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Neuigkeiten & Termine

Betriebliche Weiterbildung auf neuem Höchststand

IAB Nbg54 Prozent aller Betriebe in Deutschland haben im ersten Halbjahr 2014 die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter unterstützt – so viele wie nie zuvor. Das zeigt eine Befragung von rund 16.000 Betrieben durch das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

»Das Weiterbildungsengagement deutscher Betriebe ist seit der Jahrtausendwende deutlich gestiegen. Das gilt vor allem für kleine und mittelgroße Betriebe, auch wenn diese ihre Weiterbildungsaktivitäten während der Finanzkrise vorübergehend reduziert hatten«, stellen die Arbeitsmarktforscher fest.

32 Prozent der Beschäftigten haben an betrieblichen Weiterbildungen teilgenommen. Die Teilnahmequoten unterscheiden sich dabei nur unwesentlich zwischen kleinen, mittleren und großen Betrieben. Bei kleinen Betrieben kommt es aufgrund der geringen Mitarbeiterzahl häufig vor, dass zwar nicht jedes Jahr eine vom Arbeitgeber unterstützte Weiterbildung stattfindet, bei einem längeren Betrachtungszeitraum wird aber deutlich, dass auch sie in die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter investieren.

Von den Beschäftigten mit Tätigkeiten, die einen Hochschulabschluss erfordern, nahmen 41 Prozent an Maßnahmen der betrieblichen Weiterbildung teil. Bei den Beschäftigten mit einfachen Tätigkeiten waren es 16 Prozent. »Diese Beschäftigten nehmen vergleichsweise selten an betrieblicher Weiterbildung teil. Mit einer stärkeren Beteiligung könnten sich ihre beruflichen Entwicklungs-, Einkommens- und Beschäftigungschancen verbessern«, so das IAB.

Betriebe in Deutschland sehen in der Weiterbildung von Mitarbeitern das bedeutsamste Instrument zur Sicherung ihres Qualifikationsbedarfs, zeigen die Befragungsergebnisse. 45 Prozent der Betriebe messen dieser Strategie eine hohe Bedeutung bei. Attraktive Arbeitsbedingungen zu schaffen und die eigene betriebliche Ausbildung zu forcieren landeten mit 42 bzw. 33 Prozent an zweiter und dritter Stelle.

(04.08.2015, prh)

Ergebnisse der Studie (PDF, 8 Seiten)

 

Stiftung Warentest aktualisiert Leitfaden zur Finanzierung von Weiterbildung

Stiftung Warentest

Für die berufliche Weiterbildung gibt es zahlreiche Unterstützungsangebote: vom Bund, vom Land, vom Arbeitgeber und vom Finanzamt als Steuerrückzahlung. Der Leitfaden der Stiftung Warentest »Weiterbildung finanzieren« zeigt, welche Zuschüsse Arbeitnehmer, Arbeitslose, Berufsrückkehrer und Selbstständige für Weiterbildungen bekommen können.

Weiterbildungen sind teuer. Schon für einen fünftägigen Englisch-Sprachkurs können schnell ein paar hundert Euro anfallen. Doch für Bildungshungrige gibt es Unterstützung. Die aktualisierte Version des Leitfadens erklärt, welche Fördertöpfe Bund und Länder bieten, wie Arbeitnehmer ihre Chefs von Finanzspritzen für Weiterbildungs-Trainings überzeugen können und welche Kreditarten sich zur Finanzierung einer Weiterbildung eignen. Außerdem erfahren Bildungshungrige, wie sie über die Steuererklärung Geld vom Finanzamt zurückbekommen können.

Der Leitfaden stellt diverse staatliche Förderprogramme vor. Vom Bund gibt es Stipendien, Gutscheine und Zuschüsse. Die Höhe der Finanzspritzen variiert. Mit dem Weiterbildungsstipendium der »Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung« zum Beispiel erhalten engagierte Fachkräfte unter 25 Jahren – verteilt auf drei Jahre – bis zu 6.000 Euro für beliebig viele förderfähige Weiterbildungen. Auch einzelne Bundesländer lassen Geld für Bildung springen. Aktuell spendieren acht Bundesländer Zuschüsse. Bildungswillige können sie erhalten, wenn sie im jeweiligen Bundesland wohnen oder arbeiten.

Der Leitfaden wurde optisch optimiert: Die vier Zielgruppen Arbeitnehmer, Arbeitslose, Berufsrückkehrer und Selbstständige sind durch eine farbliche Markierung den jeweiligen Förderprogrammen zugeordnet, die sie in Anspruch nehmen können. Dies erleichtert es, den für sich passenden Fördertopf schnell zu finden.

(03.08.2015, prh)

Zum Leitfaden »Weiterbildung finanzieren«

 

Angestellte fühlen sich bei der Karriereplanung allein gelassen

DUWDUW-Monitor Karriereplanung: Nur jeder zweite Angestellte profitiert von Personal- und Entwicklungsgesprächen. 

Aus Fehlern lernen, sich weiterentwickeln und die Karriereleiter höher steigen - Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wollen im Job nicht auf der Stelle treten. Längst nicht alle können jedoch mit der Unterstützung des Arbeitgebers rechnen, wenn sie sich weiterentwickeln möchten: Lediglich 57 Prozent der Angestellten in Deutschland führen Personal- und Entwicklungsgespräche. Nur knapp die Hälfte trifft Zielvereinbarungen mit den Vorgesetzten (49 Prozent). Individuelle Begleitung von einer Mentorin oder einem Coach erhalten die wenigsten (15 Prozent). Wer seltener Fördermaßnahmen erhält, ist zudem unzufriedener. Das zeigt eine repräsentative Forsa-Umfrage unter 1.000 Erwerbstätigen im Auftrag der Deutschen Universität für Weiterbildung (DUW).

Arbeitgeber ermöglichen nur jedem zweiten Angestellten regelmäßig eine außerbetriebliche Weiterbildung (51 Prozent). Stattdessen konzentriert sich die berufliche Förderung auf interne Maßnahmen: 65 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhalten Gelegenheiten, Erfahrungen und Wissen mit Kollegen auszutauschen, 61 Prozent können regelmäßig an interner Weiterbildung teilnehmen. »Entwicklungsgespräche und klare Zielvereinbarungen sollten in modernen Unternehmen selbstverständlich sein - doch aktuell einigt sich nicht einmal die Hälfte der Angestellten mit den Vorgesetzten auf solche 'Meilensteine'«, sagt Dr. Julian Bomert, Kanzler der DUW. »Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer werden mit ihrer Karriereplanung zu oft allein gelassen. Bewährte Methoden wie das Mentoring und Coaching kommen viel zu selten zum Einsatz. Dabei spielen sie besonders bei der Förderung von Talenten, also künftigen Leistungsträgern und Führungskräften, eine bedeutende Rolle«.

Unzufrieden mit Vorgesetzten, die sich nicht kümmern

Den Angestellten ist klar: Ohne Fördermaßnahmen bleiben berufliche Erfolge aus. Fast jeder dritte Erwerbstätige (31 Prozent) ist der Meinung, dass Arbeitgeber die Karriere zu wenig unterstützen. »Die Forsa-Befragung hat zudem einen Zusammenhang zwischen Angeboten zur beruflichen Weiterentwicklung und Zufriedenheit im Job aufgedeckt: Wer von Vorgesetzten in Sachen Karriereplanung nicht ausreichend gefördert wird, ist unzufriedener als diejenigen, die Unterstützung erhalten«, sagt Bomert.

Florian Schramm, Professor für Personalwirtschaft an der Universität Hamburg, rät Angestellten daher, bei Vorgesetzten Unterstützung einzufordern: »Wer seine Karriere vorantreiben will, muss selbstbewusst auftreten und sich aktiv einbringen - nur dann wird sie oder er wahrgenommen«. Wer es nicht schaffe, seinen Arbeitgeber »aus der Reserve zu locken«, orientiere sich schnell um, so Michael Donat, Mitglied der Geschäftsleitung von Sopra Steria Consulting: »Heutige Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer machen ihre Karriereplanung nicht mehr bedingungslos vom Unternehmen abhängig, sondern nehmen sie selbst in die Hand. Bietet ein anderer Arbeitgeber mehr, zögern sie nicht lange und wechseln«.

Akademische Weiterbildung - Karrieremotor für die Jüngeren

Vor allem die jüngeren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind zielorientiert, wenn es um ihre Karriere geht. Von den 18- bis 35-Jährigen würden 42 Prozent bei einem Jobwechsel den Arbeitgeber vorziehen, der ihnen eine akademische Weiterbildung ermöglicht. Während Jüngere viel Wert auf akademische Abschlüsse wie einen Master oder ein Hochschulzertifikat legen, ist das Weiterbildungsangebot für die Älteren weniger ausschlaggebend für einen Arbeitgeberwechsel. »Innovative Arbeitgeber gehen auch auf die Bedürfnisse jüngerer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein. Sie unterstützen sie auf ihrem Karriereweg, reagieren mit veränderten Arbeitsbedingungen und einer modernen Unternehmenskultur. Wer hier Chancen vergibt, verliert im 'War for Talents'«, sagt Matthias Zeuch, Leiter der internationalen Beratungsgesellschaft HRMnext.

Schlüssel zum Erfolg: Theorie mit Praxisbezug

Egal ob alt oder jung - wenn es um die Inhalte von Weiterbildungsangeboten geht, setzen Angestellte die gleichen Prioritäten: 65 Prozent plädieren dafür, dass eine akademische Weiterbildung vor allem konkretes Fachwissen für die berufliche Praxis vermitteln soll. Nur etwa jeder Zehnte erwartet theoretische Hintergründe. Gut jeder fünfte Erwerbstätige erkennt den besonderen Vorteil von Weiterbildung und antwortet spontan: Beide Aspekte sind wichtig. »Die Dualität von Praxis und Theorie ist der Königsweg«, betont auch Oliver Maassen, Geschäftsführer der Beratungsagentur Pawlik Consultants. »In der zukünftigen Arbeitswelt spielen vor allem schnell wechselnde Themen und Projekte eine Rolle. Die klassischen längerfristigen Jobs treten in den Hintergrund. Es wird also immer wichtiger, sich über Weiterbildungsangebote kurzfristig und gezielt Know-how für den Berufsalltag anzueignen«.

Hintergrund
Das Meinungsforschungsinstitut Forsa befragte im April und Mai 2015 im Auftrag der DUW 1.000 Erwerbstätige ab 18 Jahren.


