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Neuigkeiten & Termine

28.09.2016: Hochkarätiger Auftakt für den Weiterbildungstag in Berlin

DWT2016

Der Deutsche Weiterbildungstag 2016 beginnt mit einem Paukenschlag: Schauspielerin Iris Berben, Moderatorin Dunja Hayali, Bundestagsvizepräsidentin und Bundesbildungsministerin a.D. Edelgard Bulmahn, Staatsministerin Aydan Özoguz, Bertelsmann Stiftung-Vorstand Dr. Jörg Dräger und viele weitere hochkarätige Gäste sind live dabei, wenn am 28. September 2016 in Berlin der Startschuss zum Deutschen Weiterbildungstag 2016 fällt. Am Tag danach findet dann der »eigentliche« Deutsche Weiterbildungstag statt – mit rund 500 Aktionen in ganz Deutschland.

Der Auftakt steht ganz im Zeichen des Mottos »Weiterbildung 4.0 – fit für die digitale Welt« und verspricht eine spannende Auseinandersetzung mit dem viel diskutierten Thema. Günther H. Oettinger, EU-Digitalkommissar und Schirmherr des Deutschen Weiterbildungstages, sendet eine Videobotschaft. Dr. Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann-Stiftung und Autor des Buches »Die digitale Bildungsrevolution«, hält eine mit Spannung erwartete Keynote. Und eine Expertenrunde aus Politik sowie (Weiter)Bildungstheorie und -praxis wird das Thema vertiefen.

Emotionaler Höhepunkt der Auftaktveranstaltung ist aber wohl auch in diesem Jahr die Ehrung der »Vorbilder der Weiterbildung«. Ausgezeichnet werden Menschen, die eine besondere Geschichte des Lernens in der digitalen Welt zu erzählen haben. Schauspielerin Iris Berben, Bundestagsvizepräsidentin Edelgard Bulmahn, Integrationsministerin Aydan Özoguz und Tabea Rößner, grüne Sprecherin für Medien und Digitales werden vier Preisträgerinnen feierlich ehren.

Moderiert wird die Veranstaltung, zu der rund 250 hochrangige Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft sowie der beruflichen, politischen, kulturellen und allgemeinen Erwachsenen- und Weiterbildung erwartet werden, von der sympathischen Botschafterin des Deutschen Weiterbildungstages 2016: Dunja Hayali.

Und selbst die musikalische Begleitung hat in diesem Jahr einen digitalen Bezug: die Musiker des Berliner DigiEnsembles spielen ausschließlich auf iPads und mit Apps. Wenn das kein würdiger Auftakt ist ...

QUELLE: Deutscher Weiterbildungstag

 

Redaktioneller Hinweis:
Der Deutsche Bildungsserver und der Deutsche Weiterbildungstag sind seit 2014 Medienpartner. (19.08.2016, DWBT/prh)

Website des Deutschen Weiterbildungstages

 

Studie: Soziale Ungleichheiten in beruflicher Weiterbildung

Uni LeipzigBeim Zugang zu beruflichen Weiterbildungen gibt es nach einer aktuellen Studie noch immer gravierende soziale Ungleichheiten. Dr. Alexander Yendell, Soziologe an der Universität Leipzig, kommt zu dem Ergebnis, dass Geschlecht, Bildung und die Stellung in der Betriebshierarchie einen wesentlichen Einfluss auf die Chance haben, sich weiterzubilden.
 
Für seine Studie wertete er Daten aus dem Sozio-oekonomischen Panel (SOEP), einer repräsentativen Wiederholungsbefragung von über 12.000 Privathaushalten in Deutschland, aus.

Um den Zugang zu Weiterbildungen in seiner Entwicklung quantitativ erfassen zu können, analysierte Yendell Datensätze des SOEP von 1989 bis 2008, in denen Fragen zu Weiterbildungen vorkommen. Yendells Forschungen ergaben, dass Ungleichheiten unter anderem im Zusammenhang mit dem Geschlecht auftreten, wobei Frauen etwas weniger an Weiterbildungen teilnehmen als Männer. Allerdings habe es über die Jahre hinweg eine Angleichung gegeben: Frauen näherten sich in der Weiterbildungshäufigkeit Männern im untersuchten Zeitraum an. Ungleichheiten seien von Faktoren beeinflusst worden, die mit der Lebens- und Berufssituation von Frauen in Zusammenhang stehen.

»Sobald Kinder ins Spiel kommen, sind Frauen benachteiligt, weil sie dann kaum Zeit dafür haben und Unternehmen seltener in Weiterbildungen von Frauen investieren. Männer mit Kindern haben dieses Problem eher nicht«, stellte der Wissenschaftler fest. Allerdings nehmen in Vollzeit arbeitende Frauen Yendell zufolge mittlerweile mehr an beruflichen Weiterbildungen Teil als in Vollzeit tätige Männer. Einen größeren Einfluss noch als das Geschlecht hat der Studie zufolge die Bildung. Seit 1989 liegt die Weiterbildungsquote bei Menschen mit Hauptschulabschluss bei nur 15 Prozent, bei Menschen mit Abitur bei 45 Prozent.

Weiterbildungen würden gar nicht so rational verteilt wie anzunehmen wäre. »Im Grunde genommen wissen wir gar nicht genügend über die Entscheidungsprozesse hinsichtlich Weiterbildung in Unternehmen. Vermutlich spielen hier Machtspiele zwischen Personen und Abteilungen in Betrieben eine entscheidende Rolle«, so Yendell. Auch der Status in der Firmenhierarchie beeinflusse die Verteilung von Weiterbildungskursen. So hat eine Führungskraft eine 4,2-mal so hohe Chance auf eine Weiterbildung als ein Erwerbstätiger mit einfacher Aufgabe, Fachkräfte eine 1,9-mal so hohe.

»An beruflicher Weiterbildung nehmen trotz des Postulats vom lebenslangen Lernen viele Menschen nicht teil. Über den gesamten Zeitraum zwischen 1989 und 2008 sind die Ungleichheiten sehr robust. Es gilt das Matthäus-Prinzip, wer da hat, dem wird gegeben. Wer beispielsweise Führungskraft ist, der bekommt auch Zugang zur beruflichen Weiterbildung und muss nur selten dafür bezahlen. Umgekehrt gilt: Wer in der Betriebshierarchie unten steht, der bekommt auch weniger Weiterbildung und muss sich häufiger selbst um Fortbildung kümmern, wenn er daran teilnehmen möchte«, resümiert Yendell.

Die zunehmende Automatisierung und der Einsatz von Robotern dürfte seiner Ansicht nach vor allem die Menschen mit einfachen Tätigkeiten ohne besondere berufliche Qualifikation hart treffen, auch weil sie nur selten an Weiterbildung teilnehmen und das aufgrund mangelnder eigener finanzieller Ressourcen meist nicht können. »Dadurch verschärft sich die ohnehin schon schwierige Situation auf dem Arbeitsmarkt immens«, betont er. Hier bestehe, so Yendell, dringender politischer Handlungsbedarf. Aus seiner Sicht wäre es in diesem Zusammenhang wichtig, wenn sich die Bildungspolitik künftig Strategien entwickle, um mehr Adressaten den Zugang zur beruflichen Weiterbildung zu ermöglichen.

(12.08.2016, prh)

 

Bildungsscheck Brandenburg: Hohe Antragszahlen führen zu Förderpause

Land Brandenburg

Die Weiterbildungsrichtlinie des Landes Brandenburg weist weiterhin ein erfreulich hohes Antragsaufkommen auf. Die Förderung der Weiterbildung durch die Bildungsschecks wird hierbei im besonderen Maße angenommen. Die bisherigen Erfahrungen zeigen aber auch, dass die Richtlinie angepasst werden sollte. Das Arbeitsministerium wird die Förderung einfacher, besser verständlich und weniger bürokratisch gestalten und überarbeitet die Richtlinie.

Um die zügige Bearbeitung aller bereits vorliegenden Anträge sicherzustellen ist es notwendig, die Antragstellung im Bereich der Förderung »Bildungsscheck Brandenburg für Beschäftigte« (Förderelement 2.1) vorübergehend vom 01. Oktober 2016 bis zum Inkrafttreten der überarbeiteten Richtlinie (voraussichtlich am 1. April 2017) auszusetzen.

Die Antragstellung für die anderen Förderelemente der Richtlinie, inklusive der Förderung der betrieblichen Weiterbildung (Förderelement 2.2.1), ist weiterhin bei der ILB möglich.

  (08.08.2016, prh)

Quelle: ILB

Weiterführende Informationen zum Bildungsscheck Brandenburg

vergleiche: Weiterbildungsrichtlinie Brandenburg: Hohes Antragsaufkommen führt zu temporärer Aussetzung

 

Berufsspezifische Lebensentgelte: Qualifikation zahlt sich aus

IAB

Akademikerjobs bringen 1,25 Millionen Euro mehr als Helferjobs 

Je höher der Abschluss, desto höher das Gehalt – das stimmt meistens, aber nicht immer. Mit Akademikertätigkeiten verdienen Vollzeitbeschäftigte auf das ganze Berufsleben gerechnet im Durchschnitt gut 1,25 Millionen Euro mehr als mit Helfertätigkeiten. Jobs für Fachkräfte, bei denen also in der Regel eine Berufsausbildung vorausgesetzt wird, bringen rund 330.000 Euro mehr als Helferjobs, und Jobs, die einen Meister-, Techniker- oder anderen Fortbildungsabschluss erfordern, ein Plus von 910.000 Euro gegenüber Helferjobs. Aber es gibt auch Akademikerstellen, die schlechter bezahlt werden als Tätigkeiten auf Fachkraftniveau. Das zeigt eine aktuelle Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Auf das gesamte Erwerbsleben gerechnet bekommen Beschäftigte in Helferjobs gut 1,1 Millionen Euro brutto, in Jobs auf Fachkraftniveau knapp 1,5 Millionen Euro, auf Meister- oder Technikerniveau rund 2,0 Millionen Euro und in Akademikerjobs fast 2,4 Millionen Euro.

Je nach Berufsgruppe unterscheiden sich die Einkommen aber deutlich. Bei Akademikerstellen in medizinischen Gesundheitsberufen beträgt der Bruttoverdienst im Lebensverlauf im Durchschnitt mehr als 2,8 Millionen Euro, in Tourismus-, Hotel- und Gaststättenberufen dagegen weniger als 1,5 Millionen Euro. Fachkräftestellen in Informatik-, Informations- und Kommunikationstechnologieberufen sind mit fast 2,2 Millionen deutlich höher bezahlt. Auch Fachkraft-Tätigkeiten im Bereich Finanzdienstleistungen, Rechnungswesen und Steuerberatung sind mit einem durchschnittlichen Lebenseinkommen von mehr als zwei Millionen Euro verbunden.

Die Verdienstmöglichkeiten seien aber nur ein Faktor von vielen bei Entscheidungen im Bereich Bildung und Beruf, betont der IAB-Forscher Heiko Stüber: »Die Entscheidung, ob ein Abiturient ein Studium oder eine Ausbildung beginnt, wird sicher nicht allein aufgrund potenzieller Verdienstmöglichkeiten getroffen«. Individuelle Vorlieben, Neigungen und Fähigkeiten seien hinsichtlich der Lebenszufriedenheit oft wichtiger. Zudem liege nicht jedem ein Studium, das oft theorielastig sei: »Mehr als jeder vierte Bachelorstudent bricht sein Studium ab«, schreibt Stüber. Anderen fehle hingegen das Geschick für eine handwerkliche Ausbildung.

