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Neuigkeiten & Termine

Weiterbildungstag 2016: Schwerpunktthema Digitalisierung und »Weiterbildung 4.0«

DWT 2016

Bundesweiter Deutscher Weiterbildungstag am 29. September 2016

Der nächste Deutsche Weiterbildungstag findet am 29. September 2016 statt. Das haben die Veranstalter in Berlin beschlossen. Der Deutsche Weiterbildungstag ist ein bundesweiter Aktionstag für Bildung und Lebenslanges Lernen. Er findet alle zwei Jahre in Hunderten Städten und Gemeinden der Bundesrepublik statt. Deutschlandweit werden rund 750 Veranstaltungen und insgesamt 100.000 Besucher erwartet.

Für die sechste Auflage des Weiterbildungstages sind Neuerungen angekündigt. Allen voran das Schwerpunktthema: 2016 dreht sich alles um die Zukunft der (Weiter-)Bildung, den Mega-Trend Digitalisierung und »Weiterbildung 4.0«. Darüber hinaus können die Veranstalter bereits jetzt eine Rekordbeteiligung vermelden: 21 namhafte Verbände, Institutionen und Unternehmen der Weiterbildungsbranche sind als Mit-Initiatoren beteiligt – so viele wie noch nie! Eine weitere Neuerung betrifft den Wochentag. Erstmals findet der Weiterbildungstag an einem Donnerstag statt.

Hinter den Kulissen läuft nun die Arbeit des Vorbereitungsteams. In den nächsten Monaten werden das Motto, die politischen Inhalte, Plakate und vieles mehr entwickelt. Für 2016 rechnen die Veranstalter mit hohen bzw. steigenden Teilnehmerzahlen. Alle Unternehmen, Verbände und Einrichtungen der Aus- und Weiterbildung sind zur Beteiligung herzlich eingeladen.

Hintergrund
Der »Deutsche Weiterbildungstag« ist eine gemeinsame Initiative verschiedener Verbände, Institutionen und Unternehmen der Weiterbildungsbranche. Er wurde im Jahr 2007 vom Bundesverband der Träger beruflicher Bildung (Bildungsverband) und dem Deutschen Volkshochschul-Verband (DVV) initiiert.

(04.02.2016, prh)

Deutscher Weiterbildungstag

 

Vereinfachung des Leistungsrechts und Stärkung der Weiterbildung

bmas

Bundeskabinett beschließt Reformen im Recht der Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II) und im Recht der Arbeitsförderung/Arbeitslosenversicherung (SGB III)

Das Bundeskabinett hat in seiner Sitzung vom 03.02.2016 zwei Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag beschlossen. Das Neunte Gesetz zur Änderung des SGB II (Rechtsvereinfachung) enthält im Wesentlichen die Umsetzung von Vorschlägen zur Vereinfachung des Leistungs- und Verfahrensrechts des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch. Diese wurden durch die von der Konferenz der Ministerinnen und Minister, Senatorinnen und Senatoren für Arbeit und Soziales der Länder eingerichtete Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Vereinfachung des Leistungsrechts, einschließlich des Verfahrensrechts, im SGB II erarbeitet.

Darüber hinaus werden mit dem Gesetz zur Stärkung der beruflichen Weiterbildung und des Versicherungsschutzes in der Arbeitslosenversicherung (Arbeitslosenversicherungsschutz- und Weiterbildungsstärkungsgesetz – AWStG) Vereinbarungen zu einer präventiven und aktivierenden Gestaltung der Arbeitsmarktpolitik umgesetzt. Kern des Entwurfs ist eine Stärkung der Instrumente der beruflichen Weiterbildung im SGB III, die auch in der Grundsicherung für Arbeitsuchende Anwendung finden werden.

Die Regelungen im Einzelnen:

Entwurf eines Neunten Gesetzes zur Änderung des SGB II – Rechtsvereinfachung

Um die Aufnahme von Ausbildungen zu erleichtern, wird die bestehende Schnittstelle zwischen der Ausbildungsförderung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz beziehungsweise dem Dritten Buch Sozialgesetzbuch und der Grundsicherung für Arbeitsuchende entschärft. Künftig ist es auch für Auszubildende möglich, aufstockend Arbeitslosengeld II unter Anrechnung von Ausbildungsvergütung und Ausbildungsförderung zu erhalten. Auch wenn kein Anspruch auf Ausbildungsförderung während einer betrieblichen oder außerbetrieblichen Ausbildung besteht, kann künftig Arbeitslosengeld II beantragt werden. Dadurch wird die Aufnahme einer Ausbildung erleichtert sowie die Bereitschaft zur Aufnahme einer Ausbildung gestärkt.

Zudem sind Vereinfachungen in unterschiedlichen Bereichen vorgesehen (u.a. bei der Einkommensanrechnung, der Bewilligung von Leistungen für Wohnkosten sowie den Erstattungstatbeständen). Zur Vermeidung von Erfüllungsaufwand in den Jobcentern und bei den Leistungsberechtigten wird der Regelbewilligungszeitraum für das Arbeitslosengeld II und das Sozialgeld auf zwölf Monate verlängert.

Außerdem enthält der Entwurf folgende Regelungen:

  • Als Ergebnis der Fachdiskussion in der Arbeitsgruppe Eingliederung SGB II des Bund-Länder-Ausschusses wird die Beratung der leistungsberechtigten Personen im Zweiten Buch deutlich gestärkt. Hierzu gehört auch die stärkere Nutzung der Potenzialanalyse und des Instruments der Eingliederungsvereinbarung als kooperatives Gestaltungsmittel im Eingliederungsprozess. Neu vorgesehen wird eine nachgehende Betreuung von erwerbstätigen Leistungsberechtigten auch nach Entfallen der Hilfebedürftigkeit (§ 16g SGB II).

  • Personen, die neben Arbeitslosengeld oder Teilarbeitslosengeld auch Arbeitslosengeld II beziehen, erhalten ihre Leistungen der aktiven Arbeitsmarktpolitik künftig nicht mehr von den Jobcentern, sondern von den Agenturen für Arbeit. Dies entspricht dem Versicherungsgedanken des SGB III, dass Personen, die Ansprüche gegen die Arbeitslosenversicherung erworben haben, auch alle Leistungen - einschließlich solcher der aktiven Arbeitsförderung - von den Agenturen für Arbeit erhalten.

Entwurf eines Gesetzes zur Stärkung der beruflichen Weiterbildung und des Versicherungsschutzes in der Arbeitslosenversicherung (Arbeitslosenversicherungsschutz- und Weiterbildungsstärkungsgesetz – AWStG)

Ausdrückliches Ziel des Gesetzentwurfes zur Stärkung der Instrumente der beruflichen Weiterbildung im Recht der Arbeitsförderung (SGB III) ist der verbesserte Zugang von gering qualifizierten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern sowie von Langzeitarbeitslosen zu einer abschlussbezogenen Weiterbildung. Die Weiterbildungsförderung in kleinen und mittleren Unternehmen wird fortentwickelt, indem die Förderung weiter flexibilisiert wird. Die Neuregelungen im Recht der beruflichen Weiterbildung sollen auch in der Grundsicherung für Arbeitsuchende (Zweites Buch Sozialgesetzbuch) greifen. Im Einzelnen handelt es sich um folgende Neuregelungen:

Einbeziehung notwendiger Grundkompetenzen in die Weiterbildungsförderung
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die noch nicht über einen Berufsabschluss verfügen, können zur Vorbereitung auf eine abschlussbezogene berufliche Weiterbildung Förderleistungen zum Erwerb notwendiger Grundkompetenzen, insbesondere in den Bereichen Lesen, Schreiben, Mathematik und Informations- und Kommunikationstechnologien, erhalten, wenn dies für die erfolgreiche Teilnahme an einer Weiterbildungsmaßnahme erforderlich ist.

Einführung einer Weiterbildungsprämie
Zur Stärkung von Motivation und Durchhaltevermögen erhalten Teilnehmerinnen und Teilnehmer an einer abschlussbezogenen Weiterbildung beim Bestehen einer durch Ausbildungsverordnung vorgeschriebenen Zwischenprüfung eine Prämie von 1.000 Euro, beim Bestehen der Abschlussprüfung eine Prämie von 1.500 Euro. Die Neuregelung ist befristet für Maßnahmen, die bis zum 31. Dezember 2020 beginnen und wird evaluiert.

Flexiblere Weiterbildungsförderung in kleinen und mittleren Unternehmen
Die Weiterbildungsförderung für Beschäftigte in kleinen und mittleren Unternehmen, die für jüngere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer unter 45 Jahren bis Ende des Jahres 2020 befristet ist, wird weiter flexibilisiert, indem nunmehr auch berufliche Weiterbildungen bezuschusst werden können, die außerhalb der Arbeitszeit stattfinden.

Qualifizierung während des Bezugs von Transferkurzarbeitergeld
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in Transfergesellschaften, die von Restrukturierungsmaßnahmen betroffen sind, wird ein schnellerer Zugang zu beruflicher Weiterbildung ermöglicht. Danach können notwendige Qualifizierungen von älteren Beschäftigten ab Vollendung des 45. Lebensjahres und von gering qualifizierten Beschäftigten bereits während der Zeit in einer Transfergesellschaft gefördert werden, wenn der Arbeitgeber mindestens 50 Prozent der Lehrgangskosten trägt. Die Fördermöglichkeit umfasst auch Maßnahmen, die zu einem Abschluss in einem Ausbildungsberuf führen.

Erweiterte Fördermöglichkeiten bei Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung
Die mögliche Dauer von Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung, die bei einem Arbeitgeber durchgeführt werden, wird von sechs auf zwölf Wochen verlängert. Die Änderung gilt für Langzeitarbeitslose und Arbeitslose mit schwerwiegenden Vermittlungshemmnissen. Diese Maßnahmen sollen insbesondere auch der Kompetenzfeststellung, der Klärung eines anzustrebenden Zielberufs und eines Bildungsziels für eine mögliche Weiterbildung dienen.

