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Neuigkeiten & Termine

Stiftung Warentest erläutert neues Meister-BaFöG

Stiftung Warentest

Ab August 2016 wird das novellierte AFBG in Kraft treten, das vor allem den Kreis derer ausweitet, die einen Anspruch auf Förderung erheben können.

Das Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetzes (AFBG), besser bekannt als »Meister-BaFöG«, wird darüber hinaus höhere Förder- und Freibeträge bieten. Damit wächst mit der Novelle für AFBG-Geförderte in Vollzeitlehrgängen zum Meister, Fachwirt, Techniker oder Erzieher der AFBG-Zuschussbetrag bei der AFBG-Unterhaltsförderung von 238 auf 333 Euro.

Der restliche Förderbetrag bis zum monatlichen Budget von zukünftig 768 Euro steht als zinsgünstiges KfW-Darlehen zur Verfügung. Bei einem verheirateten Geförderten mit zwei Kindern ist der Schritt beim maximalen Zuschussbetrag von 448 Euro auf 711 Euro bei einem Budget von zukünftig 1.473 Euro noch größer (plus 59 Prozent).

Die Stiftung Warentest hat eine ausführliche Übersicht der Änderungen zusammengestellt, die u.a. Aufschluss über mögliche Unterhaltsbeträge für einzelne Fördergruppen gibt und auch die Regularien zur Beantragung der Förderung beschreibt. Der Artikel steht für Interessierte kostenfrei zur Verfügung.

(03.05.2016, prh)

Zum test-Artikel

 

Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2016 veröffentlich

BIBB

Zahlen, Daten, Fakten zur beruflichen Bildung

Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat seinen Datenreport 2016 veröffentlicht. Der Datenreport enthält umfassende Informationen und Analysen zur Entwicklung der beruflichen Aus- und Weiterbildung in Deutschland. Er ergänzt den jährlichen Berufsbildungsbericht der Bundesregierung, der durch das Bundeskabinett verabschiedet worden ist.

Das Schwerpunktthema des Datenreports analysiert die Möglichkeiten und Chancen, Studienabbrecherinnen und -abbrecher für die berufliche Bildung zu gewinnen. Vom BIBB befragte Berufsbildungsfachleute sehen hierin einen wichtigen Beitrag, die betriebliche Ausbildungsbeteiligung sowie den Ausbildungs- und Fachkräftemarkt zu stabilisieren, auch wenn dies nur für ein begrenztes Spektrum an Ausbildungsberufen zutrifft. Ergebnisse einer im Rahmen des Referenz-Betriebs-Systems durchgeführten BIBB-Befragung ausbildender Betriebe unterstützen diese Einschätzung.

Für Studierende wiederum hat die duale Berufsausbildung zwar ein gutes Image; jedoch gab in einer vom BIBB in Kooperation mit der Universität Maastricht durchgeführten Befragung nur ein geringer Teil der Studierenden an, dass sie rückblickend eine duale Berufsausbildung einem Hochschulstudium vorziehen würden. Und eine vom BIBB in Auftrag gegebene Expertise der Universität Tübingen zeigt, dass bereits rund ein Viertel der Studienabbrecherinnen und -abbrecher anschließend eine duale Berufsausbildung erfolgreich abschließt. Studierende mit vorheriger Berufsausbildung haben zudem eine um zehn Prozentpunkte höhere Erfolgschance, ihr Erststudium abzuschließen, als Studierende ohne zuvor abgeschlossene Berufsausbildung.

Ein weiteres Augenmerk widmet der Datenreport – auch vor dem Hintergrund der aktuellen Flüchtlingssituation – der Integration von Personen mit Migrationshintergrund in Ausbildung und Beschäftigung. Hier zeigen die BIBB-Analysen, dass der Übergang in Ausbildung gerade für nicht studienberechtigte Jugendliche mit Migrationshintergrund weiterhin schwierig und langwierig ist. Sie bleiben überdurchschnittlich häufig ohne Berufsabschluss und haben damit ein höheres Arbeitslosigkeitsrisiko.

Die Auswirkungen auf den Ausbildungsmarkt durch die Zuwanderung geflüchteter Menschen waren im letzten Jahr noch begrenzt, da zunächst die Unterbringung und Versorgung der Menschen im Vordergrund stand. Die hohe Zahl an Jugendlichen unter den Geflüchteten lässt aber darauf schließen, dass die Nachfrage nach Ausbildungsstellen in den kommenden Jahren zunehmen wird. Dieser Entwicklung wird sich das BIBB in weiteren Analysen sowie im Schwerpunktthema des nächsten Datenreports widmen.

Nachhaltig gekennzeichnet ist die aktuelle Situation auf dem Ausbildungsmarkt weiterhin durch zunehmende Passungsprobleme. Es wird offensichtlich von Jahr zu Jahr schwieriger, das betriebliche Ausbildungsangebot und die Nachfrage der Jugendlichen nach Ausbildungsplätzen zusammenzuführen. Dies zeigt sich insbesondere daran, dass der Anteil der unbesetzten Stellen am betrieblichen Ausbildungsplatzangebot weiter gestiegen ist – von 6,9 % auf nunmehr 7,5 %. Auf der anderen Seite fiel der Anteil der erfolglosen Bewerberinnen und Bewerber an der offiziell ermittelten Nachfrage 2015 mit 13,4 % weiterhin vergleichsweise hoch aus. Das BIBB geht davon aus, dass diese Trends auch im kommenden Jahr anhalten werden.

(28.04.2016, prh)

BIBB-Datenreport 2016 (PDF, 493 Seiten)

Berufsbildungsbericht 2016 (PDF, 172 Seiten)

 

Deutsch lernen via App: Nur zwei von zwölf sind empfehlenswert

Stiftung Warentest2

Flüchtlinge warten oft Monate auf freie Plätze in staatlich finanzierten Deutschkursen. Um sich erste Sprachkenntnisse sofort aneignen zu können, stehen ihnen jedoch digitale Lernangebote zur Verfügung. Da viele Flüchtlinge ein Smartphone besitzen, hat sich die Stiftung Warentest zwölf Apps zum Deutschlernen für Erwachsene und Kinder aus dem arabischen Sprachraum genauer angeschaut. Das Ergebnis, das auch ins Arabische übersetzt wurde, ist abrufbar unter www.test.de/deutschlernen.

Im Test: Neun Apps für Deutschanfänger, davon neun für Erwachsene, drei für Kinder. Unter den geprüften Apps haben die Tester vier verschiedene Typen identifiziert: fünf Vokabeltrainer, vier Lernprogramme, zwei Lernspiele und ein Video-Tutorial. Das Fazit: Ohne Einschränkungen empfehlenswert sind lediglich zwei Apps für Erwachsene: das inhaltlich konsequent auf Flüchtlinge zugeschnittene Lernprogramm »Ankommen« vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) sowie das Lernspiel »Lern Deutsch – Stadt der Wörter« vom Goethe-Institut, das spielerisch in einfache Strukturen der deutschen Sprache einführt. Beide Apps bauen Wortschatz auf, trainieren die Sprachfertigkeiten Hören, Lesen und Schreiben und bieten sogar einige Grammatikübungen. Weitere drei Apps für Erwachsene im Test sind durchaus brauchbar. Da sie aber nicht vollständig überzeugten, sind sie nur eingeschränkt empfehlenswert.

Die Apps für Kinder konnten nicht voll und ganz überzeugen, aber zwei sind immerhin eingeschränkt empfehlenswert: Das Lernspiel »Deutsch für Kinder« von Always Icecream and Clever Dragons und der Vokabeltrainer »Phase6 Hallo Deutsch Kinder« von Phase-6. Kindgerecht gestaltet sind beide, allerdings könnten beispielsweise die Übungen abwechslungsreicher sein.