(04.08.2016, prh)

IAB-Kurzbericht 17/2016 (PDF, 8 Seiten)

 

»Aufstieg durch Bildung: Offene Hochschulen«: Wettbewerb abgeschlossen

Aufstieg durch Bildung OH

Der Bund-Länder-Wettbewerb »Aufstieg durch Bildung: Offene Hochschulen« ist erfolgreich beendet. Insgesamt 111 neue Studienangebote für die wissenschaftliche Weiterbildung wurden in den Regelbetrieb von Universitäten und Fachhochschulen in ganz Deutschland übernommen.

Die Weiterbildungsangebote an den Hochschulen richten sich vorrangig an neue Zielgruppen: Berufstätige, Personen mit Familienpflichten oder die nach einer Pause in den Beruf zurückkehren, Studienabbrecher. Mit den neuen Bachelor- und Masterstudiengängen, Zertifikatskursen und Vorbereitungskursen wurde das Angebot für die wissenschaftliche Weiterbildung stark ausgebaut. Weitere Studienangebote werden derzeit in der zweiten Wettbewerbsrunde entwickelt.

Der Wettbewerb »Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen« ist Teil der Qualifizierungsinitiative »Aufstieg durch Bildung« von Bund und Ländern und soll dazu beitragen, die Bildungsmöglichkeiten aller Bürgerinnen und Bürger zu erweitern, das Fachkräfteangebot zu sichern und die Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung zu verbessern.

(02.08.2016, prh)

Weiterführende Informationen

 

Initiative »Zukunftsstarter« mit neuen Fördermöglichkeiten - AWStG tritt in Kraft

BMAS

Heute tritt das Gesetz zur Stärkung der beruflichen Weiterbildung und des Versicherungsschutzes in der Arbeitslosenversicherung (AWStG) in Kraft  

Mit rund 100.000 Eintritten in Fördermaßnahmen innerhalb von drei Jahren kann das Programm »Ausbildung wird was - Spätstarter gesucht« eine positive Bilanz ziehen. Die gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS), der Bundesagentur für Arbeit (BA) und des Verwaltungsrates der BA wird deshalb unter neuem Namen und mit erweiterten Fördermöglichkeiten fortgesetzt.

Im Programm »Spätstarter gesucht« wurden junge Menschen zwischen 25 und 35 Jahren ohne Berufsausbildung angesprochen. Ziel war und ist es, sie für den nachträglichen Erwerb eines Berufsabschlusses zu gewinnen. Junge Erwachsene ohne berufliche Ausbildung bleiben auch weiterhin im Fokus der Unterstützung von Jobcentern und Arbeitsagenturen. Ihnen soll geholfen werden, sich durch Weiterbildung eine bessere Voraussetzung für ihr weiteres Erwerbsleben zu erarbeiten. Durch die Digitalisierung und Fachkräfteengpässe ist ein beruflicher Abschluss wichtiger denn je.

Daher haben sich BMAS und BA mit Vorstand und Verwaltungsrat darauf verständigt, die Anstrengungen des Programms »Spätstarter« im Bereich der Aus- und Weiterbildung junger Erwachsener mit verstärktem Engagement und unter dem neuen Namen »Zukunftsstarter« fortzusetzen. Ziel der Initiative ist, bis Ende 2020 120.000 junge Teilnehmerinnen und Teilnehmer für eine Aus- und Weiterbildung mit dem Ziel eines Berufsabschlusses zu gewinnen.

Zum 1. August tritt auch das Gesetz zur Stärkung der beruflichen Weiterbildung und des Versicherungsschutzes in der Arbeitslosenversicherung (AWStG) in Kraft. Die Weiterentwicklung der Initiative »Spätstarter« zu »Zukunftsstarter« unterstützt die Idee des Gesetzes.

Neue Fördermöglichkeiten durch das AWStG tragen dazu bei, dass bisherige Hemmnisse, die einer Weiterbildung im Weg standen, abgebaut werden. So sollen etwa Weiterbildungsprämien das Durchhaltevermögen und die Motivation von jungen Erwachsenen steigern, eine längerfristige Qualifizierungsmaßnahme erfolgreich zu Ende zu bringen. Prämien für erfolgreiche Zwischen- und Abschlussprüfungen honorieren Erfolge und fördern Motivation und Durchhaltewillen. Außerdem können durch das AWStG auch Grundkompetenzen von Menschen mit geringen Qualifikationen gefördert werden.

(01.08.2016, prh)

Weitere Informationen zur »In­itia­ti­ve Erst­aus­bil­dung jun­ger Er­wach­se­ner«

Weitere Informationen zum »Gesetz zur Stärkung der beruflichen Weiterbildung und des Versicherungsschutzes in der Arbeitslosenversicherung« (AWStG)

siehe auch: Weiterbildung scheitert oft am Geld

 

Bildungsurlaub: Antrag frühzeitig mit dem Arbeitgeber besprechen

TUEV Rheinland

Anspruch abhängig vom Bundesland - Möglich sind politische oder berufliche Weiterbildungen

Bildungsurlaub gibt es seit mehr als 40 Jahren, aber nur wenige Arbeitnehmer kennen oder nutzen das Modell. Dabei haben Mitarbeiter in 14 der 16 Bundesländer einen Anspruch auf berufliche Weiterbildung - und das bei fortlaufendem Gehalt. Einzige Ausnahmen: Sachsen und Bayern.

Die genauen Bedingungen sind dezentral in den Landesgesetzen der einzelnen Bundesländer geregelt. »Ausschlaggebend für den Anspruch auf Bildungsurlaub ist das Bundesland, in dem der Arbeitsplatz liegt, und nicht das, in dem sich der Wohnsitz befindet«, sagt Michael Schmidt vom TÜV Rheinland.

»Jedem dazu berechtigten Arbeitnehmer stehen drei bis fünf Tage Bildungsurlaub pro Jahr zur Verfügung«, so Schmidt weiter. Diese können oft auch gebündelt alle zwei Jahre genommen werden. Der Arbeitnehmer muss dafür in den meisten Bundesländern mindestens sechs, in Baden-Württemberg und im Saarland zwölf Monate im Unternehmen tätig sein. Das Recht auf Bildungsurlaub besteht jedoch in den meisten Bundesländern nicht, wenn das Unternehmen weniger als zehn Mitarbeiter beschäftigt.

Gehalt bzw. Lohn fließen während des Bildungsurlaubs weiter

Um als Bildungsurlaub anerkannt zu werden, muss die Weiterbildung bestimmte Voraussetzungen erfüllen: Es muss eine politische oder berufliche Weiterbildung sein, die von einer anerkannten Einrichtung durchgeführt wird und für jeden zugänglich ist. In manchen Bundesländern ist auch eine Weiterbildung zum Ehrenamt zugelassen. Die meisten Bundesländer führen eine Datenbank mit zugelassenen Kursen, der Arbeitnehmer kann dabei selbst die Schwerpunkte der Fortbildung bestimmen. Die Seminarkosten trägt der Arbeitnehmer, der Arbeitgeber zahlt währenddessen das Gehalt oder den Lohn weiter.

Frühzeitig mit dem Arbeitgeber abstimmen

»Arbeitnehmer sollten so früh wie möglich den gewünschten Bildungsurlaub mit dem Arbeitgeber absprechen und ihn mindestens acht Wochen vor Beginn einreichen«, ergänzt Michael Schmidt. Der Antrag erfolgt schriftlich mit Namen, Inhalt und Dauer der Weiterbildung. Der Bildungsurlaub kann aus betrieblichen Gründen abgelehnt, muss dann aber zu einem anderen Zeitpunkt gewährt werden.

(29.07.2016, prh)

siehe auch: Regelungen zum Bildungsurlaub bzw. zur Bildungsfreistellung in Deutschland

Weiterbildungsdatenbank zu Bildungsurlaubsangeboten

 

AFBG: Aus »Meister-BAföG« wird modernes »Aufstiegs-BAföG«

Aufstieg durch Bildung

AFBG-Novelle tritt am 1. August in Kraft

Am kommenden Montag tritt die Novelle des Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetzes (AFBG) in Kraft und macht aus dem bewährten »Meister-BAföG« ein modernes »Aufstiegs-BAföG«. Unter anderem steigt der maximale Unterhaltsbeitrag im AFBG für Alleinstehende von 697 Euro auf 768 Euro und damit um 71 Euro. Der maximale Maßnahmenbeitrag für Lehrgangs- und Prüfungskosten steigt von 10.226 Euro auf 15.000 Euro. Weitere Sätze, Freibeträge und Zuschussanteile werden ebenfalls erhöht.

»Unser Ziel mit dieser größten Novelle des AFBG ist klar: Wir wollen mit attraktiven Förderbedingungen die guten Argumente für eine Karriere in der Berufsbildung noch besser machen und mehr Menschen den Zugang zur Förderung eröffnen. So können ab 1. August zum Beispiel auch Bachelorabsolventen und –absolventinnen eine AFBG-Förderung erhalten, wenn sie zusätzlich einen Meisterkurs oder eine vergleichbare Fortbildung machen wollen«, sagte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka.

Die höheren Fördersätze, Freibeträge und Zuschussanteile des neuen Aufstiegs-BAföG kommen mit dem Stichtag 1. August bei den Geförderten an – egal, ob sie schon mit AFBG-Förderung an einer Fortbildung etwa zum Meister, Fachwirt oder Erzieher teilnehmen oder diese danach erst beginnen. Neu beginnen kann eine geförderte Aufstiegsfortbildung ab dem 1. August erstmals auch, wer als höchsten Hochschulabschluss bereits einen Bachelorabschluss hat oder wer ohne Erstausbildungsabschluss – etwa als Studienabbrecher oder mit Fachabitur und Berufspraxis – zur Prüfung oder Fachschule zugelassen wird.

Mit dem Aufstiegs-BAföG nach dem AFBG werden Teilnehmer und Teilnehmerinnen an Maßnahmen der beruflichen Aufstiegsfortbildung finanziell unterstützt. Typische Aufstiegsfortbildungen sind Meister- oder Fachwirtkurse, Erzieher- und Technikerschulen sowie mehr als 700 weitere gleichwertige Fortbildungen. Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten einkommensunabhängig einen Beitrag zu den Kosten der Fortbildung und bei Vollzeitmaßnahmen zusätzlich einkommensabhängig einen Beitrag zum Lebensunterhalt. Die Förderung erfolgt teils als Zuschuss, teils als zinsgünstiges Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).

Im Jahr 2015 wurden rund 162.000 Personen mit AFBG unterstützt. Seit Bestehen des Meister-BAföG (1996) konnten rund 1,9 Millionen berufliche Aufstiege zu Führungskräften, Unternehmern und Ausbildern für Fachkräfte mit einer Förderleistung von insgesamt rund 7,4 Milliarden Euro ermöglicht werden. Für die zahlreichen Verbesserungen mit der dritten Novelle des AFBG investiert alleine der Bund bis 2019 zusätzlich 245 Millionen Euro.

