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Neuigkeiten & Termine

Digitalisierung: Weiterqualifizierung der Arbeitnehmer entscheidet über den Erfolg

accenture

Die Arbeitnehmer in Deutschland stellen sich im Zuge der Digitalisierung und Automatisierung auf große Veränderungen ein, stehen dem Einsatz von neuen Technologien aber offen gegenüber. Statt darin eine Bedrohung für ihren Job zu sehen, haben die Beschäftigten vor allem die Vorteile solcher Technologien im Arbeitsalltag im Blick. Allerdings sind sich die Arbeitnehmer auch bewusst, dass sie nur dann von der Digitalisierung und Automatisierung profitieren werden, wenn sie sich im Beruf stetig weiterqualifizieren und kontinuierlich neue Kompetenzen aufbauen.

Das zeigt eine zum Weltwirtschaftsforum in Davos veröffentlichte Studie von Accenture Strategy, für die mehr als 1.000 Arbeitnehmer in Deutschland zu den Veränderungen im Beruf durch neue Technologien befragt wurden.

Eine große Mehrheit der Umfrageteilnehmer (84 Prozent) ist der Ansicht, dass der Einsatz von neuen Technologien sich positiv auf ihre Arbeit auswirken wird. Weltweit sagen mehr als zwei Drittel der Arbeitnehmer, dass Technologien wie Roboter, Datenanalytik und künstliche Intelligenz ihnen dabei helfen werden, effizienter zu arbeiten (74 Prozent), neue Fähigkeiten zu erlernen (73 Prozent) und insgesamt die Qualität ihrer Arbeit zu steigern (66 Prozent). Weiterhin erwarten 85 Prozent der deutschen Arbeitnehmer, dass mindestens einzelne Aspekte ihrer Arbeit innerhalb der nächsten fünf Jahre automatisiert werden. Während die Beschäftigten neuen Technologien offen gegenüber stehen, sind sie sich aber auch bewusst, dass in der Arbeitswelt von morgen zusätzliche Kompetenzen gefragt sind. So gaben 53 Prozent der hierzulande Befragten an, dass das regelmäßige Erlernen neuer Fähigkeiten für sie entscheidend ist, um mit den Veränderungen im Arbeitsalltag Schritt zu halten.

Deshalb lautet die Empfehlung der Studienautoren an Unternehmen, noch stärker als bisher auf die Weiterqualifizierung der Belegschaft zu setzen und insbesondere ‚weiche’ Kompetenzen wie Führungsstärke, kritisches Denken, Kreativität und emotionale Intelligenz zu fördern. Dadurch ließen sich die durch den Einsatz neuer Technologien ausgelösten Veränderungen am Arbeitsmarkt deutlich abfedern. Laut einer Prognose von Accenture, die auf einer statistischen Analyse in Verbindung mit den Umfrageergebnissen basiert, würde die Zahl der insgesamt durch Automatisierung und Digitalisierung bedrohten Arbeitsplätze hierzulande von fünfzehn auf zehn Prozent fallen, wenn relevante Fähigkeiten doppelt so schnell wie heute vermittelt würden.

»Der digitale Wandel kann nur gelingen, wenn Unternehmen stärker als bisher in den Aufbau neuer Kompetenzen und zusätzlicher Qualifikationen in der Belegschaft investieren. Dabei geht es weniger darum, die Beschäftigten auf neue Berufe umzuschulen, sondern ihnen kontinuierlich die nötigen Kompetenzen für den Umgang mit neuen Technologien zu vermitteln«, sagt Frank Riemensperger, Vorsitzender der Geschäftsführung von Accenture in Deutschland, Österreich und der Schweiz. »Die Digitalisierung führt unterm Strich nicht zu einem Verlust von Arbeitsplätzen, sie stellt aber neue Anforderungen an die Arbeitnehmer. Die Bedeutung der ständigen Weiterqualifizierung am Arbeitsplatz wird stark zunehmen, nicht zuletzt, da die Halbwertszeit unseres Wissens angesichts der rasanten technologischen Entwicklungen immer kürzer wird«.

Allerdings ist nicht einmal der Hälfte aller deutschen Arbeitnehmer (47 Prozent) heute bereits klar, welche Kompetenzen in ihrem Beruf in fünf Jahren gefragt sein werden, so die Studie weiter. Viele Beschäftigte zeigen sich zudem unzufrieden mit der Unterstützung ihres Arbeitgebers beim Aufbau neuer Kompetenzen. Knapp ein Drittel der Befragten gab an, im Beruf keine oder nur unzureichende Möglichkeiten zur Weiterbildung zu haben. Lediglich 21 Prozent der Arbeitnehmer schätzen das Weiterbildungsangebot an ihrem Arbeitsplatz als hervorragend ein.

(19.01.2017, prh)

Zur (englischsprachigen) Studie (PDF, 28 Seiten)

 

Digitalisierung erfordert lebenslanges Lernen

ManPower Group2

Studie: Zwei Drittel der Jobs für Generation Z existieren heute noch nicht - Weiterbildung im Unternehmen wichtiger als Einstellung Hochqualifizierter  

Die Digitalisierung krempelt die Arbeitswelt um. Arbeitnehmer müssen sich auf den Umgang mit stetiger Veränderung und immer wieder neuem Lernen einstellen, um mit dem Wandel Schritt zu halten. Es entstehen neue Jobs und bestehende Arbeitsabläufe werden teilweise automatisiert. Arbeitgeber in Deutschland setzen vor allem auf interne Fortbildungen und gehen nicht davon aus, dass sich insgesamt die Beschäftigtenzahl durch die Robotisierung ändert. Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie »Ressource Weiterbildung« der ManpowerGroup Deutschland, für die weltweit 18.000 Arbeitgeber befragt wurden.

Die Studie, die auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos vorgestellt wurde, sendet positive Signale für den Arbeitsmarkt der Zukunft. Weltweit erwarten mehr Befragte einen Jobanstieg aufgrund der digitalen Revolution als einen Rückgang (19 Prozent zu 12 Prozent). Sie gehen auch davon aus, dass 65 Prozent der Jobs, die die zwischen 1995 und 2010 Geborenen der Generation Z künftig ausführen werden, noch gar nicht existieren.

Zwar ist noch nicht klar absehbar, wie diese Tätigkeiten genau aussehen werden. Doch die Arbeitgeber haben bereits eine Vorstellung davon, welche Qualifikationen, Abteilungen und Berufszweige in Zukunft stärker nachgefragt werden. 26 Prozent gehen von einem starken Anstieg an IT-Jobs aus, 20 Prozent glauben an eine steigende Bedeutung der Personalabteilung und für 15 Prozent sind Arbeitsplätze mit Kundenkontakt im digitalen Zeitalter von hoher Relevanz. Dabei sind weniger administrative und buchhalterische Tätigkeiten gemeint, sondern vielmehr Aufgaben, die Fertigkeiten wie emotionale Intelligenz, Kreativität und flexibles Denken erfordern.

Arbeitgeber sehen Handlungsbedarf

Handlungsbedarf, um die Mitarbeiter für Tätigkeiten in der digitalen Zukunft zu schulen, wird auch in Deutschland in fast allen Unternehmen gesehen. Nur zwei Prozent der deutschen Firmen wollen hier untätig bleiben. Für diese neuen Jobs müssen jedoch keine neuen Studiengänge und Ausbildungen eingerichtet werden. »Die Einstellung von perfekt ausgebildeten Mitarbeitern wird immer mehr zur Utopie. Stattdessen ist lebenslanges Lernen gefragt. Auf Veränderungen müssen Unternehmen und Mitarbeiter gerade im Bereich der Weiterbildung gleichermaßen flexibel reagieren«, sagt Herwarth Brune von ManpowerGroup Deutschland.

Besonders in Deutschland setzen die Arbeitgeber dabei auf das Thema Fortbildung. 87 Prozent der hierzulande befragten Unternehmen wollen ihre Mitarbeiter mit internen Schulungen auf die Jobs der Zukunft vorbereiten, international sind es 79 Prozent. Externe Schulungen wollen 85 Prozent ihren Angestellten anbieten, international nur 70 Prozent. Die bereits im Unternehmen arbeitenden Mitarbeiter durch besser qualifizierte neue Arbeitskräfte zu ersetzen, planen dagegen nur 31 Prozent. Deutlich häufiger (47 Prozent) sollen Experten zusätzlich eingestellt werden.

Jobbilanz bleibt ausgeglichen

Angst um den Arbeitsplatz, die durch Berichterstattungen zur Digitalisierung immer wieder geschürt wird, ist somit unnötige Panikmache. Laut der aktuellen ManpowerGroup Studie wird sich durch die Digitalisierung nichts an der Jobsituation in Deutschland ändern. Nach Einschätzung der Arbeitgeber werden genauso viele neue Jobs geschaffen wie abgebaut.

Denn Entscheider in Unternehmen glauben nicht daran, dass Automation bestehende Stellen komplett ersetzen kann. Fast die Hälfte der Befragten erwartet, dass Computer und Roboter bestimmte Aktivitäten innerhalb eines Arbeitsplatzes ersetzen können, jedoch nicht den Menschen verzichtbar machen. »Wer bereit ist, sich mit neuen Tools auseinanderzusetzen und sich nicht auf einmal gelerntem Wissen ausruht, wird in der digitalen Welt eher stärker gebraucht, als dass er Angst um seinen Arbeitsplatz haben müsste«, so Brune.

Hintergrund
Die Studie »Ressource Weiterbildung - The Skills Revolution« basiert auf einer Online-Befragung unter 18.000 Arbeitgebern in 43 Ländern. Sie wurde im Auftrag der ManpowerGroup Inc. vom Marktforschungsinstitut InfoCorp durchgeführt.

(17.01.2017, prh)

Zusammenfassung der Studie (englischsprachig, PDF, 8 Seiten)

 

Weiterbildung: Je höher der Berufsabschluss, desto reger die Beteiligung

KfW3

Bildungsschere weitet sich im Erwerbsleben  

»Lebenslanges Lernen« wird immer wichtiger. Die Lebenserwartung steigt und die Anforderungen der Arbeitswelt verändern sich laufend, so dass die berufliche Bildung seltener mit dem ersten erworbenen Abschluss beendet ist. Dies zeigt sich auch in einer aktuellen Studie von KfW Research: 52 % der Erwerbsbevölkerung halten kontinuierliche berufliche Weiterbildung für sehr wichtig, weitere 30 % für wichtig. Hierbei ist auch ein Unterschied zwischen den Generationen festzustellen, so messen jüngere Menschen dem lebenslangen Lernen größere Bedeutung bei.