Weitere Neuregelungen des Gesetzentwurfs betreffen den Versicherungsschutz in der Arbeitslosenversicherung. Nachdem mit dem Pflegestärkungsgesetz II der Arbeitslosenversicherungsschutz für Pflegepersonen ab dem 1. Januar 2017 erheblich verbessert worden ist, soll der Versicherungsschutz bei Arbeitslosigkeit auch für weitere Übergangsprozesse am Arbeitsmarkt gestärkt werden. Personen, die ihre Beschäftigung oder den Bezug von Arbeitslosengeld durch eine länger andauernde berufliche Weiterbildung unterbrechen, können einen zuvor bestehenden Arbeitslosenversicherungsschutz im Wege der freiwilligen Weiterversicherung durch Zahlung eigener Beiträge aufrechterhalten. Ebenso wird bei Inanspruchnahme einer Elternzeit nach dem dritten Lebensjahr des Kindes die Möglichkeit geschaffen, den Versicherungsschutz durch eine freiwillige Weiterversicherung sicherzustellen. Darüber hinaus wird die bis Ende des Jahres 2016 befristete Sonderregelung zur verkürzten Anwartschaftszeit für überwiegend kurz befristet Beschäftigte bis zum 31. Juli 2018 verlängert.

(03.02.2016, prh)

Ent­wurf ei­nes Ge­set­zes zur Stär­kung der be­ruf­li­chen Wei­ter­bil­dung und des Ver­si­che­rungs­schut­zes in der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung [PDF, 33 Seiten]

 

Berufliche Fortbildung lohnt sich

DIHK

Studie: Absolventen ähnlich gut aufgestellt wie Akademiker

Fortbildungsabsolventen müssen sich in puncto Verantwortung, Perspektiven und Einkommen nicht vor ihren Kollegen mit Hochschulabschluss verstecken. Das belegt eine aktuelle Untersuchung, die das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln im Auftrag der DIHK-Bildungs-GmbH durchgeführt hat.

Achim Dercks, stellvertretender DIHK-Hauptgeschäftsführer, stellte die Ergebnisse der Analyse am 27. Januar 2016 in Berlin vor. Untersucht worden waren die Karriereperspektiven von Absolventen einer beruflichen Aufstiegsfortbildung, also von denjenigen, die sich nach ihrer beruflichen Ausbildung für eine Weiterbildung beispielsweise zum Meister oder Fachwirt entscheiden – Abschlüsse, die im Deutschen Qualifikationsrahmen auf gleichem Niveau wie der Bachelor liegen.

Mit jährlich rund 50.000 Absolventen allein im Bereich der Industrie- und Handelskammern sei diese Gruppe »quantitativ viel bedeutsamer als gemeinhin angenommen«, berichtete Achim Dercks in Berlin. »Und nicht nur das: Erstens übernehmen Fortbildungsabsolventen in ihrem Erwerbsleben oft viel Verantwortung, zweitens haben sie hervorragende Entwicklungsperspektiven, und drittens verfügen sie über ein gutes Einkommen«.

Fortbildungsabsolventen seien häufig direkte Vorgesetzte, zitierte der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer aus Resultaten der IW-Studie, sie hätten vielfältige Karriereperspektiven, erzielten gute Gehälter und fürchteten sogar seltener um den Verlust ihres Arbeitsplatzes als Hochschulabsolventen.

»Last but not least profitiert auch die Wirtschaft von Fortbildungsabsolventen«, so Dercks. Höhere Berufsbildung sei ein wichtiger Innovationstreiber, denn: »Die guten Ideen des Ingenieurs nutzen nichts ohne den Industriemeister, der sie auch im Detail effizient in den betrieblichen Fertigungsprozess überführt«.

Insgesamt seien die Studienergebnisse »ein deutliches Signal an junge Leute, sich bei der Wahl ihres Berufswegs alle Möglichkeiten vor Augen zu führen und nicht ausschließlich ein Studium in Betracht zu ziehen«.

Dercks mahnte: »Generell brauchen wir in Deutschland ein klares Bekenntnis aller verantwortlichen Akteure zur Beruflichen Bildung, einschließlich der Höheren Berufsbildung«. Die anstehende Novellierung des »Meister-BAföG« sei zwar ein richtiger erster Schritt. Mit Blick auf eine insgesamt ausgewogenere und fairere Bildungsfinanzierung dürfe es aber »auch kein Tabu sein, die 'Kostenlos-Kultur' des Hochschulstudiums generell zu hinterfragen«.

Die IHK-Organisation selbst werde die Untersuchung zum Anlass nehmen, »noch stärker als bisher die berufliche Aufstiegsfortbildung und deren positive Effekte bekannt zu machen«, kündigte der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer an.

(02.02.2016, prh/dihk)

Studie »Karrierefaktor berufliche Fortbildung« (PDF, 174 Seiten)

 

Weiterbildung neben dem Beruf fördert Karrierechancen

TNS Infratest

TNS Infratest-Studie 2016: Digitalisierte Arbeitswelt erfordert hohe Lernbereitschaft seitens der Arbeitnehmer

Wer lernt, gewinnt im Job. Der Lohn sind Karrierechancen, mehr Verantwortung und/oder eine Gehaltserhöhung. Dies geht aus der aktuellen TNS Infratest-Studie »Weiterbildungstrends in Deutschland 2016« hervor, die bereits zum achten Mal in Folge im Auftrag der Studiengemeinschaft Darmstadt (SGD) unter 300 Personalverantwortlichen in deutschen Unternehmen durchgeführt wurde.

Ein weiteres wichtiges Signal an die Arbeitnehmer ist die anhaltend hohe Bedeutung, die die Personalverantwortlichen schon seit der ersten Umfrage im Jahr 2009 der Eigeninitiative in der beruflichen Weiterbildung zuschreiben. Auch im Rahmen der zunehmenden Digitalisierung der Arbeitswelt sehen die HR-Manager die Lernbereitschaft als eine wichtige Kompetenz ihrer Mitarbeiter.

»Wer 2016 auf Karriere setzt, liegt mit beruflicher Weiterbildung gut im Rennen«, so Brigitta Vochazer, Geschäftsführerin der SGD. Der Grund: Für 87 Prozent der befragten Personalverantwortlichen fördert sie den beruflichen Aufstieg stark bis sehr stark, für 86 Prozent die Erweiterung des Verantwortungs- und Aufgabenbereiches und für 78 Prozent eine Gehaltssteigerung. Damit bestätigen die Personalverantwortlichen zum zweiten Mal in Folge die direkte positive Auswirkung von Weiterbildung auf Karriere. Die aktuellen Ergebnisse liegen sogar noch etwas über den Vorjahresergebnissen. »Arbeitnehmer sollten sich im Vorfeld allerdings genau informieren, mit welcher Weiterbildung sie ihr Ziel erreichen. Werden im Unternehmen für das mittlere Management beispielsweise Techniker, Meister oder Fachwirte mit entsprechender Aufstiegsfortbildung benötigt? Oder führt eine Weiterbildung im Innovationsmanagement oder im Projektmanagement eher ans Ziel? Ein Gespräch mit dem Vorgesetzten über die Art der Fortbildung kann Klarheit schaffen«, rät Vochazer.

Wichtiges Entscheidungskriterium: Eigeninitiative

»Der Blick auf die Studienergebnisse seit 2009 zeigt, dass die HR-Manager bei Karrierefragen nicht nur darauf schauen, ob ein Mitarbeiter die nötige Weiterbildung vorweisen kann oder nicht«, so Vochazer weiter. »Auch die Bereitschaft, sich in Eigeninitiative beruflich weiterzubilden, trägt zur Beurteilung der Leistung bei«. Aktuell spielt es für 83 Prozent der Befragten für die Eröffnung von Karrierechancen eine wichtige bis sehr wichtige Rolle, ob ein Mitarbeiter Weiterbildungsengagement zeigt (2009: 79 Prozent). Für 78 Prozent ist dies auch bei der Entscheidung, ob ein Arbeitsplatz erhalten werden kann oder nicht, wichtig bis äußerst wichtig (2009: 76 Prozent). Geht es um die Einstellung neuer Mitarbeiter, schauen 77 Prozent auf die Eigeninitiative (2009: 74 Prozent).

»Vorausschauende Weiterbildung ist 2016 sowohl für Arbeitnehmer relevant, die bei ihrem aktuellen Arbeitgeber auf den nächsten Karriereschritt setzen, als auch für Arbeitnehmer, die sich auf dem Arbeitsmarkt nach einer neuen Herausforderung umsehen möchten. Denn Weiterbildungsengagement signalisiert den Personalverantwortlichen Eigenverantwortung, Motivation, Leistungsbereitschaft sowie Interesse an Neuem«, so Vochazer weiter.

Lernbereitschaft im digitalen Wandel

Gerade bei der Bewältigung aktueller Herausforderungen spielt die Lernbereitschaft der Mitarbeiter eine große Bedeutung - so beispielsweise in der Digitalisierung der Arbeitswelt, die mit dem rasanten technologischen Wandel einhergeht. Das Thema wurde für 2016 erstmals in die Studie aufgenommen. Die Ergebnisse zeigen, dass der technologische Wandel in den Unternehmen angekommen ist: 68 Prozent der Befragten sehen in ihren Unternehmen starke bis äußerst starke Auswirkungen auf den Arbeitsalltag. Bei der Frage nach den drei wichtigsten Kompetenzen der Mitarbeiter in einer digitalisierten Arbeitswelt nimmt für die Befragten die Lernbereitschaft mit 62 Prozent den wichtigsten Platz ein, gefolgt von Flexibilität (51 Prozent) und IT-Know-how (41 Prozent). Selbstorganisation bzw. Koordinationsfähigkeit nannten 37 Prozent bzw. 27 Prozent der Personalentscheider. Während in kleinen (1 bis 9 Mitarbeiter) sowie mittleren Unternehmen (10 bis 499 Mitarbeiter) Lernbereitschaft und Flexibilität die wichtigste und zweitwichtigste Kompetenzen darstellen, steht in großen Unternehmen ab 500 Mitarbeitern nach der Lernbereitschaft (64 Prozent) das IT-Know-how (54 Prozent) auf Rang zwei.