Auch wenn eine App den Deutschkurs nicht ersetzen kann, eignen sich die empfehlenswerten – zum Teil auch die eingeschränkt empfehlenswerten – Apps nicht nur zum Überbrücken der Wartezeit bis zum Integrationskurs, sondern auch als Ergänzung zu diesem.

(27.04.2016, wt/prh)

Zum Test inklusive der Bezugsquellen und weiteren Tipps

 

VDI: Keine Industrie 4.0 ohne Bildung 4.0

VDI3

VDI fordert Investitionen von rund zwei Milliarden Euro jährlich für Digitalkompetenz in Schulen 

Zum Auftakt der Hannover Messe fordert VDI-Direktor Ralph Appel eine digitale Bildungs- und Qualifizierungsoffensive für Deutschland. Damit ließe sich Industrie 4.0 nachhaltig umsetzen. Allein im Schulbildungswesen rechnet Appel mit einem zusätzlichen Investitionsbedarf von rund zwei Milliarden Euro jährlich. Da das föderale Bildungssystem nicht kompatibel mit den technischen Anforderungen von heute und morgen sei, sieht er den Bund in der Pflicht, nun stärker Verantwortung zu übernehmen.

»Die Vermittlung von Digitalkompetenz muss spätestens in der Schule beginnen«, erklärt Appel. »Leider ist unser Bildungssystem zurzeit nicht in der Lage, Schülerinnen und Schüler auf das digitale Zeitalter vorzubereiten. Ein internationaler Vergleich zeigt: In keiner anderen Industrienation nutzen Lehrpersonen seltener neue Technologien im Unterricht als in Deutschland«. Industrie 4.0, Big Data, Cloud Computing oder das Internet der Dinge - diese Schlagwörter verkommen zu Floskeln, wenn junge Menschen nicht über entsprechende Kompetenzen und Ausstattungen verfügen. Appel weiter: »Dabei geht es uns nicht um das passive und oberflächliche Konsumieren von Facebook, WhatsApp und Co. - es geht um Bildungseinrichtungen, die junge Menschen darin befähigen, als mündige Akteure die digitale Zukunft kreativ mitzugestalten«.

Was also fehlt dem deutschen Schulbildungssystem? Von der Ausstattung über flächendeckenden IT-gestützten Unterricht bis hin zum qualifizierten Lehrpersonal gibt es enormen Nachholbedarf. Technische Bildung und Informatik-Unterricht müssen endlich bundesweit fest in den Lehrplänen verankert werden. Hier darf die digitale Bildungs- und Qualifizierungsoffensive aber nicht enden.

Für die digitale Wirtschaft brauchen auch Arbeitnehmer Digitalkompetenz

Insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen müssen in der Lage sein, die Digitale Transformation mitzugestalten bzw. umzusetzen, sonst verlieren sie den Anschluss. Auch Unternehmen brauchen also eine digitale Qualifizierungsoffensive. Sie müssen die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter und lebenslanges Lernen konsequent und systematisch fördern und fordern. »Durch die Digitale Transformation ergeben sich gerade im Bereich des eigenständigen und lebensnahen Lernens neue Möglichkeiten, die noch besser auf die individuellen Bedürfnisse ausgerichtet sind«, sagt Dr.-Ing. Kurt D. Bettenhausen, Vorsitzender des interdisziplinären VDI-Gremiums Digitale Transformation. Berufsprofile werden sich inhaltlich verschieben, indem Tätigkeiten mit mehr Wertschöpfung und Kreativität zunehmen werden. Damit steigen Eigenverantwortung und Selbstentfaltung. Bettenhausen: »Beispielsweise in einer Fabrik mit intelligenten technischen Systemen verändert sich die Rolle der Mitarbeiter. Sie werden immer mehr zu flexibel agierenden Problemlösern. Die Entwicklung neuer Berufsbilder und passender Angebote zur Qualifizierung muss dringend vorangetrieben und neue Weiterbildungsmodelle müssen eingeführt werden«.

Unternehmen müssen Initiative für Weiterbildung ergreifen

Schneller und effizienter produzieren, neue Anwendungsfelder erschließen und individuelle Kundenwünsche ganzheitlich bedienen: Solche Potenziale verheißt Industrie 4.0. Vorausgesetzt die Geschäftsmodelle sind den neuen Anforderungen angepasst. »Die Sensibilisierung für das Thema Geschäftsmodelle für die Digitale Transformation ist da, aber die nötigen Methoden und Werkzeuge sind in vielen Unternehmen noch nicht bekannt und werden bisher noch zu wenig systematisch gelehrt«, meint Prof. Dr. rer. pol. Frank Thomas Piller, Professor und Lehrstuhlinhaber für Technologie und Innovationsmanagement an der RWTH Aachen. »Entsprechend stehen sie auch für die nötige Entwicklung in der Praxis vielfach nicht zur Verfügung. Hier brauchen wir - über die Bildungsoffensive hinaus - eine groß angelegte Weiterbildungsanstrengung für alle Unternehmen in Deutschland. Diese Initiative muss auch aus den Unternehmen selbst kommen«.

(25.04.2016, prh)

 

Studie: Arbeitnehmer sehen ihre Chancen

OrizonWeiterbildung gefragter denn je, Möglichkeiten allerdings eingeschränkt

Unter dem Titel »Arbeitsmarkt – Perspektive der Arbeitnehmer« führte die Orizon GmbH 2015 zum vierten Mal eine Studie unter Beschäftigten durch. Die befragten Arbeitnehmer gaben u.a. darüber Auskunft, was ihnen an einem Arbeitgeber besonders wichtig ist und wie ihnen nach Erwerbslosigkeit der berufliche Wiedereinstieg gelingt.

So kritisch die Lage im europäischen Ausland auch sein mag, die deutschen Arbeitnehmer vertrauen auf den stabilen deutschen Arbeitsmarkt. 59,2 Prozent der Arbeitnehmer schätzen ihre Chancen bei der Bewerbung auf einen neuen Job als gut oder sehr gut ein. Das sind deutlich mehr als 2014 (46,6 Prozent). Rund 75,3 Prozent der 20-29-Jährigen Arbeitnehmer sehen ihre Arbeitsmarktchancen positiv. Ältere Arbeitnehmer bewerten dies kritischer. In der Gruppe der 50-59-Jährigen schätzen nur rund 42,5 Prozent ihre Chancen als positiv ein.

Von ihrem neuen Arbeitgeber wünschen sich die Arbeitnehmer vor allem eine leistungsgerechte Bezahlung, Arbeitsplatzsicherheit, flexible Arbeitszeiten, Arbeitsplatznähe und abwechslungsreiche Tätigkeiten. Diese Top 5-Präferenzen haben sich im Vergleich zum Vorjahr nur in der Reihenfolge geändert: Der Wunsch nach Sicherheit hat leicht abgenommen und ist auf den zweiten Platz gerutscht. Eine gute Bezahlung hält nun die Pole-Position – die positive Arbeitsmarktlage gibt offenbar genug Sicherheit. Auch hier zeigen sich leichte Unterschiede zwischen den Arbeitnehmergenerationen. Bei den Älteren treten die Präferenzen immer deutlicher heraus, während innerhalb der jungen Generation die Präferenzen heterogener sind. Für Jüngere Generationen ist Abwechslung ein wichtiger Faktor (39,2 Prozent der 20-29-Jährigen), für die Altersgruppe der 50-65-Jährigen hingegen spielt die betriebliche Altersvorsorge eine bedeutende Rolle (38,7 Prozent).

