
Neuigkeiten & Termine
Kompromiss beim Deutschen Qualifikationsrahmen
Der Weg für die Einführung des Deutschen Qualifikationsrahmens (DQR) ist frei. Spitzenvertreter von Bund, Ländern und Sozialpartnern haben sich am vergangenen Dienstag (31.01.2012) auf einen Kompromiss verständigt. Danach sollen die allgemeinbildenden Schulabschlüsse zunächst dem Rahmen nicht zugeordnet werden - so wie Bundesbildungsministerin Annette Schavan dies vor einer Woche vorgeschlagen hatte. Zugleich wurde beschlossen, dass zweijährige berufliche Erstausbildungen auf Niveau 3 und drei- und dreieinhalbjährige Erstausbildungen auf Niveau 4 eingestuft werden. Schon zuvor bestand zwischen Bund, Ländern und Sozialpartnern Einigkeit, auf Niveau 6 die Abschlüsse Bachelor und Master zu verorten.
»Mit dieser Entscheidung haben wir einen wichtigen Schritt auf dem Weg zum Bildungsraum Europa gemacht. Bund, Länder, Sozialpartner und Hochschulvertreter haben bei der Erarbeitung des DQR vertrauensvoll zusammengearbeitet. Unser gemeinsames Ziel ist es, Mobilität und Transparenz in Europa zu fördern, die Gleichwertigkeit von allgemeiner, hochschulischer und beruflicher Bildung zu verwirklichen und die Durchlässigkeit zwischen den verschiedenen Bildungsbereichen zu erhöhen«, sagte Schavan. »Die berufliche Bildung ist in Deutschland so stark wie in kaum einem zweiten Land. Unsere Jugendarbeitslosigkeit ist nur halb so hoch wie der Schnitt in Europa. Heute haben wir den hohen Stellenwert unserer berufliche Bildung in Europa deutlich gemacht.«
Damit ist entschieden, dass zunächst auf den DQR-Niveaus 1 und 2 die Berufsausbildungsvorbereitung angesiedelt wird, auf Niveau 3 die zweijährige berufliche Erstausbildung und Niveau 4 die drei- und dreieinhalbjährige berufliche Erstausbildung. Auf Stufe 5 sollen Fortbildungen, die vergleichbar sind mit dem IT-Spezialisten, verortet werden. Niveau 6 erreichen der Bachelor, der Meister, der Fachwirt und die Fachschulabschlüsse wie Techniker. Stufe 7 werden der Master und der Strategische Professional (IT) zugeordnet, und Stufe 8 die Promotion. »Nach meiner persönlichen Einschätzung wird die Entscheidung, Meister und Techniker dem gleichen Niveau zuzuordnen wie den Bachelor die größte bildungspolitische Wirkung haben. Denn damit wird deutlich: In Deutschland hat jeder die Chance zum Aufstieg, über den akademischen Weg genauso wie über den Weg der beruflichen Bildung«, betonte Schavan.
(03.02.2012, prh )
Weitere Informationen zum Deutschen Qualifikationsrahmen
vergleiche: BIBB befürwortet aktuellen Entwurf zur Entwicklung eines Deutschen Qualifikationsrahmens
vergleiche: Deutscher Qualifikationsrahmen: DIE Bonn fordert Nachbesserungen
Mehr Weiterbildung für Ältere
Bundesbildungsministerin Annette Schavan tritt angesichts des demografischen Wandels für ein verstärktes lebenslanges Lernen ein. In einem Interview mit RP online sagte sie hierzu: »In der Gesellschaft des längeren Lebens müssen auch mit 40 oder 50 noch neue Qualifikationen und neue berufliche Chancen selbstverständlich werden.«
Sie halte es für nicht ausreichend, dass gegenwärtig nur etwa ein Drittel der über 55-Jährigen an Weiterbildung teilnehme. Die Dynamik der Veränderungen sei so groß, dass sich die Arbeitnehmer ihr ständig stellen müssten. (03.02.2012, wp)
Deutscher Weiterbildungspreis 2011
Online-Masterstudiengang »Physikalisch-Technische Medizin« als richtungsweisendes und bedeutsames Konzept ausgezeichnet
Am gestrigen Abend (2. Februar 2012) hat das Haus der Technik in Essen den mit 10.000 Euro dotierten Deutschen Weiterbildungspreis 2011 im Rahmen einer feierlichen Siegerehrung an Prof. Dr. Josef Guttmann, Wissenschaftler und Lehrender am Universitäts-Klinikum Freiburg, vergeben. Herr Guttmann konnte sich mit dem berufsbegleitenden Studienmodell für Ärzte und Naturwissenschaftler gegenüber den anderen vier nominierten Finalisten durchsetzen.
Der neue Online-Masterstudiengang »Physikalisch-Technische Medizin«, den Prof. Dr. Guttmann zusammen mit Prof. Seemann von der Technischen Hochschule Furtwangen leitet, schließt ein wichtiges Defizit in der medizinischen Ausbildung. Durch die zunehmende Verknüpfung der Medizintechnik mit der Informationstechnik sowie einer derzeit großen Dynamik in der medizintechnischen Entwicklung, steht die Fortbildung auf diesem Gebiet vor großen Herausforderungen. Das neue Studienangebot hilft dabei, genau diese zu bewältigen. Es vermittelt berufsbegleitend die nötigen Kompetenzen, um nicht nur die notwendige Patientensicherheit und -versorgung, sondern auch die Ausbildung der pflegerischen Mitarbeiter und die Gerätebeschaffung stetig zu verbessern. Mit dem Blended-Learning-Konzept kann dies orts- und zeitungebunden von zu Hause aus geschehen und wird somit Weise der zeitlichen Spitzenbelastungen der Kursteilnehmer gerecht. Kurze Praktikumsphasen vor Ort runden das Programm am jeweiligen Semesterende ab.
Auf den zweiten Platz hat die Jury das Konzept »Online-Meister Trockenbau« von Simone Pfeffer-Brandl, Geschäftsführerin der Online Meisterschule GmbH, gewählt. Frau Pfeffer-Brandl hat mit ihrem berufsbegleitenden Studiengang die Möglichkeit zur Meisterausbildung im Trockenbau wiederbelebt und behebt auf diese Weise den Mangel an qualifizierten Fachkräften.