Im Jahr 2015 nahm rund ein Drittel (32 %) der Erwerbsbevölkerung an mindestens einer beruflichen Weiterbildung teil, beispielsweise an Kursen, Fachvorträgen, Umschulungen, Aufstiegsfortbildungen oder berufsbegleitenden Studien. Das sind etwa 16 Mio. der 50 Mio. Menschen im Alter zwischen 18 und 64 Jahren. »Angesichts der breiten Zustimmung zum lebenslangen Lernen ist die Weiterbildungsteilnahme noch ausbaufähig. Zeitmangel und Kosten sind die wesentlichen Hürden«, kommentiert Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe, die Ergebnisse der Studie. Außerdem werde wohl teilweise der eigene Weiterbildungsbedarf unterschätzt.

Als zentrale Motivation geben 85 % der Teilnehmer an, den Anschluss an neue Entwicklungen nicht verlieren zu wollen. Neun von zehn Teilnehmern wurden fachliche Inhalte ihres Berufs vermittelt. Doch auch »Soft Skills« spielen eine große Rolle. Gut die Hälfte der Weiterbildungsteilnehmer (55 %) hat nach eigener Auskunft persönliche oder soziale Kompetenzen erworben.

Die Weiterbildungsbeteiligung ist in der Bevölkerung ungleich verteilt - und hängt besonders vom bereits vorhandenen Bildungsniveau ab: Je höher der Berufsabschluss, desto reger die Weiterbildungsbeteiligung. Hochschulabsolventen und Nicht-Akademiker mit einem Fachschulabschluss (Meister, Techniker) bilden sich überdurchschnittlich häufig weiter. Fast jeder Zweite (47 %) dieser Gruppe hat sich im Jahr 2015 weitergebildet. Von den Personen mit mittlerer Berufsqualifikation bildeten sich 32 % im Jahr 2015 weiter. Deutlich geringer fällt mit 16 % die Weiterbildungsquote bei Personen ohne Berufsabschluss aus. »Berufliche Weiterbildung ist kein gesamtgesellschaftliches Phänomen, Geringqualifizierte bilden sich selten weiter. Die Bildungsschere öffnet sich dadurch im Verlauf des Erwerbslebens noch«, stellt Zeuner fest.

Eine Minderheit der Weiterbildungsteilnehmer erwirbt substanzielle Zusatzqualifikationen. Im Jahr 2015 besuchten 13 % der Weiterbildungsteilnehmer Veranstaltungen, die in einen allgemeingültigen Bildungsabschluss münden. Viele belegen nur kurze Veranstaltungen und investieren pro Jahr nur einige Stunden in Weiterbildung. Entsprechend haben 37 % keinerlei Bescheinigung oder Zeugnis über zusätzliche Qualifikationen erhalten.

(12.01.2017, prh)

Zusammenfassung der Studie (PDF, 7 Seiten)

 

Lückenhafte Weiterbildungsfinanzierung in Deutschland

FiBS2

Förderprogramme für teure Maßnahmen fehlen  

Bund und Länder haben in den vergangenen Jahren etliche Programme zur Förderung der Weiterbildung von Individuen und in Betrieben aufgelegt. Die Zahl der Geförderten bleibt aber trotz des Fachkräftebedarfs eher gering. Die Förderung ist vor allem vom Bundesland abhängig. Mittel für qualifizierende Maßnahmen, die die Beschäftigungsfähigkeit nachhaltig stärken, fehlen, wie das Forschungsinstitut für Bildungs- und Sozialökonomie in einer aktuellen Studie feststellt.

In der jüngsten Studie des Berliner Forschungsinstituts für Bildungs- und Sozialökonomie (FiBS) werden die Förderregelungen zur Weiterbildungsfinanzierung erstmals systemisch analysiert, die Daten zur Anzahl der Geförderten in verschiedenen Programmen zusammengefasst und Ansätze für eine geeignete Weiterbildungsfinanzierung entwickelt. Die Ergebnisse überraschen angesichts des Bedarfs an möglichst gut qualifizierten Erwerbstätigen.

Insgesamt gab es im Jahr 2015 rund 25 Programme von Bund und Ländern, um Individuen und Betriebe bei der Weiterbildung zu unterstützen. Fasst man die Zahl der durch diese Zuschussregelungen, wie etwa die Bildungsprämie oder auch die Bildungsschecks in Nordrhein-Westfalen, Brandenburg, Sachsen, Hessen und Rheinland-Pfalz etc., geförderten Personen zusammen, dann waren dies in einzelnen Jahren des letzten Jahrzehnts bis zu 150.000 Personen, teilweise auch deutlich weniger. Die Summe der Personen, die über diese Fördermittel in ihrer beruflichen Qualifikation unterstützt wurden, liegt jedoch unter den Zahlen für Personen und Betriebe, die durch Steuerfreibeträge und das Meister-BAföG erreicht werden; allein vom Meister-BAföG profitieren über 170.000 Menschen. Über die Bundesagentur für Arbeit wurden im Jahr 2015 insgesamt rund 230.000 gefördert, wenn die verschiedenen Programme zusammengerechnet werden.

»Fasst man die Zahl der durch all diese Regelungen geförderten Personen zusammen, dann entspricht dies nicht einmal drei Prozent der Bevölkerung im Alter von 25 bis 64 Jahren,«, stellt Dr. Dieter Dohmen, der Direktor des FiBS, die Ergebnisse der Studie fest. »Abgesehen von einigen wenigen Gruppen, die bundesweit gefördert werden, ist es vom Zufall des Wohnortes abhängig, ob es eine Zuschussförderung für die Weiterbildung gibt oder nicht«. Die Förderung ist zudem, von einzelnen Ausnahmen abgesehen, auf Beträge von bis zu 500 Euro begrenzt. Für teure Weiterbildungen gibt es bundesweit neben dem Meister-BAföG nur Steuerfreibeträge für Fortbildungsmaßnahmen.

»Diese Lücke bei der Förderung von beruflich qualifizierenden Weiterbildungen muss dringend geschlossen werden«, fordert Dohmen. »Sie werden in den kommenden Jahren und Jahrzehnten immer wichtiger werden, sei es, weil sich Menschen spezialisieren, höher qualifizieren oder umorientieren wollen. Die hohe Dynamik der wirtschaftlichen Entwicklung und die längere Lebensarbeitszeit machen dies unvermeidlich. Viele Berufe sind derart anstrengend, dass man sie kein ganzes Berufsleben ausüben kann, sondern zwischendurch einen neuen Beruf erlernen muss. In diesem Fall darf die Finanzierung einer Weiterbildung nicht daran scheitern, ob der Sachbearbeiter der Bundesagentur für Arbeit dies gutheißt oder nicht. Auch Personen ohne Schul- oder Berufsabschluss müssen hier unabhängiger von der Bundesagentur für Arbeit werden, wenn sie einen Abschluss nachholen wollen«.

In der Studie werden daher verschiedene Ansätze für die Finanzierung von Weiterbildungen entwickelt, die zwar für den Staat nicht kostenneutral sind, aber essentiell, um die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands und die Beschäftigungsfähigkeit der Erwerbstätigen auf Dauer zu verbessern.

Es werden verschiedene Optionen zur Verbesserung der Weiterbildungsfinanzierung vorgestellt. Einerseits muss die bestehende steuerliche Förderung durch einen uneingeschränkten Zuschuss ergänzt werden. Dieser sollte mit der Steuererleichterung der Besserverdienenden vergleichbar sein, um zu vermeiden, dass Personen mit einem geringeren Einkommen nicht einen höheren Anteil der Kosten selbst finanzieren müssen als diejenigen mit einem höheren Einkommen. »Von 1.000 Euro Weiterbildungsausgaben tragen Spitzenverdiener nur 550 Euro selbst, Geringverdiener aber 850 oder gar die ganzen 1.000 Euro. Das ist schlicht ungerecht«, meint der Bildungsökonom. Viele Personen, etwa in Gesundheitsberufen, verdienen nicht üppig, müssen sich aber permanent weiterbilden und bekommen dafür kaum staatliche Unterstützung.

Andererseits müssen nach Ansicht des Bildungsökonomen unbedingt Weiterbildungskredite zu günstigen Konditionen zur Verfügung stehen, wie sie im Konzept der Bildungsprämie vorgesehen waren, die das FiBS bereits vor zehn Jahren entwickelt hat. Ein naheliegender Anbieter für ein solches Darlehen wäre die Kreditanstalt für Wiederaufbau.

Alternative Kredite könnten hier von Arbeitgebern angeboten werden. Wenn sie ihren Mitarbeitern die Möglichkeit bieten, ihre Weiterbildung zu fördern, erhöht das nicht nur ihre Attraktivität als Arbeitgeber, sondern sie gehen auch kein Risiko ein, falls der Arbeitnehmer das Unternehmen nach der Weiterbildung verlässt. »Heute hat der Arbeitgeber zwei Optionen: Entweder beteiligt er sich nicht an den Kosten der Weiterbildung und riskiert, dass sich Mitarbeiter nicht hinreichend unterstützt fühlen, oder er trägt die Kosten und riskiert, dass er auf den Kosten sitzen bleibt, wenn der Mitarbeiter nach erfolgreicher Weiterbildung kündigt«, so Dohmen. »Hat er allerdings ein zinsgünstiges Darlehen vom Arbeitgeber erhalten, dann hat ihn der Arbeitgeber bei der Weiterbildung unterstützt und damit zugleich seine Attraktivität als Arbeitgeber erhöht. Bleibt der Mitarbeiter, dann kann der Arbeitgeber das Darlehen in einen Zuschuss umwandeln und so die Kosten der Weiterbildung für die eigenen Mitarbeiter übernehmen. Geht der Mitarbeiter, dann hat er die Kosten der Weiterbildung zwar selbst getragen, wird den bisherigen Arbeitgeber aber immer noch als unterstützend wahrnehmen«.