Zeitarbeit bietet schnellen und nachhaltigen Einstieg

Das ElterngeldPlus gibt Vätern und Müttern hohe Flexibilität beim beruflichen Wiedereinstieg. Aber nicht jeder Arbeitnehmer hat nach einer längeren Erwerbspause einen gesetzlichen Anspruch auf eine Rückkehr in den alten Job. Auf der Suche nach einer neuen Stelle vertrauen die Arbeitnehmer überwiegend auf klassische Beschäftigungsformen, wie die Orizon Arbeitsmarktstudie 2015 zeigt.

72 Prozent der befragten Arbeitnehmer sehen in einer befristeten oder unbefristeten Festanstellung die geeignete Beschäftigungsform für den Wiedereinstieg nach einer längeren Erwerbspause. Auch Zeitarbeit wird von den Arbeitnehmern zunehmend positiver als Wiedereinstiegsmöglichkeit gesehen: 28 Prozent der Befragten mit Zeitarbeitserfahrung sehen Zeitarbeit als geeignete Beschäftigungsform zum Wiedereinstieg. Bei Arbeitnehmern ohne Erfahrung in der Zeitarbeit fällt dieser Wert geringer aus (14,8 Prozent). Darin spiegelt sich das immer noch kritische Image der Zeitarbeit in den Medien und der Öffentlichkeit wider.

Die ehemaligen Zeitarbeitnehmer haben hingegen die Erfahrung gemacht, dass man über diesen Weg schnell zu einem neuen Job findet. Zudem war die Zeitarbeit für die überwiegende Mehrheit eine Chance, sich dauerhaft im Arbeitsmarkt zu etablieren. Knapp 70 Prozent der befragten Arbeitnehmer mit Zeitarbeitserfahrung sind nach ihrer Zeitarbeitsbeschäftigung bei ihrem Einsatzunternehmen oder einem anderen Arbeitgeber untergekommen. Dieser beachtlich hohe Wert ist im Vergleich zum Vorjahr nochmals gestiegen. Die Arbeitnehmerbefragung zeigt auch, dass lediglich 20 Prozent nach der Beschäftigung als Zeitarbeitnehmer arbeitslos wurden. Im Vorjahr waren es noch knapp 29 Prozent.

Weiterbildung zentrales Thema

Mit dem Abschluss der Lehre oder des Studiums ist der Bildungsweg auch heute noch in vielen Erwerbskarrieren abgeschlossen. Vor dem Hintergrund längerer Lebensarbeitszeiten und ständig steigender Arbeitsanforderungen wird die berufsbegleitende Weiterbildung aber immer wichtiger. Die Studie zeigt, dass ein Problembewusstsein bereits vorhanden ist. 94 Prozent der Arbeitnehmer finden Weiterbildung wichtig oder sehr wichtig. Alleine an der Umsetzung hapert es noch. Nur 48,8 Prozent der befragten Arbeitnehmer wurde in ihrem aktuellen oder vorherigen Job die Möglichkeiten der Weiterbildung gewährt. Zugleich zeigen die Arbeitnehmer wenig Initiative, weitere Qualifikationen zu erwerben. Vielen ist ein betriebliches Bildungsangebot nicht bekannt.

Gesundes Arbeitsklima, trotz starker Belastungen

Auch ohne Workshops und Seminare fühlen sich 79,1 Prozent der befragten Arbeitnehmer an ihrer Arbeitsstelle grundsätzlich wohl. Dennoch klagen 48,9 Prozent über ‚hohe‘ oder ‚sehr hohe‘ körperliche Belastungen und sogar 66 Prozent über ‚hohe‘ oder ‚sehr hohe‘ psychische Belastungen. Insbesondere die 30-39-Jährigen fühlen sich starken Belastungen ausgesetzt. Diese Wahrnehmung mag damit zusammenhängen, dass in diesem Lebensabschnitt sowohl beruflich wie auch privat wichtige Weichen gestellt werden. Als zentrale Ursachen werden vor allem das hohe Arbeitspensum (72,5 Prozent) sowie Konflikte mit Vorgesetzten (45,8 Prozent) und Kollegen (43,5 Prozent) ausgemacht. Erstaunlich: Sowohl die Arbeitnehmer als auch die Arbeitgeber tun relativ wenig gegen Belastungen. Nur ein Drittel der Arbeitnehmer versucht über gute Ernährung oder Sport einen Ausgleich zu schaffen. Knapp die Hälfte der Arbeitgeber ergreift nach Angaben der befragten Arbeitnehmer gar keine Maßnahmen, um Belastungen bei der Belegschaft zu verhindern.

Hintergrund
Die Orizon GmbH hat 2015 zum vierten Mal die Studie »Arbeitsmarkt – Perspektive der Arbeitnehmer« durchgeführt. An der bevölkerungsrepräsentativen Online-Befragung nahmen 2.123 Arbeitnehmer und Arbeitsuchende in Deutschland teil. Durchgeführt wurde die Studie von dem unabhängigen Marktforschungs- und Analyseunternehmen Lünendonk GmbH. Zur Gewährleistung der Repräsentativität wurden vorgegebene Quoten über die soziodemographischen Merkmale Alter, Geschlecht, Schulbildung und Bundesland etabliert. Verzerrungen wurden durch Gewichtung aufgehoben. Die Gewichtung erfolgte nach Mikrozensus.

(24.04.2016, prh)

 

InnovatWB: Wegmarken für die Weiterbildung der Zukunft

innovatWB

Bundesweiter Förderschwerpunkt »InnovatWB« startet 

In 34 Projekten aus 14 Bundesländern werden ab sofort über drei Jahre »Innovative Ansätze zukunftsorientierter beruflicher Weiterbildung« erforscht und Handlungsansätze für die künftige Weiterbildungspolitik erarbeitet. Berufliche Weiterbildung ist entscheidend für die soziale Teilhabe und die Chancen des Einzelnen im Erwerbsleben – und ein zentraler Faktor, damit sich Gesellschaft und Wirtschaft fortentwickeln können. Umso wichtiger ist es, die Beteiligung an Weiterbildung zu erhöhen und ihre Qualität auf der Grundlage wissenschaftlicher Kenntnisse auszubauen. Mit einer Auftaktveranstaltung und rund 130 Teilnehmenden aus Wissenschaft, Praxis und Politik startete im Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Bonn der Förderschwerpunkt, für den das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) 15 Millionen Euro bereitstellt.

»Lebensbegleitendes Lernen mit zukunftsorientierten, qualitativ hochwertigen Weiterbildungswegen muss selbstverständlicher Bestandteil individueller Erwerbsbiografien werden«, erklärte BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser. »Insbesondere die Digitalisierung führt zu grundlegenden, dynamischen Entwicklungen und wird beispielsweise zeit- und ortsunabhängiges Lernen ermöglichen und erfordern«.

Das mit der Leitung des Förderschwerpunkts betraute BIBB hat – von Aachen über Rostock bis München – 34 Einzel- oder Verbundprojekte mit insgesamt 62 Einrichtungen bewilligt. Mit dem Förderschwerpunkt sollen Impulse für die Modernisierung der Weiterbildung in der Praxis gegeben und die Weiterbildungsforschung gestärkt werden. In den Vorhaben werden unter anderem Strukturen für eine nachhaltige berufliche Weiterbildung erforscht und entwickelt, Handlungsfelder für eine demografie-sensible Weiterbildungspolitik aufgezeigt, das digitale Lernen in den Mittelpunkt gestellt und die Professionalisierung der Lehrenden in der Weiterbildung analysiert.

Vertreten sind Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, Bildungseinrichtungen, Branchenverbände, Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern und Sozialpartnerorganisationen. Auch viele Betriebe beteiligen sich an den Vorhaben. Sie sind vor allem als assoziierte Partner in die Projekte eingebunden. Die beteiligten Branchen reichen von Elektro- und Metalltechnik über Chemie, Landwirtschaft, Handwerk, Pflege, Gastronomie und Automobilindustrie bis zur Kultur.