Der dritte Platz ging an das Konzept »Transferstärke-Methode«. Ein neuer Weg für mehr Praxiserfahrung und Umsetzungserfolg in der beruflichen Weiterbildung“, von Prof. Dr. Axel Koch, SRH FernHochschule Riedlingen. Mit der Transferstärke-Methode kann die Fähigkeit zur praktischen Anwendung von Weiterbildungsinhalten analysiert und somit optimiert werden. Als Ergebnis können Weiterbildungsangebote nicht nur effizienter gestaltet werden, sondern führen auch zu einem größeren und langfristigeren Umsetzungserfolg.
(03.02.2012, prh)
Umfrage: Sozialkompetenz wichtiger als Englisch
Personalchefs achten bei Bewerbern in erster Linie auf ausgeprägte Sozialkompetenzen wie Team- und Kommunikationsfähigkeit. Auf dem zweiten und dritten Platz liegen kaufmännisches Wissen und IT-Kompetenz. Die viel beschworenen Englischkenntnisse hält nur jeder zweite Personalverantwortliche für ausschlaggebend. Das ergab eine Umfrage, die die Stiftung Warentest unter 150 Personalchefs mittlerer und großer Unternehmen gemacht hat.
Mit Soft Skills mittlere und große Firmen überzeugen
Die Stiftung Warentest wollte wissen, worauf Personalchefs bei ihren jetzigen und künftigen Mitarbeitern Wert legen. Zur Auswahl standen neben sozialen Kompetenzen kaufmännisches Wissen, IT-Kompetenzen, Englischkenntnisse und Kenntnisse in mehreren Fremdsprachen. Auffällig: 97 Prozent aller Personalchefs halten die sozialen Kompetenzen, auch genannt Soft Skills, für wichtig oder sehr wichtig. Und zwar unabhängig davon, wie groß der jeweilige Betrieb ist.
Mit IT-Kompetenz bei großen Unternehmen punkten
Kaufmännisches Wissen und IT-Kompetenz stufen rund vier Fünftel aller Personalverantwortlichen als bedeutend ein. Aber nur 57 Prozent der Personaler legen Wert auf gutes Englisch, aber nur knapp ein Drittel (29 Prozent) auf Kenntnisse in mehreren Fremdsprachen. Die Umfrage zeigt auch: Im Grundsatz sind sich die Personalchefs einig, egal ob sie für große oder mittlere Firmen arbeiten. Ausnahme: Die IT-Kompetenz ist für Personalchefs größerer Unternehmen wichtiger als kaufmännische Kenntnisse der Bewerber.
Geregelte Abschlüsse unbedingt belegen
Die Stiftung Warentest fragte auch, welche Qualifikationen ein Bewerber in der Bewerbungsmappe mit Dokumenten nachweisen sollte. Zwingend erforderlich ist das nur für die kaufmännischen Kenntnisse in knapp der Hälfte der Unternehmen. Belege für Englisch oder gar Soft Skills sind weniger wichtig. Anders sieht das bei Zusatzausbildungen oder geregelten Fortbildungen, etwa der Industrie- und Handels- oder auch Handwerkskammern, aus. 90 Prozent aller Personalchefs wollen dafür einen Nachweis sehen. Wer also zum Beispiel einen IHK-Fachwirt in der Tasche hat, sollte diesen unbedingt belegen.
Tipp: Kostenlose Infos zu Bewerbung und Jobwechsel bietet test.de unter Fit für den Neustart. Was genau im Beruf weiterbringt, zeigt das Special Wirtschaft, Englisch und IT. Ums Lernen für den Job im 21. Jahrhundert geht es im kostenlosen Special Weiterbilden, weiterkommen.
(03.02.2012, prh)
Förderung der beruflichen Weiterbildung auf Rekord-Tief
Trotz des Wirtschaftsaufschwungs haben es Langzeitarbeitslose weiterhin schwer, eine feste Anstellung zu finden. Nach der neuen Auswertungsmethodik der Bundesagentur für Arbeit (»integrierte statistische Datenbasis«) waren im Jahr 2011 durchschnittlich 1.056.000 Menschen länger als zwölf Monate arbeitslos.
Angesichts dieser gleich bleibend hohen Zahl ist es unverständlich, dass die BA offenbar eine Abnahme der »entlastenden Arbeitsmarktpolitik« betreibt. Allein im Bereich der Förderung der beruflichen Weiterbildung sank die Zahl der Neueintritte im Januar dramatisch auf einen Wert ab, der 45 % unter dem des Januars 2011 liegt. Einen niedrigeren Wert gab es zuletzt vor fast sechs Jahren, nämlich im Februar 2006.
»Wenn diese Zahlen Ausdruck einer Entwicklung sind, die von den politisch Verantwortlichen so gewollt ist, dann akzeptiert man die bestehende Langzeitarbeitslosigkeit. Dies wäre gleichbedeutend damit, dass die in der Langzeitarbeitslosigkeit verharrenden mehr als eine Million Menschen aufgegeben und von der gesellschaftlichen Teilhabe ausgeschlossen würden. Mit dem Sozialstaatsgebot unseres Grundgesetzes ist dies schlicht und einfach unvereinbar!«, kommentierte BBB-Geschäftsführer Horst Palik.
Zum BBB
Der Bundesverband der Träger beruflicher Bildung, kurz Bildungsverband, ist ein Zusammenschluss maßgeblicher Anbieter von Bildungsprogrammen in Deutschland.
(01.02.2012, prh)
Weiterbildungsstipendium: Neue Förderrichtlinien
Zum ersten Januar 2012 traten für das Weiterbildungsstipendium neue Förderrichtlinien in Kraft.
Eine wichtige Neuerung: Mit dem Beginn des neuen Jahres wird der jährliche Förderbetrag des Weiterbildungsstipendiums von 1.700 EUR auf 2.000 EUR steigen. Dadurch erhöht sich der Förderhöchstbetrag von 5.100 EUR auf 6.000 EUR.
