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Neuigkeiten & Termine

Weiterbildungsbranche auf Digitalisierungskurs

Wuppertaler Kreis

Der jährlich ermittelte Geschäftslage-Indikator Weiterbildung des Wuppertaler Kreises zeichnet für das Jahr 2016 mit 113 Indexpunkten ein positives Bild über die Lage auf dem Weiterbildungsmarkt

Im laufenden Jahr rechnen die Institute mit einer Fortsetzung der positiven Entwicklung der vergangenen Jahre. Besonders bei firmeninternen Seminaren sind die Erwartungen positiv: Zwei Drittel der Institute rechnen hier mit Zuwächsen. Gleichwohl ist die Stimmung im Vergleich zu den Vorjahren etwas weniger euphorisch, auch weil die Wettbewerbssituation und die Entwicklung der Kosten eine erhöhte Aufmerksamkeit auf die betriebswirtschaftliche Situation der Weiterbildungsunternehmen erfordert.

Die Weiterbildungsbranche wird durch die Digitalisierung grundlegend verändert. Die Weiterbildungsanbieter der Wirtschaft erleben die Digitalisierung als Motor für eine noch stärkere Integration der Weiterbildungsdienstleistungen in die Prozesse der Unternehmen. Weiterbildungsinstitute entwickeln sich zu Systemanbietern, die als Outsourcing-Partner von Unternehmen alle Bildungsleistungen aus einer Hand anbieten. Sie sind auch Wissensmanager, die im laufenden Arbeitsprozess Bildung nachfrageorientiert »just in time« organisieren.

Zwei Drittel der Institute bieten Online-Formate wie das Lernen in virtuellen Klassenzimmern und Webinare an. Für die Zukunft erwarten die Bildungsunternehmen, dass sich der Trend zum digitalen Lernen fortsetzt und dass Präsenzformate zunehmend durch digitale Angebote ergänzt werden.

Führungskräfte zu qualifizieren ist eine der wichtigen Aufgaben der betrieblichen Weiterbildung, schließlich trägt die Qualität der Führung zu einem erheblichen Anteil zum Unternehmenserfolg bei. Im Angebot der Weiterbildungseinrichtungen sind deshalb Maßnahmen zur Führungskräfteentwicklung ein fester Bestandteil. Der Schwerpunkt liegt aus Sicht der Weiterbildungsdienstleister im Bereich der Führungskompetenzen, hier sehen sie den höchsten Entwicklungs- und Handlungsbedarf.

Hintergrund
Im Jahre 2015 haben mehr als 1,3 Millionen Teilnehmerinnen und Teilnehmer, überwiegend Fach- und Führungskräfte der Wirtschaft, an einem der über 140.000 Seminare, Lehrgänge und Weiterbildungsveranstaltungen der Mitgliedsinstitute des Wuppertaler Kreises teilgenommen. Mit den Weiterbildungsdienstleistungen erzielten die Unternehmen im Wuppertaler Kreis im Jahr 2015 gemeinsam einen Jahresumsatz von über 1,3 Milliarden Euro.

QUELLE: Nach einer Meldung des Wuppertaler Kreises

(27.06.2016, wk, prh)

Ergebnisse der Verbands-Umfrage »Trends in der Weiterbildung« (PDF, 28 Seiten)

 

Hochschulen werden wichtiger für berufliche Qualifizierung

DZHW

Zum dritten Mal in Folge lag die Studienanfängerzahl in 2015 über der Zahl derjenigen, die erstmals eine duale Berufsausbildung aufnehmen. Darüber hinaus stagnieren die Anfängerzahlen im Schulberufssystem.

»Hier wird eine schleichende Transformation des deutschen Qualifizierungsmodells sichtbar. Die Hochschulen übernehmen einen weiter steigenden Anteil an der beruflichen Qualifizierung der jungen Generation«, kommentiert Prof. Dr. Andrä Wolter von der HU Berlin, der zusammen mit dem DZHW das Hochschulkapitel des Bildungsberichts 2016 erstellt hat. Deutschland profitiert hier insbesondere von der starken Zuwanderung internationaler Studierender.

Auch im Bildungsbericht 2016 steht die anhaltend hohe Studiennachfrage im Zentrum des Hochschulkapitels. Die Hochschulen bleiben weiterhin stark ausgelastet. 2015 nahmen mit fast 505.000 Studienanfänger(inne)n wieder mehr ein Studium auf als alle aktuellen Vorausberechnungen ausgewiesen haben. Dies bedeutet zwar, dass die Studienanfängerzahl im dritten Jahr in Folge leicht höher lag als die Anfängerzahl in der dualen Berufsbildung (siehe Abbildung). Unter Einbeziehung des Schulberufssystems haben aber insgesamt 686.000 Jugendliche eine nicht-akademische Berufsausbildung aufgenommen. Darüber hinaus steht hier mit den 271.000 Schulabgängern, die in eine der verschiedenen Programme, Einrichtungen oder Maßnahmen des Übergangssystems eingemündet sind, noch ein erhebliches Potenzial zur Verfügung.

 

Neuzugaenge berufliche EA

 

Mit dieser Entwicklung zeichnet sich ab, dass sich die Qualifikationsstruktur des Fachkräftenachwuchses in Deutschland kontinuierlich zugunsten der Hochschulausbildung verschiebt. Wenn Hochschule und berufliche Bildung dauerhaft zu annähernd gleich großen Segmenten der beruflichen Qualifizierung werden, wird sich die potenzielle Wettbewerbssituation zwischen beiden Bereichen nicht entspannen. Das Studium bindet einen Teil der Studienberechtigten, die prinzipiell auch für eine berufliche Ausbildung in Frage kämen.

Die anhaltend hohe Studiennachfrage wird durch verschiedene Faktoren befördert, nicht zuletzt durch die große Nachfrage von internationalen Studierenden. Mehr als die Hälfte von ihnen hat die Absicht, über den Hochschulabschluss einen Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt zu finden. Die Internationalisierungsstrategie, die Bund, Länder und Hochschulen verfolgen, scheint sich hier auszuzahlen.

Mindestens ebenso wichtig ist aber das große Studieninteresse der inländischen Studienberechtigten, sodass das bildungspolitische Ziel einer Studienanfängerquote von 40 % bereits weit überschritten wird. Obwohl etwa ein Viertel der Studienberechtigten von der Studienaufnahme absieht, entscheiden sich viele aufgrund der guten Beschäftigungsperspektiven für ein Studium. Die Arbeitslosenquoten für Hochschulabsolvent(inn)en sind nach wie vor sehr gering und auch für jüngere Abschlussjahrgänge gibt es keine Anzeichen für insgesamt zunehmende Schwierigkeiten beim Übergang in eine Beschäftigung - sieht man von fach- und gruppenspezifischen Unterschieden ab, etwa den Bachelorabsolvent(inn)en an Universitäten, die kein Masterstudium anschließen.

Darüber hinaus trägt die stärkere Verknüpfung von beruflicher Bildung, Hochschulbildung und Weiterbildung zur hohen Studiennachfrage bei, etwa durch duale, berufsbegleitende oder weiterbildende Studiengänge. Insbesondere private Hochschulen haben dieses Feld für sich entdeckt. Die Anfänger- und Studierendenzahlen in diesen Bereichen sind zwar noch relativ klein. »Hier scheint aber ein neuer, vorrangig auf berufspraktische Qualifizierung gerichteter Zweig im Hochschulsystem zu entstehen, der die klassische Wissenschaftsorientierung als gemeinsame Basis des Hochschulwesens in Frage stellen könnte«, kommentiert Wolter diese Entwicklung.

(21.06.2016, prh)

siehe auch: Bildungsbericht 2016 vorgestellt

 

Bildungsbericht 2016 vorgestellt

DIPF

Mehr Bildung bei fortbestehender Ungleichheit 

Eine unabhängige Gruppe von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern hat heute den Bericht »Bildung in Deutschland 2016« vorgelegt. Die empirisch fundierte Bestandsaufnahme informiert Politik, Verwaltung und Praxis sowie die interessierte Öffentlichkeit über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen im gesamten Bildungssystem.

Der alle zwei Jahre herausgegebene Bildungsbericht beleuchtet außerdem in jeder Ausgabe ein ausgewähltes Schwerpunktthema. 2016 ist dies »Bildung und Migration«. Mit Blick auf den derzeitigen Stand des Bildungswesens hält Professor Dr. Kai Maaz vom Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF), der Sprecher der Autorengruppe, fest: »Der Trend zu mehr Bildung ist ungebrochen. Wir erleben weiterhin eine wachsende Bildungsbeteiligung und Bildungsnachfrage«. Gleichzeitig gibt Professor Maaz zu bedenken: »Der Zugang zu Bildung erfolgt nach wie vor unter sehr ungleichen Voraussetzungen. Soziale Herkunft, Migrationshintergrund und zunehmend auch regionale Rahmenbedingungen üben einen starken Einfluss auf den Bildungserfolg aus«.

Verschiedene Entwicklungen veranschaulichen den anhaltenden Trend zu mehr Bildung: Die Bildungsbeteiligung in Betreuungsangeboten für unter 3-Jährige ist aktuell auf 52 Prozent in Ostdeutschland und 28 Prozent in Westdeutschland angestiegen. Der Ausbau von Ganztagsschulen schreitet ebenfalls voran: Derzeit unterbreiten 60 Prozent der Schulen in Deutschland Ganztagsangebote, die von mehr als einem Drittel aller Schülerinnen und Schüler genutzt werden. Jugendliche mit Migrationshintergrund verzeichnen im Grundschul- und im Sekundarbereich Kompetenzzuwächse und insgesamt nimmt die Nachfrage nach höherer Bildung zu. So sind beispielsweise unter allen 15- bis 65-Jährigen die Anteile von Personen mit einer Hochschulzugangsberechtigung (29 Prozent) oder einem Studienabschluss (16 Prozent) größer geworden. Im Weiterbildungsbereich ist ebenso ein positiver Trend festzustellen: Die Teilnahmequote ist von 44 Prozent im Jahr 2007 auf 51 Prozent im Jahr 2014 gestiegen.

