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Neuigkeiten & Termine

d-elina 2015: Drei Projekte ausgezeichnet

d-elina 2015

Innovative E-Learning-Lösungen aus Baden-Württemberg, Bremen und Nordrhein-Westfalen werden in diesem Jahr mit dem renommierten deutschen E-Learning Innovations- und Nachwuchs-Award (d-elina) ausgezeichnet.

In der Kategorie »Campus« wird das Projekt »Mobile Lehre Hohenheim – Lernorte« der Universität Hohenheim geehrt. Den Preis in der Kategorie »Professional« erhält die Lern-App-Software Q&A. Mit dem erstmals in der Kategorie »Start-ups« vergebenen Preis wird AMBOSS ausgezeichnet. Das teilte der Digitalverband BITKOM mit, der die Auszeichnung d-elina am 27. Januar 2015 auf der E-Learning-Messe Learntec verliehen hat.

Das Projekt »Mobile Lehre Hohenheim – Lernorte« verknüpft digitale Informationen wie Bilder, Videos und Tests mit realen Orten. Mit Smartphones oder Tablets können die Nutzer am jeweiligen Lernort, der über GPS erkannt wird, zum Beispiel auf Informationen zurückgreifen oder Fragen beantworten. Darüber hinaus ist es möglich, eigene Lernorte anzulegen und Wissen mit den Mitlernern zu teilen. Die Hohenheimer Lernorte wurden an der Universität Hohenheim (Baden-Württemberg) in Zusammenarbeit mit verschiedenen universitären Stellen und externen Softwareunternehmen entwickelt.

Q&A ist ein schneller und einfacher Weg, um selbst Lern-Apps für Unternehmen oder andere Organisationen zu erstellen. Das Lernspiel beruht dabei auf dem gängigen Quiz-Prinzip von zum Beispiel »Wer wird Millionär«. Die Lernenden beantworten Fragen aus unterschiedlichen Themengebieten und können so ihr Wissen allein oder im Duell testen – durch diese Abwechslung werden die Motivation und damit der Lernerfolg erhöht. Ausbildungsverantwortliche können jederzeit am PC Fragen erstellen und so den Unterricht individuell vor- und nachbereiten. Die Q&A App wurde von der benntec Systemtechnik GmbH aus Bremen entwickelt.

AMBOSS ist ein E-Learning-Programm für deutschsprachige Medizinstudenten und Ärzte, das medizinisches Wissen bündelt und vermittelt. Alle Fachinhalte sind in dem adaptiven Lernsystem so integriert und miteinander verknüpft, dass Mediziner entsprechend ihres Ausbildungsabschnitts, ihres Wissenstands oder spezifischer Fragestellungen individuell auf sie zugreifen können. Im Fragenmodus können sich Studenten beispielsweise auf Klausuren und das Examen vorbereiten. Mit der Online-Fachenzyklopädie können einzelne Krankheitsbilder jederzeit nachgeschlagen werden. Alle Inhalte und Funktionen wurden dabei unter didaktischen Gesichtspunkten von einem Ärzteteam erstellt und werden täglich aktualisiert und weiterentwickelt. AMBOSS wurde von der Miamed GmbH aus Köln entwickelt.

Der Preisträger in der vierten Preiskategorie »School« wird Ende Februar auf der Bildungsmesse didacta in Hannover bekanntgegeben.

(28.01.2015, prh)

d-elina 2015: Weitere Informationen

 

Geringqualifizierte: Trotz Weiterbildung ohne Abschluss keine Chance

WZBStudie: Höhere Kompetenzen zahlen sich für gering qualifizierte Männer kaum aus. 

In Deutschland verfügen 17 Prozent aller gering qualifizierten Männer über gute mathematische Kompetenzen, obwohl sie keinen Berufs- oder Studienabschluss haben. Trotzdem sind sie nicht häufiger erwerbstätig als gering Qualifizierte mit sehr niedrigen Kompetenzen, denn auf dem deutschen Arbeitsmarkt zählt vor allem der berufliche Abschluss. In anderen Ländern profitieren Männer ohne formalen Abschluss stärker von höheren Kompetenzen.

Das zeigen die beiden Wissenschaftler Jan Paul Heisig und Heike Solga vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) in einer Studie, die jetzt erschienen ist.

Mehr als die Hälfte der gering qualifizierten Männer in Deutschland erreichen höchstens die unterste Kompetenzstufe 1. Weitere 30 Prozent fallen unter die Kompetenzstufe 2. Überraschend ist jedoch, dass 17 Prozent der gering qualifizierten Männer, also etwa jeder Sechste, mindestens die Kompetenzstufe 3 erlangen – und damit ein Kompetenzniveau, das zur Ausübung durchaus anspruchsvoller Tätigkeiten ausreicht. Höhere mathematische Kompetenzen zahlen sich für formal gering qualifizierte Männer in Deutschland auf dem Arbeitsmarkt jedoch kaum aus. Das Risiko, keine Beschäftigung zu finden, liegt hier in allen drei Kompetenzgruppen bei etwa 30 Prozent, während es etwa für gering qualifizierte Männer mit besseren alltagsmathematischen Kompetenzen in den Niederlanden oder Dänemark nur bei zirka zehn Prozent liegt. In Deutschland sind formale Qualifikationen wichtiger als in allen anderen untersuchten Ländern – mit Ausnahme der USA.

Für die Weiterbildung heißt das: »Es reicht nicht aus, lediglich die Kompetenzen gering Qualifizierter zu schulen. Um deren Arbeitsmarktchancen nachhaltig zu verbessern, ist es wichtig, dass sie berufliche Abschlüsse nachholen können. Dazu muss es Angebote geben«, sagen Jan Paul Heisig und Heike Solga.

Hintergrund
Die beiden Wissenschaftler werteten Daten des »Programme for the International Assessment of Adult Competencies« (PIAAC) von 2011 und 2012 aus. PIAAC ist die bisher größte und methodisch anspruchsvollste Studie zu den Kompetenzen von Erwachsenen: Bislang wurden die Daten in 24 Ländern erhoben. In ihrer Studie konzentrieren sich Jan Paul Heisig und Heike Solga auf 25- bis 54-jährige gering qualifizierte Männer.


(23.01.2015, prh)

WZBrief Arbeit »Ohne Abschluss keine Chance« (PDF, 8 Seiten)

 

Weiterbildungsbranche wirtschaftlich weiter im Aufwind

wbmonitorBIBB und DIE veröffentlichen wbmonitor-Klimawerte 2014. 

Die positive wirtschaftliche Entwicklung der Weiterbildungsbranche hält an. Sowohl überwiegend privat, also von Betrieben oder Teilnehmenden finanzierte Anbieter, als auch solche, die ihre Einnahmen überwiegend von der öffentlichen Hand beziehen, berichten von einer verbesserten wirtschaftlichen Stimmung.

Dies zeigt die wbmonitor-Umfrage 2014 des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) und des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung (DIE). »Das sehr gute Wirtschaftsklima unterstreicht die wachsende Bedeutung der Weiterbildung im demografischen und technologischen Wandel«, betont BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser.

Der auf Basis der Umfrage ermittelte »wbmonitor-Klimawert« lag 2014 – auf einer Skala von -100 bis +100 – bei +41. Er ist damit gegenüber dem Vorjahr um 13 Punkte gestiegen. Damit erreicht der Klimawert für alle Anbieter fast den bisherigen Höchstwert aus dem Jahr 2008 (+42).

Anbieter, bei denen mindestens 50 % der Einnahmen im Bereich der Weiterbildung betrieblich finanziert werden, schätzen – wie in den Vorjahren – ihre wirtschaftliche Situation am positivsten ein. Ihr Klimawert ist um fünf Punkte auf +55 gestiegen. Hauptsächlich von den Teilnehmenden finanzierte Anbieter konnten sich ebenfalls um fünf Punkte verbessern und erreichen mit +50 sogar ihren bisherigen Höchstwert.

Auch überwiegend öffentlich, das heißt entweder durch die Arbeitsagenturen/Jobcenter oder durch Mittel von EU, Bund, Ländern und Kommunen finanzierte Einrichtungen vermelden mit +32 beziehungsweise +31 eine gute wirtschaftliche Stimmung. Das gute Wirtschaftsklima der vor allem durch Arbeitsagentur/Jobcenter finanzierten Anbieter überrascht vor dem Hintergrund der stagnierenden Weiterbildungsförderung der Bundesagentur für Arbeit (BA). Wirtschaftlich profitieren konnten vor allem Anbieter, die BA-geförderte Personen mit anderweitig finanzierten Teilnehmenden kombinieren. »Einrichtungen, die ihre Einnahmen fast ausschließlich von den Arbeitsagenturen/Jobcentern beziehen, sind dagegen mit einem Klimawert von nur +4 von der guten Stimmungslage der Branche ausgeschlossen«, sagt BIBB-Präsident Esser. »Eine Mischfinanzierung reduziert für Anbieter das Risiko einer wirtschaftlichen Abhängigkeit vom öffentlichen Förderniveau«.

Hintergrund
wbmonitor ist ein Kooperationsprojekt von BIBB und DIE. Mit einer jährlichen Umfrage bei Anbietern allgemeiner oder beruflicher Weiterbildung will wbmonitor zu mehr Übersicht über die Weiterbildungslandschaft und die Anbieterstrukturen beitragen und aktuelle Veränderungen aufzeigen. An der wbmonitor-Umfrage 2014 beteiligten sich mehr als 2.000 Weiterbildungsanbieter.

Der »wbmonitor-Klimawert« bildet die Einschätzung der wirtschaftlichen Situation durch die Weiterbildungsanbieter ab. Er berechnet sich in Anlehnung an das ifo-Geschäftsklima aus dem Mittel der Differenzen zwischen den positiven und negativen Urteilen über die gegenwärtige wirtschaftliche Lage sowie die Erwartung in einem Jahr. Die Anbieterangaben werden gewichtet und hochgerechnet.