(28.07.2015, prh)

Materialien zur DUW-Studie (PDF, 10 Seiten)

 

Baden-Württemberg: Licht im Dschungel der Weiterbildungsangebote

Land Baden-Wuerttemberg

In Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg und dem Arbeitgeberverband Südwestmetall hat die Servicestelle HOCHSCHULEWIRTSCHAFT den Online-Katalog über weiterbildende Bachelor- und Masterstudiengänge sowie über Kontaktstudien an Hochschulen im Land aktualisiert.

Der Online-Katalog bietet einen umfassenden Überblick zu den zahlreichen Angeboten der wissenschaftlichen Weiterbildung. Durch die Übersicht wird der Gesamtmarkt für nachfragende Unternehmen und Einzelpersonen erheblich transparenter und die Angebote vergleichbarer. Das nun verfügbare Update 2015 bietet ein erweitertes Angebot nahezu aller staatlichen Hochschulen in Baden-Württemberg. Zudem wurde die Übersichtlichkeit und Benutzerfreundlichkeit erhöht: über Verlinkungen gelangt man nun direkt zu den Weiterbildungseinrichtungen und den fünf Fachbereichen.

»Lebenslanges Lernen darf nicht einfach ein Schlagwort sein. Weiterbildungsangebote eröffnen die Möglichkeit, berufsbegleitend neue Qualifikationen und Kompetenzen zu erwerben. Unsere Hochschulen öffnen sich mit vielfältigen Angeboten für die Berufstätigen und garantieren hierfür hervorragende Qualität«, sagte Wissenschaftsministerin Theresia Bauer.

»Akademische Fort- und Weiterbildung ist wegen immer kürzer werdender Innovationszyklen immens wichtig, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Der Online-Katalog bietet eine herausragende Hilfe, passgenaue Angebote auf dem Weiterbildungsmarkt zu finden«, sagte Karl Schäuble, Vorstandsmitglied von Südwestmetall und Vorsitzender des Bildungswerks der Baden-Württembergischen Wirtschaft.

Hintergrund
Die Servicestelle HOCHSCHULEWIRTSCHAFT fördert die wissenschaftliche Weiterbildung und fungiert dabei als Schnittstelle zwischen Arbeitgebern und Hochschulen. Sie arbeitet dabei zusammen mit dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst und dem Arbeitgeberverband Südwestmetall (Verband der Metall- und Elektroindustrie Baden-Württemberg), der die Servicestelle finanziell trägt. Die operative Durchführung liegt beim Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft e.V.


(24.07.2015, prh)

Zum Katalog (PDF, 293 Seiten)

Datenbank Weiterbildung in Baden-Württemberg

 

Trotz Fachkräftemangel: Langzeitarbeitslose ohne Chancen

BBB

Bildungsverband: »Die Bundesagentur für Arbeit spart Milliarden, statt in Weiterbildung zu investieren«

Rund 316.000 Menschen haben 2014 an einer von der Bundesagentur für Arbeit (BA) und den Jobcentern geförderten beruflichen Weiterbildung teilgenommen, schreibt die Bundesregierung in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke. Die Eintritte in diese Fördermaßnahmen liegen damit sehr hoch, so die Regierung, und sie betont den hohen Stellenwert, den die Weiterbildung nach wie vor hat. Die Arbeitslosigkeit lag bei rund 2,9 Millionen. Knapp die Hälfte aller Arbeitslosen (etwa 45 Prozent) hatte keine abgeschlossene Berufsausbildung, ca. 10 Prozent davon besuchten eine Weiterbildungsmaßnahme.

»Bei diesen Zahlen kann von einem hohen Stellenwert der Weiterbildung keine Rede sein«, sagte Thiemo Fojkar, Vorsitzender des BBB-Bildungsverbandes, in Berlin. »Bei dem enormen Fachkräftebedarf in Deutschland ist es nicht nachvollziehbar, dass die BA in den letzten zwölf Monaten einen Überschuss in Höhe von 2,62 Milliarden Euro erzielen konnte«.

Bei 1,3 Millionen Arbeitslosen ohne Berufsabschluss könnte und müsste mehr Geld in eine abschlussorientierte Weiterbildung investiert werden. Laut Statistik der BA konnten jedoch nur 49.000 Menschen (darunter 5.600 Langzeitarbeitslose) davon Gebrauch machen, ganze 3,8 Prozent.

»Das ist einfach beschämend«. Das werde auch den steigenden beruflichen Anforderungen im Rahmen einer zunehmenden Digitalisierung der Arbeitswelt nicht gerecht, sagte der BBB-Vorsitzende.

Schon Anfang des Jahres forderte der Bildungsverband, dass »von der guten wirtschaftlichen Situation auch jene Menschen profitieren sollen, die schon lange arbeitslos sind, gerade auch die ohne Berufsabschluss«. Sie müssten die Chance bekommen, zu fairen Bedingungen am Erwerbsleben teilzuhaben.


(24.07.2015, )

vergleiche: Stellenwert der Förderung beruflicher Weiterbildung

 

Stellenwert der Förderung beruflicher Weiterbildung

bundestagIm Jahr 2014 haben rund 316.000 Menschen an einer von der Bundesagentur für Arbeit oder den Jobcentern geförderten beruflichen Weiterbildung teilgenommen. Das schreibt die Bundesregierung in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke.
 
Insgesamt hätten sich die Eintritte in solche Maßnahmen seit 2009 von einem krisenbedingt sehr hohen Förderniveau fast halbiert, lägen aber immer noch deutlich höher als im Jahr 2006, so die Regierung. Damals seien 264.000 Weiterbildungen gefördert worden, bei allerdings 4,5 Millionen Arbeitslosen.
 
Im vergangenen Jahr habe die Arbeitslosenzahl bei 2,9 Millionen gelegen. Dieses Verhältnis von Arbeitslosenzahl zu den Förderungen zeige den hohen Stellenwert der beruflichen Weiterbildung in der Arbeitsmarktpolitik, heißt es in der Antwort. Aus ihr geht ferner hervor, dass 2014 insgesamt 1,3 Millionen und damit 45 Prozent aller Arbeitslosen ohne abgeschlossene Berufsausbildung waren.
 
Zur Bedeutung der Förderung beruflicher Weiterbildung heißt es wörtlich:
 
»Angesichts steigender und veränderter Qualifikationsanforderungen und Fachkräfteengpässen ist die Weiterbildungsförderung eine wichtige arbeitsmarktpolitische Förderleistung, insbesondere für arbeitslose und geringqualifizierte beschäftigte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Der qualifikationsspezifische Strukturwandel wird dazu führen, dass die Zahl der Erwerbstätigen ohne Berufsausbildung an der Gesamtbevölkerung weiter zurückgeht. Die Arbeitsmarktpolitik unterstützt mit der Weiterbildungsförderung insbesondere das Nachholen eines Berufsabschlusses und trägt damit maßgeblich zur Verbesserung von Beschäftigungschancen und Fachkräftesicherung bei«.
 
(22.07.2015, prh)

Im Wortlaut: Antwort der Bundesregierung (PDF, 28 Seiten)

vergleiche: Trotz Fachkräftemangel: Langzeitarbeitslose ohne Chancen

 

Weiterbildung: Arbeitnehmer dürfen nicht immer gebunden werden

Deutscher Anwaltverein1

Nach einer Weiterbildung verpflichten Arbeitgeber häufig ihre Mitarbeiter, eine bestimmte Zeit lang nicht zu kündigen – oder andernfalls die Kosten der Weiterbildung zurückzuzahlen. Die Deutsche Anwaltauskunft weist darauf hin, dass die sogenannten Bindungsklauseln nicht immer zulässig sind. Zudem dürfen sie nicht zu lang sein.

Die Weiterbildung der eigenen Mitarbeiter kostet den Arbeitgeber Geld. Umso ärgerlicher ist es dann, wenn Mitarbeiter kurz nach der Fortbildung das Unternehmen verlassen und ihr Wissen möglicherweise bei einem anderen Arbeitgeber nutzen. Viele Unternehmen sichern sich dagegen mit sogenannten Bindungsklauseln ab: Der Arbeitnehmer muss sich vor einer Qualifizierungsmaßnahme verpflichten, danach eine gewisse Zeit das Unternehmen nicht zu verlassen oder andernfalls die Ausbildungskosten zurückzuzahlen. Arbeitnehmer müssen solche Klauseln aber nicht immer akzeptieren.

»Bindungsklauseln sind nur zulässig, wenn der Arbeitnehmer selbst dadurch einen Vorteil hat – sich sein ‚Marktwert' also steigert«, sagt Rechtsanwalt Michael Eckert von der Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV). Ein Staplerführerschein verschaffe dem Arbeitnehmer beispielsweise einen Vorteil auf dem Arbeitsmarkt. Bei einer Schulung über die speziellen Abläufe im Unternehmen sei das eher nicht der Fall – hier müssen Arbeitnehmer eine Bindungsklausel in der Regel nicht akzeptieren.

Arbeitnehmer sollten zudem darauf achten, dass die vereinbarte Frist nicht zu lang ist. »Klauseln, die länger als zwei oder drei Jahre dauern, sind nur in Ausnahmefällen gültig«, sagt Michael Eckert vom DAV.

QUELLE: Deutsche Anwaltauskunft (ein Service des Deutschen Anwaltvereins)

(20.07.2015, prh/DAV)

Weitere Informationen zum Thema

 

Wuppertaler Kreis legt Trendstudie 2015 vor

Wuppertaler Kreis

Der Umsatz der Weiterbildungseinrichtungen im Wuppertaler Kreis entwickelt sich überwiegend stabil. Im Vergleich der unterschiedlichen Angebotsformen sind es wieder vor allem die firmeninternen Seminare, die das positive Wachstum stützen, während sich die Erwartungen für offene Seminare eher im ausgewogenen Bereich bewegen. Der Umsatzanteil im Segment der offenen Seminare macht heute noch gut 30% des Gesamtumsatzes der Institute aus. Die Seminare und Lehrgänge der Mitglieder des Wuppertaler Kreises werden häufig von mittelständischen Unternehmen nachgefragt. Mehr als 60% der Teilnehmenden stammen aus kleineren und mittelständischen Unternehmen mit bis zu 500 Beschäftigten.

