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Bildungsteilzeit: Lebenslang lernen - eine Chance für alle

Joerg HofmannGegen Bildung ist kaum jemand. Doch in der Wirklichkeit sind persönliche Weiterbildung und Qualifizierung oft nur graue Theorie. Den Beschäftigten fehlt dafür entweder die Zeit, oder das Geld. Oft sogar beides. Das will die IG Metall ändern. Sie fordert deshalb für die Beschäftigten eine Bildungsteilzeit.

Der Spruch klingt banal, abgenutzt und trotzdem ist er immer noch richtig: Bildung ist das A und O. Wie sehr diese Aussage zutrifft und was die Beschäftigten dazu sagen, das hat auch die große Beschäftigtenbefragung der IG Metall vor einem Jahr offen gelegt. Damals erklärten 93 Prozent der Befragten, dass es für sie wichtig sei, sich weiterzubilden, um bis zur Rente in ihrem Job arbeiten zu können.

Jörg Hofmann, Zweiter Vorsitzender der IG Metall, erklärt dazu: »Ein längeres Arbeitsleben bei einem immer schnelleren technisch-organisatorischen Umbruch in den Betrieben braucht Teilhabechancen an Bildung für alle - auch nach der Erstausbildung, damit sich die Beschäftigten beruflich fortentwickeln können«.

Digitalisierung der Arbeitswelt und Industrie 4.0 sind Beispiele für die großen bevorstehenden Veränderungen von Arbeitsprozessen. Traditionelle Berufe werden weniger gebraucht, andere werden neu entstehen. Auch die Zahl der Arbeitsplätze mit geringen Qualifikationsanforderungen wird stark abnehmen. Viele Beschäftigte werden sich beruflich neu orientieren müssen. Wann und wie schnell dieser Umbruch kommt, ist noch nicht klar. Doch es ist sicher, dass es ihn geben wird. Gut qualifizierte Beschäftigte sind dann besser in der Lage, sich auf betriebliche Veränderungen einzustellen und können schneller anspruchsvollere Aufgaben übernehmen. Daher fordert die IG Metall in der nächsten Tarifrunde neben einer Erhöhung der Entgelte, einer neuen Altersteilzeit auch eine Bildungsteilzeit. Dabei geht es der Gewerkschaft nicht um Anpassungsqualifizierung. Das Ziel ist, dass die Beschäftigten zusätzliche berufsqualifizierende, arbeitsmarktfähige Abschlüsse erwerben können.

Oft fehlt das Geld

Tatsächlich sind die Chancen für Arbeitnehmer, sich beruflich weiterzuqualifizieren, gering. Beschäftigte, die sich weiterbilden möchten, müssen zwei Probleme lösen: Zeit und Geld.

Viele haben keine Zeit sich zu qualifizieren, weil sie im Job eingebunden sind. Sie könnten sich nur während ihrer Freizeit weiterbilden. Doch das ist schwierig, vor allem nach einem langen Arbeitstag. Und es ist kaum möglich, wenn man private Verpflichtungen, eine Familie oder Kinder hat. Doch die größte Hürde ist das Geld. Kaum jemand kann es sich leisten, ein Jahr oder länger auszusteigen und dabei aufs Gehalt zu verzichten. Dazu kommt, dass Bildungsmaßnahmen teuer sind und Neues zu erlernen ist oft mühevoll.

Der Bedarf ist aber so hoch, dass sich 2013 trotzdem jeder dritte Beschäftigte weitergebildet hat. Die meisten von ihnen waren jedoch schon ziemlich gut qualifiziert. Diese Erkenntnis des IAB deckt sich mit den Ergebnissen der Beschäftigtenbefragung der IG Metall. Sie zeigte zudem: Fast alle wollen sich weiterbilden und finden das auch sehr wichtig für ihre berufliche Zukunft, doch es scheitert am Geld und der Zeit.

Chancen für alle

Dabei profitieren von beruflicher Weiterbildung die Arbeitnehmer ebenso wie die Unternehmen. Einige Firmen haben das erkannt und bieten Bildungsmaßnahmen an, natürlich mit dem Ziel den eigenen Fachkräftebedarf zu sichern. Doch die Teilhabe an beruflicher Bildung darf kein Gnadenakt des Arbeitgebers sein.

»Mit einer Bildungsteilzeit wollen wir Aufstiegschancen für alle eröffnen«, sagt Jörg Hofmann. Der Gewerkschafter sieht drei Beschäftigtengruppen, die von einer Bildungsteilzeit profitieren würden: Erstens die Un- und Angelernten. Gerade für sie ist Qualifizierung essentiell. Denn ihre Arbeitsplätze werden in den nächsten Jahren deutlich weniger. Gleichzeitig benötigt die Industrie aber mehr qualifizierte Fachkräfte. Damit sich die Beschäftigten eine Auszeit für die Bildung nehmen können, will die IG Metall das Netto-Entgelt auf einem Niveau sichern, das den erreichten Lebensstandard absichert.

Auch die jungen Auslerner mit einer dualen Ausbildung könnten die Bildungsteilzeit nutzen. Ziel ist es, für sie neben der Freistellung, Stipendienmodelle in Kombination mit öffentlicher Förderung und Beschäftigung in den Semesterferien und Praktikumsphasen anzubieten. Damit könnte die duale Ausbildung als attraktiver Einstieg zu einem beruflichen Aufstieg werden.

Die dritte Gruppe sind Beschäftigte, die sich nach längerer Erwerbstätigkeit neu orientieren wollen oder eine zweite Chance ergreifen wollen. Sie könnten sich im Rahmen eines Teilzeit- oder Blockmodells weiterbilden - beispielsweise zum Meister, Techniker oder Bachelor.

Berufliche Weiterbildung ist für alle ein Gewinn - für die Beschäftigten ebenso wie für die Unternehmen. Diese sollten darin eine Chance sehen, denn mit immer neu qualifizierten Belegschaften können sie im globalen Wettbewerb besser bestehen.

QUELLE: Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung des Vorstands der IG Metall

 

(19.11.2014, prh)

 

Baden-Württemberg: Allgemeine Weiterbildung in Bildungszeitgesetz aufnehmen

VHS BadenWVHS-Verband Baden-Württemberg: »Nach dem guten ersten Schritt sollte im zweiten Schritt die Allgemeine Weiterbildung aufgenommen werden«
 
Der Volkshochschulverband Baden-Württemberg begrüßt das aktuell auf den Weg gebrachte Bildungszeitgesetz der grün-roten Landesregierung als einen guten ersten Schritt in die richtige bildungspolitische Richtung. Verbandsdirektor Hermann Huba weist allerdings nachdrücklich darauf hin, dass die Allgemeine Weiterbildung auch so sehr von beruflicher Bedeutung ist, dass sie in einem zweiten Schritt in das Gesetz aufgenommen gehört.

Die grün-rote Landesregierung erfülle ein weiteres Versprechen aus der Koalitionsvereinbarung, indem sie ein Bildungszeitgesetz auf den Weg bringt. Zwar ist in dem Gesetzesentwurf keine Bildungszeit für allgemeine Weiterbildung vorgesehen, aber außer für die berufliche Weiterbildung ist die Bildungsfreistellung ausdrücklich auch gedacht für die politische Weiterbildung zum Ausbau der gesellschaftlichen Teilhabe und für Weiterbildung zur Stärkung des Ehrenamts. »So gesehen hätte das Gesetz auch deutlich restriktiver ausfallen können«, sagt Hermann Huba, Direktor des Volkshochschulverbandes Baden-Württemberg, »es handelt sich also um einen guten ersten Schritt in die richtige bildungspolitische Richtung«. Der VHS-Verband stellt damit in Rechnung, dass schon der jetzt gefundene Kompromiss aus der Perspektive der Arbeitgeber ein großer Schritt ist, wenn auch vor allem symbolisch und weniger wirtschaftlich, denn das Beteiligungsverhalten in anderen Bundesländern lässt keine schwerwiegenden wirtschaftlichen Belastungen erwarten.

Das Ziel des Bildungszeitgesetzes ist es, die Weiterbildungsbereitschaft von Beschäftigten in Baden-Württemberg zu erhöhen und zu fördern, und zwar durch die bezahlte Freistellung an bis zu fünf Tagen pro Jahr für die Teilnahme an Weiterbildungsmaßnahmen. »Das ist ein sehr guter Anfang und bekanntlich beginnt ja selbst der längste Weg mit einem ersten Schritt«, so Huba zur erwünschten Weiterentwicklung des Gesetzes: »Im zweiten Schritt sollten die Angebote der allgemeinen Weiterbildung aufgenommen werden, insbesondere psychologische und soziale Schlüsselqualifikationen, der Kreativ- und der Entspannungsbereich. Denn zum einen ist es mit der Abgrenzbarkeit von Allgemeiner und Beruflicher Weiterbildung ja ohnehin nicht weit her und zum anderen ist eine gute Allgemeinbildung erwiesenermaßen die beste Vorbereitung auf noch unbekannte berufliche Herausforderungen«.