(01.02.2012, prh)
Förderrichtlinien herunterladen (PDF, 4 Seiten)
Umfrage: Bedeutung von Blended Learning nimmt zu
Laut einer Befragung des Sprachenspezialisten digital publishing AG (dp) unter 103 Weiterbildungsexperten verliert reiner Präsenzunterricht in der betrieblichen Weiterbildung immer mehr an Bedeutung.
Demnach setzen bereits heute 50 Prozent der Unternehmen auf einen Mix aus verschiedenen Lernformen. Sogar 71 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass Blended Learning – die Verknüpfung von E-Learning, Präsenzveranstaltungen, Coaching und mobilen Lernformen – in drei Jahren führend sein wird.
Laut dieser Umfrage wird herkömmlicher Präsenzunterricht heute immerhin noch von 44 Prozent der Befragten als bedeutend eingestuft – für das Jahr 2014 sinkt diese Zahl jedoch deutlich auf nur noch 17 Prozent. Unterdessen wird erwartet, dass die Relevanz von Mobile Learning signifikant zunimmt: Während heute lediglich 9 Prozent davon ausgehen, dass der Einsatz von Smartphones oder Tablets in der betrieblichen Weiterbildung sinnvoll ist, sind es in drei Jahren bereits 32 Prozent. Lernen über Social Media-Plattformen hingegen legt nur leicht von 12 auf 17 Prozent zu.
»Die rasanten technischen Entwicklungen führen dazu, dass sich der Mix der eingesetzten Lernmethoden ständig verändert. E-Learning hat sich bereits heute fest verankert im Bildungsmix – mobile Geräte sind auf dem besten Weg dahin. Immer mehr Unternehmen erkennen, dass sinnvoll aufeinander abgestimmte Lernformen gleichzeitig höhere Effektivität bringen und Geld sparen – das gilt besonders für das Thema Sprachen lernen«, so Armin Hopp von dp.
Die Kosten für externe Trainer und Raummieten sind für Unternehmen und Organisationen häufig höher als für Schulungen etwa im virtuellen Klassenraum oder per Telefontraining. Darüber hinaus erhöht die individuelle Anpassung von Lernmethoden häufig die Motivation von Lernern – und damit nicht zuletzt die Effektivität der Weiterbildungsmaßnahme.
Die wichtigsten Ergebnisse der Umfrage:
Was ist derzeit die wichtigste Lernform in Ihrem Unternehmen?
- Blended Learning: 50 %
- Unterricht im Klassenraum: 44 %
- Social Media: 12 %
- Mobiles Lernen: 9 %
- Informelles Lernen: 9%
Was wird 2014 die wichtigste Lernform in Ihrem Unternehmen sein?
- Blended Learning: 71 %
- Mobiles Lernen: 32 %
- Unterricht im Klassenraum: 17 %
- Social Media: 17 %
- Informelles Lernen: 3 %
Die Umfrage wurde von dp auf dem internationalen Kongress »Sprachen und Beruf« in Berlin durchgeführt (28.-30.10.2011). Befragt wurden 103 Entscheider aus HR und Weiterbildung.
(31.01.2012, prh)
Zur vollständigen Meldung (PDF, 2 Seiten)
Bildungsmarkt in der Türkei
Die Türkei ist seit 1999 Beitrittskandidat der Europäischen Union (EU) und hat sich zu einem attraktiven Wirtschaftsstandort entwickelt. Doch die Berufsausbildung stellt in der Türkei eine große gesellschaftliche Herausforderung dar. Laut einer Umfrage der türkischen Auslandshandelskammer unter ihren Mitgliedern besteht ein überwältigendes Interesse der Unternehmen an formalisierter beruflicher Aus- und Weiterbildung. Die rund 300 bestehenden Berufsschulen mit 120 Ausbildungszweigen können den Bedarf an qualifizierter Ausbildung jedoch bei weitem nicht decken. Wegen unzureichender Fachkenntnisse vieler Arbeitsuchender ist die Arbeitslosigkeit hoch.
Diese Situation eröffnet zahlreiche Chancen für deutsche Bildungsexporteure, deren Angebote hohes Ansehen genießen. Um Anbieter beruflicher Aus- und Weiterbildung bei der weltweiten Vermarktung ihrer Dienstleistungen zu unterstützen, hat iMOVE eine neue Studie über die Türkei veröffentlicht. Sie leistet praktische Orientierungs- und Entscheidungshilfe bei der Markterkundung.
Ausgehend von den wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen beleuchtet die Studie das türkische Bildungssystem. Dabei konzentriert sie sich auf die berufliche Bildung, den Aus- und Weiterbildungsmarkt und Exportmöglichkeiten, speziell für Anbieter aus Deutschland. Bedeutende Pilotprojekte und Investitionsvorhaben veranschaulichen aktuelle Entwicklungen auf dem Bildungsmarkt. Ausführliche Kontaktdaten der relevanten Regierungsstellen, Institutionen und Verbände vor Ort ergänzen die Informationen.
Die iMOVE-Marktstudie Türkei ist kostenlos erhältlich. Sie ist online verfügbar und kann in der Druckfassung bestellt werden unter info@imove-germany.de.
Hintergrund
iMOVE (International Marketing Of Vocational Education) ist eine Initiative vom Bundesministerium für Bildung und Forschung zur Internationalisierung beruflicher Aus- und Weiterbildung. Deutschen Anbietern hilft iMOVE mit einem umfangreichen Serviceangebot bei der Erschließung internationaler Märkte. Mit der Marke »Training – Made in Germany« wirbt iMOVE im Ausland für deutsche Kompetenz in der beruflichen Aus- und Weiterbildung.
(31.01.2012, prh)
Förderprojekt M-WiM für mehr qualitative Fort-/Weiterbildung im Metallhandwerk
Beratungs-, Profiling- und Qualifizierungsangebote für Unternehmen und Arbeitnehmer.
Weiterbildung im Unternehmen und die Kompetenzentwicklung von Beschäftigten stehen im Mittelpunkt des Sozialpartnerprojekts »Mehr Weiterbildung im Metallhandwerk«, kurz »M-WiM«. Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe sowie die Beschäftigungsfähigkeit der Arbeitnehmer zu stärken, da das verarbeitende Gewerbe ist nur unterdurchschnittlich bei der Fort- und Weiterbildung vertreten ist.