Zugleich belegen viele Befunde die ungleichen Voraussetzungen bei Bildungsbeteiligung und -erfolg. Zum Beispiel liegt der Anteil von sprachförderbedürftigen 3- bis 5-Jährigen seit Jahren konstant bei knapp einem Viertel. Förderbedürftig sind insbesondere Kinder aus Elternhäusern mit niedrigem Schulabschluss sowie mit nicht-deutscher Muttersprache (jeweils 39 Prozent). Ausländische Jugendliche verlassen mehr als doppelt so häufig die Schule ohne Hauptschulabschluss und erreichen drei Mal seltener die Hochschulreife. Jugendliche mit maximal einem Hauptschulabschluss haben in Ostdeutschland schlechtere Chancen auf eine Lehrstelle und für ostdeutsche Absolventinnen und -absolventen einer Ausbildung bestehen nicht nur überdurchschnittlich hohe Arbeitsmarktrisiken, sie erreichen auch niedrigere Einkommen. Ferner nehmen Migrantinnen und Migranten nur halb so oft wie Nicht-Zugewanderte an Weiterbildungen teil.

Als bereichsübergreifendes Fazit – auch vor dem Hintergrund der steigenden Zuwanderung von Menschen, die in Deutschland Schutz suchen – nennt der Bericht sechs zentrale Herausforderungen:

  • Hoher Anteil geringer Qualifikation
    Selbst bei insgesamt steigender Bildungsbeteiligung erwerben zu viele Jugendliche und junge Erwachsene maximal einen Hauptschulabschluss oder starten ohne berufliche Qualifikation ins Berufsleben – aufgrund der aktuellen Migrationsentwicklung wieder mit steigender Tendenz. Dieser Zunahme gilt es entgegenzuwirken und die Anzahl gering qualifizierter Menschen zu reduzieren. Besonderes Augenmerk sollte dabei auf der Neugestaltung der Schnittstellen zwischen erstem allgemeinbildendem Schulabschluss, Übergangssystem und Berufsausbildung liegen.
  • Soziale Disparitäten
    Trotz erheblicher Bemühungen von Bildungspolitik und -praxis sowie sichtbaren Fortschritten ist es noch nicht gelungen, den Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg nachhaltig aufzubrechen. Hierfür bedarf es Lösungsansätze, die über verschiedene Bildungsbereiche hinweg wirksam werden, zumal Kinder mit Migrationshintergrund überproportional häufig in sozialen Risikolagen aufwachsen. Diese Problematik dürfte sich im Zuge der neuen Zuwanderung intensivieren, woran die Komplexität und Dringlichkeit dieser Herausforderung deutlich wird.
  • Regionale Disparitäten
    Die zunehmende regionale Differenzierung innerhalb Deutschlands betrifft auch das Bildungssystem. Um Unterschiede ausgleichen zu können, müssen Bildungsverantwortliche zunächst beachten, dass die Definition von Region für die einzelnen Bildungsbereiche unterschiedlich ausfällt – vom engeren Wohnumfeld in der frühen Bildung und der Grundschule bis hin zu vernetzten Wirtschaftsräumen in der Berufsbildung. Bei der Bereitstellung von Bildungsangeboten sollten neben Bildungsfaktoren verstärkt ökonomische und sozial-strukturelle Rahmenbedingungen Berücksichtigung finden.
  • Verhältnis von dualer Ausbildung und Hochschulstudium
    Der Trend, dass junge Erwachsene nach dem Schulabschluss vermehrt ein Hochschulstudium anstreben, hält an. Die Neuzugänge zur Berufsausbildung sind dagegen weiter rückläufig. Es muss geklärt werden, welche Folgen sich dadurch für die beiden Bildungsbereiche und ihr Verhältnis zueinander ergeben – ob sich etwa kombinierte Strukturen herausbilden, wie eine Balance zwischen wissenschaftlichen und berufspraktischen Anforderungen gefunden werden kann und wie sich die jeweiligen Berufsperspektiven entwickeln.
  • Bedarfsgerechtigkeit des öffentlichen Bildungssystems
    Vor allem von privater Seite sind vermehrt Initiativen zur Gründung von Schulen und zur Entwicklung von Studiengängen zu beobachten. Das deutet darauf hin, dass es der öffentlichen Bildungsinfrastruktur nicht ausreichend gelingt, den vielfältigen Qualifikationsbedarfen gerecht zu werden. Maßgabe dieser neuen institutionellen Vielfalt sollte sein, dass die gesellschaftliche Integrationsfunktion und die demokratische Legitimation des Bildungssystems erhalten bleiben und bestenfalls sogar gestärkt werden können.

Als sechste zentrale Herausforderung macht die Autorengruppe die multidimensionalen Fragen von Bildung und Migration aus. Wie vor zehn Jahren im ersten Bildungsbericht widmet sich die aktuelle Ausgabe diesem Thema in seinem Schwerpunktkapitel. Das ermöglicht eine bilanzierende Betrachtung und macht die Langfristigkeit von Integrationsaufgaben deutlich, die durch die neue Zuwanderung aber eine zusätzliche Dynamik erhalten.

Der vorliegende Bildungsbericht würdigt die vielfältigen Bemühungen um die Integration der Zugewanderten. Er zeigt, dass für das Bildungssystem (vom frühkindlichen Bereich bis zur beruflichen Bildung) für die Integration der 2015 Zugewanderten jährlich zusätzliche Kosten in Höhe von etwa 2,2 bis 3 Milliarden Euro notwendig werden. Positiv für die Integration lässt sich festhalten, dass es in den vergangenen Jahren gelungen ist, den Anteil der Personen mit Migrationshintergrund ohne einen allgemeinbildenden und beruflichen Bildungsabschluss zu reduzieren. Unterschiede zu Personen ohne Migrationshintergrund bleiben jedoch unübersehbar und weiter aktuell. Zu beachten ist, dass Migrationshintergrund kein isoliertes Phänomen darstellt: Bei Bildungsprozessen wirkt er sich immer zusammen mit anderen Merkmalen aus, wozu vor allem die sozioökonomische Situation der Familie zählt. Fakt ist, dass die Heterogenität von Lerngruppen insgesamt steigt, was nicht allein auf migrationsbezogene Entwicklungen zurückzuführen ist. Hierfür müssen innovative pädagogische Lösungen entwickelt werden.

Hintergrund
Der Bericht »Bildung in Deutschland« wird von einer unabhängigen Gruppe von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern erstellt, die folgende Einrichtungen vertreten: Das Deutsche Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF, Federführung), das Deutsche Jugendinstitut (DJI), das Deutsche Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW), das Soziologische Forschungsinstitut an der Universität Göttingen (SOFI) sowie die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder (Destatis und StLÄ). Die Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (KMK) und das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördern die Erarbeitung des Berichts.

(16.06.2016, prh)

Zum Bildungsbericht 2016

vergleiche: Hochschulen werden wichtiger für berufliche Qualifizierung

 

Berufsbildungsexport weiter im Aufwind

iMOVE

iMOVE im BIBB veröffentlicht Trendbarometer 2016

Die deutsche Bildungswirtschaft sieht die Entwicklung des Berufsbildungsexports weiterhin positiv – verbunden mit vielen neuen Herausforderungen. Die Bildung strategischer Allianzen zum Aufbau des Auslandsgeschäfts, die Vernetzung der Bildungsangebote mit »Industrie 4.0« sowie Investitionen in die Mehrsprachigkeit der Bildungsangebote gehören zu den wichtigsten Themen der Branche.

Dies sind Ergebnisse des »Trendbarometer 2016 – Exportbranche Aus- und Weiterbildung« von iMOVE im Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB). Grundlegend ist und bleibt dabei das Alleinstellungsmerkmal der deutschen Berufsbildung: der hochgeschätzte duale Ansatz mit seinem Praxisbezug.

Weitere Kernaussagen im Überblick:

  • 83 % der Kunden im Ausland kennen die duale Ausbildung. Duale Bildungsangebote werden im Ausland bei 46 % der Bildungsanbieter explizit nachgefragt.
  • Asien – und hier insbesondere China und Indien – ist weiterhin der attraktivste Markt für die Unternehmen der deutschen Bildungswirtschaft und bleibt die Region, in der die deutschen Bildungsunternehmen die größten Wachstumspotenziale sehen. So geben 54 % der Befragten an, dort bereits aktiv zu sein, und fast jeder zweite sieht in den nächsten Jahren weitere Wachstumsmöglichkeiten in dieser Region.
  • Ein wichtiger Trend aus Sicht der Befragten ist, dass sich »Industrie 4.0« auf die nachgefragten Bildungsdienstleistungen auswirkt: Die Kunden wünschen, dass Bildungsangebote an allen – teils international verstreuten – Unternehmens- oder Institutionsstandorten gleichermaßen zum Einsatz kommen und einheitlich durchgeführt werden. Dies stellt international agierende Bildungsanbieter vor große Herausforderungen, beispielsweise hinsichtlich ihrer Größe und ihres Produktportfolios.
  • Die Unternehmen der deutschen Bildungswirtschaft wollen verstärkt in Mehrsprachigkeit investieren, um es den internationalen Interessenten und Kunden zu ermöglichen, auf alle Produktinformationen zuzugreifen. Im Zentrum steht dabei die Erstellung fremdsprachiger Internetauftritte in den wichtigsten Verkehrssprachen.
  • Kern der Produktpalette deutscher Bildungsanbieter ist weiterhin der technische Bereich, aber der medizinisch-soziale Bereich verzeichnet erneut einen deutlichen Anstieg der Nachfrage. Dies setzt den Trend der vergangenen Jahre fort und spiegelt den weltweit gestiegenen Bedarf an Fachkräften im Gesundheits- und Pflegesektor wider.
  • Als beste Strategie zum Aufbau des Auslandsgeschäfts stuft die deutsche Bildungswirtschaft die Bildung strategischer Allianzen ein, sowohl mit ausländischen Bildungsanbietern, so 42 % der Befragten, als auch mit Industrieunternehmen (38 %).

Mit dem Trendbarometer 2016 legt iMOVE bereits zum sechsten Mal eine aktuelle Selbsteinschätzung der deutschen Bildungsexportbranche vor. Die Aussagen von 100 Aus- und Weiterbildungsanbietern mit internationalen Geschäftsbeziehungen liefern einen Überblick über die aktuellen Themen des zukunftsträchtigen Sektors und seiner wichtigsten mittelfristigen Entwicklungstrends. Damit leistet das Trendbarometer einen Beitrag zur Orientierung und Transparenz im Wachstumsmarkt Berufsbildungsexport.

Hintergrund
iMOVE (International Marketing of Vocational Education) ist die Exportinitiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) im Bildungsbereich. Als Arbeitsbereich des BIBB unterstützt iMOVE deutsche Bildungsanbieter bei der Erschließung internationaler Märkte mit einem umfangreichen Serviceangebot. Mit der Marke »Training – Made in Germany« wirbt iMOVE im Ausland für deutsche Kompetenz in der beruflichen Aus- und Weiterbildung.