 

(23.01.2015, prh)

Weitere Ergebnisse des wbmonitor 2014

 

Aus- und Weiterbildung wird in Unternehmen immer wichtiger

Robert Half

Zusatzleistungen: Weiterbildung verdrängt flexible Arbeitszeiten von Platz eins. 

Mit 6,4 Prozent war die Arbeitslosenquote seit der Wiedervereinigung für den Monat Dezember noch nie so niedrig wie 2014. Für Unternehmen wird es daher immer schwieriger, Mitarbeiter mit dem richtigen Know-how zu finden. Doch sie sind nicht nur für das Unternehmenswachstum maßgeblich, sondern unterstützen auch beim Aufbau einer attraktiven Arbeitgebermarke. Um das notwendige Wissen intern aufzubauen, setzt inzwischen ein Großteil deutscher Unternehmen bei seinen angebotenen Zusatzleistungen auf Zuschüsse zur Aus- und Fortbildung für seine Angestellten.

Dies bestätigt die aktuelle Arbeitsmarktstudie im Auftrag von OfficeTeam, einem Geschäftsbereich von Robert Half, wonach gut die Hälfte der Unternehmen (52 %) diesen Benefit anbietet.

Darüber hinaus planen weitere 13 % der HR-Manager in Deutschland, die Unterstützung für Weiterbildungen zukünftig auszubauen. Wird diese Planung umgesetzt, werden somit fast zwei Drittel der Unternehmen (65 %) ihren Mitarbeitern Zuschüsse gewähren. Damit würden Fortbildungsmöglichkeiten zur Zusatzleistung Nummer eins in deutschen Firmen aufsteigen.

Weniger Unternehmen planen flexible Arbeitszeiten

Platz eins bei den Zusatzleistungen belegt aktuell mit 53 % noch das Angebot für flexible Arbeitszeiten und Telearbeit. Beim Blick in die Zukunft bahnen sich hier jedoch Veränderungen an: Nur 7 % der HR-Manager planen, ihren Mitarbeitern zusätzlich flexible Arbeitsmodelle anzubieten. Damit wären Möglichkeiten zur zeitlichen Flexibilität zukünftig nur bei 60 % der Firmen im Programm und würden damit seltener angeboten als eine Unterstützung zur Weiterbildung.

Mentoring-Programme mit Potenzial

Obwohl ein Großteil der deutschen Unternehmen finanzielle Unterstützung bei der Fortbildung anbietet, vernachlässigen viele Firmen noch den internen Wissenstransfer zwischen erfahrenen und neuen Mitarbeitern durch Mentoring-Programme. Diese Zusatzleistung zur fachlichen und persönlichen Weiterentwicklung bieten momentan lediglich 14 % der Unternehmen an. Jedoch haben HR-Manager das Potenzial des Mentoring erkannt: 13 % planen, zukünftig Programme zu entwickeln.

OfficeTeam hat HR-Manager gefragt: Welche Boni und Zusatzleistungen bietet bzw. plant Ihr Unternehmen, um Mitarbeiter zu gewinnen und zu binden?

BoniZusatzL

Quelle: OfficeTeam, Arbeitsmarktstudie 2014, Befragte: 200 HR-Manager; Mehrfachnennungen möglich; hier wird nur eine Auswahl der Zusatzleistungen angegeben

Fortbildung sichert Unternehmenserfolg

»Auf einem Kandidatenmarkt, wie wir ihn derzeit in Deutschland haben, ist es für Unternehmen wichtiger denn je, dass Mitarbeiter mit Weiterbildungen auf dem neuesten Stand bleiben«, so die Einschätzung von Inessa Kulich von OfficeTeam. »Durch die kontinuierliche Aneignung von aktuellem Know-how tragen Fachkräfte maßgeblich zum Unternehmenserfolg bei, denn nur mit produktiven Mitarbeitern können Unternehmen weiter wachsen und sich am Markt eine Spitzenposition sichern. Dies wiederum bietet auch den Mitarbeitern gute Karrierechancen. Sie können sich in einer wachsenden Firma weiterentwickeln und so langfristig immer wieder neue spannende Aufgaben übernehmen«.


(20.01.2015, prh)

 

60 Jahre Wuppertaler Kreis

Wuppertaler Kreis

Der Wuppertaler Kreis – Bundesverband betriebliche Weiterbildung feiert im Jahre 2015 sein 60-jähriges Bestehen. Er wurde im Jahre 1955 vom Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und den Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft (Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Deutscher Industrie- und Handelskammertag) und dem Verband Die Familienunternehmer – ASU e.V. sowie einigen bedeutenden Unternehmern gegründet.

Die Gründer sahen einen großen Nachholbedarf in der Führungskräfte-Ausbildung für die aufstrebenden Unternehmen in der noch jungen Bundesrepublik Deutschland. Sie luden daher am 27. Mai 1955 Vertreter von mehreren Weiterbildungsinstituten zu einem ersten Koordinierungsgespräch zu den Vereinigten Glanzstoff-Fabriken AG nach Wuppertal ein. Das Ziel der Zusammenarbeit war es, für alle Führungsebenen der Industrie Weiterbildungsangebote nach den neuesten Erkenntnissen der Unternehmensführung und modernen Weiterbildungsmethoden zu entwickeln und anzubieten.

Der erste Schritt war dabei eine Begriffsklärung und eine gemeinsame Definition: Als Führungskräfte sollten ausdrücklich nicht mehr allein die Unternehmensleitungen in den Fokus genommen werden, sondern auch mittlere Führungskräfte bis hin zur Meisterebene. Inhaltlich ging es um die Frage, mit welchen Maßnahmen diese Führungskräfte auf den jeweiligen Ebenen ausgebildet und unterstützt werden können. Als erstes gemeinsames Ergebnis wurde bereits im Folgejahr ein laufender Veranstaltungskalender etabliert, der den Industrieunternehmen über die Kammern und Verbände kostenlos zur Verfügung gestellt wurde.

Die Geschäftsführung des Wuppertaler Kreises mit Sitz in Köln hatte damals das Deutsche Institut zur Förderung des industriellen Führungsnachwuchses, das darüber hinaus auch die Baden-Badener Unternehmergespräche durchführte. Diese Aufgabengemeinschaft bestand bis Ende 1991, als die Baden-Badener Unternehmergespräche ihren Sitz nach Baden-Baden verlegten. Der Wuppertaler Kreis hat seitdem eine eigene Geschäftsstelle in Köln.

Heute ist der Wuppertaler Kreis e.V. - Bundesverband betriebliche Weiterbildung - der Verband der führenden Weiterbildungseinrichtungen der Wirtschaft. 1,3 Millionen Teilnehmerinnen und Teilnehmer nehmen jährlich an Seminaren, Lehrgängen und Veranstaltungen der Mitgliedsinstitute teil. Die Weiterbildungsunternehmen im Wuppertaler Kreis erzielen mit ihren Dienstleistungen gemeinsam einen Jahresumsatz von über 1,2 Milliarden Euro.

QUELLE: Nach einer Pressemitteilung des Wuppertaler Kreises


(19.01.2015, prh)

Wuppertaler Kreis

 

Österreicher wechseln im Laufe ihres Lebens durchschnittlich 3,4 mal das Berufsfeld

bfi

Studie: Weiterbildung erhöht die Zahl der Berufsjahre ohne Arbeitslosigkeit, minimiert den Wechselwillen und bringt eine Balance aus Flexibilität und Stabilität in die Karrieren der Menschen.

Schulabschluss, Praktikum, arbeitslos, dann der Neuanfang, die steile Karriere – und ein erneuter Bruch in der Erwerbsbiografie. Zum modernen Lebenslauf gehört mittlerweile auch die Lücke. Schon seit geraumer Zeit stehe das traditionelle Erwerbssystem – man arbeitet bis zur Pensionierung im einmal gewählten Berufsfeld – unter Druck, betont Franz-Josef Lackinger vom BFI Wien: »Die Lücke im Lebenslauf ist auch kein Problem, so lange sie nicht zu groß ist«.

Im Schnitt absolvieren die Österreicherinnen und Österreicher im Laufe ihres Lebens 3,4 Berufswechsel, wie eine von BFI Wien und FAS Research gemeinsam durchgeführte Studie nun zeigt. »Die durchschnittliche Verweildauer in einem Beruf beträgt 6,23 Jahre und die Menschen arbeiten in diesem Zeitraum im Durchschnitt für zwei Arbeitgeber«, konkretisiert Harald Katzmair, Geschäftsführer von FAS Research.

Die Gefahr des »Verbrennens«

Schwierig wird die Situation nach Meinung des Netzwerk- und Sozialforschers dann, wenn viele Berufs- und Arbeitgeberwechsel in einem kurzen Zeitraum stattfinden. »Die Studie zeigt, dass bei häufigerem Berufswechsel die Zyklen immer kürzer werden. Die durchschnittliche Verweildauer im Beruf nimmt also mit jeder zusätzlichen Station ab. Die Menschen verheizen sich förmlich selbst im Versuch, ihr Berufsleben in geordnete Bahnen zu lenken«. Relativ häufig sei dieses Phänomen bei Menschen zu beobachten, die über keine formale Berufsausbildung verfügen und als Montage-, Reinigungs- oder Hilfsarbeitskräfte arbeiten oder im Dienstleistungssektor – etwa als Kellner oder Regalbetreuer – tätig sind. »Sie bewegen sich in einem Umfeld, in dem man oft herumgeschubst wird, in dem man förmlich durch die Gassen der Berufslandkarte getrieben wird«, zeichnet Katzmair ein überspitztes Bild. »Die durch die Globalisierung forcierte Verlagerung von Arbeitsplätzen, das Outsourcing von Beschäftigung in Niedriglohnbereichen, die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes sowie die Zunahme atypischer Beschäftigungsverhältnisse raubt diesen Menschen jedwede Stabilität im Berufsleben«, so Lackinger.