Nur 32 Prozent der Betriebe bieten ihren Mitarbeitern überhaupt entsprechende Möglichkeiten. Lediglich 13 Prozent der Beschäftigten bilden sich tatsächlich weiter. Um diese Zahlen zu erhöhen und die Qualität der Angebote zu verbessern, haben der Landesverband Metall Niedersachsen/Bremen und die IG Metall das Projekt gemeinsam mit ihrem Partner e/t/s didactic media aufgelegt. Das Vorhaben wird durch den Europäischen Sozialfonds für Deutschland und das Bundesministerium für Arbeit und Soziales gefördert.
Um die Anzahl von Betrieben und Beschäftigten in der Fort- und Weiterbildung zu erhöhen sowie die Qualität der Weiterbildung zu verbessern, entwickeln die Projektpartner Beratungs-, Profiling- und Qualifizierungsangebote. So werden zum einen Unternehmen unterstützt, ihr Weiterbildungsangebot zu optimieren. Zum anderen wird Arbeitnehmern bei ihrer beruflichen Entwicklung und der individuellen Kompetenzentwicklung geholfen.
Angebote für Unternehmen
Die Projektpartner unterstützen Betriebe darin, ihren Qualifizierungs- und Weiterbildungsbedarf systematisch zu erfassen und entsprechende Maßnahmen zu planen, vorzubereiten und zu organisieren. Dabei helfen sie, den eigenen Bedarf sowohl mit den Entwicklungspotenzialen der eigenen Mitarbeiter als auch mit den Qualifizierungsangeboten in der Nähe des Firmenstandorts abzugleichen. Gibt es keine adäquaten Weiterbildungsmöglichkeiten für die Beschäftigten, leisten sie dabei Hilfestellung, passgenaue Qualifizierungsangebote in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit, den Kammern sowie Bildungsträgern zu entwickeln.
Angebote für Arbeitnehmer
Beschäftigte des Metallhandwerks in Niedersachsen, die sich beruflich weiterentwickeln wollen, können die Projektpartner kostenlos kontaktieren. Sie werden im persönlichen Termin darin unterstützt, die eigenen Stärken und Kompetenzen zu erkennen und auszubauen. Auch ein individueller beruflicher Entwicklungsplan wird erstellt.
Zudem können sie sich - ebenfalls kostenlos - zum Weiterbildungspromotor ausbilden lassen. Neben allen, die sich besonders für Weiterbildungsfragen interessieren, richtet sich dieses Angebot vornehmlich an Betriebsräte und Ausbildungsbeauftragte. Ziel ist es, das Thema Weiterbildung ins Unternehmen zu tragen und dort zu verankern. Die Beschäftigten trainieren dafür ihre rhetorischen und kommunikativen Fähigkeiten, lernen Weiterbildungsangebote kennen und sie zu bewerten. Zudem erfahren sie, wie sie Qualifizierungsangebote gezielt positionieren können. Zurück im Betrieb fungieren die Bildungspromotoren als persönliche Ansprechpartner für ihre Kollegen, informieren und motivieren diese hinsichtlich ihrer Weiterbildungsmöglichkeiten.
Einen Schritt weiter geht das Training zum Weiterbildungsexperten. Vor allem Betriebsinhaber, Führungskräfte, Personalentwickler, Ausbilder und Fachberater sind hier gefragt. Ihre Hauptaufgabe soll sein, die Weiterbildungsbedingungen im Unternehmen zu verbessern. Sie lernen dafür, den Qualifikationsbedarf im Betrieb zu ermitteln, entsprechende Weiterbildungspläne zu gestalten und die Mitarbeiter bei der individuellen Kompetenzermittlung und -entwicklung zu beraten.
(30.01.2012, prh)
Weiterbildung gegen Fachkräftemangel
Über die Existenz eines Fachkräftemangels wurde in Deutschland viel diskutiert. Eine repräsentative Studie unter Personalverantwortlichen in Unternehmen ab 150 Mitarbeitern, die forsa im Auftrag des ILS Institut für Lernsysteme und der Europäischen Fernhochschule Hamburg durchführte, kommt zu einem eindeutigen Ergebnis: Acht von zehn Personalern bestätigen, dass die Rekrutierung von Fachkräften in den letzten Jahren schwieriger geworden ist. Große Unternehmen spüren die Folgen dabei besonders deutlich. Während in mittleren Betrieben 76 Prozent der Befragten Auswirkungen des Fachkräftemangels auf ihr Unternehmen bestätigen, sind es in Firmen mit mehr als 300 Mitarbeitern sogar bereits 86 Prozent.
»Der Fachkräftemangel ist ganz klar in den Unternehmen angekommen. Entscheidend ist jetzt, wie diese damit umgehen und welche Maßnahmen sie ergreifen, um weiterhin hochqualifizierte Mitarbeiter zu finden – und langfristig an sich zu binden«, bringt Ingo Karsten, Geschäftsführer des ILS, die aktuellen Herausforderungen auf den Punkt. Acht von zehn Personalern sehen in flexiblen Arbeitszeiten eine Möglichkeit, begehrten Fachkräften den entscheidenden Mehrwert zu bieten. Darüber hinaus bewerten 71 Prozent der Personalverantwortlichen umfassende Weiterbildungsmöglichkeiten als (sehr) wichtig im Wettbewerb um die klügsten Köpfe. Fortbildungsangebote liegen damit nach Einschätzung der Personalverantwortlichen auf einer Stufe mit hohen Gehältern und leistungsbezogenen Prämien. »Unternehmen, die berufsbegleitende Weiterbildungen ermöglichen, gewinnen doppelt«, erläutert Ingo Karsten. »Sie sind attraktiv für engagierte Talente, die sich noch weiterentwickeln möchten – und profitieren gleichzeitig von dem ständig erweiterten Know-how ihrer Mitarbeiter.« Wer dabei auf Fernlernen setzt, profitiert von der Parallelität von Fernstudium und Beruf. Sieben von zehn Befragten schätzen an dieser Lernmethode, dass neu erworbenes Fachwissen unmittelbar in der beruflichen Praxis genutzt werden kann.