»Digitale Anwendungen und neue Kommunikationsmittel halten immer schneller Einzug in unsere Unternehmenswelt. Für Arbeitnehmer ist die Bereitschaft, sich darauf einzustellen und den Umgang damit zu lernen, eine Grundvoraussetzung, um den technischen Wandel bewältigen zu können«, so Vochazer. »Ein berufsbegleitendes Fernstudium beispielsweise lässt sich zeitflexibel und auf Wunsch digital und mobil mit Laptop und E-Book ablegen. Absolventen, die ihr Fernstudium so gestalten, stellen wichtige Kompetenzen für die digitalisierte Arbeitswelt unter Beweis. Allem voran zeigen sie durch das berufsbegleitende Lernen neben dem Job ein hohes Maß an Lernbereitschaft. Ebenso lernen sie, in ihrem Alltag unterschiedliche und vielfältige Aufgaben in Beruf und Fernstudium zu koordinieren«.

Zur TNS Infratest-Studie »Weiterbildungstrends in Deutschland 2016«

Bereits zum achten Mal in Folge führte TNS Infratest im Auftrag der Studiengemeinschaft Darmstadt (SGD) die Umfrage »Weiterbildungstrends in Deutschland« durch. Dafür wurden in diesem Jahr 300 Personalverantwortliche online zu unterschiedlichen Aspekten der beruflichen Weiterbildung befragt. Eine zusammenfassende Broschüre zu den Ergebnissen wird in Kürze veröffentlicht.

(28.01.2016, prh)

 

Meister-BAföG soll verbessert werden

bundestag

Dass die Gesetzesnovelle in die richtige Richtung weist, war einhellige Meinung nahezu aller Experten der Öffentlichen Anhörung zum Thema »Novellierung des Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetzes (Meister-BAföG, die auf Einladung des Bundestagsausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung am 27. Januar 2016 in Berlin stattfand.

Der Gesetzentwurf der Bundesregierung hat das Ziel, durch Leistungsverbesserungen, durch die Erweiterung der Fördermöglichkeiten und durch strukturelle Modernisierungen im Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) berufliche Aufstiegsfortbildungen noch attraktiver zu machen. Mögliche Hemmschwellen bei der Unterbrechung der Erwerbstätigkeit, der Vereinbarkeit von Fortbildung, Beruf und Familie oder der Finanzierung sollen dadurch abgebaut werden.

Reinhard Böckl, IG Metall, Vorsitzender des Berufsbildungsausschusses der Industrie- und Handelskammer (IHK) Niederbayern, betonte, dass die berufliche Qualifizierung als gesellschaftliche und öffentliche Aufgabe nicht nur für die Förderung des Strukturwandels relevant sei, sondern die berufliche Qualifizierung auch die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen steigere. Sie schütze Arbeitnehmer vor Arbeitslosigkeit.

Volker Born, Abteilungsleiter Berufliche Bildung, Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH), unterstrich, dass das 3. Änderungsgesetz zum AFBG spürbare Verbesserungen für Aufstiegsfortbildungsteilnehmer vorsehe. Insbesondere begrüße der ZDH die Verbesserung der Unterhaltsförderung, die Anhebung der maximalen Beiträge zur Förderung von Lehrgangs- und Prüfungsgebühren und die Einführung der Bezuschussung für die Meisterprüfungskosten.

Knut Diekmann, Referatsleiter Grundsatzfragen der Weiterbildung Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK), merkte an, dass im weiteren Gesetzgebungsverfahren geprüft werden soll, ob sich im Zuge der AFBG-Novellierung nicht noch breitere positive Wirkungen erreichen ließen, beispielweise bei den Teilnehmern von Teilzeitlehrgängen.

Professor Friedrich Hubert Esser, Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB), unterstrich, dass die Erweiterung des Berechtigtenkreises auf Bachelorabsolventen sinnvoll sei. Die Berufsbildung und auch die deutsche Wirtschaft brauche in Zeiten des Fachkräftemangels und hoher Studentenzahlen deutliche Signale, die zeigen, dass die berufliche Bildung ein attraktives, durchlässiges System mit Entwicklungspotential sei.

Auch Olaf Haushälter, Leiter Bildungsförderung Investitions- und Förderbank Niedersachsen, lobte die Novelle und unterstrich, dass der individuellen Lehrgangsgestaltung der Teilnehmer ein angemessener Freiraum zugebilligt werde und die Ungleichbehandlung von formal gleichen Abschlüssen mit dem Gesetzesvorhaben beseitigt werden sollen.

Mario Patuzzi, Referatsleiter Grundsatzfragen der Beruflichen Bildung & Weiterbildung, Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB), Bundesvorstand, betonte, dass die Novellierung des AFBG die Chance biete, die Attraktivität der Abschlüsse zu steigern und stärker als bisher dem Grundsatz der Gleichwertigkeit von akademischer und beruflicher Bildung Rechnung zu tragen. Zugleich bemängelte Patuzzi, dass sich der Gesetzentwurf zum Thema Qualität der Anbieter, des Lehrpersonals und ihrer Inhalte ausschweige.

Professor Reinhard Pollak, Leiter der Projektgruppe »Nationales Bildungspanel: Berufsbildung und lebenslanges Lernen« Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB), betonte, dass mit der Novelle die Steigerung der Durchlässigkeit zwischen akademischer und beruflicher Bildung steige, eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei der Aufstiegsfortbildung möglich werde, die Antragstellung vereinfacht werde, die Leistungen erhöht würden. Er begrüßte es, dass künftig auch die Förderung von Ausländern mit bestimmten Voraussetzungen möglich sein soll. Gleichwohl sei es fraglich, ob die Novelle ausreichend an den Bedürfnissen der Menschen ansetze, die von Arbeitslosigkeit bedroht seien.

(28.01.2016, prh)

Im Wortlaut: Entwurf eines Dritten Gesetzes zur Änderung des Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetzes (PDF; 56 Seiten)

 

Studie »Weiterbildungstrends in Deutschland 2016«

TNS Infratest

TNS Infratest-Studie 2016: Digitalisierung der Arbeitswelt auf allen Qualifikationsebenen spürbar - Technologischer Wandel führt zu erhöhtem Weiterbildungsbedarf

Die Digitalisierung der Arbeitswelt ist in deutschen Unternehmen angekommen und führt zu einem gesteigerten Weiterbildungsbedarf. Dies geht aus der aktuellen TNS Infratest-Studie »Weiterbildungstrends in Deutschland 2016« hervor, die bereits zum achten Mal in Folge im Auftrag der Studiengemeinschaft Darmstadt (SGD) unter 300 Personalverantwortlichen in deutschen Unternehmen durchgeführt wurde. Die Studienergebnisse zeigen außerdem, welche Auswirkungen der technologische Wandel auf den Arbeitsalltag hat. So erwarten Personaler, dass Arbeitnehmer künftig unter anderem komplexere Aufgaben zu bewältigen haben und vielseitig einsatzfähig sein müssen.

Der rasante technologische Wandel geht mit einer starken Digitalisierung unserer Arbeitswelt einher. Schon heute ist der Arbeitsalltag durch den Einsatz neuer Kommunikationsmittel und digitaler Anwendungen geprägt. Wie stark deutsche Unternehmen betroffen sind, zeigt die aktuelle TNS Infratest-Studie zu den Weiterbildungstrends in Deutschland: Insgesamt sehen 68 Prozent der befragten Personalverantwortlichen in ihren Unternehmen starke bis äußerst starke Auswirkungen des technologischen Wandels auf den Arbeitsalltag. Ein Blick auf die unterschiedlichen Unternehmensgrößen zeigt: Während 53 Prozent der Befragten in kleinen Unternehmen (1 bis 9 Mitarbeiter) die Folgen für den Arbeitsalltag als stark bis äußerst stark einschätzen, sehen dies 83 Prozent für mittlere Unternehmen (10 bis 499 Mitarbeiter) und 78 Prozent für große Unternehmen ab 500 Mitarbeiter so.

Technologischer Wandel steigert Weiterbildungsbedarf

In Folge der fortschreitenden Digitalisierung erwarten drei von vier HR-Managern (75 Prozent), dass der Weiterbildungsbedarf künftig stark bis äußerst stark steigen wird. Das Thema Weiterbildung nimmt folglich einen hohen Stellenwert im Zuge der Digitalisierung ein. Lediglich 6 Prozent der Befragten sehen keinerlei Auswirkungen auf den Weiterbildungsbedarf. »Aus- und Weiterbildungsangebote müssen sich künftig flexibel an die digitalisierte Arbeitswelt anpassen, sich am Bedarf im Markt ausrichten und die notwendigen Kompetenzen vermitteln. Ein berufsbegleitendes Fernstudium ist orts- und zeitflexibel und ermöglicht den Einsatz mobiler Endgeräte wie Smartphones oder Tablets beim Lernen. Zudem fördert ein Fernstudium wichtige Kompetenzen wie Selbstmanagement, Eigenverantwortung und Flexibilität«, so Brigitta Vochazer, Geschäftsführerin der SGD.

Technologischer WandelWelche Anforderungen stellt die Digitalisierung an Arbeitnehmer und wie wirkt sich der technologische Wandel auf die Arbeitswelt der Zukunft aus? Die Studienergebnisse zeigen: 43 Prozent der HR-Experten gehen davon aus, dass die Komplexität der Aufgaben steigt. Für 42 Prozent müssen Mitarbeiter künftig multieinsatzfähig sein und für 40 Prozent wird das Selbstmanagement der Arbeitnehmer immer wichtiger. Mit flexibleren Arbeitszeiten rechnen 38 Prozent der Personalverantwortlichen, mit zunehmendem mobilen Arbeiten 35 Prozent und mit kürzeren Innovationszyklen 30 Prozent. »Die Arbeit der Zukunft wird komplexer und vernetzter. Dies wirkt sich nicht nur auf Geschäftsprozesse, sondern auch auf viele Berufsbilder aus. So müssen Arbeitnehmer künftig mit unterschiedlichsten Technologien arbeiten können und für vielseitige Aufgaben einsatzfähig sein. Sie sind gefordert, sich das notwendige Wissen und die entsprechenden Kompetenzen anzueignen, um nicht den Anschluss in der digitalen Arbeitswelt zu verlieren. Hier spielen geeignete Weiterbildungsformen und -angebote, die sowohl aktuelle Inhalte als auch entsprechende Kompetenzen vermitteln, eine zunehmend wichtige Rolle«, so Vochazer.

