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Kommunen brauchen Unterstützung bei der Kulturellen Bildung

Rat fuer kulturelle Bildung

Politisch hat Kulturelle Bildung in Deutschlands Kommunen nach wie vor Konjunktur, indes gibt es Luft nach oben bei der Umsetzung. Das ist das zentrale Ergebnis der Studie »Städte/Geld/Kulturelle Bildung. Horizont 2016«, die der Rat für Kulturelle Bildung in Kooperation mit dem Deutschen Städtetag (DST) durch die Prognos AG im Sommer unter den 200 unmittelbaren Mitgliedsstädten des Deutschen Städtetages durchführen ließ.

Zwar genießt Kulturelle Bildung knapp zehn Jahre nach der »Aachener Erklärung zur Bildungspolitik« des Städtetages in mehr als drei Viertel seiner Mitgliedsstädte hohe Bedeutung. Eben diese Städte stufen ihr Budget für Kulturelle Bildung in Vergangenheit und Gegenwart wie auch die Zusammenarbeit mit Finanzierungspartnern in signifikanter Weise positiver ein als Städte, die Kulturelle Bildung weniger wichtig finden. Jedoch besteht Verbesserungsbedarf bei der Anwendung von Instrumenten und Prinzipien zur Koordinierung und Auswertung der Angebote Kultureller Bildung.

Kommunen brauchen mehr Unterstützung für die Kulturelle Bildung

104 der 200 unmittelbaren DST-Mitgliedsstädte (52 Prozent) beteiligten sich zwischen Juni und August 2016 an der strukturierten Online-Umfrage. Die Stichprobe repräsentiert ein urbanes Feld, in dem rund 22 Millionen Einwohner leben. Professor Dr. Eckart Liebau, Vorsitzender des Rates für Kulturelle Bildung und Inhaber des UNESCO-Lehrstuhls für Kulturelle Bildung an der Universität Erlangen-Nürnberg, zu den Ergebnissen:

»Die Kommunen sind einer der wichtigsten Akteure in der Kulturellen Bildung, und das Querschnittsthema ist bereits jetzt ein bedeutsamer Baustein des Miteinanders in den Städten. Die politische Schwerpunktsetzung ist ein entscheidender Faktor bei der Gestaltung Kultureller Bildung auf kommunaler Ebene. Das zeigt die Studie Städte/Geld/Kulturelle Bildung sehr deutlich. Das allein kann aber nicht ausreichen. Mit Blick auf gesamtgesellschaftliche Aufgaben wie den Ausbau der Ganztagsschulen kann Kulturelle Bildung nicht länger als freiwillige Leistung begriffen werden. Wir brauchen mehr Unterstützung für die Kommunen und dazu eine effektivere Aufgabenverteilung und Finanzierung der Kulturellen Bildung vor Ort«.

Länder sind wichtige Partner für Finanzierung

Dr. Eva Lohse, Präsidentin des Deutschen Städtetages und Oberbürgermeisterin der Stadt Ludwigshafen am Rhein, zu den Befunden: »Die Ergebnisse der Studie belegen einerseits den hohen Stellenwert der kulturellen Bildung in den Städten und das vielfältige Engagement, zeigen aber andererseits auch, dass es in Sachen Finanzierung sowie Konzeption und Steuerung vielerorts noch Verbesserungsmöglichkeiten gibt. Die Studie zeigt einmal mehr, dass die Finanzierungsbeiträge der Länder für die Städte von hoher Relevanz und die Länder wichtige Partner der kulturellen Bildungsarbeit in den Städten sind. Die Länder müssen zur Unterstützung des kommunalen Engagements das Niveau ihrer Mitfinanzierung sicherstellen und kontinuierlich ausbauen. Bemerkenswert ist auch, in welchem Maße das sogenannte Kooperationsverbot den Finanzierungsbeitrag des Bundes trotz dessen hoher Finanzkraft kleinzuhalten vermag«.

Finanzierung Kultureller Bildung muss trotz enger Haushalte möglich sein

Professor Dr. Jürgen Schupp, Mitglied des Rates für Kulturelle Bildung und Direktor der Infrastruktureinrichtung Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), ergänzt: »55 Prozent der beteiligten Kommunen führen derzeit keine Kennzahlen oder Indikatoren zur Kulturellen Bildung im Haushalt. Ein interkommunaler Vergleich oder die vielfach geforderte Verbesserung der Kulturfinanzstatistik auf Bundesebene ist auf diese Weise nahezu unmöglich. Indes fußt die mittelfristige Finanzplanung der Städte naturgegeben auf Planzahlen, insbesondere auf der Ertragsseite. Die Möglichkeiten Kultureller Bildung dürfen nicht überwiegend von der Ertragssituation der Kommunen abhängen. Auf Dauer ist eine Grundversorgung mit Kultureller Bildung vor allem an den Ganztagsschulen nur machbar, wenn Bund und Länder die Kommunen insgesamt finanziell besser ausstatten«.

Zu geringe Budgets, aber positive Auswirkungen durch politische Schwerpunktsetzung

Zwei Drittel der befragten Kommunen erachten ihr Budget für Kulturelle Bildung als zu gering, während 29 Prozent die zur Verfügung stehenden Mittel als auskömmlich oder gut bezeichnen. 26 Prozent der Städte berichten, ihr Budget für Kulturelle Bildung sei während der letzten Jahre gestiegen; 16 Prozent verzeichneten jedoch einen Rückgang (51 Prozent gleichbleibend). Im Vergleich zum jeweiligen Gesamthaushalt entwickelte sich das Budget für Kulturelle Bildung bei 26 Prozent der Städte während der letzten fünf Jahre negativer als ihr Gesamthaushalt (9 Prozent positiver; 51 Prozent ähnlich). Auch die Erwartungen deutscher Kommunen an die Zukunft ist gemischt: 20 Prozent prognostizieren eine schwächere Entwicklung der Finanzen für Projekte Kultureller Bildung im Vergleich zum Gesamthaushalt, 6 Prozent rechnen mit einer stärkeren Entwicklung (56 Prozent gleichbleibend).

Besonders auffällig ist bei den vorgenannten Ergebnissen, dass jene Städte, die Kultureller Bildung hohe Bedeutung zuschreiben, ihr Budget für Kulturelle Bildung in Vergangenheit und Gegenwart in signifikanter Weise positiver einschätzen und zugleich auch deutlich stärker mit externen Finanzierungspartnern zusammenarbeiten als Städte, die Kulturelle Bildung nicht als Schwerpunkt sehen.

»Städte/Geld/Kulturelle Bildung« zeigt überdies signifikante Zusammenhänge zwischen politischer Schwerpunktsetzung und dem Organisationsgrad und der Steuerung von Projekten und Maßnahmen Kultureller Bildung: Je höher der Stellenwert, umso wahrscheinlicher existieren im Haushalt der Kommune auch Kennzahlen für Maßnahmen und Projekte Kultureller Bildung, umso eher ist Kulturelle Bildung auch im Leitbild der Stadt verankert beziehungsweise ist sie Teil einer regelmäßigen Bildungsberichterstattung.

Verbesserungsbedarf bei der Koordination und Organisation

Doch trotz dieser zahlreichen positiven Aspekte gibt es knapp zehn Jahre nach der Aachener Erklärung noch Verbesserungsbedarf: In 59 Prozent der Städte ist Kulturelle Bildung nicht Teil der Bildungsberichterstattung. 55 Prozent der Städte antworteten, es gebe keine zugehörigen Kennzahlen oder Indikatoren im Haushaltsplan. Nur 14 Prozent der Städte schließen durchgängig schriftliche Vereinbarungen mit den Akteuren Kultureller Bildung, lediglich vier Prozent spezifische Zielvereinbarungen hinsichtlich der Bereitstellung von Angeboten. Entsprechend sieht die Mehrheit der befragten Kommunen (61 Prozent) selbst die Notwendigkeit für eine wirksamere organisatorische Koordinierung der Querschnittsaufgabe Kulturelle Bildung.

Hintergrund: Eckdaten der Umfrage
Ziel der Befragung war es, aussagekräftige und belastbare Erkenntnisse auf die Fragen zu erhalten, wie Kulturelle Bildung in den Städten organisiert und koordiniert wird, inwiefern Konzepte und Vernetzung zusätzliche Finanzierungsspielräume eröffnen, welchen Beitrag unterschiedliche Finanzierungsquellen leisten und welche Entwicklungen hinsichtlich des Budgets für Kulturelle Bildung erwartet werden.

Die Befragung wurde als standardisierte Online-Befragung durchgeführt. Der Fragebogen umfasste 25 Fragen. Bei 12 Fragen gab es offene Antwortmöglichkeiten. Aufgrund fehlender Kennzahlen und Indikatoren in vielen kommunalen Haushaltsplänen wurden gestufte Fragen (zum Erhalt von Rangdaten) eingesetzt. Gleiches galt für Fragen zur Organisation und Koordinierung sowie zur Evaluierung von (kommunal geförderten) Angeboten Kultureller Bildung.

Nach Größenklassen betrachtet liegt der Rücklauf bei den Großstädten durchweg bei 60 Prozent und höher. Nach Bundesländern betrachtet zeigten sich beim Rücklauf erhebliche Unterschiede: Die Stadtstaaten haben vollständig geantwortet. Ein besonders hoher Rücklauf von 85 Prozent ist aus Nordrhein-Westfalen erfolgt. Bei den Städten aus den ostdeutschen Bundesländern ist der Rücklauf mit 38 Prozent dagegen unterdurchschnittlich geblieben.

Mehr Informationen zum Deutschen Städtetag, dem größten kommunalen Spitzenverband Deutschlands, gibt es auf der Internetseite www.staedtetag.de. Die zu den führenden Forschungs- und Beratungsunternehmen in Europa zählende Prognos AG ist unter www.prognos.com zu erreichen.

(08.12.2016, prh)

Zur Studie (PDF, 64 Seiten)

 

DIE prämiert herausragende Projekte zur Integration

DIE Innovationspreis 2016

In diesem Jahr hat das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung (DIE) mit dem Innovationspreis drei Projekte prämiert, die in herausragender Weise die Chancen der Digitalisierung für die Herausforderung von Integration und Teilhabe nutzen. Mit dem Preis würdigt das DIE innovative Leistungen in der Erwachsenenbildung und unterstreicht die wichtige Rolle dieses Bildungsbereichs in einer sich verändernden Gesellschaft.