Gezielt die Rahmenbedingungen den Bedürfnissen der Mitarbeiter anzupassen, ist eine weitere Möglichkeit, dem Fachkräftemangel effizient zu begegnen. Insbesondere im Hinblick auf die Arbeitszeiten von weiblichen Mitarbeitern halten 96 Prozent der Personaler die Einführung flexibler Arbeitszeitmodelle für eine geeignete Lösung. So lässt sich zum Beispiel eine frühzeitige Rückkehr aus Elternzeiten realisieren. Diese können darüber hinaus mit Weiterbildungen effektiv überbrückt werden – fast drei Viertel der Personalverantwortlichen sehen darin eine zusätzliche Chance. Insgesamt gilt: Wer rechtzeitig und kontinuierlich in die Weiterbildung der eigenen Mitarbeiter investiert, wird mittel- und langfristig nicht vom Fachkräftemangel betroffen sein – dieser Ansicht sind 70 Prozent der befragten Unternehmen.
(27.01.2012, prh)
Einfacher zur gesuchten Bildungsinformation
Deutscher Bildungsserver integriert BibTip als neuen Empfehlungsdienst
Der Deutsche Bildungsserver bietet jetzt einen neuen Empfehlungsdienst an, der die Suche nach Informationen zur Bildung in Deutschland für alle Nutzerinnen und Nutzer noch einfacher gestaltet. Der von der Firma BibTip entwickelte und speziell für den Bildungsserver angepasste gleichnamige Empfehlungsdienst verlinkt auf den einzelnen Seiten des Bildungsservers unter der Überschrift »Andere fanden auch interessant« auf inhaltlich verwandte Zusammenstellungen in den umfangreichen Themenkatalogen des Portals. Der Deutsche Bildungsserver ist der zentrale Wegweiser zu Bildungsinformationen im Internet. Der Gemeinschaftsservice von Bund und Ländern wird im Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) koordiniert.
BibTip setzt ein so genanntes Recommenderverfahren ein, welches das Nutzungsverhalten auswertet und daraus Empfehlungen ableitet, die inhaltlich zu den jeweiligen Seiten passen. Die Verweise vereinfachen so die Recherche zu bestimmten Themen und führen zu mehr relevanten Ergebnissen. Das Recommenderverfahren von BibTip arbeitet zudem dynamisch: Es können also durch kontinuierliche Auswertung im Laufe der Zeit immer präzisere Empfehlungen für eine immer größere Zahl von Trefferseiten ermittelt und angezeigt werden. Der gesamte Prozess erfolgt anonymisiert, also ohne die Erhebung personenbezogener Daten.
Weitere Informationen
Deutscher Bildungsserver: Ingo Blees, Tel. +49 (0) 69 / 24708-346, E-Mail: blees@dipf.de, http://www.bildungsserver.de
Pressekontakt: Philip Stirm, Tel. +49 (0) 69 / 24708-123, E-Mail: stirm@dipf.de, http://www.dipf.de
(25.01.2012, prh)
Kiel diskutiert neues Weiterbildungsgesetz
Zur Debatte am 25.01.2012 im schleswig-holsteinischen Landtag
Mit einem neuen Gesetz will die schwarz-gelbe Koalition die Qualität der beruflichen Weiterbildung in Schleswig-Holstein verbessern. Die Koalitionsfraktionen brachten den Gesetzentwurf aus dem Wissenschaftsministerium gegen die Stimmen der Opposition durch den Bildungsausschuss.
Das neue Regelwerk soll das bisherige Bildungsfreistellungs- und Qualifizierungsgesetz von 1990 ersetzen. Neu geregelt werden unter anderem die Verfahren zur Anerkennung der Weiterbildungsveranstaltungen, für die Arbeitnehmer Anspruch auf Bildungsfreistellung haben. Im Jahr 2009 hätten zwar nur 5.985 Personen ihr Recht auf Bildungsfreistellung wahrgenommen, das seien lediglich 0,69 Prozent der Anspruchsberechtigten. Gleichwohl halte die Landesregierung aber am Anspruch auf Weiterbildung fest. Mit Blick auf den steigenden Fachkräftebedarf gehe es darum, vorhandene Potentiale zu nutzen und deshalb Anreize für die Teilnahme an Weiterbildungsmaßnahmen zu setzen, heißt es aus dem Ministerium.
Ansprechpartner für die Veranstalter soll künftig die Investitionsbank Schleswig-Holstein sein, die die Bearbeitung der jährlich rund 3.000 Anträge auf Anerkennung übernehmen soll. Das kostet allerdings Geld: bis zu 70 Euro werden pro Anerkennungsverfahren fällig. Das Ministerium ist aber überzeugt, dass »die staatliche Anerkennung wie ein Gütesiegel wirkt und damit werbewirksam ist«. Insofern dürfte sich der Aufwand insgesamt für die Veranstalter rechnen.
Die Veranstaltungen dürfen als sogenannte Typenveranstaltungen in zwei Jahren nach gleichem Muster beliebig häufig durchgeführt werden. Ein positiver Nebeneffekt der Neuregelung sei die Einsparung von anderthalb Planstellen im Wirtschaftsministerium.
Die SPD, die die Debatte mit einem eigenen Antrag im Mai 2010 angestoßen hatte, spricht dagegen von einem »Weiterbildungs-Abbaugesetz«. Die Sozialdemokraten monieren insbesondere, dass die bisherigen Freistellungsregelungen eingeschränkt werden. Eine Neuerung: Bislang konnten Arbeitnehmer ihren Anspruch auf Bildungsfreistellung von fünf Tagen pro Jahr über zwei Jahre ansammeln, um dann zehn Tage Bildungsurlaub zu machen. Nach Willen von Schwarz-Gelb soll diese »Verblockung« künftig nur noch unter strengen Auflagen möglich sein. So muss das Bildungsministerium »die Notwendigkeit anerkennen«.