(29.07.2016, prh)

Website Aufstiegs-BaFöG

 

Digitales Lernen ist mehr als E-Learning

Haufe Akademie

Benchmark-Studie zeigt klare Tendenzen beim Digitalen Lernen in Deutschland und Europa

Die digitale Transformation gibt die Herausforderungen vor, denen sich Unternehmen weltweit stellen müssen. Immer mehr setzen auf Digitales Lernen als integralen Bestandteil betrieblicher Weiterbildung, um ihre Belegschaft darauf vorzubereiten. Das ist das Ergebnis einer neuen, europäischen Benchmark-Studie im Auftrag der Haufe Akademie.

An der Studie nahmen insgesamt 114 Verantwortliche aus der Personalentwicklung sowie für Aus- und Weiterbildung aus den 1.000 größten Unternehmen Europas teil. Alle befragten Unternehmen setzen bereits E-Learning-Lösungen ein. Die Studie zielt auf eine Bestandsaufnahme des aktuellen Einsatzes digitaler Lernstrategien in Deutschland und Europa ab. Sie macht deutlich, inwieweit europäische Unternehmen bereits auf digitales Lernen setzen und welche Faktoren seinen Einsatz und Ausbau maßgeblich bestimmen.

Fast jedes zweite deutsche Unternehmen setzt auf digitales Lernen

Rund 46 Prozent der befragten Unternehmen in Deutschland haben dabei bereits einen beträchtlichen Reifegrad erreicht: Sie beschäftigen sich seit mehr als sechs Jahren mit Digitalem Lernen und haben weitere Investitionen für die nächsten Jahre geplant. Grund: Immer mehr Entscheider in deutschen Unternehmen erkennen, dass Weiterbildungsformate von Blended Learning über Communities of practice bis hin zu Social Learning ideale Möglichkeiten bieten, um Mitarbeiter aller Hierarchieebenen und Bereiche gut und effizient auf eine immer unsicherer und komplexer werdende Arbeitswelt vorzubereiten.

Motivierend, schnell und effektiv

Die Antworten der befragten Personal- und Weiterbildungsverantwortlichen spiegeln wieder, warum Unternehmen auf digitale Lösungen setzen. So lassen sich Lerner von Weiterbildungsangeboten motivieren, die sich in den Arbeitsalltag integrieren lassen und den schnellen Lerntransfer ermöglichen. Müssen viele Mitarbeiter geschult werden, wie zum Beispiel zu Themen wie Compliance und Arbeitssicherheit, ist dies schnell und kostengünstig möglich. Individuelle Blended-Learning-Arrangements ermöglichen besonders für High-Potentials und das Management effektive Angebote. Neben der traditionellen formellen Weiterbildung berücksichtigen Digitale Lernstrategien auch den zunehmenden Anteil informellen Lernens.

Wer jetzt nicht handelt, droht abgehängt zu werden

Die Ergebnisse des Benchmarks machen deutlich, dass die digitale Transformation mit all ihren Folgen wie einer hohen Innovationsgeschwindigkeit und schnellem Wandel eine positive Wirkung auf die Entwicklung des digitalen Lernens hat. Umgekehrt nutzen Unternehmen digitales Lernen, um ihre Mitarbeiter auf den digitalen Wandel vorzubereiten. Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch: Unternehmen, die sich noch nicht mit digitalen Lernstrategien beschäftigen und auch nicht planen, dies in Zukunft zu tun, laufen Gefahr ins Hintertreffen zu geraten.

Lösungen für kontinuierliches Lernen

Für die Auftraggeber der Studie lautet die zentrale Botschaft des Benchmarks: »Weiterbildung entwickelt sich zukünftig immer mehr hin zum kontinuierlichem Lernen«. Im Sinne dieser Entwicklung werde digitales Lernen immer vielfältiger, es gehe nicht länger nur um das traditionelle E-Learning, sondern um Lernlösungen, die sich ohne Einschränkungen Zielgruppen- und bedarfsgerecht ausgestalten ließen.

(19.07.2016, prh)

Der Ergebnisbericht zur Studie kann kostenlos angefordert werden...

 

Meister-BaFöG 2015: Mit 162.000 Geförderten rückläufig

destatis

Die Zahl der Empfängerinnen und Empfänger von »Meister-BAföG« war 2015 erstmals seit sieben Jahren rückläufig. Im Vergleich zum Vorjahr nahmen 5,7 % (9.800) Geförderte weniger an einer Fortbildungsmaßnahme teil. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, erhielten in Deutschland 2015 damit etwa 162.000 Personen »Meister-BAföG«-Leistungen nach dem Aufstiegsfortbildungs­förderungsgesetz (AFBG).

Etwa zwei Drittel der Geförderten waren Männer. Ihre Zahl nahm gegenüber 2014 um 5,5 % auf 111.000 ab. Die Zahl der Frauen mit »Meister-BAföG« sank im gleichen Zeitraum um 6,1 % auf 51.000.

Die gefragtesten Berufe mit einer Fortbildungsmaßnahme nach dem AFBG waren 2015 – wie auch im Vorjahr – bei den Männern der geprüfte Industriemeister Metall, gefolgt vom staatlich geprüften Maschinenbautechniker und dem Kraftfahrzeugtechnikermeister. Die häufigsten Berufe bei den Frauen waren die staatlich geprüfte Erzieherin, gefolgt von der geprüften Wirtschaftsfachwirtin und der Friseurmeisterin.

Mit dem »Meister-BAföG« werden Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Maßnahmen der beruflichen Aufstiegsfortbildung durch Beiträge zu den Kosten der Bildungsmaßnahme und zum Lebensunterhalt finanziell unterstützt. An Förderleistungen standen im Jahr 2015 insgesamt 558 Millionen Euro zur Verfügung. Das waren 5,0 % weniger als im Vorjahr.

Von den Förderleistungen entfielen rund 377 Millionen Euro auf Darlehen und 181 Millionen Euro auf Zuschüsse. Die Geförderten erhielten Zuschüsse zur Finanzierung der Lehrgangs- und Prüfungsgebühren (76 Millionen Euro), für den Lebensunterhalt (97 Millionen Euro), für den Kindererhöhungsbetrag (8 Millionen Euro) und zur Kinderbetreuung (1 Million Euro).

Die Darlehen wurden für Lehrgangs- und Prüfungsgebühren (172 Millionen Euro), für den Lebensunterhalt (194 Millionen Euro), für den Kindererhöhungsbetrag (8 Millionen Euro), für die Kosten während der Prüfungsvorbereitungsphase (2 Millionen Euro) und für die Anfertigung des »Meisterstücks« (1 Million Euro) bewilligt. Ob die Förderungsberechtigten die bewilligten Darlehen in Anspruch nehmen, können sie frei entscheiden. Insgesamt überwies die Kreditanstalt für Wiederaufbau an die Geförderten im Jahr 2015 Darlehen in Höhe von rund 288 Millionen Euro.

Geförderten Personen werden auf Antrag nach erfolgreichem Abschluss ihrer Weiterbildungsmaßnahme 25 % ihres Restdarlehens zum Maßnahmebeitrag erlassen. Im Jahr 2015 erhielten rund 31.000 Personen einen Darlehenserlass im Wert von insgesamt 24 Millionen Euro.

(12.07.2016, prh)

Weitere Informationen zum Meister-BaFöG

vergleiche: Stiftung Warentest erläutert neues Meister-BaFöG

vergleiche: Meister-BaFöG 2013: 171.000 Geförderte in Deutschland

 

Flickenteppich Weiterbildung: Regional erhebliche Unterschiede

Deutscher Weiterbildungsatlas

Viele reden vom lebenslangen Lernen, wenige tun es: Einige Teile Deutschlands sind bei der Weiterbildung top, andere weit abgehängt. Die regionalen Unterschiede sind groß, manchmal sogar in Nachbarkommunen. Das zeigt der Deutsche Weiterbildungsatlas – erstmals für alle Städte und Kreise. 

Jeder achte Deutsche (12,3 Prozent) ab dem 25. Lebensjahr nimmt mindestens einmal im Jahr an einer klassischen Weiterbildung teil - zum Beispiel am Sprachkurs in der Freizeit oder einem beruflichen Lehrgang. Besonders fällt auf, dass die Teilnahme an Weiterbildungen in Deutschland regional sehr ungleich verteilt ist. In Prignitz (Brandenburg) besucht nur jeder 34. Einwohner jährlich eine Weiterbildung, in Darmstadt fast jeder vierte – eine achtmal so hohe Teilnahmequote. Das zeigt der Deutsche Weiterbildungsatlas der Bertelsmann Stiftung. Erstmals erfasst er die Weiterbildungsquoten auch in Kreisen und kreisfreien Städten.

Neben Darmstadt (23,1 Prozent) bildeten sich auch in Mainz-Bingen (21,9 Prozent) und Erlangen (21,8 Prozent) anteilsmäßig viele Menschen fort (Mittelwert 2012/13). Deutschlandweit am niedrigsten sind die Quoten neben Prignitz (2,9 Prozent) auch in der Grafschaft Bentheim (3,1 Prozent) und dem Landkreis Fürstenfeldbruck (3,4 Prozent). »Weiterbildungschancen in Deutschland sind regional zu ungleich verteilt. Damit wird Chancengerechtigkeit bei beruflichem und sozialem Aufstieg eingeschränkt«, sagt Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann Stiftung.

Gravierende Differenzen auch innerhalb der Länder

Die unterschiedlichen Weiterbildungsquoten zwischen den Kreisen lassen sich nicht alleine durch die Unterschiede zwischen den Bundesländern erklären. Zwar gibt es auf Landesebene durchaus Differenzen: Baden-Württemberg (14,8 Prozent) und Hessen (14,6 Prozent) wiesen 2013 die höchsten Teilnahmequoten auf. Dahinter folgen Rheinland-Pfalz (12,8 Prozent), Bayern (12,6 Prozent) und Thüringen (12,4 Prozent). Mit 10,4 Prozent finden sich die niedrigsten Teilnahmequoten in Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern und dem Saarland.

Doch der Weiterbildungsatlas zeigt, dass innerhalb der Länder die Weiterbildungsquoten noch viel weiter auseinander liegen. Das Extrembeispiel ist Bayern: Trotz eines überdurchschnittlichen Landeswertes sind hier Kreise mit sehr niedrigen Werten zu finden. In acht Kreisen beziehungsweise kreisfreien Städten Bayerns nimmt nicht einmal jeder zwanzigste Einwohner an Weiterbildungen teil. Hier zeigt sich, dass lokale Rahmenbedingungen die Weiterbildungsteilnahme deutlich beeinflussen können.

Baden-Württemberg macht das Meiste aus den Möglichkeiten

Etwa ein Drittel der Unterschiede bei den Weiterbildungsquoten lässt sich durch die regionale Sozial- und Wirtschaftsstruktur erklären. So führen zum Beispiel strukturelle Vorteile, wie eine hohe Qualifikation der Bevölkerung und eine gute wirtschaftliche Lage, häufig dazu, dass sich anteilsmäßig mehr Menschen weiterbilden. Zwei Drittel der Unterschiede werden jedoch durch andere Aspekte wie beispielsweise die Qualität des Weiterbildungsangebotes beeinflusst und sind somit zum Teil steuerbar. Wie gut Regionen ihre strukturellen Voraussetzungen für Weiterbildung nutzen, erfasst die Potenzialausschöpfung. Wenn die Teilnahmequote vor Ort so ausfällt, wie es aufgrund der regionalen Strukturdaten zu erwarten ist, dann beträgt die Potenzialausschöpfung 100 Prozent.