Aber ist diese Entwicklung alternativlos? »Nein«, meint Lackinger, »die Studie zeigt eindrucksvoll, dass Weiterbildungsmaßnahmen in diesen Berufsgruppen eine besonders stabilisierende Wirkung auf die Berufslaufbahn haben«. Gerade Hilfsarbeitskräfte können die Zahl der Berufsjahre ohne Erwerbslosigkeit (+3,2 Jahre) und die Anzahl der Berufsjahre beim gleichen Arbeitgeber (+3,3 Jahre) durch Weiterbildung signifikant steigern – Menschen in Dienstleistungsberufen wiederum verlängern ihre Karrieren durch Weiterbildung im Schnitt um 6,8 Jahre. Auch zeige sich deutlich, dass berufsweiterbildende Kurse Menschen dabei helfen, die Karriereleiter zu erklimmen. »Hilfsarbeitskräfte steigen in Dienstleistungsberufe, Anlagebedienerinnen und –bediener in technische Berufe und Verkäuferinnen und Verkäufer zu kaufmännischen Fachkräften auf«, so Katzmair.

Eingefroren im Beruf

Es gebe aber nicht nur jene Menschen, die durch oftmalige Berufs- und Arbeitgeberwechsel Gefahr laufen zu verglühen. Denn auch ein zu langer Verbleib im selben Berufsfeld könne Probleme mit sich bringen, betont Lackinger: »Berufliche Stabilität, passables Gehalt, Privilegien: Das klingt verlockend. Wenn sich die beruflichen Rahmenbedingungen aber ändern, kann ein ‚Einfrieren' im Beruf zum großen Problem werden«. Bestes Beispiel sei der klassische Schalterbeamte einer Bank: »Stellen Sie sich vor, Sie haben nach Ihrer Bankkaufmannlehre 30 Jahre am Schalter die Kunden betreut. Dann kommt die Bankenkrise, die Institute setzen verstärkt auf Onlinebanking und Sie vor die Tür. Noch einmal ganz von vorne anfangen, sich neu orientieren und in einem Alter, in dem die eigenen Eltern sich vielleicht schon das erste Mal zurückgelehnt und einen gemächlicheren Gang eingelegt hatten, eine zweite Karriere starten. Das ist nicht unbedingt jedermanns Traumvorstellung«.

Auch in Situationen wie dieser hat Weiterbildung eine absolut positive Auswirkung auf den Berufsverlauf: »Wenn man zu lange in ein und demselben Bereich verharrt, kann es schon passieren, dass man den Anschluss verliert und nicht am Puls der Zeit ist. Berufliche Weiterbildung kann hier genau den entscheidenden Funken auslösen, um in einer anderen Position wieder gestärkt ins Arbeitsleben einzusteigen«, so Lackinger. Für Katzmair ist die Studie der eindeutige Beleg, dass ein gelungenes Berufsleben eine Mischung aus Stabilität und Flexibilität ist: »Ein Zuviel an Flexibilität führt dazu, dass die Leute verheizt werden – zu viel Stabilität lässt die Leute erstarren. Den ‚Idealzustand des Equilibriums' erreicht man jedenfalls leichter durch berufsbezogene Aus- und Weiterbildung. Das verdeutlichen die vorliegenden Zahlen eindrucksvoll«.

Gutes Investment für den Arbeitgeber

Dass es einen positiven Zusammenhang zwischen betrieblicher Weiterbildung und Firmenproduktivität gibt, hat die AK bereits ermittelt: Demnach bringt eine Verdopplung der durchschnittlich investierten Kurskosten pro Person und Jahr von 145 auf 290 Euro einen durchschnittlichen jährlichen Produktivitätszuwachs von 1.900 Euro pro Beschäftigten für das Unternehmen. Das heißt: Jeder Euro, den Unternehmen in Weiterbildung investieren, bringt 13 Euro zusätzlichen Ertrag. Bisher befürchteten Arbeitgeber allerdings, dass eine Höherqualifizierung der Mitarbeiter auch die Wechselabsichten steigert. Jedoch ist genau das Gegenteil der Fall: So sinkt der Wechselwunsch etwa in Dienstleistungsberufen von 53% auf 32%, wenn ein berufsweiterbildender Kurs besucht worden ist. Bei Handwerks- und verwandten Berufen geht die Zahl von 50 auf 19% zurück und bei Bürokräften sinkt der Wert von 47 auf 19%. Lediglich bei Hilfarbeitskräften steigt der Wechselwunsch mit dem Besuch eines berufsweiterbildenden Kurses von 60 auf 67%. Lackinger: »Die Studie zeigt deutlich, dass Weiterbildung auch die Zufriedenheit im Beruf deutlich steigert«.

Solider Schutz vor Erwerbslosigkeit

Ein weiteres nicht minder eindrucksvolles Ergebnis der Studie: Berufliche Weiterbildung schützt länger vor Erwerbslosigkeit. »In fast allen Berufshauptgruppen verlängern sich die Berufsjahre, die eine Person ohne Phase der Erwerbslosigkeit verbringt, deutlich«, streicht Lackinger hervor. Bei Verkäuferinnen und Verkäufern sowie Dienstleistungsberufen sind es demnach ganze 6,8 Jahre, bei leitenden Angestellten 5,3 Jahre, bei Bürokräften und auch bei Hilfsarbeitskräften im Schnitt drei Jahre mehr, die man in einem Beruf verbringt, ohne in die Erwerbslosigkeit zu geraten.

(14.01.2015, prh)

 

Studie: Soziale Schieflage in der »Bildungsrepublik«

dgb

DGB zieht Bilanz des Dresdener Bildungsgipfels vom 22.10.2008.  

Vor gut sechs Jahren riefen Bundeskanzlerin Angela Merkel und die MinisterpräsidentInnen in Dresden die »Bildungsrepublik Deutschland« aus. Doch wichtige Versprechen wurden nicht eingelöst. Zu viele Jugendliche brechen die Schule ab, Millionen junger Menschen haben keine abgeschlossene Ausbildung. Die vermeintliche Bildungsrepublik bleibt ein sozial gespaltenes Land. Das zeigt die Bildungsgipfel-Bilanz 2014, die der Essener Bildungsforscher Klaus Klemm im Auftrag des DGB gezogen hat. Die soziale Spaltung bleibt bestehen. »Wir brauchen eine neue Bildungsstrategie«, sagt die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack.

Überblick über Ziele des Bildungsgipfels und deren tatsächliche Umsetzung

Im Herbst 2008 hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel die Ministerpräsidenten der Länder zu einem Bildungsgipfel nach Dresden eingeladen. Dort vereinbarten Bund und Länder einige konkrete, messbare Ziele. Diese Ziele sollen bis zum Jahr 2015 erreicht sein. Der DGB hat den Essener Bildungsforscher Klaus Klemm gebeten, in einer Bildungsgipfel-Bilanz 2014 zu prüfen, ob und in wie weit diese Ziele umgesetzt wurden. Diese Bilanz kommt sehr nahe an die Abschluss-Bilanz des Bildungsgipfel-Prozesses heran.

Hier eine kurze Zusammenfassung der Ergebnisse:

Ziel: Halbierung der Quote der Schulabgänger/innen ohne Schulabschluss von 8 auf 4 Prozent.

Umsetzung: Die angestrebte Halbierung der Quote auf 4,0 % ist nicht absehbar. In den Jahren von 2008 bis 2013 ist diese Quote– von 8,0 auf 5,7 Prozent. Ein Maßnahmenbündel, das in diesem Handlungsfeld Erfolge versprechen würde, ist nicht erkennbar – schon gar nicht ein solches, das die Förderschulen, aus denen mehr als die Hälfte der Absolvent/innen ohne Hauptschulabschluss stammen, einbezöge.

Ziel: Halbierung der Quote junger Erwachsener ohne eine abgeschlossene Berufsausbildung von 17 auf 8,5 Prozent

Umsetzung: Die angestrebte Halbierung der Quote ist nicht in Sicht: Von 2008 bis 2013 hat sich die entsprechende Quote von 17,2 % auf 13,8 % nur sehr geringfügig verringert. Da die Integrierte Ausbildungsberichterstattung auch für 2013 noch eine Zahl von fast 258.000 jungen Erwachsenen im Übergangssystem vermeldet (jenem System, das keinen Berufsabschluss vermittelt), besteht kein Anlass, optimistisch in die nähere Zukunft zu blicken.

Ziel: Ausbau der Kindertagesbetreuung für unter Dreijährige (35% bis zum 1.8. 2013)

Umsetzung: Beim Ausbau der Krippenplätze für unter Dreijährige liegt Deutschland im Betreuungsjahr 2013/14 mit einem Platzangebot von 32,3 % unterhalb der 35 Prozent-Marke. Hier liegen vor allem die Länder des früheren Bundesgebietes mit 27,4 % deutlich unterhalb der anvisierten Zielmarke.

Ziel: Steigerung der Weiterbildungsbeteiligungsquote von 40 auf 50 Prozent

Umsetzung: Mit der Weiterbildungsquote von 49 % ist die Zielquote bereits 2012 nahezu erreicht worden. Bemerkenswert ist allerdings, dass sich hinter dieser Zahl eine enorme soziale Schieflage verbirgt. Vor allem Arbeitslose, Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung und Menschen mit Migrationshintergrund sind bei der Weiterbildungsbeteiligung »abgehängt«.

Ziel: Erhöhung der Quote der Studienanfänger/innen auf 40 Prozent eines Jahrgangs

Umsetzung: Das Ziel wurde mit inzwischen mit 57,5 % (2013) weit übertroffen. Auch wenn die Bildungsausländer/innen nicht einbezogen werden, liegt diese Quote mit 46,2 % deutlich oberhalb der Zielquote von 40 %. Allerdings ist auch dies verbunden mit einem hohen Maß sozialer Chancenungleichheit: 50 % der Studierenden kommen aus Akademikerfamilien, aber nur 27 % aus Facharbeiterfamilien. Die Steigerung der Studienanfängerquote macht zudem auf die Schwierigkeiten der Hochschulen, den jungen Studierenden angemessene Studienbedingungen zu bieten, aufmerksam.