Auch die Bundesländer oder Kommunen könnten einen solchen Darlehensfonds einrichten, durch den Weiterbildungswillige aus dem jeweiligen Land die Weiterbildung finanzieren können. Dies kann, wie bei den Unternehmen, zur Attraktivität von Standorten, auch jenseits der Großstädte und Metropolregionen, beitragen und sorgt zudem für den dringend benötigten Fachkräftenachwuchs.

Ferner kommt ein privates Darlehensangebot in Betracht. »Das FiBS entwickelt und prüft derzeit, ob ein solches Darlehen eine realistische Variante sein und eine Chance auf Umsetzung haben könnte«, so Dohmen. »Eine wichtige Rolle spielen dabei ausreichende Risikoabsicherungen, um das Zinsniveau auf einem vertretbaren Niveau zu halten. Das wird sicherlich nicht ganz einfach, aber vielleicht gibt es hier auch europäische Optionen«.

Hintergrund
Das FiBS ist eine private Forschungs- und Beratungseinrichtung sowie ein führender Think Tank zum Thema Bildungsfinanzierung in Deutschland und Europa.


(12.01.2017, prh)

Zur Studie (PDF, 53 Seiten)

 

Weiterbildungstrends in Deutschland 2017

TNS Infratest

TNS Infratest-Studie 2017: Berufliche Weiterbildung fördert den Aufstieg  -   HR-Manager blicken bei Personalentscheidungen auf Eigeninitiative  

Für alle, die 2017 im Job weiterkommen möchten, zahlt sich berufliche Weiterbildung aus. Dies geht aus der aktuellen TNS Infratest-Studie »Weiterbildungstrends in Deutschland 2017« hervor. Die Umfrage wurde bereits zum neunten Mal in Folge im Auftrag der Studiengemeinschaft Darmstadt (SGD) unter 300 Personalverantwortlichen in deutschen Unternehmen durchgeführt.

Schon seit Beginn der Befragung im Jahr 2009 zeigt sich, dass die Bereitschaft, sich selbst um Weiterbildung zu kümmern, über alle Unternehmensgrößen hinweg von großer Bedeutung ist. Bemerkenswert für 2017 ist, dass dies für über 90 Prozent der großen Unternehmen ab 500 Mitarbeitern gilt. Ein Vorteil für Arbeitnehmer, die sich in Eigeninitiative fortbilden möchten: Sie können bei ihren Chefs mit unterschiedlichsten Themen punkten - von Fach-Know-how über Soft Skills bis hin zu Führungslehrgängen. »Wenn 2017 zu einem erfolgreichen Jahr mit beruflichem Aufstieg oder einer Gehaltserhöhung werden soll, lohnt sich Fortbildung. Bereits zum dritten Mal in Folge untersucht die TNS Infratest-Studie den generellen Zusammenhang zwischen Karriereoptionen und beruflicher Weiterbildung. Und auch in diesem Jahr wird berufsbegleitende Qualifizierung für die Personalverantwortlichen ein bewährtes Entscheidungskriterium sein«, so Brigitta Vochazer, Geschäftsführerin der SGD.

Die Ergebnisse für 2017: Geht es um den beruflichen Aufstieg, wirkt sich berufliche Weiterbildung für 84 Prozent der befragten Personalverantwortlichen stark bis äußerst stark aus, bei der Übernahme von mehr Verantwortung oder neuen Aufgaben ebenfalls für 84 Prozent. Für 77 Prozent der Befragten fördert Weiterbildung eine Gehaltssteigerung. Vochazer weiter: »Der Blick auf die Ergebnisse der letzten drei Umfragen zeigt, dass sich die Werte für jede einzelne der drei Karriereoptionen nahezu auf gleich hohem Niveau bewegen«.

Eigeninitiative ist gefragt - 2017 besonders auch in großen Unternehmen

Doch inwieweit tragen neben den Unternehmen auch die Mitarbeiter Verantwortung für ihre berufliche Weiterbildung? Die TNS Infratest-Studie lässt erkennen, dass für viele Personalverantwortliche nicht nur zählt, ob ein Mitarbeiter generell berufliche Qualifizierung vorweisen kann. Für sie ist es oft ebenso wegweisend, ob sich Mitarbeiter für ihre eigene Weiterbildung engagieren. Vochazer: »Die aktuellen Ergebnisse sprechen eine klare Sprache: 2017 ist Eigeninitiative in großen Unternehmen ab 500 Mitarbeitern besonders gefragt. Denn für den Joberhalt befinden hier 94 Prozent der Befragten das Eigenengagement für wichtig bis äußerst wichtig und jeweils 92 Prozent für die Eröffnung von Entwicklungsmöglichkeiten sowie die Einstellung neuer Mitarbeiter«.

Doch nicht nur für Angestellte großer Unternehmen, sondern auch für Mitarbeiter kleiner und mittlerer Unternehmen lohnt sich Weiterbildungsengagement im neuen Jahr. Denn es ist für 84 Prozent der befragten Personalverantwortlichen aller Unternehmensgrößen ein wichtiges bis äußerst wichtiges Kriterium für die Eröffnung von Karrierechancen, für 82 Prozent für den Erhalt des Arbeitsplatzes und für 79 Prozent bereits für die Einstellung eines Mitarbeiters. Vochazer rät: »Für die jährliche Weiterbildungsplanung mit dem Vorgesetzten empfiehlt es sich, nicht nur über das vorgegebene Soll an Schulungen zu sprechen, sondern auch gezielt eigene Wünsche und Vorstellungen einzubringen. Denn viele Unternehmen sind bereit, Mitarbeiter finanziell oder auch durch flexible Arbeitszeiten bei zusätzlichen Weiterbildungsvorhaben wie einer Qualifizierung zum Meister, Techniker oder Fachwirt oder beispielsweise auch im Projektmanagement zu unterstützen«.

Berufsbegleitend flexibel lernen

Die befragten HR-Manager sehen 2017 ein Fernstudium bzw. Blended Learning als eine geeignete Weiterbildungsmaßnahme für Berufstätige. Über alle Unternehmensgrößen hinweg genießt der Fernunterricht 2017 mit 75 Prozent eine deutlich höhere Akzeptanz als bei der ersten Umfrage (2009: 68 Prozent).

Im Vergleich zur Umfrage 2016 fällt außerdem auf, dass die Akzeptanz in großen Unternehmen innerhalb eines Jahres mit 10 Prozentpunkten von 72 Prozent auf 82 Prozent der Befragten stark zugenommen hat. Die Ergebnisse in den kleinen Unternehmen mit bis zu neun Mitarbeitern (2016: 70 Prozent; 2017: 71 Prozent) und mittleren Unternehmen mit zehn bis 499 Angestellten (2016: 81 Prozent; 2017: 78 Prozent) bewegen sich auf annähernd gleichem Niveau.

»Ein Fernstudium ist für Berufstätige eine ideale Form der Weiterbildung. Denn die Teilnehmer können ihr Lernpensum und Lerntempo so organisieren, dass es zum Berufsalltag passt. Egal ob man auf dem Arbeitsweg im Zug oder nach Feierabend zu Hause am Schreibtisch lernt oder ob man eine Weiterbildung sehr zügig oder über einen längeren Zeitraum hinweg absolvieren möchte - ein Fernstudium bietet Flexibilität«, so Vochazer.

Weiterbildung 2017: Für jeden ist das richtige Thema dabei

Ein Blick auf die aktuellen Studienergebnisse verdeutlicht, dass Mitarbeiter, die sich 2017 in Eigeninitiative weiterbilden möchten, aus verschiedenen Weiterbildungsthemen auswählen können. Alle fünf vorgegebenen Bereiche erhielten von den befragten Personalern hohe Zustimmungswerte: Angeführt wird die Liste von Fachthemen (82 Prozent), gefolgt von Soft Skills (78 Prozent), Führungsthemen (75 Prozent) Aufstiegsfortbildungen (74 Prozent) und Sprachlehrgängen (71 Prozent). »Für Arbeitnehmer eröffnet dies viele Optionen, denn so lassen sich die persönlichen Weiterbildungsziele und die Anforderungen im Unternehmen leicht abgleichen«, so Vochazer.

Zur TNS Infratest-Studie »Weiterbildungstrends in Deutschland 2017«

Bereits zum neunten Mal in Folge führte TNS Infratest im Auftrag der Studiengemeinschaft Darmstadt die Umfrage »Weiterbildungstrends in Deutschland« durch. Dafür wurden in diesem Jahr 300 Personalverantwortliche online zu unterschiedlichen Aspekten der beruflichen Weiterbildung befragt.

(11.01.2017, prh)

 

Bundesagentur für Arbeit mit neuem Internetauftritt

BA mit Text

Zeitgemäßere Optik, klare Navigation, großes Informationsangebot: Die Bundesagentur für Arbeit (BA) präsentiert sich seit kurzem in einem neuen Design.

Das BA-Onlineportal bietet allen Interessenten und Kunden der BA zahlreiche Services und Informationen, die auf ihre individuelle Lebenslage abgestimmt sind. Ob man Fragen rund um die Berufswahl hat, Kindergeld beantragen möchte oder einen neuen Job sucht: Über die neuen thematischen Einstiege kommen die Nutzer schnell zum Ziel, unabhängig vom benutzten Endgerät.

Das neue Portal integriert die bestehenden digitalen Angebote der BA - von der Arbeitsuchend-Meldung über Kursangebote bis hin zur Jobsuche. Fragen rund um das Thema Arbeit werden in einfacher und verständlicher Sprache Schritt für Schritt erklärt. Dazu gibt es Zusatzangebote wie Selbsterkundungs-Tests, bei denen die Nutzer erfahren können, welche beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten zu ihrem Profil passen.

Durch die Neugestaltung vieler Teilbereiche wird es den Besuchern vereinfacht, auf gewünschte Informationen zuzugreifen. So können etwa unter »Karriere & Weiterbildung« (früherer Name »BEN - Berufsentwicklungsnavigator«) umfassende Informationen zu den Themen Qualifizierung und Weiterbildung, Beschäftigungschancen, berufliche Alternativen und zu Verdienstaussichten, selektierbar nach Bundesländern, abgerufen werden. Es ist möglich, nach konkreten Aus- und Weiterbildungsangeboten zu suchen und sofort in eine berufliche Qualifizierung einzusteigen. In ausgewählten Berufen unterstützt dabei auch eine berufliche Selbsteinschätzung. Die Angabe eines Berufes und eines Ortes genügt.