(18.11.2014, prh)

vergleiche: Bildungszeitgesetz kommt

siehe auch: Bildungszeitgesetz in der Diskussion

 

Weiterbildung in kleinen innovativen Unternehmen

destatis

Kleine innovative Unternehmen sind für die technologische Vielfalt, den Export, das Wachstum sowie die Beschäftigung in Deutschland von zentraler Bedeutung. Die betriebliche Innovationskraft hängt in starkem Maße von der Kreativität und dem Engagement hochqualifizierter Beschäftigter ab. Doch auch in innovativen Unternehmen herrscht oft Fachkräftemangel und Qualifikationen der Beschäftigten veralten, wenn Fachwissen und Kompetenzen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht auf den neuesten Stand gebracht werden.

Kleine Unternehmen betreiben Weiterbildung, aber anders als es dem gängigen Bild von Weiterbildung in Großunternehmen entspricht. Sie ist weniger planvoll organisiert und setzt stärker auf andere Formen der Weiterbildung als auf klassische Lehrveranstaltungen. Im Mittelpunkt steht die gezielte Schulung technischer, praktischer und arbeitsplatzspezifischer Fertigkeiten und weniger eine breit angelegte Erweiterung allgemeiner Qualifikationen.

Innovative Unternehmen: Kleine Unternehmen überwiegen

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Die Ergebnisse der Vierten Europäischen Erhebung zur beruflichen Weiterbildung in Unternehmen (CVTS4) geben Auskunft darüber, wie innovative Unternehmen berufliche Weiterbildung organisieren. Kleine Unternehmen (mit 10 bis 49 Beschäftigten) machten im Jahr 2010 mit 61 % den Großteil der innovativen Unternehmen (ohne Kleinstunternehmen) in Deutschland aus. Sie waren – wie alle innovativen Unternehmen – vor allem in den Wirtschaftsbereichen Verarbeitendes Gewerbe (39 %) und Handel (22 %) vertreten.

Weiterbildung: geringeres Angebot, weniger Beteiligung

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Während 2010 nahezu jedes innovative Großunternehmen seinen Beschäftigten die Möglichkeit zur Weiterbildung offerierte, taten dies nur 86 % der kleinen innovativen Unternehmen. Weniger häufig waren sowohl klassische Lehrveranstaltungen als auch andere Formen der Weiterbildung, wie beispielsweise arbeitsplatznahe Weiterbildung oder Informationsveranstaltungen.

Der Anteil der Beschäftigten, die an Lehrveranstaltungen teilnahmen, war in innovativen Kleinunternehmen deutlich niedriger. Während 2010 in innovativen Großunternehmen fast die Hälfte der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (49 %) Lehrveranstaltungen besuchte, waren es in den Kleinunternehmen nur 36 %.

Weiterbildungsorganisation bei kleinen Unternehmen nicht besonders ausgeprägt

Weiterbildung findet in kleinen innovativen Unternehmen weniger strukturiert statt als in größeren. Lediglich 21 % der kleinen innovativen Unternehmen erstellten 2010 einen schriftlichen Weiterbildungsplan oder ein Weiterbildungsprogramm gegenüber 70 % der großen Unternehmen. Die Großen verfügten außerdem zu drei Vierteln über ein Jahresbudget für betriebliche Weiterbildung, was wiederum nur auf ein Viertel der Kleinen zutraf. Auch die Nutzung eines Bildungszentrums (30 % gegenüber 43 %) war seltener. Schließlich gaben nur 64 % der kleinen innovativen Unternehmen an, dass eine bestimmte Person oder Organisationseinheit für die betriebliche Weiterbildung verantwortlich war (gegenüber 90 % bei den innovativen Großunternehmen).

Tabelle: Weiterbildungsorganisation innovativer Unternehmen 2010

Etwas mehr als ein Viertel (27 %) der innovativen Kleinunternehmen konnte auf kein einziges Element einer Weiterbildungsorganisation zurückgreifen. Die deutlichen Unterschiede zwischen dem hohen Umfang des generellen Weiterbildungsangebots und der geringen erforderlichen organisatorischen Ausstattung weisen darauf hin, dass kleine innovative Unternehmen ihre Weiterbildung offenbar eher flexibel planten.

Kleine Unternehmen bevorzugen Neueinstellungen

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Neben den schlechteren organisatorischen Voraussetzungen nannten die kleinen innovativen Unternehmen explizit weitere Gründe für ein eingeschränktes Weiterbildungsangebot. So gewannen zwei Drittel (66 %) dieser Unternehmen das benötigte Fachwissen durch Neueinstellung entsprechend qualifizierten Personals und schränkten deshalb ihr Weiterbildungsangebot ein. Bei der Hälfte (51 %) waren die hohe Arbeitsbelastung und zeitliche Engpässe dafür ausschlaggebend, Weiterbildungsaktivitäten eingeschränkt anzubieten. 30 % der Unternehmen gaben als Grund die hohen Kosten für Lehrveranstaltungen an.

Andere Maßnahmen zur Deckung des Qualifikationsbedarfs

Die für innovative Unternehmen oft sehr spezifischen und hohen fachlichen Anforderungen an das Personal werden zusätzlich aber durch weitere Maßnahmen gedeckt. Eine andere Möglichkeit zur Qualifizierung besteht zum Beispiel darin, vorhandene Qualifikationen durch interne Reorganisation besser nutzbar zu machen. Für diese Lösung entschieden sich fast zwei Drittel (64 %) der kleinen innovativen Unternehmen. Schließlich begründete die Hälfte (51 %) der Unternehmen ein Angebot betrieblicher Erstausbildung mit dem Erfordernis, zukünftige Beschäftigte nach dem tatsächlichen Bedarf des Unternehmens zu qualifizieren.

Zukunftsorientierte Schulung praktischer Fertigkeiten

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Kleine Unternehmen, die 2010 innovative Produkte, Dienstleistungen oder Verfahren erfolgreich eingeführt haben, setzten ihre Ressourcen zur Qualifizierung der Beschäftigten und des Unternehmens vergleichsweise sparsam ein. Denn in innovativen Unternehmen wird das Fachwissen nicht nur im Rahmen von weiterbildenden und qualifizierenden Maßnahmen gebildet. Beschäftigte, deren Aufgabe die Einführung neuer Produkte oder verbesserter Verfahren ist, qualifizieren sich an ihrem Arbeitsplatz damit in höchstem Maße ergebnisorientiert. Weiterbildung im klassischen Sinne kann somit weniger umfangreich ausfallen.

Fast drei Viertel der kleinen innovativen Unternehmen bezeichneten deshalb die »technischen, praktischen oder arbeitsplatzspezifischen Fertigkeiten« als eine wichtige Zukunftsqualifikation. So verwundert es nicht, dass sie am häufigsten (60 %) Gegenstand von Lehrveranstaltungen waren.

Kundenorientierung, Problemlösungskompetenz und Teamfähigkeit wurden von jeweils mindestens 80 % als wichtige Zukunftsqualifikation genannt. Gegenstand der klassischen Lehrveranstaltungen waren sie mit 54 %, 53 % und 36 % aber zu deutlich geringeren Anteilen. Der Vergleich der Wichtigkeit von Qualifikationen mit den tatsächlich geschulten Qualifikationen zeigt, wie stark sich innovative Kleinunternehmen bei den klassischen weiterbildenden Maßnahmen auf ihre technischen, praktischen und arbeitsplatzspezifischen Kernkompetenzen ausrichteten.

Kleine Unternehmen bilden zielgerichtet weiter

Innovative Großunternehmen hingegen berücksichtigten 2010 generelle Kompetenzen wie Büro- und Verwaltungsfertigkeiten, professionelle IT-Kenntnisse und Fremdsprachen in sehr viel höherem Umfang, als es gemäß der Einschätzung der Wichtigkeit dieser Kompetenzen für die allgemeine Unternehmensentwicklung erforderlich wäre. Erklärt werden kann dies damit, dass Weiterbildung in großen Unternehmen nicht nur der Qualifizierung dient, sondern auch der Mitarbeiterbindung. Kleinunternehmen sind hingegen oft inhabergeführte Personengesellschaften. Hier bindet und motiviert die Mitarbeiter vor allem persönlicher Führungsstil und das Betriebsklima. Weiterbildende Maßnahmen konzentrieren sich auf die Qualifizierungserfordernisse, die unmittelbar zum Erfolg des Unternehmens beitragen.

Tabelle: Qualifikationen innovativer Unternehmen 2010

Flexible Weiterbildungsplanung durch andere Formen der Weiterbildung

Andere Formen der Weiterbildung erlauben es eher als klassische Lehrveranstaltungen, Weiterbildungsinhalte flexibel und tendenziell eher kostengünstiger zu vermitteln. Zudem können Unterweisungen am Arbeitsplatz, Lernzirkel, Informationsveranstaltungen oder selbstgesteuertes Lernen spontaner geplant werden. Deshalb dürften sie für die kleinen innovativen Unternehmen eine vielversprechende Alternative zur klassischen Weiterbildung in Form von Lehrveranstaltungen darstellen. Im Jahr 2010 nutzten diese Möglichkeiten insgesamt 78 % der innovativen Kleinunternehmen gegenüber 72 %, die ihren Beschäftigten Lehrveranstaltungen zur betrieblichen Weiterbildung anboten.