(16.06.2016, prh)

iMOVE-Trendbarometer 2016 (PDF, x Seiten)

iMOVE-Website

 

Brandenburg: Ratgeber hilft bei der beruflichen Weiterbildung

wdb Brandenburg

Komplett überarbeitet und umfassend aktualisiert: Bildungsinteressierte erhalten mit der frisch aufgelegten Broschüre »Praxishilfe: Fördermöglichkeiten der beruflichen Weiterbildung« ab sofort einen Überblick über aktuelle Förderprogramme des Landes Brandenburg, des Bundes und der Europäischen Union. Mehr als 40 Förderungen für zum Teil ganz unterschiedliche Weiterbildungsthemen und Zielgruppen sind übersichtlich zusammengestellt.

Die Broschüre ist online als PDF-Datei verfügbar und kann in der gedruckten Fassung kostenfrei über das Team Weiterbildung Brandenburg im Bereich ZAB Arbeit der ZukunftsAgentur Brandenburg (ZAB) bezogen werden.

Beschäftigte, Unternehmen und Arbeitsuchende finden mit dem Ratgeber schnell und unkompliziert die passende Fördermöglichkeit für ihre berufliche Weiterbildung. Mithilfe eines Farbleitsystems sehen die Leserinnen und Leser auf einen Blick, an welche Zielgruppe sich die jeweilige Förderung richtet. Die Palette der Förderangebote umfasst sowohl monetäre Unterstützungen wie Zuschüsse, Darlehen oder Beteiligungen als auch nicht-monetäre Hilfe wie beispielsweise Beratung oder Coaching.

Hintergrund
Weiterbildung Brandenburg bietet kostenfrei Beratung und Information im Bereich
der beruflichen Weiterbildung an. Bildungsinteressierte erhalten anbieterneutrale Orientierungshilfe zu beruflichen Zielen und bei der Suche nach passenden Bildungsangeboten und Förderungen – persönlich, telefonisch oder online, beispielsweise im WB-
Live-Chat. Das unabhängige Weiterbildungsportal der Bundesländer Brandenburg und Berlin »WDB Suchportal« ermöglicht unter www.wdbsuchportal.de die Recherche in einer Vielzahl regionaler Kurse aus allen Branchen und Berufen. Das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie fördert Weiterbildung Brandenburg aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und Landesmitteln.

(16.06.2016, wdbB/prh)

Weitere Informationen

Gemeinsames Suchportal Berlin-Brandenburg

 

Auf dem Weg zum digitalen Lernen und Lehren

BMBF

BMBF und KMK diskutieren bei einer gemeinsamen Konferenz in Berlin Perspektiven für die digitale Transformation des Bildungssystems

Bund und Länder wollen ihre Aktivitäten beim Thema digitaler Wandel in der Bildung verstärken. Die digitale Transformation des Bildungssystems gehört für das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ebenso wie für die Kultusministerkonferenz (KMK) zu den Schwerpunktthemen für das laufende Jahr. Auf der gemeinsam organisierten Konferenz »Digitaler Wandel in der Bildung: Perspektiven für Deutschland« gehen BMBF und KMK mit weiteren Akteuren aus Bildung, Gesellschaft und Politik heute in Berlin der Frage nach, wie sich die Zukunft des Lernens und Lehrens in einer digitalen Welt entwickeln sollte.

»Gute Initiativen für digitale Bildung gibt es bereits viele, doch das Gesamtbild ist bislang noch von Insellösungen gekennzeichnet. Daher arbeitet das BMBF an seiner strategischen ‚Bildungsoffensive für die digitale Wissensgesellschaft‘. Wir wollen das Potenzial des Lernens mit digitalen Medien übergreifend für alle Bildungsbereiche erschließen«, sagte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka. »Mir ist es wichtig, dass wir bei der Digitalisierung die Chancen in den Vordergrund stellen, ohne die Risiken auszublenden. Mit digitaler Bildung können wir aktuelle bildungspolitische Herausforderungen wie die Integration von Flüchtlingen und die Inklusion besser bewältigen«.

»Lernen in der digitalen Welt bedeutet weit mehr als der bloße Umgang mit Smartphones, Tablets und Computern. Ein reflektierter und konstruktiver Umgang mit digitalen Medien ist für Kinder und Jugendliche heutzutage genauso bedeutsam wie Rechnen, Lesen und Schreiben. Medienbildung und Lernen mit digitalen Medien sind in den Schulen häufig bereits Alltag. Es bedarf aber weiterer Impulse. Die Kultusministerkonferenz wird daher bis Jahresende eine umfassende Strategie zur Bildung in der digitalen Welt‘ verabschieden. Die Nutzung digitaler Medien kann zu einer Verbesserung der Unterrichtsqualität beitragen. Entscheidend ist dabei nicht, wie häufig oder wie lange die digitalen Technologie genutzt werden, sondern dass sie mit der bestehenden Didaktik klug verknüpft werden«, sagte die Präsidentin der Kultusministerkonferenz und Bremer Senatorin für Kinder und Bildung, Claudia Bogedan.

Bildung in der digitalen Welt, das ist die Kompetenz zur Nutzung digitaler Medien, und zwar sowohl im Hinblick auf die Teilhabe an der digital geprägten Gesellschaft als auch mit Blick auf die Qualifikationsanforderungen der Arbeitswelt. Ebenso gehört dazu der Einsatz digitaler Medien auf Basis passgenauer didaktischer Konzepte und qualitätsgesicherter Inhalte in allen Bereichen des Bildungssystems – von der frühkindlichen Bildung bis zur Weiterbildung. Nicht zuletzt umfasst die digitale Transformation des Bildungssystems auch die Rahmenbedingungen, beispielsweise Fragen des Datenschutzes und der Datensicherheit oder der angemessenen technischen Ausstattung der Lernorte.

BMBF und KMK sehen große Chancen in der Digitalisierung und der gleichzeitigen Verbesserung des Bildungsangebotes in Deutschland. Künftige Unterstützungsmaßnahmen werden daher auf den vermehrten Einsatz digitaler Medien, orts- und zeitunabhängiges Lehren und Lernen, individuelle Lernvoraussetzungen und somit Bildungsgerechtigkeit zielen. Die Digitalisierung kann auch dazu beitragen, den Bildungsstandort Deutschland international zu einem attraktiveren Ort zu machen. Hierfür können neuartige Bildungsangebote die Sichtbarkeit deutscher Bildungseinrichtungen für Auszubildende, Studierende und Fachkräfte aus anderen Ländern erhöhen. Es gilt darüber hinaus, die jungen Menschen zu befähigen und zu unterstützen mit im Netz drohenden Gefahren, wie Cybermobbing oder Cybergrooming oder auch Suchtpotenzialen umzugehen. Dafür braucht es eine altersgerechte Herangehensweise in allen Bildungsinstitutionen von der Kita bis zur Weiterbildung.

Insbesondere auf dem Gebiet der beruflichen Aus- und Weiterbildung stärkt das BMBF bereits die Digitalisierung durch verschiedene Förderprojekte und –programme mit dem Ziel einer »Berufsbildung 4.0«. So hat das BMBF beispielsweise ein Sonderprogramm aufgelegt, um überbetriebliche Berufsbildungsstätten (ÜBS), die die Ausbildung im Betrieb durch praxisnahe Lehrgänge ergänzen, an die neuesten technologischen Erfordernisse anzupassen. Weitere Maßnahmen betreffen etwa die Schulung digitaler Kompetenzen bei Lehrkräften und Ausbildungspersonal oder Projekte für den Einsatz computergestützter Lerneinheiten in der Weiterbildung von Fachkräften. Im Bereich der Hochschulbildung fördert das BMBF das Hochschulforum Digitalisierung ebenso wie Maßnahmen für digitales Lernen und Lehren über den Qualitätspakt Lehre.

Der digitale Wandel betrifft und verändert alle Bildungsbereiche. Bereits 2012 hat die KMK eine überarbeitete Empfehlung zur »Medienbildung in der Schule« beschlossen. In den Lehrplänen aller Länder ist die Medienbildung (Medienkompetenz, Medienpädagogik) verankert. Die Länder bieten bereits vielfältige Maßnahmen, Programme und Projekte zur Förderung der Medienkompetenz und zur Nutzung digitaler Medien in den Fächern an, mit dem Ziel, das Lehren und Lernen mit digitalen Medien nachhaltig zu fördern. Um die Kompetenz der Lehrkräfte in dieser Hinsicht zu steigern, führen die Länder zahlreiche Lehrerfortbildungen durch. Außerdem arbeiten die Länder eng mit den Datenschutz- und Jugendmedienschutzbeauftragten zusammen, entwickeln Handreichungen, Mediencurricula und Medienpässe oder juristische Wegweiser, um die Schülerinnen und Schülern umfassend kompetent für die digitale Welt zu machen.

(13.06.2016, prh)

siehe auch: Digitale Medien in der Bildung

siehe auch: Digitalisierung in der beruflichen Bildung

siehe auch: Bildung in der digitalen Welt

 

»Wegweiser« für digitale Bildungsangebote gefordert

Foto: HPI / Kay Herschelmann

Ob kostenlose Onlinekurse oder Unterricht per Whiteboard: Digitale Bildung ist auf dem Vormarsch. Bisher ist das Potenzial in Deutschland jedoch bei Weitem nicht ausgeschöpft. »Wir brauchen eine Bildungs-Cloud für alle, damit jeder den Zugang zu digitalem Wissen bekommt«, fordert Prof. Dr. Christoph Meinel, Direktor des Potsdamer Hasso-Plattner-Instituts.

In den USA ist Bildung in vielen Bereichen bereits digitalisiert, von Schule bis Studium. Anders sieht es in Deutschland aus, hier gibt es noch Nachholbedarf. Wie der Zugang zu digitalen Bildungsangeboten verbessert werden kann und wie gemeinsames Lernen diese attraktiver macht, erklärt Christoph Meinel in fünf Thesen.