Für die Sicherung des Fachkräftebedarfs vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung in Deutschland bietet die Migration viele Chancen. Um Zuwanderer erfolgreich in den Arbeitsmarkt zu integrieren, können Weiterbildungsdienstleister wirksame Unterstützung leisten. Dabei geht es darum, die Qualifikationen der Zuwanderer anzupassen, damit sie sich erfolgreich und langfristig auf dem deutschen Arbeitsmarkt integrieren können.

Ein langfristiger Trend ist die zunehmende zeitliche Flexibilität der Weiterbildung. So wie Arbeitsprozesse heute weniger als früher an Arbeitszeiten und feste Einsatzorte gebunden sind, passt sich auch die Weiterbildung an die komplexer gewordene Zeitgestaltung in den Unternehmen an. Zeitlich ungebundene Weiterbildungsformate stehen »just in time« bereit, wo im Arbeitsprozess gerade ein Problem auftaucht. Dazu gehören zum Beispiel kleine Lerneinheiten auf mobilen Endgeräten und kurze Videos, die den selbstgesteuerten Lernprozess am Arbeitsplatz sinnvoll unterstützen und ergänzen.

Im Jahre 2014 haben knapp 1,4 Millionen Teilnehmerinnen und Teilnehmer, überwiegend Fach- und Führungskräfte der Wirtschaft, an einem der über 123.000 Seminare, Lehrgänge und Weiterbildungsveranstaltungen der Mitgliedsinstitute des Wuppertaler Kreises teilgenommen. Mit den Weiterbildungsdienstleistungen erzielten die Unternehmen im Wuppertaler Kreis im Jahr 2014 gemeinsam einen Jahresumsatz von 1,24 Milliarden Euro.

Hintergrund
Der Wuppertaler Kreis - Bundesverband betriebliche Weiterbildung ist nach eigener Aussage der Verband der führenden Weiterbildungseinrichtungen der Wirtschaft. Er ermittelt jährlich den Geschäftslage-Indikator Weiterbildung. Für 2015 signalisiert der Index mit 115 Punkten eine weiterhin positive Stimmung auf dem Weiterbildungsmarkt.

QUELLE: Nach einer Pressemeldung des Wuppertaler Kreises
(13.07.2015, prh)

Zu den Ergebnissen der Trendstudie (PDF, 26 Seiten)

 

Bildungsurlaub: Auch in Thüringen wird eine Bildungsfreistellung kommen

Land Thueringen»Breite Debatte zur Bildungsfreistellung hat sich gelohnt«.  

Arbeitnehmer in Thüringen erhalten künftig (voraussichtlich ab 1. Januar 2016) die Möglichkeit, sich beruflich weiterzubilden, gesellschaftspolitisch zu informieren sowie Kenntnisse für ihre ehrenamtliche Tätigkeit zu erwerben und dafür von ihrem Arbeitgeber bis zu fünf Tage pro Jahr freigestellt zu werden. Dafür machte der Thüringer Landtag mit Beschluss des Bildungsfreistellungsgesetzes gestern (08.07.2015) den Weg frei.

Thüringens Bildungsministerin Birgit Klaubert unterstreicht: »Die Bildungsfreistellung ist gut für Thüringen – für das Bildungsland Thüringen und für den Wirtschaftsstandort Thüringen. Denn Lernen endet längst nicht mehr nach der Schule oder der Ausbildung, sondern ist eine lebenslange Herausforderung. Mit dem Bildungsfreistellungsgesetz schafft Thüringen eine wichtige Voraussetzung für den notwendigen Wissenserwerb«.

Klaubert dankte allen Akteuren, die sich in den vergangenen Monaten in die Debatte zur Bildungsfreistellung eingebracht haben. Der Gesetzentwurf sei mit Vertretern der Kammern, der Arbeitgeber und der Wirtschaft, der kommunalen Spitzenverbände, mit Arbeitnehmervertretungen und Gewerkschaften sowie Bildungsträgern ausführlich diskutiert worden. Nach einer Anhörung und einer Informationsveranstaltung sowie zahlreichen Gesprächen mit Experten habe es im Frühjahr noch zwei Werkstattgespräche gegeben. »Diese breite Debatte hat uns geholfen, für das Thema zu werben und bei manchen vielleicht auch noch Vorurteile abzubauen. Allen, die sich engagiert beteiligt haben, meinen herzlichen Dank«.

Nicht zuletzt durch die Auswertung der mündlichen Anhörung und des online-Diskussionsforums zum Bildungsfreistellungsgesetz seien noch Änderungen am Gesetz aufgenommen worden. »Wir wollen, dass Bildungsmaßnahmen, die im Rahmen der Bildungsfreistellung wahrgenommen werden, einen hohen Qualitätsstandard erfüllen. Deswegen soll jede einzelne Bildungsmaßnahme vorher geprüft werden. Pauschalzusagen gibt es nicht. Damit senden wir auch ein klares Signal an die Bildungsträger«.

Qualität bleibe auch künftig ein wichtiges Kennzeichen des Gesetzes, so Klaubert. »Deswegen haben wir uns eine Selbstüberprüfung auferlegt. Das Gesetz geht jetzt in die Praxisphase. Nach drei Jahren Laufzeit werden wir eine Evaluation durchführen. Dann wird sich zeigen, was wir noch besser machen können«.

Die Dauer der Bildungsfreistellung beträgt jährlich 5 Arbeitstage bzw. den Zeitraum einer regelmäßigen Arbeitswoche. Für nachgewiesene Tage der Arbeitsunfähigkeit während der Bildungsfreistellung bleibt der Anspruch bestehen.
 
Der Freistellungsanspruch kann einmalig aus dem Jahr seiner Entstehung in das folgende Jahr übertragen werden.

 

Redaktioneller Nachtrag:
Das Gesetz soll zum 1. Januar 2016 in Kraft treten.

(09.07.2015, prh)

Weitere Informationen

Zum Gesetzestext (verabschiedeter Entwurf; PDF, 25 Seiten)

 

Meister-BAFöG 2014: 172.000 Geförderte in Deutschland

destatisDie Zahl der Empfängerinnen und Empfänger von »Meister-BAföG« stieg im Jahr 2014 mit + 0,2 % nur geringfügig gegenüber dem Vorjahr. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, erhielten in Deutschland damit etwa 172.000 Personen »Meister-BAföG«-Leistungen nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG).

Etwa zwei Drittel der Geförderten waren Männer. Ihre Zahl nahm gegenüber 2013 um 0,7 % auf 117.000 zu. Die Zahl der Frauen mit »Meister-BAföG« sank im gleichen Zeitraum um 0,7 % auf knapp 55.000.

Die gefragtesten Berufe mit einer Fortbildungsmaßnahme nach dem AFBG waren 2014 bei den Männern der geprüfte Industriemeister Metall, gefolgt vom staatlich geprüften Maschinenbautechniker und dem Kraftfahrzeugtechnikermeister. Bei den Frauen waren die häufigsten Berufe die staatlich geprüfte Erzieherin, gefolgt von der geprüften Wirtschaftsfachwirtin und der Friseurmeisterin.

Rund 75.000 (44 %) der Geförderten nahmen an einer Vollzeitfortbildung teil, 97.000 (56 %) bildeten sich in Teilzeit fort. Gegenüber 2013 stieg die Zahl der geförderten Personen in Vollzeit um 3,9 %, während die Zahl der Geförderten in Teilzeit um 2,4 % zurückging.

Mit dem »Meister-BAföG« werden Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Maßnahmen der beruflichen Aufstiegsfortbildung durch Beiträge zu den Kosten der Bildungsmaßnahme und zum Lebensunterhalt finanziell unterstützt. An Förderleistungen standen im Jahr 2014 insgesamt 587 Millionen Euro zur Verfügung. Das waren 2,0 % mehr als im Vorjahr.

Von den Förderleistungen entfielen rund 397 Millionen Euro auf Darlehen und 190 Millionen Euro auf Zuschüsse. Die Geförderten erhielten Zuschüsse zur Finanzierung der Lehrgangs- und Prüfungsgebühren (81 Millionen Euro), für den Lebensunterhalt (100 Millionen Euro), für den Kindererhöhungsbetrag (8 Millionen Euro) und zur Kinderbetreuung (1 Million Euro).

Die Darlehen wurden für Lehrgangs- und Prüfungsgebühren (184 Millionen Euro), für den Lebensunterhalt (202 Millionen Euro), für den Kindererhöhungsbetrag (8 Millionen Euro), für die Kosten während der Prüfungsvorbereitungsphase (2 Millionen Euro) und für die Anfertigung des »Meisterstücks« (1 Million Euro) bewilligt. Ob die Förderungsberechtigten die bewilligten Darlehen in Anspruch nehmen, können sie frei entscheiden. Insgesamt überwies die Kreditanstalt für Wiederaufbau an die Geförderten im Jahr 2014 Darlehen in Höhe von rund 309 Millionen Euro. Geförderten Personen werden auf Antrag nach erfolgreichem Abschluss ihrer Weiterbildungsmaßnahme 25 % ihres Restdarlehens zum Maßnahmebeitrag erlassen. Im Jahr 2014 erhielten rund 30.000 Personen einen Darlehenserlass im Wert von insgesamt 23 Millionen Euro.

(29.06.2015, prh)

Weitere Informationen zur Ausbildungsförderung

 

DGB kritisiert schlechte Chancen auf Weiterbildung bei Geringqualifizierten

dgbDer Anteil der Geringqualifizierten unter den Arbeitslosen steigt. Besonders im Hartz-IV-System ist der Anstieg sichtbar: Immer häufiger werden Geringqualifizierte von den Jobcentern und nicht von der Arbeitslosenversicherung betreut.

Das Problem: Die Jobcenter fördern diese Zielgruppe deutlich seltener mit geeigneten Weiterbildungsmaßnahmen als die Arbeitsagenturen – das zeigt eine aktuelle Auswertung des DGB.

Die Arbeitslosenquote von Ungelernten ist etwa viermal höher als bei Menschen mit abgeschlossener Ausbildung. Und der Anteil von Menschen ohne formalen Qualifikationsabschluss an allen Arbeitslosen steigt kontinuierlich an. Im Hartz-IV-System steigt der Anteil der Geringqualifizierten deutschlandweit sogar von 50,7 Prozent im Jahr 2009 auf 55,5 Prozent im Durchschnitt des Jahres 2014. »Es findet also eine messbare Verschiebung der Probleme von der Versicherung zu den Jobcentern statt«, heißt es in der DGB-Auswertung. Sprich: Statt von der Arbeitslosenversicherung, also den Agenturen für Arbeit, werden Geringqualifizierte mehr und mehr von den Jobcentern, also im Hartz-IV-System, betreut. »Ein Trend, der sich verstärkt«, stellt die DGB-Auswertung fest.