Im Ländervergleich macht Berlin (79,8 Prozent) 2013 am wenigsten aus seinem Potenzial – hier könnte es nach der Sozialstruktur 20 Prozent mehr Teilnehmer geben. Auch Hamburg (84,4 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (90,9 Prozent) nutzen ihre Möglichkeiten für Weiterbildung nicht voll aus. Über den zu erwartenden Werten liegen Baden-Württemberg (115,6 Prozent), Hessen (113,9 Prozent) und Rheinland-Pfalz (110,1 Prozent). Deutlich verändert hat sich die Lage in Sachsen: 2012 blieb die Quote gut 11 Prozent hinter den Erwartungen zurück, 2013 lag sie darüber (102,7 Prozent Potenzialausschöpfung).

Große Unterschiede zwischen den Kommunen bei der Ausschöpfung des Weiterbildungspotenzials

Spitzenreiter bei den Kreisen und kreisfreien Städten sind die Landkreise Elbe-Elster in Brandenburg (202,2 Prozent), Neumarkt (178 Prozent) und Wunsiedel (171,7 Prozent). Die Landkreise Fürstenfeldbruck (22,4 Prozent Potenzialausschöpfung) und Roth (33 Prozent) hingegen nutzen nur weniger als ein Drittel ihres Potenzials bei der Weiterbildung. »Regionale Strukturmerkmale erklären längst nicht alle Unterschiede bei der Weiterbildungsteilnahme: Der Weiterbildungsatlas zeigt, wie wichtig ein auf den lokalen Bedarf zugeschnittenes Weiterbildungsangebot ist. Kooperationen zwischen kommunalen Akteuren können helfen, ein solches Angebot zu schaffen und bei wirtschaftlichen oder demografischen Veränderungen sinnvoll anzupassen«, sagt Prof. Dr. Josef Schrader, Wissenschaftlicher Direktor des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung (DIE) und Koautor des wissenschaftlichen Berichts zum Weiterbildungsatlas.
Zusatzinformationen

Hintergrund
Der Deutsche Weiterbildungsatlas für Kreise und kreisfreie Städte stellt auf Grundlage der aktuellsten Mikrozensus-Daten der Jahre 2012 und 2013 die Teilnahmequoten an beruflicher und allgemeiner Weiterbildung der Bevölkerung ab dem 25. Lebensjahr dar. Zudem errechneten die Wissenschaftler des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung (DIE), wie stark verschiedene Formen von Weiterbildungsangeboten vertreten sind. Vertiefende Fallstudien analysieren sechs Kreise: Darmstadt, Elbe-Elster, Wunsiedel, Neumarkt in der Oberpfalz, Starnberg und Sonneberg.

  (11.07.2016, prh)

Weiterbildungsatlas 2016

siehe auch: Weiterbildungsteilnahme in Deutschland 2016 (Grafik) ...

 

DIE: Aktuelle statistische Daten zur allgemeinen Weiterbildung 2014

DIE Bonn

Verbund Weiterbildungsstatistik legt Daten zur allgemeinen Weiterbildung vor 

Die »Weiterbildungsstatistik im Verbund« für das Berichtsjahr 2014 ist erschienen. Sie fasst Daten von vier großen Organisationen allgemeiner, konfessioneller und politischer Weiterbildung zusammen.

Das kommentierte Tabellenwerk enthält Informationen zu Rechtsformen, Personal, Finanzierung und Veranstal-tungsprofilen der beteiligten Weiterbildungsorganisationen. Zum 13. Mal veröffentlicht das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung (DIE) die Weiterbildungsstatik. Für das Berichtsjahr 2014 wurden Daten von 1.821 Einzeleinrichtungen ausgewertet. Diese Angaben wurden auf die insgesamt 2.072 Weiterbildungseinrichtungen im Verbund hochgerechnet.

Einzelne Ergebnisse im Überblick:

  • Im Verbund wurden rund 1,1 Millionen Weiterbildungsveranstaltungen durchgeführt.
  • Das Zeitvolumen dieser Veranstaltungen betrug insgesamt 21 Millionen Unterrichtsstunden.
  • Im Verbund beträgt die Personalkapazität bei den hauptberuflich Mitarbeitenden 12.300 Vollzeitäquivalente. 305.000 Menschen waren im Verbund ehrenamtlich, neben- oder freiberuflich tätig.
  • Die Teilnehmenden trugen 37 Prozent der Kosten für Weiterbildung, 27 Prozent wurden von den Trägern der Einrichtungen aufgebracht, 27 Prozent stammten aus verschiedenen öffentlichen Haushalten. Die Einrichtungen warben 10 Prozent sonstige Mittel ein.
  • Das Finanzvolumen lag bei 1,5 Milliarden Euro.

Hintergrund
Am Verbund Weiterbildungsstatistik sind der Bundesarbeitskreis Arbeit und Leben (BAK AL), die Deutsche Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung (DEAE) und die Katholische Erwachsenenbildung Deutschland – Bundesarbeitsgemeinschaft (KEB) beteiligt, assoziierter Partner ist der Deutsche Volkshochschul-Verband (DVV).

  (05.07.2016, DIE/prh)

Verbundstatistik 2014

 

NRW will Mittel für Weiterbildung und Schulen erhöhen

NRW Weiterbildungsministerium

Mehr Ressourcen und 529 zusätzliche Stellen: NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann hat im Schulausschuss den zweiten Nachtragshaushalt 2016 für den Bereich Schule und Weiterbildung erläutert.

Insgesamt sollen im Jahr 2016 rund 18 Millionen Euro zusätzlich investiert werden. Löhrmann: »Bildung ist der Schlüssel für ein gelingendes Leben in unserer Gesellschaft. Deshalb setzt die Landesregierung hier auch einen klaren Schwerpunkt und stellt zusätzliche Ressourcen zur Verfügung. Wir stärken damit die wichtige Arbeit der Schulen, etwa bei der Inklusion und Integration, durch zusätzliche Stellen in verschiedenen Bereichen«.

Im Einzelnen sind vorgesehen:

300 zusätzliche Stellen für die Inklusion, 113 Stellen für multiprofessionelle Teams, 14 Stellen für die Schulpsychologie, 36 Stellen für Kommunale Integrationszentren sowie zehn Stellen für die Lehrerfortbildung. Darüber hinaus werden 56 Stellen für die Leitungszeit bereitgestellt, um die Schulleitungen von Schulen mit Teilstandorten zu entlasten.

Neben den zusätzlichen Stellen für die Lehrerfortbildung werden in diesem Bereich Sachmittel von über einer Million Euro bereitgestellt, um beispielsweise das Qualifizierungs- und Fortbildungsangebot »Interkulturelle Schulentwicklung – Demokratie gestalten« zu entwickeln sowie die Angebote im Bereich Deutsch als Zweitsprache (DaZ) bzw. Deutsch als Fremdsprache (DaF) zu verstärken.

Die Landesregierung investiert mit zusätzlichen Ressourcen auch in die Weiterbildung: Den Volkshochschulen und Weiterbildungseinrichtungen stehen bis zum Jahr 2019 jährlich rund fünf Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung. Der Konsolidierungsbeitrag der Weiterbildungsträger wurde vorübergehend um fünf Prozent abgesenkt.

Die Mittel für zusätzliche Kurse zur Sprachförderung neu zugewanderter Erwachsener und Jugendlicher ab 16 Jahren werden im Zuge des zweiten Nachtragshaushalts erneut um weitere 250.000 Euro aufgestockt. Damit werden im Jahr 2016 insgesamt 2,5 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Ministerin Löhrmann: »Wir unterstützen damit die Einrichtungen der Weiterbildung, ihre Aufgaben in Zeiten gestiegener Zuwanderung pädagogisch und fachlich gut wahrnehmen zu können«.

Mit dem zweiten Nachtragshaushalt 2016 steigen die Gesamtausgaben im Bereich Schule und Weiterbildung auf rund 17,3 Milliarden Euro. Die Zahl der seit 2015 zusätzlich geschaffenen Stellen für die Beschulung von neu zugewanderten Kindern und Jugendlichen steigt auf 5.979.

Von den insgesamt 1.200 zur Verfügung gestellten Stellen für die Sprachförderung DaZ/DaF sind 1.165 besetzt, das sind 97 Prozent. Die übrigen Stellen werden in den weiteren Einstellungsverfahren sukzessive besetzt.

Nachdem im Jahr 2015 über 9.100 Lehrkräfte eingestellt wurden, wird auch für das Jahr 2016 mit einem ähnlich hohen Einstellungskontingent gerechnet. Einstellungen erfolgten bereits zum 1. Februar 2016, zum 1. Mai 2016 sowie unterjährig. Derzeit läuft das Einstellungsverfahren zum Schuljahresbeginn 2016/17.



(01.07.2016, prh)

 

Baden-Württemberg: Positive Erfahrungen mit der Bildungszeit

DGB Baden Wuerttemberg

Bündnis Bildungszeit: Seminare zur beruflichen und politischen Weiterbildung sind gut besucht 

Seit einem Jahr (1. Juli 2015) gilt das Bildungszeitgesetz in Baden-Württemberg. Das vom DGB Baden-Württemberg gegründete Bündnis Bildungszeit zieht aus diesem Anlass eine positive Zwischenbilanz. »Die ersten Erfahrungen sind sehr ermutigend. Es zeigt sich, dass es eine starke Nachfrage nach Seminaren zur beruflichen und politischen Weiterbildung gibt. Und auch die Qualifizierung für Ehrenämter, die ja erst seit dem 1. Januar 2016 möglich ist, läuft gut an«, sagte die stellvertretende DGB-Landesvorsitzende Gabriele Frenzer-Wolf bei einem Pressegespräch in Stuttgart.

Sie ergänzte: »Es braucht allerdings einige Jahre Zeit, bis das Gesetz in der Breite wirken kann. Die Beschäftigten müssen erst einmal über ihren Anspruch auf Bildungszeit informiert werden. Bildungszeit zu nehmen wird erst nach und nach zu etwas Selbstverständlichem im Berufsalltag. Zudem ist Baden-Württemberg das einzige Bundesland, in dem die Beschäftigten die Bildungszeit neben der beruflichen und politischen Weiterbildung auch für die Ehrenamtsqualifizierung nutzen können. Insofern ist die Vergleichbarkeit mit anderen Bundesländern nur bedingt gegeben«.

Das Bündnis Bildungszeit besteht aus 15 Verbänden und Dachorganisationen quer durch die Gesellschaft. Es setzt sich auf politischer Ebene für die Bildungszeit ein und macht den gesellschaftlichen Nutzen der Bildungszeit bekannt. Darüber hinaus bewerben die anerkannten Bildungsträger ihre Seminarangebote.

Insgesamt sind knapp 470 Bildungseinrichtungen im Land bisher vom Regierungspräsidium Karlsruhe als Träger der beruflichen und politischen Bildung anerkannt (Stand 1. Juni 2016). Hinzu kommen noch 22 anerkannte Träger von Qualifizierungsmaßnahmen für ehrenamtliche Tätigkeiten (Stand 8. Juni 2016).