1. Eine digitale Bildungs-Cloud für alle
Internet-Lehrgang, Online-Studium oder Nachhilfe per Videochat: Die Zahl der digitalen Bildungsangebote wächst. Gleichzeitig ist es für viele Menschen schwierig, das richtige Angebot zu finden. Wie kann ich meine Fähigkeiten am besten weiterentwickeln? Welches Institut bietet ein Angebot, das zu mir passt? Fragen, die oftmals nur schwer zu beantworten sind. Deutschland braucht deshalb eine Bildungs-Cloud, die digitale Lernmöglichkeiten leichter auffindbar macht und Nutzer bei der Auswahl unterstützt. Eine Onlineberatung könnte beispielsweise auf einer umfangreichen Datenanalyse basieren – ein Prinzip, das auch viele Online-Shops nutzen: Was hat anderen Personen mit ähnlichen Voraussetzungen zum Erfolg verholfen? Was war für sie die richtige Wahl?

2. Qualitätskriterien festlegen
Das eine, einheitliche Qualitätssiegel für Online-Bildungsangebote kann es nicht geben – dafür sind die Anforderungen in den einzelnen Bereichen zu unterschiedlich. Institutionen wie Universitäten, Kindergärten oder Schulen müssen stattdessen jeweils eigene Qualitätskriterien definieren. Einen Hinweis auf die Qualität der Angebote können auch Prämierungen geben – wie etwa durch den Wettbewerb »Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen«: In den letzten zehn Jahren wurden von der Deutschen Bank und der Initiative »Deutschland – Land der Ideen« zahlreiche digitale Bildungsprojekte ausgezeichnet.

3. Gemeinschaftsfaktor stärken
Massive Open Online Courses (MOOCs) werden immer beliebter. Allein auf der Internetplattform Open HPI des Hasso-Plattner-Instituts haben sich in den letzten drei Jahren 275.000 Menschen für die interaktiven Online-Kurse eingeschrieben. Pro Kurs nehmen 5.000 bis 10.0000 Nutzer teil. Ein Teil des Erfolgsgeheimnisses ist der Faktor Gemeinschaft. Wer zusammen mit anderen lernt, lernt meist besser. Er kann sich vernetzen, austauschen, Fragen stellen. Neue digitale Bildungsangebote sollten deshalb den sozialen Faktor stärker in den Mittelpunkt stellen. Zum Beispiel, indem Lernende selbst zu Mentoren werden oder kleinere Online-Veranstaltungen mit Offline-Terminen gekoppelt werden, bei denen man sich persönlich austauscht.

4. Lernen zum Spiel machen
Gamification ist ein Trend, der auch die digitale Bildung längst erfasst hat – und künftig weiter ausgebaut werden sollte, um Lernangebote im Netz attraktiver zu machen. Elemente aus dem Computerspielbereich motivieren die Lernenden, ihre Fähigkeiten zu verbessern. Punktesysteme oder Level-Upgrades geben Rückmeldung zum Leistungsstand. Spielerisch werden die Teilnehmer dazu angespornt, sich weiter zu steigern und ihr Wissen zu erweitern.

5. Schulen ans Netz
Die technische Ausstattung in Schulen ist oft mangelhaft – im internationalen Vergleich ist Deutschland hier schlecht aufgestellt. In einer aktuellen Studie bewerten Lehrer der Sekundarstufe I die Zahl der Endgeräte im Verhältnis zur Schülerzahl nur mit »Ausreichend«. Stationäre PCs sind zwar in 84 Prozent der Fälle vorhanden, aber 76 Prozent der Lehrer sagen, dass sie nur in speziellen Räumen zur Verfügung stehen. Schüler sollten die Möglichkeit haben, jederzeit per Internet auf alle Wissensinhalte zugreifen zu können – in jedem Unterrichtsfach und auch von zu Hause und unterwegs. Nur so können sie digitale Bildungsmöglichkeiten optimal nutzen.

Hintergrund
Christoph Meinel ist Professor für Internet-Technologien und -Systeme an der Universität Potsdam und Direktor des Hasso-Plattner-Instituts sowie Jurymitglied des Wettbewerbs »Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen«.

(09.06.2016, prh)

 

NRW stärkt Weiterbildung in Zeiten gestiegener Zuwanderung

NRW Weiterbildungsministerium2

Mehr Ressourcen für die Weiterbildung 

Die nordrhein-westfälische Landesregierung hat in ihrem Entwurf für den zweiten Nachtragshaushalt 2016 zusätzliche 6,25 Millionen Euro für die gemeinwohlorientierte Weiterbildung beschlossen. Weiterbildungsministerin Sylvia Löhrmann erklärte dazu: »Wir unterstützen damit die gemeinwohlorientierte Weiterbildung in Nordrhein-Westfalen, die Herausforderungen der Zuwanderung zu bewältigen«.

Vorbehaltlich der Zustimmung des Landtags sollen jährlich rund 6 Millionen Euro mehr für die gemeinwohlorientierten Angebote des Weiterbildungsgesetzes zur Verfügung stehen. Davon entfallen eine Million Euro auf die Einrichtungen der Eltern- und Familienbildung im Geschäftsbereich des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport und fünf Millionen Euro auf Volkshochschulen und Weiterbildungseinrichtungen in der Zuständigkeit des Ministeriums für Schule und Weiterbildung. Damit wird die strukturelle Kürzung um fünf Prozent bis 2019 herabgesetzt.

Sylvia Löhrmann erläutert: »Das verschafft den Einrichtungen Planungssicherheit und hilft vor Ort, die gemeinwohlorientierten Angebote wie beispielsweise zur Grundbildung, zur politischen Bildung, zur arbeitswelt- und berufsbezogenen Weiterbildung sowie zur Eltern- und Familienbildung langfristig zu planen und durchzuführen«.

Außerdem sollen im zweiten Nachtragshaushalt 2016 weitere 250.000 Euro für zusätzliche Sprachkurse für geflüchtete Erwachsene zur Verfügung gestellt werden. »Damit unterstützen wir den wichtigen Beitrag, den Weiterbildungseinrichtungen für die Integration von zugewanderten Menschen in NRW leisten. Sprache ist der Schlüssel für die Teilhabe in der Gesellschaft«, so Löhrmann.

(07.06.2016, prh)

 

Deutscher Weiterbildungstag 2016: Politische Plattform beschlossen

DWT 2016

Nun ist es offiziell: »Weiterbildung 4.0 – fit für die digitale Welt« ist das Motto für den Deutschen Weiterbildungstag 2016! Die Veranstalter haben dies in Berlin einhellig beschlossen.

Auch die politische Plattform ist mittlerweile verabschiedet. Mit den Thesen und Forderungen des politischen Positionspapiers zeigen die 21 Veranstalter des Deutschen Weiterbildungstages, wie sie die »vierte industrielle Revolution« mitgestalten wollen und können. Viele Weiterbildungsorganisationen haben sich schon frühzeitig mit der digitalen Transformation ihrer Bildungsangebote, Dienstleistungen und Prozesse auseinandergesetzt und digitale Formate zum festen Bestandteil ihres Portfolios gemacht.

Konkret fordern die Veranstalter Bund und Länder dazu auf, bei der digitalen Agenda der Bundesregierung eng zusammenzuarbeiten und die inhaltliche und materielle Ausgestaltung einer digitalen Bildungsoffensive mit der Wirtschaft und den Trägern der Weiterbildung gemeinsam zu gestalten. Sie erwarten, dass vom Nationalen IT-Gipfel 2016, der im November stattfindet und sich schwerpunktmäßig mit Fragen der digitalen Bildung befassen wird, ein starkes Signal für eine konzertierte Aktion ausgeht.

Günther Oettinger ist Schirmherr des Weiterbildungstages 2016

Als EU-Kommissar für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft zuständig, ist er der Wunschkandidat der Veranstalter: Günther Oettinger hat die Schirmherrschaft für den Deutschen Weiterbildungstag übernommen, womit auch 2016 die europäische Dimension des Weiterbildungstages fortgeführt werden soll.

(03.06.2016, dwt/prh)

Im Wortlaut: Politische Plattform des Deutschen Weiterbildungstages 2016 (PDF, 3 Seiten)

 

Allianz für Aus- und Weiterbildung: So soll es weitergehen

Allianz fuer Aus  und Weiterbildung2

Allianz für Aus- und Weiterbildung zieht positive Bilanz und beschließt zentrale Arbeitsschwerpunkte für eine starke berufliche Bildung

Die Partner der Allianz für Aus- und Weiterbildung haben bei ihrem diesjährigen Spitzentreffen nach 18-monatiger Allianz-Laufzeit eine positive Bilanz gezogen. Mit Blick auf die nächsten Jahre haben sie sich zudem auf zehn zentrale Arbeitsschwerpunkte für eine starke berufliche Bildung verständigt.

Ziel ist es, für einheimische wie geflüchtete Menschen:

  • ein hohes Angebot an betrieblichen Ausbildungsplätzen sicherzustellen,
  • den Ausbildungspfad mit seinen unterstützenden Instrumenten weiter zu stärken,
  • die Passungsprobleme auf dem Ausbildungsmarkt anzugehen,
  • die Qualität der dualen Ausbildung weiter zu stärken,
  • die Attraktivität der beruflichen Bildung auch mit Blick auf leistungsstarke Jugendliche zu erhöhen,
  • Qualifikationen besser sichtbar zu machen und die Datenlage mit Blick auf Flüchtlinge zu verbessern,
  • die Nachqualifizierung auszubauen,
  • Berufsschulen auch als Ort der Sprachvermittlung zu unterstützen,
  • die duale Ausbildung in die digitale Zukunft zu führen und
  • den Erfahrungsaustausch zu stärken sowie für duale Ausbildung zu werben.

Die Partner der Allianz für Aus- und Weiterbildung erklärten: »Unser gemeinsames Ziel, die duale Ausbildung und die berufliche Weiterbildung zu stärken, haben wir in den zurückliegenden Monaten mit Nachdruck verfolgt. Wir haben mit konkreten Maßnahmen dazu beigetragen, dass sich die Beschäftigungschancen junger Menschen verbessern und damit gemeinsam auch einen Beitrag zur Fachkräftesicherung geleistet. Die Herausforderungen auf dem Ausbildungsmarkt wollen wir auch in Zukunft gemeinsam angehen – sowohl mit Blick auf einheimische wie auch geflüchtete junge Menschen. Deshalb haben wir uns heute auf zehn künftige Arbeitsschwerpunkte für eine starke berufliche Bildung verständigt«.