Tabelle: Formen der Weiterbildung in innovativen Unternehmen 2010 (14.11.2014, prh)

QUELLE: Mit freundlicher Genehmigung des Statistischen Bundesamtes

 

Jeder Fünfte hat keine Computerkenntnisse

BITKOM

Viele Menschen wissen mit Computern nichts anzufangen. 

Jeder Fünfte (19 Prozent) hat keine Computerkenntnisse. Das entspricht gut 13 Millionen Bundesbürgern ab 14 Jahren. So lautet das Ergebnis einer repräsentativen BITKOM-Umfrage. Ähnlich viele Menschen (22 Prozent) verfügen zumindest über Grundkenntnisse, können also etwa ein Programm installieren oder einfache Büroanwendungen bedienen: Mittelmäßiges Wissen über Computer ist nach eigenen Angaben bei 37 Prozent der Deutschen vorhanden. Nur jeder Fünfte (19 Prozent) schreibt sich hohe oder sehr hohe Computerkenntnisse zu.

»Wenn fast die Hälfte der Bürger gar nichts oder nur wenig mit Computern anfangen kann, muss uns das wachrütteln«, sagt Achim Berg (BITKOM): »Für eine digitale Gesellschaft ist es herausragend wichtig, flächendeckende IT-Bildungsangebote zu machen«.

Erwartungsgemäß verfügen vor allem ältere Menschen über geringe Computerkenntnisse. 79 Prozent der Menschen ab 65 Jahren haben dazu kein oder nur wenig Wissen. Gut jeder Dritte der 50- bis 64 Jährigen (37 Prozent) weiß nichts oder wenig zur Computerbedienung. Aber auch viele Jüngere können nur schlecht mit Computern umgehen: Gut jeder Vierte (28 Prozent) der 14- bis 29-jährigen schätzt seine Kenntnisse gering ein. Dagegen geben fast zwei von fünf (38 Prozent) der Jüngeren an, hohe oder sehr hohe Computerkenntnisse zu haben. Insgesamt kennen sich Frauen und Männer ähnlich gut mit Computern aus: 18 Prozent der Frauen verfügen nach eigener Einschätzung über hohe oder sehr hohe Kenntnisse, bei den Männern sind es 21 Prozent. Berg: »IT- und Computer-Kompetenzen gehören heute zum Alltag und sind in fast allen Branchen und Berufen erforderlich«.

Hintergrund
Die Angaben basieren auf einer repräsentativen Umfrage, die Bitkom Research in Zusammenarbeit mit Aris durchgeführt hat. Dabei wurden im September 2014 mehr als 1.300 Personen ab 14 Jahren zur Selbsteinschätzung ihrer Computerkenntnisse befragt.


(13.11.2014, prh)

 

Baden-Württemberg: Bildungszeitgesetz kommt

Land Baden-WuerttembergIn unserer heutigen Wissensgesellschaft ist lebenslanges Lernen wichtiger denn je. Die meisten Bundesländer unterstützen dies u.a. durch eigene Regelungen zum Bildungsurlaub, der in manchen Ländern auch »Bildungsfreistellung« genannt wird. In Baden-Württemberg gibt es bislang ein entsprechendes Gesetz noch nicht. Die dortige Landesregierung hat nun aber eine Regelung zur »Bildungszeit« auf den Weg gebracht.
 
Der hierfür zuständige Wirtschaftsminister Nils Schmid hat in einem Interview erläutert, welche Bedeutung er dem Gesetz, das noch vom Landtag verabschiedet werden muss, zumisst: »Wir geben den Beschäftigten mit dem Gesetz mehr Zeit für Bildung. Damit stärken wir die Weiterbildung und unterstützen die vielen Ehrenamtlichen«.
 
Warum will die Landesregierung ein Bildungszeitgesetz?

Nils Schmid: Wir geben den Beschäftigten mit dem Gesetz mehr Zeit für Bildung. Damit stärken wir die Weiterbildung und unterstützten die vielen Ehrenamtlichen im Südwesten. Wir haben im Dialog mit Wirtschaft, Gewerkschaften und Verbänden ein modernes Gesetz entwickelt, das zu Baden-Württemberg passt. Das Gesetz ist ein eindeutiges Signal für die Bedeutung von lebenslangem Lernen in unserer Wissensgesellschaft. Denn die Anforderungen an die Qualifizierung der Beschäftigten nehmen stetig zu. Und die ehrenamtlich Tätigen brauchen mehr denn je Zeit zur Qualifizierung.

Was bringt das Gesetz für die Beschäftigten im Land?

Schmid: Durch das Gesetz erhalten Beschäftigte in Baden-Württemberg einen Rechtsanspruch darauf, sich von ihrem Arbeitgeber oder Dienstherrn an bis zu fünf Tagen pro Jahr zur Teilnahme an Maßnahmen der beruflichen oder der politischen Weiterbildung sowie für die Qualifizierung zur Wahrnehmung ehrenamtlicher Tätigkeit unter Fortzahlung ihrer Bezüge von der Arbeit freistellen zu lassen.

Was hat ein Arbeitgeber vom Bildungszeitgesetz?

Schmid: In einer sozialen Marktwirtschaft leben die Betriebe davon, dass ihre Beschäftigten fachlich topqualifiziert sind und sich gleichermaßen in die Gesellschaft einbringen. Hier im Land haben die Betriebe ein gesellschaftliches Umfeld, in dem das soziale Miteinander und die Bereitschaft, sich über den eigenen Tellerrand hinaus zu engagieren, außergewöhnlich hoch sind. Die Erfahrung zeigt, dass ein solches Gesetz ein wichtiger Baustein für die Weiterqualifizierung sein kann. Gerade weil Baden-Württemberg einen relativ hohen Anteil an- und ungelernten Beschäftigten hat, kann die Bildungszeit die Weiterbildungsbereitschaft bei dieser Gruppe voranbringen.

Ein Ergebnis unseres Dialogs mit der Wirtschaft war, dass wir die Bedeutung der betrieblichen Weiterbildung sehr stark betont haben. Und wir haben die Belange der Unternehmen an verschiedenen Stellschrauben stärker berücksichtigt: Beispielsweise gibt es keine Übertragbarkeit von nicht ausgeschöpften Freistellungsansprüchen auf das neue Jahr. Das erhöht die Planungssicherheit bei den Unternehmen.

QUELLE: Nach einem Interview auf Baden-Wuerttemberg.de


(12.11.2014, prh)

Im Wortlaut: Entwurf eines Bildungszeitgesetzes Baden-Württemberg (BzG BW) (PDF, 21 Seiten)

siehe auch: Übersicht zum Bildungsurlaub in Deutschland

 

Berufliche Weiterbildung: Viele werden durch den Arbeitgeber unterstützt

DIE AKADEMIE

50 Prozent der befragten Fach- und Führungskräfte bilden sich mit Unterstützung ihres Arbeitsgebers während der Arbeitszeit weiter. Dies ist eines der Ergebnisse der gerade erschienenen Akademie-Studie 2014 der Akademie für Führungskräfte der Wirtschaft.

1.015 Fach-und Führungskräfte beteiligten sich an der Umfrage, die verschiedenste Aspekte der Arbeitszeit einschloss. 21 Prozent der Befragten gaben an, sich freiwillig in ihrer Freizeit weiterzubilden. Weitere 23 Prozent durchlaufen derzeit keine Weiterbildung, sind aber grundsätzlich motiviert, eine zu beginnen. Besonders beliebt sind Fortbildungen im Hinblick auf Fachkenntnisse (32 Prozent) und zum Thema Mitarbeiterführung (25 Prozent). Jede zweite Person, die derzeit keine Weiterbildung macht, gab an, keine Zeit hierfür zu haben. Daneben lassen vor allen Dingen die fehlende Unterstützung durch den Arbeitgeber (18 Prozent) sowie ein Mangel an Geld (15 Prozent) die Fortbildung scheitern.

Weitere interessante Aspekte: Überstunden, Sabbatical und Renteneintritt

Weitere Erkenntnisse der Studie: Für 39 Prozent der Teilnehmer sind Überstunden an mehr als zwei Tagen pro Woche die Regel, 35 Prozent arbeiten sogar täglich länger. Darüber hinaus arbeiten mehr als 70 Prozent »gelegentlich« oder »regelmäßig an mehreren Tagen pro Woche« nach Feierabend zuhause weiter. 79 Prozent würden ihre Überstunden gerne für ein Sabbatical aufsparen. 43 Prozent der Teilnehmer möchten nach Möglichkeit zwischen dem 60. und 64. Lebensjahr in den Ruhestand gehen, 33 Prozent bereits mit unter 60 Jahren. Dennoch kann sich mehr als die Hälfte (57 Prozent) der Befragten vorstellen, auch nach dessen Beginn noch einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen. Ganze 17 Prozent planen sogar fest damit.