Aus gewerkschaftlicher Sicht wertete es Frenzer-Wolf als einen großen Erfolg, dass sich die Beschäftigten nun aus eigenem Antrieb und mit selbstgewähltem Ziel weiterbilden können. »Es darf nicht vom Gutdünken des Arbeitsgebers abhängen, wer sich beruflich und persönlich weiterentwickeln darf. Davon profitieren auch die Arbeitgeber, davon profitiert unsere ganze Gesellschaft. Angesichts der großen Themen und Herausforderungen der nächsten Jahre – Europapolitik, der Frage des gesellschaftlichen Zusammenhaltes, der Migrationspolitik, des raschen technologischen Wandels – ist es wichtig, dass möglichst viele Menschen Zusammenhänge verstehen und die Ursachen von Krisen analysieren können. Nur wenn die Menschen gut informiert sind, stärken wir unsere Demokratie. Nur so treten wir Rechtspopulisten mit kraftvollen Argumenten entgegen«, so die stellvertretende DGB-Landesvorsitzende.

Die Gewerkschaften leisteten ihren Teil zur Bildungszeit, indem sie ein breites Angebot an Bildungsangeboten machten und für Gewerkschaftsmitglieder die Seminarkosten übernähmen. Frenzer-Wolf weiter: »Die meisten Arbeitgeber im Land haben akzeptiert, dass es die Bildungszeit gibt und dass der Landtag die Gesetze macht und nicht die Wirtschaftsverbände. Leider kommt es dennoch immer wieder vor, dass Anträge von Beschäftigten abgelehnt werden – zumeist aus fadenscheinigen Gründen«.

Der Volkshochschulverband mahnt in Sachen Bildungszeit zu »mehr Ruhe und Vernunft«, sagte der Direktor des Verbandes Dr. Hermann Huba. Vernünftig wäre es, das einmal beschlossene Gesetz seinen Weg in die betriebliche und soziale Wirklichkeit gehen zu lassen, es dabei beobachtend zu begleiten und seine Wirkung wie vorgesehen nach vier Jahren zu evaluieren. »Und was geschieht? Der Weg des Bildungszeitgesetzes wird gestört durch andauernde Rücknahmediskussionen, der Evaluationszeitraum wird unentwegt verkürzt, notwendige Daten für eine Evaluation werden aber gar nicht erhoben. Statt dessen spekuliert man über angeblich katastrophische Auswirkungen. Das ist nicht vernünftig: Bevor man eine Wirkung untersuchen und bewerten kann, muss man sie eintreten lassen«.

Für die Kirchliche Landesarbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung in Baden-Württemberg (KiLAG) und für die katholische Kirche in Baden-Württemberg sagte Michael Krämer, der Leiter der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) der Diözese Rottenburg-Stuttgart: »Die Kirchliche Landesarbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung hat sich seinerzeit sehr für die Einführung eines Bildungszeitgesetzes in Baden-Württemberg eingesetzt und aktiv an der Formulierung wie an der Gestaltung der Rechtsverordnung mitgearbeitet. Wir begrüßen es sehr, dass das Bildungszeitgesetz neben der beruflichen Bildung auch die politische Bildung umfasst. Angesichts der politischen Situation im Land scheint es uns dringlicher denn je, Menschen zu einer fundierten, reflektierten politischen Urteilsbildung zu befähigen. Der gesellschaftliche Partizipationsgedanke ist deswegen zu Recht ein wesentliches Element des Bildungszeitgesetzes. Und es ist gut, dass diese Partizipation umfassend gemeint ist und nicht nur das Berufsleben umfasst. Die Kirchliche Landesarbeitsgemeinschaft wie die Kirchen in Baden-Württemberg sind froh, dass es gelungen ist, auch die Qualifikation von Ehrenamtlichen in das Bildungszeitgesetz aufzunehmen. Damit hat Baden-Württemberg ein Gesetz geschaffen, das dem vielfältigen gesellschaftlichen Engagement in unserem Lande Rechnung trägt. Und die Stärke des bürgerschaftlichen Engagements in Baden-Württemberg ist nicht zuletzt auch ein Standortvorteil. Dass die Qualifizierung Ehrenamtlicher neben der politischen und verbandlichen Arbeit auch die kirchlich und im Weiterbildungsbereich tätigen Ehrenamtlichen umfasst, ist für die Kirchen und die KiLAG eine Selbstverständlichkeit. Problematisch scheint uns, dass das Bildungszeitgesetz zwar relativ bekannt, aber nicht in den Köpfen der Menschen angekommen ist. Viele, gerade ehrenamtlich Tätige befürchten bei Inanspruchnahme der Bildungszeit Nachteile am Arbeitsplatz. Befristet angestellte Personen trauen sich erst recht nicht, Bildungszeit zu nehmen, weil sie um eine Vertragsverlängerung fürchten. Hier ist noch einiges an Bewusstseinsarbeit notwendig. Eine Beschränkung des Bildungszeitgesetzes auf Maßnahmen der betrieblichen Bildung und eine Verringerung des Ansatzes zur Qualifizierung von Ehrenamtlichen ist für die KiLAG und die Kirchen nicht akzeptabel«.

Matthias Werner, der stellvertretende Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Ländliche Erwachsenenbildung (ALEB), hob ebenfalls die Bedeutung der Qualifizierungsmöglichkeiten für das Ehrenamt hervor: »Mit dem Anerkennungsverfahren für Qualifizierungsmaßnahmen im ehrenamtlichen Bereich ist es gelungen, dass Ehrenamtliche für Fortbildungen Bildungszeit beantragen können. Wenn sich im Land nahezu die Hälfte der Menschen für andere engagieren, zeigt dies den Stellenwert des Ehrenamtes in Baden-Württemberg. Eine zukunftsorientierte Weiterentwicklung der Ehrenamtlichen ist nur mit Qualifizierungen möglich und deshalb ist es gut, dass das Land diesen Bereich mit in das Gesetz aufgenommen hat. (...)«.

Im Bündnis Bildungszeit sind vertreten:

Arbeitsgemeinschaft Ländliche Erwachsenenbildung Baden-Württemberg (ALEB)
AWO Bezirksverband Württemberg
Betriebsseelsorge in der Diözese Rottenburg-Stuttgart
BUND Landesverband Baden-Württemberg
Deutscher Gewerkschaftsbund Bezirk Baden-Württemberg und seine acht Mitgliedsgewerkschaften
Fritz-Erler-Forum Baden-Württemberg
Katholische Erwachsenenbildung Diözese Rottenburg-Stuttgart
Kirchliche Landesarbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung in Baden-Württemberg
Landesarbeitsgemeinschaft der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KEB) in Baden-Württemberg
Landesfamilienrat Baden-Württemberg
Landesfrauenrat Baden-Württemberg
Landesjugendring Baden-Württemberg
Naturfreunde Baden-Württemberg
Schwäbischer Turnerbund
Volkshochschulverband Baden-Württemberg

 QUELLE: Nach einer Meldung des DGB Baden-Württemberg

  (01.07.2016, prh)

Weitere Informationen zum Bildungszeitgesetz

siehe auch: Berufliche Weiterbildung stark gefragt

 

Digitalisierung braucht neue Jobs - wo bleibt die Weiterbildung?

bitkom

Studie: Jedes zweite Unternehmen rechnet mit zusätzlichen Stellen für gut ausgebildete Arbeitnehmer - Digitalkompetenz von Bewerbern und Mitarbeitern bisher nur Mittelmaß - Mehrheit bildet eigene Mitarbeiter nicht zu Digitalthemen weiter

Der Lkw-Fahrer disponiert während der Fahrt, managt Bestellungen und Routen statt den Wagen selber zu lenken, die Zahnarzthelferin stellt Implantate mit dem 3D-Drucker her statt nur die Abdrücke zu nehmen: Berufe und Anforderungsprofile wandeln sich durch die Digitalisierung von Grund auf. Und für digital qualifizierte Arbeitnehmer bieten sich dadurch hervorragende Jobchancen. Jedes zweite Unternehmen (54 Prozent) rechnet damit, dass es in den kommenden zehn Jahren mehr Arbeitsplätze für gut ausgebildete Beschäftigte geben wird, gerade einmal 5 Prozent erwarten einen Rückgang.

Und auch für andere anspruchsvolle Tätigkeiten fällt der Saldo durchweg positiv aus. Im Management rechnen 37 Prozent mit mehr Jobs, 12 Prozent mit weniger. Im mittleren Management ergibt sich mit 36 bzw. 17 Prozent ein ähnliches Bild. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Bitkom-Befragung unter 500 Unternehmen ab 10 Mitarbeitern in Deutschland, die heute  (30.06.2016) vorgestellt wurde.

»Die Digitalisierung führt zu einem historischen Wandel in der Arbeitswelt«, erläuterte Thorsten Dirks von Bitkom. »Neue, aufregende und anspruchsvolle Jobs entstehen. Sie setzen eine gute Ausbildung voraus und bieten dafür viel Gestaltungsspielraum und Verantwortung«. Die Anzahl der Beschäftigten mit geringen Qualifikationen und unterstützenden Tätigkeiten wird dagegen sinken, davon gehen zwei Drittel der Befragten (68 Prozent) aus. Mit einem Stellenplus rechnet in diesen Bereichen niemand. Dirks: »Die Ergebnisse zeigen, welche entscheidende Bedeutung digitale Kompetenzen und die Aus- und Weiterbildung in Zukunft haben werden«.

So gehen 9 von 10 Unternehmen (87 Prozent) davon aus, dass die Digitalkompetenz der Beschäftigten genauso wichtig wird wie fachliche oder soziale Kompetenz. 4 Prozent erwarten sogar, dass Digitalkompetenz zur wichtigsten Fähigkeit von Arbeitnehmern wird. Bereits in den vergangenen zehn Jahren haben sich die Aufgaben in den Unternehmen durch die Digitalisierung verändert. So berichtet jedes zehnte Unternehmen (10 Prozent) davon, dass bestimmte Berufsprofile wie beispielsweise Schriftsetzer oder Lagerist komplett verschwunden sind, in jedem fünften Unternehmen (21 Prozent) sind aber neue Profile entstanden, etwa Softwareentwickler, Datamining Spezialist oder Roboter-Koordinater. »Durch die Digitalisierung fallen überwiegend einfache Aufgaben weg, dafür entstehen aber Stellen mit komplexeren Anforderungen und mehr Verantwortung«, meint Dirks. »Das heißt auch: Ohne Digitalkompetenz kommt man im Berufsleben künftig nicht mehr aus. Wer gut qualifiziert ist, dem eröffnen sich zugleich immer mehr und bessere Chancen auf Berufe, die spannend, fordernd und erfüllend sind«.

Entsprechend große Bedeutung messen die Unternehmen der Weiterbildung rund um Digitalthemen zu. 97 Prozent halten diese für qualifizierte Fachkräfte im Unternehmen für wichtig, jeweils rund drei Viertel für Führungskräfte (77 Prozent) und gering Qualifizierte (71 Prozent). Aktuell wird die Digitalkompetenz von Bewerbern und eigenen Mitarbeitern nur mit den Durchschnittsnoten »befriedigend« oder »ausreichend« bewertet. Dieser Einschätzung zum Trotz investieren die Unternehmen selbst nur wenig in Weiterbildung: 6 von 10 Unternehmen (62 Prozent) geben an, dass die eigenen Mitarbeiter in Digitalkompetenzen nicht weitergebildet werden. Dabei sind kleinere Unternehmen bis 50 Mitarbeiter mit 67 Prozent nochmals deutlich zurückhaltender als größere Unternehmen mit 51 Prozent.