(24.01.2012, prh)
Gesetzentwurf der Landesregierung (PDF, 36 Seiten)
Bericht und Beschlussfassung des Bildungsausschusses (PDF, 20 Seiten)
Online-Umfrage des InfoWeb Weiterbildung gestartet
Teilnehmende können eBook-Reader, Büchergutscheine und Bildungsurlaub gewinnen
Wie jedes Jahr führt das InfoWeb Weiterbildung (IWWB) auch 2012 eine Online-Umfrage zur Qualität von Weiterbildungsdatenbanken durch. Das IWWB ist ein Angebot des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) im Rahmen des Deutschen Bildungsservers und ermöglicht die Suche nach Weiterbildungsangeboten in 75 kooperierenden Datenbanken. Bei der Umfrage können alle Nutzerinnen und Nutzer bis zum 26. Februar wieder ihre Erfahrungen und Einschätzungen zu den Datenbanken und auch zum IWWB selbst abgeben.
In diesem Jahr sind 43 Weiterbildungsdatenbanken an der Umfrage beteiligt. Ein Fenster mit einem Link zum Fragebogen zur jeweiligen Datenbank erscheint meist automatisch beim Aufruf der Seite. Der IWWB-Fragebogen kann direkt über die IWWB-Homepage abgerufen werden.
An den Umfragen nehmen regelmäßig 2000 bis 3000 Besucherinnen und Besucher von Weiterbildungsdatenbanken teil. Die Auswertung der Ergebnisse wird zeitnah veröffentlicht. Die Teilnahme kann sich lohnen: Unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern werden zahlreiche attraktive Preise verlost, die freundlicherweise von Sponsoren zur Verfügung gestellt wurden. Dazu gehören z.B. ein Amazon Kindle eReader, Büchergutscheine und ein Bildungsurlaub in Hamburg.
(23.01.2012, prh)
Liste aller beteiligten Datenbanken mit Links zu deren Homepages
Online-Befragung zum InfoWeb Weiterbildung (IWWB)
Qualifizierung Ungelernter große Herausforderung für Aus- und Weiterbildung
BIBB legt Analyse zur Situation ungelernter Erwerbstätiger vor
Ungelernte Erwerbstätige sind im Vergleich zu ausgebildeten Fachkräften deutlich häufiger in geringfügigen und damit zumeist auch in prekären Beschäftigungsverhältnissen anzutreffen. Ihre Erwerbstätigkeit konzentriert sich zudem auf nur wenige Berufsfelder. Dies sind Ergebnisse einer Analyse des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) zur Situation ungelernter beziehungsweise geringqualifizierter Erwerbstätiger, die in der neuen Ausgabe von BIBB REPORT, Heft 17/12, veröffentlicht sind. Die Auswertungen lassen erkennen, dass die Erwerbssituation der Ungelernten durch den anhaltenden Abbau von Arbeitsplätzen, auf denen sie überhaupt Beschäftigung finden, zusätzlich verschärft wird. So liegt das Risiko einer Arbeitslosigkeit bei ihnen etwa dreimal so hoch wie bei Personen mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung. Daran wird sich nach Auffassung von BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser auch durch die demografische Entwicklung grundsätzlich nichts ändern. »Gefragt sind qualifizierte Fachkräfte, die die Anforderungen am Arbeitsplatz erfüllen können. Das Risiko, dass Ungelernte auch in Zukunft keinen Zugang zum Arbeitsmarkt finden, bleibt groß.«
Nach den Daten des Mikrozensus aus dem Jahr 2007 gelten rund 5,3 Millionen Menschen als »formal nicht qualifiziert« - jeweils zur Hälfte Männer (50,8 %) und Frauen (49,2 %). Drei von vier Ungelernten haben einen Haupt- oder Realschulabschluss, rund 12 % eine Studienberechtigung und etwa jeder Sechste verfügt über keinen Schulabschluss. Unter den Ungelernten befinden sich 2,2 Millionen junge Menschen im Alter von 20 bis 34 Jahren, von denen 1,2 Millionen erwerbstätig waren.
Im Vergleich zu jungen Menschen mit Berufsabschluss kommen ungelernte junge Erwerbstätige in nur wenigen Wirtschaftszweigen unter: im Gastgewerbe (11,5 %), im Gesundheits-, Veterinär- und Sozialwesen (11,2 %), im Einzelhandel (10,8 %), in der »Erbringung wirtschaftlicher Dienstleistungen« (9,8 %) oder im Baugewerbe (5,5 %). Auffallend ist dabei die hohe Quote der geringfügig Beschäftigten (17,7 %), während dieser Wert bei »Gelernten« bei 5,4 % liegt.
Um den künftigen Fachkräftebedarf zu sichern, muss nach den Worten von BIBB-Präsident Esser der Anteil der Ungelernten an der Erwerbsbevölkerung nachhaltig gesenkt werden. »Etwa jeder siebte Erwerbstätige hat keinen beruflichen Abschluss. Hier liegen große Potenziale brach, die es zu fördern gilt. Die Qualifizierung dieser Zielgruppe ist die große Herausforderung für die Aus- und Weiterbildung.« Es gelte, die vorhandenen beziehungsweise informell erworbenen Kompetenzen von Ungelernten besser zu erfassen und systematische Qualifizierungen darauf aufzubauen.
»Angesichts der Vielfalt und Unterschiedlichkeit dieser Zielgruppe sind flexible Qualifizierungsangebote erforderlich, die einen niedrigschwelligen Einstieg erlauben und bis zu einem anerkannten Berufsabschluss führen können«, so Esser weiter. Hier sollten sich Bildungsanbieter und Betriebe in Zukunft verstärkt engagieren. Notwendig seien Qualifizierungskonzepte »von unten nach oben«. So könnten bislang ungelernte Erwerbstätige durch geeignete - möglichst betriebsnahe - Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen zu Fachkräften aufsteigen und für Entlastung auf der Fachkräfteebene sorgen.
Hinweis:
Als »Ungelernte« werden »nicht formal qualifizierte, (erwerbsfähige) Personen« bezeichnet, die keine duale oder schulische Berufsausbildung beziehungsweise kein Fachhochschul- oder Hochschulstudium abgeschlossen haben. Auch Personen mit einer »Anlernausbildung«, beruflicher Grundbildung oder mit einem Praktikum gelten als »nicht formal qualifiziert«.
Die Ergebnisse der neuen BIBB-Studie sind veröffentlicht in BIBB REPORT, Heft 17/12: »Erwerbstätigkeit ohne Berufsabschluss - Welche Wege stehen offen?«. Die Ausgabe kann kostenlos heruntergeladen werden.