(11.01.2017, prh)

BA-Rubrik »Karriere & Weiterbildung«

KURSnet

Homepage der Bundesagentur für Arbeit

 

Warentest testete erneut Weiterbildungsdatenbanken

Weiterbildungsguide

Auch im Jahr 2016 hat die Stiftung Warentest wieder Weiterbildungsdatenbanken unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse wurden nun im neuen Weiterbildungsguide der Stiftung veröffentlicht.      

Im Test waren insgesamt 49 Weiterbildungsdatenbanken. In die Test-Auswahl kamen insgeamt 49 Datenbanken, darunter 16 bundesweite ohne thematischen Schwerpunkt und ohne spezielle Zielgruppen, die mehr als 500 Anbieter gelistet hatten. Darüber hinaus wurden 15 landesweite und fünf regionale Datenbanken ohne thematischen Schwerpunkt und ohne spezielle Zielgruppen, acht zum Thema Bildungsurlaub sowie fünf zum Thema Fernunterricht unter die Lupe genommen.        

Alle Einzeltests stehen im Weiterbildungsguide, dem neuen Online-Angebot der Stiftung Warentest zum Thema Weiterbildung, zum Abruf bereit.

(09.01.2017, prh)

Zu den Test-Ergebnissen

 

Weiterbildungsguide: Der richtige Weg zur passenden Weiterbildung

Weiterbildungsguide

Wer im Job am Ball bleiben möchte, sollte sich regelmäßig weiterbilden. Der neue kostenlose und interaktive Weiterbildungsguide der Stiftung Warentest gibt Tipps für den richtigen Kurs, zeigt, wo es passende Angebote gibt und erläutert, wann es Zuschüsse vom Staat gibt. Im Weiterbildungsguide beantworten die Experten die wichtigsten Fragen zum Thema und geben zahlreiche nutzwertige Tipps.

In Deutschland werden pro Jahr mehrere hunderttausend Weiterbildungen angeboten. Die Themenpalette reicht vom Sprachkurs bis zum Betriebswirt IHK und vom Ein-Tages-Seminar bis zum mehrjährigen Fernstudium. Der Weiterbildungsguide hilft, diesen Dschungel zu lichten und zeigt, welche Fragen jeder Verbraucher für sich geklärt haben sollte, bevor er sich für ein konkretes Angebot entscheidet: Dazu gehören die Fragen nach Kompetenzen und Qualifikationen, die man bereits besitzt, nach Lücken, die man noch hat und welches Ziel mit der Weiterbildung verbunden ist. Welche Inhalte die Weiterbildung erhalten sollte ist genauso wichtig wie die Frage nach der Art, wie man lernen möchte und wo man Angebote findet, die zu einem passen.

Zu einigen Schritten laden interaktive Tools den User zum Mitmachen ein. So kann er mit dem Tool „Soft Skills“ die für ihn richtigen Seminarthemen finden, mit Hilfe des Tools „Sprache“ seine Fremdsprachenkenntnisse einschätzen oder sich über die Checkliste „Kursangebote prüfen“ die Auswahl des richtigen Kurses erleichtern.

Die Ergebnisse des aktuellen Tests Weiterbildungsdatenbanken können im Tool „Weiterbildungsdatenbanken“ abgerufen und nach Kriterien wie Bundesland und Schwerpunkt der Datenbank gefiltert werden.

Der Weiterbildungsguide bietet auch umfangreiche Informationen zu Fördermitteln und anderen Wegen der Weiterbildungsfinanzierung.

(09.01.2017, wt/prh)

Weiterbildungsguide

vergleiche: Stiftung Warentest veröffentlicht Weiterbildungsguide

 

Verdi: Weiterbildung braucht höchsten Stellenwert

verdi2

Die Zukunft der Arbeit wurde Ende November 2016 von Arbeits- und Sozialministerin Andrea Nahles im Rahmen des Projekts »Arbeiten 4.0« angesichts der zunehmenden Digitalisierung als Schwerpunktthema der nächsten Jahre definiert. Besonderes Augenmerk gilt hierbei der Qualifizierung der Arbeitnehmer, die die Ministerin mit einer Weiterbildungsoffensive auf den »Jahrhundert-Fortschritt« in der Arbeitswelt forcieren will.

Nach verschiedenen Presseberichten hat nun der Verdi-Vorsitzende Frank Bsirske diese Forderung aufgenommen und neue Instrumente zur Stärkung der Weiterbildung gefordert. Neben einer geförderten Bildungsteilzeit tritt er für Weiterbildungsfonds ein, wie sie bereits in anderen Ländern existieren und verweist beispielhaft auf Frankreich. Dort müssten Unternehmen schon jetzt »1,6 Prozent der Bruttlohnsumme für Weiterbildungsmaßnahmen aufwenden«, erläuterte Bsirske.

Weiterbildung sei im Hinblick auf die Digitalisierung von besonderer Bedeutung und müsse auf der Tagesordnung »ganz oben« stehen, begründete der Verdi-Vorsitzende gegenüber der dpa seine Forderung, Unternehmen zu Investitionen in die Weiterbildung zu verpflichten.

(06.01.2017, prh)

vergleiche: Nahles fordert Flexibilität für alle - und ein Recht auf Weiterbildung

vergleiche: DIHK gegen zusätzliche Regulierung der Weiterbildung

 

Bildungsreform 2.0 gefordert

RP Online

Eine bessere Fortbildung für Lehrer hat Andreas Schleicher, der für PISA-Studien Zuständige bei der OECD, in einem Interview mit der Rheinischen Post am 3. Januar 2017 gefordert.   

Ziel sei es, weitere Anstrengungen für guten Unterricht zu unternehmen, heißt es in der Zeitung. Eine »Bildungsreform 2.0« könne zu einer Verbesserung der Qualität im Unterricht beitragen und solle auch die Arbeitsbedingungen für Lehrer umfassen. Es mangele vielfach an Möglichkeiten der »gemeinsamen Entwicklung und Umsetzung von Unterreichtskonzepten«.   

Schleicher zieht als Vergleich die Lehrerbildung in Singapur heran, wo Lehrern jährlich 100 Stunden Weiterbildung wahrnehmen könnten, die sie dann gemeinsam mit Kollegen ausfüllten. Die stagnierenden PISA-Ergebnisse stellt Schleicher in einen Zusammenhang mit der Fähigkeit der Lehrer, interdisziplinär zu konzipieren und zu arbeiten.  

Auch fehle es an Anreizen, dass Lehrer Anerkennung für gute Arbeit finden, bricht Schleicher eine Lanze für die Pädagogen und attestiert der Veränderungsdynamik in der Bundesrepublik eine höchstens durchschnittliche (»befriedigend«) Note.

(04.01.2017, rp/prh)

Zur vollständigen Meldung der Rheinischen Post

 

Servicetelefon zur Weiterbildung wird dauerhaftes Angebot

Infotelefon WB

Infotelefon bündelt nach erfolgreicher Erprobung dauerhaft nützliche Informationen   

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bietet ab 1. Januar 2017 dauerhaft einen Telefonservice zur Weiterbildungsberatung an. Unter der Nummer 030. 2017 90 90 gibt es an Werktagen zwischen 10 und 17 Uhr eine bundesweite Beratung zu allen Fragen rund um die Weiterbildung. Das »Infotelefon Weiterbildungsberatung« wurde zuvor zwei Jahre erprobt. Im Jahr 2016 wurden bis Ende November 5715 Personen telefonisch beraten; knapp 63 Prozent der Ratsuchenden waren Frauen. Das BMBF stellt für das Infotelefon jährlich 500.000 Euro bereit.

»Ein Anruf genügt. Wer Informationen über Weiterbildungsmöglichkeiten sucht, braucht nur zum Telefonhörer zu greifen und beim Infotelefon Weiterbildungsberatung anzurufen. Mit dieser bundesweiten Infrastruktur unterstützen wir Menschen, ihre individuellen Bildungswege zu finden«, sagte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka.

In einer sich wandelnden Arbeitswelt wird es immer wichtiger, sich beruflich weiter zu qualifizieren. Das Infotelefon hilft Ratsuchenden durch einen einheitlichen und leichten Zugang zu einer anbieterneutralen Weiterbildungsberatung. Individuelle Bildungsabsichten können so konkretisiert und persönliche Bedürfnisse ermittelt werden, um genau die passende Weiterbildung zu finden.

Der bundesweite Telefonservice arbeitet mit bestehenden Beratungsangeboten in den Ländern und Kommunen zusammen und kann Ratsuchende zum Teil direkt an diese Stellen weitervermitteln; derzeit ist dies in Baden-Württemberg, Berlin, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Schleswig-Holstein möglich. Neben den Ländern sind auch die Bundesagentur für Arbeit und die Hotline »Arbeiten und Leben in Deutschland« des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) Partner des »Infotelefons Weiterbildungsberatung«.

Über Videotelefonie wird der Service des Infotelefons auch in deutscher Gebärdensprache angeboten. Gegenwärtig wird die bestehende Website www.der-weiterbildungsratgeber.de zu einem umfassenden Internetportal ausgebaut, das ab Mitte des Jahres den telefonischen Service ergänzen wird.

(02.01.2017, prh)

Der Weiterbildungsratgeber

 

Schleswig-Holstein: Meister-BAföG auf der Überholspur

Land Schleswig Holstein

Boom beim »Meister-BAföG« im Norden: Nachdem im August auf Initiative Schleswig-Holsteins das Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) novelliert und die Förderung von angehenden Handwerks- und Industriemeistern sowie staatlich geprüften Wirtschaftern auf 50 Prozent angehoben wurde, ist die Nachfrage sprunghaft angestiegen.

Wie Landes-Wirtschaftsminister Reinhard Meyer am 13. Dezember in Kiel sagte, sei im Vergleich zu 2015 ein Nachfrage-Anstieg um rund 40 Prozent zu verzeichnen. Vor wenigen Tagen habe das Land den 1111. Förderbescheid an einen angehenden staatlich geprüften Wirtschafter versandt, der an der Landwirtschaftsschule in Osterrönfeld bei Rendsburg ausgebildet wird.