Digitalisierte Arbeitswelt betrifft alle Qualifikationsebenen

Wie die Studienergebnisse zeigen, sehen die Personalverantwortlichen Auswirkungen des digitalen Wandels durch alle Qualifikationsebenen hindurch: Für 80 Prozent der Befragten sind Führungskräfte im mittleren Management stark bis äußerst stark von der Digitalisierung betroffen, gefolgt von ausgebildeten Fachkräften sowie Sachbearbeitern mit Ausbildung (78 Prozent), Spezialisten mit akademischem Abschluss (76 Prozent) und Top-Führungskräften (75 Prozent). Von den angelernten Facharbeitern mit Berufserfahrung sind 65 Prozent von der Digitalisierung betroffen. Vochazer dazu: »Die Ergebnisse zeigen, dass die Folgen des technologischen Wandels insgesamt schon sehr weit vorgedrungen sind«.

Zur TNS Infratest-Studie »Weiterbildungstrends in Deutschland 2016«

Bereits zum achten Mal in Folge führte TNS Infratest im Auftrag der Studiengemeinschaft Darmstadt die Umfrage »Weiterbildungstrends in Deutschland« durch. Dafür wurden in diesem Jahr 300 Personalverantwortliche online zu unterschiedlichen Aspekten der beruflichen Weiterbildung befragt. Eine zusammenfassende Broschüre zu den Ergebnissen wird in Kürze veröffentlicht.

(25.01.2016, prh)

 

Weiterbildung: Was die Arbeits­agentur darf, was sie muss

Stiftung Warentest

Stiftung Warentest veröffentlicht Fragen und Antworten zur Förderung beruflicher Weiterbildung

Oftmals verbessert eine berufliche Weiterbildung die Chancen auf einen neuen Job. Seitens der Arbeits­agenturen werden Qualifizierung jedoch immer seltener gefördert. Die Stiftung Warentest erläutert, wann die Agenturen weiterbildungs­willige Arbeits­lose und Arbeits­suchende dennoch unterstützen, und beant­wortet weitere häufige Fragen zum Thema.

Dabei werden die Bedingungen und Abläufe erläutert, unter denen eine Förderung durch die Arbeitsagentur erfolgen kann. Auch auf die Frage, wie der Einzelne seine Chancen auf eine Bewilligung erhöhen kann, wird eingegangen.

Wichtig sind natürlich auch die Inhalte einer Weiterbildung, die im Regelfall mit den Bildungszielen der Arbeitsagentur im Einklang stehen sollten.

Schließlich werden noch die unterschiedlichen Förder-Zielgruppen (etwa Geringqualifizierte oder Ältere) behandelt, und auch die Frage, ob eine Weiterbildung Auswirkungen auf die Zahlungen des Arbeitslosengeldes, wird nicht vergessen.

Ein insgesamt interessanter Artikel für alle, die an einer Förderung ihrer beruflichen Weiterbildung interessiert sind und/oder von der Arbeitsagentur zu einer Qualifizierung aufgefordert werden.

(25.01.2016, test/prh)

FAQ »Was die Arbeits­agentur darf, was sie muss«

 

Brandenburg: Weiterbildungspreis 2016 ausgeschrieben

Land Brandenburg

Wettbewerb um den Weiterbildungspreis 2016 ist gestartet

Unter dem Motto »Weiterbildung in Brandenburg - innovativ und lohnend« ist der Wettbewerb um den Weiterbildungspreis des Landes Brandenburg 2016 gestartet. Der Wettbewerb steht unter der Schirmherrschaft des Landes-Bildungsministers Günter Baaske.

Mit dem Weiterbildungspreis zeichnet das Land Brandenburg Innovationen in der Weiterbildung von Erwachsenen im Land aus. Veranstaltet wird der Wettbewerb vom Ministerium für Bildung, Jugend und Sport und dem Landesbeirat für Weiterbildung in Zusammenarbeit mit dem Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg. Der Preis wird alle zwei Jahre vergeben.

Alle Weiterbildungsorganisationen und kooperierenden Verbünde im Land Brandenburg sind herzlich eingeladen, sich am Wettbewerb um den Weiterbildungspreis 2016 zu beteiligen! Gesucht werden innovative Angebote, Projekte oder Initiativen, die in den letzten zwei Jahren durchgeführt wurden oder jetzt kurz vor dem Abschluss stehen. Der Preisträger erhält 1.000 Euro, die beiden Zweitplatzierten jeweils 500 Euro.

Wer kann teilnehmen?
Teilnehmen am Wettbewerb können alle Weiterbildungsorganisationen oder kooperierende Verbünde im Land Brandenburg.

Was wird ausgezeichnet?
Auch in diesem Jahr werden wieder drei Preise vergeben. Der erste Preis ist mit 1000 Euro dotiert, die beiden zweiten Plätze mit jeweils 500 Euro. Ausgezeichnet werden innovative Angebote, Projekte oder Initiativen der Weiterbildung von Erwachsenen, die nach dem 1.1.2014 abgeschlossen wurden oder die jetzt kurz vor dem Anschluss stehen.

Bis wann kann ich meinen Beitrag einreichen?
Einsendeschluss für die Wettbewerbsbeiträge ist Freitag, der 15. April 2016.

Wie sende ich meinen Beitrag ein?
Ihr Beitrag sollte auf fünf bis maximal zehn Seiten Ihr Projekt beschreiben; die erbetenen Angaben für die Jury finden Sie im Wettbewerbsfaltblatt. Bitte benutzen Sie das Formular für die Wettbewerbsbeiträge oder gestalten Sie Ihren Beitrag entsprechend der Gliederung im Word-Formular (siehe Link unten).

Sie können Ihren Beitrag per E-Mail einsenden an Birgit Hensel, LISUM.

Wer beurteilt die Beiträge?
Die eingereichten Wettbewerbsbeiträge werden von einer unabhängigen, ehrenamtlich tätigen Jury bewertet.

Wann wird der Preis vergeben?
Die Festveranstaltung zur Preisverleihung findet am 7. Juli 2016 in Potsdam im Brandenburg-Saal der Staatskanzlei statt.

(19.01.2016, prh)

Weitere Informationen im Wettbewerbsflyer (PDF, 2 Seiten)

Zum Formular

 

MOOCs: Flexible Weiterbildung mit Hilfe von Online-Kursen

BITKOM

Massive Open Online Courses erlauben es, online zusammen mit anderen zu lernen  

Bei dem Professor einer renommierten US-Hochschule eine Veranstaltungsreihe besuchen, eine Weiterbildung zum Zeitmanagement zwischen den unregelmäßigen Meetings absolvieren oder vom Gründer eines Software-Konzerns selbst die Feinheiten der neuesten Unternehmenstechnologie lernen? Dank MOOCs ist das für Millionen Internetnutzer heute schon Alltag. Dabei bieten diese Massive Open Online Courses nicht nur den kostenlosen Zugang zu aktuellem Wissen, sie ermöglichen durch den Austausch der Lernenden über Foren oder Social Media auch eine leichtere Vertiefung des Lernstoffs als beim traditionellen Selbststudium.

»MOOCs sind inzwischen sehr erfolgreich, schaut man auf Verbreitung und Teilnehmerzahl. Diese Art von Online-Kursen ist eine attraktive, kostengünstige und zeitlich wie räumlich flexible Form der Weiterbildung«, sagt Juliane Petrich, Bitkom-Referentin für Bildungspolitik. »Durch die Digitalisierung wird Weiterbildung über das ganze Berufsleben eine zentrale Herausforderung sein. MOOCs können hier für den Einzelnen, aber auch für Unternehmen, die ihre Mitarbeiter qualifizieren wollen, ein wichtiger Teil der Weiterbildungsstrategie sein«.

Bitkom hat aus diesem Grund ein White Paper »Massive Open Online Courses – Hype oder hilfreich?« veröffentlicht, der kostenlos zum Download bereitsteht und Tipps für ein erfolgreiches MOOC-Konzept liefert. In dem Papier werden die verschiedenen Formen von Online-Kursen voneinander abgegrenzt und eine Definition für MOOCs vorgenommen. Danach bekommen interessierte Unternehmen erste Hinweise für die Planung eines didaktischen MOOC-Konzeptes sowie für die technische Umsetzung und das Projektmanagement. Ein eigenes Kapitel widmet sich der Frage, welche Geschäftsmodelle es rund um MOOCs gibt und geben kann, auch wenn die Kursteilnahme zunächst einmal kostenlos ist. So können zum Beispiel persönliches Coaching während der Kurse oder die Ausstellung eines Zertifikats bei einem erfolgreichen Abschluss kostenpflichtig sein. Schließlich stellt der Leitfaden vier MOOC-Projekte aus der Praxis vor.

(18.01.2016, prh)

Broschüre »Massive Open Online Courses – Hype oder hilfreich?« (PDF, 26 Seiten)

 

Grüne fordern bessere Weiterbildung

GRUENE

Digitalisierung, technischer und gesellschaftlicher Fortschritt verändern die Anforderungen im Arbeitsalltag rasant. Immer mehr Information entsteht, Wissen veraltet schneller. Anders als noch vor wenigen Jahrzehnten endet die Ausbildung heute nicht mehr mit dem Schul- oder Berufsabschluss. Nur wer sich weiterbildet, hält Schritt mit der modernen Gesellschaft, kann beruflich aufsteigen und sich persönlich weiterentwickeln. Das schreibt die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen in einem Antrag.

Sie fordern deshalb die Bundesregierung auf, das Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz mittelfristig zu einem Gesetz für Lebenslanges Lernen im Sinne einer Bildungszeit PLUS auszubauen. Es soll als Förderinstrument allen Interessierten offenstehen und flexibel auf die individuelle Lebens-, Einkommens- und Vermögenssituation eingehen. Mit einem sozial gestaffelten individuellen Mix aus Zuschuss und Darlehen müsse es in Zukunft allen Menschen ermöglicht werden, die Kosten für Maßnahme und Lebensunterhalt während der Bildungsphase aufzubringen. Des Weiteren seien flankierende Maßnahmen notwendig, damit Beschäftigte unter anderem für eine Fort- und Weiterbildung leichter als bisher ihren Arbeitszeitumfang vorübergehend bedarfsgerecht reduzieren könnten, damit die Teilnahme an Bildungsangeboten nicht aus Sorge um spätere Nachteile scheitere.

