universität / Universität der Bundeswehr Hamburg durchgeführten Fernausbildungskongresses der Bundeswehr bietet der (Aus)Bildungskongress der Bundeswehr unter dem Motto »(Aus)Bildung – Forschung – Technik« eine Plattform für Dialog, Netzwerkpflege und den Austausch mit Institutionen und Akteuren der Berufsbildung und der Bundeswehr.

»Digitale (Aus-) Bildung: Wird Intelligenz tatsächlich ‚künstlich‘?« ist 2020 das Thema der wissenschaftlichen sowie praxisorientierten Tagung und der begleitenden Fachausstellung.

 

didacta 2021 (Stuttgart)

vom 23.03.2021 bis zum 27.03.2021

Als Fachmesse gibt die didacta - die Bildungsmesse einen umfassenden Einblick in das gesamte Bildungswesen von der frühkindlichen Bildung, über die berufliche Bildung bis hin zum lebenslangen Lernen.

Im Jahr 2020 musste die Messe wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden.

 

 

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