»Damit liegen wir im direkten Vergleich zu anderen Bundesländern, wo die Antragszahlen seit der Novelle eher stagnieren oder gar zurückgegangen sind, bundesweit ganz weit vorn«, kommentierte Meyer. Durch die Novelle waren die Empfänger von AFBG-Leistungen mit Studierenden gleichgestellt worden, die seit Langem einen Zuschuss zum Unterhaltsbeitrag von bis zu 50 Prozent bekommen.

Das »Meister-BAföG« fördert altersunabhängig Teilnehmerinnen und Teilnehmer beruflicher Aufstiegsfortbildungen – etwa zum Meister, Techniker, Fachwirt oder Erzieher. Sie erhalten einkommensunabhängig einen Beitrag zu den Kosten der Fortbildung und bei Vollzeitmaßnahmen zusätzlich einkommensabhängig einen Beitrag zum Lebensunterhalt. So erhält beispielsweise ein Alleinstehender ohne Kinder in einer Vollzeitmaßnahme monatlich maximal einen Unterhaltsbeitrag von 768 Euro, davon als Zuschuss 333 Euro und als Darlehensangebot 435 Euro.

»Mit diesem stark nachgefragten Angebot bieten wir jungen Fachkräften, die wir dringend benötigen, gute Perspektiven. Und ich kann nur an alle Berufstätigen und Betriebe im Land appellieren: Nutzen Sie dieses Angebot – es zahlt sich doppelt aus – nämlich für die Beschäftigten und ihre Betriebe«, regte Meyer an.

Das »Meister-BAföG« wird zu 78 Prozent vom Bund und zu 22 Prozent vom Land finanziert.

(17.12.2016, prh)

Website Aufstiegs-BaFöG

 

Deutschlernen steht hoch im Kurs

DIE Bonn

Engagement für Integration zeigt sich in steigenden Teilnahmezahlen 

Die »Bildungsoffensive für Flüchtlinge« der deutschen Volkshochschulen zeigt Wirkung: das Kursangebot »Deutsch als Fremdsprache« ist in Volkshochschulen 2015 stark gestiegen. Dies belegt die aktuelle Volkshochschul-Statistik, die das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung – Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen e.V. (DIE) jetzt vorgelegt hat.

2015 erfuhren die Sprachangebote der Volkshochschulen einen enormen Zuwachs durch die große Nachfrage nach Deutschkursen. Volkshochschulen steigerten ihr Angebot um 1,2 Millionen Unterrichtsstunden, eine Zunahme von 37 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt wurden in Deutschkursen 194.000 mehr Teilnahmen verbucht (ein Plus von 16 Prozent).

Das Engagement für Integration zeigt sich auch in den Angeboten für spezielle Zielgruppen. Ein gutes Drittel dieser Kurse entfielen auf Menschen mit Migrationshintergrund, insgesamt 37.385 Kurse – 8.421 mehr als im Vorjahr. Sprachkurse machen aktuell die Hälfte aller Kursstunden aus, davon 55 Prozent als Deutschkurse.

Bei den klassischen Fremdsprachen bleibt Englisch mit rund 467.000 Kursteilnahmen (ein Anteil von rund 30 Prozent bei den Sprachen) zwar unangefochten auf Platz eins, wenn auch mit geringen Rückgängen. In Sachen Zuwachsraten punkten aber die »kleineren« Sprachen. Dies gilt besonders für Arabischkurse, die um circa 30 Prozent steigen. Hinter diesen Zuwächsen dürften zu einem großen Teil engagierte Menschen stehen, die sich in 2015 verstärkt für Geflüchtete und Migrantinnen und Migranten einsetzten und hierfür ihre Sprachkompetenzen erweiterten. Auch wenn der Anteil von Arabisch am Sprachenbereich insgesamt mit 0,7 Prozent der Teilnahmen eher klein ist.

Neben den Sprachen sind Gesundheitskurse stark nachgefragt (17,8 Prozent der Kursstunden). Sie führen die Beliebtheitsskala an Volkshochschulen deutlich an mit einem Anteil von 36,5 Prozent aller Kursbelegungen. Aber auch Grundbildung und Schulabschlüsse bleiben 2015 ein Wachstumsbereich mit steigenden Kurszahlen und mehr Teilnehmenden.

Über alle Veranstaltungstypen hinweg (Kurse und Lehrgänge, Einzelveranstaltungen sowie Studienfahrten und -reisen) führten Volkshochschulen 2015 16,8 Millionen Unterrichtsstunden durch – ein Anstieg um 7,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die 697.800 Veranstaltungen verbuchten rund neun Millionen Teilnahmen.

Hinweis: Der Tabellenband zur VHS-Statistik liefert umfangreiches Datenmaterial zu deutschen Volkshochschulen. Alle Daten sind nach Bundesländern strukturiert dargestellt.

(14.12.2016, die/prh)

54. Volkshochschulstatistik, Arbeitsjahr 2015 (PDF, 77 Seiten)

 

Digitalisierung: Sind die Lehrenden noch nicht fit?

Learntec2

Studie »Digitale Bildung auf dem Weg ins Jahr 2025«: Digitale Kompetenz der Lehrenden größte Herausforderung  

Die rasant fortschreitende Digitalisierung in der Gesellschaft spiegelt sich ebenfalls in den Bildungssektoren Schule, Hochschule, Aus- und Weiterbildung. Der zentrale Schlüssel, um diese Entwicklung erfolgreich zu gestalten, ist die digitale Kompetenz der Lehrenden.

Dies gehört zu den wesentlichen Ergebnissen einer Studie, die anlässlich des 25. Jubiläums der LEARNTEC (24. bis 26. Januar 2017, Messe Karlsruhe) durchgeführt wurde. Hierzu wurde ein Expertenpanel aus allen Bildungssektoren sowie aus der Bildungspolitik zum digitalen Lehren und Lernen in den Bereichen Schule, Hochschule und der beruflichen Aus- und Weiterbildung befragt.

Digitale Kompetenz der Lehrer im Fokus

Als größte Herausforderung in allen Bildungsbereichen sehen die Experten die digitale Kompetenz der Lehrenden. In der Schulbildung sind es die Lehrerinnen und Lehrer, auf die es bei der Umsetzung des digitalen Lernens in den nächsten Jahren ankommt. Ihre Kompetenz im Umgang mit den digitalen Medien und ihre didaktischen Ansätze entscheiden aus Sicht der befragten Experten ganz wesentlich über den Erfolg des digitalen schulischen Lehrens und Lernens. Erst wenn diese Herausforderung gemeistert ist, wird die technische Ausstattung in den Vordergrund rücken. Auch die finanziellen Mittel – etwa zur Anschaffung der erforderlichen Hard- und Software oder zur Ausstattung aller Schulen mit einem funktionierenden W-LAN – werden von den Befragten als eine große Herausforderung eingeschätzt.

Bildungsministerin Johanna Wanka hat hierzu vor knapp zwei Monaten Unterstützung des Bundes angekündigt. Fünf Milliarden Euro will der Bund investieren, um bis 2021 alle 40.000 Schulen in Deutschland mit Computern und W-LAN auszustatten. Im Gegenzug für die finanzielle Unterstützung müssen die Länder sich jedoch verpflichten, »digitale Bildung zu realisieren«. Dies hieße, sie bilden die Lehrer dafür aus, entwickeln Konzepte für den Unterricht, einigen sich auf gemeinsame technische Standards und kümmern sich um Wartung und Betrieb der digitalen Infrastruktur. In der Zusammenarbeit von Bund und Ländern, der Verbindlichkeit der Lehrkonzepte und der Steuerung und Qualifizierung der Lehrkräfte sehen auch die befragten Experten wichtige Maßnahmen.

Wichtige technologische Trends der Zukunft

Technologische Entwicklungen haben im vergangenen Jahrzehnt den Zugang zu und die Darstellung von Informationen grundlegend verändert. Aus Sicht der Experten wird auch in den kommenden zehn Jahren das Lernen mit mobilen Endgeräten der wichtigste Trend sein. Aber auch die Individualisierung des Lernens durch Learning Analytics und Big Data wird immer wichtiger. Hierbei werden die Daten jedes Lerners während des Lernens erhoben, analysiert und anschließend ausgewertet. So erhält der Lernende ein spezifisches Lernangebot, das individuell und gezielt auf seine inhaltlichen und didaktischen Bedarfe ausgerichtet ist. Lernen nach dem Gießkannenprinzip wird durch intelligentes adaptives Lernen ersetzt.

Zudem wurden die Experten zur Digitalisierung des Lernstoffs, zur Digitalisierung als Chance für neue Zielgruppen und zu Zukunftsszenarien für die Digitalisierung des Lernens befragt.

(12.12.2016, prh)

Zur Studie (PDF, 16 Seiten)

 

Kommunen brauchen Unterstützung bei der Kulturellen Bildung

Rat fuer kulturelle Bildung

Politisch hat Kulturelle Bildung in Deutschlands Kommunen nach wie vor Konjunktur, indes gibt es Luft nach oben bei der Umsetzung. Das ist das zentrale Ergebnis der Studie »Städte/Geld/Kulturelle Bildung. Horizont 2016«, die der Rat für Kulturelle Bildung in Kooperation mit dem Deutschen Städtetag (DST) durch die Prognos AG im Sommer unter den 200 unmittelbaren Mitgliedsstädten des Deutschen Städtetages durchführen ließ.

Zwar genießt Kulturelle Bildung knapp zehn Jahre nach der »Aachener Erklärung zur Bildungspolitik« des Städtetages in mehr als drei Viertel seiner Mitgliedsstädte hohe Bedeutung. Eben diese Städte stufen ihr Budget für Kulturelle Bildung in Vergangenheit und Gegenwart wie auch die Zusammenarbeit mit Finanzierungspartnern in signifikanter Weise positiver ein als Städte, die Kulturelle Bildung weniger wichtig finden. Jedoch besteht Verbesserungsbedarf bei der Anwendung von Instrumenten und Prinzipien zur Koordinierung und Auswertung der Angebote Kultureller Bildung.