Bislang sei Bildung wie Weiterbildung vor allem von sozialer Herkunft und Status abhängig. Ziel einer strukturell wirksamen Reform der Weiterbildungsförderung müsse es sein, insbesondere jenen Menschen, die bisher weitgehend vom lebenslangen Lernen ausgeschlossen seien, Zugänge zu Weiterbildung zu ermöglichen. Die Novellierung des Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetzes müsse genutzt werden, um die unübersichtliche Weiterbildungsarchitektur in Deutschland zu öffnen und auf ein tragfähiges Fundament zu stellen. Damit aus einem »Meister-BAföG« für wenige eine zukunftsfähige Weiterbildungsförderung für alle werde.

(15.01.2016, prh)

Im Wortlaut: Antrag von Bündnis 90/Die Grünen (PDF, 4 Seiten)

 

Vier von fünf Lehrern der Sekundarstufe I fordern mehr Weiterbildungsangebote zu Digitalthemen

BITKOM

Lehrer sehen große Vorteile durch den Einsatz digitaler Medien im Unterricht und würden diese auch gerne häufiger einsetzen. Allerdings mangelt es an der technischen Ausstattung der Schulen sowie an geeigneten Weiterbildungsangeboten. Aus diesem Grund fordert eine große Mehrheit der Lehrer ein stärkeres Engagement des Bundes bei der Entwicklung und Umsetzung einer Digitalen Strategie für die Schule. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung von 505 Lehrern der Sekundarstufe I.

98 Prozent der Lehrer geben an, dass sie mit Computer und Internet Lehrinhalte um aktuelle Informationen ergänzen können, 96 Prozent sehen durch den Einsatz eine höhere Motivation der Schüler und 89 Prozent sagen, dass sich Inhalte und Zusammenhänge mit Hilfe digitaler Medien besser darstellen lassen. Jeder zweite Lehrer (48 Prozent) gibt an, dass er gerne öfter digitale Medien im Unterricht nutzen würde.

Am häufigsten scheitert dies an fehlenden Geräten (43 Prozent). So geben zwar alle Lehrer an, dass es an ihrer Schule Beamer für den Einsatz im Unterricht gibt, in drei Viertel der Fälle (78 Prozent) gibt es aber nur Einzelgeräte an den Schulen. Ähnlich ist das Bild bei Notebooks, die für 93 Prozent der Lehrer zur Verfügung stehen – aber zwei Drittel (69 Prozent) können nur auf Einzelgeräte zurückgreifen. Tablet Computer kann jeder vierte Lehrer nutzen (24 Prozent), aber 14 Prozent nur als Einzelgerät. Und stationäre PCs gibt es zwar in 84 Prozent der Fälle, aber 76 Prozent der Lehrer sagen, dass sie nur in speziellen Fachräumen bereitstehen. Whiteboards haben sechs von zehn Lehrern zur Verfügung (58 Prozent), aber in allen Fällen gibt es diese digitalen Tafeln nur in speziellen Fachräumen. »Notwendig ist die Weiterbildung von Lehrern ebenso wie die Entwicklung von zeitgemäßen digitalen Lernmitteln und -inhalten – aber wir brauchen als Grundlage auch eine bessere, flächendeckende Ausstattung mit Geräten. Dabei geht es nicht wie vor einigen Jahren um Notebooks für 1.000 Euro, sondern um Tablet Computer für 80, vielleicht 100 Euro. Wir reden damit über Anschaffungskosten von 600 bis 800 Millionen Euro – um alle acht Millionen Schüler in ganz Deutschland mit Tablet Computern auszustatten«, meint Ulrich Dietz von Bitkom. »Das Henne-Ei-Problem wäre schnell gelöst«.

Wenig überraschend, dass die Lehrer der technischen Ausstattung ihrer Schule im Durchschnitt nur die Note Befriedigend (2,9) geben. Besonders schlecht wird dabei die Anzahl der Endgeräte sowie die Anzahl der Softwarelizenzen in Relation zur Schülerzahl benotet, die nur ein Ausreichend (Note 3,6 bzw. 3,7) erhält. Die Aktualität der Geräte und der Software ist dagegen nach Einschätzung der Lehrer befriedigend (2,9 bzw. 3,1). »Die Politik wird nicht müde, die Bedeutung von Medienkompetenz für die heranwachsende Generation herauszustellen. Schulen müssen endlich ganz oben auf die digitale Agenda gesetzt werden. Und diese Agenda muss gemeinsam von Bund, Ländern und Kommunen umgesetzt werden«, betont VBE-Bundesvorsitzender Udo Beckmann.

Häufig nutzen Lehrer private Geräte für schulische Zwecke. 63 Prozent der Befragten tun dies bei der Notenverwaltung, 75 Prozent bei der Schülerverwaltung und 43 Prozent bei der Schülerbewertung. Ein großes Problem ist die Rechtssicherheit für Lehrkräfte beim Einsatz digitaler Medien. Acht von zehn Lehrern (82 Prozent) sehen hier Verbesserungsbedarf. »Die Zahlen belegen einen skandalösen Umgang der Länder und Schulträger mit den Lehrern und dem Datenschutz für die Schüler«, so Udo Beckmann. »Es ist vollkommen inakzeptabel, dass Länder und Schulträger von den Lehrern erwarten, ihren dienstlichen Auftrag mit Privatgeräten zu erfüllen und dabei das volle Risiko bei ihnen liegt, die hochsensiblen Daten zu schützen. Alle Lehrer müssen ihrem digitalen Bildungs- und Erziehungsauftrag geschützt nachkommen können«.

Großen Bedarf sehen die Lehrer beim Thema Weiterbildung. 82 Prozent wünschen sich den Ausbau der einschlägigen Weiterbildungsangebote, 83 Prozent würden gerne selbst eine Weiterbildung zum Einsatz digitaler Medien im Unterricht besuchen. Und drei Viertel (73 Prozent) wünschen sich, dass das Lehramtsstudium bereits besser auf den Einsatz digitaler Medien vorbereitet.

Eine große Mehrheit der Lehrer wünscht sich eine stärkere Beteiligung des Bundes. 82 Prozent der Lehrer sagen, eine Strategie Digitales Lernen müsse gemeinsam von Bund und Ländern erarbeitet werden, nur 15 Prozent sehen allein die Länder in der Verantwortung. Mehr als jeder zweite Lehrer (54 Prozent) wünscht sich zudem, dass Informatik und andere Digitalthemen in der Schule einen höheren Stellenwert erhalten, auch wenn dies zu Lasten von Fächern wie Sport, Musik oder Religion gehen sollte. Ebenso viele fordern, dass Englisch ab der 1. Klasse verpflichtend unterrichtet werden sollte (55 Prozent). Jeder dritte Lehrer (35 Prozent) sagt, Programmieren sollte eine Alltagsfähigkeit sein wie Rechnen oder Schreiben. »Ohne gute Englisch- und Grundkenntnisse der IT wird man es in der digitalen Welt sehr schwer haben. Die Digitalisierung verändert unsere Wirtschaft und Gesellschaft grundlegend. Das muss sich im Lehrplan und in der Art, wie unterrichtet wird, stärker widerspiegeln«, so Ulrich Dietz.

 

Hintergrund
Bitkom Research hat in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut Aris im Auftrag des Bitkom, des VBE und der LEARNTEC bundesweit 505 Lehrer der Sekundarstufe I in Hauptschulen, Schulen mit mehreren Bildungsgängen, Realschulen, Gesamtschulen und Gymnasien befragt. Die Befragung ist repräsentativ. (14.01.2016, )

 

Was Learning Professionals bewegt

scilWas beschäftigt die Weiterbildungsbeauftragten in Unternehmen? Dieser Frage geht die Trendstudie »Corporate Learning 2015/16« des Swiss centre for innovations in learning (scil) und der Universität St. Gallen nach. Befragt wurden 121 Learning Professionals – Trainer, Programm- und Gesamtverantwortliche in der Personalentwicklung großer Firmen im deutschsprachigen Raum – nach den ihrer Meinung nach wichtigsten Themen und Entwicklungen in ihrem Bereich.

Gefragt wurde nach Handlungsfeldern, die eine pädagogische Ausrichtung haben, um zu klären, wie Lernen in den Betrieben innovativ und wirkungsvoll gestaltet werden könne. Um Trends aufzuzeigen, verglichen die Forscher die Angaben dieses Jahres mit der Trendstudie von 2012.

Bei der Zusammenstellung der Top-Ten des Corporate Learnings für 2015/16 lag das Thema »Lern- und Entwicklungsangebote transferförderlich gestalten« an erster Stelle. Vor drei Jahren belegte dieses Thema noch Platz 2. Der ehemalige Spitzenreiter »Lern- und Entwicklungsangebote proaktiv an der Unternehmensstrategie ausrichten« fiel auf den zweiten Platz zurück, gefolgt vom Thema »Führungskräfte, die lernförderliche Rahmenbedingungen schaffen/ermöglichen«, das damit seinen dritten Platz behielt.

Auf Platz 4 folgt aufgestiegen von Platz 10 das Thema »Bedeutung der Lernkultur bei Lern- und Entwicklungsangeboten«. Auf Platz 5 liegt ein Neueinsteiger, das Thema »Leadership Commitment zum Thema 'Lernbegleiter' zeigen«. Deutlich nach vorne gerückt ist von Platz 17 auf Platz 6 das Thema »Formelle und informelle Lernphasen sinnvoll verknüpfen«. Einen weiteren Neuzugang findet man auf Platz 8 mit dem Thema »Bildungsbedarfsanalysen strategisch orientiert mit Stakeholdern durchführen«.

Trendthemen im Bereich der Technologie sind für die Weiterbildungsverantwortlichen interessanterweise nicht Big Data und Gamification, sondern Online Communities, Mobile Learning und generationenspezifische Angebote.

Die 88-seitige Studie kann über den Link unten kostenlos angefordert werden.