Trotz größerem Bedarf bei Geringqualifizierten: Weiterbildung weniger intensiv

Die »Förderintensität« durch Weiterbildung sei für Gerinqualifizierte »in den Jobcentern niedriger als im Versicherungssystem«, so die DGB-Auswertung. Obwohl Geringqualifizierte eigentlich einen höheren Bedarf an passenden Weiterbildungsmaßnahmen hätten, als andere Arbeitslosengruppen, haben sie oft das Nachsehen.

Nachträgliche Bildungsangebote ernster nehmen – auch ohne kurzfristige Vermittlungserfolge

»Wesentliche Ursachen hierfür sind die unzureichende Mittelausstattung der Jobcenter, aber auch eine häufige Ausrichtung auf einen eher kurzfristigen Integrationserfolg ohne Beachtung mittel- und langfristiger Perspektiven«, heißt es in der DGB-Auswertung. »Die Aufgabe, auch Menschen, die vielfach keine gute Bildung erhalten konnten, nun nachträglich noch zu derartigen Angeboten zu bewegen, muss noch viel ernster genommen werden, auch wenn hier nicht immer kurzfristige Erfolge möglich sind«.

(28.06.2015, )

arbeitsmarkt aktuell 06/2015: »Aussichtslos?!? - Zur Situation Geringqualifizierter auf dem Arbeitsmarkt« (PDF, 17 Seiten)

 

MINT-Gipfel: Berufliche Bildung muss attraktiver und innovativer werden

Berufliche Aus- und Weiterbildung sind unverzichtbar für Wettbewerbsfähigkeit, Wertschöpfung und Innovation – doch das deutsche Erfolgsmodell der dualen Ausbildung ist in Gefahr. Beim 3. Nationalen MINT-Gipfel diskutieren am 25. Juni in Berlin hochrangige Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, wie sich die drohende Lücke bei beruflich qualifizierten Fachkräften abwenden lässt. Bundesbildungsministerin Johanna Wanka betont dabei die Bedeutung von erweiterten Möglichkeiten zur Berufsorientierung, darunter geplante individuelle Potenzialanalysen für eine halbe Million Jugendliche.

Das Modell der beruflichen Bildung in Deutschland ist eine anerkannte Erfolgsgeschichte. Dennoch gerät es immer stärker unter Druck: Zum einen droht eine Marginalisierung aufgrund steigender Studierendenzahlen und der demografischen Entwicklung, zum anderen machen die fortschreitenden technologischen Herausforderungen einen Wandel der bisherigen Ausbildungsstrukturen und Inhalte erforderlich. Die Prognosen rechnen mit einer großen Lücke bei beruflich ausgebildeten MINT-Fachkräften. Wie wird die duale Berufsausbildung in den naturwissenschaftlich-technischen Berufen wieder attraktiv? Wie lassen sich dabei bisherige Stärken bewahren und ausbauen?

Diese Fragen stehen im Mittelpunkt des 3. Nationalen MINT-Gipfels, den Bundesbildungsministerin Johanna Wanka am 25. Juni in Berlin eröffnet. Sie betont unter anderem erweiterte Möglichkeiten zur Berufsorientierung, darunter individuelle Potenzialanalysen für eine halbe Million Jugendliche, die vom BMBF unterstützt würden. Unter den Teilnehmern des anschließenden Podiums sind Brigitte Zypries, Parlamentarische Staatssekretärin des Bundeswirtschaftsministeriums, Vorstandsmitglied der Deutschen Bahn Heike Hanagarth, der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes Reiner Hoffmann und Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks.

Zentrale Forderungen zur Stärkung der beruflichen Bildung

Die Mitglieder des Nationalen MINT-Forums haben sich auf eine gemeinsame Strategie mit vier Eckpfeilern verständigt, um die berufliche MINT-Bildung zu stärken:

Erstens sollen Karrierewege für beruflich Qualifizierte attraktiver werden. Das bedeutet beispielsweise, Aufstiegsperspektiven über den »Techniker« oder »Meister« hinaus zu öffnen. »Solche Chancen müssen mehr als nur sichtbar sein, sie müssen in betrieblichen Karrieren und in der Vergütung konkret werden. Außerdem braucht berufliche Bildung mehr Wertschätzung, sowohl innerbetrieblich als auch gesellschaftlich«, fordert Thomas Sattelberger, einer der beiden Sprecher des Nationalen MINT-Forums. »Junge Menschen orientieren sich bei Berufsentscheidungen auch an Aufstiegschancen und möglichen Bildungsrenditen. Arbeitgeber müssen das berücksichtigen, um wieder mehr Nachwuchskräfte für die betriebliche MINT-Ausbildung zu gewinnen«.

Zweitens müssen berufliche und akademische Bildung besser verzahnt werden. Dabei geht es nicht nur um erweiterte Anrechnungs- und Zulassungs-bestimmungen: »Wir brauchen viel mehr echte Hybridmodelle wie das duale Studium. Sie stärken sowohl die wissenschaftlichen Anteile in der Ausbildung, als auch den Praxisbezug im Studium«, sagt Henning Kagermann, ebenfalls Sprecher des Nationalen MINT-Forums.

Drittens sollen neue Einstiegsmöglichkeiten in die berufliche MINT-Bildung eröffnet werden. Junge ungelernte Arbeitnehmer, Jugendliche in Übergangssystemen sowie Nachwuchskräfte mit sozial bedingten Startnachteilen müssen besser gefördert werden. Das gilt auch für Frauen in MINT-Berufen. Bei der Bewerberauswahl sind nicht allein Schulnoten, sondern viel stärker die Potenziale der Bewerberinnen und Bewerber zu betrachten. Auswahlverfahren müssen also durch potenzial- und kompetenzorientierte Komponenten ergänzt werden. Ausbildungsformen müssen individualisiert und gegebenenfalls modularisiert werden.

Viertens sind Berufs- und Studienorientierung neu zu konzipieren, mit einem Schwerpunkt auf praktischen Erfahrungen. Der Erwerb individueller beruflicher Erfahrungen sollte in schulischen Curricula mehr Gewicht haben, ebenso die Orientierung an Rollenvorbildern.

Bundesregierung fördert Potenzialanalysen und bessere Berufsorientierung

Ministerin Wanka begrüßt das Engagement des Nationalen MINT-Forums und sagt: »Deutschland ist auf qualifizierte MINT-Fachkräfte angewiesen – aus der akademischen wie aus der beruflichen Bildung gleichermaßen. Beide Bildungsbereiche bieten jungen Menschen attraktive, flexible und gleichwertige Karrierewege«. Die spätere Entscheidung für eine MINT-Karriere hänge oft eng mit den Erfahrungen in der Schule zusammen. »Ich bin überzeugt, dass ein breites Interesse für naturwissenschaftliche Fragestellungen nur entsteht, wenn wir Kinder frühzeitig und alltagsgerecht für diese Themen begeistern. In der Berufsorientierung brauchen Jugendliche an ihren Kompetenzen ausgerichtete Unterstützung, also individuelle Beratung und Potenzialanalysen. Hier setzen wir an und wollen noch mehr junge Menschen mit unseren Beratungsangeboten erreichen, auch an Gymnasien«, so Wanka. Die Bundesregierung erweitert die Möglichkeiten zur Berufsorientierung und will in den nächsten Jahren über 100.000 jungen Menschen eine Berufseinstiegsbegleitung anbieten; 500.000 Jugendliche sollen von einer individuellen Potenzialanalyse profitieren. »Das gab es in dieser Dimension noch nicht«, so Wanka.

Aktionsprogramm für eine kontinuierliche Stärkung der MINT-Bildung

Am Nachmittag des 25. Juni stellen die Arbeitsgruppen des Nationalen MINT-Forums ihre Empfehlungen zu folgenden bildungspolitischen Themen vor:

  •  MINT-Potenziale heben: Fördermaßnahmen von Kita bis Uni
  •  Internationalisierung des MINT-Studiums
  •  Unterstützung regionaler Netzwerke zur MINT-Bildung vor Ort
  •  Steigerung der Attraktivität von Ingenieurberufen
  •  Stärkung der MINT-Lehramtsausbildung
  •  Kontinuierliche und professionelle Unterstützung von MINT-Lehrkräften
  •  Qualitätssicherung von MINT-Initiativen und -projekten

Über das Nationale MINT-Forum
Im Nationalen MINT-Forum setzen sich über 30 große, überregional tätige Wissenschaftseinrichtungen, Stiftungen und Verbände gemeinsam für eine bessere Bildung in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) entlang der gesamten Bildungskette ein: von der frühkindlichen über die schulische, die berufliche und akademische Bildung bis hin zur Weiterbildung und zum lebenslangen Lernen. Im Nationalen MINT-Forum werden konkrete Forderungen der Wirtschaft und Forschung an Politik und andere gesellschaftliche Akteure formuliert.

(25.06.2015, prh)

Nationales MINT-Forum

 

ichMOOC: »Mein Digitales Ich« – der größte Volkshochschulkurs aller Zeiten

Mein Digitales Ich H160Das Institut für Lerndienstleistungen der Fachhochschule Lübeck und die Volkshochschulen in Hamburg und Bremen kooperieren bei der Vermittlung von Basiswissen durch Massiv Open Online Courses, sogenannte MOOCs. Das Ziel dieser Kooperation ist es, einen Pilotkurs mit dem Namen »Mein digitales Ich« zur Erkennung der digitalen Identität zu entwickeln. Jetzt ist der Kurs mit großem Zulauf gestartet.

Seit Ende des letzten Jahres kooperieren das Institut für Lerndienstleistungen der Fachhochschule Lübeck und die Volkshochschulen in Hamburg und Bremen im Rahmen von Massiv Open Online Courses, sogenannte MOOCs. Das Ergebnis dieser Kooperation soll es sein, einen Pilotkurs mit dem Namen »Mein digitales Ich« zu entwickeln und auf die Reise zu schicken. In dem MOOC dreht es sich um die Erkennung der digitalen Identität. Dieser Massive Open Online Course betitelt als ichMOOC, ging im Frühjahr 2015 mit durchschlagendem Erfolg an den Start und ist ein flächendeckendes Bildungsangebot zur Qualifizierung durch digitales Lernen.

