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Studie: Frauen sind in der betrieblichen Weiterbildung deutlich benachteiligt

Betriebliche Weiterbildung gewinnt gerade in Zeiten des Fachkräftemangels eine neue Bedeutung. Das Ungleichgewicht zwischen Frauen und Männern in der Beteiligung an betrieblicher Weiterbildung ist dabei in mehrfacher Hinsicht problematisch: zum einen steht es der Gleichstellung von Frauen und Männern im Erwerbsleben entgegen, zum anderen werden dadurch in Zeiten des Fachkräftemangels Talente und Potenziale nicht genutzt.

Die lesenswerte Expertise der Agentur für Gleichstellung im ESF bietet eine systematische Übersicht zu quantitativen und qualitativen Gender-Aspekten im Feld der betrieblichen Weiterbildung und gibt Empfehlungen für Programme und Projekte, die in diesem Bereich aktiv sind.

Zusammenfassend kommt die Studie zu diesen Ergebnissen:

  • Insgesamt sind Frauen in der betrieblichen Weiterbildung deutlich unterrepräsentiert und zwar sowohl hinsichtlich der Teilnahmequoten als auch hinsichtlich der Maßnahmestunden. Dabei müssen Frauen Angebote der betrieblichen Weiterbildung häufiger in ihrer Freizeit wahrnehmen und werden im Schnitt in geringerem Maße finanziell unterstützt.
  • Frauen bleiben in der Gruppe der älteren Teilnehmenden unterrepräsentiert, nähern sich jedoch hinsichtlich ihrer Teilnahmequote leicht an die männliche Vergleichsgruppe an.
  • Menschen mit Migrationshintergrund sind insgesamt in Weiterbildungsmaßnahmen unterrepräsentiert. Studien weisen darauf hin, dass innerhalb dieser Gruppe Männer häufiger als Frauen an allgemeiner oder beruflicher Weiterbildung teilnehmen. Zur betrieblichen Weiterbildung selbst liegen dazu leider keine belastbaren Zahlen vor, die nach Geschlecht differenzieren.
  • Es besteht ein deutlicher Zusammenhang zwischen Bildung und Weiterbildungsteilnahme in der betrieblichen Weiterbildung: Je höher der Bildungsabschluss ist, desto wahrscheinlicher ist eine Weiterbildungsteilnahme. Frauen gelingt es im Feld der betrieblichen Weiterbildung jedoch nicht, einen Vorteil aus ihren im Vergleich zu Männern höheren Bildungsabschlüssen zu ziehen. Die (mit deutlichem Abstand zur männlichen Vergleichsgruppe) geringsten Chancen auf betriebliche Weiterbildung haben Frauen ohne oder mit maximal Hauptschulabschluss.
  • In nahezu allen Branchen partizipieren Männer anteilig häufiger an betrieblicher Weiterbildung als Frauen; auch in den deutlich weiblich dominierten Branchen. Lediglich im Kredit- und Versicherungsgewerbe, auch eine Branche, in der eine höhere Anzahl an Frauen beschäftigt ist, partizipieren Frauen geringfügig häufiger im Vergleich zu Männern.
  • Die Betriebsgröße spielt eine erhebliche Rolle für Unterschiede in der Weiterbildungsbeteiligung: Je größer ein Unternehmen, desto größer ist das betriebliche Weiterbildungsangebot. In den größten Unternehmen mit eigenen Weiterbildungsangeboten gibt es die größten Disparitäten zwischen Männern und Frauen.
  • Arbeitszeitmodelle und Betreuungsverpflichtungen haben einen wesentlichen Einfluss auf die Beteiligung von Frauen: Vor allem Teilzeitbeschäftigte nutzen berufliche Weiterbildungsangebote seltener. Frauen nehmen häufiger an Weiterbildungen teil, wenn sie ohne Kinder leben. Sobald Frauen mit einem Partner, einem oder mehreren Kindern zusammenwohnen, sinkt ihre Teilnahmequote deutlich.
  • Hinsichtlich der Ziele und der Themenwahl in der betrieblichen Weiterbildung gibt es bisher keine nach Geschlecht differenzierten Zahlen. Für die berufliche Weiterbildung allgemein lässt sich feststellen, dass die geschlechtsgebundene bevorzugte Themenwahl die ’geschlechtstypische’ Aufteilung des Arbeitsmarktes (horizontale Segregation) eher fortschreibt.

QUELLE: Regina Frey (unter Mitarbeit von Talke Flörcken), Genderaspekte in der betrieblichen Weiterbildung

  (07.09.2011, prh)

Expertise herunterladen (PDF, 46 Seiten)

 

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