Kommunen brauchen mehr Unterstützung für die Kulturelle Bildung

104 der 200 unmittelbaren DST-Mitgliedsstädte (52 Prozent) beteiligten sich zwischen Juni und August 2016 an der strukturierten Online-Umfrage. Die Stichprobe repräsentiert ein urbanes Feld, in dem rund 22 Millionen Einwohner leben. Professor Dr. Eckart Liebau, Vorsitzender des Rates für Kulturelle Bildung und Inhaber des UNESCO-Lehrstuhls für Kulturelle Bildung an der Universität Erlangen-Nürnberg, zu den Ergebnissen:

»Die Kommunen sind einer der wichtigsten Akteure in der Kulturellen Bildung, und das Querschnittsthema ist bereits jetzt ein bedeutsamer Baustein des Miteinanders in den Städten. Die politische Schwerpunktsetzung ist ein entscheidender Faktor bei der Gestaltung Kultureller Bildung auf kommunaler Ebene. Das zeigt die Studie Städte/Geld/Kulturelle Bildung sehr deutlich. Das allein kann aber nicht ausreichen. Mit Blick auf gesamtgesellschaftliche Aufgaben wie den Ausbau der Ganztagsschulen kann Kulturelle Bildung nicht länger als freiwillige Leistung begriffen werden. Wir brauchen mehr Unterstützung für die Kommunen und dazu eine effektivere Aufgabenverteilung und Finanzierung der Kulturellen Bildung vor Ort«.

Länder sind wichtige Partner für Finanzierung

Dr. Eva Lohse, Präsidentin des Deutschen Städtetages und Oberbürgermeisterin der Stadt Ludwigshafen am Rhein, zu den Befunden: »Die Ergebnisse der Studie belegen einerseits den hohen Stellenwert der kulturellen Bildung in den Städten und das vielfältige Engagement, zeigen aber andererseits auch, dass es in Sachen Finanzierung sowie Konzeption und Steuerung vielerorts noch Verbesserungsmöglichkeiten gibt. Die Studie zeigt einmal mehr, dass die Finanzierungsbeiträge der Länder für die Städte von hoher Relevanz und die Länder wichtige Partner der kulturellen Bildungsarbeit in den Städten sind. Die Länder müssen zur Unterstützung des kommunalen Engagements das Niveau ihrer Mitfinanzierung sicherstellen und kontinuierlich ausbauen. Bemerkenswert ist auch, in welchem Maße das sogenannte Kooperationsverbot den Finanzierungsbeitrag des Bundes trotz dessen hoher Finanzkraft kleinzuhalten vermag«.

Finanzierung Kultureller Bildung muss trotz enger Haushalte möglich sein

Professor Dr. Jürgen Schupp, Mitglied des Rates für Kulturelle Bildung und Direktor der Infrastruktureinrichtung Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), ergänzt: »55 Prozent der beteiligten Kommunen führen derzeit keine Kennzahlen oder Indikatoren zur Kulturellen Bildung im Haushalt. Ein interkommunaler Vergleich oder die vielfach geforderte Verbesserung der Kulturfinanzstatistik auf Bundesebene ist auf diese Weise nahezu unmöglich. Indes fußt die mittelfristige Finanzplanung der Städte naturgegeben auf Planzahlen, insbesondere auf der Ertragsseite. Die Möglichkeiten Kultureller Bildung dürfen nicht überwiegend von der Ertragssituation der Kommunen abhängen. Auf Dauer ist eine Grundversorgung mit Kultureller Bildung vor allem an den Ganztagsschulen nur machbar, wenn Bund und Länder die Kommunen insgesamt finanziell besser ausstatten«.

Zu geringe Budgets, aber positive Auswirkungen durch politische Schwerpunktsetzung

Zwei Drittel der befragten Kommunen erachten ihr Budget für Kulturelle Bildung als zu gering, während 29 Prozent die zur Verfügung stehenden Mittel als auskömmlich oder gut bezeichnen. 26 Prozent der Städte berichten, ihr Budget für Kulturelle Bildung sei während der letzten Jahre gestiegen; 16 Prozent verzeichneten jedoch einen Rückgang (51 Prozent gleichbleibend). Im Vergleich zum jeweiligen Gesamthaushalt entwickelte sich das Budget für Kulturelle Bildung bei 26 Prozent der Städte während der letzten fünf Jahre negativer als ihr Gesamthaushalt (9 Prozent positiver; 51 Prozent ähnlich). Auch die Erwartungen deutscher Kommunen an die Zukunft ist gemischt: 20 Prozent prognostizieren eine schwächere Entwicklung der Finanzen für Projekte Kultureller Bildung im Vergleich zum Gesamthaushalt, 6 Prozent rechnen mit einer stärkeren Entwicklung (56 Prozent gleichbleibend).

Besonders auffällig ist bei den vorgenannten Ergebnissen, dass jene Städte, die Kultureller Bildung hohe Bedeutung zuschreiben, ihr Budget für Kulturelle Bildung in Vergangenheit und Gegenwart in signifikanter Weise positiver einschätzen und zugleich auch deutlich stärker mit externen Finanzierungspartnern zusammenarbeiten als Städte, die Kulturelle Bildung nicht als Schwerpunkt sehen.

»Städte/Geld/Kulturelle Bildung« zeigt überdies signifikante Zusammenhänge zwischen politischer Schwerpunktsetzung und dem Organisationsgrad und der Steuerung von Projekten und Maßnahmen Kultureller Bildung: Je höher der Stellenwert, umso wahrscheinlicher existieren im Haushalt der Kommune auch Kennzahlen für Maßnahmen und Projekte Kultureller Bildung, umso eher ist Kulturelle Bildung auch im Leitbild der Stadt verankert beziehungsweise ist sie Teil einer regelmäßigen Bildungsberichterstattung.

Verbesserungsbedarf bei der Koordination und Organisation

Doch trotz dieser zahlreichen positiven Aspekte gibt es knapp zehn Jahre nach der Aachener Erklärung noch Verbesserungsbedarf: In 59 Prozent der Städte ist Kulturelle Bildung nicht Teil der Bildungsberichterstattung. 55 Prozent der Städte antworteten, es gebe keine zugehörigen Kennzahlen oder Indikatoren im Haushaltsplan. Nur 14 Prozent der Städte schließen durchgängig schriftliche Vereinbarungen mit den Akteuren Kultureller Bildung, lediglich vier Prozent spezifische Zielvereinbarungen hinsichtlich der Bereitstellung von Angeboten. Entsprechend sieht die Mehrheit der befragten Kommunen (61 Prozent) selbst die Notwendigkeit für eine wirksamere organisatorische Koordinierung der Querschnittsaufgabe Kulturelle Bildung.

Hintergrund: Eckdaten der Umfrage
Ziel der Befragung war es, aussagekräftige und belastbare Erkenntnisse auf die Fragen zu erhalten, wie Kulturelle Bildung in den Städten organisiert und koordiniert wird, inwiefern Konzepte und Vernetzung zusätzliche Finanzierungsspielräume eröffnen, welchen Beitrag unterschiedliche Finanzierungsquellen leisten und welche Entwicklungen hinsichtlich des Budgets für Kulturelle Bildung erwartet werden.

Die Befragung wurde als standardisierte Online-Befragung durchgeführt. Der Fragebogen umfasste 25 Fragen. Bei 12 Fragen gab es offene Antwortmöglichkeiten. Aufgrund fehlender Kennzahlen und Indikatoren in vielen kommunalen Haushaltsplänen wurden gestufte Fragen (zum Erhalt von Rangdaten) eingesetzt. Gleiches galt für Fragen zur Organisation und Koordinierung sowie zur Evaluierung von (kommunal geförderten) Angeboten Kultureller Bildung.

Nach Größenklassen betrachtet liegt der Rücklauf bei den Großstädten durchweg bei 60 Prozent und höher. Nach Bundesländern betrachtet zeigten sich beim Rücklauf erhebliche Unterschiede: Die Stadtstaaten haben vollständig geantwortet. Ein besonders hoher Rücklauf von 85 Prozent ist aus Nordrhein-Westfalen erfolgt. Bei den Städten aus den ostdeutschen Bundesländern ist der Rücklauf mit 38 Prozent dagegen unterdurchschnittlich geblieben.

Mehr Informationen zum Deutschen Städtetag, dem größten kommunalen Spitzenverband Deutschlands, gibt es auf der Internetseite www.staedtetag.de. Die zu den führenden Forschungs- und Beratungsunternehmen in Europa zählende Prognos AG ist unter www.prognos.com zu erreichen.

(08.12.2016, prh)

Zur Studie (PDF, 64 Seiten)

 

DIE prämiert herausragende Projekte zur Integration

DIE Innovationspreis 2016

In diesem Jahr hat das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung (DIE) mit dem Innovationspreis drei Projekte prämiert, die in herausragender Weise die Chancen der Digitalisierung für die Herausforderung von Integration und Teilhabe nutzen. Mit dem Preis würdigt das DIE innovative Leistungen in der Erwachsenenbildung und unterstreicht die wichtige Rolle dieses Bildungsbereichs in einer sich verändernden Gesellschaft.

»Digitale Medien zur gesellschaftlichen Integration«: mit diesem Schwerpunkt hat das DIE für den diesjährigen Innovationspreis zwei große Bildungsthemen zusammengeführt – die digitale Bildung und die Frage, wie man bisher schwer zu erreichende Zielgruppen durch digitale Medien besser anspricht. Die Preisträgerinnen und Preisträger wurden also vor allem danach ausgesucht, auf welche Weise sie digitale Medien eingesetzt haben, um Bildungsbenachteiligte besser zu erreichen.

Mit dem DIE-Innovationspreis wurden gleichrangig ausgezeichnet:

DaFür – Deutsch als Fremdsprache für Integrationen ist ein digitales Sprachlernangebot, das grundlegende Sprachkenntnisse zur Bewältigung von Alltagssituationen lehrt. Es wurde für die drei Sprachen Arabisch, Kurdisch und Farsi entwickelt, für die es bisher nur wenig Materialien gibt, und die gleichzeitig von vielen der neu zugewanderten Menschen gesprochen werden. Das Portal besteht aus Online-Modulen und verschiedenen Apps, die Alltagssituationen zum Leben in Deutschland behandeln. »DaFür ist rundherum gelungen, getragen von einem engagierten Team, initiiert von zwei kurz entschlossenen Machern, leicht erreichbar über Appstores und Webseite, durchdacht in seiner Usability, ansprechend in seinem Design, angenommen von der Kundschaft«, so die Juroren Katja Friedrich und Prof. Halit Öztürk in ihrer gestrigen Laudatio.