Die geförderten Projekte bearbeiten drei Themenschwerpunkte:

  • Im Schwerpunkt »Arbeitskräfte und Qualifikationsentwicklung« geht es unter anderem um die Anerkennung und Zertifizierung informell erworbener Kompetenzen. Neben regionalen Ansätzen zur Erhöhung der Weiterbildungsbeteiligung werden Kompetenzfeststellungsverfahren erprobt und eine Verzahnung von betriebsorientierter und personenbezogener Weiterbildung angestrebt. Hier werden insgesamt zwölf Projekte gefördert und dabei insbesondere heterogene Zielgruppen wie Ältere, nicht formal Qualifizierte und Migrantinnen und Migranten in den Blick genommen.

  • Mit der Frage nach der »Professionsentwicklung und Professionalisierung« des in der beruflichen Weiterbildung tätigen Personals befassen sich 17 Projekte. Diese Zielgruppe ist durch Modernisierungsprozesse wie Industrie 4.0 gefordert, zeitgemäße Lehrkompetenzen zu entwickeln. Daher werden innovative Lehr-/Lernformate wie selbstgesteuertes Lernen, zum Beispiel unter Einsatz digitaler Medien, in unterschiedlichen Branchen erprobt und Angebote zur Fortentwicklung der Medienkompetenz erarbeitet. Weiterhin werden Organisations- und Personalentwicklungsmaßnahmen erstellt. Auch die Qualitätsentwicklung von – zum Teil bereits bestehenden – Weiterbildungsformaten wird untersucht.

  • Fünf Projektvorhaben werden im Themenschwerpunkt »Weiterbildungsforschung« gefördert. Hier werden unter anderem die veränderten Anforderungen durch die Digitalisierung und der Umgang mit den neuen Kompetenzbedarfen theoriebasiert untersucht. Weitere Themen sind Weiterbildungsfinanzierung und adressatengerechte, nachfrageorientierte Weiterbildung.

Ansprechpartnerinnen:
Barbara Hemkes, Constanza Correa Sarmiento; E-Mail: Innovatwb@bibb.de


(14.04.2016, prh)

Weiterführende Informationen

 

Stärkung der beruflichen Weiterbildung

bundesregierung

Geringqualifizierte Arbeitnehmer und Langzeitarbeitslose sollen einen verbesserten Zugang zu Instrumenten der beruflichen Weiterbildung erhalten. Das ist das Ziel eines Gesetzentwurfes der Bundesregierung zur Stärkung der beruflichen Weiterbildung und des Versicherungsschutzes in der Arbeitslosenversicherung (Arbeitslosenversicherungsschutz- und Weiterbildungsstärkungsgesetz - AWStG).

Arbeitnehmer ohne Berufsabschluss sollen künftig zur Vorbereitung auf eine abschlussbezogene berufliche Weiterbildung Förderleistungen zum Erwerb notwendiger Grundkompetenzen (Lesen, Rechnen, Schreiben, Mathematik) erhalten, wenn dies für die erfolgreiche Teilnahme an einer Weiterbildungsmaßnahme nötig ist.

Zur Stärkung der Motivation sollen Teilnehmer einer abschlussbezogenen Weiterbildung beim Bestehen einer Zwischenprüfung eine Prämie von 1.000 Euro und beim Bestehen der Abschlussprüfung eine Prämie von 1.500 Euro erhalten. Die Neuregelung ist befristet für Maßnahmen, die bis 31. Dezember 2020 beginnen und wird evaluiert.

Die Weiterbildungsförderung für Beschäftigte in kleinen und mittleren Unternehmen, die für jüngere Arbeitnehmer unter 45 Jahren bis Ende 2020 befristet ist, wird weiter flexibilisiert. So sollen nunmehr auch berufliche Weiterbildungen bezuschusst werden können, die außerhalb der Arbeitszeit stattfinden.

Arbeitnehmern in Transfergesellschaften, die von Restrukturierungsmaßnahmen betroffen sind, soll ein schnellerer Zugang zu beruflicher Weiterbildung ermöglicht werden.

Die Dauer von Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung, die bei einem Arbeitgeber durchgeführt werden, soll von sechs auf zwölf Wochen verlängert werden. Die Änderung gilt für Langzeitarbeitslose und Arbeitslose mit schwerwiegenden Vermittlungshemmnissen.

Personen, die ihre Beschäftigung oder den Bezug von Arbeitslosengeld durch eine länger andauernde berufliche Weiterbildung unterbrechen, können einen zuvor bestehenden Arbeitslosenversicherungsschutz auf dem Weg einer freiwilligen Weiterversicherung durch Zahlung eigener Beiträge aufrechterhalten. Außerdem wird eine bis Ende 2016 befristete Sonderregelung zur verkürzten Anwartschaftszeit für überwiegend kurz befristet Beschäftigte bis zum 31. Juli 2018 verlängert.

(13.04.2016, prh)

Im Wortlaut: Gesetzentwurf der Bundesregierung (PDF, 42 Seiten)

 

Rheinland-Pfalz: Petition zur Bildungsgerechtigkeit

Rette die Bildungskette

Anerkannte Weiterbildungsträger starten Petition zu den Koalitionsverhandlungen in Rheinland-Pfalz

Nach dem Start der Koalitionsverhandlungen in Rheinland-Pfalz zwischen SPD, Grünen und FDP wenden sich die sieben anerkannten Weiterbildungsträger des Landes mit einer Petition zur Verdoppelung ihres Budgets an die zukünftige Landesregierung. Mit dem Aufruf »Rette die Bildungskette« machen sie auf die lange vernachlässigte Förderung des Weiterbildungssektors als vierte Säule im Bildungssystem aufmerksam.

Hintergrund der Petition sind eine Vielzahl mit dem aktuellen Budget nicht mehr leistbarer gesellschaftlicher Herausforderungen. Dazu gehören die Organisation und Durchführung von Integrations- und Sprachkursen für Tausende Flüchtlinge, die monatelang auf einen Kurs warten müssen sowie die Sicherung und den Ausbau von Angeboten zur allgemeinen, beruflichen und politischen Bildung als Basis für den sozialen Frieden in unserer Gesellschaft. Diese Aufgaben lassen sich zukünftig nur durch eine Verdoppelung der Mittel stemmen. Die notwendige Unterstützung soll jetzt durch eine Petition erreicht werden.

Eine Erfolgsgeschichte, bei der die Bildungskette noch funktioniert hat, ist etwa die Syrerin Roula. Die 34-Jährige kam 2014 mit ihrer Familie nach Rheinland-Pfalz. Sie durchlief innerhalb von neun Monaten einen Integrationskurs, einen Berufsvorbereitungskurs und ein Praktikum. Heute arbeitet sie in Vollzeit als Dolmetscherin. Ein anderes Beispiel ist Klaus (Name von der Redaktion geändert). Der heute 55-Jährige hat, nachdem er als Fabrikarbeiter entlassen wurde, an einem Alphabetisierungskurs der Katholischen Erwachsenenbildung Rheinland-Pfalz teilgenommen. Dadurch lernte er nicht nur Lesen und Schreiben, sondern gewann auch neues Selbstvertrauen. Mittlerweile hat er einen Job in der Landwirtschaft gefunden, dem er mit großer Freude nachgeht.

»Diese Erfolgsgeschichten dürfen keine Einzelfälle bleiben. Das könnten wir jeden Tag erreichen, wenn wir finanziell, personell und infrastrukturell entsprechend aufgestockt würden. Investition in Weiterbildung ist eine Investition in unsere Gesellschaft«, sagt Steffi Rohling, Direktorin des Verbandes der Volkshochschulen in Rheinland Pfalz und eine der Petitionstellerinnen.