QUELLE: wb-web (nach Creative Commons CC BY-SA 3.0 DE-Lizenz)

(11.01.2016, wb-web/prh)

Studie anfordern

 

Baden-Württemberg: Bildungszeit wird ab sofort um Qualifizierung im Ehrenamt ergänzt

Land Baden Wuerttemberg

Seit Beginn des neuen Jahres wird die Bildungszeit um Qualifizierungen im Ehrenamt ergänzt. Das bedeutet, dass sich Beschäftigte für Weiterbildungen in ihrem Ehrenamt an bis zu fünf Arbeitstagen pro Jahr freistellen lassen können.

»Mehr als vier Millionen Menschen in Baden-Württemberg engagieren sich freiwillig«, sagte Landes-Wirtschaftsminister Nils Schmid. »Indem wir die Bildungszeit für Fortbildungen im Ehrenamt öffnen, werten wir das freiwillige Engagement im Land weiter auf«.

Bereits seit Anfang Juli 2015 ist eine Freistellung an bis zu fünf Tagen für Weiterbildungen im beruflichen und politischen Bereich möglich. Durch die Rechtsverordnung, die am 1. Januar 2016 in Kraft trat, wird das Bildungszeitgesetz nun um Qualifizierungen im Ehrenamt ergänzt.

In der Verordnung sind die Bereiche der ehrenamtlichen Tätigkeiten festgelegt, die für Weiterbildungen im Rahmen der Bildungszeit infrage kommen. Dazu gehören vor allem der Sport, die Kultur, der soziale sowie der ökologische Bereich. Auch Qualifizierungen für öffentliche und kirchliche Ehrenämter sind im Rahmen der Bildungszeit möglich.

Bildungsträger, die Weiterbildungen im Sinne des Bildungszeitgesetzes anbieten, müssen durch das Regierungspräsidium Karlsruhe für die Durchführung von Bildungszeitmaßnahmen anerkannt sein. Zum Stichtag 17. Dezember 2015 waren insgesamt 370 Bildungsträger anerkannt. Träger ehrenamtlicher Qualifizierungen, die bisher noch nicht nach dem Bildungszeitgesetz anerkannt wurden, können gesondert anerkannt werden.

(05.01.2016, prh)

Weitere Informationen

siehe auch: Portal zum Bildungszeitgesetz online

siehe auch: Landtag beschließt Bildungszeitgesetz

 

Wissenschaftliche Weiterbildung in Baden-Württemberg

BW Min fuer Wissenschaft

Land und EU fördern Projekte zum lebenslangen Lernen mit 9 Millionen Euro 

Die wissenschaftliche Weiterbildung in Baden-Württemberg wird mit Beginn des neuen Jahres deutlich gestärkt: Ein neues Programm unterstützt mit rund 9 Mio. Euro den Auf- und Ausbau von Strukturen der wissenschaftlichen Weiterbildung an staatlichen und staatlich anerkannten Hochschulen im Land. Finanziert wird das Programm je zur Hälfte vom Wissenschaftsministerium und aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) der Europäischen Union.

Theresia Bauer, Landesministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst: »Wissenschaftliche Weiterbildung gehört wie Forschung, Lehre und Studium zu den Kernaufgaben der Hochschulen. Der erste Schul- oder Studienabschluss ist heute kein Endpunkt, sondern Ausgangsposition für den weiteren individuellen Bildungsweg«. Angesichts des demografischen Wandels sei es eine strategische Aufgabe der Hochschulen, Angebote für das lebenslange und berufsbegleitende Lernen und Studieren systematisch auszubauen. Das neue Förderprogramm stärke die Durchlässigkeit im Bildungssystem. Die Hochschulen könnten damit vermehrt auf die besonderen Bedürfnisse berufserfahrener und berufstätiger Personen eingehen.

Insgesamt wurden aus 32 im Rahmen der Ausschreibung gestellten Anträgen von einer unabhängigen Gutachterkommission 16 förderungswürdige Projekte verschiedenster Hochschularten in Baden-Württemberg ermittelt.

Gefördert werden Vorhaben, die nachhaltige und möglichst zentrale Strukturen zur Entwicklung insbesondere berufsbegleitender Masterstudienangebote und weiterer Studienangebote, wie etwa Weiterbildungsbachelor oder Kontaktstudien aufzeigen. Zentral sind dabei die methodisch-didaktische Ausrichtung auf die Lernerfordernisse Berufserfahrener und berufsbegleitend studierender Personen, neue Studienformate unter Einbezug von Online-Modulen, professionelle Betreuungsstrukturen für Studierende, zielgruppenbezogene Ansätze zur Förderung der Durchlässigkeit zwischen beruflicher und hochschulischer Bildung sowie die Stärkung fremdsprachiger Angebote, die Berücksichtigung von Interkulturalität sowie niederschwellige modulare Ansätze.

Die Fördermittel stehen für fünf Jahre zur Verfügung. Förderbeginn ist der 1. Januar 2016.

(04.01.2016, bw/prh)

 

Förderhöhe des Weiterbildungsscheck Sachsen bislang bei 13 Millionen Euro

Land SachsenSeit dem Neustart des Programms »Weiterbildungsscheck Sachsen« im Dezember 2014 konnten bereits mehr als 4.000 Weiterbildungsschecks vergeben werden. Damit wurden 13,2 Millionen Euro von insgesamt bis 2020 geplanten 71 Millionen Euro aus Mitteln des Landes und des Europäischen Sozialfonds (ESF) für betriebliche und individuelle berufliche Weiterbildung eingesetzt. Etwa 2.200 klein- und mittelständische sächsische Unternehmen sowie 2.050 Einzelpersonen werden von der Förderung profitieren.

Statement des sächsischen Wirtschaftsministers Martin Dulig: »Die Weiterbildung ihrer Beschäftigten dürfen Unternehmer auch in Zeiten einer guten Auftragslage nicht vernachlässigen. Außerdem sollten möglichst alle mitgenommen werden. Gerade Beschäftigte mit geringerer Qualifikation, in Befristung und Teilzeit oder ältere Beschäftigte geraten manchmal aus dem Blickfeld, wenn betriebliche Weiterbildungen geplant werden«.

Die geförderte Weiterbildung kann auf allen Qualifikationsniveaus ansetzen. Für Geringqualifizierte ohne Berufsabschluss werden bis zu 80 Prozent der Weiterbildungskosten übernommen, um eine besondere Unterstützung für Nachqualifizierungen neben der Beschäftigung anzubieten.

Für alle Weiterbildungsinteressierten steht unter der Telefonnummer 030. 20 17 90 90 eine bundesweite Hotline werktags zwischen 10 und 17 Uhr zur Verfügung. Hier können sowohl Fragen zum passenden Kurs als auch Themen der Weiterbildungsfinanzierung geklärt werden.

Sachsen beteiligt sich seit Anfang 2015 an diesem Pilotprojekt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Wie viel und welche öffentliche Förderung für die gewünschte Weiterbildung genutzt werden könnte, kann auch mit dem Kostenrechner des Bildungsportals Sachsen unter www.bildungsmarkt-sachsen.de im Voraus berechnet werden. Die Antragstellung für Weiterbildungsschecks erfolgt bei der Sächsischen Aufbaubank. Das Servicecenter ist unter 0351. 491 00 erreichbar.

Hintergrund:
70 Prozent der Weiterbildungskosten werden erstattet, wenn die Beschäftigten zur Gruppe mit einem unterdurchschnittlichen Erwerbseinkommen bis 2.500 Euro gehören. Liegt Ihr Hauptwohnsitz in der Region Leipzig, beträgt der Fördersatz 50 Prozent. 50 Prozent der Weiterbildungskosten bekommen Beschäftigte mit einem Einkommen über 2.500 Euro bis 4.000 Euro erstattet.

(03.01.2016, prh)

Kostenrechner des Bildungsmarktes Sachsen

 

Rheinland-Pfalz: Vor allem Frauen fragen Weiterbildungsangebote nach

Weiterbildungsministerium Rheinland Pfalz

Im Jahr 2014 nahmen an den Weiterbildungsmaßnahmen der Volkshochschulen und der sechs weiteren staatlich anerkannten Weiterbildungsträger in Rheinland-Pfalz 651.670 Personen teil, das waren in etwa so viele wie im Jahr 2013 (plus 0,5 Prozent). Wie das Statistische Landesamt in Bad Ems mitteilt, nehmen vor allem Frauen die Weiterbildungsangebote wahr.

Auch 2014 waren nur 25 Prozent der Teilnehmer Männer; an dieser Relation hat sich in den vergangenen zehn Jahren kaum etwas geändert. Den geringsten Männeranteil verzeichneten 2014 Weiterbildungsangebote aus den Sachgebieten »Gesundheit, Hauswirtschaft und Ernährung« (14 Prozent), den geringsten Frauenanteil gab es beim Nachholen von Schulabschlüssen (40 Prozent).

Die höchste Teilnehmerzahl wiesen 2014 Weiterbildungsangebote aus den Sachgebieten »Gesundheit, Hauswirtschaft und Ernährung« auf (201.239). Auch Veranstaltungen aus den Bereichen »Kunst, kreatives Gestalten und Freizeitbildung« waren 2014 gut besucht (87.451). Die meiste Zeit beanspruchte allerdings die Sprachenausbildung: Rund 30 Prozent von insgesamt 724.876 Weiterbildungsstunden entfielen auf die Sprachkurse. An zweiter Stelle folgen hier die Sachgebiete »Gesundheit, Hauswirtschaft und Ernährung« (Anteil an den Weiterbildungsstunden: 23 Prozent).

Die größten Anbieter für Weiterbildung sind die Volkshochschulen. Sie organisierten 2014 rund 51 Prozent aller Veranstaltungen bzw. 71 Prozent der anerkannten Weiterbildungsstunden.

Regionale Unterschiede

Bei der Weiterbildung bestehen ausgeprägte regionale Unterschiede: Die meisten Weiterbildungsstunden (80.598) wurden in Mainz durchgeführt. Wird die Zahl der Weiterbildungsstunden ins Verhältnis zur Einwohnerzahl gesetzt, steht Speyer mit 45 Stunden je 100 Einwohnerinnen bzw. Einwohner an der Spitze der kreisfreien Städte und Landkreise. In der kreisfreien Stadt Speyer ist auch die Zahl der Teilnehmenden im Verhältnis zur Einwohnerzahl am höchsten: 26 Personen je 100 Einwohnerinnen bzw. Einwohner besuchten die staatlich geförderten Weiterbildungsangebote. Knapp dahinter mit 25 Personen lagen die kreisfreie Stadt Koblenz und der Landkreis Kusel. Besonders wenige Teilnehmende gab es in den Landkreisen Trier-Saarburg und Cochem-Zell (8,2 bzw. 7,3). Bei der Interpretation dieser Werte ist grundsätzlich zu berücksichtigen, dass in der Weiterbildungsstatistik nicht Personen, sondern Teilnahmefälle nachgewiesen werden, sodass alle Personen, die mehrere Veranstaltungen besuchen, auch mehrfach als Teilnehmende gezählt werden. Darüber hinaus ist zu beachten, dass Angebote in den Städten auch von Interessenten aus dem Umland wahrgenommen werden.