In ihrer Bewertung der aktuellen Situation auf dem Ausbildungsmarkt ziehen die Spitzenvertreter der Allianz ein insgesamt positives Resümee. So hat sich zum Beispiel die Zahl der betrieblichen Ausbildungsverträge erstmals seit 2011 wieder stabilisiert. Die Spitzenvertreter verweisen aber auch auf weiterhin bestehende Herausforderungen: So haben im Jahr 2015 rund 20.700 Jugendliche keinen Ausbildungsplatz gefunden und rund 60.100 Jugendliche mündeten in alternative Maßnahmen ein, suchten aber weiterhin einen Ausbildungsplatz. Gleichzeitig stieg die Zahl der unbesetzten Ausbildungsplätze auf 41.000. Das betriebliche Angebot und die Nachfrage der Jugendlichen zusammenzuführen - insbesondere regional und branchenspezifisch - bleibt daher eine wesentliche Aufgabe. Diese Herausforderungen wollen die Partner der Allianz für Aus- und Weiterbildung gemeinsam angehen.

Mit der im Dezember 2014 geschlossenen Allianz für Aus- und Weiterbildung engagieren sich Bund, Bundesagentur für Arbeit, Länder, Wirtschaft und Gewerkschaften für ein qualitativ hochwertiges duales Ausbildungssystem, das leistungsstarke Jugendliche, junge Menschen mit schlechteren Startchancen, Jugendliche mit Migrationshintergrund sowie Menschen mit Behinderung gleichermaßen in betriebliche Ausbildung integriert. Den ausbildungsinteressierten jungen Menschen soll dazu ein »Pfad« aufgezeigt werden, der sie frühestmöglich zum Berufsabschluss führen kann. Vorrang hat dabei die Ausbildung im Betrieb.

Mit ihrer Erklärung »Gemeinsam für Perspektiven von Flüchtlingen« vom September 2015 haben die Allianz-Partner zudem frühzeitig auf die Zuwanderung schutzsuchender, vor allem junger Menschen nach Deutschland reagiert. Sie haben gemeinsam konkrete Maßnahmen in Berufsvorbereitung und Ausbildung vereinbart, um geflüchtete Menschen zu unterstützen. Auch mit dem geplanten Integrationsgesetz werden zentrale Anliegen der Partner der Allianz für Aus- und Weiterbildung auf den Weg gebracht: Künftig werden Asylbewerber und Geduldete und deren Ausbildungsbetriebe die Sicherheit haben, dass Auszubildende während und im unmittelbaren Anschluss an eine erfolgreich absolvierte Ausbildung bei einem nachfolgenden Beschäftigungsverhältnis in Deutschland bleiben dürfen (so genannte 3+2-Regelung). Hierfür wird es keine Altersgrenze mehr geben, bis zu der eine qualifizierte Ausbildung aufgenommen worden sein muss.

Seit der Gründung der Allianz haben die Partner zentrale Maßnahmen zur Stärkung der dualen Ausbildung auf den Weg gebracht:

  • einen deutlichen Ausbau des bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten betrieblichen Ausbildungsplatzangebotes,
  • ein gemeinsames Konzept zur Vermittlung und Nachvermittlung von jungen Menschen in Ausbildung,
  • das neue Förderinstrument der Assistierten Ausbildung zur Unterstützung von jungen Menschen mit schlechten Startchancen und Betrieben bei der Ausbildung und
  • verbesserte Zugangsmöglichkeiten zu ausbildungsbegleitenden Hilfen.

Darüber hinaus haben sich Bund, Länder und die Bundesagentur für Arbeit auf gemeinsame Konzepte für die Berufsorientierung – auch an Gymnasien – verständigt sowie Maßnahmen für einen besseren Übergang von der Schule in Ausbildung initiiert und ausgebaut.

Um Jugendliche jetzt – kurz vor den Sommerferien – zur Bewerbung auf einen Ausbildungsplatz und Betriebe zur Bereitstellung von Ausbildungsplätzen zu motivieren, appellieren die Partner der Allianz an alle Betriebe und junge ausbildungsinteressierte Menschen, nicht ohne gesicherten Ausbildungsvertrag in die Ferien zu gehen.

(02.06.2016, prh/aaw)

Portal der Allianz für Aus- und Weiterbildung

Erklärung der Allianz für Aus- und Weiterbildung vom 02.06.2016 (PDF, 4 Seiten)

 

Weiterbildungsdatenbank Mecklenburg-Vorpommern relauncht neues Portal

weiterbildung mv

Die mecklenburg-vorpommersche Weiterbildungsdatenbank weiterbildung-mv hat ein neues Gesicht. Nach vielen Weiterentwicklungen der Funktionalität ist nun auch die Gestaltung modernisiert worden. Dank responsivem Webdesign ist die Datenbank nun für mobile Endgeräte optimiert worden. Alle Funktionen sind mit Smartphone, Tablet & Co ebenso komfortabel nutzbar wie mit dem Computer.

Die Datenbank punktet jetzt mit erweitertem Komfort. »Die Benutzerfreundlichkeit steht für uns klar im Vordergrund. Die Inhalte der Webseite sind deshalb übersichtlich angeordnet und leicht navigierbar«, erläutert Projektleiterin Martina Schwartzer. »Die Nutzer finden Kursangebote, Bildungsanbieter oder Dozenten schnell und gezielt mit wenigen Klicks«.

Seit 2001 bietet weiterbildung-mv einen aktuellen Überblick über das Weiterbildungsangebot in Mecklenburg-Vorpommern. Informationen über Förderungen für Weiterbildung und Neuigkeiten aus dem regionalen und überregionalen Arbeits- und Weiterbildungsmarkt runden das Internetangebot ab. »Weiterbildung wird für viele Personen immer wichtiger, auch für Unternehmen gewinnt die Weiterqualifizierung der Beschäftigten zunehmend an Bedeutung. Doch nur wer weiß, wann und wo eine passende Weiterbildung stattfindet, kann auch daran teilnehmen«, so Schwartzer.

»Mittlerweile recherchieren für die Informationsbeschaffung monatlich 7.000 Weiterbildungsinteressierte in der Weiterbildungsdatenbank für Mecklenburg-Vorpommern. Sie können aus ca. 6.000 Weiterbildungsangeboten von über 400 Bildungsanbietern auswählen. Für die Unterstützung bei der Recherche oder die Beantwortung von Fragen rund um das Thema Weiterbildung empfehle ich jedem unser kostenfreies Angebot der neutralen und unabhängigen Beratung«, empfiehlt die Projektleiterin.

Hintergrund
Die Aufgabe der Weiterbildungsdatenbank ist es, Transparenz auf dem Weiterbildungsmarkt in Mecklenburg-Vorpommern zu schaffen. Sie wird gefördert durch das Land Mecklenburg-Vorpommern aus Mitteln der Europäischen Union, Europäischer Sozialfonds.

Die Weiterbildungsdatenbank ist Kooperationspartner des InfoWebs Weiterbildung.

(02.06.2016, prh)

Weiterbildungsdatenbank Mecklenburg-Vorpommern

 

Europäischen Unternehmen fällt die Auswahl von Weiterbildungen für Führungskräfte schwer

FinancialTimes

Die meisten Unternehmen in Europa investieren eher in die Weiterentwicklung der eigenen Führungskräfte als in Neueinstellungen. Ziel ist es, durch Corporate Learning Veränderungen herbeizuführen, Innovationen voranzutreiben und die wirtschaftliche Perspektive zu verbessern.

Das ist das Ergebnis einer unabhängigen Studie der IE Corporate Learning Alliance unter 600 führenden Wirtschaftsunternehmen in Europa, darunter 100 in Deutschland. Befragt wurden Personalchefs und HR-Verantwortliche aus Unternehmen, die in den vergangenen fünf Jahren Weiterbildungsmaßnahmen für Führungskräfte durchgeführt haben.

Mehr als die Hälfte der Unternehmen setzt auf die berufliche Fortbildung seiner Führungskräfte: 57 % der Befragten erachten dies als die beste Investition, um Betriebsergebnisse zu verbessern. Als positive Folgen wurden Mitarbeiterzufriedenheit und Betriebstreue (74 %) sowie Mitarbeiterengagement (73 %) hervorgehoben, danach folgen Kundenzufriedenheit (69 %) und die Verbesserung der Erträge beziehungsweise des Gewinns (64 %). Bei den Inhalten setzen die Unternehmen auf Fortbildung in den Bereichen Kundenbindung (58 %), Strategie und Planung (58 %), Erfolgreiche Innovation (55 %), Führungsfähigkeiten (55 %) und Strategieumsetzung (54 %).

Die Ergebnisse im Ländervergleich zeigen: Vor allem die deutschen Unternehmen räumen ihren Fortbildungsprogrammen eine besonders hohe Bedeutung ein. Die Führungskräfte haben das große Potenzial, das in der Mitarbeiterfortbildung für die Unternehmen steckt, erkannt. 34 %Prozent der deutschen Führungskräfte sehen die berufliche Weiterbildung als Priorität an, das sind deutlich mehr als im Länderschnitt der Befragen, der bei nur 24 % Prozent liegt. Weiterhin gaben die Befragten an, in den nächsten drei Jahren noch größeren Wert auf die Auswahl der optimalen Weiterbildungsangebote zu legen.

Dennoch bemängelt knapp die Hälfte aller Befragten, dass ein konkreter Mehrwehrt aus der Investition in Weiterbildungsmaßnahmen für das Unternehmen nicht messbar sei. Zudem konnten nur 43 % Prozent feststellen, sie würden nach Fortbildungsmaßnahmen effektiver arbeiten. Die Ergebnisse zeigen die Kluft zwischen dem Wunsch nach beruflicher Weiterbildung und den letztendlich angebotenen Fortbildungsprogrammen. Silveira VanDyck von der FT | IE Corporate Learning Alliance ist überrascht: »Mehr als die Hälfte der befragten Geschäftsleute erkennen zwar die Bedeutung einer Weiterbildung der Führungskräfte für ihr Geschäft, doch nur weniger als die Hälfte der Befragten sind mit ihren Lernprogrammen vollauf zufrieden«.

Dies ist auch auf die falsche Wahl der Weiterbildungsanbieter zurückzuführen. Nur jede vierte Führungskraft gab an, diese danach auszuwählen, inwieweit sie die Auswirkungen des Corporate Learnings für das Unternehmen messbar machen können. Das wichtigste Kriterium sei vielmehr, ob man bereits in der Vergangenheit mit dem Weiterbildungsanbieter zusammengearbeitet habe. Für die obersten Führungskräfte sind außerdem der Ruf der Anbieter und deren Rangwertung entscheidend.