Die Petition wird eingereicht von den sieben staatlich anerkannten Weiterbildungsträgern im Land Rheinland-Pfalz: Dazu gehören neben dem Verband der Volkshochschulen e.V. noch Arbeit & Leben gGmbH Rheinland-Pfalz, das Bildungswerk des Landessportbundes Rheinland-Pfalz e.V., die Evangelische Landesarbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung in Rheinland-Pfalz e.V., die Katholische Erwachsenenbildung Rheinland-Pfalz - Landesarbeitsgemeinschaft e.V., die Landesarbeitsgemeinschaft anderes lernen e.V. und die die Landesvereinigung für ländliche Erwachsenenbildung Rheinland-Pfalz e.V.

Die Kampagne »Rette die Bildungskette« soll sicherstellen, dass Weiterbildung in Rheinland-Pfalz auch in Zukunft für alle gesellschaftlichen Schichten und Altersklassen verfügbar ist und bleibt. Am 18. Mai tritt voraussichtlich der neu gewählte Landtag zusammen und kann die politischen Weichen dafür stellen. Politische Entscheider wie jeder andere Bürger können das Anliegen unterstützen, indem sie die Petition auf www.rette-bildungskette.de unterschreiben.

Die staatlich anerkannten Weiterbildungsträger setzen neben der allgemeinen und politischen Bildung Akzente in einer Vielzahl von Themen. Maßnahmen und Projekte für Medienkompetenz, Programme zur Qualifizierung von Kursleitenden, Integrations- sowie Sprach- und Orientierungskurse für Geflüchtete und nachhaltige Angebote im Grundbildungs- beziehungsweise Alphabetisierungsbereich gehören dazu.


(12.04.2016, prh)

Zur Petition

 

Umfrage zur weiterbildungsbezogenen Informationssuche

Uni Hildesheim

Im Rahmen einer Untersuchung zur weiterbildungsbezogenen Informationssuche führt das Institut für Informationswissenschaft und Sprachtechnologie an der Universität Hildesheim eine Online-Befragung durch.

Das Ziel dieser Befragung ist es herauszufinden, wie Nutzer bei der Suche von Weiterbildungsangeboten (beispielsweise im Internet) vorgehen. Dazu werden Fragen hinsichtlich des Suchverhaltens, der Bekanntheit und Einschätzung von Weiterbildungsangeboten sowie der Auswahlkriterien von Informationsangeboten untersucht.

Die Umfrage besteht aus 22 Fragen und wird circa 10-15 Minuten dauern.

Die Umfrage ist anonym.


(12.04.2016, prh)

Zur Umfrage

 

Arbeitslosenversicherung: Ein-Euro-Job statt Weiterbildung?

IAQ

Wie soll es weitergehen mit der Arbeitslosenversicherung? Es müsste viel mehr für die Weiterbildung von Arbeitslosen getan werden, sagte Arbeitsmarktexperte Prof. Dr. Gerhard Bosch von der Universität Duisburg-Essen (UDE) heute (11.4.) anlässlich einer Bundestagsanhörung in Berlin. Denn obwohl es einen großen Bedarf gibt, wurde die Weiterbildung in den letzten Jahren drastisch zurückgefahren.

Er stellte den Abgeordneten eine Übersicht des Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) vor, nach der es 2000 noch 144.031 Maßnahmen mit Abschluss gab, 2007 waren es dann nur noch 33.856. Seither erholen sich die Zahlen zwar langsam wieder (64.504 in 2015), werden auf diesem Niveau allerdings längst nicht dem Bedarf gerecht. Bosch: »Für Arbeitslose muss es attraktiver werden, sich um die eigene Weiterbildung zu kümmern. Es ist geradezu absurd, dass heute 1-Euro-Jobs finanziell besser ausgestattet sind als die anspruchsvolleren Fördermaßnahmen«.

Ein 1-Euro-Jobber verdient durchschnittlich 1,50 Euro pro Stunde als Mehraufwandsentschädigung. Bei einer monatlichen Arbeitszeit von 120 Stunden wird das Arbeitslosengeld II um 180 Euro aufgestockt. Das heißt, so Bosch, heute können sich viele Arbeitslose eine längere Weiterbildung schlicht gar nicht leisten. Weil der Unterhalt finanziell so schlecht ausgestattet ist, brechen viele eine Maßnahme – vor allem eine längere – ab oder nehmen sie gar nicht erst auf.

Wer Zwischen- und Endprüfungen bestanden hat, sollte eine Prämie erhalten, rät Bosch: »Dies wäre ein guter Ansatz, um Weiterbildung attraktiver zu machen. Die Vorschläge im Arbeitslosenversicherungsschutz- und Weiterbildungsstärkungsgesetz gehen deshalb in die richtige Richtung«. Auch die Einführung eines Erwachsenen-BAFöGs sei zu unterstützen, um den Lebensunterhalt bei selbstgewählten Weiterbildungsmaßnahmen zu sichern. Das hat bereits die Expertenkommission »Finanzierung lebenslangen Lernens« 2004 vorgeschlagen.

»Die Arbeitslosenversicherung muss dringend weiterentwickelt werden«, so Bosch: »Dies erfordern schon die veränderten Arbeitsmärkte und die lange unzureichenden Investitionen in die Weiterbildung der Arbeitslosen«. Da der Arbeitsmarkt für einfache Tätigkeiten immer enger geworden ist, muss die Arbeitsmarktpolitik die Qualifizierung von Arbeitslosen stärker in den Blick nehmen und die berufliche Weiterbildung mehr fördern. Da es so viele gering qualifizierte Arbeitskräften gibt, bleiben die Integrationschancen ohne zusätzliche Weiterbildung gering.

(11.04.2016, prh)

 

Ende des Aufwärtstrends in der Weiterbildung

wbmonitor

wbmonitor ermittelt das Wirtschaftsklima für den Bildungsbereich Erwachsenen- und Weiterbildung

Im Jahr 2015 hat sich in der Weiterbildungsbranche der wirtschaftliche Aufschwung der vergangenen Jahre nicht fortgesetzt. Nur überwiegend betrieblich finanzierte Anbieter konnten sich von dem insgesamt leicht rückläufigen Gesamttrend abheben. Das haben die Auswertungen des wbmonitor 2015 ergeben, für den Weiterbildungsanbieter um eine Bewertung ihrer aktuellen und zukünftigen wirtschaftlichen Situation gebeten wurden.

Themenschwerpunkt der Umfrage 2015 war die öffentliche Förderung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch den Staat. Bund und Länder fördern mit unterschiedlichen Instrumenten die individuelle Teilnahme u.a. an beruflicher Weiterbildung, beispielsweise durch Bildungsgutscheine, die Bildungsprämie oder den Bildungsscheck NRW. 2014 wurden vier von zehn Weiterbildungsteilnehmenden öffentlich gefördert. Etwas mehr als die Hälfte davon sind Menschen, deren Teilnahme durch die Bundesagentur für Arbeit unterstützt wurde, z.B. Arbeitslose oder von Arbeitslosigkeit Bedrohte mit Bildungsgutscheinen.

wbmonitor stellt erstmals für die gesamte Weiterbildungslandschaft eine statistische Übersicht bereit, welche mit den jeweiligen Instrumenten geförderten Teilnehmenden von den unterschiedlichen Anbietertypen weitergebildet werden: 

  • Von der Bundesagentur für Arbeit (BA) geförderte Personen (u.a. mit Bildungsgutschein) werden in erster Linie von privaten (kommerziellen oder gemeinnützigen) sowie betrieblichen Einrichtungen qualifiziert.
  • Dass berufliche Schulen sowie wirtschaftsnahe Bildungszentren von Kammerorganisationen die höchsten Anteile durch das Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (sog. „Meister-Bafög“) unterstützter Teilnehmende aufweisen, verdeutlicht das Angebot von Aufstiegsfortbildungen dieser Einrichtungstypen.
  • Teilnehmende in durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) geförderten Integrationskursen finden sich vor allem an Volkshochschulen.
  • Prämiengutscheinen der Bildungsprämie sowie Scheckinstrumenten der Bundesländer kommt bei allen Einrichtungstypen eine vergleichsweise untergeordnete Bedeutung zu. 