»Digitale Medien zur gesellschaftlichen Integration«: mit diesem Schwerpunkt hat das DIE für den diesjährigen Innovationspreis zwei große Bildungsthemen zusammengeführt – die digitale Bildung und die Frage, wie man bisher schwer zu erreichende Zielgruppen durch digitale Medien besser anspricht. Die Preisträgerinnen und Preisträger wurden also vor allem danach ausgesucht, auf welche Weise sie digitale Medien eingesetzt haben, um Bildungsbenachteiligte besser zu erreichen.

Mit dem DIE-Innovationspreis wurden gleichrangig ausgezeichnet:

DaFür – Deutsch als Fremdsprache für Integrationen ist ein digitales Sprachlernangebot, das grundlegende Sprachkenntnisse zur Bewältigung von Alltagssituationen lehrt. Es wurde für die drei Sprachen Arabisch, Kurdisch und Farsi entwickelt, für die es bisher nur wenig Materialien gibt, und die gleichzeitig von vielen der neu zugewanderten Menschen gesprochen werden. Das Portal besteht aus Online-Modulen und verschiedenen Apps, die Alltagssituationen zum Leben in Deutschland behandeln. »DaFür ist rundherum gelungen, getragen von einem engagierten Team, initiiert von zwei kurz entschlossenen Machern, leicht erreichbar über Appstores und Webseite, durchdacht in seiner Usability, ansprechend in seinem Design, angenommen von der Kundschaft«, so die Juroren Katja Friedrich und Prof. Halit Öztürk in ihrer gestrigen Laudatio.

Das Projekt eVideo – Gastgewerbe richtet sich an Menschen mit Lese-, Schreib-, Rechenschwierigkeiten, die im Gastgewerbe arbeiten oder arbeiten wollen. Dort führen solche Defizite unmittelbar zu großen Problemen – Lernangebote gibt es aber kaum oder sie sind ungeeignet. Hinzu kommt, dass der Arbeitsalltag die Integration von Lernangeboten fast unmöglich macht. eVideo – Gastgewerbe schließt hier eine Lücke: Lernort und -zeit können flexibel bestimmt werden. Die Motivation wird durch eine packende Story aufrechterhalten. 17 arbeitsplatznahe Übungen stellen einen konkreten Bezug zum Arbeitsalltag her. Durch zusätzliche Offline-Materialien lassen sich im Sinne eines Blended Learning integrative Qualifizierungskonzepte entwickeln, die den Lernansprüchen der Zielgruppe gerecht werden. Das Angebot richtet sich an Erwerbstätige im Gastgewerbe, aber auch an Auszubildende, Ausbildungsinteressierte und Zugewanderte. Und es ist »innovativ, erwachsenengerecht und berufsbezogen«, so das lobende Fazit der Laudatoren Lutz Goertz und Katrin Kraus.

Die Plattform Integration.oncampus, initiiert von der FH Lübeck und ihrer Tochter oncampus, und der offene Online-Kurs #DEU4ARAB von Prof. Dr. Jürgen Handke, Universität Marburg, gehören zu den ersten Bildungsaktivitäten deutscher Hochschulen für Geflüchtete. Beide Angebote sind unbürokratisch zugänglich, zu 100 Prozent online und tragen der zunehmenden Digitalisierung der globalen Gesellschaft Rechnung. Dabei setzen sie konsequent auf die Bedürfnisse der Geflüchteten. integration.oncampus.de ermöglicht als digitale Lernplattform einen schnellen, flexiblen und einfachen Zugang zum deutschen Hochschulsystem und fördert so die berufliche Integration der nach Deutschland kommenden Menschen. Die Kurse umfassen verschiedenste Fachdisziplinen sowie Angebote zum Erwerb der deutschen Sprache wie das Aussprachetraining für arabische (syrische) Deutschlerner, den Massive Open Online Course #DEU4ARAB. Integration.oncampus ist, so die Laudatoren Jochen Robes und Matthias Rohs, ein Produkt, »das aus Sicht der Jury in besonderer Art und Weise den Anforderungen von Flüchtlingen gerecht wird und dabei eine hohe Breitenwirkung erzielt«.

Hintergrund
Seit 1997 lobt das DIE den »Preis für Innovation in der Erwachsenenbildung« aus. Alle zwei Jahre wird dieser »Oscar« für Kreativität in der Erwachsenenbildung verliehen. Die Auszeichnung macht neuartige und vielversprechende Ansätze in der Weiterbildung publik und stellt sie einer breiteren Öffentlichkeit zur Diskussion. Zu den zentralen Kriterien für die Auszeichnung der Projekte gehört, dass sie innovativ und praxiserprobt sein müssen und dass sie der Erwachsenenbildung neue Impulse geben.
Der Innovationspreis wird unterstützt vom W. Bertelsmann Verlag in Bielefeld. Schirmherrin 2016 ist die Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission, Dr. Verena Metze-Mangold.

(06.12.2016, die/prh)

Weitere Informationen

 

»Ankommen« für Asylsuchende: Jetzt als App und Portal verfügbar

Ankommen

Die vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit (BA), dem Bayerischen Rundfunk (BR) und dem Goethe-Institut entwickelte App »Ankommen« wird um eine mobile Website erweitert: Dort erhalten Neuankommende in Deutschland künftig auch über das World Wide Web praktische Hilfe und Informationen zum Asylverfahren, zum Arbeitsmarktzugang und zum Leben in Deutschland.

Neben vielfältigen Informationen zum Leben und zur Neuorientierung in Deutschland verweist »Ankommen« auch auf verschiedene Möglichkeiten des Deutschlernens. Das Angebot selbst ist neben deutsch auch in vier weiteren Sprachen verfügbar.

Seit ihrem Start im Januar 2016 wurde die App bereits rund 200.000 Mal heruntergeladen. Und die Zahl der Downloads steigt täglich an. »Ankommen« hilft nicht nur mit vielen Informationen bei der schnellen Orientierung während der ersten Wochen, sondern verfügt zusätzlich über einen kostenlosen Basis-Sprachkurs für die ersten Schritte auf Deutsch. Die App-Inhalte werden zudem laufend weiterentwickelt. Die Informationen zum Asylverfahren wurden aktualisiert, der Sprachkurs des Goethe-Instituts um weitere Kapitel ergänzt.

»Die Ausweitung der App auf die Website und die ständige Weiterentwicklung garantieren stets aktuelle Informationen rund um das Ankommen von Geflüchteten in Deutschland«, sagt Frank-Jürgen Weise, Vorstandsvorsitzender der Bundesagentur für Arbeit und Leiter des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge. Johannes Ebert, Generalsekretär des Goethe-Instituts: »Die App 'Ankommen' und die Website sind genau auf die Bedürfnisse von neu Ankommenden ausgerichtet. Der Selbstlern-Sprachkurs des Goethe-Instituts bietet einen idealen ersten Zugang zur deutschen Sprache und erleichtert den Einstieg in den Deutschunterricht«.

Ergänzende Informationen
Die Resonanz auf die App verlief bisher durchweg positiv. Bereits im April 2016 wurde die App von der Stiftung Warentest mit dem Prädikat »empfehlenswert« ausgezeichnet. Weitere zweimal wurde sie für Auszeichnungen nominiert und erhielt ihren ersten Preis: Am 10. Oktober 2016 wurde »Ankommen« als Startup des Jahres mit dem »LeadAward« in der Kategorie »Online« ausgezeichnet. Mit dem renommierten Medienpreis werden seit 2003 jährlich hauptsächlich Fotografien und Beiträge aus Zeitungen, Zeitschriften und Online-Medienangeboten prämiert. Zudem ist die App »Ankommen« Gewinner der »WSA-Germany 2016« und wurde von der »WSA Germany«-Jury für den UN-World Summit Award MOBILE (»WSA-Mobile«) in der Kategorie »Regierung und Bürgerengagement« nominiert. Die Gewinner werden im Februar 2017 bekanntgegeben.

(05.12.2016, prh)

Portal »Ankommen«

 

Berufserfahrung: Neue Zeugnisse braucht das Land

Bertelsmann Stiftung 3

Informelles Lernen nimmt stetig an Bedeutung zu. Berufstätige erwerben ihr Fachwissen eher im Job als in organisierten Weiterbildungen   

Schule, Uni, Aus- und Weiterbildung – alles wichtig für Erfolg im Job. Am meisten aber zählt, was man in der Praxis und durch Erfahrung lernt. Learning by doing ist die wichtigste Kompetenzquelle für Berufstätige, sagen übereinstimmend Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Oder, wie es die Studie »Können belegen können – Lernwege, Kompetenzen und Zertifikate aus Sicht von Arbeitgebern und Arbeitnehmern« der Bertelsmann Stiftung ausdrückt: Informelles Lernen lässt in seinem Stellenwert für beruflichen Erfolg die formale und non-formale Bildung deutlich hinter sich. Informelles Lernen ist aber häufig unsichtbar, denn es wird nicht zertifiziert – hierfür braucht es neue, offiziell anerkannte Zeugnisse.

78 Prozent der Personalverantwortlichen in Firmen stufen das Lernen durch Berufserfahrung als sehr wichtig oder wichtig für den Erfolg im Job ein. Über organisierte Weiterbildung (63 Prozent) und das, was Mitarbeiter in Schule oder Hochschule (57 Prozent) gelernt haben, sagen das erheblich weniger Personalverantwortliche. Das Tempo des technologischen Fortschritts und die Verdichtung von Arbeit verstärken die Bedeutung lebenslangen Lernens. Besonders stark gilt das für das informelle Lernen: 56 Prozent der Arbeitgeber und 70 Prozent der Arbeitnehmer sagen, Learning by doing sei während der vergangenen zehn Jahre wichtiger geworden, um im Berufsalltag zu bestehen.

Zwischen Berufsabschluss und ungelernt gibt es ein weites Feld an Kompetenzen

Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann Stiftung: »Die hohe Bedeutung des informellen Lernens ist ein Dilemma. Denn die für Arbeitnehmer wie Arbeitgeber wichtigste Lernform ist am schwierigsten nachzuweisen. Zwischen einem vollwertigen Berufsabschluss und einer ungelernten Tätigkeit gibt es vielfältige Kompetenzen, die es aufzudecken und anzuerkennen gilt«. Das unterstütze nicht nur Bewerber und Arbeitgeber bei Stellen- und Personalauswahl. Dadurch könnten auch die 5,7 Millionen formal Geringqualifizierten in Deutschland sowie Einwanderer und Flüchtlinge ihre beruflichen Fachkenntnisse besser dokumentieren als bislang. Den zuweilen händeringend nach Fachkräften suchenden Arbeitgebern erschlösse sich so eine neue Gruppe an potenziellen Mitarbeitern mit Fachkenntnissen.