»Wieso bekomme ich bei der Zahl 1.000 eine Gänsehaut? Weil es die 1.000 Anmeldung ist«, erklärte Joachim Sucker, E-Learning-Begeisterter und Lernweltengestalter von der Volkshochschule Hamburg Ende Mai 2015. Mittlerweile sind es bereits über 1.500 Teilnehmende. Nie zuvor erreichten Volkshochschulkurse solche Dimensionen. »Dieser Kurs im neuen Bildungsformat ist der bisher größte Kurs aller Zeiten in der Geschichte der Volkshochschule«, so Sucker weiter.

Die Teilnehmenden kommen überwiegend aus Deutschland, Österreich, Schweiz und Italien. Aber auch Interessierte aus anderen europäischen Staaten, aus Algerien, Brasilien, Südafrika oder Japan sind dabei.

Das Besondere an dem Kurs sind die MOOCbars. In den Bars werden Begleitangebote für Lernen in Präsenz angeboten, die an 50 Standorten in Deutschland sowie in Österreich, der Schweiz und Italien, verstreut sind. Hier treffen sich MOOC-Teilnehmende und diskutieren zu Live-Expertenvorträgen und über einzelne Inhalte des Kurses.

Die aktuelle Woche des ichMOOC startet unter dem Titel »Stress durch Soziale Netzwerke«. Es geht dabei um Mobbing und Shitstorm. Ein provokanter Post in einem Forum, ein rasch hingeworfener Kommentar – und schon gibt es Streit im Netz. Warum kommt es im Digitalen eigentlich so leicht zu Missverständnissen?

Mit diesem Thema beschäftigt sich die Expertin, Diplompsychologin und Fachjournalistin für IT, Maria-Christina Nimmerfroh seit vielen Jahren. Sie erläutert die Grundregeln des digitalen Dialogs und gibt Tipps, wie man möglichst stressfrei durchs Netz kommt, Fettnäpfchen meidet und souverän mit Fehlern und Angriffen umgeht. »Fast jeder hat heute eine digitale Identität. Da, wo wir selbst aktiv sind, können wir diese nach unseren Wünschen formen. Dazu benötigen wir Handwerkszeug«, betont Joachim Sucker. Mit dem kostenlosen ichMOOC wird das Handwerkszeug vermittelt, mit dem die eigene digitale Identität gesteuert werden kann.

Der Kurs beleuchtet die Chancen und zeigt mögliche Stolpersteine zu einer Wunsch-Identität im Netz. Digitale Identitäten sind heute selbstverständlich. Wer will ich im Web sein? Wer kann welche Informationen über mich sehen? Wie trenne ich Berufliches von Privatem. Diese und andere Fragen werden in dem ichMOOC beantwortet. Die Online-Identität hinterlässt gewollt und ungewollt Spuren mit Fotos oder Namen in Profilen der sozialen Netzwerke. Die verschiedenen Facetten von beruflichem und privatem Auftreten bilden die digitale Persönlichkeit.

Die »digitale Identität« wird zukünftig Bestandteil einer jeden Biografie sein. Wie lässt sich eine Identität im Netz bilden, lenken und kommunizieren? Eine spannende Frage, die die Hamburger Volkshochschule, die Bremer Volkshochschule und die Fachhochschule Lübeck im ichMOOC beantworten.

(17.06.2015, prh)

MOOC »Mein digitales Ich«

 

wb-web: Umfrage für Lehrkräfte der Erwachsenenbildung

wb-webInhalte möglichst praxisnah und an den Bedürfnissen der Lehrkräfte der Erwachsenenbildung ausrichten – das ist das Ziel von wb-web. Das Portal lädt deshalb alle interessierten Lehrkräfte ein, an einer neuen Umfrage teilzunehmen.

Aus einer ersten Umfrage im vergangenen Jahr haben wurden viele Anregungen aufgenommen, die direkt in die Konzeption von wb-web.de mit eingeflossen sind.

Mit einer zweiten Umfrage soll in Erfahrung gebracht werden, was Sie sich konkret von bestimmten, für das Online-Portal vorgesehenen Themen und Inhalten erwarten. Ergänzend interessiert die Portalbetreiber Ihre Meinung zu den weiteren Funktionen auf wb-web - insbesondere der geplanten Community.

Mit Ihrer Teilnahme helfen Sie, das Portal optimal auf die Bedürfnisse derjenigen zuzuschneiden, auf die es in der Weiterbildung besonders ankommt: Sie, die im direkten Kontakt zu den Teilnehmenden stehen und Lernangebote für Erwachsene gestalten.

Die Umfrage ist bis zum 29.06.2015 zu erreichen.

Die Bearbeitung wird etwa 30 Minuten in Anspruch nehmen. Die Befragung erfolgt selbstverständlich freiwillig und anonym. Die Befragungsdaten werden nur zu wissenschaftlichen Zwecken im Kontext des Vorhabens verwendet und nicht an Dritte weitergegeben.

Als Dankeschön verlost die Bertelsmann Stiftung folgende Preise:

1 iPad Air 16 GB
1 Sony Xperia Z1 Compact
6 Buchgutscheine bei Fairbuch.de im Wert von je 50 Euro

Bei Interesse an einer Teilnahme an der Verlosung besteht am Ende des Fragebogens die Möglichkeit, eine E-Mail-Adresse anzugeben. Diese wird getrennt von den Antworten im Fragebogen – ausschließlich zum Zwecke der Gewinnübermittlung – gespeichert und nach Abschluss der Verlosung gelöscht.

Berechtigt zur Teilnahme sind alle Befragten ab 18 Jahren, deren ausgefüllte Umfrage bis zum Abschluss des Befragungszeitraums beim wb-web-Portal eingeht. Über den Gewinn entscheidet das Los. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Mitarbeiter der Bertelsmann Stiftung, des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung und der Universität Tübingen werden bei der Verlosung nicht berücksichtigt.

(15.06.2015, prh)

Zur Umfrage

Zum Portal

 

Studie: Qualifiziertes Personal ist wichtigstes Aushängeschild für Pflegeeinrichtungen

DGQ

Nachwuchsförderung, Weiterbildung und gutes Qualitätsmanagement sichern Standards. 

Mehr als die Hälfte der Deutschen (55 Prozent) nennt qualifiziertes Pflegepersonal als besonders wichtiges Kriterium bei der Auswahl einer Pflegeeinrichtung – damit ist dieser Aspekt wichtiger als anfallende Kosten (42 Prozent). Je älter die Befragten, desto stärker werden Ausgaben berücksichtigt.

Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Studie der Deutschen Gesellschaft für Qualität (DGQ) unter rund 1.000 Verbrauchern.

Drittwichtigstes Kriterium ist der Zugang zu ärztlicher Versorgung. 36 Prozent beziehen diesen Aspekt in ihre Entscheidungsfindung verstärkt mit ein. Einen ähnlich hohen Stellenwert hat für die Befragten der Sympathiefaktor des Pflegepersonals (34 Prozent). Qualitätssiegel oder ein etabliertes Qualitätsmanagement nennen lediglich 26 Prozent.

Weichen stellen für die Zukunft

Die Studie zeigt, dass der Fokus bei der Auswahl einer Pflegeeinrichtung stark auf dem Personal liegt. In Zeiten des Fachkräftemangels stehen Politik und Bildungseinrichtungen vor einer doppelten Herausforderung: sie müssen den Beruf ausreichend attraktiv für Arbeitnehmer machen und gleichzeitig sicherstellen, dass Fachkräfte ausreichend qualifiziert sind. Die Nachwuchsförderung spielt dabei eine wichtige Rolle. »Die DGQ unterstützt daher die Förderung junger Pflegefachkräfte aktiv. Als einer der Schirmherren der Bundesinitiative 'Bester Schüler in der Alten- und Krankenpflege´ haben wir uns auch in diesem Jahr sehr über die zahlreichen Bewerbungen motivierter und hochqualifizierter Talente gefreut«, sagt DGQ-Präsident Udo Hansen.

Gefragt ist die Politik auch bei der Anerkennung bereits vorhandener Qualifikationen. Ausländische Fachkräfte werden angesichts des Fachkräftemangels zunehmend relevant für den deutschen Arbeitsmarkt – auch für die Pflegebranche. »Die Anerkennung von im Ausland erworbenen Qualifikationen wird zunehmend wichtig, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. Viele Pflegeeinrichtungen scheitern bei der Einstellung ausländischer Pflegeexperten momentan an bürokratischen Hürden. Das muss sich ändern«, fordert Hansen.

Qualitätsmanagement wichtiges Thema für die Aus- und Weiterbildung

Qualitätssiegel oder ein etabliertes Qualitätsmanagement stehen bei der Wahl einer Pflegeeinrichtung nur an fünfter Stelle. Jedoch kommen Einrichtungen ohne professionelles Qualitätsmanagement nur für 15 Prozent der Befragten uneingeschränkt in Betracht. 55 Prozent würden eine solche Einrichtung ablehnen.

Die DGQ sieht bei der Frage, was ein Qualitätsmanagement leisten kann, Aufklärungs- und Weiterbildungsbedarf auf Seiten der Pflegeeinrichtungen und beim Fachpersonal. »Ein gutes Qualitätsmanagement ist weit mehr als bloße Dokumentation«, so Hansen weiter. »Es trägt beispielsweise dazu bei, den Personalbedarf zu bestimmen und Ressourcen optimal zu steuern – und das kommt direkt beim Pflegebedürftigen an. Ein gut aufgestelltes Team ermöglicht ein Arbeitsumfeld, in dem Fachkräfte ihre Expertise voll zum Ersatz bringen können – ohne Abstriche etwa aufgrund von Unterbesetzung machen zu müssen. Idealerweise werden Pflegeexperten bereits während ihrer Ausbildung für das Thema Qualitätsmanagement sensibilisiert, aber auch voll ausgebildete Mitarbeiter sollten sich in diesem Bereich fortbilden«.

Hintergrund
Für die repräsentative Studie hat die Deutsche Gesellschaft für Qualität e.V. (DGQ) gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut Innofact AG 1.032 Personen zwischen 18 und 69 Jahren befragt. Die Stichprobe entspricht nach Alter, Geschlecht und Region der repräsentativen Verteilung der deutschen Bevölkerung. Die unabhängige Online-Erhebung fand im April 2015 statt.

(15.06.2015, prh)

DGQ-Website

 

Bekämpfung des Analphabetismus

bundestag7,5 Millionen Menschen in Deutschland können nicht richtig lesen oder schreiben und gelten als sogenannte funktionale Analphabeten. Das zeigt die Studie »leo. - Level-One« im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, die als erste Studie in Deutschland die Größenordnung des funktionalen Analphabetismus unter der erwerbsfähigen Bevölkerung zwischen 18 und 64 Jahren ermittelt hat.
 