Darüber hinaus informiert der wbmonitor mit umfangreichen Strukturdaten z.B. über das Personal in der Weiterbildung, Einnahmequellen, Themenschwerpunkte, Veranstaltungsformate und das Leistungsspektrum der Weiterbildungsanbieter.

Weitere Ergebnisse der wbmonitor-Umfrage 2015 finden Sie über den Link unten. Die Studie steht Open Access zur Verfügung.

Hintergrund
Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) und das DIE erheben seit 2007 jährlich Daten zu aktuellen Entwicklungen der Weiterbildungsbranche, ihrer Organisation und ihres Angebots. Damit leistet diese bundesweite Trendstudie einen wichtigen Beitrag zur Anbieterforschung in der Erwachsenen- und Weiterbildung.

(08.04.2016, prh/DIE)

Weitere Ergebnisse des aktuellen wbmonitor ...

 

Blended Learning als ideale berufsbegleitende Weiterbildungsform

TNS Infratest

TNS Infratest-Studie 2016: Flexibilität beim Lernen - dank mobiler Technologien

Personalverantwortliche setzen bei der berufsbegleitenden Weiterbildung auf Blended Learning - der Kombination aus Lernen mit schriftlichem Lernmaterial, digitalen Medien, Webinaren und Seminaren sowie persönlicher Betreuung durch Tutoren oder Dozenten.

Dass neben den persönlichen Ansprechpartnern der Einsatz mobiler Endgeräte und E-Medien eine immer wichtigere Rolle spielt, zeigen die Ergebnisse aus der aktuellen TNS Infratest-Studie »Weiterbildungstrends in Deutschland 2016«, die im Auftrag der Studiengemeinschaft Darmstadt (SGD) unter 300 Personalentscheidern in deutschen Unternehmen durchgeführt wurde. Der größte Vorteil von digitalem Studienmaterial, Webinaren & Co.: immer und überall lernen zu können.

Weiterbildung jederzeit und ortsunabhängig: Fernunterricht, der als flexibles Blended Learning stattfindet, macht es möglich. Dass auch Personalverantwortliche Blended Learning befürworten, zeigen die Studienergebnisse: 74 Prozent aller Befragten halten diese Weiterbildungsform für Berufstätige für geeignet, in mittleren Unternehmen (10 bis 499 Mitarbeiter) sind es sogar 81 Prozent. »Ein berufsbegleitendes Fernstudium kann auch im Schichtbetrieb oder bei häufiger beruflicher Reisetätigkeit absolviert werden. Das ist für Arbeitnehmer gleichermaßen attraktiv wie für Arbeitgeber. Die Teilnehmer können unterschiedliche Lernmedien nutzen und so mit einem attraktiven Medienmix lernen, der ihren individuellen Lernvorlieben entgegen kommt«, fasst Harald Stürmer von SGD, einige der Vorteile zusammen.

Weiterbildung 4.0

Ob Smartphone, Laptop oder Tablet - mobile Geräte sind aus unserem Berufs- und Privatleben nicht mehr wegzudenken. Laut TNS Infratest-Studie spielen sie auch bei einer berufsbegleitenden Weiterbildung eine große Rolle: Vier von fünf HR-Verantwortlichen (79 Prozent) sehen die Nutzung mobiler Endgeräte als wichtig bis äußerst wichtig in der Weiterbildung. Schon 2011, als diese Frage zum ersten Mal gestellt wurde, lag der Wert bei 77 Prozent, seitdem bewegt er sich auf hohem Niveau. »Die Studienergebnisse zeigen: In der Weiterbildung sind mobile Endgeräte fest etabliert. Beim Fernunterricht können die Lernenden mit ihrem Smartphone, Laptop oder Tablet auf einen Online-Campus zugreifen. Diese zentrale Lernplattform verbindet Online-Lernen, Online-Bibliothek und virtuelles Netzwerken. Durch den mobilen Zugriff haben die Lernenden maximale Flexibilität«, erläutert Stürmer.

E-Medien wie Lernprogramme, digitales Studienmaterial und Online-Campus sind fester Bestandteil des Blended Learning und werden auch von den Befragten als wichtiger Faktor für die Lernmotivation und den Erfolg einer berufsbegleitenden Weiterbildung eingeschätzt. Laut aktueller TNS Infratest-Studie sind Lernprogramme (79 Prozent) das wichtigste digitale Format, dicht gefolgt von Webinaren (78 Prozent) sowie Studienmaterial in digitaler Form wie beispielsweise E-Books (77 Prozent). Für drei Viertel der Befragten sind Lern-Videos wichtig bis äußerst wichtig, für 69 Prozent ein Online-Campus bzw. eine Lerncommunity und für 63 Prozent Lern-Apps. Laut 53 Prozent der Befragten sollten auch Lern-MP3s zu den digitalen Lernmedien eines Fernstudiums gehören.

Personalverantwortliche schätzen orts- und zeitflexibles Lernen

Ob morgens in der Bahn, während der Mittagspause im Café oder abends am heimischen Schreibtisch: Der größte Vorteil digitaler Medien in der berufsbegleitenden Weiterbildung ist, jederzeit und überall lernen zu können. Auch die befragten HR-Manager sehen das so: Bei der Aufgabe, aus fünf Vorzügen die drei wichtigsten auszuwählen, steht für 58 Prozent diese Flexibilität auf Platz eins, in großen Unternehmen (500 und mehr Mitarbeiter) sind es sogar 64 Prozent. An zweiter Stelle steht für 40 Prozent der Befragten der Spaß am Lernen durch den Einsatz zeitgemäßer Medien. Auf Rang drei sehen 39 Prozent den Vorteil, dass es Dank verschiedener E-Medien für jeden Lerntyp die passende Lernform gibt. Die Möglichkeit, eigene mobile Geräte nutzen zu können, steht mit 33 Prozent auf Platz vier und der Austausch mit anderen Teilnehmern in Lern-Communitys mit 21 Prozent auf Platz fünf.

Unverzichtbar: Tutoren als persönlicher Ansprechpartner

In einem Lernprozess können persönliche Ansprechpartner eine entscheidende Rolle spielen. Dass sie auch für eine erfolgreiche berufsbegleitende Weiterbildung ein unverzichtbarer Erfolgsfaktor sind, bestätigen die aktuellen Ergebnisse: 84 Prozent der Personalverantwortlichen sehen die Begleitung des Lernprozesses durch einen Tutor als wichtig bis äußerst wichtig an. »Blended Learning bzw. Fernunterricht zeichnet sich durch die Kombination aus innovativen Lernmedien und persönlicher Betreuung aus«, erklärt Stürmer. »Wichtig ist, dass die Tutoren über den Online-Campus oder telefonisch schnell und einfach zu erreichen sind«.

Hintergrund: TNS Infratest-Studie »Weiterbildungstrends in Deutschland 2016«
Bereits zum achten Mal in Folge führte TNS Infratest im Auftrag der Studiengemeinschaft Darmstadt (SGD) die Umfrage »Weiterbildungstrends in Deutschland« durch. Dafür wurden in diesem Jahr 300 Personalverantwortliche online zu unterschiedlichen Aspekten der beruflichen Weiterbildung befragt.