Das Projekt eVideo – Gastgewerbe richtet sich an Menschen mit Lese-, Schreib-, Rechenschwierigkeiten, die im Gastgewerbe arbeiten oder arbeiten wollen. Dort führen solche Defizite unmittelbar zu großen Problemen – Lernangebote gibt es aber kaum oder sie sind ungeeignet. Hinzu kommt, dass der Arbeitsalltag die Integration von Lernangeboten fast unmöglich macht. eVideo – Gastgewerbe schließt hier eine Lücke: Lernort und -zeit können flexibel bestimmt werden. Die Motivation wird durch eine packende Story aufrechterhalten. 17 arbeitsplatznahe Übungen stellen einen konkreten Bezug zum Arbeitsalltag her. Durch zusätzliche Offline-Materialien lassen sich im Sinne eines Blended Learning integrative Qualifizierungskonzepte entwickeln, die den Lernansprüchen der Zielgruppe gerecht werden. Das Angebot richtet sich an Erwerbstätige im Gastgewerbe, aber auch an Auszubildende, Ausbildungsinteressierte und Zugewanderte. Und es ist »innovativ, erwachsenengerecht und berufsbezogen«, so das lobende Fazit der Laudatoren Lutz Goertz und Katrin Kraus.

Die Plattform Integration.oncampus, initiiert von der FH Lübeck und ihrer Tochter oncampus, und der offene Online-Kurs #DEU4ARAB von Prof. Dr. Jürgen Handke, Universität Marburg, gehören zu den ersten Bildungsaktivitäten deutscher Hochschulen für Geflüchtete. Beide Angebote sind unbürokratisch zugänglich, zu 100 Prozent online und tragen der zunehmenden Digitalisierung der globalen Gesellschaft Rechnung. Dabei setzen sie konsequent auf die Bedürfnisse der Geflüchteten. integration.oncampus.de ermöglicht als digitale Lernplattform einen schnellen, flexiblen und einfachen Zugang zum deutschen Hochschulsystem und fördert so die berufliche Integration der nach Deutschland kommenden Menschen. Die Kurse umfassen verschiedenste Fachdisziplinen sowie Angebote zum Erwerb der deutschen Sprache wie das Aussprachetraining für arabische (syrische) Deutschlerner, den Massive Open Online Course #DEU4ARAB. Integration.oncampus ist, so die Laudatoren Jochen Robes und Matthias Rohs, ein Produkt, »das aus Sicht der Jury in besonderer Art und Weise den Anforderungen von Flüchtlingen gerecht wird und dabei eine hohe Breitenwirkung erzielt«.

Hintergrund
Seit 1997 lobt das DIE den »Preis für Innovation in der Erwachsenenbildung« aus. Alle zwei Jahre wird dieser »Oscar« für Kreativität in der Erwachsenenbildung verliehen. Die Auszeichnung macht neuartige und vielversprechende Ansätze in der Weiterbildung publik und stellt sie einer breiteren Öffentlichkeit zur Diskussion. Zu den zentralen Kriterien für die Auszeichnung der Projekte gehört, dass sie innovativ und praxiserprobt sein müssen und dass sie der Erwachsenenbildung neue Impulse geben.
Der Innovationspreis wird unterstützt vom W. Bertelsmann Verlag in Bielefeld. Schirmherrin 2016 ist die Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission, Dr. Verena Metze-Mangold.

(06.12.2016, die/prh)

Weitere Informationen

 

»Ankommen« für Asylsuchende: Jetzt als App und Portal verfügbar

Ankommen

Die vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit (BA), dem Bayerischen Rundfunk (BR) und dem Goethe-Institut entwickelte App »Ankommen« wird um eine mobile Website erweitert: Dort erhalten Neuankommende in Deutschland künftig auch über das World Wide Web praktische Hilfe und Informationen zum Asylverfahren, zum Arbeitsmarktzugang und zum Leben in Deutschland.

Neben vielfältigen Informationen zum Leben und zur Neuorientierung in Deutschland verweist »Ankommen« auch auf verschiedene Möglichkeiten des Deutschlernens. Das Angebot selbst ist neben deutsch auch in vier weiteren Sprachen verfügbar.

Seit ihrem Start im Januar 2016 wurde die App bereits rund 200.000 Mal heruntergeladen. Und die Zahl der Downloads steigt täglich an. »Ankommen« hilft nicht nur mit vielen Informationen bei der schnellen Orientierung während der ersten Wochen, sondern verfügt zusätzlich über einen kostenlosen Basis-Sprachkurs für die ersten Schritte auf Deutsch. Die App-Inhalte werden zudem laufend weiterentwickelt. Die Informationen zum Asylverfahren wurden aktualisiert, der Sprachkurs des Goethe-Instituts um weitere Kapitel ergänzt.

»Die Ausweitung der App auf die Website und die ständige Weiterentwicklung garantieren stets aktuelle Informationen rund um das Ankommen von Geflüchteten in Deutschland«, sagt Frank-Jürgen Weise, Vorstandsvorsitzender der Bundesagentur für Arbeit und Leiter des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge. Johannes Ebert, Generalsekretär des Goethe-Instituts: »Die App 'Ankommen' und die Website sind genau auf die Bedürfnisse von neu Ankommenden ausgerichtet. Der Selbstlern-Sprachkurs des Goethe-Instituts bietet einen idealen ersten Zugang zur deutschen Sprache und erleichtert den Einstieg in den Deutschunterricht«.

Ergänzende Informationen
Die Resonanz auf die App verlief bisher durchweg positiv. Bereits im April 2016 wurde die App von der Stiftung Warentest mit dem Prädikat »empfehlenswert« ausgezeichnet. Weitere zweimal wurde sie für Auszeichnungen nominiert und erhielt ihren ersten Preis: Am 10. Oktober 2016 wurde »Ankommen« als Startup des Jahres mit dem »LeadAward« in der Kategorie »Online« ausgezeichnet. Mit dem renommierten Medienpreis werden seit 2003 jährlich hauptsächlich Fotografien und Beiträge aus Zeitungen, Zeitschriften und Online-Medienangeboten prämiert. Zudem ist die App »Ankommen« Gewinner der »WSA-Germany 2016« und wurde von der »WSA Germany«-Jury für den UN-World Summit Award MOBILE (»WSA-Mobile«) in der Kategorie »Regierung und Bürgerengagement« nominiert. Die Gewinner werden im Februar 2017 bekanntgegeben.

(05.12.2016, prh)

Portal »Ankommen«

 

Berufserfahrung: Neue Zeugnisse braucht das Land

Bertelsmann Stiftung 3

Informelles Lernen nimmt stetig an Bedeutung zu. Berufstätige erwerben ihr Fachwissen eher im Job als in organisierten Weiterbildungen   

Schule, Uni, Aus- und Weiterbildung – alles wichtig für Erfolg im Job. Am meisten aber zählt, was man in der Praxis und durch Erfahrung lernt. Learning by doing ist die wichtigste Kompetenzquelle für Berufstätige, sagen übereinstimmend Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Oder, wie es die Studie »Können belegen können – Lernwege, Kompetenzen und Zertifikate aus Sicht von Arbeitgebern und Arbeitnehmern« der Bertelsmann Stiftung ausdrückt: Informelles Lernen lässt in seinem Stellenwert für beruflichen Erfolg die formale und non-formale Bildung deutlich hinter sich. Informelles Lernen ist aber häufig unsichtbar, denn es wird nicht zertifiziert – hierfür braucht es neue, offiziell anerkannte Zeugnisse.

78 Prozent der Personalverantwortlichen in Firmen stufen das Lernen durch Berufserfahrung als sehr wichtig oder wichtig für den Erfolg im Job ein. Über organisierte Weiterbildung (63 Prozent) und das, was Mitarbeiter in Schule oder Hochschule (57 Prozent) gelernt haben, sagen das erheblich weniger Personalverantwortliche. Das Tempo des technologischen Fortschritts und die Verdichtung von Arbeit verstärken die Bedeutung lebenslangen Lernens. Besonders stark gilt das für das informelle Lernen: 56 Prozent der Arbeitgeber und 70 Prozent der Arbeitnehmer sagen, Learning by doing sei während der vergangenen zehn Jahre wichtiger geworden, um im Berufsalltag zu bestehen.

Zwischen Berufsabschluss und ungelernt gibt es ein weites Feld an Kompetenzen

Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann Stiftung: »Die hohe Bedeutung des informellen Lernens ist ein Dilemma. Denn die für Arbeitnehmer wie Arbeitgeber wichtigste Lernform ist am schwierigsten nachzuweisen. Zwischen einem vollwertigen Berufsabschluss und einer ungelernten Tätigkeit gibt es vielfältige Kompetenzen, die es aufzudecken und anzuerkennen gilt«. Das unterstütze nicht nur Bewerber und Arbeitgeber bei Stellen- und Personalauswahl. Dadurch könnten auch die 5,7 Millionen formal Geringqualifizierten in Deutschland sowie Einwanderer und Flüchtlinge ihre beruflichen Fachkenntnisse besser dokumentieren als bislang. Den zuweilen händeringend nach Fachkräften suchenden Arbeitgebern erschlösse sich so eine neue Gruppe an potenziellen Mitarbeitern mit Fachkenntnissen.

Der Herausforderung, die informell erworbenen Fähigkeiten dennoch sichtbar zu machen, begegnen Bewerber und Personalentscheider unterschiedlich. Arbeitgeber interpretieren Zeugnisse. So bewerten mehr als 60 Prozent der Personalverantwortlichen Examenszeugnisse und Weiterbildungszertifikate als nützlich, um informell erworbene Kompetenzen offen zu legen. Diese Informationen transportieren klassische Zeugnisse aber gar nicht. »Das ist eine Art erfahrungsgestützte Spekulation«, sagte Dräger.

Zertifikate2

Was ein Mitarbeiter wirklich kann, zeigt sich dann oft erst in der Probezeit. Die bezeichnen 94 Prozent der Arbeitgeber als sehr wichtig oder wichtig für die Personalauswahl. Endet die Probezeit mit einer Trennung, war die Einstellung sowohl für den Arbeitnehmer als auch für das Unternehmen eine Fehlinvestition – die durch geeignete Kompetenznachweise unter Umständen vermeidbar gewesen wäre. Zweites herausragendes Kriterium für die Personalauswahl sind die Auswahlgespräche, die 92 Prozent der Personalverantwortlichen als sehr wichtig oder wichtig einschätzen. Weiterbildungszertifikate sind ebenfalls ein Faktor (63 Prozent), noch vor Hochschul- und Ausbildungszeugnissen. Kaum eine Rolle spielen Profile in den sozialen Medien.