Große Unternehmen haben höchste Erwartungen an ihre Führungskräfte. Auch wenn sie die enorme Wichtigkeit der Weiterentwicklung ihrer Führungskräfte erkannt haben, nutzen sie meist noch die falschen Fortbildungsangebote. Genau hier sind Experten gefragt, die die Auswirkungen von Weiterbildungsprogrammen auf den betrieblichen Erfolg messbar machen. Nur so können die Bildungsmaßnahmen optimiert und den Erwartungen der Unternehmen entsprechend angepasst werden.

(01.06.2016, prh)

 

Weiterbildung unter der Lupe

Uni Wuerzburg

Die berufliche Weiterbildung analysieren: Das ist Ziel eines Forschungsprojekts an der Uni Würzburg. Es soll einen Überblick über Tätigkeitsfelder der beruflichen Weiterbildung und die Selbstverständnisse des Personals bieten sowie eine Handreichung zur Professionalisierung erarbeiten.

Worin unterscheiden sich Funktionen und Tätigkeiten in der beruflichen Weiterbildung? Welche Berufsrollen können Menschen, die in der Weiterbildung tätig sind, daraus identifizieren? Welche beruflichen Selbstverständnisse und Konzepte des Handelns prägen Erwerbstätigte in ihrem Arbeitsalltag eigentlich? Und welche Strategien zur Professionalisierung des Personals und zur Qualitätssicherung der Angebote lassen sich daraus ableiten?

Diese Fragen stehen im Mittelpunkt eines neuen Forschungsprojekts an der Universität Würzburg. Sein Name: »Konturen der Professionsentwicklung in der beruflichen Weiterbildung« – kurz KoProf. An dem Kooperationsprojekt beteiligt sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Würzburg und der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg.

In Würzburg liegt die Leitung in der Hand von Regina Egetenmeyer, Professorin für Erwachsenenbildung/Weiterbildung. Gemeinsam mit ihrer wissenschaftlichen Mitarbeiterin Lisa Breitschwerdt und ihrem wissenschaftlichen Mitarbeiter Reinhard Lechner wird sie in den kommenden drei Jahren die Professionalisierung in der beruflichen Weiterbildung erforschen. An der PH Ludwigsburg beteiligt sich der Arbeitsbereich »Erwachsenenbildung und Berufliche Bildung« unter der Leitung der Professorin Ingeborg Schüßler an dem Projekt.

Vielgestaltiges Praxisfeld

»Im Bereich der beruflichen Weiterbildung in Deutschland sind die Tätigkeiten der Beschäftigten äußerst vielfältig«, erklärt Regina Egetenmeyer. Die Anforderungen der Praxis – sprich: das Planen, Durchführen und Auswerten von Lehr- und Lernprozessen mit Erwachsenen – können deshalb nur schwer auf einen gemeinsamen Nenner gebracht werden, so die Professorin. Daher herrsche auch kaum Einigkeit über die Qualifikationen und Kompetenzen, welche das angehende Lehrpersonal einerseits mitbringen sollte und andererseits benötigt.

Die Nachfrage Erwachsener nach Weiterbildungsangeboten, das lässt sich aktuell beobachten, steigt, und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer solcher Angebote bedürfen umfassender erwachsenenpädagogischer Unterstützung. »Trotz der hohen Bedeutung der Weiterbildung sind bislang keine systematischen Erkenntnisse über die Professionalisierungsrealität in der beruflichen Weiterbildung verfügbar«, so Regina Egetenmeyer. Diese Forschungslücke soll in dem jetzt gestarteten Forschungsprojekt geschlossen werden.

Der Professionalisierung Konturen geben

In den kommenden drei Jahren will das Wissenschaftler-Team deshalb den Bereich der Professionalisierung in der beruflichen Weiterbildung intensiv untersuchen. Zum Einsatz kommen dabei Literaturanalysen, Fallstudien, Interviews mit Experteninnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis, Gruppendiskussionen und eine Fragebogenerhebung. Dafür werden Regina Egetenmeyer und ihr Team auch mit den Institutionen der beruflichen Weiterbildung in Würzburg in Kontakt treten. Mit den so gewonnenen Informationen wollen sie die verschiedenen Berufsrollen und jeweiligen Anforderungen analysieren.

Ziel der Studie ist es, einen differenzierteren Überblick über die Tätigkeitsfelder der beruflichen Weiterbildung, ihre Berufsrollen und Professionalisierungsrealität zu erhalten. Darüber hinaus will die Studie einen Entwurf zu einem Professionalisierungskonzept leisten, der über den aktuellen Status quo hinausgeht.

Anschluss an Praxis und Lehre

Wichtig ist den beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern auch der Transfer der Ergebnisse von der Theorie in die didaktische Praxis. Dafür sind eine Publikation und eine Informationsveranstaltung geplant; außerdem sollen die Erkenntnisse in die universitäre Lehre einfließen.

Hintergrund
Die Studie wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Programms »Innovative Ansätze zukunftsorientierter beruflicher Weiterbildung« finanziert.

(31.05.2016, prh)

Weiterführende Informationen

 

Bildungsurlaub: Wie Arbeitnehmer ihre Rechte wahrnehmen können

Stiftung Warentest

Die Möglichkeit, sich für eine berufliche Weiterbildung von der Arbeit freistellen zu lassen und hierfür Bildungsurlaub/Bildungsfreistellung in Anspruch zu nehmen, wird von Arbeitnehmern gern in Anspruch genommen. Doch nicht in allen Bundesländern liegen die gesetzlichen Voraussetzungen hierfür vor.

Doch auch, wenn dies gesetzlich geregelt ist, bleibt immer noch die Frage, was als Bildungsurlaub anerkannt ist, welche Voraussetzungen für eine Teilnahme vorliegen müssen und ob diese Bildungsfreizeit auch immer wie gewünscht wahrgenommen werden kann.

Die Stiftung Warentest hat sich in einem aktuellen Special dieses Themas angenommen und geht u.a. der Frage nach, wo eine solche Bildungsfreistellung möglich ist und wie ein entsprechender Kurs gefunden werden kann. Wie sieht es mit der Weiterzahlung des Gehalts aus, falls die Teilnahme mit dem Arbeitgeber abgestimmt und eine entsprechende Karenzzeit vereinbart worden ist? Welche arbeitsrechlichen Aspekte gilt es zu berücksichtigen?

Diese Themen und auch die unterschiedlichen Regelungen der Bundesländer sind Gegenstand des Bildungsurlaubs-Specials der Stiftung Warentest.

(27.05.2016, prh)

Bildungsurlaubs-Special der Stiftung Warentest

 

Stipendien für Flüchtlinge

DBU

DBU fördert Weiterqualifikation im Umweltschutz 

Erstmalig vergibt die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) Stipendien an Hochschulabsolventinnen und -absolventen, die nach Deutschland geflüchtet sind und zum Beispiel aus Syrien kommen. Das jetzt gestartete Bewerbungsverfahren erweitert das laufende Stipendienprogramm für Hochschulabsolventen aus den Staaten Mittel- und Osteuropas.

Überdurchschnittliche Diplom- oder Masterabschlüsse und gute Deutsch- oder Englischkenntnisse sind Voraussetzungen für die Vergabe. Den Stipendiaten wird ein sechs bis zwölf Monate dauernder Forschungs- und Weiterbildungsaufenthalt an deutschen Forschungseinrichtungen, Umwelt- und Naturschutzbehörden oder Unternehmen ermöglicht, um Erfahrungen auf den verschiedensten Gebieten des Umweltschutzes zu sammeln und letztlich in ihren Heimatländern umzusetzen. Die Stipendien beginnen im November mit einer vierwöchigen Einführungsphase in Osnabrück inklusive Deutschintensivkurs, Exkursions- und Kulturprogramm.

Mit dem neuen Stipendienprogramm ermöglicht die DBU einerseits hochqualifizierten Hochschulabsolventen eine berufliche Weiterbildung und die Integration in Deutschland. Andererseits werden sie Teil eines länderübergreifenden Expertennetzwerks, das für den Erfahrungsaustausch und zur Lösung von Herausforderungen im Umwelt- und Naturschutz aufgebaut wurde. »Wichtig ist uns darüber hinaus, dass die neuen Stipendiaten Erfahrungen, die sie zu innovativen Umweltschutztechnologien gemacht haben, in ihr Heimatland tragen und beim Wiederaufbau ihres Landes anwenden«, so Prof. Dr. Werner Wahmhoff, stellvertretender Generalsekretär und Abteilungsleiter für Umweltforschung und Naturschutz bei der DBU.

Wahlweise in deutscher oder englischer Sprache können sich Interessierte für eines der insgesamt zehn neuen Stipendien bis zum 20. Juli 2016 online bewerben. Die erforderlichen Sprachkenntnisse sind durch ein Sprachschulzertifikat beziehungsweise -zeugnis oder eine Beurteilung von einem Sprachlehrer nachzuweisen. Zudem muss ein Asylantrag in Deutschland gestellt worden sein. Bewerber aus sicheren Herkunftsländern können nicht berücksichtigt werden. Jede Bewerbung muss die ausführliche Beschreibung einer Projektidee zum Umwelt- oder Naturschutz enthalten.

Die DBU begrüßt Bewerbungen von Naturwissenschaftlern, Ingenieuren, Agrarwissenschaftlern, Ökonomen, Juristen, Pädagogen und anderen Fachdisziplinen, sofern sie sich vertieft mit einem Thema des Umwelt- oder Naturschutzes befassen möchten. Das Stipendium ist nicht für Personen bestimmt, die eine Doktorarbeit oder ein Studium an einer deutschen Hochschule durchführen möchten.

Nach einer Vorauswahl werden positiv eingeschätzte Bewerber zu einem Auswahlgespräch im September 2016 nach Osnabrück eingeladen, das wahlweise in deutscher oder englischer Sprache stattfindet. Über die Stipendienvergabe entscheidet eine Jury. Stipendiaten erhalten 1.060 Euro im Monat. Zusätzlich übernimmt die DBU die Kosten für eine Kranken-, Unfall- und Haftpflichtversicherung. Zunächst werden sechs Monate bewilligt. Die Verlängerung des Projektes für weitere sechs Monate ist grundsätzlich möglich.