Nicht einmal jedes dritte Unternehmen (31 Prozent) hat eine zentrale Strategie, wie die Mitarbeiter Digitalkompetenzen erlangen sollen, nur 27 Prozent haben dafür ein festes Budget eingeplant. Und jedes dritte Unternehmen (33 Prozent) gibt an, dass eine solche Weiterbildung für Mitarbeiter, die älter als 50 Jahre sind, nicht sinnvoll sei. »Die Mitarbeiter sind das wichtigste Kapital in der digitalen Wirtschaft«, sagte Dirks. »Wer sein Unternehmen verändern und neue Geschäftsmodelle erschließen will, der braucht die besten Köpfe in seinem Team. Und der muss dafür sorgen, dass seine Leute immer auf dem aktuellen Stand der digitalen Entwicklung bleiben«.

In der Umfrage wurde auch nach den Gründen für die Zurückhaltung bei der Weiterbildung gefragt: Jedes dritte Unternehmen (36 Prozent) gibt an, die eigenen Mitarbeiter nicht intensiver rund um digitale Kompetenzen weiterzubilden, weil die Weiterbildungsangebote zu teuer sind. Ähnlich viele (31 Prozent) beklagen, dass sie die Qualität der Weiterbildungsangebote nicht beurteilen können. Jedem vierten Unternehmen (25 Prozent) fehlt ein Überblick über die Möglichkeiten von Weiterbildungen rund um Digitalkompetenz. Fast ebenso viele (24 Prozent) sagen, dass die vorhandenen Angebote nicht das abdecken, was in ihrem Unternehmen benötigt wird oder dass sie auf die Arbeitskraft ihrer Mitarbeiter nicht verzichten können, während diese sich fortbilden (23 Prozent). Und jedes fünfte Unternehmen (19 Prozent) nennt die Entfernung zu Weiterbildungsangeboten als Grund. »Ganz klar müssen wir mehr in die Köpfe investieren, wenn wir die digitale Transformation in Deutschland erfolgreich gestalten wollen. Wir haben dazu Zeug dazu in der digitalen Wirtschaft eine ähnliche Führungsrolle erreichen wollen wie wir sie bislang etwa in der Automobilindustrie oder dem Maschinenbau haben. Aber wir müssen das Potential nutzen«, so Dirks. »Innovationen entstehen durch die Mitarbeiter in den Unternehmen – und Innovationen sind es, die den wirtschaftlichen Erfolg Deutschlands ausmachen«.

Angesichts dieser historischen Veränderungen in der Berufswelt sind nach Ansicht des Bitkom sowohl jeder einzelne Mitarbeiter, die Unternehmen als auch die Politik gleichermaßen gefordert. Jeder Einzelne sollte Weiterbildungen aktiv einfordern und Weiterbildungsmöglichkeiten nutzen. Die Unternehmen müssen eine zentrale Weiterbildungsstrategie rund um die digitalen Kompetenzen ihrer Mitarbeiter erarbeiten und dafür auch entsprechende Mittel bereitstellen. »Führungskräfte müssen dafür sensibilisiert werden, dass Weiterbildung kein Nice-to-have ist, sondern zum Pflichtprogramm jedes einzelnen Mitarbeiters gehört«, so Dirks. Vor allem kleinere und mittlere Unternehmen benötigen zusätzlich die Unterstützung der Politik, etwa durch Beratungen rund um die Qualität und Inhalte von Weiterbildungen oder auch durch die konkrete Förderung von Maßnahmen. Die Politik ist aufgerufen, die Grundlagen für Weiterbildungen durch eine fundierte Schulbildung zu legen. Diese müsste die Themen der digitalen Welt stärker als bislang berücksichtigen und den Erwerb von digitalen Kompetenzen verpflichtend im Lehrplan verankern. Dazu gehört ein Pflichtfach Informatik ab der Sekundarstufe I, das Voraussetzung ist, um die digitale Welt zu verstehen, sowie Englischunterricht als Lingua franca der digitalen Welt ab der 1. Klasse. »Es geht nicht allein um die Anwendung von Programmen, es geht darum zu verstehen, was ein Programm ist und wie es funktioniert. Dieses Wissen wird genauso wichtig sein wie Lesen, Schreiben und Rechnen, um sich in unserer Welt auch künftig nicht nur gut zurechtzufinden, sondern um sie aktiv mitzugestalten«, sagte Dirks.

Hintergrund
Grundlage der Angaben ist eine repräsentative Befragung, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 504 Geschäftsführer und Personalverantwortliche von Unternehmen aller Branchen ab 10 Mitarbeitern in Deutschland befragt.

(30.06.2016, prh)

Zusammenfassung der Studie (PDF, 16 Seiten)

 

Weiterbildungsbranche auf Digitalisierungskurs

Wuppertaler Kreis

Der jährlich ermittelte Geschäftslage-Indikator Weiterbildung des Wuppertaler Kreises zeichnet für das Jahr 2016 mit 113 Indexpunkten ein positives Bild über die Lage auf dem Weiterbildungsmarkt

Im laufenden Jahr rechnen die Institute mit einer Fortsetzung der positiven Entwicklung der vergangenen Jahre. Besonders bei firmeninternen Seminaren sind die Erwartungen positiv: Zwei Drittel der Institute rechnen hier mit Zuwächsen. Gleichwohl ist die Stimmung im Vergleich zu den Vorjahren etwas weniger euphorisch, auch weil die Wettbewerbssituation und die Entwicklung der Kosten eine erhöhte Aufmerksamkeit auf die betriebswirtschaftliche Situation der Weiterbildungsunternehmen erfordert.

Die Weiterbildungsbranche wird durch die Digitalisierung grundlegend verändert. Die Weiterbildungsanbieter der Wirtschaft erleben die Digitalisierung als Motor für eine noch stärkere Integration der Weiterbildungsdienstleistungen in die Prozesse der Unternehmen. Weiterbildungsinstitute entwickeln sich zu Systemanbietern, die als Outsourcing-Partner von Unternehmen alle Bildungsleistungen aus einer Hand anbieten. Sie sind auch Wissensmanager, die im laufenden Arbeitsprozess Bildung nachfrageorientiert »just in time« organisieren.

Zwei Drittel der Institute bieten Online-Formate wie das Lernen in virtuellen Klassenzimmern und Webinare an. Für die Zukunft erwarten die Bildungsunternehmen, dass sich der Trend zum digitalen Lernen fortsetzt und dass Präsenzformate zunehmend durch digitale Angebote ergänzt werden.

Führungskräfte zu qualifizieren ist eine der wichtigen Aufgaben der betrieblichen Weiterbildung, schließlich trägt die Qualität der Führung zu einem erheblichen Anteil zum Unternehmenserfolg bei. Im Angebot der Weiterbildungseinrichtungen sind deshalb Maßnahmen zur Führungskräfteentwicklung ein fester Bestandteil. Der Schwerpunkt liegt aus Sicht der Weiterbildungsdienstleister im Bereich der Führungskompetenzen, hier sehen sie den höchsten Entwicklungs- und Handlungsbedarf.

Hintergrund
Im Jahre 2015 haben mehr als 1,3 Millionen Teilnehmerinnen und Teilnehmer, überwiegend Fach- und Führungskräfte der Wirtschaft, an einem der über 140.000 Seminare, Lehrgänge und Weiterbildungsveranstaltungen der Mitgliedsinstitute des Wuppertaler Kreises teilgenommen. Mit den Weiterbildungsdienstleistungen erzielten die Unternehmen im Wuppertaler Kreis im Jahr 2015 gemeinsam einen Jahresumsatz von über 1,3 Milliarden Euro.

QUELLE: Nach einer Meldung des Wuppertaler Kreises

(27.06.2016, wk, prh)

Ergebnisse der Verbands-Umfrage »Trends in der Weiterbildung« (PDF, 28 Seiten)

 

Hochschulen werden wichtiger für berufliche Qualifizierung

DZHW

Zum dritten Mal in Folge lag die Studienanfängerzahl in 2015 über der Zahl derjenigen, die erstmals eine duale Berufsausbildung aufnehmen. Darüber hinaus stagnieren die Anfängerzahlen im Schulberufssystem.

»Hier wird eine schleichende Transformation des deutschen Qualifizierungsmodells sichtbar. Die Hochschulen übernehmen einen weiter steigenden Anteil an der beruflichen Qualifizierung der jungen Generation«, kommentiert Prof. Dr. Andrä Wolter von der HU Berlin, der zusammen mit dem DZHW das Hochschulkapitel des Bildungsberichts 2016 erstellt hat. Deutschland profitiert hier insbesondere von der starken Zuwanderung internationaler Studierender.

Auch im Bildungsbericht 2016 steht die anhaltend hohe Studiennachfrage im Zentrum des Hochschulkapitels. Die Hochschulen bleiben weiterhin stark ausgelastet. 2015 nahmen mit fast 505.000 Studienanfänger(inne)n wieder mehr ein Studium auf als alle aktuellen Vorausberechnungen ausgewiesen haben. Dies bedeutet zwar, dass die Studienanfängerzahl im dritten Jahr in Folge leicht höher lag als die Anfängerzahl in der dualen Berufsbildung (siehe Abbildung). Unter Einbeziehung des Schulberufssystems haben aber insgesamt 686.000 Jugendliche eine nicht-akademische Berufsausbildung aufgenommen. Darüber hinaus steht hier mit den 271.000 Schulabgängern, die in eine der verschiedenen Programme, Einrichtungen oder Maßnahmen des Übergangssystems eingemündet sind, noch ein erhebliches Potenzial zur Verfügung.

 

Neuzugaenge berufliche EA

 

Mit dieser Entwicklung zeichnet sich ab, dass sich die Qualifikationsstruktur des Fachkräftenachwuchses in Deutschland kontinuierlich zugunsten der Hochschulausbildung verschiebt. Wenn Hochschule und berufliche Bildung dauerhaft zu annähernd gleich großen Segmenten der beruflichen Qualifizierung werden, wird sich die potenzielle Wettbewerbssituation zwischen beiden Bereichen nicht entspannen. Das Studium bindet einen Teil der Studienberechtigten, die prinzipiell auch für eine berufliche Ausbildung in Frage kämen.

Die anhaltend hohe Studiennachfrage wird durch verschiedene Faktoren befördert, nicht zuletzt durch die große Nachfrage von internationalen Studierenden. Mehr als die Hälfte von ihnen hat die Absicht, über den Hochschulabschluss einen Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt zu finden. Die Internationalisierungsstrategie, die Bund, Länder und Hochschulen verfolgen, scheint sich hier auszuzahlen.

Mindestens ebenso wichtig ist aber das große Studieninteresse der inländischen Studienberechtigten, sodass das bildungspolitische Ziel einer Studienanfängerquote von 40 % bereits weit überschritten wird. Obwohl etwa ein Viertel der Studienberechtigten von der Studienaufnahme absieht, entscheiden sich viele aufgrund der guten Beschäftigungsperspektiven für ein Studium. Die Arbeitslosenquoten für Hochschulabsolvent(inn)en sind nach wie vor sehr gering und auch für jüngere Abschlussjahrgänge gibt es keine Anzeichen für insgesamt zunehmende Schwierigkeiten beim Übergang in eine Beschäftigung - sieht man von fach- und gruppenspezifischen Unterschieden ab, etwa den Bachelorabsolvent(inn)en an Universitäten, die kein Masterstudium anschließen.