Ziel: Steigerung der Bildungsausgaben auf 10 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP) – 7 Prozent für Bildung drei Prozent für Forschung

Umsetzung: Das für 2015 gesetzte Ziel der Steigerung der öffentlich und privat getragenen Bildungsausgaben auf 10 % des Bruttoinlandsprodukts ist Deutschland im Jahr 2012 mit einem Wert von 9,0 % bisher noch nicht nahe gekommen. Die Tatsache, dass dieser Wert von 2011 nach 2012 nach einem zwischenzeitlichen Anstieg wieder leicht gesunken ist, stimmt wenig optimistisch.

Fazit

Klemms Bilanz fällt gemischt aus: Die Zahl der Krippenplätze ist gestiegen und mehr Menschen beginnen ein Studium oder bilden sich weiter. Doch ein genauerer Blick auf die Zahlen zeigt: Die soziale Schieflage bleibt die Achillesferse unseres Bildungssystems. Die Zahl der jungen Menschen ohne Schul- und Berufsabschluss bleibt bedrückend hoch. Auch bei der Weiterbildung und im Studium öffnet sich die Schere zwischen Gewinnern und Verlierern. Die vermeintliche »Bildungsrepublik Deutschland« bleibt ein sozial gespaltenes Land. Mehr noch: Der Anteil der Bildungsinvestitionen am Bruttoinlandsprodukt ist wieder gesunken.

Die enge Kopplung von sozialer Herkunft und Bildungserfolg sowie die strikte Trennung von beruflicher und hochschulischer Bildung bleiben die zentralen Herausforderungen der Bildungspolitik.

Mit dem Jahr 2015 dürfen die gemeinsamen Anstrengungen von Bund und Ländern nicht stehen bleiben. Wir brauchen einen neuerlichen Bildungsgipfel. Bund, Länder und Kommunen müssen zusammen mit den Sozialpartnern eine »gemeinsame Bildungsstrategie« entwickeln.

QUELLE: Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung des Deutschen Gewerkschaftsbundes


(09.01.2015, prh)

DGB-Expertise: Bildungsgipfel-Bilanz 2014 (PDF, 24 Seiten)

 

Förderung der beruflichen Weiterbildung im Dezember 2014 ohne Wind in den Segeln

BBB

Die Russland-Krise, die schwache Konjunktur und ganz besonders die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns am 1. Januar 2015 hingen wie Damokles' Schwert über dem Arbeitsmarkt im vergangenen Monat. Obwohl ein Anstieg der Arbeitslosenzahlen in den kalten Wintermonaten üblich ist, zeigte sich der Arbeitsmarkt eher unbeeindruckt und reagierte stabil. Nach Angaben der Bundesagentur waren im Dezember 2,764 Millionen Menschen ohne Arbeit. Im Vergleich zum Vormonat sind dies 47.000 mehr. Rechnet man allerdings den Jahreszeiteffekt heraus, sank die Arbeitslosigkeit sogar um 27.000.

Keine nennenswerten Veränderungen im Bereich der geförderten Weiterbildung

Zusammen mit den Daten zur Arbeitslosigkeit in Deutschland werden auch die Zahlen für die staatlich geförderte berufliche Weiterbildung veröffentlicht. Hier sind kaum nennenswerte Veränderungen gegenüber dem Vormonat zu verzeichnen.

In beiden Rechtskreisen zusammen (SGB II und SGB III) sank der Bestand geringfügig auf insgesamt 178.277 (minus 564). Da zeigen die Zugangszahlen allerdings schon eine etwas deutlichere Abnahme an, nämlich von 28.877 um 2792 Personen auf 26.085. Verglichen mit der wesentlich dramatischeren Entwicklung aus November 2014 (minus 15.123) ist dies eher moderat.

»Erfreulich ist ja nun zunächst einmal, dass die von einigen »Experten« in den vergangenen Wochen und Monaten repetitiv vorgetragene Drohung, der gesetzliche Mindestlohn sei ein Jobkiller, so nicht eintritt. In der geförderten Weiterbildung ist mal wieder eine gute Chance ungenutzt gelassen worden. In den erfahrungsgemäß konjunkturell ruhigeren Wintermonaten hätten wir uns einen deutlichen Anstieg der staatlich geförderten Qualifizierungsmaßnahmen gewünscht, um der im Frühjahr dann wieder ansteigenden Nachfrage nach fachlich qualifizierten Arbeitskräften in ausreichendem Maße nachkommen zu können«, bemerkte heute in Frankfurt Thiemo Fojkar, Vorsitzender des Bundesverbandes der Träger beruflicher Bildung (Bildungsverband) e.V. hierzu.

Hintergrund
Der Bundesverband der Träger beruflicher Bildung, kurz Bildungsverband, ist ein Zusammenschluss maßgeblicher Anbieter von Bildungsprogrammen in Deutschland. Der Bildungsverband versteht sich als ein »Qualitätsverbund« der beruflichen Weiterbildung und hat sich und seine Mitgliedsunternehmen auf Qualitätsgrundsätze festgelegt.

QUELLE: Bildungsverband


(08.01.2015, prh )

Website des Bildungsverbandes (BBB)

 

Weiterbildung: Servicetelefon am Start

BMBF

Weiterbildungsinteressierte, die sich beruflich verändern oder weiterentwickeln möchten, können sich künftig telefonisch beraten lassen. Das Bundesbildungsministerium hat einen neuen Service eingerichtet, der nützliche Informationen bündelt.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat am 1. Januar 2015 die Erprobung eines Telefonservice zur Weiterbildungsberatung begonnen. Er soll Bürgerinnen und Bürger in ganz Deutschland dabei unterstützen, die für sie richtige Weiterbildung zu finden. Werktags zwischen 10 und 17 Uhr sind qualifizierte Weiterbildungsberaterinnen und -berater unter 030. 2017 90 90 erreichbar. Dort wird man dabei unterstützt, individuelle Bedarfe zu ermitteln, Weiterbildungsabsichten zu konkretisieren, passende Angebote zu finden und erhält Kontaktadressen.

Zudem können im Erprobungszeitraum Ratsuchende aus Berlin, Niedersachsen, Nordrhein- Westfalen, Sachsen und Schleswig-Holstein für eine vertiefte Beratung direkt zu Beraterinnen und Beratern in Wohnortnähe weitergeleitet werden.

Partner der bundesweiten telefonischen Weiterbildungsberatung sind die Bundesagentur für Arbeit und die Hotline »Arbeiten und Leben in Deutschland« zur Erstberatung zur Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF).

(02.01.2015, prh)

Weitere Informationen (PDF, 2 Seiten)

vgl. Stiftung Warentest: »Weiterbildung: Service­telefon für Ratsuchende gestartet«

 

Weiterbildung muss zur Work-Life-Balance passen

LernenAufstieg vor OrtWeiterbildung? Sehr gern. Aber sie muss mit Beruf und Familie vereinbar sein. 

Wenn das Lernformat ins Leben passt, sind sehr viele Menschen bereit, sich weiterzubilden – auch neben einer vollen Berufstätigkeit und auf anspruchsvollem akademischem Niveau. Das zeigen die Ergebnisse einer aktuellen Befragung des Hochschul-Verbundprojekts LINAVO (»Offene Hochschulen in Schleswig-Holstein: Lernen im Netz, Aufstieg vor Ort«).

»Online-Learning« heißt der Weg, den die Fachhochschulen Kiel, Lübeck und Westküste sowie die Europa-Universität Flensburg derzeit gemeinsam im Projekt LINAVO erproben. Ziele des Projekts sind die Entwicklung neuer Online-Studiengänge und die weitere Öffnung der Hochschulen für neue Zielgruppen – insbesondere für Menschen, die beruflich oder anderweitig zeitlich so sehr beansprucht sind, dass ein herkömmliches Präsenz-Studium für sie nicht in Frage kommt. Im aktuellen Wintersemester bieten die Hochschulen im Rahmen einer Erprobungsphase insgesamt 29 neue Online-Kurse aus den Bereichen Maschinenbau, Tourismusmanagement, Food Processing und Maritime Wirtschaft an, die als Teile geplanter neuer Online-Studiengänge bereits entwickelt worden sind. Fast alle angebotenen Kurse waren innerhalb kurzer Zeit ausgebucht. Insgesamt lagen zum Start der Erprobungsphase deutlich mehr als 1000 Anmeldungen vor.

Eine Befragung unter den Teilnehmenden ergab, dass die erprobten Online-Angebote tatsächlich die gewünschte Zielgruppe ansprechen: 63,1% sind in Vollzeit beschäftigt, 11% in Teilzeit, 5,5% sind aktuell in Elternzeit. 94,1% sind älter als 26 Jahre und damit älter als klassische Studierende. 83,7% der Befragten haben bereits mindestens drei Jahre Berufserfahrung. 74,8% leben in einer Partnerschaft und 50% der Befragten haben mindestens ein Kind. Kurz: Das Gros der Erprobungsteilnehmerinnen und -teilnehmer steht mitten im Leben.

Hintergrund
Das Hauptmotiv für die Teilnahme an den Online-Modulen der LINAVO-Erprobungsphase ist der persönliche Wunsch, etwas Neues lernen zu wollen, knapp gefolgt vom Interesse daran, die Methode Online-Learning kennen zu lernen. Erst dann folgt der Wunsch nach beruflicher Veränderung oder beruflichem Aufstieg.

(29.12.2014, prh)

Informationen zu LINAVO

 

GEW verlangt 57 Milliarden Euro mehr für Bildung

gew

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat Bund und Länder aufgefordert, jährlich 57 Milliarden Euro mehr für ein qualitativ besseres und zukunftsfähiges Bildungssystem auszugeben.