Der Herausforderung, die informell erworbenen Fähigkeiten dennoch sichtbar zu machen, begegnen Bewerber und Personalentscheider unterschiedlich. Arbeitgeber interpretieren Zeugnisse. So bewerten mehr als 60 Prozent der Personalverantwortlichen Examenszeugnisse und Weiterbildungszertifikate als nützlich, um informell erworbene Kompetenzen offen zu legen. Diese Informationen transportieren klassische Zeugnisse aber gar nicht. »Das ist eine Art erfahrungsgestützte Spekulation«, sagte Dräger.

Zertifikate2

Was ein Mitarbeiter wirklich kann, zeigt sich dann oft erst in der Probezeit. Die bezeichnen 94 Prozent der Arbeitgeber als sehr wichtig oder wichtig für die Personalauswahl. Endet die Probezeit mit einer Trennung, war die Einstellung sowohl für den Arbeitnehmer als auch für das Unternehmen eine Fehlinvestition – die durch geeignete Kompetenznachweise unter Umständen vermeidbar gewesen wäre. Zweites herausragendes Kriterium für die Personalauswahl sind die Auswahlgespräche, die 92 Prozent der Personalverantwortlichen als sehr wichtig oder wichtig einschätzen. Weiterbildungszertifikate sind ebenfalls ein Faktor (63 Prozent), noch vor Hochschul- und Ausbildungszeugnissen. Kaum eine Rolle spielen Profile in den sozialen Medien.

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Arbeitnehmer unterschätzen laut Umfrage, welche Aussagekraft Personalverantwortliche den schriftlichen Bewerbungsunterlagen beimessen. Bis es neue Zeugnisse gibt, die informell erworbenen Kompetenzen nachweisen, sollten Bewerber nicht allein auf das Vorstellungsgespräch setzen, um hinzugewonnene Kompetenzen zu transportieren. Diese macht bereits ein gutes Anschreiben deutlich, erst recht aber sollten es die Arbeitszeugnisse tun. Und fachlich passende Weiterbildungen lassen Arbeitgeber offensichtlich zumindest positive Rückschlüsse auf den Lernwillen des Bewerbers ziehen.

Hintergrund
Für die Studie »Können belegen können – Lernwege, Kompetenzen und Zertifikate aus Sicht von Arbeitgebern und Arbeitnehmern« hat das Forschungsinstitut Betriebliche Bildung gGmbH aus Nürnberg jeweils 1.100 Arbeitnehmer und Arbeitgeber befragt. Ergebnis ist eine systematische Übersicht über die tatsächliche Nutzung von Weiterbildungszertifikaten. Im Fokus der Studie steht, inwieweit Weiterbildungszertifikate dazu beitragen, die Kompetenzen von Bewerberinnen und Bewerbern transparent zu machen und in welchem Umfang sie für Personalentscheidungen relevant sind.

(04.12.2016, bs/prh)

Zur Studie

Siehe auch:Projektbeschreibung »Weiterbildung für alle« ...

 

Kursportal Schleswig-Holstein wird weiter gefördert

Weiterbildung in Schleswig Holstein

Am Montag, den 28.11.2016, überreichte der Landes-Wirtschaftsminister Reinhard Meyer einen Förderbescheid über 471.200 Euro an die Volkshochschule in Pinneberg, um das Kursportal Schleswig-Holstein zunächst bis 2019 weiterzubetreiben.

»Im Kursportal sind derzeit allein 19.100 Kurse von 893 Anbietern aufgelistet, die den Menschen landesweit für nahezu jeden Bereich ein gutes Bildungsangebot machen«, hob Meyer hervor. Dabei werde großer Wert auf den Qualitätsstandard und die Aktualität gelegt. Zudem würden ständig erneuerte Themenportale das Angebot gut abrunden.

Das Kursportal hat sich zur Aufgabe gemacht, das Angebot der Bildungsträger im Land übersichtlich und kundenfreundlich abzubilden. Dabei ist die Recherche ist für alle Nutzer kostenlos. Zusätzlich bietet das Portal die Möglichkeit sich über Finanzierungsfragen und andere Beratungsangebote zu informieren.

Die Online-Plattform besteht aus der zentralen Internetseite http://sh.kursportal.info/ sowie verschiedenen Regional- und Themenportalen, die von moderner Kommunikation im Web über Sprachen und Gesundheitsprävention bis hin zu wirtschaftlichen und technischen Themen reichen.

VHS-Vorsitzender Wolfgang J. Domeyer erläuterte: »Die VHS Pinneberg betreibt die landesweite Weiterbildungsdatenbank seit 2006. Auftrag und Zielsetzung des Kurportals ist es, das Weiterbildungsangebot in Schleswig-Holstein für Bürgerinnen und Bürger und Unternehmen umfassend und transparent darzustellen. Das Kursportal wurde von der Stiftung Warentest 2011 mit der Note „sehr gut" bewertet«.

»Qualität ist uns wichtig. Unser System der Datenerfassung sichert einen einheitlichen hohen Standard für den Eintrag von Bildungsangeboten, der es Bildungsinteressierten erleichtert, Angebote zu vergleichen und sich für eine passende Bildungsmaßnahme zu entscheiden. Die Qualitätskriterien orientieren sich an der DIN PAS 1045«, betonte Elisabeth Schmidt, Datenbankmanagerin.

»Aktuell befinden sich rund 18.000 Angebote von 882 Anbietern im Kursportal. Bis einschließlich Oktober 2016 recherchierten 226.336 Besucher in den Kursportalen, davon 123.223 Besucher im Landesportal und 103.113 Besucher in den Regionalportalen und dem Themenportal - ein schöner Erfolg!«, freute sich Susan Remé, Projektmanagerin des Kursportals.

»In 2017 geht es um die technologische und konzeptionelle Weiterentwicklung des Kursportals und dem Aufbau eines Themenportals Deutsch als Fremdsprache. Ein weiterer wichtiger Beitrag zur Integration von Migranten und Migrantinnen in den Arbeitsmarkt«, erläutert Minister Reinhard Meyer.

Das Kursportal Schleswig-Holstein mit seinen Regionalportalen ist auch Kooperationspartner des InfoWebs Weiterbildung.

(01.12.2016, prh)

Zum Kursportal Schleswig-Holstein

 

Weiterbildung im Sozialen Wandel

bmas
Bund plant massive Förderung der Weiterbildung

Auf dem Abschlusskongress zum Dialogprozess »Arbeiten 4.0« kündigte Arbeits- und Sozialministerin Andrea Nahles am 29.11.2016 die massive Förderung der Weiterbildung an: »Ziel ist eine Weiterbildungsoffensive und ein Recht auf Weiterbildung, weil sich die Anforderungen an die Arbeitnehmer in neuem Ausmaß verändern. Das Weißbuch Arbeiten 4.0 setzt so einen wichtigen Impuls, um die Digitalisierung als Chance auf einen Jahrhundert-Fortschritt für die Arbeitswelt zu nutzen«.

Eine zentrale Herausforderung der Gegenwart ist, die Teilnahme an Weiterbildungen insbesondere der über 50-Jährigen, von Menschen mit Migrationshintergrund oder höchstens mit einem Hauptschulabschluss sowie von Un- und Angelernten zu erhöhen. Hierfür bietet das Lernen mit digitalen Medien auch neue Chancen: Innovative digitale Formate können individualisiertes Lernen unterstützen. Eine spielerische, interaktive Vermittlung von Lerninhalten hat zusätzlich das Potenzial, auch die Menschen zu motivieren, die mit klassischen Kursen nur schwer erreichbar sind.
 
Eine gelebte Weiterbildungskultur beginnt in den Betrieben. Dort muss das »Lernen am Arbeitsplatz« zur Normalität werden. Die Praxisbeispiele einer jetzt erschienenen BMAS-Publikation »Weiterbildung im sozialen Wandel« machen deutlich: Ob mittelständisches Handwerksunternehmen oder Versicherungsgesellschaft, ob kleiner Betrieb oder Konzern – der digitale Wandel betrifft alle Unternehmen und ist unabhängig von Branche oder Betriebsgröße. Die Praxisbeispiele zeigen zudem, wie diese Unternehmen mit den neuen Qualifizierungsbedarfen umgehen. Gemeinsam mit ihren Beschäftigten haben sie gute und innovative Lösungen entwickelt, die von allen Beteiligten getragen werden.
 
Die Praxissammlung wurde in der Fokusgruppe »Beschäftigung und Weiterbildung« im Rahmen der Plattform »Digitale Arbeitswelt« unter dem Dach des IT-Gipfel-Prozesses entwickelt und diskutiert. Einige der beteiligten Unternehmen sind in dieser Publikation vertreten.

(30.11.2016, prh)

Weiterbildung im sozialen Wandel (PDF, 108 Seiten)

siehe auch: Weißbuch Arbeiten 4.0 (PDF, 234 Seiten)

vgl.: Portal Arbeiten 4.0 ...

 

Zusatzqualifikationen verbessern die Karrierechancen

TUEV Rheinland

TÜV Rheinland: Erst die eigenen Berufsziele klären, dann Weiterbildung suchen  

Fast 40 Prozent aller deutschen Arbeitnehmer sind davon überzeugt, auf dem Arbeitsmarkt keine Chance zu haben, wenn sie sich nicht regelmäßig weiterbilden. Das ergab die gemeinsame Studie vom GfK Verein und der Bertelsmann Stiftung »Bedeutung der Arbeit«. Aber die Auswahl an Seminaren, Lehrgängen oder Schulungen ist groß, die Entscheidung entsprechend schwer.

»Am besten lassen sich Interessenten beraten, bevor sie sich für einen Bildungsträger und Kurs entscheiden«, empfiehlt Michael Schmidt, Leiter des TÜV Rheinland-Hochschul-Campus. Informationen zu einzelnen Anbietern und Fördermöglichkeiten finden Interessenten im Internet. Am allerwichtigsten ist aber, dass sich der Interessent im Vorfeld Gedanken macht, welches berufliche Ziel er mit der Weiterbildung erreichen will, um dann die passende Weiterbildung für sich zu finden. 