Darüber hinaus trägt die stärkere Verknüpfung von beruflicher Bildung, Hochschulbildung und Weiterbildung zur hohen Studiennachfrage bei, etwa durch duale, berufsbegleitende oder weiterbildende Studiengänge. Insbesondere private Hochschulen haben dieses Feld für sich entdeckt. Die Anfänger- und Studierendenzahlen in diesen Bereichen sind zwar noch relativ klein. »Hier scheint aber ein neuer, vorrangig auf berufspraktische Qualifizierung gerichteter Zweig im Hochschulsystem zu entstehen, der die klassische Wissenschaftsorientierung als gemeinsame Basis des Hochschulwesens in Frage stellen könnte«, kommentiert Wolter diese Entwicklung.

(21.06.2016, prh)

siehe auch: Bildungsbericht 2016 vorgestellt

 

Bildungsbericht 2016 vorgestellt

DIPF

Mehr Bildung bei fortbestehender Ungleichheit 

Eine unabhängige Gruppe von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern hat heute den Bericht »Bildung in Deutschland 2016« vorgelegt. Die empirisch fundierte Bestandsaufnahme informiert Politik, Verwaltung und Praxis sowie die interessierte Öffentlichkeit über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen im gesamten Bildungssystem.

Der alle zwei Jahre herausgegebene Bildungsbericht beleuchtet außerdem in jeder Ausgabe ein ausgewähltes Schwerpunktthema. 2016 ist dies »Bildung und Migration«. Mit Blick auf den derzeitigen Stand des Bildungswesens hält Professor Dr. Kai Maaz vom Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF), der Sprecher der Autorengruppe, fest: »Der Trend zu mehr Bildung ist ungebrochen. Wir erleben weiterhin eine wachsende Bildungsbeteiligung und Bildungsnachfrage«. Gleichzeitig gibt Professor Maaz zu bedenken: »Der Zugang zu Bildung erfolgt nach wie vor unter sehr ungleichen Voraussetzungen. Soziale Herkunft, Migrationshintergrund und zunehmend auch regionale Rahmenbedingungen üben einen starken Einfluss auf den Bildungserfolg aus«.

Verschiedene Entwicklungen veranschaulichen den anhaltenden Trend zu mehr Bildung: Die Bildungsbeteiligung in Betreuungsangeboten für unter 3-Jährige ist aktuell auf 52 Prozent in Ostdeutschland und 28 Prozent in Westdeutschland angestiegen. Der Ausbau von Ganztagsschulen schreitet ebenfalls voran: Derzeit unterbreiten 60 Prozent der Schulen in Deutschland Ganztagsangebote, die von mehr als einem Drittel aller Schülerinnen und Schüler genutzt werden. Jugendliche mit Migrationshintergrund verzeichnen im Grundschul- und im Sekundarbereich Kompetenzzuwächse und insgesamt nimmt die Nachfrage nach höherer Bildung zu. So sind beispielsweise unter allen 15- bis 65-Jährigen die Anteile von Personen mit einer Hochschulzugangsberechtigung (29 Prozent) oder einem Studienabschluss (16 Prozent) größer geworden. Im Weiterbildungsbereich ist ebenso ein positiver Trend festzustellen: Die Teilnahmequote ist von 44 Prozent im Jahr 2007 auf 51 Prozent im Jahr 2014 gestiegen.

Zugleich belegen viele Befunde die ungleichen Voraussetzungen bei Bildungsbeteiligung und -erfolg. Zum Beispiel liegt der Anteil von sprachförderbedürftigen 3- bis 5-Jährigen seit Jahren konstant bei knapp einem Viertel. Förderbedürftig sind insbesondere Kinder aus Elternhäusern mit niedrigem Schulabschluss sowie mit nicht-deutscher Muttersprache (jeweils 39 Prozent). Ausländische Jugendliche verlassen mehr als doppelt so häufig die Schule ohne Hauptschulabschluss und erreichen drei Mal seltener die Hochschulreife. Jugendliche mit maximal einem Hauptschulabschluss haben in Ostdeutschland schlechtere Chancen auf eine Lehrstelle und für ostdeutsche Absolventinnen und -absolventen einer Ausbildung bestehen nicht nur überdurchschnittlich hohe Arbeitsmarktrisiken, sie erreichen auch niedrigere Einkommen. Ferner nehmen Migrantinnen und Migranten nur halb so oft wie Nicht-Zugewanderte an Weiterbildungen teil.

Als bereichsübergreifendes Fazit – auch vor dem Hintergrund der steigenden Zuwanderung von Menschen, die in Deutschland Schutz suchen – nennt der Bericht sechs zentrale Herausforderungen:

  • Hoher Anteil geringer Qualifikation
    Selbst bei insgesamt steigender Bildungsbeteiligung erwerben zu viele Jugendliche und junge Erwachsene maximal einen Hauptschulabschluss oder starten ohne berufliche Qualifikation ins Berufsleben – aufgrund der aktuellen Migrationsentwicklung wieder mit steigender Tendenz. Dieser Zunahme gilt es entgegenzuwirken und die Anzahl gering qualifizierter Menschen zu reduzieren. Besonderes Augenmerk sollte dabei auf der Neugestaltung der Schnittstellen zwischen erstem allgemeinbildendem Schulabschluss, Übergangssystem und Berufsausbildung liegen.
  • Soziale Disparitäten
    Trotz erheblicher Bemühungen von Bildungspolitik und -praxis sowie sichtbaren Fortschritten ist es noch nicht gelungen, den Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg nachhaltig aufzubrechen. Hierfür bedarf es Lösungsansätze, die über verschiedene Bildungsbereiche hinweg wirksam werden, zumal Kinder mit Migrationshintergrund überproportional häufig in sozialen Risikolagen aufwachsen. Diese Problematik dürfte sich im Zuge der neuen Zuwanderung intensivieren, woran die Komplexität und Dringlichkeit dieser Herausforderung deutlich wird.
  • Regionale Disparitäten
    Die zunehmende regionale Differenzierung innerhalb Deutschlands betrifft auch das Bildungssystem. Um Unterschiede ausgleichen zu können, müssen Bildungsverantwortliche zunächst beachten, dass die Definition von Region für die einzelnen Bildungsbereiche unterschiedlich ausfällt – vom engeren Wohnumfeld in der frühen Bildung und der Grundschule bis hin zu vernetzten Wirtschaftsräumen in der Berufsbildung. Bei der Bereitstellung von Bildungsangeboten sollten neben Bildungsfaktoren verstärkt ökonomische und sozial-strukturelle Rahmenbedingungen Berücksichtigung finden.
  • Verhältnis von dualer Ausbildung und Hochschulstudium
    Der Trend, dass junge Erwachsene nach dem Schulabschluss vermehrt ein Hochschulstudium anstreben, hält an. Die Neuzugänge zur Berufsausbildung sind dagegen weiter rückläufig. Es muss geklärt werden, welche Folgen sich dadurch für die beiden Bildungsbereiche und ihr Verhältnis zueinander ergeben – ob sich etwa kombinierte Strukturen herausbilden, wie eine Balance zwischen wissenschaftlichen und berufspraktischen Anforderungen gefunden werden kann und wie sich die jeweiligen Berufsperspektiven entwickeln.
  • Bedarfsgerechtigkeit des öffentlichen Bildungssystems
    Vor allem von privater Seite sind vermehrt Initiativen zur Gründung von Schulen und zur Entwicklung von Studiengängen zu beobachten. Das deutet darauf hin, dass es der öffentlichen Bildungsinfrastruktur nicht ausreichend gelingt, den vielfältigen Qualifikationsbedarfen gerecht zu werden. Maßgabe dieser neuen institutionellen Vielfalt sollte sein, dass die gesellschaftliche Integrationsfunktion und die demokratische Legitimation des Bildungssystems erhalten bleiben und bestenfalls sogar gestärkt werden können.

Als sechste zentrale Herausforderung macht die Autorengruppe die multidimensionalen Fragen von Bildung und Migration aus. Wie vor zehn Jahren im ersten Bildungsbericht widmet sich die aktuelle Ausgabe diesem Thema in seinem Schwerpunktkapitel. Das ermöglicht eine bilanzierende Betrachtung und macht die Langfristigkeit von Integrationsaufgaben deutlich, die durch die neue Zuwanderung aber eine zusätzliche Dynamik erhalten.

Der vorliegende Bildungsbericht würdigt die vielfältigen Bemühungen um die Integration der Zugewanderten. Er zeigt, dass für das Bildungssystem (vom frühkindlichen Bereich bis zur beruflichen Bildung) für die Integration der 2015 Zugewanderten jährlich zusätzliche Kosten in Höhe von etwa 2,2 bis 3 Milliarden Euro notwendig werden. Positiv für die Integration lässt sich festhalten, dass es in den vergangenen Jahren gelungen ist, den Anteil der Personen mit Migrationshintergrund ohne einen allgemeinbildenden und beruflichen Bildungsabschluss zu reduzieren. Unterschiede zu Personen ohne Migrationshintergrund bleiben jedoch unübersehbar und weiter aktuell. Zu beachten ist, dass Migrationshintergrund kein isoliertes Phänomen darstellt: Bei Bildungsprozessen wirkt er sich immer zusammen mit anderen Merkmalen aus, wozu vor allem die sozioökonomische Situation der Familie zählt. Fakt ist, dass die Heterogenität von Lerngruppen insgesamt steigt, was nicht allein auf migrationsbezogene Entwicklungen zurückzuführen ist. Hierfür müssen innovative pädagogische Lösungen entwickelt werden.

Hintergrund
Der Bericht »Bildung in Deutschland« wird von einer unabhängigen Gruppe von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern erstellt, die folgende Einrichtungen vertreten: Das Deutsche Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF, Federführung), das Deutsche Jugendinstitut (DJI), das Deutsche Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW), das Soziologische Forschungsinstitut an der Universität Göttingen (SOFI) sowie die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder (Destatis und StLÄ). Die Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (KMK) und das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördern die Erarbeitung des Berichts.

(16.06.2016, prh)

Zum Bildungsbericht 2016

vergleiche: Hochschulen werden wichtiger für berufliche Qualifizierung

 

Berufsbildungsexport weiter im Aufwind

iMOVE

iMOVE im BIBB veröffentlicht Trendbarometer 2016

Die deutsche Bildungswirtschaft sieht die Entwicklung des Berufsbildungsexports weiterhin positiv – verbunden mit vielen neuen Herausforderungen. Die Bildung strategischer Allianzen zum Aufbau des Auslandsgeschäfts, die Vernetzung der Bildungsangebote mit »Industrie 4.0« sowie Investitionen in die Mehrsprachigkeit der Bildungsangebote gehören zu den wichtigsten Themen der Branche.

Dies sind Ergebnisse des »Trendbarometer 2016 – Exportbranche Aus- und Weiterbildung« von iMOVE im Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB). Grundlegend ist und bleibt dabei das Alleinstellungsmerkmal der deutschen Berufsbildung: der hochgeschätzte duale Ansatz mit seinem Praxisbezug.