»Auf dem Dresdener ‚Bildungsgipfel' haben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten 2008 vereinbart, ab 2015 zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Bildung und Forschung zu investieren. Sieben Prozent in Bildung und drei in Forschung. Von diesem Ziel sind wir noch meilenweit entfernt«, sagte GEW-Bildungsfinanzierungsexperte Ansgar Klinger, Vorstandsmitglied für Berufliche Bildung und Weiterbildung, mit Blick auf den Bildungsfinanzbericht 2014, den das Statistische Bundesamt am 11. Dezember 2014 veröffentlicht hat. Im internationalen Vergleich liege Deutschland mit einem Anteil von 5,1 Prozent am BIP immer noch weit unter dem OECD-Durchschnitt von 6,1 Prozent.

»Dieses Geld brauchen wir dringend für Qualitätsverbesserungen in der Bildung und neue Aufgaben: Auf der politischen Tagesordnung stehen beispielsweise der qualitative Ausbau der Kitas, Hoch- und Ganztagsschulen, die Förderung sowohl der allgemeinen als auch der beruflichen Weiterbildung, die Umsetzung einer Ausbildungsgarantie sowie die Verwirklichung von Inklusion in allen Bildungsbereichen. Auch ein qualitativ gutes Bildungsangebot für die vielen Flüchtlinge gehört dazu«, betonte Klinger. »Stattdessen beobachten wir jedoch, dass die Finanzminister in den alten Bundesländern, insbesondere den westlichen Flächenländern, die wegen sinkender Schülerzahlen ‚frei werdenden' Mittel nutzen, um Haushaltslöcher zu stopfen«. Im internationalen Bildungsvergleich erfolgreiche Länder seien einen anderen Weg gegangen: Sie hätten ihre Bildungsausgaben trotz Schülerrückgangs relativ und absolut gesteigert, wie die OECD-Studie »Bildung auf einen Blick« Jahr für Jahr belegt. »Deutschland muss seine Chance auf Qualitätsverbesserungen gerade mit Blick auf die Entwicklung eines inklusiven Bildungswesens nutzen. Für ein qualitativ besseres und angesichts der gesellschaftlichen Herausforderungen zukunftsfähiges Bildungswesen muss unsere Gesellschaft jährlich 57 Milliarden Euro mehr ausgeben«, unterstrich Klinger.

Hintergrund
Absolut betrachtet sind mit 248,9 Milliarden Euro in 2012 mehr Mittel für das Bildungswesen ausgegeben worden als bisher. Entscheidend ist aber der Anteil der Ausgaben an der gesamten Wirtschaftsleistung, dem Bruttoinlandsprodukt. Dieser Anteil wird erst dann dauerhaft steigen, wenn die Aufwendungen für Bildung und Forschung langfristig stärker wachsen als die Wirtschaftskraft. Gemessen am BIP sind die Bildungsausgaben 2014 gesunken.

Die GEW hat den Finanzbedarf eines zukunftsfähigen Bildungswesens errechnen lassen. Laut der Studie »Bildungsfinanzierung für das 21. Jahrhundert« des Bildungsökonomen Henrik Piltz beträgt der jährliche Mehrbedarf für den Bildungsbereich 57 Milliarden Euro.

(16.12.2014, prh)

Studie »Bildungsfinanzierung für das 21. Jahrhundert« (PDF, 120 Seiten)

vergleiche: Öffentliche Bildungs­aus­gaben 2014: Über 120 Milli­arden Euro

 

Allianz für Aus- und Weiterbildung

Gemeinsam die duale Ausbildung stärken: Bund, Wirtschaft, Gewerkschaften und Länder schmieden neue Allianz für Aus- und Weiterbildung. 

Die neue Allianz für Aus- und Weiterbildung ist besiegelt: Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel, DIHK-Präsident Dr. Eric Schweitzer, DGB-Vorsitzender Reiner Hoffmann und KMK-Präsidentin Sylvia Löhrmann haben heute als Verhandlungsführer für Bundesregierung, Wirtschaft, Gewerkschaften und Länder die Allianzvereinbarung im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie in Berlin unterzeichnet.

Die Partner der Allianz wollen gemeinsam die duale Berufsausbildung in Deutschland stärken und für die Gleichwertigkeit der betrieblichen und akademischen Ausbildung werben. Jedem ausbildungsinteressierten Menschen soll ein Pfad aufgezeigt werden, der ihn frühestmöglich zu einem Berufsabschluss führen kann. Die betriebliche Ausbildung hat dabei klaren Vorrang.

Bundesminister Sigmar Gabriel: »Die Auszubildenden von heute sind die Fachkräfte von morgen - fehlen sie in der dualen Ausbildung, so fehlen sie später auch in den Betrieben. Hier wollen Politik, Wirtschaft, Gewerkschaften und Länder gemeinsam in der neuen Allianz für Aus- und Weiterbildung mit substanziellen Beiträgen gegensteuern. Unser gemeinsames Ziel ist es dabei, die zunehmenden Passungsprobleme zwischen Nachfrage und Angebot auf dem Ausbildungsmarkt deutlich zu verringern. Ich bin Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles sehr dankbar, dass sie diese Vereinbarung möglich gemacht hat, indem die Mittel für die assistierte Ausbildung bereitgestellt werden«.

DIHK-Präsident Dr. Eric Schweitzer: »Wir wollen mit der Unterzeichnung unserer gemeinsamen Allianz für Aus- und Weiterbildung ein starkes Zeichen setzen. Wir wollen klar machen: Die Berufliche Bildung ist für viele junge Menschen ein guter Weg in ein erfolgreiches Berufsleben. Sie ist zentraler Erfolgsfaktor für die Wirtschaft und Grundlage unserer Fachkräftesicherung«.

DGB-Vorsitzender Reiner Hoffmann: »Wir können es nicht hinnehmen, dass rund 260.000 junge Menschen in den Maßnahmen im Übergang von der Schule in die Ausbildung stecken - oftmals ohne Aussicht auf einen Berufsabschluss. Wir brauchen einen Paradigmenwechsel: Weg von den zahllosen Maßnahmen im Parallelsystem hin zu betrieblicher Ausbildung, bei Bedarf eben mit professioneller Begleitung. Hier können in der Allianz für Aus- und Weiterbildung mit einem starken Beitrag der Wirtschaft und einem Impuls für die assistierte Ausbildung entscheidende Weichen gestellt werden, um die Lage der Jugendlichen auf dem Ausbildungsmarkt zu verbessern«.

KMK-Präsidentin und nordrhein-westfälische Schulministerin Sylvia Löhrmann: »Wir wollen allen jungen Menschen nach der Schule eine berufliche Perspektive bieten. Dies betrifft ganz besonders Jugendliche mit Unterstützungsbedarf, mit Migrationshintergrund oder mit Behinderungen. Die Länder arbeiten auf der Grundlage eines umfassenden Gesamtkonzepts an der Neuausrichtung des Übergangs von der Schule in die Berufsausbildung, um diese Jugendlichen mit einer verlässlichen Perspektive an eine berufliche Ausbildung heranzuführen«.

Die neue Allianz für Aus- und Weiterbildung löst den zum Ende des Jahres 2014 auslaufenden Nationalen Pakt für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs ab. Im Rahmen der Allianz will die Wirtschaft im kommenden Jahr 20.000 zusätzliche Ausbildungsplätze gegenüber den 2014 bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten Stellen sowie jährlich 500.000 Praktikumsplätze zur Berufsorientierung zur Verfügung stellen. Sie hat zugesagt, jedem vermittlungsbereiten Jugendlichen, der bis zum Beginn des Ausbildungsjahres im Herbst noch keinen Platz gefunden hat, drei Angebote für eine Ausbildung zu machen. Die Partner der Allianz wollen jetzt den Einstieg in die assistierte Ausbildung auf den Weg bringen; als ersten Schritt streben sie für das Ausbildungsjahr 2015/2016 bis zu 10.000 Plätze für die assistierte Ausbildung an; das Bundesministerium für Arbeit und Soziales wird die gesetzlichen Grundlagen dafür auf den Weg bringen. Die Länder werden zusammen mit dem Bund den Übergang von der Schule in den Beruf umgestalten. Auch an Gymnasien soll künftig noch stärker über die duale Ausbildung als gleichwertige Alternative zum Studium informiert werden. Alle »Allianz«-Partner wollen sich zudem in eine gemeinsame Kampagne einbringen, mit der sie bundesweit für die berufliche Bildung werben.

(12.12.2014, prh)

Überblick zu den Zielen der neuen Allianz für Aus- und Weiterbildung sowie Beiträge der jeweiligen Allianz-Partner (PDF, 2 Seiten)

Im Wortlaut: Text der neuen Allianz-Vereinbarung (PDF, 8 Seiten)

Weitere Informationen

 

Öffentliche Bildungs­aus­gaben 2014: Über 120 Milli­arden Euro

destatis

Bund, Länder und Gemeinden haben für das Jahr 2014 Bildungsausgaben in Höhe von 120,6 Milliarden Euro veranschlagt, das sind 3,6 Milliarden Euro mehr als im Vorjahr. Zu diesem Ergebnis kommt das Statistische Bundesamt (Destatis) im Bildungsfinanzbericht 2014. Der Bildungsfinanz­bericht wurde vom Statistischen Bundesamt (Destatis) im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und der Kultusministerkonferenz erstellt.

Endgültige Angaben zu den öffentlichen Bildungsausgaben liegen derzeit bis zum Jahr 2011 vor. Demnach beliefen sich im Jahr 2011 die öffentlichen Bildungsausgaben auf 110,0 Milliarden Euro. Davon stellten der Bund 9,1 Milliarden Euro, die Länder 77,7 Milliarden Euro und die Gemeinden 23,2 Milliarden Euro bereit.