Weiterbildung besonders bei Pflegekräften gefragt

»Aufgrund der neuen Gesundheitsreform ist das Interesse an Weiterbildungen im Bereich Pflege besonders groß«, weiß Schmidt. Pflegekräften werden immer komplexere Aufgaben auferlegt und die schweren körperlichen Belastungen durch die Arbeit nehmen zu. Eine Fortbildung bietet Menschen in Pflegeberufen die Möglichkeit, ihre Kompetenzen und Berufskenntnisse auszubauen - zum Beispiel im Bereich Patientenberatung oder Personalführung. Weiterbildungen zum Pflegedienstleiter (TÜV) oder Pflegeberater (TÜV) beispielsweise bieten eine Alternative zur Pflege am Bett.

Den Chef ins Boot holen

Unabhängig von Pflege oder anderen Berufen: Sobald sich ein Arbeitnehmer für ein Weiterbildungsangebot entschieden hat, sollte er überlegen, seinen Vorgesetzten davon in Kenntnis zu setzen. So kann er sehr schnell abklären, ob der Chef die Weiterbildung beispielsweise finanziell fördert oder mit einem Bildungsurlaub unterstützt. Schließlich kommen ihm die weiterführenden Kenntnisse des Arbeitnehmers auch zugute.

(29.11.2016, prh)

Studie »Bedeutung der Arbeit« (PDF, 19 Seiten)

 

Merkel: Digitale Bildung voranbringen

Nationaler IT Gipfel 2016

»Lernen und Handeln in der digitalen Welt prägen unseren Alltag«, so Bundeskanzlerin Merkel auf dem IT-Gipfel in Saarbrücken. Deshalb müsse digitale Bildung auch allen zugänglich sein. Sie appellierte an Schüler und Lehrer, neuen Entwicklungen offen und neugierig gegenüber zu stehen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel lobte in ihrer Rede auf dem Nationalen IT-Gipfel 2016 in Saarbrücken die Gastgeber: Mit seinen vielen Pilotprojekten sei das Saarland ein »kleines Bundesland mit großen digitalen Kompetenzen«. Unter dem Motto »Lernen und Handeln in der digitalen Welt« diskutierten Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft über Chancen und Herausforderungen der digitalen Bildung.

Der Nationale IT-Gipfel findet seit 2006 an jährlich wechselnden Orten statt und soll Deutschland als Standort der Informations- und Kommunikationstechnologie stärken. Politik, Wirtschaft und Wissenschaft nutzen das Forum, um sich über zentrale Themen des IT-Standortes Deutschland auszutauschen.

Lebenslanges Lernen nötig

Von der Schule über die berufliche Ausbildung und die Hochschule bis zur Fort- und Weiterbildung im Berufsleben: Digitale Bildung umfasst die gesamte Bildungskette. Auf dem IT-Gipfel wurde die erste »Smart School« Deutschlands präsentiert. Schüler experimentierten im »digitalen Lernpark« und diskutierten im Jugend-Forum mit Politikern und Unternehmern. Wichtig sei Kanzlerin Merkel zufolge nicht nur, dass Kinder die »Basics von Anfang an lernen«. Die Digitalisierung müsse durch lebenslanges Lernen Menschen jeden Alters zugänglich sein. Voraussetzung dafür sei die bessere Ausbildung von Lehrern und Schülern.

Auf dem Gipfel stellten verschiedene Arbeitsgruppen dazu Ideen und Projekte vor. Ihr gemeinsames Ziel: die digitale Bildung voranzubringen und zu einem Erfolgsmodell für Deutschland zu machen. Die Bundesregierung unterstützt die Länder beim Ausbau der digitalen Bildung an deutschen Schulen ab 2017 mit fünf Milliarden Euro.

Mit Daten zeitgemäß umgehen

Bundeskanzlerin Merkel forderte, die im Mai in Kraft getretene Datenschutz-Grundverordnung der EU mit Augenmaß in nationales Recht umzusetzen. »Das Prinzip der Datensparsamkeit kann heute nicht die generelle Leitschnur sein für die Entwicklung neuer Produkte«, so Merkel. Die Politik dürfe die Regeln des Datenschutzes »nicht so restriktiv machen, dass das Big-Data-Management dann doch nicht möglich wird«. Sie wolle, »dass 'IT Security - made in Germany' ein Qualitätsmerkmal wird«. Die Chancen dafür seien gut. Die Politik müsse jedoch die Leitplanken setzen, aber auch Freiräume erhalten, um neue Entwicklungen zu ermöglichen.

Zuvor hatte auch Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel zum Umdenken aufgerufen: »Wir müssen uns endgültig verabschieden vom klassischen Begriff des Datenschutzes«, sagte er in seiner Rede auf dem IT-Gipfel. Statt Daten zu minimieren, gehe es darum, die »Datensouveränität zu stärken«.

IT-Gipfel wird zum Digitalgipfel

Der elfte IT-Gipfel solle Digitalgipfel heißen und voraussichtlich im Juni 2017 in Ludwigshafen stattfinden, teilte Bundeskanzlerin Merkel mit. Thematisch werde sich der Gipfel um den Bereich »E-Health«, also die Digitalisierung des Gesundheitswesens, drehen. Gabriel betonte, man werde den Namen ändern, »weil Digitalisierung viel mehr ist als IT«. Das müsse auch nach außen deutlich werden.

Umsetzung der Digitalen Agenda vorantreiben

Der jährliche IT-Gipfel ist die zentrale Plattform für die Zusammenarbeit von Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft bei der Gestaltung des digitalen Wandels. Die Leitlinien für Deutschlands Weg ins digitale Zeitalter gibt die Digitale Agenda vor, die das Bundeskabinett im August 2014 beschlossen hat.

Die Bundesregierung versteht die Umsetzung der Digitalen Agenda »als offenen, alle gesellschaftlich relevanten Gruppen einschließenden, nicht abschließenden Prozess«. Der IT-Gipfel und seine Arbeitsstruktur orientieren sich deshalb an den Handlungsfeldern der Digitalen Agenda. Deutschland verfüge bei der Digitalisierung über eine gute Ausgangsbasis, sei jedoch von der Weltspitze weit entfernt, sagte Kanzlerin Merkel. Deshalb sei es wichtig, bei der Umsetzung der Digitalen Agenda - trotz aller Fortschritte - nicht nachzulassen.


QUELLE: BPA




(17.11.2016, bpa/prh)

 

IG Metall fordert präventive und bedarfsgerechte Weiterbildung

IGMetall

Die IG Metall dringt darauf, flächendeckende Aus- und Weiterbildungsangebote in den Betrieben zu entwickeln, um alle Beschäftigtengruppen für eine Tätigkeit in der digitalen Arbeitswelt fit zu machen.

»Qualifizierung ist ein Thema, das Unternehmen und Beschäftigte gleichermaßen angeht. Der Arbeitsort muss für alle zum Lernort werden«, sagte IG-Metall-Vorsitzender Jörg Hofmann anlässlich des Nationalen IT-Gipfels in Saarbrücken.

Eine präventive und bedarfsgerechte Qualifizierung sei die beste Beschäftigungssicherung in der technischen Transformation. Deshalb müsse Lernen, Bildung und Weiterbildung während des gesamten Erwerbslebens mit einem individuellen Rechtsanspruch für alle Beschäftigten verbunden werden. »Wir brauchen einen Kulturwandel, damit der Anspruch auf berufliche Fortbildung als öffentliches Gut selbstverständlich wird. Dazu gehört die Öffnung der Berufsschulen und der Hochschulen für Weiterbildungsangebote wie auch die materielle Absicherung des Einzelnen für eine zweite Ausbildung«.

Die Betriebe müssten sich jetzt der Aufgabe stellen, wie sie das Lernen am Arbeitsplatz fördern und so allen Beschäftigten den Zugang zu neuem Wissen ermöglichen können, sagte Hofmann in einer Diskussionsrunde mit Vertretern aus Politik und Wirtschaft während des IT-Gipfels. »Die betriebliche Mitbestimmung ist die wichtige Stellschraube, damit zeitgemäße Qualifizierungsangebote Realität werden. Dazu sind aber mehr Mitbestimmungsrechte der Betriebsräte in Form eines Initiativrechts notwendig, um Weiterbildungsangebote einfordern zu können«, sagte Hofmann. »Industrie 4.0 kann für alle Seiten zum Gewinn werden, wenn sie von einer veränderten Unternehmens-, Führungs- und Arbeitskultur flankiert und unterstützt wird. Dies wiederum setzt eine lebendige Mitbestimmung und Beteiligung der Beschäftigten in den Betrieben voraus«.

Als wichtigen Schritt in die richtige Richtung bewertete der IG Metall-Vorsitzende die Handlungsempfehlungen der Arbeitsgruppe »Arbeit, Aus- und Weiterbildung« der Plattform Industrie 4.0, die sich aus Betriebsräten, Unternehmens- und Verbandsvertretern zusammensetzt und von der IG Metall geleitet wird. Die Arbeitsgruppe empfiehlt, eine flexible und stetige Weiterbildung zu ermöglichen, Bildungsbereiche zu verzahnen, sowie Testfelder und Kompetenzzentren stärker als bislang für Qualifizierung zu nutzen.

(17.11.2016, prh)

 

Fragen an Weiterbildner: Was braucht eine digitale Lernumgebung?

Das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung (DIE) will das Portal wb-web.de im Rahmen des Projekts EULE um eine Lernumgebung erweitern.

Ziel dabei ist es, wb-web.de um Lernangebote für Erwachsenenpädagogen und -pädagoginnen zu erweitern, die zum Kompetenzerwerb anregen und diesen nachdrücklich fördern sollen. Hierfür sind Inhalte didaktisch aufzubereiten und technisch so zu implementieren, dass die Nutzenden des Angebots bei ihrem Wissensstand und ihren konkreten Interessen abgeholt werden.

Hierzu führt das DIE in Zusammenarbeit mit der Eberhard Karls Universität Tübingen eine Online-Befragung unter den Lehrenden in der Erwachsenenbildung zu Bedarfen und Wünschen an eine solche Lernumgebung durch.

Die Bearbeitung wird in etwa 10 Minuten in Anspruch nehmen. Sie erfolgt selbstverständlich freiwillig und anonym. Die Befragungsdaten werden nur zu wissenschaftlichen Zwecken im Kontext des Vorhabens verwendet und nicht an Dritte weitergegeben.

Die Umfrage ist bis zum 21.11.2016 online erreichbar.