(11.11.2014, prh)

Zur Studie (PDF, 40 Seiten)

 

VDP: Gegen Langzeitarbeitslosigkeit nur mit Qualifizierungsoffensive

vdp

Qualifizierung und Weiterbildung sind die zentralen Maßnahmen im Kampf gegen Langzeitarbeitslosigkeit. Bereits im Koalitionsvertrag wurde deshalb eine »Qualifizierungsoffensive« angekündigt. Am 5. November 2014 hat Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles nun ein Maßnahmenpaket gegen Langzeitarbeitslosigkeit vorgestellt. Der Punkt der Qualifizierung kommt darin nach Ansicht des Verbandes Deutscher Privatschulverbände (VDP) allerdings viel zu kurz. Der VDP fordert deshalb, dass Qualifizierung und Weiterbildung als wesentliches Element in das Maßnahmenpaket integriert werden.

In Deutschland sind über eine Million Menschen seit mehr als einem Jahr arbeitslos. Damit liegt die Bundesrepublik knapp zehn Prozent über dem OECD-Durchschnitt – und das trotz einer nach wie vor robusten konjunkturellen Lage. Ein konkretes Programm zur Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit gab es bisher nicht. Der VDP hat darum in der Vergangenheit bereits mehrfach auf die Notwendigkeit von Qualifizierungs- und Beschäftigungssmaßnahmen in diesem Bereich hingewiesen. »Nur durch eine Qualifizierungsoffensive können die Potentiale von Langzeitarbeitslosen für den Arbeitsmarkt nachhaltig erschlossen werden«, so Dietmar Schlömp, Bundesgeschäftsführer des VDP.

Eine zentrale Rolle spielt in diesem Zusammenhang die fachgerechte und langfristige Betreuung der Langzeitarbeitslosen. Damit Jobcenter und Bildungsunternehmen diese leisten können, müsse ausreichend Budget in das Bundesprogramm eingeplant werden. 

QUELLE: Nach einer VDP-Pressemitteilung

(10.11.2014, prh)

 

Hessen: »Bildungsberatung und Nachqualifizierung gewinnen an Bedeutung«

Weiterbildung-HessenAuf dem Vereinstag von Weiterbildung Hessen e.V. trafen sich am 5. November über 100 Mitgliedseinrichtungen sowie zahlreiche Gäste aus Politik und Wissenschaft in Frankfurt am Main. Weiterbildung Hessen präsentierte erstmals das neue Verfahren zur Zertifizierung von Beraterinnen und Beratern, das bei der Förderung von Beratungskräften durch das hessische Wirtschaftsministerium vorausgesetzt werden wird.

In seinem Grußwort dankte Hessens Wirtschaftsstaatssekretär Mathias Samson Weiterbildung Hessen für seine hervorragende Arbeit in den vergangenen elf Jahren. Samson betonte, wie wichtig eine qualifizierte Beratung der Betriebe und ihrer Beschäftigten, ein gutes Angebot an Weiterbildungsmaßnahmen sowie zielgerichtete Informationen über Qualifizierungsmöglichkeiten für die berufsbezogene Weiterbildung sind. In diesem Zusammenhang lobte er die Arbeit des Vereins Weiterbildung Hessen, der sich besonders für die Qualität in der Weiterbildung und Beratung einsetzt. Für das kommende Jahr kündigte Samson eine neue Initiative des Landes Hessen an, durch die die Nachqualifizierung von Beschäftigten ohne bzw. ohne anerkannten Berufsabschluss in Hessen besonders gefördert werden soll.
 
Über das Thema Nachqualifizierung, branchenspezifische Ansätze und regionale Bedarfe in Hessen sprach Dr. Christa Larsen, Geschäftsführerin des Instituts für Wirtschaft, Arbeit und Kultur, Goethe-Universität Frankfurt (IWAK). Ein neues Verfahren zur Zertifizierung von Beraterinnen und Beratern stellte Barbara Ulreich, Geschäftsführerin von Weiterbildung Hessen, vor. Es basiert auf dem Qualitätsmodell zur Zertifizierung von Einrichtungen der Bildungsberatung und wurde von Weiterbildung Hessen entwickelt. Durch das Verfahren kann die Qualität der Beratung in Bildung, Beruf und Beschäftigung gesichert werden. Die Qualifizierung und Reflexion der Beraterinnen und Berater tragen zu der Professionalisierung der Beratung bei und dienen dem Verbraucherschutz. Diese Zertifizierung wird das hessische Wirtschaftsministerium künftig bei der Förderung von Beratungskräften voraussetzen.
 
Im Anschluss betrachtete Monsignore Prof. Dr. Peter Schallenberg vom Lehrstuhl für Moraltheologie und Ethik der Theologischen Fakultät Paderborn in seinem Festvortrag »Vernunft und Lebenspraxis in der modernen Wissensgesellschaft« das Thema Bildung und gesellschaftliche Teilhabe aus dem Blickwinkel der Geisteswissenschaften.

Der Vorstandsvorsitzende des Vereins, Claus Kapelke, ehrte neun neue Mitglieder von Weiterbildung Hessen mit der Zertifikatsübergabe. Damit ist die Anzahl der Vereinsmitglieder auf 340 Einrichtungen gestiegen. Alle Mitgliedseinrichtungen stehen für eine hohe Qualität in der Weiterbildung und haben erfolgreich ein Zertifizierungsverfahren durchlaufen, das zum Führen des Gütesiegels »Geprüfte Weiterbildungseinrichtung« berechtigt. Da gute Bildungsberatung die Weichen für die richtige Weiterbildung stellen kann, zertifiziert der Verein seit 2011 auch Beratungseinrichtungen.
 
QUELLE: Nach einer Pressemitteilung von Weiterbildung Hessen
 
(06.11.2014, prh/wb Hessen)

Weiterbildung Hessen e.V.

 

Macht Erwachsenenbildung gesünder, glücklicher und selbstbewusster?

DIE Bonn

Die Studie »Benefits of Lifelong Learning« (BeLL) untersuchte den Nutzen der Teilnahme an allgemeiner Weiterbildung in Europa. Eines der wichtigsten Ergebnisse ist: Erwachsene erleben durch die Teilnahme an Erwachsenenbildungskursen positive Veränderungen. Das gilt für alle teilnehmenden europäischen Länder und Weiterbildungseinrichtungen.

Die Ergebnisse zeigen, dass der Nutzen, den Lernende mit ihrer Teilnahme an allgemeiner Erwachsenenbildung verbinden, den Erwerb spezifischer Fähigkeiten und Kenntnisse einschließt und zugleich darüber hinausgeht. Die BeLL-Studie führt drei zentrale Benefit-Bereiche auf: Der erste Bereich umfasst die persönliche Entwicklung, die sich z.B. in Form einer erhöhten Selbstwirksamkeit oder dem Anstieg von erlebter Sinnhaftigkeit des eigenen Lebens zeigt. Der zweite Bereich bündelt Veränderungen im (sozialen) Lernverhalten und spiegelt sich z.B. im Anstieg des eigenen sozialen Engagements und einer generellen Lern- und Veränderungsbereitschaft. Der dritte Bereich verweist auf positiv erlebte Veränderungen im Hinblick auf Familie, Beruf, mentales Wohlbefinden und Gesundheit. Insgesamt fühlen sich die Befragten den Anforderungen und Herausforderungen des Lebens besser gewachsen. Die Studie unterstreicht damit den positiven Stellenwert lebenslangen Lernens sowohl für den Einzelnen als auch für die Gesellschaft. Dabei spielen freiwillige Teilnahme, individuelle Bildungsinteressen und die Verwirklichung persönlicher Lernprojekte eine wesentliche Rolle.

Das Projekt BeLL wurde von der Europäischen Kommission gefördert und vom Deutschen Institut für Erwachsenenbildung (DIE) koordiniert. Als empirische Datenbasis dienten 8.646 Fragebögen und 82 Interviews aus Spanien, England, Deutschland, Schweiz, Italien, Finnland, Tschechien, Rumänien, Slowenien und Serbien, die über einen Zeitraum von zwei Jahren gesammelt und ausgewertet wurden. (06.11.2014, prh)

Zu den Ergebnissen der BeLL-Studie

Weitere Projektinformationen

 

Weiterbildungsportal für Niedersachsen freigeschaltet

Agentur fuer ErwachsenenUNDweiterbildung

Internetplattform bietet neutralen Überblick über landesweite Bildungsangebote. 

Wer einen Sprachkurs oder einen Lehrgang für Bilanzbuchhalter machen möchte, wer seinen Realschulabschluss nachholen oder sich im Umgang mit Demenzkranken fortbilden will, kann zwischen vielen verschiedenen Bildungsanbietern wählen. Um die Suche nach dem passenden Angebot zu erleichtern, hat das Land Niedersachsen ein Weiterbildungsportal im Internet eingerichtet, das heute freigeschaltet worden ist.

Das »Weiterbildungsportal für Niedersachsen« bietet einen Überblick über die öffentlich geförderten Weiterbildungsangebote im ganzen Land. Erstmals können die Bürgerinnen und Bürger anbieterübergreifend recherchieren, vergleichen und buchen - sowohl über die Homepage www.weiterbildungsportal-niedersachsen.de als auch in einer mobil-Version auf Smartphones und Tablet-PCs.