Weitere Kernaussagen im Überblick:

  • 83 % der Kunden im Ausland kennen die duale Ausbildung. Duale Bildungsangebote werden im Ausland bei 46 % der Bildungsanbieter explizit nachgefragt.
  • Asien – und hier insbesondere China und Indien – ist weiterhin der attraktivste Markt für die Unternehmen der deutschen Bildungswirtschaft und bleibt die Region, in der die deutschen Bildungsunternehmen die größten Wachstumspotenziale sehen. So geben 54 % der Befragten an, dort bereits aktiv zu sein, und fast jeder zweite sieht in den nächsten Jahren weitere Wachstumsmöglichkeiten in dieser Region.
  • Ein wichtiger Trend aus Sicht der Befragten ist, dass sich »Industrie 4.0« auf die nachgefragten Bildungsdienstleistungen auswirkt: Die Kunden wünschen, dass Bildungsangebote an allen – teils international verstreuten – Unternehmens- oder Institutionsstandorten gleichermaßen zum Einsatz kommen und einheitlich durchgeführt werden. Dies stellt international agierende Bildungsanbieter vor große Herausforderungen, beispielsweise hinsichtlich ihrer Größe und ihres Produktportfolios.
  • Die Unternehmen der deutschen Bildungswirtschaft wollen verstärkt in Mehrsprachigkeit investieren, um es den internationalen Interessenten und Kunden zu ermöglichen, auf alle Produktinformationen zuzugreifen. Im Zentrum steht dabei die Erstellung fremdsprachiger Internetauftritte in den wichtigsten Verkehrssprachen.
  • Kern der Produktpalette deutscher Bildungsanbieter ist weiterhin der technische Bereich, aber der medizinisch-soziale Bereich verzeichnet erneut einen deutlichen Anstieg der Nachfrage. Dies setzt den Trend der vergangenen Jahre fort und spiegelt den weltweit gestiegenen Bedarf an Fachkräften im Gesundheits- und Pflegesektor wider.
  • Als beste Strategie zum Aufbau des Auslandsgeschäfts stuft die deutsche Bildungswirtschaft die Bildung strategischer Allianzen ein, sowohl mit ausländischen Bildungsanbietern, so 42 % der Befragten, als auch mit Industrieunternehmen (38 %).

Mit dem Trendbarometer 2016 legt iMOVE bereits zum sechsten Mal eine aktuelle Selbsteinschätzung der deutschen Bildungsexportbranche vor. Die Aussagen von 100 Aus- und Weiterbildungsanbietern mit internationalen Geschäftsbeziehungen liefern einen Überblick über die aktuellen Themen des zukunftsträchtigen Sektors und seiner wichtigsten mittelfristigen Entwicklungstrends. Damit leistet das Trendbarometer einen Beitrag zur Orientierung und Transparenz im Wachstumsmarkt Berufsbildungsexport.

Hintergrund
iMOVE (International Marketing of Vocational Education) ist die Exportinitiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) im Bildungsbereich. Als Arbeitsbereich des BIBB unterstützt iMOVE deutsche Bildungsanbieter bei der Erschließung internationaler Märkte mit einem umfangreichen Serviceangebot. Mit der Marke »Training – Made in Germany« wirbt iMOVE im Ausland für deutsche Kompetenz in der beruflichen Aus- und Weiterbildung.

(16.06.2016, prh)

iMOVE-Trendbarometer 2016 (PDF, x Seiten)

iMOVE-Website

 

Brandenburg: Ratgeber hilft bei der beruflichen Weiterbildung

wdb Brandenburg

Komplett überarbeitet und umfassend aktualisiert: Bildungsinteressierte erhalten mit der frisch aufgelegten Broschüre »Praxishilfe: Fördermöglichkeiten der beruflichen Weiterbildung« ab sofort einen Überblick über aktuelle Förderprogramme des Landes Brandenburg, des Bundes und der Europäischen Union. Mehr als 40 Förderungen für zum Teil ganz unterschiedliche Weiterbildungsthemen und Zielgruppen sind übersichtlich zusammengestellt.

Die Broschüre ist online als PDF-Datei verfügbar und kann in der gedruckten Fassung kostenfrei über das Team Weiterbildung Brandenburg im Bereich ZAB Arbeit der ZukunftsAgentur Brandenburg (ZAB) bezogen werden.

Beschäftigte, Unternehmen und Arbeitsuchende finden mit dem Ratgeber schnell und unkompliziert die passende Fördermöglichkeit für ihre berufliche Weiterbildung. Mithilfe eines Farbleitsystems sehen die Leserinnen und Leser auf einen Blick, an welche Zielgruppe sich die jeweilige Förderung richtet. Die Palette der Förderangebote umfasst sowohl monetäre Unterstützungen wie Zuschüsse, Darlehen oder Beteiligungen als auch nicht-monetäre Hilfe wie beispielsweise Beratung oder Coaching.

Hintergrund
Weiterbildung Brandenburg bietet kostenfrei Beratung und Information im Bereich
der beruflichen Weiterbildung an. Bildungsinteressierte erhalten anbieterneutrale Orientierungshilfe zu beruflichen Zielen und bei der Suche nach passenden Bildungsangeboten und Förderungen – persönlich, telefonisch oder online, beispielsweise im WB-
Live-Chat. Das unabhängige Weiterbildungsportal der Bundesländer Brandenburg und Berlin »WDB Suchportal« ermöglicht unter www.wdbsuchportal.de die Recherche in einer Vielzahl regionaler Kurse aus allen Branchen und Berufen. Das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie fördert Weiterbildung Brandenburg aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und Landesmitteln.

(16.06.2016, wdbB/prh)

Weitere Informationen

Gemeinsames Suchportal Berlin-Brandenburg

 

In Neuigkeiten & Terminen

Vergleichende (Weiter-)Bildungsforschung -Multidisziplinäre und länderübergreifende Forschungszugänge (Bonn)

vom 12.09.2016 bis zum 13.09.2016

Am 12. und 13. September 2016 wird das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung (DIE) eine internationale wissenschaftliche Tagung zum Thema »International-Vergleichende (Weiter-)Bildungsforschung – Multidisziplinäre und länderübergreifende Forschungsansätze« in Bonn durchführen.

 

Deutscher Weiterbildungstag 2016 (bundesweit)

vom 29.09.2016 bis zum 29.09.2016

Der nächste Deutsche Weiterbildungstag findet am 29. September 2016 statt. Der Deutsche Weiterbildungstag ist ein bundesweiter Aktionstag für Bildung und Lebenslanges Lernen. Er findet alle zwei Jahre in Hunderten Städten und Gemeinden der Bundesrepublik statt. Deutschlandweit werden rund 750 Veranstaltungen und insgesamt 100.000 Besucher erwartet.

Für die sechste Auflage des Weiterbildungstages sind Neuerungen angekündigt. Allen voran das Schwerpunktthema: 2016 dreht sich alles um die Zukunft der (Weiter-)Bildung, den Mega-Trend Digitalisierung und »Weiterbildung 4.0«.

 

ZWH-Bildungskonferenz 2016 (Düsseldorf)

vom 03.11.2016 bis zum 04.11.2016

Die Bildungskonferenz 2016 steht unter dem Motto »Bildung im Zentrum: Menschen gewinnen, Handwerk stärken«. Sie findet am 3. und 4. November in der Handwerkskammer Düsseldorf statt.

Wie sieht es aus, das Bildungszentrum der Zukunft und welche Rolle nehmen die Bildungszentren zukünftig ein? Welche Chancen kann das Handwerk Geflüchteten bieten und welche Möglichkeiten resultieren daraus für das Handwerk? Wie können Leistungsstarke durch die Aufstiegsfortbildung für das Handwerk gewonnen und durch die »neue« kaufmännische Aufstiegsfortbildung vom Bleiben überzeugt werden?

Diese und andere Fragen werden im Zentrum der Konferenz stehen - und es wird auch viel Raum zum Netzwerken und Diskutieren geben.

 

EXPOLINGUA Berlin

vom 18.11.2016 bis zum 19.11.2016

EXPOLINGUA Berlin ist die führende Sprachenmesse in Deutschland und Treffpunkt für all jene, die sich für kulturelle Vielfalt und die verschiedenen Möglichkeiten des Fremdsprachenlernens interessieren.

(aus der Selbstbeschreibung der Veranstalter)

 

OEB 2016: Künstliche Intelligenz in der Bildung (Berlin)

vom 30.11.2016 bis zum 02.12.2016

Die »22. globale, branchenübergreifende Konferenz für technologiegestützte Aus- und Weiterbildung« findet vom 30. November bis zum 2. Dezember 2016 statt und widmet sich verschiedenen branchenspezifischen Themengebieten.

Die Business Educa betrachtet die Entwicklungen auf den globalen Märkten und ihre Auswirkungen auf den Arbeitsplatz und die Ausbildungsanforderungen. Bei der Video Educa werden die rasant wachsende Nutzung von Video und anderen Kommunikationsformen reflektiert, und die Future Educa diskutiert kommende Technologien und ihre Effekte. 

 

Erwachsenenbildung in der Einwanderungsgesellschaft (Bonn)

vom 05.12.2016 bis zum 06.12.2016

Die Integration von Flüchtlingen und Migranten ist aktuell das beherrschende gesellschaftliche Thema. Auch die Erwachsenenbildung ist in besonderer Weise gefordert. Das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung macht die »Erwachsenenbildung in der Einwanderungsgesellschaft« zum Thema seines diesjährigen Forums.

Die große Zahl an Flüchtenden, die seit dem letzten Jahr zu uns gekommen sind, hat die Erwachsenenbildung in ihrer Nothilfe-Funktion in einer Weise gefordert, wie es in der Geschichte der Bundesrepublik ohne Beispiel ist. Dabei sind die gesellschaftlichen, politischen und ökonomischen Herausforderungen nicht auf Flucht und Vertreibung beschränkt, sondern weit grundlegender auf den Bedarf an (erwachsenen-)pädagogischen Hilfen in einer Einwanderungsgesellschaft gerichtet.

Eine besondere Herausforderung ergibt sich für die Erwachsenenbildung aus der Tatsache, dass viele ihrer Aktivitäten projektförmig organisiert sind und verlässliche institutionelle Regelungen fehlen. Dies führt zu einer gewissen Kurzatmigkeit des Handelns nicht nur bei neuen, sondern auch bei andauernden Herausforderungen. Dazu gehören die interkulturelle Öffnung von Weiterbildungseinrichtungen, die Vermittlung sprachlicher Kompetenzen an Lernende mit heterogener Vorbildung aus ganz unterschiedlichen Sprachfamilien, die Anerkennung arbeitsmarktrelevanter Kompetenzen, der Umgang mit Wertkonflikten in Veranstaltungen der Erwachsenenbildung sowie die Frage, wie man mit Hilfe politischer Bildung und interkulturellen Trainings dem Fremden, aber auch der Fremdenfeindlichkeit begegnen kann.

Dies sind Themen und Fragestellungen, die den Praktikerinnen und Praktikern der Erwachsenenbildung auf den Nägeln brennen und auf dem DIE-Forum 2016 kritisch diskutiert werden sollen. Denn neben frühkindlicher Bildung, Schulbildung, beruflicher Ausbildung und Hochschulbildung ist es die Erwachsenenbildung, die einen wesentlichen Beitrag zur gesellschaftlichen Integration von Migrantinnen und Migranten leisten kann.

 

 

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