Für das Umsetzen der Projektidee ist ein Praktikumsplatz in Deutschland erforderlich. Dieser wird in der Regel in Abstimmung mit den Stipendiaten durch die DBU in einer Forschungseinrichtung, einem Unternehmen oder einer Umweltbehörde organisiert. Eigeninitiative von Bewerbern, die ihren Praktikumsplatz selbst organisieren, wird ausdrücklich begrüßt. Das Stipendium beginnt mit einem etwa vierwöchigen Deutsch-Sprachkurs in Osnabrück. Enthalten ist ein mehrtägiges Einführungsseminar, auf dem wichtige organisatorische Details geklärt werden. Die DBU und die Fachbetreuer am Praktikumsort begleiten die Stipendiaten während der gesamten Stipendienzeit, auch um Integration und Sprachentwicklung zu fördern. Während des Stipendiums organisiert die DBU Seminare, auf denen die Stipendiaten ihre Forschungsthemen und erste Ergebnisse vorstellen können. Weitere Angebote sind die Sommerakademie in St. Marienthal/Ostritz und die Verleihung des Deutschen Umweltpreises.

Ansprechpartner:
- Christiane Grimm, Tel. 0541. 96 33- 351, c.grimm@dbu.de
- Dr. Nicole Freyer-Wille, Tel. 0541. 96 33- 352, n.freyer@dbu.de

Hintergrund
Bereits seit 1998 vergibt die DBU Stipendien an hoch qualifizierte Hochschulabsolventinnen und Hochschulabsolventen aus Mittel- und Osteuropa (MOE) mit dem Ziel der beruflichen Weiterqualifikation zur Lösung von Aufgaben im Umwelt- und Naturschutzbereich des Heimatlandes. Zurzeit sind folgende Länder einbezogen: Albanien, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Estland, Kroatien, Kosovo, Lettland, Litauen, Mazedonien, Montenegro, Oblast Kaliningrad, Polen, Rumänien, Serbien, Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn. Jährlich werden 60 Stipendiaten aus MOE-Ländern gefördert. Bisher wurden in diesem Programm bereits mehr als 875 Stipendiatinnen und Stipendiaten unterstützt. (25.05.2016, prh)

 

200.000 mal Auslandserfahrung

EuroPass

Europass Mobilität durchbricht 200.000er-Marke 

Im April 2016 wurde der Europass Mobilität in Deutschland zum 200.000sten Mal beantragt. Damit schrieb das im Oktober 2005 eingeführte Dokument seine Erfolgsgeschichte fort, zugleich ist Deutschland europaweit Spitzenreiter in Sachen Europass Mobilität.

Der Europass Mobilität dokumentiert im europäischen Ausland gesammelte Lernerfahrungen. Dabei ist es egal, ob es sich um ein Praktikum, einen Abschnitt der beruflichen Aus- und Weiterbildung oder ein Auslandssemester im Studium handelt. Das Dokument macht nachvollziehbar, welche Fähigkeiten Lernende in dieser Zeit erworben haben: von beruflichen, organisatorischen oder sozialen Kompetenzen bis zu Sprach- und IT-Kenntnissen.

Grund für die deutsche Erfolgsgeschichte des Dokuments ist unter anderem, dass der Weg zum Dokument einfach ist. Ausstellende Institutionen können den Europass Mobilität über eine bedienerfreundliche Datenbank beantragen. Sofern bestimmte Qualitätskriterien erfüllt sind, können alle, die einen Lernaufenthalt im europäischen Ausland absolviert haben, das Dokument problemlos erhalten – zum Beispiel Schülerinnen und Schüler, Auszubildende, Studierende oder Teilnehmende der Erwachsenenbildung.

Die Aussagekraft des Europass Mobilität schätzt auch die Wirtschaft. Marie-Christine Novaro koordiniert bei der Deutschen Telekom, Telekom Ausbildung, die Auslandseinsätze für Auszubildende und Studierende. Sie rät jungen Leuten, das Dokument zu nutzen, weil es mehr als ein Zeugnis sei. Gerade im internationalen Kontext schaffe es Transparenz und ermögliche eine Vergleichbarkeit der Kenntnisse und Kompetenzen. Auch Karin Drda-Kühn macht sich stark für den Europass Mobilität. Die Geschäftsführerin von Kultur und Arbeit ist »European Ambassador for Female Entrepreneurship« der Europäischen Kommission und wurde vom Bundeswirtschaftsministerium als eine der »Vorbildunternehmerinnen« in die Initiative »Frauen unternehmen« berufen: »Ich kann nur alle ermutigen, den Pass zu verwenden. In unserer Einrichtung ist der Mobilitätspass ein dicker Pluspunkt für Bewerbungen«.

Der Europass ist ein kostenloser Service der Europäischen Union. Er fördert die europäische Mobilität und unterstützt Bürgerinnen und Bürger bei der Darstellung ihrer Qualifikationen und Kompetenzen im Arbeits- und Lernumfeld. Dabei bietet er die Möglichkeit, Lernergebnisse zu dokumentieren und sichtbar zu machen. Er besteht aus insgesamt fünf Dokumenten: dem Europass Lebenslauf, dem Europass Sprachenpass, den Europass Zeugniserläuterungen sowie dem Europass Mobilität und dem Europass Diploma Supplement.

(24.05.2016, prh )

Weitere Informationen

 

Studie: »Weiterbildung wichtiger als Gehaltserhöhung«

PFH Private Hochschule Goettingen
Unter den eingesetzten Mitarbeiterförderungen werden Fort- und Weiterbildungen am häufigsten genannt. Sie weisen sogar einen höheren Stellenwert als Gehaltserhöhungen auf.
 
Oft beschworen, bislang aber kaum erforscht: Der »War-for-Talents« und die Digitalisierung der Bildung gelten derzeit als Megatrends in der Diskussion um Recruitment und Fort- und Weiterbildung. Die Studie »Digitalisierung in Bildungsprozessen« hat untersucht, wie hierbei die Lage im deutschen Mittelstand ist.

Mittel der Wahl: Förderung per Studium

Nahezu alle Unternehmen (94 Prozent) setzen Fort- und Weiterbildungen zur Mitarbeiterförderung ein. Diese weisen damit sogar einen höheren Stellenwert als Gehaltserhöhungen auf. Mehr als jedes zweite Unternehmen bietet seinen Mitarbeitern berufsbegleitende Studienprogramme zur Fort- und Weiterbildung an. Duale Studiengänge sehen die Befragten dabei als sinnvolles Instrument für die Bewältigung des Fachkräftemangels an (86 Prozent), insbesondere, weil sie als praxisnäher gelten als nicht-duale Programme. Dies gaben 79 Prozent der Unternehmen an. Rund 85 Prozent der befragten Unternehmen würden ihre Mitarbeiter finanziell bei einem solchen Studium unterstützen.

Rund jedes zweite deutsche mittelständische Unternehmen kooperiert bereits mit einer Hochschule, die berufsbegleitende Studienprogramme anbietet. Der Schwerpunkt dieser Kooperationen liegt auf (Fach-) Hochschulen, Berufsakademien liegen deutlich abgeschlagen dahinter. Klassische Universitäten spielen bei berufsbegleitenden Programmen eine eher untergeordnete Rolle.

Digitalisierung von Studienangeboten

Rund 75 Prozent der befragten Unternehmen nehmen Digitalisierung als wichtiges Thema wahr. Mehr als jedes zweite Unternehmen rechnet in diesem Rahmen E-Learning einen hohen Stellenwert bei der Aus- und Weiterbildung seiner Mitarbeiter zu. Knapp 60 Prozent der befragten Unternehmen könnten sich duale Studiengänge als Fernstudium, und hier insbesondere mit digitalisierten Inhalten, vorstellen.

Zwar haben nur etwas weniger als 50 Prozent der deutschen mittelständischen Unternehmen Erfahrungen mit Fernstudiengängen gemacht, aber dafür geben diejenigen Unternehmen, die sich dafür entschieden haben, fast ausschließlich positive Rückmeldungen.

Hintergrund
Die Autoren Bernt R. A. Sierke, Joachim Algermissen und Stefan Brinkhoff von der PFH Private Hochschule Göttingen befragten 5.338 Geschäftsführer und CEOs deutscher mittelständischer Unternehmen. Nun liegen die Ergebnisse aus 462 Unternehmen in Form von qualitätsbereinigten Datensätzen vor. Wichtigste Befunde: Insgesamt gibt jedes zweite Unternehmen Probleme bei der Rekrutierung von Mitarbeitern an, insbesondere im Bereich der Fachkräfte. Den War for Talents nehmen überraschenderweise aber erst 38 Prozent von ihnen wahr.

 

(23.05.2016, prh)

Ergebniszusammenfassung der Studie (PDF, 24 Seiten)

 

Brandenburg: 300.000 Euro für Alphabetisierung und Weiterbildung

Land Brandenburg

Mit einem neuen Förderprogramm unterstützt das brandenburgische Bildungsministerium ab sofort die Alphabetisierung von Flüchtlingen, die in ihrem Herkunftsland keine Chance hatten, Lesen und Schreiben zu lernen. Dafür stehen in diesem Jahr 300.000 Euro zur Verfügung.

Landes-Bildungsminister Günter Baaske: »Bildung ist der Schlüssel zur Integration. Deshalb fördern wir sowohl die direkte Alphabetisierung von Flüchtlingen sowie Weiterbildungsveranstaltungen für haupt- und ehrenamtlich Tätige, die Sprachkurse für Flüchtlinge anbieten«. Der zweigleisige Weg werde beschritten, »um den Helfern zu helfen und ihnen Weiterbildung zu ermöglichen, damit sie erfolgreich zur sprachlichen und gesellschaftlichen Integration von Flüchtlingen beitragen können«, so Baaske.

Die Fortbildungen behandeln insbesondere die folgenden Themen:

  • Grundlagen der Bildungsarbeit mit Flüchtlingen
  • Fachliche, didaktische und methodische Grundlagen der Alphabetisierung und Sprachvermittlung
  • Moderation von Lerngruppen
  • Einführung in Lehr- und Lernmaterialien
  • Interkulturelle Kompetenz in Bildungsprozessen.

Die Teilnahme an den Weiterbildungen ist für die Sprachmittler kostenfrei. An den Sprachkursen können Flüchtlinge ab 16 Jahren teilnehmen.

Zuwendungsberechtigt sind Landkreise, kreisfreie Städte und anerkannte Weiterbildungsorganisationen. Anträge auf Förderung können an das Brandenburger Ministerium für Bildung, Jugend und Sport, Referat 26, jeweils zum 1. Juni und zum 1. September 2016 gestellt werden.