Zertifikate1

Arbeitnehmer unterschätzen laut Umfrage, welche Aussagekraft Personalverantwortliche den schriftlichen Bewerbungsunterlagen beimessen. Bis es neue Zeugnisse gibt, die informell erworbenen Kompetenzen nachweisen, sollten Bewerber nicht allein auf das Vorstellungsgespräch setzen, um hinzugewonnene Kompetenzen zu transportieren. Diese macht bereits ein gutes Anschreiben deutlich, erst recht aber sollten es die Arbeitszeugnisse tun. Und fachlich passende Weiterbildungen lassen Arbeitgeber offensichtlich zumindest positive Rückschlüsse auf den Lernwillen des Bewerbers ziehen.

Hintergrund
Für die Studie »Können belegen können – Lernwege, Kompetenzen und Zertifikate aus Sicht von Arbeitgebern und Arbeitnehmern« hat das Forschungsinstitut Betriebliche Bildung gGmbH aus Nürnberg jeweils 1.100 Arbeitnehmer und Arbeitgeber befragt. Ergebnis ist eine systematische Übersicht über die tatsächliche Nutzung von Weiterbildungszertifikaten. Im Fokus der Studie steht, inwieweit Weiterbildungszertifikate dazu beitragen, die Kompetenzen von Bewerberinnen und Bewerbern transparent zu machen und in welchem Umfang sie für Personalentscheidungen relevant sind.

(04.12.2016, bs/prh)

Zur Studie

Siehe auch:Projektbeschreibung »Weiterbildung für alle« ...

 

Kursportal Schleswig-Holstein wird weiter gefördert

Weiterbildung in Schleswig Holstein

Am Montag, den 28.11.2016, überreichte der Landes-Wirtschaftsminister Reinhard Meyer einen Förderbescheid über 471.200 Euro an die Volkshochschule in Pinneberg, um das Kursportal Schleswig-Holstein zunächst bis 2019 weiterzubetreiben.

»Im Kursportal sind derzeit allein 19.100 Kurse von 893 Anbietern aufgelistet, die den Menschen landesweit für nahezu jeden Bereich ein gutes Bildungsangebot machen«, hob Meyer hervor. Dabei werde großer Wert auf den Qualitätsstandard und die Aktualität gelegt. Zudem würden ständig erneuerte Themenportale das Angebot gut abrunden.

Das Kursportal hat sich zur Aufgabe gemacht, das Angebot der Bildungsträger im Land übersichtlich und kundenfreundlich abzubilden. Dabei ist die Recherche ist für alle Nutzer kostenlos. Zusätzlich bietet das Portal die Möglichkeit sich über Finanzierungsfragen und andere Beratungsangebote zu informieren.

Die Online-Plattform besteht aus der zentralen Internetseite http://sh.kursportal.info/ sowie verschiedenen Regional- und Themenportalen, die von moderner Kommunikation im Web über Sprachen und Gesundheitsprävention bis hin zu wirtschaftlichen und technischen Themen reichen.

VHS-Vorsitzender Wolfgang J. Domeyer erläuterte: »Die VHS Pinneberg betreibt die landesweite Weiterbildungsdatenbank seit 2006. Auftrag und Zielsetzung des Kurportals ist es, das Weiterbildungsangebot in Schleswig-Holstein für Bürgerinnen und Bürger und Unternehmen umfassend und transparent darzustellen. Das Kursportal wurde von der Stiftung Warentest 2011 mit der Note „sehr gut" bewertet«.

»Qualität ist uns wichtig. Unser System der Datenerfassung sichert einen einheitlichen hohen Standard für den Eintrag von Bildungsangeboten, der es Bildungsinteressierten erleichtert, Angebote zu vergleichen und sich für eine passende Bildungsmaßnahme zu entscheiden. Die Qualitätskriterien orientieren sich an der DIN PAS 1045«, betonte Elisabeth Schmidt, Datenbankmanagerin.

»Aktuell befinden sich rund 18.000 Angebote von 882 Anbietern im Kursportal. Bis einschließlich Oktober 2016 recherchierten 226.336 Besucher in den Kursportalen, davon 123.223 Besucher im Landesportal und 103.113 Besucher in den Regionalportalen und dem Themenportal - ein schöner Erfolg!«, freute sich Susan Remé, Projektmanagerin des Kursportals.

»In 2017 geht es um die technologische und konzeptionelle Weiterentwicklung des Kursportals und dem Aufbau eines Themenportals Deutsch als Fremdsprache. Ein weiterer wichtiger Beitrag zur Integration von Migranten und Migrantinnen in den Arbeitsmarkt«, erläutert Minister Reinhard Meyer.

Das Kursportal Schleswig-Holstein mit seinen Regionalportalen ist auch Kooperationspartner des InfoWebs Weiterbildung.

(01.12.2016, prh)

Zum Kursportal Schleswig-Holstein

 

Weiterbildung im Sozialen Wandel

bmas
Bund plant massive Förderung der Weiterbildung

Auf dem Abschlusskongress zum Dialogprozess »Arbeiten 4.0« kündigte Arbeits- und Sozialministerin Andrea Nahles am 29.11.2016 die massive Förderung der Weiterbildung an: »Ziel ist eine Weiterbildungsoffensive und ein Recht auf Weiterbildung, weil sich die Anforderungen an die Arbeitnehmer in neuem Ausmaß verändern. Das Weißbuch Arbeiten 4.0 setzt so einen wichtigen Impuls, um die Digitalisierung als Chance auf einen Jahrhundert-Fortschritt für die Arbeitswelt zu nutzen«.

Eine zentrale Herausforderung der Gegenwart ist, die Teilnahme an Weiterbildungen insbesondere der über 50-Jährigen, von Menschen mit Migrationshintergrund oder höchstens mit einem Hauptschulabschluss sowie von Un- und Angelernten zu erhöhen. Hierfür bietet das Lernen mit digitalen Medien auch neue Chancen: Innovative digitale Formate können individualisiertes Lernen unterstützen. Eine spielerische, interaktive Vermittlung von Lerninhalten hat zusätzlich das Potenzial, auch die Menschen zu motivieren, die mit klassischen Kursen nur schwer erreichbar sind.
 
Eine gelebte Weiterbildungskultur beginnt in den Betrieben. Dort muss das »Lernen am Arbeitsplatz« zur Normalität werden. Die Praxisbeispiele einer jetzt erschienenen BMAS-Publikation »Weiterbildung im sozialen Wandel« machen deutlich: Ob mittelständisches Handwerksunternehmen oder Versicherungsgesellschaft, ob kleiner Betrieb oder Konzern – der digitale Wandel betrifft alle Unternehmen und ist unabhängig von Branche oder Betriebsgröße. Die Praxisbeispiele zeigen zudem, wie diese Unternehmen mit den neuen Qualifizierungsbedarfen umgehen. Gemeinsam mit ihren Beschäftigten haben sie gute und innovative Lösungen entwickelt, die von allen Beteiligten getragen werden.
 
Die Praxissammlung wurde in der Fokusgruppe »Beschäftigung und Weiterbildung« im Rahmen der Plattform »Digitale Arbeitswelt« unter dem Dach des IT-Gipfel-Prozesses entwickelt und diskutiert. Einige der beteiligten Unternehmen sind in dieser Publikation vertreten.

(30.11.2016, prh)

Weiterbildung im sozialen Wandel (PDF, 108 Seiten)

siehe auch: Weißbuch Arbeiten 4.0 (PDF, 234 Seiten)

vgl.: Portal Arbeiten 4.0 ...

 

In Neuigkeiten & Terminen

LEARNTEC 2017 (Karlsruhe)

vom 24.01.2017 bis zum 26.01.2017

Die Messe Karlsruhe wird zum 25. Mal zur größten Plattform für das Lernen mit IT.

Im Januar 2017 präsentiert die LEARNTEC die aktuellen Trends und Entwicklungen für die Bildung in Schule und Hochschule sowie in der beruflichen Bildung. Mehr als 7.000 HR-Entscheider und IT-Verantwortliche aus aller Welt erfahren auf der LEARNTEC, wie der Wandel hin zu einer digitalen Lernkultur gestaltet wird und die Lernwelt jetzt und in Zukunft aussieht.

 

didacta - die Bildungsmesse (Stuttgart)

vom 14.02.2017 bis zum 18.02.2017

Die didacta findet zum neunten Mal auf dem Gelände der Messe Stuttgart statt.

Als die weltweit größte Fachmesse rund um Bildung bietet sie Angebote von rund 900 Ausstellern und ein umfangreiches Fortbildungsprogramm für Lehrkräfte, Erzieher, Ausbilder, Trainer und Personalentwickler an. Hochrangige Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft kommen zur didacta, um hier Wege für die Bildung der Zukunft zu finden und sich auszutauschen.

 

Flucht und Bildung: Anfragen an die Erziehungswissenschaft (Freiburg i.Br.)

vom 21.02.2017 bis zum 22.02.2017

Die Jahrestagung der Kommission Interkulturelle Bildung (KIB) in der Sektion Interkulturelle und International Vergleichende Erziehungswissenschaft (SIIVE) möchte zu einer kommissionsübergreifenden Auseinandersetzung und Verständigung darüber einladen, welchen Beitrag erziehungswissenschaftliche Forschung bisher – theoretisch und empirisch – zum Thema Flucht und Bildung leistet und welchen Beitrag sie zukünftig leisten sollte.

 

Digitale Bildung: Medienbezogene Bildungskonzepte für die nächste Gesellschaft (Mainz)

vom 09.03.2017 bis zum 10.03.2017

Frühjahrstagung 2017 der Sektion Medienpädagogik der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE)

 

Bildungsmesse myQ Düsseldorf

vom 17.03.2017 um 09:30 Uhr bis zum 18.03.2017 um 17:00 Uhr

myQ ist die Messe für betriebliche und individuelle Weiterbildung und richtet sich an Berufstätige und Menschen mit Personalverantwortung.

 

 

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