Im Bildungsfinanzbericht sind neben den Bildungsausgaben der öffentlichen Haushalte auch die von Unternehmen, privaten Haushalten, der Bundesagentur für Arbeit und die vom Ausland finanzierten Bildungsausgaben sowie Forschungsausgaben enthalten. Die gesamten privaten und öffentlichen Ausgaben werden durch das konzeptionell umfassendere Budget für Bildung, Forschung und Wissenschaft dargestellt.

Gesamtübersicht

Im Jahr 2011 stieg das Budget für Bildung, Forschung und Wissenschaft auf insgesamt 245,1 Milliarden Euro. In Relation zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) entsprach dies einem Anteil von etwa 9,1 %. Nach vorläufigen Berechnungen erhöhten sich die Ausgaben im Jahr 2012 um weitere 3,7 Milliarden Euro auf 248,9 Milliarden Euro. Dies entsprach 9,0 % des Bruttoinlandsprodukts. Die Berechnungsmethodik des BIP wurde im Jahr 2014 grundlegend revidiert. Ein Vergleich der BIP-Anteile zu bisherigen Veröffentlichungen ist deshalb nur eingeschränkt möglich.

Von den Gesamtausgaben des Budgets für Bildung, Forschung und Wissenschaft entfielen im Jahr 2011 insgesamt 178,0 Milliarden Euro auf den Bildungsbereich, einschließlich der Ausgaben für Forschung und Entwicklung an Hochschulen in Höhe von 13,5 Milliarden Euro. Weitere 62,1 Milliarden Euro wurden für Forschung und Entwicklung in Unternehmen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen ausgegeben. 5,1 Milliarden Euro entfielen auf Ausgaben für Museen, Bibliotheken, Fachinformationszentren und die außeruniversitäre Wissenschaftsinfrastruktur.

Begünstigt durch den Hochschulpakt 2020 und durch die Schaffung der Sondervermögen Kinderbetreuungsausbau und Investitions- und Tilgungsfonds sind die Ausgaben für Bau- und andere Sachinvestitionen im Bildungsbereich von Bund, Ländern und Gemeinden in den Jahren 2009 bis 2011 auf insgesamt 37,8 Milliarden Euro gestiegen. Dies entsprach einem Investitionsvolumen von durchschnittlich 12,6 Milliarden Euro pro Jahr. In den Jahren 2005 bis 2008 waren dagegen nur Investitionen in Höhe von 34,6 Milliarden Euro beziehungsweise durchschnittlich 8,6 Milliarden pro Jahr realisiert worden.

Öffentliche Ausgaben für das sonstige Bildungswesen

Das sonstige Bildungswesen umfasst die Förderung der Weiterbildung, die Volkshochschulen und andere Einrichtungen der Weiterbildung sowie die Einrichtungen der Lehreraus- und -fortbildung. Der Aufgabenbereich bezieht sich damit auf non-formale Bildungsangebote. In den Angaben ist die Jugendarbeit nicht enthalten.

Angesichts der demografischen Entwicklung und des Wandels zu einer Wissensgesellschaft kommt der Weiterbildung für die wirtschaftliche Entwicklung und der Beschäftigungssicherung der Individuen eine große Bedeutung zu. Weiterbildung bzw. lebenslanges Lernen haben in der politischen Diskussion daher einen hohen Stellenwert. Dennoch wurden in den letzten Jahren nur wenige kostenintensive Initiativen gestartet, um die Beteiligung an Weiterbildung – insbesondere aus sozial benachteiligten Schichten – zu erhöhen.

Die Ausgaben dieses Bereichs bleiben im Rahmen der internationalen Bildungsberichterstattung, die sich primär auf die formalen Bildungseinrichtungen bezieht, weitgehend unberücksichtigt. Diese werden aber in den Teil B des Bildungsbudgets integriert. Allerdings wird der größte Teil der Weiterbildungsausgaben der Gebietskörperschaften nicht im Bereich sonstiges Bildungswesen, sondern unter anderen Aufgabenbereichen der öffentlichen Haushalte nachgewiesen (zum Beispiel Ausgaben für betriebliche Weiterbildung in den Verwaltungen und Einrichtungen der Gebietskörperschaften, Ausgaben der Bundesagentur für Arbeit für Weiterbildung).

Bildungsförderung durch die Bundesagentur für Arbeit und das Bundesministerium für Arbeit und Soziales

Im Rahmen ihrer Arbeitsmarktpolitik fördert die Bundesagentur für Arbeit seit Jahrzehnten sowohl Maßnahmen der Erstausbildung als auch der Weiterbildung. Darüber hinaus unterstützt sie die TeilnehmerInnen an Bildungsmaßnahmen mit Zuschüssen zu den Lebenshaltungskosten. Im Rahmen der in der Mitte des vergangenen Jahrzehnts erfolgten Neuausrichtung der Arbeitsmarktpolitik wurde auch die Sozialgesetzgebung revidiert. So werden seit dem Jahr 2005 bildungsbezogene Maßnahmen als Teil der Leistungen für Eingliederung in Arbeit in der Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II) aus dem Bundeshaushalt finanziert.

Nach Angaben des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales und der Bundesagentur für Arbeit sind die Ausgaben für Bildungsmaßnahmen nach SGB II und III von 7,2 Milliarden Euro im Jahr 2005 auf 6,0 Milliarden Euro im Jahr 2013 gesunken.

Im Jahr 2013 gaben die Bundesagentur für Arbeit und das Bundesministerium für Arbeit und Soziales 3,7 Milliarden Euro für die Erstausbildung und 2,3 Milliarden Euro für die Weiterbildung aus. Davon stellten das Bundesministerium für Arbeit und Soziales für Bildungsmaßnahmen in der Grundsicherung für ArbeitsuchendeM (SGB II) 0,7 Milliarden Euro für Maßnahmen der Erstausbildung beziehungsweise 0,6 Milliarden Euro für die Weiterbildung zur Verfügung. Im Vergleich mit dem Jahr 2005 stiegen diese steuerfinanzierten Bildungsausgaben von 0,6 Milliarden Euro auf 1,3 Milliarden Euro. Die Ausgaben für Bildungsmaßnahmen in der beitragsfinanzierten Arbeitslosenversicherung (SGB III) sanken von 6,6 Milliarden Euro im Jahr 2005 auf 4,6 Milliarden Euro in 2013.

(11.12.2014, prh)

Bildungsfinanzbericht 2014 (PDF, 154 Seiten)

vergleiche: GEW verlangt 57 Milliarden Euro mehr für Bildung

 

Baden-Württemberg: Regionalbüros werden weiter gefördert

Land Baden-Wuerttemberg

Das Land Baden-Württemberg fördert auch künftig die landesweit bestehenden 13 Regionalbüros für berufliche Fortbildung. Allein im kommenden Jahr erhalten sie insgesamt 1,43 Mio. Euro an Landesmitteln.

»Damit können die Regionalbüros ihre bisher schon erfolgreiche Arbeit fortsetzen«, so der zuständige Finanz- und Wirtschaftsminister Nils Schmid. Diese besteht vor allem in der Unterstützung der 32 regionalen Netzwerke für berufliche Fortbildung, aber auch in der Durchführung übergreifender Maßnahmen sowie in einer Erst- und Lotsenberatung von Weiterbildungsinteressierten.

Im Netzwerk für berufliche Fortbildung sind landesweit über 1.300 Weiterbildungseinrichtungen und weiterbildungsaffine Organisationen zusammengeschlossen. Sie sind in 32 regionalen Netzwerken organisiert, die von ehrenamtlichen Vorsitzenden geleitet werden. Die regionalen Netzwerke verstehen sich als Qualitätsgemeinschaft und verfolgen gemeinsam das Ziel, mit der tatkräftigen Unterstützung der Regionalbüros die Transparenz auf dem Weiterbildungsmarkt zu verbessern, über die Weiterbildungsangebote ihrer jeweiligen Region zu informieren und für die berufliche Weiterbildung insgesamt zu werben.

Neben regionalen Veranstaltungen und Messen führen die Regionalbüros aber auch überregionale Maßnahmen durch, bei denen sie sich aktuellen Entwicklungen und Themen im Bereich der beruflichen Weiterbildung zuwenden, öffentlichkeitswirksame Aktionen starten oder den Weiterbildungsmarkt genauer analysieren.

Daneben spielt die Erst- und Lotsenberatung für Weiterbildungsinteressierte eine wichtige Rolle. Der Weiterbildungsmarkt ist, sowohl was die Vielzahl der Weiterbildungsmaßnahmen als auch was den Umfang an Weiterbildungseinrichtungen angeht, recht unübersichtlich. Weiterbildungsinteressierte haben deshalb häufig Probleme, sich zurechtzufinden. Aufgabe der Regionalbüros ist es aber nicht, Einzelpersonen umfassend zu beraten, sondern ihre Ziele zu erkennen und sie an die richtige Stelle oder Einrichtung weiterzuleiten.

Die 13 Regionalbüros für berufliche Fortbildung gibt es schon seit 2003 an unterschiedlichen Standorten über das ganze Land verteilt. Ein Regionalbüro ist für das Einzugsgebiet meist mehrerer regionaler Netzwerke zuständig. Diese regionalen Netzwerke haben in Baden-Württemberg eine lange Tradition. Sie bestehen nun schon seit fast 50 Jahren und wurden damals als «Arbeitsgemeinschaften für berufliche Fortbildung« auf Kreisebene gegründet. Seither werden sie vom früheren Wirtschaftsministerium und heute vom Ministerium für Finanzen und Wirtschaft betreut und in ihrer Arbeit unterstützt.

(10.12.2014, prh)

Regionalbüros des Netzwerks für berufliche Fortbildung

 

Weiterbildungsmarkt: Die Trends der kommenden drei Jahre

MMB Learning Delphi

Bereits das neunte Jahr in Folge ermittelt das »MMB Learning Delphi«, welche Trends die Weiterbildung in Unternehmen in den kommenden drei Jahren kennzeichnen werden und womit die größten wirtschaftlichen Erfolge zu erwarten sind.