(20.01.2012, prh)
Ergebnisse der BIBB-Studie (PDF, 12 Seiten)
Bundesweiter Fernstudientag
Deutschlandweit sowie im Internet finden am Bundesweiten Fernstudientag Veranstaltungen rund um Fernunterricht, Fernstudium und E-Learning statt. Besonderes Highlight ist die Bekanntgabe der Sieger aus dem Publikums-Voting durch das Forum DistancE-Learning.
Am 24. Februar öffnen wieder Fernschulen in ganz Deutschland ihre Türen für Weiterbildungsinteressierte. Wer schon immer einmal in Fernunterrichtsmaterialien blättern oder sich persönlich über die Möglichkeiten der flexiblen Lernmethode DistancE-Learning beraten lassen wollte, kann am Bundesweiten Fernstudientag 2012 aus zahlreichen kostenlosen Info-Veranstaltungen wählen. Für diejenigen, die keine Veranstaltung vor Ort besuchen können, gibt es ein vielfältiges Angebot an virtuellen Veranstaltungen – von der Telefonberatung über den E-Learning-Schnupperkurs bis hin zur Informationsvermittlung im Webinar. Der Fachverband Forum DistancE-Learning, Initiator des Aktionstags, rechnet mit über 100 Aktionen rund um Fernunterricht, Fernstudium und E-Learning. Die Veranstaltungsübersicht auf www.fernstudientag.de wird täglich aktualisiert.
Alle DistancE-Learning-Anbieter und Branchenexperten sind dazu aufgerufen, sich mit ihrer eigenen Veranstaltung am Aktionstag zu beteiligen. »Mit dem Bundesweiten Fernstudientag engagieren sich die Akteure der DistancE-Learning-Branche gemeinsam dafür, die Lernmethode für Interessierte transparent zu machen und über ihr enormes Potenzial aufzuklären«, beschreibt Verbandspräsident Martin Kurz die Hintergründe der Initiative.
Ein besonderes Highlight stellt die geplante Aktion des Forum DistancE-Learning dar: Am Bundesweiten Fernstudientag findet das große Finale des Publikums-Votings statt, in dem ab dem 1. Februar für den »Fernkurs des Jahres« und den »Tutor des Jahres« abgestimmt werden kann. Mit großer Spannung wird die Bekanntgabe der Gewinner durch den Verband erwartet, die am Abend des Fernstudientags erfolgt. Bis zum 25. Januar können DistancE-Learning-Interessierte übrigens noch ihren Lieblings-Fernkurs und -Tutor für das Voting ins Rennen schicken.
(18.01.2012, prh)
Berufliche Weiterbildung steigert das Fachkräftepotential
Eine aktuelle Befragung deutscher Unternehmen durch den DIHK zeigt: Fachkräftemangel wird zur Innovationsbremse und gefährdet einen weiteren Beschäftigungsaufbau. Der Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP) fordert deshalb, die Qualifizierung und Weiterbildung insbesondere von benachteiligten Jugendlichen, Erwerbslosen und älteren Arbeitnehmern zu stärken.
Jeder dritte Betrieb in Deutschland schätzt den Fachkräftemangel für die eigene wirtschaftliche Entwicklung als größtes Risiko ein. Im Jahr 2010 sagten dies nur 16 Prozent. 37 Prozent der Unternehmen geben an, dass sie offene Stellen mangels geeigneter Arbeitskräfte länger als zwei Monate nicht besetzen können. »Die derzeitige Situation am Arbeitsmarkt darf nicht darüber hinweg täuschen, dass es in Deutschland immer noch eine große Zahl von Menschen gibt, die aufgrund fehlender Qualifikation keine Anstellung finden. Diese Potentiale müssen dringend durch passgenaue Qualifizierung und berufliche Weiterbildung gehoben werden«, erklärt Anja Eckert, Bundesgeschäftsführerin des VDP. An dem Mangel an Fachkräften werde die unzureichende Förderung von Personen mit Qualifizierungsbedarfen deutlich. Es sei paradox, dass die Wirtschaft einerseits händeringend qualifizierte Arbeitnehmer suche und andererseits die Mittel für berufliche Weiterbildung von Langzeitarbeitslosen allein in diesem Jahr um 1,1 Milliarden Euro gekürzt würden.
Vom Fachkräftemangel besonders betroffen sind die Gesundheits- und Sozialdienstleistungsbereiche. 60 Prozent dieser Unternehmen können laut Umfrage offene Stellen längerfristig nicht besetzen. Studien gehen davon aus, dass bis 2030 im Kranken- und Altenpflegebereich mehr als 860.000 zusätzliche Pflegekräfte benötigt werden. »Die Bundesregierung hat bei der Reform der Arbeitsmarktinstrumente im letzten Jahr eine große Chance verpasst, das Instrument der Umschulung in Kranken- und Pflegeberufen durch eine klare Finanzierungsregelung zu stärken«, so Eckert. Weiterhin finanziert die Bundesagentur für Arbeit hier nur zwei Drittel der Umschulungszeit. Nach Ansicht des VDP ist dringend eine vollumfängliche Förderung notwendig: »Bei Umschülern im Kranken- und Pflegebereich sind sehr hohe Vermittlungsquoten in langfristige Arbeitverhältnisse zu verzeichnen. Das Instrument kann also optimal dazu beitragen, den Fachkräftemangel bei Gesundheits- und Sozialdienstleistern abzubauen. Deshalb muss es gestärkt werden«.
(17.01.2012, prh)
Schleswig-Holstein: Weiterbildungsbonus in 2011 verstärkt angenommen
Wie die schleswig-holsteinische Wirtschafts-Staatssekretärin Dr. Tamara Zieschang heute (12. Januar) in Kiel mitteilte, haben im vergangenen Jahr über 2.000 Beschäftigte in Schleswig-Holstein von dem Angebot profitiert – nahezu doppelt so viele Menschen wie noch 2010. Mit dem Weiterbildungsbonus können die Kosten von beruflichen Weiterbildungsseminaren der Beschäftigten und Auszubildenden in kleinen und mittleren Unternehmen bis zu 100 Prozent – maximal bis zu 4.000 Euro pro Seminar – erstattet werden.