(15.11.2016, die/prh)

Zur Online-Befragung

Projektionformationen EULE

Portal wb-web.de

 

VHSsen fordern eine Milliarde Euro für digitale Weiterbildungsoffensive

DVV2

DVV: »Digitale Spaltung der Gesellschaft muss verhindert werden!«

Eine digitale Weiterbildungsoffensive fordert der Deutsche Volkshochschul-Verband (DVV) anlässlich des bevorstehenden 10. Nationalen IT-Gipfels. Der Verband, hinter dem bundesweit mehr als 900 Volkshochschulen stehen, begrüßt die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) vorgestellte Strategie für die digitale Wissensgesellschaft, fordert allerdings eine stärkere Berücksichtigung der allgemeinen Weiterbildung.

»Über Schulen, berufliche Bildungsstätten und Hochschulen hinaus brauchen wir unbedingt eine zeitgemäße Infrastruktur für digitales Lernen in der Weiterbildung, um digitale Teilhabe für alle zu ermöglichen und eine digitale Spaltung der Gesellschaft zu verhindern«, sagt der DVV-Vorsitzende Ernst Dieter Rossmann. »Die Weiterbildung für Erwachsene spielt eine Schlüsselrolle bei der Vermittlung digitaler Kompetenzen insbesondere für jene, die keine Digital Natives sind, also Ältere, aber auch Berufsrückkehrer, Erwerbslose oder Menschen mit Grundbildungsbedarf«.

Der vom Bund geplante digitale Infrastrukturpakt mit den Ländern muss daher auch die Weiterbildung einschließen. Der DVV fordert hierzu ein auf fünf Jahre angelegtes Förderprogramm im Umfang von einer Milliarde Euro, um bundesweit, sowohl in Städten als auch in ländlichen Regionen, Einrichtungen der digitalen Weiterbildung zu etablieren. Dies schließt den Ausbau der technischen Ausstattung ebenso ein wie die Qualifizierung des Personals.

Die gute Idee der Regionalen Kompetenzzentren Digitalisierung, wie sie das Bundesbildungsministerium plant, muss aus Sicht der Volkshochschulen auch die Weiterbildung strategisch einbeziehen. Neben der geplanten Schulcloud ist eine Weiterbildungscloud notwendig, um webbasierte Lernumgebungen, Werkzeuge und Lerninhalte auch für die Weiterbildung zu erproben und zu verbreiten.

Der DVV und die Volkshochschulen verfügen über jahrelange Erfahrung im Aufbau und Betrieb webbasierter Lernumgebungen wie das Grundbildungsportal »ich will lernen« und das Sprachlernportal »Ich will Deutsch lernen«. Auf dieser Basis versteht sich der DVV als starker Partner unter anderem bei der Konzeption einer Weiterbildungscloud. Volkshochschulen sind zudem in der Lage, bundesweit vor Ort den Zugang zu digitaler Bildung zu ebnen.

»Die Menschen müssen in jedem Alter und in jeder Lebenslage die Chance haben, Medienkompetenz zu erwerben oder zu erweitern«, so der Rossmann weiter. Dies ist die Voraussetzung, um den digitalen Wandel zu verstehen und aktiv zu gestalten. Nur mit einer breiten gesellschaftlichen Basis kann sich Deutschland als innovativer Bildungs- und Wirtschaftsstandort behaupten.

(14.11.2016, dvv/prh)

 

BA-Haushalt: Ausgaben für Weiterbildung werden 2017 um 390 Millionen Euro erhöht

BA Logo

BA-Verwaltungsrat beschließt Haushalt für das Jahr 2017

Die BA plant - wie schon in den Vorjahren - einen ausgeglichenen Haushalt. Die insgesamt guten Zahlen zur sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung sorgen gegenüber dem Haushalt 2016 für Mehreinnahmen. Die Ausgaben für passive Leistungen steigen dank der guten Arbeitsmarktlage kaum, sodass sich ein größerer Spielraum für wirksame Investitionen in aktive Arbeitsförderung für alle Kundinnen und Kunden der BA 2017 ergibt.

Die fortschreitende Digitalisierung und steigende Qualifizierungsbedarfe stellen den Arbeitsmarkt vor große Herausforderungen. Daher wurden die Haushaltsansätze für eine lebensbegleitende Berufsberatung, für Berufsvorbereitung, Berufsausbildung und Qualifizierung insgesamt verstärkt. In diesem Kontext werden auch die Mittel zur Förderung der beruflichen Weiterbildung um 390 Millionen auf 1,7 Milliarden Euro erhöht. Auch die Mittel für die berufliche Teilhabe von Rehabilitanden wurden um 120 Millionen erhöht. Im Eingliederungstitel sind rund 610 Millionen Euro vorgesehen, um Geflüchtete zu integrieren. Die BA fördert hierbei u.a. die Kombination von sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung mit berufsbegleitender Qualifizierung und Sprachförderung.

Entscheidend ist es, alle Potenziale des Arbeitsmarktes, insbesondere auch bei Geringqualifizierten, auszuschöpfen und damit die Integration und die Beschäftigungssicherung für alle Kundinnen und Kunden in der Arbeitslosenversicherung zu ermöglichen.

Der Haushaltsplan 2017 rechnet mit einem positiven Saldo von 1,5 Milliarden Euro. Er resultiert aus Einnahmen in Höhe von 37,4 Milliarden Euro (darunter aus Beiträgen in Höhe von 32,1 Milliarden Euro) und Ausgaben in Höhe von 35,9 Milliarden Euro.

Für die Arbeitsförderung sind 9,9 Milliarden Euro vorgesehen (Haushalt 2016: 9,6 Milliarden Euro).  -  Für das Arbeitslosengeld I sind 15,6 Milliarden Euro eingeplant 2016: 15,5 Milliarden Euro).

QUELLE: PM 48 der Bundesganetur für Arbeit vom 11.11.2016

(11.11.2016, BA/prh)

 

Weiterbildung in Zeiten der Digitalisierung

ZEW

Jedes zweite Unternehmen in der deutschen gewerblichen Wirtschaft rechnet damit, dass sich die Berufs- und Tätigkeitsprofile in den nächsten zwei Jahren infolge der Digitalisierung verändern werden. Als Reaktion auf diese erwartete Entwicklung setzen gut zwei Drittel der Unternehmen auf Weiterbildung zu Digitalthemen, die sie als sehr wichtig oder wichtig für sich bezeichnen. Insbesondere in der hoch digitalisierten IKT-Branche gibt es kaum ein Unternehmen, für das die Weiterbildung nicht wichtig oder gar sehr wichtig wäre.

Zu diesen Ergebnissen kommt der aktuelle Monitoring-Report Wirtschaft DIGITAL 2016, den das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim, gemeinsam mit TNS Infratest im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) durchgeführt hat.

»Die meisten Unternehmen haben erkannt, dass die digitale Transformation kein rein technologisches Thema ist. Der Einsatz neuer Technologien, die zunehmende Vernetzung sowie die inzwischen hohe Bedeutung von Daten als Produktionsfaktor verändern die Art der Tätigkeiten in Unternehmen. Investitionen in die Digitalisierung erfordern somit auch Investitionen in das Humankapital der Beschäftigten«, sagt Prof. Dr. Irene Bertschek, Leiterin des Forschungsbereichs »Informations- und Kommunikationstechnologien« (IKT) am ZEW.

 

ZEW Weiterbildung

 

Den größten Weiterbildungsbedarf sehen die Unternehmen auf dem Gebiet der Datensicherheit. Insbesondere gilt dies für Branchen, in denen zum Teil sensible Daten eine große Rolle spielen, wie etwa für die wissensintensiven Dienstleister, für die Gesundheitsbranche und die IKT-Branche. »Der hohe Bedarf an Weiterbildung bei der Datensicherheit spiegelt die Sensibilität der Unternehmen für die Bedeutung von Daten als Wirtschaftsfaktor wider«, kommentiert Irene Bertschek diesen Befragungsbefund. Kleinstunternehmen wiederum sehen einen vergleichsweise hohen Weiterbildungsbedarf auch bei der Recherche und Informationsbeschaffung über das Internet, obgleich es sich dabei um eher grundlegende Tätigkeiten handelt.

Ein Drittel der Unternehmen nutzt lokale Lernsoftware

Digitale Technologien ermöglichen den Einsatz neuer Formen der Weiterbildung wie Online-Seminaren oder Lernsoftware. Allerdings greift das Gros der Unternehmen nach wie vor auf eher traditionelle Formen der Weiterbildung zurück, also Kurse, die im Unternehmen durch interne oder externe Referenten und Referentinnen durchgeführt werden. Nur ein Drittel der Unternehmen nutzt lokale Lernsoftware, um Wissen computergestützt zu vermitteln.

Unternehmen erwerben Fähigkeiten aber nicht nur, indem sie ihre Beschäftigten weiterbilden, sondern auch durch die Einstellung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Von dieser Möglichkeit haben im vergangenen Jahr insgesamt 15 Prozent der Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft Gebrauch gemacht: Sie haben neue Beschäftigte mit Digitalkompetenz eingestellt, 15 Prozent planen diesen Schritt bis Ende 2018. Dabei ragt wiederum die IKT-Branche mit ihrem hohen Bedarf an Fachkräften heraus: 31 Prozent der IKT-Unternehmen in Deutschland haben bereits Beschäftigte mit Digitalkompetenzen eingestellt, 43 Prozent planen, dies in den kommenden zwei Jahren zu tun. Nur elf Prozent der Unternehmen rekrutieren ausländische Fachkräfte, um geeignete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Umsetzung der Digitalisierung zu gewinnen.

Die Hälfte der Unternehmen erwartet, dass sich die Berufs- und Tätigkeitsprofile in den nächsten beiden Jahren infolge der Digitalisierung verändern werden. Allerdings gehen nur 18 Prozent davon aus, dass in den nächsten fünf Jahren Computerprogramme und Roboter auch tatsächlich Tätigkeiten ersetzen werden, die bisher von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ausgeübt werden.

(11.11.2016, prh/zew)

Monitoring-Report Wirtschaft DIGITAL 2016 (PDF, 200 Seiten)

 

Stiftung Warentest: Weiterbildung zahlt sich aus

Stiftung Warentest FREI

Obwohl berufliche Weiterbildungen oft teuer sind, sollte sich niemand von den Kosten abhalten lassen, da es umfangreiche Möglichkeiten gibt, vorhandene Möglichkeiten der Weiterbildungsförderung zu nutzen.