»Es ist uns wichtig, Bürgerinnen und Bürger aus allen Bevölkerungskreisen anzusprechen und ihnen mit ortsnahen Angeboten den Zugang zur Weiterbildung zu erleichtern«, sagt die Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Gabriele Heinen-Kljajić.

Herzstück des Weiterbildungsportals ist eine Datenbank, die derzeit rund 14.500 buchbare Angebote von geförderten Weiterbildungsanbietern (Volkshochschulen, Heimvolkshochschulen, Landeseinrichtungen) in Niedersachsen umfasst. Weitere Bildungseinrichtungen und deren Kurse werden laufend hinzugefügt. »Mit Hilfe des Weiterbildungsportals können Bildungsinteressierte die für sie wichtigen Angebote schnell und einfach finden«, erklärt der Vorsitzende des Niedersächsischen Bunds für freie Erwachsenenbildung, Dr. Jürgen Walter.

»Die anerkannten Einrichtungen der niedersächsischen Erwachsenen- und Weiterbildung leisten hervorragende Bildungsarbeit, die durch das Weiterbildungsportal mehr Sichtbarkeit erhält«, ergänzt der Geschäftsführer der Agentur für Erwachsenen- und Weiterbildung, Dr. Martin Dust.

Das Weiterbildungsportal bietet auch eine Übersicht über das vom Land Niedersachsen geförderte Netzwerk an Bildungsberatungsstellen. Hier erhalten Bürgerinnen und Bürger individuell zugeschnittene Orientierungshilfen für den eigenen Bildungsweg. Zudem ist Niedersachsen mit dem Portal angeschlossen an das Weiterbildungs-Informations-Systems WISY, ein länderübergreifendes Netzwerk von Bildungsinformationsportalen, das auch die Länder Hessen, Rheinland-Pfalz, Hamburg und Schleswig-Holstein nutzen.

Das Ministerium für Wissenschaft und Kultur fördert den Aufbau des Weiterbildungsportals mit 90.000 Euro. Die Agentur für Erwachsenen- und Weiterbildung betreut die Umsetzung des Projekts. (05.11.2014, prh)

Weiterbildungsportal Niedersachsen

 

Schleswig-Holstein: Weiterbildungsbonus geht in die nächste Runde

SH WirtschaftsM

Sieben Millionen Euro für bessere Qualifikation von Beschäftigten. 

Gute Nachricht für alle Beschäftigten, Freiberufler, Inhaber von Kleinstbetrieben und Auszubildende in Schleswig-Holstein: Wer sich in seinem Job weiterqualifizieren und damit seine Einkommenschancen und seinen »Marktwert« verbessern will, dem zahlt das Land die Hälfte seiner Seminarkosten (bis zu einer Obergrenze von 2000 Euro).

»Wir stellen dafür aus dem Landesprogramm Arbeit zwischen bis 2020 sieben Millionen Euro zur Verfügung«, sagte Arbeitsstaatssekretär Frank Nägele am 3. November beim offiziellen Startschuss des »Weiterbildungsbonus Schleswig-Holstein« in Kiel. »Ich bin sicher, dass wir damit einen Qualifizierungsschub auslösen und genau das ist unser Ziel. Denn Weiterbildung ist und bleibt die erste Antwort auf den Fachkräftebedarf – und damit ein wichtiger Baustein für die Zukunftsfähigkeit unseres Landes«, so Nägele.

Nachdem der bisherige Weiterbildungsbonus in der letzten EU-Förderperiode (2007-2014) schon deutlich vor Ablauf ausgeschöpft war, wurden die Förderbedingungen neu justiert: Zukünftig muss der Arbeitgeber bei Weiterbildungen mindestens die Hälfte der Seminarkosten dazu zahlen. Nägele: »Wir erreichen damit deutlich mehr Förderfälle und setzen zugleich einen klaren Schwerpunkt auf die berufliche Weiterbildung – und auf die bisher sehr erfolgreiche Bildungspartnerschaft zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern«. Gleichzeitig werde der Weiterbildungsbonus für neue Empfängergruppen und Fallkonstellationen geöffnet. So gilt das Angebot künftig auch für Freiberufler und Inhaber von Kleinbetrieben mit bis zu zehn Mitarbeitern. Gefördert werden Beschäftigte, die entweder ihren Arbeits- oder Wohnort in Schleswig-Holstein haben. Zudem wird auch die Teilnahme an zertifizierten Online-Weiterbildungen gefördert.

Nägele appellierte an alle Interessierten, anhand der detaillierten Förderkonditionen, die ab heute im Amtsblatt und im Internet veröffentlicht werden, zu prüfen, ob eine Förderung für sie in Frage komme. Hierbei seien aufgrund der notwendigen Abgrenzung zur Bildungsprämie des Bundes feste Kosten-, Einkommens- und Altersgrenzen definiert. So greife der Weiterbildungsbonus erst für Weiterbildungen, die über 1000 Euro kosten. Allerdings könnten auch günstigere Weiterbildungen gefördert werden, wenn das jährliche Bruttoeinkommen der Förderempfänger über 20.000 Euro liegt, die Antragsteller unter 25 Jahre alt sind oder wenn sie weniger als 15 Stunden in der Woche erwerbstätig seien.

Das Arbeitsmarktprogramm der Landesregierung für die Jahre 2014 bis 2020 setzt auf die Sicherung und Gewinnung von Fachkräften, die Unterstützung bei der Integration von Menschen, die es besonders schwer haben, in den ersten Arbeitsmarkt zu kommen und die Förderung des Potentials junger Menschen. Das Landesprogramm Arbeit hat ein Volumen von etwa 240 Millionen Euro, davon stammen knapp 89 Millionen Euro aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF). (04.11.2014, prh)

Weitere Informationen

 

Neue Fördermöglichkeiten jetzt auch für Freiberufliche in der Erwachsenenbildung

Erasmus plus

Das neue EU-Programm Erasmus+ fördert u.a. Mobilitätsprojekte für Bildungspersonal in der Erwachsenenbildung. Einrichtungen, die ihr Personal zu Lernzwecken ins europäische Ausland schicken möchten, können hierfür Anträge stellen. Doch welche Möglichkeiten gibt es für Freiberuflerinnen und Freiberufler, die keiner (entsendenden) Einrichtung angehören? Für diese Zielgruppe gibt es nun ein gesondertes Angebot.

Freiberuflerinnen und Freiberufler in der Erwachsenenbildung ohne entsendende Einrichtung haben die Möglichkeit, sich direkt bei einer Auswahl von geförderten Einrichtungen für eine Fortbildung im europäischen Ausland zu bewerben. Wenn Profil und Fortbildungswunsch zu einem der bewilligten Projekte passen, kann sich freiberufliches Bildungspersonal bei der Einrichtung, die das Fortbildungsprojekt umsetzt, bewerben. Eine Übersicht der Fortbildungsangebote mit Informationen zu den dazugehörigen Profilen, verfügbaren Plätze und Zielgruppen finden Sie über die Links unten auf dieser Seite.

Hintergrund
Das Vorgängerprogramm, Programm für lebenslanges Lernen, bot Einzelpersonen die Möglichkeit, individuell Anträge zu stellen. Das neue Programm Erasmus+ sieht dagegen eine rein institutionelle Antragstellung vor.


(04.11.2014, prh)

Übersicht geförderter Fortbildungsangebote (PDF, 2 Seiten)

Informationen zur Mobilität in der Erwachsenenbildung

 

E-Learning bleibt auf Wachstumskurs

BITKOM

Die Nachfrage nach Angeboten rund um digitales Lernen mit PC, Smartphone oder Tablet steigt. Die etwa 250 E-Learning-Anbieter in Deutschland konnten im vergangen Jahr ihre Umsätze kräftig um 13,5 Prozent auf 582 Millionen Euro steigern.

Das berichtet der BITKOM-Verband auf Grundlage der jährlichen Branchenbefragung des MMB-Instituts für Medien- und Kompetenzforschung. »Die E-Learning-Branche kann im dritten Jahr in Folge zweistellige Wachstumsraten verbuchen. IT-unterstütztes Lernen hat sich in der Aus- und Weiterbildung etabliert«, so Bernhard Rohleder von BITKOM. »In Zukunft werden vor allem das mobile Lernen und E-Learning-Apps an Bedeutung gewinnen«. Die steigenden Umsätze wirken sich auch auf die Mitarbeiterzahl aus. Insgesamt zählt die E-Learning-Branche 8.850 Beschäftigte, das ist ein Anstieg um 700 Arbeitsplätze verglichen mit 2012. Die Zahl der freien Mitarbeiter wuchs dabei innerhalb eines Jahres um rund 16 Prozent auf 2.600, bei den festangestellten Mitarbeitern beträgt der Anstieg 6 Prozent auf 6.250. Rund jeder sechste Mitarbeiter (17,5 Prozent) in der Branche ist dabei in der Softwareentwicklung tätig.