Die Trendstudie zeigt außerdem, welche Themen und Inhalte das betriebliche E-Learning in den nächsten Jahren bestimmen und welche Zielgruppen künftig im Fokus der E-Learning-Akteure stehen werden. Erstmals wurde dabei auch das Trendthema »Adaptive Learning« eingehender behandelt.

Das MMB-Institut für Medien- und Kompetenzforschung hat wieder E-Learning-ExpertInnen um ihre Prognose zu künftigen Szenarien des digitalen Lernens gebeten. Bereits zum neunten Mal werden damit die mittelfristigen Trends im Weiterbildungssektor ermittelt. Wie in den Vorjahren wurden auch 2014 langfristige Trendfragen, die jährlich erhoben werden, um einige neue Fragen ergänzt, die die E-Learning-Entwicklungen der letzten Monate widerspiegeln.

So wurde erstmals das so genannte »Adaptive Learning« eingehender behandelt. Die befragten Experten befürworten solche Anwendungen, in denen die Lerner in den Prozess der Individualisierung von Lerninhalten bewusst mit einbezogen werden und selbst Entscheidungen treffen. Eine automatische Anpassung im Hintergrund wird eher abgelehnt.

Die wichtigste Lernform der nächsten drei Jahre ist und bleibt aber »Blended Learning«, also eine Mischung aus traditionellen Präsenzlernformen und computergestützten Lernangeboten. »Virtuelle Klassenräume« und »Mobile Learning« rangieren in der Expertengunst auf den Plätzen 2 und 3.

Im Mehrjahresvergleich der relevanten Lernformen erlebt »Social Learning« ein Auf und Ab, das nicht zuletzt von allgemeinen Hype-Themen wie Facebook beeinflusst wird. Nach einer gewissen Ernüchterung steigt nun die Zukunftsfähigkeit sozialer Netzwerke und Communities wieder – »Wikis« hingegen verlieren an Relevanz als Lernform in Unternehmen.

Beim Trendthema »Massive Open Online Courses« (MOOCs) sehen die Bildungsexperten vor allem für solche MOOCs eine große Zukunft, die eine Vermittlung curricularer Lerninhalte sowie eine Zertifizierung des Lernerfolgs anstreben (xMOOCs). Weniger erfolgversprechend wird hingegen das Konzept interaktiver MOOCs-Angebote eingeschätzt, die eher Workshop-Charakter haben und – dem Social Web verpflichtet – eine kollaborative Vernetzung und Eigenaktivität der Lerner anstreben (cMOOCs).

Wichtigste künftige Einnahmequelle für die E-Learning-Anbieter ist aus Expertensicht neben dem »Blended Learning« das Geschäftsfeld »Mobile Learning«/»Learning Apps«. Nur geringen kommerziellen Erfolg versprechen sich die Experten inzwischen von Lernanwendungen im Kontext von sozialen Netzwerken und Communities.

Großunternehmen, die zumeist maßgeschneiderte Lern-Lösungen nachfragen, gelten weiterhin als mit Abstand wichtigste Zielgruppe der E-Learning-Branche – gefolgt von Kleinen und Mittleren Unternehmen. Kleinteilige Zielgruppen wie das Handwerk oder Selbständige bzw. Freiberufler, die – oft aus Kostengründen – eher standardisierte Lern-Arrangements bevorzugen, spielen als Zielgruppe derzeit nur eine nachgeordnete Rolle.

(10.12.2014, prh)

Trendmonitor II/2014 (PDF, 18 Seiten)

 

Weiterbildung: Firmen investieren in Wissen

IW KoelnNoch nie haben Firmen und Beschäftigte soviel Geld und Zeit für die betriebliche Weiterbildung aufgewendet wie im vergangenen Jahr. Das geht aus der vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln vorgelegten »IW-Weiterbildungserhebung 2014« hervor, für die 1.845 Unternehmen befragt wurden.
 
Im Jahr 2013 gaben 86 Prozent der Unternehmen ihren Mitarbeitern die Möglichkeit sich weiterzubilden; das waren so viele wie nie zuvor und knapp 3 Prozentpunkte mehr als bei der vorangegangenen Befragung für 2010. Insgesamt investierten Unternehmen 33,5 Milliarden Euro in Weiterbildung – ein Plus von 16 Prozent gegenüber 2010. Das entspricht pro Mitarbeiter im Schnitt 1.132 Euro. Damit erreichen sowohl die Beteiligung der Firmen als auch die Ausgaben für die betriebliche Weiterbildung einen neuen Höchststand.

Es wird aber nicht nur mehr Geld, sondern auch mehr Zeit für die betriebliche Weiterbildung aufgebracht. So nahm 2013 jeder Mitarbeiter im Schnitt 32,7 Stunden an Lehr- und Informationsveranstaltungen teil. Das waren 11 Prozent mehr als im Jahr 2010. Etwa ein Drittel der Weiterbildung entfällt dabei auf die Freizeit der Beschäftigten.

Gründe für den Positivtrend sind die deutlich gestiegene Beschäftigung und die verstärkte Weiterqualifizierung bereits beschäftigter Mitarbeiter. Von ihrem Weiterbildungsengagement erwarten die Unternehmen vor allem einen größeren Geschäftserfolg und die Sicherung ihrer Innovationsfähigkeit. Weitere Motive sind der Wettbewerb um Fachkräfte, die Verbesserung von Arbeitszufriedenheit und Motivation der Mitarbeiter sowie die Pflege der eigenen Arbeitgebermarke (»Employer Branding«).

(08.12.2014, prh)

Susanne Seyda / Dirk Werner: IW-Weiterbildungserhebung 2014 – Höheres Engagement und mehr Investitionen in betriebliche Weiterbildung (PDF, 15 Seiten)

 

Impulse für die kulturelle Erwachsenenbildung

DIE BonnDIE-Forum Weiterbildung setzt ein Ausrufezeichen für einen Bildungsbereich mit beeindruckender Vielfalt. 

»Kulturelle Bildung« war das Thema des diesjährigen 17. DIE-Forum Weiterbildung des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung (DIE) am 1. Dezember in Bonn. Mit diesem Forum brachte das DIE seine Wertschätzung für einen (Bildungs-)Bereich zum Ausdruck, der ein unverzichtbarer Teil des lebenslangen Lernens ist.

Über 100 VertreterInnen aus Wissenschaft und Praxis der kulturellen Erwachsenenbildung sowie der kulturpolitischen Organisationen diskutierten wissenschaftliche und praxisorientierte Beiträge und setzten gemeinsam ein Ausrufezeichen für die kulturelle Bildung. Konsens bestand bei der Forderung, der kulturellen Erwachsenenbildung möge wirtschaftlich als auch politisch mehr Anerkennung entgegen gebracht werden. Die kulturelle Bildung hat sich über vier Jahrzehnte eine professionelle und konzeptionelle Identität erarbeitet und sich als Angebotsbereich in allen großen und vielen kleineren Bildungseinrichtungen etabliert – Kunst und Kultur sind ein unverzichtbarer Teil des lebenslangen Lernens und der lebenslangen Bildung. Sie haben nicht nur einen Eigenwert, sondern fördern darüber hinaus die grundlegende Fähigkeit, sich selbst, die Gesellschaft und die Welt zu verstehen.

»Kulturelle Bildung hat Konjunktur«, so Professor Max Fuchs in seinem Input zu den Politischen Rahmenbedingungen kultureller Erwachsenenbildung, aber ihr fehle eine stabile und dauerhafte Infrastruktur, um nachhaltig wirken zu können.

In sechs Arbeitsgruppen des Forums wurden aktuelle Fragen und Herausforderungen, mit denen das Praxisfeld heute konfrontiert ist, erörtert. Dort erhielten die über 100 Teilnehmenden auch inspirierende Inputs für die erwachsenbildnerische Praxis.

Die Breite der verschiedenen Themenbereiche kultureller Erwachsenenbildung zeigte sich in den praxisnahen Arbeitsgruppen »Malen, Mode & Fotografie«, »Tanz, Theater & Musik« sowie »Medien, Ton & Text«. Hier wurde deutlich, dass es kulturelle Bildung vermag, Barrieren und Vorurteile abzubauen, Freude, Kompetenz und Zugänge zu Kultur und Kunst zu ermöglichen sowie Work-Life-Balance und Arbeitsfähigkeit zu unterstützen. Auf großes Interesse stießen die zuvor mit dem »Preis für Innovation in der Erwachsenenbildung 2014« prämierten Projekte, die als Beispiele guter Praxis viele Kolleginnen und Kollegen aus den Bildungsinstitutionen inspirierten.

(07.12.2014, prh)

Weitere Informationen

vergleiche: Preis für Innovation in der Erwachsenenbildung verliehen

 

Bildungssystem soll mehr Chancen bieten

GRUENE

Mit dem »Nationalen Bildungsbericht – Bildung in Deutschland 2014« liegt nun zum fünften Mal ein differenzierter Überblick über das gesamte Bildungswesen in Deutschland vor. Der Bildungsbericht 2014 zeigt in einzelnen Bereichen Verbesserungen. Sie fallen allerdings zu gering aus und schreiten auch viel zu langsam voran, schreiben Die Grünen in ihrem Bundestagsantrag.

Das sei nicht nur auf individueller Ebene ungerecht, sondern bedrohe im Hinblick auf den demografischen Wandel und Fachkräftemangel auch die Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft: Noch immer seien Bildungschancen in Deutschland ungerecht verteilt.