Der kostenlose Leitfaden der Stiftung Warentest zeigt, welche Zuschüsse Arbeitnehmer, Arbeits­lose, Berufs­rück­kehrer und Selbst­ständige bekommen können. Er listet Förderprogramme von Bund und Ländern auf, erklärt, wer Anspruch auf Bildungs­urlaub hat und beschreibt, welche Ausgaben sich von der Steuer absetzen lassen.

Der Leitfaden befasst sich ausführlich mit den unterschiedlichen Förderprogrammen des Bundes und der Länder und erklärt die Voraussetzungen für verschiedene Zielgruppen. Auch Hinweise auf die Möglichkeit, durch Investitionen in Weiterbildung gleichzeitig Steuern zu sparen, fehlen nicht.

Da auch immer die Frage nach einer »optimalen« Weiterbildung beantwortet werden möchte, lohnt ein Blick in die umfangreichen Hilfestellungen, die der Weiterbildungsguide der Stiftung Warentest hierzu bereitstellt.

(09.11.2016, prh)

Leitfaden »Weiterbildung finanzieren«

Weiterbildungsguide der Stiftung Warentest

siehe auch: Stiftung Warentest veröffentlicht Weiterbildungsguide

 

Wissen über offene Bildungsmaterialien im Überblick

DBS4

Deutscher Bildungsserver beginnt mit Aufbau einer zentralen Informationsstelle OER

Offene Bildungsmaterialien (Open Educational ResourcesOER) sind frei im Internet verfügbar, können auf rechtlich gesicherter Basis geteilt und verändert werden und eröffnen so neue didaktische und pädagogische Möglichkeiten. In Deutschland liegen Informationen zu OER aber bislang nur sehr verteilt und meist mit Fokus auf einzelne Bildungsbereiche vor. Zudem sind die entsprechenden Informationssysteme unterschiedlich weit entwickelt. Um das Wissen über OER zusammenzuführen, eine übergreifende Plattform für den fachlichen Austausch anzubieten und für eine nachhaltige und breite Sichtbarkeit des Themas in der Öffentlichkeit zu sorgen, wird der Deutsche Bildungsserver nun gemeinsam mit mehreren Partnern eine zentrale Informationsstelle OER aufbauen.

„Die Online-Plattform soll den aktuellen Kenntnisstand aufbereiten, Informationen zu Best-Practice-Beispielen bündeln, neue Zielgruppen für den Themenbereich gewinnen und die Vielfalt der vorhandenen Initiativen vorstellen und einbinden“, so Axel Kühnlenz, Leiter der Koordinierungsstelle des Bildungsservers, die sich mit ihrem Konzept für die Informationsstelle in der entsprechenden Ausschreibung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) durchgesetzt hat. Das Angebot wird nun für zwei Jahre vom BMBF gefördert und übernimmt im Einzelnen folgende Aufgaben:

  • Die Plattform führt bestehende umfangreiche Informationsbestände zu offenen Bildungsmaterialien zusammen – unter anderem des Deutschen Bildungsservers, der OER-Transferstelle (J&K – Jöran und Konsorten) und des Hochschulbibliothekszentrums NRW (OER World Map / OER-Atlas).
  • Partner-Einrichtungen mit spezieller fachlicher Expertise entwickeln passgenaue Informationsmodule für einzelne Bildungsbereiche als Bestandteil des Portals und kommunizieren die Ergebnisse an ihre Zielgruppen. Dadurch sollen auch Angebote in Bereichen mit wenigen OER-Aktivitäten entstehen. Die beteiligten Partner sind das Medieninstitut der Länder FWU, das Netzwerk eLearning NRW (angesiedelt am Learning Lab der Universität Duisburg-Essen), das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung und das Bundesinstitut für Berufsbildung.
  • Die gemeinsame Redaktion aller Projektpartner sichtet kontinuierlich die Informationslandschaft und bereitet Materialien sowie neue Entwicklungen in Übersichten und Dossiers auf. Im Blickpunkt stehen dabei auch die vom BMBF geförderten Maßnahmen zum Aufbau von OER-Kompetenzen im Bereich der Fort- und Weiterbildung von Bildungspersonal.
  • Die Informationsstelle integriert unterschiedliche multimediale Formate (zum Beispiel Podcasts, Videos und Webinare), begleitet die Kommunikation über Social-Media-Anwendungen und unterstützt die Vernetzung der OER-Akteure durch

 

(04.11.2016, dipf/prh)

Web-Adresse der Informationsstelle mit einer ersten Einführung

 

Weiterbildung vermittelt Ausbildern digitale Kompetenzen

qualifizierung digital

Workshops helfen beim Einsatz digitaler Medien in beruflicher Ausbildung

Die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Anwenderworkshops zur Nutzung digitaler Medien in der beruflichen Bildung stoßen auf großes Interesse: Bisher nahmen rund 200 Ausbilderinnen und Ausbilder an den ersten drei Workshops in Heidelberg, Dresden und Hamburg teil. Vor dem IT-Gipfel der Bundesregierung findet jetzt in Saarbrücken der vierte und in diesem Jahr letzte Workshop statt.

»Die Nachfrage und der Bedarf nach diesen Weiterbildungen ist groß. Wir müssen die Vorteile digitaler Medien in der beruflichen Ausbildung nutzbar machen. Dafür brauchen wir Ausbilderinnen und Ausbilder mit entsprechenden Kompetenzen. Dieses Rüstzeug vermitteln wir in den Workshops und werden diese im nächsten Jahr fortsetzen«, sagte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka anlässlich des Abschlussworkshops am 2. November in Saarbrücken.

In den Anwenderworkshops können die Ausbilderinnen und Ausbilder neue digitale Lern- und Lehrwerkzeuge erproben und anwenden. Dazu gehört das »Social Augmented Learning« (SAL), mit dem beispielsweise Abläufe an der laufenden Druckmaschine für die Lernenden visualisiert werden. Mithilfe von Smartphones oder Tablets können die Auszubildenden am virtuellen Drucksystem arbeiten und lernen. Von den Ausbilderinnen und Ausbildern vorgegebene Aufgaben können somit - genau wie Bedien-, Service- und Wartungssituationen - mobil simuliert werden.

Mit dem in den Workshops erworbenem Wissen können die Ausbilderinnen und Ausbilder neue digitale Lern- und Lehrmethoden in der Berufsbildungspraxis etablieren. Wanka weiter: »Wir sehen, dass die Digitalisierung immer stärker den Arbeitsalltag prägt. Daher brauchen wir eine Berufsbildung 4.0 mit digitalen Inhalten und Methoden. Das ist die Voraussetzung für eine erfolgreiche Industrie 4.0 und damit für die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland«.

Das erfolgreiche Konzept der Anwenderworkshops wird im kommenden Jahr fortgesetzt und mit weiteren neuen digitalen Konzepten für die Berufsbildung erweitert. Dazu soll im nächsten Jahr auch erstmals das Social Augmented Learning-Konzept mit einer Virtual-Reality-Brille gezeigt werden.

Die Workshops sind Teil des Förderprogramms »Digitale Medien in der beruflichen Bildung« des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), in dem innovative digitale Konzepte für Lehr-, Lern- und Arbeitsprozesse der Berufsbildungspraxis entwickelt werden. Ziel der Konzepte ist es, die Ausbildung und Facharbeit mit digitalen Formaten zu unterstützen und den Ausbildungsalltag zu optimieren.

(02.11.2016, prh)

Weitere Informationen zu den Anwenderworkshops sowie zu den Arbeitsmaterialien

 

Digitalisierung: Was auf ArbeitnehmerInnen zukommt

Hans Boeckler Stiftung

Die Arbeitswelt verändert sich rasant, alles wird digital und vernetzt. Was bedeutet das für die Beschäftigten? Fachleute der Hans-Böckler-Stiftung beantworten in einer aktuellen Analyse die wichtigsten Fragen. Wie unter den Bedingungen des digitalen Wandels die Chancen für kreative, gute Arbeit stehen, leuchtet auch die 8. IT- und Engineering-Tagung aus, welche die Stiftung am 22. und 23. November in Kooperation mit der IG Metall veranstaltet.

Worum geht es bei Digitalisierung und Arbeiten 4.0?

Rechner sind in den vergangenen Jahren durch hochentwickelte Prozessoren schneller geworden. Mehr Daten können zu geringeren Kosten gespeichert und für neue Geschäftsmodelle genutzt werden. Die Bandbreite der Datenübertragung hat sich vervielfacht. Mittels mobiler Geräte wie Smartphones und Tablets ist es möglich, von überall auf Informationen zuzugreifen. Durch engere Vernetzung verändern sich Wertschöpfungsketten: Künftig könnten alle – vom Rohstofflieferanten über Zulieferer, Fabrik, Handel bis hin zum Endkunden – direkt miteinander verbunden sein. Neue Verfahren wie 3D-Druck machen herkömmliche Fertigungsmethoden überflüssig. In der Fabrik der Zukunft arbeiten Roboter fast ohne Zutun des Menschen. Dieser Wandel wird massive Folgen für Beschäftigte und Unternehmen haben, zeigt die Analyse der Forscherinnen und Forscher der Hans-Böckler-Stiftung auf. Vor allem in der Logistik, bei Banken und Versicherungen, in der Medienbranche und im Handel bekommen Beschäftigte den Umbruch bereits jetzt zu spüren.

Wird die Digitalisierung Arbeitsplätze vernichten?

Die Befürchtung, dass Menschen durch Maschinen ersetzt werden und massenhaft Arbeitsplätze verloren gehen, ist weit verbreitet. Häufig wird eine Studie der US-Forscher Carl Benedikt Frey und Michael A. Osborne zitiert, wonach jeder zweite Arbeitsplatz gefährdet sein soll. Allerdings berechnen die Wissenschaftler selbst gar keine Beschäftigungseffekte, sondern sprechen nur von einer »Automatisierungswahrscheinlichkeit« bestimmter Berufe. Für Deutschland zeigen verschiedene Studien, dass technologischer Fortschritt nicht zwangsläufig zu steigender Arbeitslosigkeit führt. Letztendlich könnte der Bedarf nach Arbeitskräften sogar steigen. Gleichwohl dürfte es zu erheblichen Verschiebungen kommen: Vor allem einfache Arbeiten werden wegfallen. Demgegenüber könnten neue Arbeitsplätze in Bereichen entstehen, die eine höhere Qualifikation erfordern, etwa in der Programmierung und Überwachung von Maschinen.

Wird das Arbeiten flexibler? Und wem nutzt das?