Auf die Erstellung von digitalen Lerninhalten entfällt mehr als ein Drittel des Branchenumsatzes (36 Prozent). Jeweils rund ein Viertel (23 Prozent) machen das Angebot von E-Learning-Kursen sowie der Verkauf digitaler Lerninhalte aus. Etwas geringer (18 Prozent) ist der Anteil, der durch Verkauf und Vermietung von Software für E-Learning und Wissensmanagement erzielt wird.

Hintergrund
Grundlage der Zahlen ist eine jährliche Branchenbefragung des MMB-Instituts für Medien- und Kompetenzforschung, die bereits zum siebten Mal durchgeführt wurde.


(04.11.2014, prh)

 

OED-Netzwerk präsentiert Instrumente zur Überwindung von Lernbarrieren

eaea

In vielen europäischen Ländern ist die Teilnahme an Erwachsenenbildungsprogrammen immer noch niedrig, insbesondere in gering qualifizierten und benachteiligten Bevölkerungsgruppen. Das Outreach–Empowerment-Diversity (OED) Netzwerk ist darauf fokussiert, Inklusion zu verstärken und die Vielfalt der Weiterbildungsprogramme zu fördern. In diesem Zusammenhang hat das Netzwerk nun konkrete Vorschläge und Empfehlungen veröffentlicht, wie die unterrepräsentierten Gruppen erreicht und durch Lernprozesse gestärkt werden können.

Laut einer kürzlich durchgeführten Studie zum subjektiven Nutzen lebenslangen Lernens wirkt sich Erwachsenenbildung auf allen Ebenen positiv aus. Teilnehmerinnen und Teilnehmer fühlen sich glücklicher, gesünder und selbstbewusster. Die Lernenden nehmen stärker am gesellschaftlichen Leben teil, sind toleranter und bessere Eltern. Dieser Nutzen ist bei bildungsbenachteiligten Bevölkerungsgruppen offensichtlicher. Auf Grund dessen fordert das OED-Netzwerk besondere Maßnahmen in diesem Bereich.

Um Entscheiderinnen und Entscheider, Erwachsenenbildnerinnen und -bildner bei der Überwindung der Lernbarrieren zu unterstützen, entwickelte das OED-Netzwerk

  1. Empfehlungen für europäische und nationale/regionale politische Entscheidungsträger und Weiterbildungsanbieter. Diese Empfehlungen basieren auf Sensibilisierungsbeispielen aus der Praxis, die europaweit gesammelt wurden sowie auf methodologischen Handreichungen.

  2. Einen praxisorientierten Ratgeber, der politischen Entscheidungsträgern bei der Einleitung konkreter Schritte hilft.

Das OED-Netzwerk ruft dazu auf, eine vielfältige und inklusive Erwachsenenbildung in Europa weiterhin zu fördern.

Hintergrund
Das OED-Netzwerk vereint 17 Organisationen aus 14 europäischen Staaten. Es zielt darauf ab:

  • marginalisierte Gruppen einzubeziehen und hierzu Informationen zur Verfügung zu stellen;
  • die Vielfalt an Weiterbildungsinstitutionen durch das Einbeziehen der Bedürfnisse der Lernenden zu verbessern;
  • die Lernenden auf ihrem Weg zu aktiven europäischen Bürgern zu stärken.

Das OED-Netzwerk geht aus dem OED-Projekt hervor, koordiniert vom Europäischen Verband für Erwachsenenbildung (EAEA). Das Projekt, das im November 2014 endet, wird vom Programm zum Lebenslangen Lernen/Grundtvig der Europäischen Kommission gefördert.

(31.10.2014, prh)

Weiterführende Informationen zum OED-Netzwerk und zum Projekt

 

Oktober 2014: Förderung der beruflichen Weiterbildung steigt weiterhin an

BBB

Förderung beruflicher Weiterbildung (FbW) setzt den Trend des Vormonats fort. 

Experten hatten zuvor eine andere Entwicklung erwartet, doch laut den gestern von der BA in Nürnberg veröffentlichten Daten sank die Zahl der arbeitslosen Menschen im Oktober überraschender Weise um 75.000 auf nunmehr 2.733.000 insgesamt. Damit wird die »Herbstbelebung« ihrem lange erhofften Ruf gerecht und blieb dem Arbeitsmarkt trotz der aktuellen wirtschaftlichen Unsicherheiten ein gruseliger »Halloween-Schreck« erspart.

Niedriger ist die Arbeitslosenzahl zuletzt nur im November 2011 gewesen. Die Arbeitslosenquote fiel im Vergleich zum Vormonat um -0,2 Prozentpunkte auf 6,3 Prozent. Ein Rückgang im Oktober sei zwar üblich, in diesem Jahr sei er allerdings stärker als in den vergangenen Jahren ausgefallen. Dies hänge auch mit der späten Lage der Sommerferien in einigen Bundesländern zusammen, urteilte der Vorstandsvorsitzende der BA, Frank-Jürgen Weise.

Die Förderung der beruflichen Weiterbildung setzt den Trend des Vormonats fort.

Zusammen mit den Daten zur Arbeitslosigkeit in Deutschland werden auch die Zahlen für die staatlich geförderte berufliche Weiterbildung veröffentlicht. Auch hier setzt sich eine erfreuliche Entwicklung fort.

Besonders deutlich legten die Bestandszahlen zu. In beiden Rechtskreisen zusammen erhöhte sich der Bestand um 15.144 Personen (SGB II: 6.840 / SGB III: 8.304) auf insgesamt 169.605 (Vormonat: 154.461). Auch die Zugangszahlen stiegen wieder, zusammengenommen um 5.278 Personen auf 43.234 (Vormonat: 37.953). Allerdings fiel der Zugang im Bereich SGB II mit einer Zunahme um 1.729 Personen gegenüber dem Vormonat und auf insgesamt 19.610 etwas schwächer aus (SGB III: 3.551 / insgesamt: 23.622).

QUELLE: Bildungsverband

(31.10.2014, prh)

 

Missverhältnis zwischen Qualifikationsangebot und Nachfrage auf dem europäischen Arbeitsmarkt

ILO

Neue ILO-Studie ruft europäische Regierungen und Sozialpartner auf, Qualifikationsangebot und Nachfrage am Arbeitsmarkt abzustimmen. 

Laut einer aktuellen ILO-Studie »Skills Mismatch in Europe - Statistics Brief« sind zwischen 25 und 45 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Europa für ihre Arbeit entweder über- oder unterqualifiziert, was zu einer erheblichen Fehlanpassung zwischen Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt führt.

Die Untersuchung zeigt ein Ungleichgewicht zwischen vorhandenen Kompetenzen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und den Qualifikationserfordernissen ihres Arbeitsplatzes auf. Dies wurde für 24 europäische Länder analysiert und zeigte beträchtliche Unterschieden zwischen den Ländern.

In neun europäischen Ländern (Belgien, Island, Kosovo, den Niederlanden, Polen, Portugal, Spanien, Schweiz und Großbritannien) sind mehr als 25 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer unterqualifiziert. In Portugal fallen mehr als die Hälfte in diese Kategorie.

Im Jahr 2012 reichte der Prozentsatz der überqualifizierten Arbeitnehmer in der Mehrzahl der Länder, für die Daten zur Verfügung stehen, von 10 bis 20 Prozent. In den Niederlanden, Polen, Portugal und der Schweiz waren weniger als 6 Prozent der Arbeitnehmer überqualifiziert; die Rate erreichte jedoch 20 Prozent in Zypern und Russland.

Zwischen den Jahren 2002 und 2012 wuchs in den meisten Ländern die Rate der Überqualifizierung, die Rate der Unterqualifizierung ging hingegen in den meisten Ländern zurück.

Der Anteil überqualifizierter Arbeitnehmer stieg auf 3,6 Prozentpunkte während dieser Zeit. Dies spiegelt teilweise die Auswirkungen der globalen Wirtschaftskrise wider. Nur vier Länder - Irland, Israel, Polen und Slowenien – konnten einen rückläufigen Trend bei Überqualifizierten verzeichnen. Währenddessen konnte der Anteil der Unterqualifizierten um fast 9 Prozentpunkte zwischen 2001 und 2012 reduziert werden.

In der Gruppe der überqualifizierten Arbeitnehmer sind Frauen und Jugendliche überrepräsentiert. Dies ist, laut Studie, das Ergebnis verschiedenen Faktoren, einschließlich des Drucks auf Frauen, Erwerbs- und Familienarbeit zu vereinbaren, eines höheren Anteils von Frauen in atypischer Beschäftigung und möglicher Diskriminierung bei der Arbeit.

Der relativ hohe Anteil in atypischer Beschäftigung erklärt, warum junge Menschen weniger von Unterqualifizierung betroffen sind und häufiger überqualifiziert für ihren Arbeitsplatz sind, als Erwachsene.

»Um den Arbeitsmarkterfordernissen zu entsprechen, ist es nicht ausreichend, Arbeitnehmer mit Qualifikationen auszustatten, wenn diese Fähigkeiten nicht auf die Nachfrage der Unternehmen treffen. Die Studie ruft Regierungen und Sozialpartner dazu auf, effiziente Stellenvermittlungsdienste und Weiterbildungsmöglichkeiten bereitzustellen und den Übergang zwischen schulischem Bildungssystem und der Welt der Arbeit zu stärken«, so Theo Sparreboom, Mitautor der ILO-Untersuchung.