Das Land Rheinland-Pfalz förderte die Weiterbildung im Haushaltsjahr 2014 mit rund 8,7 Millionen Euro. Den Großteil machten mit 8,6 Millionen Euro Fördermittel und Zuschüsse nach dem Weiterbildungsgesetz aus; der Rest sind Ausgleichszahlungen nach dem Bildungsfreistellungsgesetz.

Hintergrund
Die statistische Erfassung der Daten für die Weiterbildungsstatistik erfolgt über den Landesbeirat für Weiterbildung bei den Spitzenorganisationen der Weiterbildungsträger. Die einzelnen Spitzenorganisationen erheben ihrerseits die Daten bei den ihnen angeschlossenen Einrichtungen. Die Aufbereitung der vom Landesbeirat für Weiterbildung gesammelten Ergebnisse erfolgt beim Statistischen Landesamt. Nachgewiesen werden ausschließlich jene Maßnahmen, die nach dem Weiterbildungsgesetz gefördert werden. Nicht enthalten sind daher beispielsweise Kurse mit weniger als acht Teilnehmenden, auch wenn diese entsprechend ihrer Zielgruppe und ihrer Thematik grundsätzlich förderfähig wären. Ebenfalls nicht enthalten sind Kurse aufgrund von Auftragsmaßnahmen oder Kinderkurse.

(30.12.2015, prh)

 

Fortbildungen im dualen System

bundesregierung

Die Bundesregierung hat einen Gesetzentwurf mit dem Ziel vorgelegt, durch Leistungsverbesserungen, durch die Erweiterung der Fördermöglichkeiten und durch strukturelle Modernisierungen im Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) berufliche Aufstiegsfortbildungen attraktiver zu machen.

Mögliche Hemmschwellen bei der Unterbrechung der Erwerbstätigkeit, der Vereinbarkeit von Fortbildung, Beruf und Familie oder der Finanzierung sollen dadurch abgebaut werden. So sollen noch mehr Menschen für anspruchsvolle Aufstiegsfortbildungen im dualen System beruflicher Bildung gewonnen werden. Zugleich soll ein wichtiger Beitrag zur Sicherung des Fach- und Führungskräftenachwuchses aus dem dualen System für Wirtschaft und Gesellschaft geleistet werden.

Die Durchlässigkeit aus der akademischen Bildung in die berufliche Aufstiegsfortbildung soll durch die Öffnung der AFBG-Förderung für Hochschulabsolventen mit einem Bachelorabschluss als höchstem Hochschulabschluss ausgebaut werden. Darüber hinaus soll durch den Gesetzentwurf die Gleichwertigkeit des beruflichen Qualifizierungsweges gestärkt werden.

(30.12.2015, prh)

Gesetzentwurf der Bundesregierung (PDF, 56 Seiten)

siehe auch: Meister-BAföG wird in 2016 erhöht

 

IG Metall zur tariflichen Bildungsteilzeit in der Metallindustrie

IGMetall

Bildungsvereinbarung für die Weiterbildung abschließen 

Nach den neuen Bildungs- und Qualifizierungstarifen können sich IG Metall-Mitglieder in tarifgebundenen Betrieben der Metall- und Elektroindustrie nach eigenem Wunsch persönlich weiterbilden und dafür in Teilzeit oder in eine Auszeit gehen. Die Eckpunkte dafür müssen in einer Bildungsvereinbarung zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber festgelegt werden.

Die IG Metall hat im Frühjahr 2015 neue Bildungs- und Qualifizierungstarife in der Metallindustrie durchgesetzt. Nach den Tarifverträgen haben IG Metall-Mitglieder nun auch einen Rechtsanspruch darauf, sich auf persönlichen Wunsch weiterzubilden und sich dafür von der Arbeit freistellen zu lassen. Bislang gab es nur dann Freistellung, wenn die Qualifizierung betrieblich notwendig oder zweckmäßig ist, etwa weil neue Technik eingeführt wird, oder die dem Arbeitgeber zumindest einen Nutzen bringen könnte.

Qualifizierung und Weiterbildung planen und besprechen

Anders als für die betrieblich notwendige Erhaltungs- oder Anpassungsqualifizierung oder die betriebliche nützliche/zweckmäßige Entwicklungsqualifizierung muss der Arbeitnehmer für seine persönliche Weiterbildung komplett die Kosten und die Zeit selbst aufbringen. Wenn er das kann, muss ihn der Arbeitgeber für die Weiterbildung freistellen - in Teilzeit oder gar komplett - und ihm bis zu sieben Jahre die Rückkehr garantieren. So steht es in den Bildungs- und Qualifizierungstarifverträgen der einzelnen Metall-Tarifgebiete. Damit ist sogar ein Studium möglich.

Der Arbeitnehmer sollte zunächst festlegen, wie er sich weiterbilden will. Nach den Tarifverträgen gibt es das Recht, einmal im Jahr mit dem Arbeitgeber ein Qualifizierungsgespräch zu führen und konkrete Vorschläge zu erörtern, auf Wunsch auch mit Betriebsrat. Eventuell nutzen die Weiterbildungen auch dem Betrieb. Dann handelt es sich um eine Entwicklungsqualifizierung, für die der Arbeitgeber immerhin die Hälfte der Zeit beisteuert. Ansonsten handelt es sich um eine persönliche Weiterbildung. Diese Zeit kann unter Umständen finanziell unterstützt werden und zwar dann, wenn eine Betriebsvereinbarung existiert, die einen flexiblen Übergang in die Rente regelt (Altersteilzeit) und aus diesem Topf auch die persönliche Weiterbildung finanziell unterstützt wird. Zu diesem Punkt unbedingt den Betriebsrat fragen.

Bildungsvereinbarung abschließen, Zeit und Geld absichern

Sobald die Qualifizierung oder persönliche Weiterbildung mit dem Arbeitgeber geklärt ist, muss nach dem Tarifvertrag eine individuelle Bildungsvereinbarung geschlossen werden. Darin werden die wichtigsten Eckpunkte für die Bildungsmaßnahme und die Freistellung geregelt. Die Bildungsvereinbarung sichert während der Weiterbildung das Einkommen und die Rückkehr ab.

Die tariflichen Regelungen in den einzelnen Tarifgebieten sind verschieden. Grundsätzlich muss die Bildungsvereinbarung jedoch mindestens folgende Regelungen enthalten:

  • Beginn und Dauer der gesamten Weiterbildung. Höchstens sieben Jahre

  • Freistellung: Art, Umfang und zeitliche Lage (Teilzeit, verblockte Teilzeit oder Auszeit. Wann, wie lange etc.)

  • Bildungskonto: Einrichtung und Nutzung (siehe unten): Ansparen und Wertentnahme, Kredit und Abbau, stetiges Einkommen während der Weiterbildung - dazu auch:

    • Anteilige monatliche Auszahlung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld

  • Verrechnung des gesetzlichen Bildungsurlaubs oder Bildungsfreistellung

  • Urlaub und Verrechnung des Urlaubs

  • Finanzierung durch öffentliche Förderprogramme, etwa »WeGebAU«, das bei der Weiterbildung für geringqualifizierte und ältere Arbeitnehmer einen Großteil des Lohns erstattet.

  • Finanzierung durch eventuelle freiwillige Leistungen des Arbeitgebers und betriebliche Förderregelungen (Betriebsrat fragen).

  • Weiterbeschäftigung nach Abschluss (oder Abbruch) der Weiterbildung - laut Tarifvertrag mindestens auf einem gleichwertigen Arbeitsplatz. Wer in Vollzeit aus dem Betrieb herausgeht sollte eine Ausscheidensvereinbarung mit Rückkehrrecht abschließen.

Jede Bildungsvereinbarung ist am Ende dem Betriebsrat vorzulegen. Das ist auch noch einmal eine Sicherheit für den Arbeitnehmer. Sollten darin wichtige Punkte fehlen oder Nachteile bestehen, kann der Betriebsrat aktiv werden.

Bildungskonto: Ansparen oder Kredit möglich

Die Arbeitnehmer sollten für die Weiterbildung ein Bildungskonto beim Arbeitgeber einrichten. Darauf kann man Zeit und Geld als Wertguthaben ansparen und später für die Weiterbildung verwenden. Möglich ist es auch, einen Kredit darauf aufzunehmen, der nach der Weiterbildung abgearbeitet wird. Das bedeutet: Man muss nicht die komplette Zeit vorher ansparen, sondern kann auch bis zu zehn Prozent ins Minus gehen.

Auf dem Bildungskonto können Mehrarbeit sowie Teile des Urlaubs- und Weihnachtgeldes eingezahlt werden. Und es ist möglich, bis zu 152 Stunden jährlich aus dem Arbeitszeitkonto anzusparen.

Ziel des Bildungskontos ist es, eine finanzielle Sicherheit während der Weiterbildung zu schaffen: mindestens 70 Prozent des normalen Monatslohns. Das Guthaben auf dem Bildungskonto nimmt zudem an Tariferhöhungen teil und ist gegen Insolvenz gesichert.

QUELLE: IG Metall

  (23.12.2015, prh/igm)

Broschüre: Tarifliche Bildungsteilzeit (PDF, 13 Seiten)

 

Landesweiterbildungspreis 2015 prämiert digitale Lernprojekte

Landesweiterbildungspreis BaWue

Staatssekretärin v. Wartenberg: Die Preisträger setzen digitale Medien in der Aus- und Weiterbildung innovativ ein und zeigen, wie lebenslanges Lernen flexibel und individuell gestaltet werden kann.