Dank digitaler Kommunikations- und Informationstechnologien könnte es selbstverständlich werden, dass Beschäftigte zu unterschiedlichen Zeiten und an unterschiedlichen Orten arbeiten – das könnte die Präsenzkultur in den Betrieben aufbrechen. Die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben würde dadurch im besten Fall leichter. Dies wäre ein großer Fortschritt für Frauen, die die Hauptlast der Kindererziehung tragen, und für Männer, die sich mehr Zeit für die Familie wünschen. Denkbar ist allerdings auch ein anderes Szenario: Im schlechtesten Fall gibt es für Beschäftigte kaum noch ein Leben außerhalb der Arbeit. Menschen könnten sich verpflichtet fühlen oder dazu verpflichtet werden, nach Dienstschluss und am Wochenende zu arbeiten – jederzeit erreichbar, ständig unter Druck.

Damit die neue Flexibilität den Beschäftigten nicht nur Nachteile bringt, sind klare Regeln nötig: Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die am Nachmittag früher gehen, um die Kinder von der Kita abzuholen, oder die zu Hause arbeiten, weil das Kind krank ist, sollen keine Nachteile für die Karriere befürchten müssen. Außerdem sollten Beschäftigte ihre Arbeitszeit je nach Lebensphase anpassen können. Wer seine Arbeitszeit verkürzt, etwa um Sorgearbeit zu leisten, sollte das Anrecht haben, später auf Vollzeit zurückzukehren.

Wie wird die Gesundheit der Beschäftigten geschützt?

Einerseits wird die Arbeit durch unterstützende Robotik oder Software leichter. Es entstehen größere Freiheiten, weil die Beschäftigten über das Internet an jedem Ort und zu jeder Zeit arbeiten können. Andererseits werden die Arbeitsinhalte komplexer und die Anforderungen steigen. Der Arbeitsschutz muss an diese veränderten Bedingungen angepasst werden. Gefragt sind Regeln, die sowohl den Wunsch nach höherer Arbeitsautonomie als auch die Gefahr wachsender Selbstausbeutung berücksichtigen. Bei der Umsetzung von Gefährdungsbeurteilungen besteht noch großer Nachholbedarf – besonders wenn es um die Beurteilung psychischer Belastungen geht. Um die Gesundheit der Beschäftigten besser zu schützen, könnten Themen wie Arbeitszeit, mobiles Arbeiten oder ein Recht auf Nichterreichbarkeit nicht nur durch Gesetze, sondern auch durch spezielle tarifliche Vorgaben – zum Beispiel einem Gesundheitstarifvertrag – oder durch Betriebsvereinbarungen geregelt werden.

Welche rechtlichen Änderungen sind notwendig?

Die fortschreitende Digitalisierung stellt das Arbeits- und Sozialrecht in Deutschland vor neue Herausforderungen. Traditionelle Begriffe wie Arbeitnehmer und Betrieb verschwimmen. Arbeitsorte und Arbeitszeiten lassen sich nur noch schwer abgrenzen. Es entstehen neue, teilweise prekäre Beschäftigungsformen wie Crowdworking, bei dem in der Regel Soloselbständige ihre Dienste über das Internet anbieten. Auch diese Menschen müssen durch das Arbeitsrecht geschützt und in die sozialen Sicherungssysteme einbezogen werden. Sinnvoll wären auch Mindestlöhne für Selbständige, insbesondere für arbeitnehmerähnliche Personen und andere Soloselbständige, sowie eine uneingeschränkte Einbeziehung in die Sozialversicherungspflicht, konstatieren die Autoren.

Ein weiterer Trend, der in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen hat: Unternehmen lagern Arbeiten zunehmend per Werk- beziehungsweise freiem Dienstvertrag an Fremdfirmen aus. Dabei bleiben nicht nur die Interessen der Stammbelegschaft häufig auf der Strecke, sondern auch die Interessen der auf Basis dieser Vertragsform Beschäftigten. Bei der Vergabe von Werk- und freien Dienstverträgen sollten Betriebs- und Personalräte künftig mitentscheiden können – dafür sind über die bloße Beratung hinausgehende Mitbestimmungsrechte bei Fragen der Beschäftigungssicherung und der Personalplanung notwendig.

Vor welchen Herausforderungen steht die Mitbestimmung?

Die Arbeitswelt verändert sich so rasant, dass der Einzelne damit schnell überfordert ist. Umso wichtiger ist es, dass sich Beschäftigte organisieren und ihr Recht auf Mitbestimmung ausüben. Gemeinsam mit ihren Interessenvertretern sollten sie sich so früh wie möglich dafür einsetzen, den bevorstehenden Wandel zu gestalten. Nicht zuletzt geht es um mehr Selbstbestimmung und Souveränität in der eigenen Arbeit. Neben schutzgebenden Gesetzen sind eine funktionierende gestaltende Tarifpolitik und handlungsfähige Betriebsräte notwendig. Gerade zum mobilen Arbeiten und zum Datenschutz schließen Betriebsräte aktuell viele neue Vereinbarungen ab. Weitere Handlungsfelder sind: flexible Arbeitszeit, Aus- und Weiterbildung, Gesundheitsschutz, Arbeitsorganisation sowie Beschäftigungssicherung.

Weitere Informationen
Nadine Absenger, Elke Ahlers, Alexander Herzog-Stein, Yvonne Lott, Manuela Maschke, Marc Schietinger: Digitalisierung der Arbeitswelt!? - Ein Report aus der Hans-Böckler-Stiftung, Mitbestimmungsreport Nr. 24.

(02.11.2016, prh)

Report »Digitalisierung der Arbeitswelt« (PDF, 19 Seiten)

 

Bildungsprämie: Neues Logo, neue Website - jetzt auch auf Facebook

Bildungspraemie

Das ESF-Bundesprogramm »Bildungsprämie« hat jetzt eine offizielle Facebook-Seite. Dort berichtet die im Bundesinstitut für Berufsbildung angesiedelte Programmstelle Bildungsprämie jetzt regelmäßig über Aktuelles aus dem Förderprogramm und beantwortet die Fragen der Nutzerinnen und Nutzer. Die Programmstelle sucht auf diesem Weg den direkten Kontakt mit Weiterbildungsinteressierten, aber auch mit den Akteuren im Weiterbildungsbereich wie Beratungsstellen und Anbietern.

Auf der Facebook-Seite werden Erfolgsgeschichten vorgestellt, die die Erfahrungen von Programmteilnehmerinnen und Programmteilnehmern greifbar machen. Die Programmstelle Bildungsprämie veröffentlicht Geschichten von Menschen, die die Bildungsprämie genutzt haben und ihre Weiterbildungsgeschichte erzählen möchten: Da ist zum Beispiel ein Rettungsassistent, dessen Ausbildung durch die Bildungsprämie unterstützt wurde oder eine Sozialpädagogin, die sich beruflich umorientiert hat.

Neu ist nicht nur die Facebook-Seite: Die Bildungsprämie tritt künftig mit einem neuen Logo und in der neuen Programmfarbe Petrol auf. Entsprechend wurden Programmwebsite, -flyer und -plakate an das neue Design angepasst. Beratungsstellen und Weiterbildungsanbieter können die neuen Werbematerialen bestellen.

Mit der Bildungsprämie engagiert sich die Bundesregierung gemeinsam mit dem Europäischen Sozialfonds seit 2008 für die berufsbezogene Weiterbildung. Erwerbstätigen mit geringem Einkommen wird so die Finanzierung einer individuellen Weiterbildung erleichtert - unabhängig vom Arbeitgeber. Die Bildungsprämie besteht aus zwei Bausteinen. Mit dem Prämiengutschein zahlen Weiterbildungsinteressierte nur die Hälfte der Veranstaltungsgebühren an den Weiterbildungsanbieter, sofern die Veranstaltung höchstens 1.000 Euro kostet. Die andere Hälfte übernimmt der Staat. Der Prämiengutschein kann also bis zu 500 Euro wert sein.

Der Spargutschein ermöglicht die vorzeitige Entnahme angesparten Guthabens nach dem Vermögensbildungsgesetz, ohne dass dadurch die Arbeitnehmersparzulage verloren geht. Die Gutscheine erhalten Interessierte direkt nach einem persönlichen Beratungsgespräch in einer der bundesweit rund 530 Bildungsprämienberatungsstellen. Wo die nächste Beratungsstelle liegt, erfahren Interessierte unter www.bildungspraemie.info oder bei der kostenlosen Hotline: 0800 26 23 000.

Das Portal ist seit Anfang des Monats mit neuem Layout und erweiteren Inhalten online und richtet sich gleichermaßen an Weiterbildungsinteressierte, Beratungsstellen und Bildungsanbieter. Es stellt neben ausführlichen Infos zum Förderprogramm ein breites Spektrum an themenbezogenen News zur Verfügung. Ob es darum geht, das passende Förderinstrument (Prämiengutschein oder Spargutschein) zu wählen, eine nahgelegene Beratungsstelle zu finden oder auf weitere Förderprogramme des Bundes oder der Länder zu verweisen: Weiterbildungsinteressierte werden hier fündig werden.

Das Bundesprogramm »Bildungsprämie« wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung und den Europäischen Sozialfonds gefördert. Hierzu gibt es auch Kontakthinweise und einen Kurzfilm, der einen ersten Einblick gibt und die Ziele der Prämie erklärt, die finanziellen Mittel und die Bedingungen darstellt, die erfüllt sein müssen, um die Prämie zu erhalten.

(24.10.2016, prh)

Facebook-Seite zur Bildungsprämie

Portal Bildungsprämie

 

Betriebliche Weiterbildung mit Nachholbedarf

Vodafone Stiftung Deutschland

Gebrauchsanweisung fürs lebenslange Lernen: Eine Studie zeigt Erkenntnisse zur Weiterbildung und wie Betriebe sowie Mitarbeiter sie einsetzen können 

Eine aktuelle Befragung von mehr als 10.000 Mitarbeitern aus Betrieben unterschiedlicher Größen und Branchen in ganz Deutschland, durchgeführt von der Hochschule für angewandtes Management mit Unterstützung der Vodafone Stiftung und Prof. Dr. Michael Heister vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), zeigt, dass die meisten Beschäftigten sich nicht so effektiv weiterbilden können, wie sie es gerne möchten. Die überwiegende Mehrheit der Befragten ist sich bewusst, dass sie im Berufsleben Neues hinzulernen müssen, und fast 80 Prozent befürchten sogar negative Auswirkungen, wenn sie sich nicht fortbilden. Doch nur die Wenigsten fühlen sich dabei von ihrem Arbeitgeber ausreichend unterstützt: lediglich acht Prozent sehen die Lernkultur in ihrem Unternehmen als gut oder sehr gut an, und noch nicht einmal jeder Zehnte fühlt sich von seinem Vorgesetzten gut bis sehr gut beim Lernen unterstützt.