Im Gegensatz zu den früheren enthalte der aktuelle Bericht auch Handlungsempfehlungen. Gleichwohl könnten Bund und Länder bei der Umsetzung weiterhin nicht uneingeschränkt zusammenwirken, da die Verfassung auch weiterhin zu enge Grenzen setze, da die absehbare Öffnung der Verfassung im Art. 91b Absatz 1 nur die Wissenschaft, nicht aber die allgemeine Bildung betreffe. Der Bildungsbericht nennt fünf Handlungsfelder, in denen »zunehmend qualitative Aspekte der Gestaltung von Bildungsinstitutionen und Bildungsprozessen an Bedeutung« gewinnen. Es sind die frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung, Ganztagsschule, Übergang in die Berufsausbildung, Schnittstelle zwischen Berufsausbildung und Hochschulausbildung, Inklusion von Menschen mit Behinderungen in allen Bereichen des Bildungssystems.

Bündnis 90/Die Grünen fordert die Bundesregierung auf, die Umsetzung der Empfehlungen des Bildungsberichts in Kooperation mit den Ländern unverzüglich anzugehen und gleichzeitig, den Entwurf für einen neuen Artikel 91b Absatz 2 Grundgesetz vorzulegen, der es Bund und Ländern ermöglicht, auf der Basis von Vereinbarungen zur Sicherstellung der Leistungsfähigkeit und der Weiterentwicklung des Bildungssystems zusammenzuarbeiten. Bis diese Verfassungsänderung in Kraft tritt, soll die Bundesregierung einen Gesetzentwurf vorlegen, um im SGB VIII die Fachkraft-Kind-Relation zu definieren. Diese gebe im Unterschied zum Personalschlüssel die Zeit für die direkte pädagogische Interaktion mit dem Kind (unmittelbare pädagogische Arbeitszeit) wieder und sollte sich an der Maximalgröße von 1:4 für unter Dreijährige und 1:10 für über Dreijährige orientieren. Es soll ein Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz in Kita und Tagespflege für alle Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr im SGB VIII verankert werden und mit den Ländern der flächendeckende Ausbau des Ganztagsschulangebotes und eines verbindlichen Betreuungsangebotes für alle Kinder und Jugendlichen bis zum 12. Lebensjahr vorangebracht werden.

Ferner fordern die Grünen gemeinsam mit den Ländern den Rechtsanspruch auf inklusive Bildung in allen Bildungsbereichen zu gewährleisten. Dabei soll einem Inklusionsbegriff gefolgt werden, wie er unter anderem von der Deutschen UNESCO-Kommission verwendet wird. Inklusion beziehe sich nicht nur auf Menschen mit Behinderungen, sondern auf alle vom derzeitigen System benachteiligten Gruppen. Außerdem sollen alle Kinder und Jugendliche eine echte sozio-kulturelle Existenzsicherung garantiert und echte Teilhabechancen und Bildungsgerechtigkeit ermöglicht werden, statt wie bisher im Rahmen des Bildungs- und Teilhabepaketes bildungsbenachteiligte Familien mit bürokratischen Antragshürden und unzureichender Unterstützung von gesellschaftlicher Teilhabe auszuschließen. Außerdem soll eine Ausbildungsgarantie eingeführt werden und es soll dafür gesorgt werden, dass die notwendigen Ziele von mindestens 7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Bildung und mindestens 3,5 Prozent für Forschung und Entwicklung bis 2020 gesamtstaatlich erreicht und eine Verbesserung der Bildungs- und Forschungsfinanzierung auf den Weg gebracht wird. Zudem soll die eine nachhaltige Neuordnung der Wissenschaftsfinanzierung gewährleistet werden und Gesetzentwurf für ein Weiterbildungs-BAföG vorzulegen, das vor allem Geringqualifizierte, Teilzeitkräfte, Frauen und Migranten gezielt unterstützt.

(07.12.2014, prh)

Im Wortlaut: Antrag der Grünen (PDF, 6 Seiten)

siehe auch: Bericht »Bildung in Deutschland 2014«

 

Wege in die IT-Branche

DBS

Neues Informationsdossier des Deutschen Bildungsservers stellt die Aus- und Weiterbildung und die Berufe im Bereich der Informationstechnik vor. 

Die Informationstechnik gilt zwar als wichtiges Zukunftsfeld, dennoch herrscht im IT-Bereich seit Jahren ein Mangel an Fach- und Nachwuchskräften. Eine aktuelle Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach hat erneut aufgezeigt, wie gering das Interesse bei Schülerinnen und Schülern ist, nach dem Schulabschluss einen IT-Beruf anzustreben. Das neue Informationsdossier des Deutschen Bildungsservers gibt nun einen Überblick über die Möglichkeiten zur Aus- und Weiterbildung und die Entwicklung der Berufe im Bereich der Informationstechnik.

Das Dossier informiert ausführlich über Entstehung, Entwicklung und Stand der fünf IT-Ausbildungsberufe.

Das sind:

  1. Fachinformatikerin und -informatiker Anwendungsentwicklung,

  2. Fachinformatikerin und -informatiker Systemintegration,

  3. IT-System-Elektronikerin und -Elektroniker,

  4. IT-System-Kauffrau und -Kaufmann sowie

  5. Informatikkauffrau und -kaufmann.

Außerdem gibt die Informationssammlung Einblick in die arbeitsprozessorientierte IT-Weiterbildung, erläutert Wissenswertes aus der Branche und verlinkt auf Ausbildungsplatzbörsen und Eignungstests. Nicht zuletzt werden verschiedene Initiativen und Verbände vorgestellt, die Schülerinnen und Schülern die Berufsmöglichkeiten im IT-Sektor näherbringen.

(04.12.2014, prh)

Zum Dossier des Deutschen Bildungsservers

 

Preis für Innovation in der Erwachsenenbildung verliehen

Kulturelle Bildung: DIE verleiht den Preis für Innovation in der Erwachsenenbildung. 
 
Das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung (DIE) hat am 1. Dezember 2014 in einer feierlichen Preisverleihung die Preisträger des diesjährigen Innovationspreises zum Thema »Kulturelle Bildung« ausgezeichnet. »Viele der eingereichten Projekte sind im allerbesten Sinne innovative Konzepte«, lobt Jury-Mitglied Professor Richard Stang »und eröffnen ungewöhnliche Zugänge zur Kultur, die jedem Teilnehmer andere Lernerfahrung ermöglichen. Sie machen die kulturelle Vielfalt und die unterschiedlichen Zugänge dazu deutlich«.

Erster Preisträger ist das Projekt »Hörpfade«, in dem Kursteilnehmende in bayerischen Volkshochschulen persönliche Audioguides über die Region, in der sie leben, produzieren und so eine »klingende Landkarte« Bayerns auf www.hoerpfade.de entstehen lassen. Die Audioguides machen die Vielfalt regionaler Geschichte, Kunst und Kultur erlebbar. Die Kursleitenden werden von Journalist/innen und Mediencoaches des Bayerischen Rundfunks (BR) professionell geschult, gleichzeitig unterstützt der BR das Projekt medial.

Auch um das Hören geht es beim »Ich-kann-nicht-singen-Chor« der Urania Berlin e.V., der mit dem Vorurteil aufräumen will, dass die meisten Menschen nicht singen können. Das Bildungsangebot lädt alle ein, die sich bisher nicht getraut haben mit anderen zusammen zu singen. Die Chormitglieder produzieren erstaunliche Hörerlebnisse, ohne dass eine einzige Note dabei gelesen wird!

Die Volkshochschule Arnstadt-Ilmenau hingegen widmet sich auf ihren jährlichen internationalen Kunstsymposien der bildenden Kunst, die einen dauerhaften Platz am Kunstwanderweg Kleinbreitenbach finden. Ein Angebot der kulturellen Bildung, das alle Bevölkerungsgruppen der Region einlädt und integriert.

Zwei Kulturinstitutionen erhalten die diesjährigen Sonderpreise: die Kunsthalle in Emden für das interaktive Besucherprojekt »Ortung«, mit dessen Entdecker-Kit Reisende ihr Erleben künstlerisch dokumentierten. Die Ergebnisse der künstlerischen Forschungsreisen sind ein gelungenes Beispiel für die Aktivierung von (Nicht-)Besucher/innen.

Das Theater-Bildungs-Projekt »Trilogie des Geldes« verfolgt die Idee einer theatralen Akademie für Wirtschaftswissenschaft. Wirtschaftliche Muster werden als Theaterszenarien begriffen und auf in diesem darstellerischen Zugang wird sichtbar, wie wirtschaftliche Prozesse politischer Entscheidungen funktionieren. Das Projekt schafft damit ein Forum des Verstehens und Hinterfragens wirtschaftlicher und politischer Zusammenhänge mit künstlerischem Zugang.

Hintergrund
Seit 1997 lobt das DIE den »Preis für Innovation in der Erwachsenenbildung« aus. Alle zwei Jahre wird diese »bundesweit renommierteste Auszeichnung in der Erwachsenenbildung« (Frankfurter Rundschau) verliehen. Die Auszeichnung möchte neuartige und viel versprechende Ansätze in der Weiterbildung publik machen und einer breiteren Öffentlichkeit zur Diskussion stellen. Zu den zentralen Kriterien für die Auszeichnung der Projekte gehört, dass diese innovativ und praxiserprobt sein müssen und dass sie der Erwachsenenbildung neue Impulse geben.


(03.12.2014, prh)

Weitere Informationen

vergleiche: Preis für Innovation in der Erwachsenenbildung ausgeschrieben

 

In Neuigkeiten & Terminen

Didacta 2015 (Hannover)

vom 24.02.2015 bis zum 28.02.2015

Bildungsgipfel im Flachland

Alle Trends aus der Branche – vom außerschulischen Lernen über E-Learning bis hin zur ökologischen Schulverpflegung.

Der Messestand des Deutschen Bildungsservers steht unter dem Motto "Wissen über Bildung". Sie finden ihn in Halle 14, Stand H51

 

 

Petersberger Trainertage 2015 (Königswinter bei Bonn)

vom 17.04.2015 bis zum 18.04.2015

Der Weiterbildungskongress.

Weitere Informationen und Anmeldung: http://www.managerseminare.de/Petersberger_Trainertage/Besucherinformationen?urlID=232965&kat=13773

 

 

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