Staatssekretärin Marion v. Wartenberg hat heute (18. Dezember 2015) die drei Preisträger des Landesweiterbildungspreises 2015 ausgezeichnet. Der mit insgesamt 5.000 Euro dotierte Preis stand in diesem Jahr unter dem Motto »Innovative Lehr- und Lernformen«. Den ersten Preis nahm das Elektro Technologie Zentrum (etz) entgegen für das Projekt »Experte für Smart Home und Smart Grid«. Statt einem zweiten und dritten Platz hatte sich die Jury für zwei zweite Plätze ausgesprochen. Diese gingen an die Akademie Deutsches Bäckerhandwerk Weinheim e.V. für das Projekt »Ausbildung zum Brotsommelier« sowie an das Zentrum für Allgemeine Wissenschaftliche Weiterbildung an der Universität Ulm für das Projekt »Mobila – Mobiles Lernen im Alter«.

»Lernen ist heute nicht mehr an einen bestimmten Ort oder an eine bestimmte Zeit gebunden. Die Preisträger setzen digitale Medien in der Aus- und Weiterbildung innovativ ein und zeigen, wie lebenslanges Lernen flexibel und individuell gestaltet werden kann«, betonte Staatssekretärin Marion v. Wartenberg bei der Preisverleihung im Haus der IHK Region Stuttgart. Die drei Preisträger setzten sich bei der sechsköpfigen Jury um den Vorsitzenden Prof. Dr. Bernhard Schmidt-Hertha (Universität Tübingen) gegen insgesamt 30 eingereichte Projekte durch.

Die Preisverleihung war Höhepunkt des Fachtages »Neue Medien und Mobiles Lernen« des Bündnis für Lebenslanges Lernen. Zuvor diskutierten über 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Expertinnen und Experten aus dem In- und Ausland über einen effektiven Einsatz digitaler Medien in der Erwachsenenbildung. Nach einem Impulsvortrag von Professor Dr. Dr. Friedrich W. Hesse vom Leibniz-Institut für Wissensmedien Tübingen und einer Talkrunde hatten die Teilnehmer die Möglichkeit in zehn Foren Fragestellungen zu vertiefen, etwa zu E-Learning in Bibliotheken oder zu passgenauen Lehr- und Lernarrangements an Volkshochschulen.

Staatssekretärin v. Wartenberg dankte für die Arbeit und wies auf den Digitalen Weiterbildungscampus des Landes hin: »Bereits 70 Weiterbildungseinrichtungen nutzen den Digitalen Campus des Landes als virtuelles Klassenzimmer, Austauschplattform oder Online-Beratungschat. Das ist ein großer Erfolg unserer gemeinsamen Arbeit im Bündnis für Lebenslanges Lernen«. Auch der Weiterbildungspakt, der am 10. Dezember 2015 unterzeichnet wurde, formuliert als eines der wichtigsten Ziele für die kommenden Jahre die Mitgestaltung der Digitalisierung und des digitalen Lernens.

Alle zwei bis drei Jahre zeichnet die Landesregierung mit dem Landesweiterbildungspreis besonders innovative und erfolgreiche Weiterbildungsprojekte aus Baden-Württemberg aus. Damit soll zum einen das Bewusstsein für die Bedeutung der Weiterbildung und des Lebenslangen Lernens in der Öffentlichkeit gestärkt, zum anderen die Leistungs- und Entwicklungsfähigkeit baden-württembergischer Weiterbildungsträger in besonderer Weise sichtbar gemacht werden. Nachdem der Landesweiterbildungspreis im Jahr 2010 an innovative Konzepte aus der Familienbildung und im Jahr 2013 für Projekte aus dem Themenfeld Alphabetisierung vergeben wurde, waren in diesem Jahr besonders erfolgreiche Projekte aus dem Themenfeld Neue Medien und Mobiles Lernen gesucht.

(18.12.2015, prh)

Weitere Informationen

siehe auch: Baden-Württemberg: Weiterbildungspakt etabliert

siehe auch: Baden-Württemberg: Landesweiterbildungspreis 2015 ausgeschrieben

 

Öffentliche Finanzierung der Weiterbildung sinkt zu Lasten Geringqualifizierter

Bertelsmann Stiftung

Sprachkurse, Softwareschulungen, Soft-Skills-Seminare – lebenslanges Lernen ist die Basis der modernen Wissensgesellschaft. Doch während die Weiterbildungsausgaben der Bürger steigen, ist die öffentliche Finanzierung stark gesunken. Das gefährdet vor allem die Weiterbildungschancen von Geringqualifizierten

Die öffentlichen Ausgaben für Weiterbildung sind zwischen 1995 und 2012 um 41 Prozent auf 6,1 Milliarden Euro gesunken. Gleichzeitig investieren Privatpersonen immer häufiger und immer mehr Geld in berufliche Weiterbildungsmaßnahmen. Die abnehmende staatliche Förderung geht vor allem zu Lasten von Geringqualifizierten, die nicht über ausreichende finanzielle Mittel verfügen. Das sind die Ergebnisse der Studie »Weiterbildungsfinanzierung in Deutschland« der Bertelsmann Stiftung.

Im Gegensatz zu den öffentlichen Ausgaben für Weiterbildung sind die staatlichen Investitionen in allen anderen Bildungsbereichen um durchschnittlich 59 Prozent gestiegen (1995-2012). Der Rückgang in der Weiterbildung ist vor allem auf die sinkende Anzahl von Qualifizierungsmaßnahmen für Arbeitslose zurückzuführen. »Zwischen dem öffentlichen Anspruch an lebenslanges Lernen und den staatlichen Weiterbildungsausgaben klafft eine deutliche Schere. Angesichts einer flexiblen Arbeitswelt und Berufsbildern im Wandel müssen wir sicherstellen, dass alle Arbeitnehmer ihre Kompetenzen weiterentwickeln können«, sagte Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann Stiftung.

Weniger Weiterbildung für Geringqualifizierte und atypisch Beschäftigte

Die Deutschen nehmen die Finanzierung immer öfter selbst in die Hand. 2012 wurden 50 Prozent aller nicht-betrieblichen Weiterbildungen zur Erweiterung beruflicher Kompetenzen teilweise oder komplett privat bezahlt (2007: 48 Prozent). Die durchschnittlichen jährlichen Teilnehmerbeiträge dafür stiegen um 22 Prozent von 729 (2007) auf 890 (2012) Euro. Auch an betrieblichen Weiterbildungen beteiligen sich Arbeitnehmer häufiger finanziell (2007: 7 Prozent, 2012: 9 Prozent). Die durchschnittlichen privaten Kosten dazu kletterten im selben Zeitraum von 483 auf 610 Euro (+26 Prozent).

Die zunehmende Privatisierung der Weiterbildungskosten schadet vor allem Geringqualifizierten in atypischen Beschäftigungsverhältnissen, also in Zeitarbeit, Teilzeit oder mit Befristungen. Sie nehmen fast dreimal weniger an Weiterbildung teil als Höherqualifizierte, die unbefristet in Vollzeit arbeiten. Diese Entwicklung hat verschiedene Ursachen: Geringqualifizierte und atypisch Beschäftigte verfügen einerseits oft nicht über die privaten Mittel, um Weiterbildungen selbstständig zu finanzieren. Andererseits profitieren sie in der Regel weniger von betrieblichen Angeboten, da Arbeitgeber eher in Festangestellte statt in Teilzeit- und befristete Kräfte investieren.

Gezielte Förderung für Chancengerechtigkeit am Arbeitsmarkt

»Menschen ohne Berufsabschluss haben fast ein vierfach so großes Risiko arbeitslos zu werden wie Höherqualifizierte. Wir müssen sicherstellen, dass auch diejenigen Weiterbildung nutzen können, die davon am meisten profitieren würden«, sagte Jörg Dräger. Privates Engagement in der Weiterbildung sei begrüßenswert. Um Chancengerechtigkeit am Arbeitsmarkt zu gewährleisten, müsse die öffentliche Hand aber mehr in präventive Arbeitsmarktpolitik investieren. Dazu gehöre neben Zuschüssen zu Weiterbildungs-, Prüfungs- und Unterhaltskosten auch die Anerkennung im Berufsleben erworbener Kompetenzen, so Dräger. Hierfür müsse der Staat die notwendigen Rahmenbedingungen schaffen. (15.12.2015, bs/prh)

Zur Studie (PDF, 28 Seiten)

 

In Neuigkeiten & Terminen

didacta 2016 (Köln)

vom 16.02.2016 bis zum 20.02.2016

»In Köln treffen sich die wichtigsten Entscheidungsträger aus allen Bildungsbereichen. Über 870 Anbieter präsentieren einem großen Publikum neue Lösungen für die unterschiedlichsten Bildungsbereiche. In zahlreichen Foren, Vorträgen, Kongressen, Workshops und Diskussionsrunden greift das anspruchsvolle Rahmenprogramm aktuelle bildungspolitische und pädagogische Entwicklungen auf«

 

7. Bildungskonferenz zu Berufsbildung und Hochschulbildung im Wandel (Nürnberg)

vom 19.02.2016 um 10:00 Uhr bis zum 19.02.2016 um 17:00 Uhr

Die siebte Nürnberger Bildungskonferenz »Berufsbildung und Hochschule – Entwicklungen und Wechselwirkungen« findet am 19. Februar 2016 statt. Ab 10 Uhr werden im Rathaus der Stadt Nürnberg zahlreiche Expertinnen und Experten aus der Praxis, aber auch renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wie Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin von der Ludwig-Maximilians-Universität München, Prof. Dr. Martin Baethge vom Soziologischen Forschungsinstitut Göttingen, Prof. Dr. Corinna Kleinert von der Otto-Friedrich-Universität Bamberg und dem Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung sowie Jürgen Kaube, Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, über Veränderungen und Zusammenspiel von Berufsbildung und Hochschulbildung in Nürnberg diskutieren.

 

Fernstudientag 2016 (bundesweit)

vom 26.02.2016 bis zum 26.02.2016

Viele Anbieter von Fernunterricht und Fernstudium laden am Fernstudientag unter dem Motto »Entdecke Deine Möglichkeiten« zu einem Tag der offenen Tür ein und bieten die Möglichkeit einer persönlichen Kontaktaufnahme.

 

 

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