Die Fraktionen der CDU/CSU und SPD fordern in einem Antrag die Bundesregierung auf, eine »Nationale Dekade für Alphabetisierung«auszurufen und das bisherige Bündnis zur Grundbildung mit weiteren gesellschaftlichen Akteuren als Allianz für Alphabetisierung und Grundbildung auszubauen.

Zudem sollen bisher gewonnene Forschungsergebnisse, Konzepte und Materialien in die Praxis überführt werden und die bewährten Instrumente des Förderprogramms zur arbeitsplatzorientierten Grundbildung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung im Rahmen der Alphabetisierungs-Dekade weiter umgesetzt werden. Ferner soll die Alphabetisierung und Grundbildung im Bereich der beruflichen Bildung und Jugendbildung weiterentwickelt werden. Dazu gehört nach Ansicht der Fraktionen auch die Förderung von notwendigen Grundkompetenzen in den Bereichen Lesen, Schreiben, Mathematik sowie Informations- und Kommunikationstechnologien durch die Bundesagentur für Arbeit als eine Voraussetzung der dauerhaften Integration von Arbeitnehmern in den Arbeitsmarkt, die noch nicht über einen Berufsabschluss verfügen.

Wenn die Kompetenzen in Schrift und Sprache von Erwachsenen niedriger sind als die jeweiligen beruflichen und gesellschaftlichen Anforderungen, spricht man von funktionalem Analphabetismus. Die Betroffenen können zwar einzelne Wörter oder Sätze lesen und schreiben, nicht jedoch zusammenhängende Texte wie zum Beispiel Arbeitsanweisungen, Behördenbriefe, Zeitungen oder Bücher. In Deutschland betrifft dies 14 Prozent der erwerbsfähigen Bevölkerung. Die »leo«.-Studie zeigt, dass Menschen ohne Schulabschluss, in prekärer Beschäftigung und mit einem Alter von mehr als 50 Jahren zu den besonders gefährdeten Risikogruppen gehören. Insgesamt sind rund 57 Prozent der funktionalen Analphabeten berufstätig, häufig als un- oder angelernte Arbeitskräfte. Deutsch ist bei 58 Prozent der Betroffenen die Muttersprache und mehr als 80 Prozent haben einen Schulabschluss. Wie die Zahlen deutlich zeigen, durchdringt der funktionale Analphabetismus die gesamte Gesellschaft.

Analphabetismus im engeren Sinne betrifft mehr als vier Prozent, das sind circa 2,3 Millionen Menschen der erwerbsfähigen Bevölkerung in Deutschland. Personen können zwar einzelne Wörter lesen, verstehen und schreiben, nicht jedoch ganze Sätze. Gebräuchliche Wörter müssen Buchstabe für Buchstabe zusammengesetzt werden. 300.000 Menschen können nicht einmal ihren Namen richtig schreiben.

Weitere 25 Prozent der erwerbsfähigen Bevölkerung schreiben fehlerhaft. Das bedeutet, dass die Kompetenzen im Bereich Lesen und Schreiben, die bis zum Ende der Grundschule unterrichtet werden, von circa 13 Millionen Menschen nicht richtig beherrscht werden.

(12.06.2015, prh)

Im Wortlaut: Antrag der Koalitionsfraktionen (PDF, 7 Seiten)

Informationen zur .leo-Studie mit Downloadmöglichkeit

siehe auch: Nationale Strategie für Alphabetisierung und Grundbildung Erwachsener

 

Brandenburg: Neues Förderprogramm für berufliche Weiterbildung

land BrandenburgDas brandenburgische Arbeitsministerium hat die Förderung der beruflichen Weiterbildung im Land neu geregelt. Zukünftig werden beispielsweise auch Weiterbildungen im Rahmen eines ehrenamtlichen Engagements in Vereinen sowie berufliche Weiterbildungen in der Kinder- und Jugendhilfe gefördert. Auch können nun Menschen, die keine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung sondern zum Beispiel einen Minijob ausüben, von der Förderung profitieren.
 
Fortgeführt wird der Bildungsscheck Brandenburg für Beschäftigte und die Förderung der betrieblichen Weiterbildung. Für die neue Weiterbildungsrichtlinie, die jetzt in Kraft getreten ist, stehen bis zum Jahr 2020 insgesamt knapp 30 Millionen Euro aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) zur Verfügung. Förderanträge können ab sofort auf dem Online-Portal der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) gestellt werden.

Arbeitsministerin Diana Golze: »Die berufliche Weiterbildung gewinnt angesichts des steigenden Fachkräftebedarfs an Bedeutung. Sie ist ein wichtiges Instrument, um die Wirtschaft weiter zu stärken und die individuelle Beschäftigungsfähigkeit zu erhöhen. Die neue Weiterbildungsrichtlinie ist noch breiter als bisher aufgestellt. Besonders wichtig ist, dass jetzt auch geringfügig Beschäftigte bei der individuellen Weiterbildung unterstützt werden. Auch Vereine und Träger der Kinder- und Jugendhilfe werden jetzt mit der Weiterbildungsrichtlinie zusätzlich gestärkt. Damit wird die Arbeitsmarktpolitik des Landes Brandenburg noch sozialer ausgerichtet«.

Tillmann Stenger, Vorsitzender des Vorstandes der Brandenburger Förderbank ILB: »Die Wirtschaft ist auf qualifizierte Fachkräfte angewiesen. Vor allem kleine und mittlere Betriebe müssen sich im Wettbewerb um Fachkräfte besonders behaupten. Hierbei spielt die Weiterbildung der eigenen Beschäftigten eine entscheidende Rolle. Das Förderprogramm unterstützt kleine und mittlere Unternehmen dabei besonders. Die Investitionsbank des Landes Brandenburg steht den Betrieben bei der Förderung zur Seite und berät über die Angebote. Ziel ist nicht nur der Erhalt und die Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit der einzelnen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sondern perspektivisch auch die Schaffung neuer Arbeitsplätze«.

Den Bildungsscheck können in Brandenburg Beschäftigte für Weiterbildungskurse individuell und unabhängig von ihrem aktuellen Arbeitsplatz beantragen. Bis zu 70 Prozent der Kosten werden gefördert, der Eigenanteil beträgt mindestens 30 Prozent. Eine Förderung muss mindestens sechs Wochen vor dem Kursbeginn beantragt werden und ist zweimal in einem Jahr möglich. Seit Mitte 2009 wurden fast 5.300 Bildungsschecks ausgestellt. Kurse können zum Beispiel in der Weiterbildungsdatenbank unter www.wdb-suchportal.de ausgewählt werden.

Golze: »Der Brandenburger Bildungsscheck hat sich bewährt. Mit ihm können sich Brandenburgerinnen und Brandenburger ganz nach ihren persönlichen Interessen und unabhängig von ihrem Arbeitsplatz selbst Weiterbildungskurse aussuchen und ihr Wissen erweitern. Zum Beispiel mit einem Sprachkurs oder Seminar zur Stärkung sozialer Kompetenzen. Die berufliche Bildung darf nicht nach der Ausbildung aufhören. Das kontinuierliche Lernen gehört zum gesamten Erwerbsleben dazu. Angesichts der ständigen Veränderungen und Neuerungen in der Arbeitswelt tragen Weiterbildungen wesentlich dazu bei, berufliche und soziale Kompetenzen zu stärken. Und zusätzliche Qualifizierungen sind nicht nur ein guter Schutz vor Arbeitslosigkeit, sondern helfen auch beim beruflichen Aufstieg«.

Die Weiterbildung in Unternehmen und Vereinen sowie bei Trägern der Kinder- und Jugendhilfe wird mit bis zu 3.000 Euro pro Beschäftigtem oder Ehrenamtlichem bis zu zweimal pro Kalenderjahr gefördert. Abhängig von der Betriebs- und Vereinsgröße werden 50 bis maximal 70 Prozent der Kosten übernommen. Vereine ohne wirtschaftliche Tätigkeiten erhalten Zuschüsse in Höhe von 90 Prozent der Kurskosten. Bei Ehrenamtlichen ist Voraussetzung, dass mit der Weiterbildung erwerbsbezogene fachliche oder soziale Kompetenzen erhöht werden. Zum Beispiel können ehrenamtliche Trainer von Sportvereinen Schulungen zur Konfliktlösung oder Sprachkurse belegen, die gefördert werden.

(09.06.2015, prh)

Informationen und Antragsformulare zum Förderprogramm

Faltblatt »Förderung der beruflichen Weiterbildung« (PDF, 2 Seiten)

Suchportal Berlin-Brandenburg

 

Deutscher Bildungspreis 2016 ausgeschrieben

Deutscher BildungspreisBewerbungsphase für Deutschen Bildungspreis 2016 startet.  

Die TÜV SÜD Akademie und EuPD Research Sustainable Management suchen zum vierten Mal Unternehmen, Organisationen, Institutionen und Behörden, die ihre Mitarbeiter strategisch fördern und bei der Weiterentwicklung unterstützen. Die Initiative »Deutscher Bildungspreis« hilft Teilnehmern durch wissenschaftliches Know-how und Best Practice-Ansätze, ihr Bildungs- und Talentmanagement effizient und nachhaltig zu verbessern. Ab sofort können sich Unternehmen und Organisationen bewerben. Teilnahmeschluss ist der 31.Oktober 2015.

Mit einem nachhaltigen Bildungs- und Talentmanagement können Unternehmen ihre Mitarbeiter optimal fördern und sich gleichzeitig als attraktiver Arbeitgeber positionieren. Der Deutsche Bildungspreis, den die TÜV SÜD Akademie und EuPD Research Sustainable Management 2012 ins Leben gerufen haben, ehrt vorbildliche sowie innovative Ansätze solcher Systeme und gibt Neulingen auf diesem Gebiet gezielte Anregungen für die Implementierung. Seit dem Start der Initiative vor drei Jahren haben sich über 460 Unternehmen beworben. Die Teilnahme lohnt sich für große, genauso wie für kleine und mittelständische Betriebe und Organisationen. Jeder Bewerber erhält einen kostenlosen, individuellen Benchmark des eigenen Bildungs- und Talentmanagements im Vergleich mit den anderen Bewerbern sowie eine Stärken-Schwächen-Analyse, die Experten im Anschluss an die Auswertung im Rahmen eines telefonischen Analysegesprächs auf Wunsch durchführen.