(06.04.2016, sgd,prh)

 

Ergebnisse des BIBB-Expertenmonitors zum informellen und non-formalen Lernen

BIBB

Dem informellen und non-formalen Lernen in Deutschland kommt eine hohe Bedeutung zu. Drei von vier Berufsbildungsexpertinnen und -experten wünschen sich eine stärkere Würdigung individueller Lernergebnisse, die außerhalb von Schulen, Ausbildung oder Hochschulen erworben werden. 70 % der befragten Expertinnen und Experten sprechen sich für ein deutschlandweit einheitliches Anerkennungssystem aus.

Dies sind Ergebnisse einer Befragung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) in Zusammenarbeit mit der Bertelsmann Stiftung unter mehr als 300 Berufsbildungsfachleuten im Rahmen des »BIBB-Expertenmonitors Berufliche Bildung«.

Mehr als 80 % der Befragten aus Arbeitnehmerorganisationen, Forschung und Weiterbildung befürworten ein bundesweites Anerkennungssystem für berufliche Kompetenzen. Auch bei Befragten aus Betrieben (rund 73 %) und Kammern (rund 62 %) findet diese Forderung eine Mehrheit. Lediglich die befragten Vertreterinnen und Vertreter aus Arbeitgeberorganisationen und Schulen äußern sich zurückhaltender (rund 48 beziehungsweise rund 50 % Zustimmung). BIBB-Präsident Prof. Dr. Friedrich Hubert Esser betont: »Um bislang ungenutzte Potenziale zu erschließen, benötigen wir für Menschen, die auf informellem Weg Kompetenzen erworben haben, verbesserte Möglichkeiten der formalen Anerkennung. Für eine solche Kultur der Anerkennung ist aber ein gemeinsames und abgestimmtes Handeln aller am Bildungsprozess beteiligter Akteure erforderlich«.

Drei von vier Befragten betonen, dass sich durch eine verbesserte Anerkennung des informellen und non-formalen Lernens die beruflichen Chancen des Einzelnen verbessern lassen. Dies träfe insbesondere auf An- und Ungelernte zu. »Fehlende formale Qualifikationsnachweise sind gerade für Menschen ohne Abschluss oder Geringqualifizierte eine oft unüberwindbare Hürde auf dem Weg ins Berufsleben, obwohl sie Fachkenntnisse und Erfahrung besitzen. Ein einheitliches Anerkennungssystem für informelle Kompetenzen hilft vor allem den Menschen, die ihre Fähigkeiten bisher nicht auf dem Papier nachweisen können«, erklärt Dr. Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann Stiftung.

Nach Meinung der Autorengruppe verbessert ein solches Anerkennungssystem auch die Chancen auf qualifizierte Beschäftigung für geflüchtete Menschen, die häufig keine formal anerkannten Kompetenzen mitbringen. Aber nicht nur die Arbeitnehmer, sondern auch die Betriebe können nach Auffassung der Expertinnen und Experten von einer verbesserten Anerkennung profitieren. Rund 60 % der Befragten aus Betrieben gehen davon aus, dass dies eine sinnvolle Maßnahme darstellt, um dem erwarteten Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Bisher eingesetzte Instrumente zur Kompetenzerfassung, wie der ProfilPASS, basieren größtenteils auf Selbsteinschätzungen und werden von den Fachleuten als unzureichend kritisiert. Auch die sogenannte Externenprüfung zur Erfassung der Fertigkeiten kann noch nicht überzeugen. Die Expertinnen und Experten plädieren bei der Kompetenzerfassung und -bewertung daher für die Nutzung von Arbeitsproben und Testverfahren. Referenzen und Zeugnisse seien dagegen weniger aussagekräftig.

Für knapp 40 % der Expertinnen und Experten sollte eine Anerkennung informellen und non-formalen Lernens zu einem anerkannten Zertifikat führen, das einem formalen Berufsabschluss gleichgestellt ist. Eine große Mehrheit der Befragten befürwortet zudem die Anerkennung von Teilqualifikationen und sieht eine Leistung der Anerkennungsverfahren unter anderem darin, Prüfungszugangsberechtigungen zu erwerben. Mit der Zertifizierung informellen und non-formalen Lernens sollte nach einhelliger Meinung der Fachleute ein »glaubwürdiger Akteur« beauftragt werden, um die Akzeptanz und Nutzung dieser Zertifikate auf dem Arbeitsmarkt zu gewährleisten.

Begleitet werden sollte das Anerkennungsverfahren durch eine umfassende Beratung sowie eine finanzielle Förderung finanzschwacher Zielgruppen. Dabei sprechen sich die Fachleute mehrheitlich für einen Mix aus finanzieller Selbstverantwortung der Teilnehmenden sowie einer Bezuschussung durch die öffentliche Hand und die Privatwirtschaft aus.

Der Rat der Europäischen Union hat in einem Beschluss vom Dezember 2012 eine Empfehlung an die Mitgliedstaaten ausgesprochen, bis zum Jahr 2018 nationale Regelungen für eine Anerkennung informellen und non-formalen Lernens zu entwickeln. Dass dies bis 2018 in Deutschland tatsächlich realisiert wird, bezweifeln über 70 % der Fachleute.

Hintergrund
Die BIBB-Befragung erfolgte im August/September 2015 innerhalb des »Expertenmonitors Berufliche Bildung«. Hierbei handelt es sich um ein etabliertes Online-Befragungssystem des BIBB mit dem Ziel, Meinungen von Berufsbildungsfachleuten zu aktuellen Fragestellungen einzuholen und diese in die bildungspolitische Diskussion einzubringen.

(06.04.2016, prh)

Weitere Informationen

 

Deutscher Weiterbildungstag sucht »Vorbilder der Weiterbildung 2016«

DWT 2016

Ein junger Mann aus Gelsenkirchen, der nach Drogensucht, Obdachlosigkeit und Bewährungsstrafe seine zweite Chance zum Schulabschuss nutzt und schließlich Mechatroniker wird. Eine Dozentin, die erwachsenen Analphabeten aus aller Welt Lesen und Schreiben beibringt und sich weit über den Unterricht hinaus für »ihre Schüler« engagiert. Oder Ante Caljkusic, ein Dortmunder mit französisch-kroatischen Wurzeln, der aus Familienpflicht erst jahrelang das elterliche Restaurant leitet, ehe er mit 44 Jahren dank einer Umschulung seinen persönlichen Traumberuf erlernt. Was diese drei gemeinsam haben? Sie alle sind »Vorbilder der Weiterbildung«.

Zum Deutschen Weiterbildungstag 2016 möchten die Initiatorenr zum sechsten Mal solche »Vorbilder der Weiterbildung« ehren. Menschen, die dem abstrakten Begriff Weiterbildung ein konkretes Gesicht verleihen. Menschen und Projekte, die eine besondere Geschichte der Weiterbildung erzählen. Und vor allem Preisträgerinnen und Preisträger, die für das diesjährige Thema stehen: »Weiterbildung 4.0 – fit für die digitale Welt«

Bezug zum Thema »Weiterbildung 4.0 « - die beste Geschichte gewinnt

Kennen Sie solche Menschen? Zum Beispiel einen Zuwanderer oder eine Zuwanderin, der oder die dank digitalem Lernen in unserer Gesellschaft angekommen ist. Oder ein Unternehmen, das mit innovativen digitalen Lernformen seine Belegschaft motiviert. Oder ein junggebliebener Siebzigjähriger, der dafür steht, dass Weiterbildung auch im hohen Alter fit hält und Teilhabe an der Gesellschaft sichert. Wenn Sie solche oder ähnliche Menschen oder Projekte kennen, die für Sie ein echtes »Vorbild der Weiterbildung« sein sind, dann können Sie an den Deutschen Weiterbildungstag schreiben.