Nach dem ILO-Experten sind erstklassige Ausbildungssysteme für Jugendliche, die den Übergang vom Klassenraum in die Ausbildungsstätte erleichtern, wichtig. Diese Systeme erfordern einen gut funktionierenden sozialen Dialog zwischen Regierung und Sozialpartnern und eine effiziente Beschäftigungsvermittlung.

Mehr noch führt technologische Innovation direkt zur Nachfrage für entsprechende Qualifikationen auf dem Arbeitsmarkt. Ein höheres Bildungsniveau ist Teil der Lösung und lebenslanges Lernen wird eine Notwendigkeit. In vielen Ländern wird eine Reform der Aus- und Weiterbildungssysteme benötigt, um lebenslanges Lernen für alle zu verwirklichen. (29.10.2014, prh)

Skills Mismatch in Europe - Statistics Brief (PDF, 32 Seiten)

 

Die Themen Gesundheit und Sprachen liegen bei Volkshochschulen im Trend

DIE Bonn

Mit der aktuellen Volkshochschul-Statistik für das Berichtsjahr 2013 legt das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung (DIE) zum 52. Mal die Struktur- und Leistungszahlen der deutschen Volkshochschulen vor. Insgesamt führten knapp 920 Volkshochschulen 15,3 Millionen Unterrichtsstunden durch. Etwas über 9 Millionen Teilnahmen wurden für die rund 687.000 Veranstaltungen registriert.

Die Zahlen von Kursen und Lehrgängen haben sich im aktuellen Berichtsjahr 2013 positiv entwickelt. Volkshochschulen führten 1,9 Prozent mehr Kurse mit 2,2 Prozent mehr Unterrichtsstunden durch als 2012. Während die Teilnahmezahlen in den letzten beiden Berichtsjahren zurückgegangen waren, stieg die Zahl der Anmeldungen 2013 wieder um 1,5 Prozent an. Mit 85 Prozent aller Veranstaltungen und 98 Prozent der insgesamt durchgeführten Unterrichtsstunden machen Kurse und Lehrgänge nach wie vor den größten Teil des Angebotes an Volkshochschulen aus (neben Einzelveranstaltungen und Studienfahrten/-reisen).

Über alle Veranstaltungsarten hinweg betrachtet hat klassischerweise das Sprachenangebot bei Volkshochschulen eine Sonderstellung mit einem Anteil von beinahe 43 Prozent aller Unterrichtsstunden. Zweiter wichtiger Schwerpunkt im Angebotsspektrum ist – wie schon in den letzten Jahren – das Thema Gesundheit. Hier wurden über drei Millionen Unterrichtsstunden durchgeführt, eine Steigerung um rund 2 Prozent. Die Zahl der Anmeldungen stieg um 70.000, so dass mehr als jede dritte Belegung 2013 in einer Veranstaltung zum Thema Gesundheit gezählt wurde.

Die Volkshochschul-Statistik belegt die wachsende Bedeutung von so genannten Auftrags- und Vertragsmaßnahmen, die für einzelne Auftraggeber (z.B. Unternehmen) durchgeführt werden. Ihr Anteil an Kursen und Lehrgängen hat sich auf gut vier Prozent erhöht.

Die Volkshochschul-Statistik liefert umfangreiches Datenmaterial zu deutschen Volkshochschulen – von differenzierten Finanzangaben (z.B. Anteil von Teilnahmegebühren oder öffentlichen Zuschüssen) über Informationen zu Personalstrukturen, Angaben zur Zeitorganisation der Kursveranstaltungen bis hin zu Übersichten über besondere Adressatengruppen oder zur Geschlechts- und Altersdifferenzierung der Teilnehmenden. Alle Daten sind nach Bundesländern strukturiert dargestellt. Grafiken veranschaulichen die Entwicklungen zum Teil in Zeitreihen.

(27.10.2014, prh)

Zur Volkshochschul-Statistik (PDF, 77 Seiten)

 

GEW: »Beschäftigte in der Weiterbildung brauchen soziale Sicherheit«

gewDie Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert deutlich größere Anstrengungen, die soziale Absicherung der Beschäftigten in der Weiterbildung zu verbessern und prekären Arbeitsverhältnissen einen Riegel vorzuschieben.
 
»Auch mit Blick auf den demografischen Wandel und den immer wieder beschworenen Fachkräftemangel ist eine Gesamtstrategie von Bund, Ländern und Kommunen für ein zukunftsfähiges lebensbegleitendes Lernen dringend notwendig. Nur so können wir den aktuellen und künftigen gesellschaftlichen Herausforderungen gerecht werden und eine hohe Qualität der Weiterbildungsangebote sicherstellen«, sagte Ansgar Klinger, für Berufliche Bildung und Weiterbildung verantwortliches GEW-Vorstandsmitglied, während der »Herbstakademie«seiner Organisation am vergangenen Freitag in Halle/Saale. Er forderte, die Beschäftigten nach Tarif zu zahlen, die Planungssicherheit der Einrichtungen zu erhöhen und die Weiterbildungsangebote für alle Menschen zugänglich zu machen. Komplexität durch Kompetenz zu gestalten, sei ein wichtiges Element der Weiterbildung.

Eine deutliche Absage erteilte Klinger dem Bestreben, Bildung den Gesetzen des freien Marktes zu unterwerfen. »Nicht ‚Employability' soll das Programmprofil des lebensbegleitenden Lernens bestimmen, sondern Aufklärung, Selbstbestimmung und Partizipation lauten die Ziele. Nicht die Ökonomie soll professionelles Handeln leiten, sondern die Pädagogik. Nicht prekäre Arbeit soll den Beruf kennzeichnen, sondern ‚gute Arbeit'. So leisten Weiterbildung und lebensbegleitendes Lernen einen wichtigen Beitrag zu mehr Chancengleichheit«, betonte das GEW-Vorstandsmitglied. In diesem Zusammenhang wies er auf die »Weimarer Thesen« hin, die die Bildungsgewerkschaft vor zwei Jahren verabschiedet hat.

 

(26.10.2014, prh)

Im Wortlaut: Weimarer Thesen 2012 (PDF, 4 Seiten)

vergleiche: GEW fordert Schutzschirm für die Weiterbildung

 

Bundesregierung verabschiedet Stellungnahme zum Nationalen Bildungsbericht

bundesregierungDas Bundeskabinett hat gestern (22.10.2014) die Stellungnahme der Bundesregierung zum fünften nationalen Bildungsbericht »Bildung in Deutschland 2014« beschlossen. 
 
Der im Juni 2014 vorgelegte Bericht hatte in allen Bildungsbereichen positive Entwicklungen festgestellt: der bedarfsgerechte Ausbau des Betreuungsangebots für Kinder unter drei Jahren ist weitgehend gelungen, immer weniger Schülerinnen und Schüler verlassen die Schule ohne Hauptschulabschluss, mehr als jeder zweite Schulabsolvent verfügt über eine Hochschulzugangsberechtigung und die Anzahl der Studienanfängerinnen und -anfänger übersteigt bei weitem die von Bund und Ländern gesetzte Zielmarke. Als Herausforderungen nennt der Bericht die soziale Ungleichheit bei der Bildungsbeteiligung, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund, sowie die Neubestimmung des Verhältnisses von Hochschulbildung und beruflicher Bildung.

Die Bundesregierung betont in ihrer Stellungnahme, dass die frühkindliche Bildung zentral für gute Startchancen und die Integration im Bildungssystem ist. Sie hat deshalb ihre Mittel für den Ausbau der Kindertagesbetreuung und die Verbesserung der Qualität deutlich aufgestockt. Zudem werden die Sprach- und Leseförderung und die Weiterbildung der Erzieherinnen und Erzieher weiter gestärkt. Mit der bereits gestarteten Initiative von Bund und Ländern zur Sprachförderung, Sprachdiagnostik und Leseförderung soll eine bessere Integration und individuellere Förderung von Kindern und Jugendlichen ermöglicht werden. »Wir brauchen Bildungsgerechtigkeit von Anfang an und an den Übergängen im Bildungssystem. Deshalb investiert die Bundesregierung in die Zukunft unseres Landes und entlastet zugleich die Länder, damit diese ihren Aufgaben besser gerecht werden können«.

Bereits vom 1. Januar 2015 an plant der Bund, die vollständige Finanzierung der Geldleistungen nach dem BAföG für Studierende sowie Schülerinnen und Schüler zu übernehmen und die Länder dauerhaft um rund 1,17 Milliarden Euro pro Jahr zu entlasten. Massive Investitionen der Bundesregierung sichern die Attraktivität und Qualität des Hochschulstudiums. Hochschulpakt und Qualitätspakt Lehre zielen darauf ab, gute Studienbedingungen zu sichern und zu schaffen. Mit dem angestrebten 25. BAföG-Änderungsgesetz wird die Bundesregierung die finanziellen Rahmenbedingungen weiter verbessern. Im Wintersemester 2016/2017 sollen dann die Sätze und Freibeträge beim BAföG um jeweils 7 Prozent angehoben werden und so der Kreis der Berechtigten um etwa 110.000 Studierende ausgeweitet werden.