(17.05.2016, prh)

Details in den Fördergrundsätzen »Weiterbildungsveranstaltungen zur Unterstützung der sprachlichen und gesellschaftlichen Integration von Flüchtlingen vom 2.5.2016«

 

Weiterbildung scheitert oft am Geld

bundestagDer Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Stärkung der beruflichen Weiterbildung und des Versicherungsschutzes in der Arbeitslosenversicherung (AWStG) ist ein Schritt in die richtige Richtung. Das betonte die Mehrheit der Sachverständigen in einer Anhörung des Bundestagsausschusses für Arbeit und Soziales am Montagnachmittag (9. Mai 2016).
 
Die Pläne der Bundesregierung sehen unter anderem vor, dass Arbeitnehmer ohne Berufsabschluss zur Vorbereitung auf eine abschlussbezogene berufliche Weiterbildung Förderleistungen zum Erwerb notwendiger Grundkompetenzen (Lesen, Rechnen, Schreiben) erhalten, wenn dies für die erfolgreiche Teilnahme an einer Weiterbildungsmaßnahme nötig ist. Zur Stärkung der Motivation sollen Teilnehmer einer abschlussbezogenen Weiterbildung beim Bestehen einer Zwischenprüfung eine Prämie von 1.000 Euro und beim Bestehen der Abschlussprüfung eine Prämie von 1.500 Euro erhalten.

Das Pro und Contra einer solchen Prämienregelung stand auch im Mittelpunkt der Anhörung. Marlene Schubert vom Zentralverband des Deutschen Handwerks bewertete die Pläne kritisch. Prämien könnten zu »Kollateralschäden« am bestehenden System der dualen Ausbildung führen, indem sie bei künftigen Auszubildenden eine Erwartungshaltung wecken, dass das Absolvieren einer beruflichen Ausbildung und das Bestehen von Prüfungen finanziell belohnt werden müssen, sagte Schubert. Oliver Heikaus vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag warnte vor »teuren Mitnahme-Effekten«. Solche Prämien müssten auf jeden Fall auf eine genau definierte Zielgruppe beschränkt und wenn, dann nur als Ermessensleistung eingeführt werden, betonte er.

Johannes Jakob, Vertreter des Deutschen Gewerkschaftsbundes, vertrat die Ansicht, dass Weiterbildung grundsätzlich belohnt werden sollte. Prämien und die Förderung der Vermittlung von Grundkompetenzen seien wichtige Beiträge zur Integration und dauerhaften Stabilisierung der Beschäftigung, sagte Jakob. Thomas Kruppe vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung in Nürnberg verwies auf den Umstand, dass finanzielle Einbußen mit Abstand der wichtigste Hindernisgrund für Arbeitslose sei, eine Weiterbildungsmaßnahme zu beginnen. Auch Walter Würfel vom Bundesverband der Träger beruflicher Bildung nannte finanzielle Aspekte als Hauptgrund für Abbrüche von Weiterbildungen.

Der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband kritisierte den Gesetzentwurf, weil er »kein schlüssiges, rechtskreisübergreifendes Gesamtkonzept« enthalte, um die Weiterbildung zu stärken. Dessen Vertreter Joachim Rock forderte eine Aufstockung der Eingliederungsmittel, da diese in den Jahren 2009 bis 2014 um ein Viertel gekürzt worden und dadurch viel Infrastruktur verloren gegangen sei.

Der Rechtsanwalt Steffen Schmidt-Hug betonte, dass vor allem für die Kurzzeit-Beschäftigten in der Kulturbranche die jetzigen Sonderregelungen zum Bezug von Arbeitslosengeld ein »gravierendes Problem« darstellten. Diese seien derart hürdenreich ausgestaltet, dass sie von kaum jemanden genutzt werden könnten. Die Folge sei, dass sehr viele Kulturschaffende zwar in die Arbeitslosenversicherung einzahlen, aber im Falle von Arbeitslosigkeit keine Leistungen erhalten, kritisierte Schmidt-Hug.

(10.05.2016, prh)

Im Wortlaut: AWStG-Entwurf (PDF, 40 Seiten)

siehe auch: Stärkung der beruflichen Weiterbildung

 

Entgeltatlas: Wer verdient wo wie viel?

ENTGELTATLAS

Was verdient eine Krankenschwester in Berlin und was ein Bürokaufmann in Nordrhein-Westfalen? Und wie sehen im Vergleich dazu die Verdienste im Bundesdurchschnitt aus? Lohnt es sich, eine Weiterbildung zu machen, um gegebenenfalls mehr zu verdienen?

Dies sind Beispiele für Fragen, die der Entgeltatlas der Statistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) beantwortet.

Der Entgeltatlas zeigt den Mittelwert des Bruttomonatsgehalts in Euro von sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten im Jahr 2014 an. Angaben stehen für fast alle Berufe zur Verfügung. Mit dem Entgeltatlas kann man mit wenigen Klicks schnell und einfach herausfinden, wer in Deutschland wie viel verdient und das sogar gegliedert nach Bundesländern, Geschlecht und Alter.

Die Nutzung ist denkbar einfach: man muss nur den gewünschten Beruf und ein Bundesland auswählen. Die Ergebnisse werden wahlweise in kartografischer, grafischer und tabellarischer Form dargestellt. Dabei können auch Vergleichswerte für Deutschland angezeigt werden.

(10.05.2016, ba/prh)

Zum Entgeltatlas

 

In Neuigkeiten & Terminen

EduAction Bildungsgipfel 2016 (Mannheim und Heidelberg)

vom 01.07.2016 bis zum 02.07.2016

Ziel des EduAction Bildungsgipfels ist es, die großen Herausforderungen der ZukunftsBildung gemeinsam, innovativ und umsetzungsorientiert zu diskutieren und anzupacken. Auf der Grundlage eines Gipfels starker Impulsgeber und gleichzeitig eines Gipfels zukunftsweisender Praxisbeispiele treten die Akteure aus allen Bildungsbereichen (Lehrende, Lernende, Wirtschaft, Politik, Zivilgesellschaft) in einen Austausch einer neuen Qualität an Vernetzung und wechselseitiger Inspiration.

 

Vergleichende (Weiter-)Bildungsforschung -Multidisziplinäre und länderübergreifende Forschungszugänge (Bonn)

vom 12.09.2016 bis zum 13.09.2016

Am 12. und 13. September 2016 wird das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung (DIE) eine internationale wissenschaftliche Tagung zum Thema »International-Vergleichende (Weiter-)Bildungsforschung – Multidisziplinäre und länderübergreifende Forschungsansätze« in Bonn durchführen.

 

Deutscher Weiterbildungstag 2016 (bundesweit)

vom 29.09.2016 bis zum 29.09.2016

Der nächste Deutsche Weiterbildungstag findet am 29. September 2016 statt. Der Deutsche Weiterbildungstag ist ein bundesweiter Aktionstag für Bildung und Lebenslanges Lernen. Er findet alle zwei Jahre in Hunderten Städten und Gemeinden der Bundesrepublik statt. Deutschlandweit werden rund 750 Veranstaltungen und insgesamt 100.000 Besucher erwartet.

Für die sechste Auflage des Weiterbildungstages sind Neuerungen angekündigt. Allen voran das Schwerpunktthema: 2016 dreht sich alles um die Zukunft der (Weiter-)Bildung, den Mega-Trend Digitalisierung und »Weiterbildung 4.0«.

 

ZWH-Bildungskonferenz 2016 (Düsseldorf)

vom 03.11.2016 bis zum 04.11.2016

Die Bildungskonferenz 2016 steht unter dem Motto »Bildung im Zentrum: Menschen gewinnen, Handwerk stärken«. Sie findet am 3. und 4. November in der Handwerkskammer Düsseldorf statt.

Wie sieht es aus, das Bildungszentrum der Zukunft und welche Rolle nehmen die Bildungszentren zukünftig ein? Welche Chancen kann das Handwerk Geflüchteten bieten und welche Möglichkeiten resultieren daraus für das Handwerk? Wie können Leistungsstarke durch die Aufstiegsfortbildung für das Handwerk gewonnen und durch die »neue« kaufmännische Aufstiegsfortbildung vom Bleiben überzeugt werden?

Diese und andere Fragen werden im Zentrum der Konferenz stehen - und es wird auch viel Raum zum Netzwerken und Diskutieren geben.

 

Erwachsenenbildung in der Einwanderungsgesellschaft (Bonn)

vom 05.12.2016 bis zum 06.12.2016

Die Integration von Flüchtlingen und Migranten ist aktuell das beherrschende gesellschaftliche Thema. Auch die Erwachsenenbildung ist in besonderer Weise gefordert. Das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung macht die »Erwachsenenbildung in der Einwanderungsgesellschaft« zum Thema seines diesjährigen Forums.

Die große Zahl an Flüchtenden, die seit dem letzten Jahr zu uns gekommen sind, hat die Erwachsenenbildung in ihrer Nothilfe-Funktion in einer Weise gefordert, wie es in der Geschichte der Bundesrepublik ohne Beispiel ist. Dabei sind die gesellschaftlichen, politischen und ökonomischen Herausforderungen nicht auf Flucht und Vertreibung beschränkt, sondern weit grundlegender auf den Bedarf an (erwachsenen-)pädagogischen Hilfen in einer Einwanderungsgesellschaft gerichtet.

Eine besondere Herausforderung ergibt sich für die Erwachsenenbildung aus der Tatsache, dass viele ihrer Aktivitäten projektförmig organisiert sind und verlässliche institutionelle Regelungen fehlen. Dies führt zu einer gewissen Kurzatmigkeit des Handelns nicht nur bei neuen, sondern auch bei andauernden Herausforderungen. Dazu gehören die interkulturelle Öffnung von Weiterbildungseinrichtungen, die Vermittlung sprachlicher Kompetenzen an Lernende mit heterogener Vorbildung aus ganz unterschiedlichen Sprachfamilien, die Anerkennung arbeitsmarktrelevanter Kompetenzen, der Umgang mit Wertkonflikten in Veranstaltungen der Erwachsenenbildung sowie die Frage, wie man mit Hilfe politischer Bildung und interkulturellen Trainings dem Fremden, aber auch der Fremdenfeindlichkeit begegnen kann.

Dies sind Themen und Fragestellungen, die den Praktikerinnen und Praktikern der Erwachsenenbildung auf den Nägeln brennen und auf dem DIE-Forum 2016 kritisch diskutiert werden sollen. Denn neben frühkindlicher Bildung, Schulbildung, beruflicher Ausbildung und Hochschulbildung ist es die Erwachsenenbildung, die einen wesentlichen Beitrag zur gesellschaftlichen Integration von Migrantinnen und Migranten leisten kann.

 

 

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