Qualitätsstandards in der Weiterbildung

Mit dem Deutschen Bildungspreis wollen die Initiatoren wissenschaftlich fundierte und praxisnahe Qualitätsstandards im Bildungs- und Talentmanagement etablieren. Die besten Bewerber konkurrieren jährlich um die Auszeichnung in den Bereichen Dienstleistung und Gewerbe/Produktion. Dabei werden jeweils kleine und mittelständische sowie Großunternehmen ausgezeichnet. Zudem hebt der Innovationspreis als fünfte Kategorie besonders kreative Ansätze hervor. Bewertungsgrundlage ist das erste expertengestützte und praxisgeprüfte Qualitätsmodell für betriebliches Bildungs- und Talentmanagement in Deutschland.

Alle Unternehmen und Organisationen können sich mit einem Fragebogen für den Deutschen Bildungspreis qualifizieren. Nach der Beantwortung dieses Qualifizierungsbogens, begutachtet und bewertet ein Expertenbeirat alle eingehenden Bewerbungen und wählt in den fünf Preiskategorien jeweils die Top drei für die Finalrunde aus.

Der Expertenbeirat setzt sich zusammen aus:

  • Dr. Sascha Armutat, Deutsche Gesellschaft für Personalführung e.V.
  • Sünne Eichler, Leiterin der Learntec
  • Prof. Dr. Michael Gessler, Universität Bremen
  • Barbara Hemkes, Bundesinstitut für Berufsbildung
  • Wilfried Horn, ehemaliger Director HR bei McDonald's Deutschland Inc.
  • Prof. Dr. Ulrich Müller, Institut für Bildungsmanagement, Pädagogische Hochschule Ludwigsburg
  • Dr. Astrid Nelke, Deutscher Mittelstands-Bund
  • Kirsten Rudolph, Paritätischer Gesamtverband
  • André Schleiter, Wissenschaftlicher Beirat im DDN (Das Demographie Netzwerk)
  • Prof. Dr. Marc Solga, Universität Bochum
  • Dr. Mathias Winde, Stifterverband der Deutschen Wissenschaft
(02.06.2015, prh)

Weitere Informationen, Bewerbungsunterlagen und Kontakt

 

Enge Verknüpfung von Bildung und Arbeitsmarkt erleichtert Berufseinstieg in Deutschland

OECD3Der Anteil hochgebildeter 15- bis 29-Jähriger, die weder in Beschäftigung noch in Bildung oder Ausbildung sind (NEET), ist in Deutschland mit 5,7 Prozent so gering wie in kaum einem anderen OECD-Land. Auch unter den jungen Menschen mit mittlerer oder niedriger formaler Bildung ist der NEET-Anteil in Deutschland wesentlich kleiner als im OECD-Schnitt. Insgesamt liegt er bei etwa zehn Prozent. Wie aus dem jüngsten »Skills Outlook 2015« der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervorgeht, vollzieht sich der Übergang von der Schule in die Arbeitswelt in Deutschland vergleichsweise reibungslos.
 
Dagegen sind im OECD-Raum heute mehr als 35 Millionen junge Leute weder in Beschäftigung noch in Bildung oder Ausbildung – noch immer mehr als vor der Krise. Das Risiko jüngerer Menschen, in die Arbeitslosigkeit abzugleiten, ist doppelt so hoch wie das von erfahrenen Arbeitnehmern jenseits der Dreißig. Regierungen müssen laut Bericht mehr dafür tun, den jungen Menschen in ihrem Land einen guten Start ins Arbeitsleben zu ermöglichen.
 
»Es ist nicht nur moralisch, sondern auch wirtschaftlich geboten, das Problem der NEETs anzugehen«, sagte OECD-Generalsekretär Angel Gurría bei der Vorstellung des Berichts in Berlin. »Zu viele junge Menschen verlassen das Bildungssystem ohne passende Kompetenzen für den Arbeitsmarkt. Und selbst wenn sie geeignete Fähigkeiten haben, werden sie davon abgehalten, diese vollauf zu nutzen. In Deutschland hat die berufliche Bildung eine starke Tradition und hilft dabei, junge Menschen in Arbeit zu bringen und ihre Karrieren zu fördern. Ein guter Grund, unseren neusten Skills Outlook hier zu präsentieren«.
 
Der Bericht baut auf der Internationalen Vergleichsstudie über die Kompetenzen Erwachsener (PIAAC) auf und analysiert, wie junge Menschen Kompetenzen erwerben, wie sie ihre Fähigkeiten einsetzen und welchen Hindernissen sie bei Berufseinstieg und Karriere begegnen. Ein Problem besteht laut Bericht darin, dass viele Bildungssysteme in der OECD die Menschen ohne praktische Erfahrungen in die Arbeitswelt entlassen. Kaum die Hälfte der akademisch oder beruflich Ausgebildeten in den 22 Ländern des Berichts wurde demnach am Arbeitsplatz geschult.
 
Deutschland sticht aus der Masse hervor: Hier machen knapp drei Viertel der Absolventen im Sekundar-II-Niveau eine Lehre, und auch weiterführende Berufsausbildungen (etwa zu Kaufleuten oder Meistern) gehen fast vollständig mit berufsspezifischen Praxiseinheiten einher. »Wir können von Ländern wie Deutschland eine Menge lernen«, sagte Generalsekretär Gurría. »Die Ausbildung am Arbeitsplatz – sei es in einer Lehre oder anderweitig – ist hier weit verbreitet. Das ist gut für die Auszubildenden, die sich mit den Anforderungen ihres Berufsfeldes vertraut machen können. Und es ist gut für Arbeitgeber, die so oft schon das Potenzial jener prüfen können, die sie später vielleicht einmal einstellen«.
 
Positiv hebt der Bericht auch hervor, dass der Universitätszugang für Absolventen verschiedener Berufsbildungsprogramme erleichtert wurde. Diese Möglichkeit werde allerdings noch nicht besonders stark genutzt. Gleichzeitig brechen in Deutschland etwa ein Drittel der Studierenden an Universitäten und Fachhochschulen ihr Studium ab, das ist etwas mehr als im OECD-Durchschnitt. Bessere Berufsberatung, die nicht nur über die Berufsaussichten, sondern auch über geeignete Karrierewege Auskunft gibt, könnte hier Abhilfe schaffen und dafür sorgen, dass junge Menschen ihr Potenzial voll entfalten.
 
Überall in der OECD erhalten Berufsanfänger weit häufiger befristete Arbeitsverträge als erfahrene Angestellte. In Deutschland ist der Graben zwischen den 15- bis 24-Jährigen und den 25- bis 54-Jährigen so groß wie in kaum einem anderen Land außer der Schweiz. Während in der älteren Gruppe nur jeder Zehnte einen befristeten Vertrag hat, ist es bei den Jüngeren gut jeder Zweite. Befristete Anstellungen können gerade bei Berufsanfängern als Sprungbrett dienen. Oft haben sie aber mindestens ebenso viele Nachteile wie Vorteile: So nutzen Arbeitgeber die Kompetenzen befristet Beschäftigter häufig nicht voll aus. Im OECD-Schnitt sind zwölf Prozent der jungen Erwerbstätigen für ihre Tätigkeit überqualifiziert. Auf der anderen Seite erhalten Arbeitnehmer in befristeten Anstellungen weniger Weiterbildungsmöglichkeiten. In Kombination kann das dazu führen, dass ihre Fähigkeiten langfristig gesehen verkümmern. Die Regierungen sollten also sicherstellen, dass unterschiedlich strenge Regelungen zum Beschäftigungsschutz, hohe Mindestlöhne oder Sozialabgaben es für Arbeitgeber nicht unattraktiv machen, junge Menschen einzustellen.
 
In vielen OECD-Ländern haben Kinder aus benachteiligten Familien schwächere Leistungen und am Ende Ihres Bildungsweges auch geringere Kompetenzen als Kinder mit günstigem familiären Hintergrund. In Deutschland ist dieser Zusammenhang nach wie vor stärker ausgeprägt als im OECD-Mittel. OECD-Arbeiten belegen, dass Kinder, die im Vorschulalter eine Betreuungs- oder Bildungseinrichtung besucht haben, später besser lesen und rechnen als Kinder ohne solche Erfahrungen. Besonders groß ist dieser Effekt bei sozial benachteiligten Familien. Gerade ihnen sollte durch qualitativ hochwertige Angebote der Vorschulbildung ein guter Start in die Bildungslaufbahn ermöglicht werden. Wichtig sind laut Bericht außerdem Sonderprogramme für leistungsschwache Schüler. Werden Kinder mit vergrößertem Förderungsbedarf frühzeitig ausfindig gemacht, können diese Programme durch individuelle Förderung verhindern, dass sie die Schule ohne Abschluss verlassen.




  (27.05.2015, prh)

Skills Outlook 2015

 

Baden-Württemberg: Portal zum Bildungszeitgesetz online

Land Baden-Wuerttemberg

Am 1. Juli 2015 tritt das Bildungszeitgesetz Baden-Württemberg in Kraft. Danach haben Beschäftigte im Land Anspruch auf eine Freistellung von bis zu fünf Tagen pro Jahr, um an beruflichen und politischen Weiterbildungen teilzunehmen. Das Bildungszeitgesetz sieht auch eine Freistellung für Qualifizierungen im Ehrenamt vor, deren Inhalte noch im Rahmen einer Rechtsverordnung festgelegt werden müssen.

Eine Voraussetzung für die Inanspruchnahme der Bildungszeit ist, dass die Maßnahme von einer anerkannten Bildungseinrichtung durchgeführt wird. Das Verfahren zur Anerkennung der Bildungseinrichtungen ist nun gestartet.

Ziel des Bildungszeitgesetzes ist es, die Beteiligung der Beschäftigten an Weiterbildungen zu erhöhen und dem lebenslangen Lernen neue Impulse zu geben. Nach Inkrafttreten des Gesetzes in Baden-Württemberg und der bevorstehenden Verabschiedung eines vergleichbaren Gesetzes in Thüringen gibt es lediglich in zwei Bundesländern keine Möglichkeit einer gesetzlichen Bildungsfreistellung.