»Die Digitalisierung wird die Arbeitswelt grundlegend verändern, während wir alle immer länger arbeiten werden«, so Dr. Mark Speich von der Vodafone Stiftung. Umso wichtiger ist es, laut Speich, »dass diejenigen, die im Berufsleben stehen, sich kontinuierlich weiterqualifizieren und dabei bestmöglich unterstützt werden, damit auch in späteren Lebensphasen der berufliche und soziale Aufstieg gelingen kann«. Hierfür müssten Führungskräfte ihre Rolle neu definieren und als Lern-Coaches Mitarbeiter in ihren Lernprozessen begleiten, so Studienleiterin Prof. Dr. Nele Graf, die Untersuchung biete konkrete Erkenntnisse über das Lern-Verhalten im Erwachsenenalter, an denen die Weiterbildung der Zukunft ausgerichtet werden sollte.

Erwachsene zeigen drei Arten des Lern-Verhaltens, die bei der Weiterbildung berücksichtigt werden sollten Laut der Studie zeigen sich im Erwachsenenalter drei unterschiedliche Lern-Stile. Unternehmen können ihren Mitarbeitern vor allem den Einstieg ins Lernen erleichtern, wenn sie ihnen Fortbildungs- und Weiterqualifizierungsmaßnahmen entsprechend ihres bevorzugten Lern-Stils zur Verfügung stellen:

  • Aktivisten sind neugierig, praktisch orientiert und experimentieren gerne. Sie lernen am liebsten durch eigene Erfahrung, wie z.B. das Bearbeiten von Fallstudien oder das Hantieren mit Lerngegenständen.
  • Beobachter sind zurückhaltend, vorsichtig und bevorzugen es, anderen erst einmal bei Übungen zuzusehen. Hospitationen und Mentoring sind ihre präferierten Lernmethoden.
  • Nachdenker zeichnen sich durch analytisches und logisches Denken aus. Sie möchten verstehen, wie Dinge funktionieren und sammeln dazu gerne erst Fakten und Informationen, um sich neuen Lerngegenständen zunächst gedanklich zu nähern.

Diese Lern-Stile sind jedoch keine feste Charaktereigenschaft und können sich im Laufe des Berufslebens ändern. Vor allem Jüngere lernen häufig durch Beobachtungen. Ab 21 Jahren geht der Anteil der Beobachter jedoch deutlich zurück und die Lernstile des Nachdenkers und des Aktivisten werden wichtiger. Während unter Männern vor allem der Lern-Stil des Nachdenkers verbreitet (61 Prozent) ist, kann für Frauen kein präferierter Lern-Stil ausgewiesen werden. Der Lern-Stil des Nachdenkers wird mit steigender Schulbildung bzw. dem beruflichem Bildungsgrad zunehmend bevorzugt. Befragte ohne Schulabschluss lernen hingegen bevorzugt als Aktivisten.

Digitalisierung: Jüngere Mitarbeiter sind besser im Umgang mit der Technik, ältere sind besser im kritischen Einordnen von Inhalten aus dem Internet

Entgegen landläufiger Vorurteile herrscht bei der Nutzung von Computern und neuen Medien große Aufgeschlossenheit über alle Altersgrenzen hinweg: fast drei Viertel aller Befragten (71 Prozent) empfinden dies als eine wesentliche Bereicherung ihrer beruflichen Lern-Prozesse. Allerdings zeigen sich dabei je nach Altersgruppe unterschiedliche digitale Kompetenzen: vor allem die 21-35-Jährigen (47 Prozent) fühlen sich sehr sicher in der Nutzung von Computern und neuen Medien, bei den über 60-Jährigen sind es nur noch 25 Prozent. Hier könnten also die älteren Beschäftigten von ihren jüngeren Kollegen profitieren. Umgekehrt ist es dagegen bei einer anderen entscheidenden Fähigkeit in der digitalen Wissensgesellschaft: die kritische Auseinandersetzung mit online-basierten Lern- und Informationsquellen steigt mit dem Alter deutlich an. Von den bis zu 21-Jährigen hinterfragt lediglich rund ein Drittel (34 Prozent) digitale Lern-Informationen während es bei den über 60-Jährigen mehr als die Hälfte (53 Prozent) sind.

Beschäftigte schätzen eigenes Lern-Verhalten selbstkritisch ein Die meisten der befragten Mitarbeiter sehen jedoch nicht nur die Unternehmen, sondern auch sich selbst in der Verantwortung für die Weiterbildung. Dabei erkennen sie auch ihre eigenen Lern-Schwächen offen an: Vor allem jüngeren Mitarbeitern fällt der Einstieg ins Lernen schwer und sie lassen sich leicht vom Lernen ablenken oder bei schwierigen Lerninhalten entmutigen. Insgesamt gibt nicht einmal ein Viertel der Befragten (23 Prozent) an, ein gutes Durchhaltevermögen beim Lernen zu haben. Und schließlich schätzen lediglich 27 Prozent von ihnen, dass sie das neu Gelernte erfolgreich in den Arbeitsalltag übersetzen können. Deshalb ist es so wichtig, dass Mitarbeiter ihre eigenen Lernkompetenzen kennenlernen, damit sie selbst ihre Weiterbildung daraufhin ausrichten und von ihren Arbeitgebern dabei zielgerichtet unterstützt werden können.

(18.10.2016, )

Zur Studie (PDF, 68 Seiten)

siehe auch DIE ZEIT: Chefs interessieren sich zu wenig für betriebliche Bildung

 

Neuer ProfilPASS: Open Access und digital nutzbar

ProfilPASS

Der ProfilPASS, seit über 10 Jahren ein bewährtes Instrument, um verborgene Kompetenzen sichtbar zu machen, ist grundlegend überarbeitet worden  

Der ProfilPASS unterstützt Menschen, die ihre Kompetenzen systematisch ermitteln und sichtbar machen wollen. Dabei sind Erfahrungen aus Familie, Freizeit und Ehrenamt genauso wichtig wie der berufliche Werdegang: Das Ergebnis ist ein ganz persönliches Kompetenzprofil. Nun hat das DIE den ProfilPASS in neuen Formaten herausgebracht. Auch die Websites glänzen in einem neuen, frischen Design.

Der ProfilPASS und der »ProfilPASS für junge Menschen« stehen in neuen Formaten zur Verfügung. NutzerInnen, Beratende und ProfilPASS-Interessierte können sie kostenfrei von den ProfilPASS-Websites herunterladen und haben neuerdings die Möglichkeit, einen barrierefreien ProfilPASS digital auszufüllen. Statt der ProfilPASS-Ordner können ProfilPASS-Workbooks beim W. Bertelsmann Verlag erworben werden.

Um zukünftig mehr Erkenntnisse über NutzerInnen und die Einsatzfelder des ProfilPASS zu gewinnen, wurde eine dauerhafte Online-Umfrage eingerichtet. Zudem wurde der ProfilPASS (für Erwachsene) inhaltlich überarbeitet. Zu den wichtigsten Neuerungen gehören die Schärfung des Kompetenzverständnisses und eine größere Offenheit für unterschiedliche Zielgruppen. Zielgruppenspezifische Beispiele, die auf den Internetseiten zur Verfügung stehen, unterstützen den Einsatz für verschiedene Nutzergruppen (Arbeitssuchende, Studierende, MigrantInnen etc.).

Auch die ProfilPASS-Website wurde modernisiert und erleichtert durch eine konsequent vertikale Navigation die Orientierung. Neu sind ein offener Downloadbereich für alle NutzerInnen sowie ein interner Bereich für zertifizierte ProfilPASS-BeraterInnen mit Zusatzmaterialien für den Einsatz in der Beratung.

(18.10.2016, die/prh)

Website ProfilPASS

Website ProfilPASS für junge Menschen

Weitere Informationen zum ProfilPASS

 

In Neuigkeiten & Terminen

LEARNTEC 2017 (Karlsruhe)

vom 24.01.2017 bis zum 26.01.2017

Die Messe Karlsruhe wird zum 25. Mal zur größten Plattform für das Lernen mit IT.

Im Januar 2017 präsentiert die LEARNTEC die aktuellen Trends und Entwicklungen für die Bildung in Schule und Hochschule sowie in der beruflichen Bildung. Mehr als 7.000 HR-Entscheider und IT-Verantwortliche aus aller Welt erfahren auf der LEARNTEC, wie der Wandel hin zu einer digitalen Lernkultur gestaltet wird und die Lernwelt jetzt und in Zukunft aussieht.

 

didacta - die Bildungsmesse (Stuttgart)

vom 14.02.2017 bis zum 18.02.2017

Die didacta findet zum neunten Mal auf dem Gelände der Messe Stuttgart statt.

Als die weltweit größte Fachmesse rund um Bildung bietet sie Angebote von rund 900 Ausstellern und ein umfangreiches Fortbildungsprogramm für Lehrkräfte, Erzieher, Ausbilder, Trainer und Personalentwickler an. Hochrangige Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft kommen zur didacta, um hier Wege für die Bildung der Zukunft zu finden und sich auszutauschen.

 

Flucht und Bildung: Anfragen an die Erziehungswissenschaft (Freiburg i.Br.)

vom 21.02.2017 bis zum 22.02.2017

Die Jahrestagung der Kommission Interkulturelle Bildung (KIB) in der Sektion Interkulturelle und International Vergleichende Erziehungswissenschaft (SIIVE) möchte zu einer kommissionsübergreifenden Auseinandersetzung und Verständigung darüber einladen, welchen Beitrag erziehungswissenschaftliche Forschung bisher – theoretisch und empirisch – zum Thema Flucht und Bildung leistet und welchen Beitrag sie zukünftig leisten sollte.

 

Digitale Bildung: Medienbezogene Bildungskonzepte für die nächste Gesellschaft (Mainz)

vom 09.03.2017 bis zum 10.03.2017

Frühjahrstagung 2017 der Sektion Medienpädagogik der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE)

 

Bildungsmesse myQ Düsseldorf

vom 17.03.2017 um 09:30 Uhr bis zum 18.03.2017 um 17:00 Uhr

myQ ist die Messe für betriebliche und individuelle Weiterbildung und richtet sich an Berufstätige und Menschen mit Personalverantwortung.

 

 

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