Einen Schwerpunkt wird die Bundesregierung darauf legen, die berufliche Ausbildung zu stärken und den positiven Trend zur Weiterbildung zu unterstützen. »Das Kabinett hat im Zuge der BAföG-Novelle bereits beschlossen, dass auch das Meister-BAföG verbessert wird«, sagte Wanka. So werden der Unterhaltsbeitrag von 697 Euro auf 760 Euro erhöht und die Einkommensfreibeträge heraufgesetzt. Zusätzlich kündigte die Bundesbildungsministerin an, dass im Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz die Fördermöglichkeiten erweitert werden sollen. »Beruflich vorqualifizierte Bachelor-Absolventen sollen für eine Aufstiegsfortbildung auch Meister-BAföG bekommen können«, sagte Wanka. »Mit dem Meister-BAföG wollen wir neben dem «klassischen» beruflichen Aufsteiger und Studienabbrechern mit beruflicher Qualifikation auch den Weg zum Meister unterstützen, wenn jemand bereits erfolgreich studiert hat und jetzt einen Handwerksbetrieb übernehmen will«.

Der Bericht »Bildung in Deutschland 2014« wurde von einer unabhängigen wissenschaftlichen Autorengruppe erstellt und aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland finanziert.

QUELLE: Nach einer BMBF-PM


(23.10.2014, prh)

siehe auch: Bericht »Bildung in Deutschland 2014«

 

Baden-Württemberg startet Landesnetzwerk Weiterbildungsberatung

Das Landesnetzwerk Weiterbildungsberatung (LNWBB) wurde am 17.10.2014 im Rahmen einer feierlichen Auftaktveranstaltung im Neuen Schloss in Stuttgart gegründet. »Wir wollen mit dem Landesnetzwerk Weiterbildungsberatung den Bildungsmarkt transparent machen. Damit unterstützen wir junge Menschen und Erwachsene bei ihrer Entscheidung für ein Weiterbildungsangebot«, sagte Landes-Staatssekretärin Marion von Wartenberg.

15 Spitzenvertreter von Verbänden der Weiterbildung und Kirchen sowie rund 50 Einzeleinrichtungen der allgemeinen, beruflichen und wissenschaftlichen Weiterbildung unterzeichneten die Gründungsurkunde. Ab dem 1. Januar 2015 steht das LNWBB zur Verfügung.

Trägerneutrale und interessensensible Beratung

Mitglieder des LNWBB verpflichten sich dazu, sich an den Interessen, den Ressourcen und der Ausgangslage der ratsuchenden Person zu orientierten und Angebote unterschiedlicher Anbieter zu berücksichtigen. Die Mitglieder garantieren, dass ihre Weiterbildungsberatung den Qualitätsstandards guter Beratung entspricht und ihr beratendes Personal über die notwendigen Kompetenzen verfügt.

Ein Kuratorium wird darauf achten, dass diese Bedingungen eigehalten werden. In diesem Kuratorium werden unter anderem Mitglieder des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport sowie des Ministeriums für Finanzen und Wirtschaft vertreten sein.

Landesnetzwerk Weiterbildungsberatung ist offen für weitere Mitglieder

Mit der Gründung des LNWBB erfüllt die Landesregierung eine Vereinbarung des Koalitionsvertrages sowie eine Empfehlung der Landtags-Enquetekommission »Fit für das Leben in der Wissensgesellschaft«. Ziel war es, Beratungsstellen in ein landesweites Netzwerk zusammenzuführen und qualitätssichernde Instrumente zu schaffen. »Die Gründung des neuen Landesnetzwerks ist ein wichtiges Ereignis für die Erwachsenen- und Weiterbildung. Ich freue mich, dass der Zusammenschluss in den nächsten Jahren wachsen und damit lebenslanges Lernen in Baden-Württemberg noch attraktiver und effektiver wird«, erklärt von Wartenberg.

Interessierte Weiterbildungsträger können auch nach der Gründungsveranstaltung dem LNWBB beitreten.

Die Konzeption des Landesnetzwerks wurde in einer Fachgruppe des Bündnisses für Lebenslanges Lernen unter Vorsitz des Volkshochschulverbandes und der wissenschaftlichen Begleitung der Universität Heidelberg in den vergangenen zwei Jahren erarbeitet.

(20.10.2014, prh)

Weitere Informationen

 

In Neuigkeiten & Terminen

17. DIE-Forum Weiterbildung: Kulturelle Bildung (Bonn)

vom 01.12.2014 bis zum 02.12.2014

Die kulturelle Bildung gehört zum Programm und Markenkern öffentlicher Weiterbildung. Das breite Angebot an Seminaren, Kursen und Projekten von Weiterbildungseinrichtungen wird lokal ergänzt durch vielfältige Lerngelegenheiten und -orte dritter Anbieter. Das derzeitige bildungspolitische und gesellschaftliche Interesse am kulturellen, künstlerischen und ästhetischen Lernen und den damit verbundenen Kompetenzen stellt zugleich eine interessante öffentliche Neuakzentuierung des Bereichs dar.

Das Forum soll all diejenigen zusammenbringen, die das Feld der kulturellen Erwachsenenbildung bestellen. Es gibt Gelegenheit zur Bestandsaufnahme und Diskussion neuer Akzente, pädagogischer und anthropologischer Grundlagen sowie aktueller Konzepte kultureller Erwachsenenbildung. Einen besonderen Schwerpunkt bildet die Fachdiskussion zu verschiedenen Themenbereichen kultureller Erwachsenenbildung vor dem Hintergrund ihrer erwachsenendidaktischen Spezifika.

Im Rahmen des Forums wird der »Preis für Innovation in der Erwachsenenbildung 2014« an drei Projekte der kulturellen Bildung verliehen.

 

Der Vielfalt gerecht werden!? Berufliche Beratung in der Migrationsgesellschaft (Berlin)

vom 02.12.2014 um 10:30 Uhr bis zum 02.12.2014 um 17:00 Uhr

Gemeinsam mit VertreterInnen aus der Beratungspraxis, aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft wollen die Veranstalter die gegenwärtigen Herausforderungen der migrationsspezifischen beschäftigungsorientierten Beratung beleuchten und den zukünftigen Trends auf den Grund gehen.

 

ONLINE EDUCA BERLIN 2014 (Berlin)

vom 03.12.2014 bis zum 05.12.2014

20. Internationale Konferenz für technologisch gestützte Aus- und Weiterbildung.

Die ONLINE EDUCA BERLIN ist die weltweit größte internationale E-Learning-Konferenz für Unternehmen, den Bildungsbereich und öffentlichen Sektor. Die jährlich stattfindende Veranstaltung zu technologisch gestützter Aus- und Weiterbildung bietet Experten, bereits erfahrenen Anwendern und E-Learning-Einsteigern aus aller Welt ein Forum, um sich auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen. Über 2000 Konferenzteilnehmer aus mehr als 100 Ländern machen die ONLINE EDUCA BERLIN zum vielseitigsten Treffpunkt der Branche. Teilnehmer der Konferenz sind hochkarätige Entscheidungsträger aus den Bereichen Bildung, Wirtschaft und Verwaltung. Die Konferenzsprache ist Englisch. Ein vielfältiger Ausstellungs- und Präsentationsbereich gibt führenden internationalen Anbietern die Möglichkeit, ihre neuesten Produkte und Dienstleistungen vorzustellen.

 

Bildungsmanagement Kongress 2015 (Köln)

vom 21.01.2015 um 10:00 Uhr bis zum 21.01.2015 um 17:00 Uhr

Gemanagte Weiterbildungsanbieter stehen immer wieder vor der Herausforderung, sich kontinuierlich weiterzubilden, zu entwickeln und mithilfe von neuen Impulsen die Veränderungen im Wettbewerb sinnvoll zu begleiten und zu adaptieren. Diese Konferenz bietet BildungsmanagerInnen neue Impulse und fachlichen Austausch mit Kollegen, Managern der Industrie (Learning Manager) und Managern aus Weiterbildungsanbietern. Die Konferenz ist der Treffpunkt für professionelle Manager der Bildungsbranche und bietet fundiertes Fachwissen für Weiterbildungsmanager.

Die Themen des Weiterbildungskongresses für Weiterbildungsmanager: Marketing für Bildungsanbieter

 

LEARNTEC 2015 (Karlsruhe)

vom 27.01.2015 bis zum 29.01.2015

Lernen mit IT - 23. Internationale Fachmesse und Kongress

Die LEARNTEC ist die Internationale Fachmesse und Kongress für Lernen mit IT, vom 27. bis 29. Januar 2015 auf dem Messegelände in Karlsruhe.

 

Petersberger Trainertage 2015 (Königswinter bei Bonn)

vom 17.04.2015 bis zum 18.04.2015

Der Weiterbildungskongress.

Weitere Informationen und Anmeldung: http://www.managerseminare.de/Petersberger_Trainertage/Besucherinformationen?urlID=232965&kat=13773

 

 

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