Mit der Anerkennung als Bildungseinrichtung übernimmt die jeweilige Einrichtung die Verantwortung dafür, dass die Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahme den Anforderungen des Bildungszeitgesetzes genügt. Bedingung für eine Anerkennung ist, dass eine Bildungseinrichtung seit mindestens zwei Jahren besteht und systematisch Lehrveranstaltungen plant, organisiert und durchführt. Zudem muss sie ein Gütesiegel nachweisen, das vom Ministerium für Finanzen und Wirtschaft anerkannt und veröffentlicht ist.

Zuständig für das Anerkennungsverfahren ist das Regierungspräsidium Karlsruhe, das auch die weitere Umsetzung des Bildungszeitgesetzes verantwortet. Als zentrale Informations- und Kommunikationsplattform wurde inzwischen eine Homepage freigeschaltet. Dort stehen unter anderem Merkblätter für Beschäftigte, Betriebe und Bildungseinrichtungen bereit. Auch die Antragsformulare für an einer Anerkennung interessierte Bildungseinrichtungen stehen dort zur Verfügung. Zudem ist die Liste der aktuell anerkannten Gütesiegel eingestellt.

Anträge und die erforderlichen Nachweise müssen beim Regierungspräsidium Karlsruhe eingereicht werden, wo sie bearbeitet und beschieden werden. Für die Anerkennung wird eine Gebühr in Höhe von 150 Euro erhoben. Die anerkannten Bildungseinrichtungen werden auf der Homepage öffentlich gemacht.

(27.05.2015, prh)

Portal zum Bildungszeitgesetz

Liste der nach Bildungszeitgesetz Baden-Württemberg anerkannten Gütesiegel (PDF, 2 Seiten)

 

In Neuigkeiten & Terminen

Erwachsenenbildung digital. Professionalisieren. Vernetzen. Gestalten. (Berlin)

vom 31.08.2015 bis zum 01.09.2015

Menschen sind heute in allen Lebenslagen mit Digitalem konfrontiert: Sei es bei der Arbeit, der Urlaubsbuchung oder bei Bankgeschäften. Die digitalen Entwicklungen bieten viele inhaltliche Anknüpfungspunkte sowie methodische Chancen und Herausforderungen für die Erwachsenenbildung.

Vor diesem Hintergrund laden die Nationalen Koordinierungsstellen EPALE  und Europäische Agenda für Erwachsenenbildung interessierte ErwachsenenbildungspraktikerInnen, MultiplikatorInnen sowie ExpertInnen ein, über die Perspektiven des digitalen Lernens in der Erwachsenen- und beruflichen Weiterbildung zu diskutieren.

 

@usBILDUNGSzeit - (Aus)Bildungskongress der Bundeswehr (Hamburg)

vom 01.09.2015 bis zum 03.09.2015

Unter der Überschrift @usBILDUNGSZeit findet vom 1. September bis 3. September 2015 an der Helmut-Schmidt-Universität / Universität der Bundeswehr (HSU/UniBw H) der 2. (Aus)Bildungskongress der Bundeswehr statt. Er vereint mit der TagungsZeit als wissenschaftliche sowie praxisorientierte Tagung und der Fachmesse MesseZeit zwei Veranstaltungen unter einem Dach.

Die @usBILDUNGSzeit ist eine Weiterentwicklung des seit 2004 jährlich an der HSU/UniBw H durchgeführten Fernausbildungskongresses der Bundeswehr.

 

Bildungschancen eröffnen - benachteiligte Zielgruppen fördern (Teil I von II, Leipzig)

vom 14.09.2015 bis zum 14.09.2015

Die Förderung von benachteiligten Zielgruppen und die Verbesserung ihrer Bildungschancen ist ein wichtiges Ziel des EU-Programms Erasmus+ (2014 – 2020). Im Herbst 2015 führen die vier für die Umsetzung des Programms in Deutschland zuständigen Nationalen Agenturen gemeinsam zwei Impulstagungen zu diesem Thema durch.

Die erste Impulstagung findet am 14. September 2015 in Leipzig statt. Die Anmeldung erfolgt bis spätestens 9. August 2015 über die Nationale Agentur im Pädagogischen Austauschdienst. Mehr Informationen und das Anmeldeformular finden Sie auf der Webseite des PAD .

 

Zukunft Personal (Köln)

vom 15.09.2015 bis zum 17.09.2015

»Bereits zum 16. Mal führt die Zukunft Personal Anbieter von HR-Produkten und -Dienstleistungen mit Personalverantwortlichen zusammen. Die Zukunft Personal ist DAS Messe-Ereignis des Jahres für die HR-Branche. Jährlich kommen rund 16.000 Fachbesucher in die Domstadt, um einen Überblick über das aktuelle Marktangebot zu gewinnen und sich über neue Entwicklungen im IT-Bereich, im Recruiting, in der Personalentwicklung oder anderen HR-Aufgabenfeldern zu informieren und miteinander auszutauschen.«.

 

Anerkennung ausländischer Schul-, Studien- und Berufsabschlüsse (Berlin)

vom 16.09.2015 bis zum 17.09.2015

Im Rahmen des Workshops werden vor dem Hintergrund des sich bereits abzeichnenden Fachkräftemangels sowie der stark zunehmenden Zahlen an Migranten und Flüchtlingen die unterschiedlichen Anerkennungsmöglichkeiten und -verfahren von ausländischen Schul-, Studien- sowie Berufsabschlüssen vorgestellt und praktische Herangehensweisen im Rahmen der Beratung und Unterstützung von o.g. Zielgruppen zur Anerkennung ihrer Qualifikationen erarbeitet, um eine passgenaue Vermittlung und Integration in den Arbeitsmarkt zu erreichen.

 

DGWF-Jahrestagung 2015 (Freiburg/B.)

vom 23.09.2015 bis zum 25.09.2015

Thema: »Lehr-/Lernarrangements in der wissenschaftlichen Weiterbildung - Herausforderungen und Erfolgsfaktoren für eine wirksame Didaktik«

Teilnehmende der wissenschaftlichen Weiterbildung verfügen in der Regel über umfangreiche Lern-, Lebens- und Berufserfahrung, die sie in den Lehr-/Lernprozess einbringen. Im Vordergrund des Bildungsinteresses stehen – stärker als in der grundständigen Lehre – der Berufsbezug und die Anwendbarkeit des Wissens, die Vernetzung mit anderen Professionellen und der Erwerb einer Qualifikation, die für die weitere berufliche und/oder persönliche Entwicklung gewinnbringend eingesetzt werden kann. Entsprechende Erwartungen an alle Dimensionen von Qualität inklusive Service und Nutzen des Programms sowie an die sozial-interaktive Dimension der Weiterbildung werden für die Gestaltung erfolgreicher wissenschaftlicher Weiterbildung maßgebend.

Die DGWF-Jahrestagung 2015 rückt die Dimension des didaktischen Handelns in der wissenschaftlichen Weiterbildung in den Fokus. Wegleitend ist die Erkenntnis, dass Lehre nicht automatisch gleich Lernen bedeutet; sie erfordert ein Selbstverständnis, das unter anderem dem selbstgesteuerten Lernen Raum gibt und eine Lernprozessbegleitung im Sinne der Erwachsenenbildung gestaltet – in einem Spannungsfeld, das geprägt ist von dem Setting der Bildungsarbeit an Hochschulen einerseits und bildungs- bzw. gesellschaftspolitischen sowie wirtschaftlichen Anforderungen andererseits.

 

Akzeptanz und Umsetzbarkeit von Bildungsreformen (Berlin)

vom 01.10.2015 um 10:00 Uhr bis zum 01.10.2015 um 16:30 Uhr

Der Leibniz-Forschungsverbund Bildungspotenziale veranstaltet jährlich ein Bildungspolitisches Forum. Es dient der Diskussion aktueller Herausforderungen im Bildungswesen, zu deren Bewältigung die empirische Forschung durch Aufklärung und handlungsleitendes Wissen beitragen kann.

 

Bildungschancen eröffnen - benachteiligte Zielgruppen fördern (Teil II von II, Köln)

vom 27.10.2015 bis zum 27.10.2015

Die Förderung von benachteiligten Zielgruppen und die Verbesserung ihrer Bildungschancen ist ein wichtiges Ziel des EU-Programms Erasmus+ (2014 – 2020). Im Herbst 2015 führen die vier für die Umsetzung des Programms in Deutschland zuständigen Nationalen Agenturen gemeinsam zwei Impulstagungen zu diesem Thema durch.

Die zweite Impulstagung findet am 27. Oktober 2015 in Köln statt. Die Anmeldung erfolgt über die Nationale Agentur JUGEND für Europa. Weitere Informationen und Anmeldung finden Sie auf der Webseite von JUGEND für Europa.

 

Fachtagung »Bildungswege gestalten« (Nürnberg)

vom 12.11.2015 bis zum 13.11.2015

Vom 12. bis 13. November 2015 wird Nürnberg zum Treffpunkt für kommunale Entscheidungsträgerinnen und -träger sowie Expertinnen und Experten der Weiterbildung und des Bibliothekswesens aus dem deutschsprachigen Raum. Auf der Fachtagung »Bildungswege gestalten« werden neue Wege der Vernetzung in der kommunalen Bildungslandschaft vorgestellt und diskutiert. Rund 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden zu der zweitägigen Veranstaltung erwartet, die vom Bildungscampus der Stadt Nürnberg in Kooperation mit der Hochschule der Medien, Stuttgart, und dem Deutschen Institut für Erwachsenenbildung, Bonn, ausgerichtet wird.

 

ONLINE EDUCA (Berlin)

vom 02.12.2015 bis zum 04.12.2015

Mit dem Themenspektrum: E-Learning, technologisch gestützte Ausbildung und Weiterbildung, Management und Organisation von E-Learning-Systemen, zukünftige Tools und Technologien, Web 2.0 und Social Networking, Generation Y, Millenials, Lehrkonzepte

 

18. DIE-Forum Weiterbildung: Informelles Lernen - Validierung und Erträge (Bonn)

vom 07.12.2015 bis zum 08.12.2015

Weitere Informationen können beim Veranstalter (DIE Bonn) erfragt werden

 

didacta 2016 (Köln)

vom 16.02.2016 bis zum 20.02.2016

»In Köln treffen sich die wichtigsten Entscheidungsträger aus allen Bildungsbereichen. Über 870 Anbieter präsentieren einem großen Publikum neue Lösungen für die unterschiedlichsten Bildungsbereiche. In zahlreichen Foren, Vorträgen, Kongressen, Workshops und Diskussionsrunden greift das anspruchsvolle Rahmenprogramm aktuelle bildungspolitische und pädagogische Entwicklungen auf«

 

 

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