Um die Teilnahme an Weiterbildung noch weiter zu erhöhen, wurden Anfang 2011 die Konditionen des Förderangebotes verbessert. Seitdem können beispielsweise neben Beschäftigten auch Auszubildende den Bonus erhalten, sofern die Weiterbildung über die Ausbildungsinhalte hinausgeht. Darüber hinaus wurde die erforderliche Beteiligung des Arbeitgebers am Weiterbildungsbonus, der aus dem Zukunftsprogramm Arbeit finanziert wird, mit der Einführung einer Lohnkostenpauschale vereinfacht.
Hintergrund
Das Zukunftsprogramm Arbeit ist das Arbeitsmarktprogramm der Landesregierung für die Jahre 2007-2013. Die Förderangebote zielen auf den Abbau der Jugendarbeitslosigkeit, eine höhere Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen und Beschäftigten und die Integration benachteiligter Personen in den Arbeitsmarkt. 216 Millionen Euro stehen an Fördermitteln zur Verfügung, 100 Millionen Euro davon kommen aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF).
(12.01.2012, prh)
Weiterbildungspreis des Landes Brandenburg 2012
»Weiterbildung in Brandenburg - innovativ und lohnend« - unter diesem Motto ist der Wettbewerb um den Weiterbildungspreis 2012 gestartet. Landes-Bildungsministerin Martina Münch hat die Schirmherrschaft für den Wettbewerb übernommen. Die Preisverleihung wird am 14. Juni 2012 stattfinden.
Wer kann teilnehmen?
Teilnehmen am Wettbewerb können alle Weiterbildungseinrichtungen oder kooperierende Verbünde im Land Brandenburg.
Was wird ausgezeichnet?
Erstmals werden in diesem Jahr drei Preise vergeben. Der erste Preis ist mit 1.000 Euro dotiert, die beiden zweiten Plätze mit jeweils 500 Euro. Ausgezeichnet werden innovative Angebote, Projekte oder Initiativen der Weiterbildung von Erwachsenen, die nach dem 1.1.2010 abgeschlossen wurden oder jetzt kurz vor dem Anschluss stehen.
Einsendeschluss für die Wettbewerbsbeiträge ist Montag, der 16. April 2012.
Weitere Fragen zum Weiterbildungspreis beantwortet Birgit Hensel, Tel.: 03378. 209- 432 oder Mail-Kontakt.
Hintergrund:
Mit dem Weiterbildungspreis zeichnet das Land Brandenburg Innovationen in der Weiterbildung von Erwachsenen aus. Veranstaltet wird der Wettbewerb vom Ministerium für Bildung, Jugend und Sport und dem Landesbeirat für Weiterbildung in Zusammenarbeit mit dem Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg. Der Preis wird alle zwei Jahre vergeben.
(11.01.2012, prh)
Weitere Informationen (PDF, 2 Seiten)
Hamburger Ärztekammer tritt für mehr Weiterbildung ein
In ganz Deutschland haben Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung sowie ihre Weiterbildungsbefugten die Situation der Weiterbildung beurteilt. Nun liegen die Länderergebnisse der Weiterbildungsumfrage vor: Hamburg hat eine 2,72 erreicht. Gegenüber den Befragungen 2009 und 2006/07 haben sich die Ergebnisse in der globalen Beurteilung geringfügig verschlechtert. »Wenngleich sich das Gesamtergebnis sehen lassen kann, müssen wir die kritischen Aspekte beleuchten und Konsequenzen daraus ziehen«, sagte Dr. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Ärztekammer Hamburg und der Bundesärztekammer (BÄK). »Die Umfrage zeigt, dass wir ein lernendes System etabliert haben. Weiterbildungsbefugte sollten die Ergebnisberichte als Chance zu Verbesserungen wahrnehmen. Unsere Weiterbildungsgremien werden Konsequenzen diskutieren und diesen Prozess aktiv unterstützen.«
Wie bereits 2009 zeigen die Ergebnisse der aktuellen Befragung, dass nach wie vor der ökonomische Druck den Arbeitsalltag von Ärztinnen und Ärzten in Weiterbildung bestimmt. Unbezahlte Überstunden, eine enorme Arbeitsverdichtung und immer mehr nichtärztliche organisatorische Tätigkeiten sind für Ärzte an der Tagesordnung. So dokumentierten bundesweit rund 60 Prozent der Weiterzubildenden, dass überbordende Bürokratie Patientenversorgung und Weiterbildung gleichermaßen behindern. Von den Weiterzubildenden, die Bereitschaftsdienste ausüben, können fast 30 Prozent nie oder nur sehr selten die Ruhezeiten gemäß Arbeitszeitgesetz einhalten. Auch müssen 66 Prozent nach Beendigung ihres Bereitschaftsdienstes weiterarbeiten.
(11.01.2012, prh)
siehe auch: Länderrapport 2011 der Ärztekammer Hamburg (PDF, 43 Seiten)
siehe auch: Ergebnisse der Weiterbildungsbefragung 2011 auf Bundesebene
Weise für kontinuierliche Arbeitnehmer-Weiterbildung
Die negativen Auswirkungen des demographischen Wandels auf den Arbeitsmarkt - 2030 werden in der Bunderepublik voraussichtlich schätzungsweise 5 Millionen Arbeitskräfte fehlen - bieten nach Ansicht des Vorstandsvorsitzenden der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, auch Chancen für die Einleitung neuer gesellschaftspolitischer Entwicklungen.
Bei der dbb-Jahrestagung 2012 in Köln nannte Weise in diesem Zusammenhang konkret eine gezielte Zuwanderungspolitik, verstärkte Frauenförderung, kontinuierliche Weiterbildung der Arbeitnehmer, vermehrte Anstrengungen zu einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Freizeit mit dem Beruf sowie flexiblere und humanere Arbeitsbedingungen, die ein längeres Erwerbsleben ohne Beeinträchtigung von Gesundheit, Motivation und Leistungsfähigkeit erlauben.
QUELLE: Deutscher Beamtenbund
(10.01.2012, prh)