Bis zum 22. April 2016 werden Vorschläge für die »Vorbilder der Weiterbildung 2016« in allen Kategorien entgegengenommen. Verliehen werden die vier Preise am 28. September 2016 in Berlin in der Akademie der Künste verliehen, direkt am Brandenburger Tor. Die Preisverleihung wird von ZDF-Moderatorin Dunja Hayali moderiert. Es gewinnt die beste Geschichte, die beeindruckendste Biografie oder das überzeugendste Projekt.

(04.04.2016, prh)

Weiterführende Informationen (PDF, 4 Seiten)

 

Koordinierungsstelle »Dekade für Alphabetisierung« eingerichtet

BIBB

In Deutschland leben einer Studie zufolge etwa 7,5 Millionen funktionale Analphabeten – also Menschen, die nicht oder nur unzureichend lesen und schreiben können. Durch die Zuwanderung von Menschen, die vor Krieg, Terror und Bedrohung nach Deutschland flüchten, wird diese Zahl eher noch weiter zunehmen. Mit der Verkündung einer »Dekade für Alphabetisierung« haben Bund und Länder ein bildungspolitisches Zeichen gesetzt, dass sie in den kommenden zehn Jahren die Kompetenzen dieser Menschen nachhaltig verbessern wollen, um ihre Beschäftigungsfähigkeit zu verbessern.

Zur Unterstützung dieses Prozesses hat das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) eine Koordinierungsstelle »Dekade für Alphabetisierung« eingerichtet. Schwerpunktaufgaben der neuen Koordinierungsstelle im BIBB werden es sein, die Kommunikation und Kooperation mit und zwischen den jeweiligen Partnern der Dekade zu fördern sowie die vom Bundesbildungsministerium geförderten Projekte zur Alphabetisierung und Grundbildung wissenschaftlich zu begleiten. Zudem sollen künftige Forschungsbedarfe identifiziert und Handlungsempfehlungen für die Politik erarbeitet werden.

Die Förderung des Erfahrungsaustausches sowie die Verbreitung von Beispielen guter Praxis auf nationaler und europäischer Ebene runden das Aufgabenspektrum der neuen Koordinierungsstelle ab, die auch eng mit der vom BMBF geförderten Kampagne »Lesen und Schreiben – mein Schlüssel zur Welt« zusammenarbeiten wird.

»Der Erwerb und Erhalt von Lese- und Schreibkompetenz stellt gerade vor dem Hintergrund des raschen technologischen und strukturellen Wandels für die Beschäftigungsfähigkeit des Einzelnen ein zentrales Kriterium dar«, betont BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser. »Nur durch ausreichende Kenntnisse von Schrift und Sprache ist eine aktive berufliche, soziale und ökonomische Teilhabe am gesellschaftlichen Leben möglich. Da gerade arbeitsmarktnahen Themen und Zielgruppen während der Dekade eine besondere Bedeutung zukommt, ist der Ansatz richtig, die Alphabetisierung stärker mit dem beruflichen Lernen zu verbinden. Hier wird die Koordinierungsstelle im BIBB einen aktiven Beitrag leisten«.

(01.04.2016, prh)

 

Saarländischer Landtag will Bildungsfreistellung erweitern

Saarland

Beabsichtigt sind die Einführung der Freistellung zur Weiterbildung im Ehrenamt, die Erhöhung der bezahlten Freistellung auf zu vier Tage sowie die Einbeziehung von Bundesbediensteten 

Der Landtag des Saarlandes beabsichtigt eine Novellierung des Saarländischen Bildungsfreistellungsgesetzes. Folgende Änderungen stehen dabei im Vordergrund:

  1. Es soll ein weiterer freistellungsfähiger Themenbereich, nämlich die Weiterbildung zur Ausübung einer ehrenamtlichen Tätigkeit, eingeführt werden. Denn in Bereichen wie Natur- und Umweltschutz, Katastrophenschutz, Feuerwehren, Tierschutz, Bewährungshilfe und insbesondere soziale Hilfen im Bereich von Altenheimen, Hospizen, Krankenhäusern, Behinderteneinrichtungen und aktuell der Flüchtlingshilfe sowie weiteren Bereichen erfolgen wichtige Dienstleistungen, die ohne das ehrenamtliche bzw. gemeinwohlorientierte, freiwillige und unentgeltliche Engagement von Bürgerinnen und Bürgern nicht angeboten werden könnten.

  2. Der Kreis der Anspruchsberechtigten soll um die im Dienst des Bundes und der bundesunmittelbaren Körperschaften des öffentlichen Rechts stehenden Personen erweitert werden, die bislang keinen Anspruch auf Freistellung hatten.

  3. Derzeit umfasst der Anspruch auf Freistellung für saarländische Beschäftigte bis zu drei Arbeitstage innerhalb eines Kalenderjahres. Die Gewährung ist davon abhängig, dass im gleichen Umfang sogenannte arbeitsfreie Zeit für die beantragte Weiterbildungsveranstaltung verwendet wird.Daraus ergibt sich eine Bildungsfreistellung von maximal sechs Tagen in einem Kalenderjahr. Gemäß dem Koalitionsvertrag für die 15. Legislaturperiode soll nunmehr eine Anrechnungsfreiheit der Bildungsfreistellung für die ersten beiden Tage pro Kalenderjahr eingeführt werden, d.h., dass erst ab dem dritten Tag arbeitsfreie Zeit eingebracht werden muss.

  4. Das Antragsverfahren für die Hochschulen im Saarland und die anerkannten Hochschulen in der EU wird wesentlich vereinfacht. Sie können künftig nach dem Gesetz selbstständig Freistellungsbescheide ausstellen, da sie staatliche bzw. staatlich anerkannte Institutionen sind.

  5. Als Entgegenkommen für die Arbeitgeber wird zudem die Möglichkeit eröffnet, die Ansprüche auf Freistellung gemeinsam zu erfüllen oder einen finanziellen oder personellen Ausgleich vorzunehmen. »Gemeinsam« bedeutet dabei, dass die Arbeitnehmer bzw. deren Vertretung dabei zustimmen müssen.

Das Gesetz dürfte im nächsten Plenum des Landtages verabschiedet werden, da die Ausschussberatung abgeschlossen wurde.

(30.03.2016, prh)

siehe auch: Bildungsfreistellung: Saarland will Gesetz novellieren

 

Durchlässigkeit der Bildungswege fördert lebenslanges Lernen

WKO

77 % der Österreicher erachten Bildungsdurchlässigkeit als sehr bzw. einigermaßen wichtig - Wichtigste Maßnahmen: Bildungskonto, Lehre mit Matura, Studium auch ohne Matura (»Matura« = »Abitur«)  

(Wien) - Dass lebenslanges Lernen in der heutigen Gesellschaft sehr bzw. einigermaßen wichtig ist, dem können sich laut einer heute präsentierten IMAS-Studie im Auftrag des WIFI bereits 94 Prozent der Österreicher ab 16 Jahren anschließen. »Die tatsächliche Umsetzung des lebenslangen Lernens wird durch das aktuelle Bildungssystem allerdings nur für 20 Prozent der Befragten sehr stark und für weitere 49 Prozent einigermaßen stark gefördert. Für knapp ein Fünftel der Befragten ist die Förderung des lebenslangen Lernens im Bildungssystem aktuell eher nicht bzw. überhaupt nicht gegeben«, führt Paul Eiselsberg von IMAS International die Ergebnisse der repräsentativen Studie weiter aus.

»Ein bedeutsames und künftig noch relevanter werdendes Kriterium ist dabei für 77 Prozent die Durchlässigkeit der Bildungswege, also die Möglichkeit, sich im Bildungssystem ohne Sackgassen weiterentwickeln zu können«, zitiert WIFI Österreich-Kurator Markus Raml vor Journalisten aus der Studie. »Die Befragten wissen außerdem ganz konkret, welche Maßnahmen die Durchlässigkeit und damit die Attraktivität des lebensbegleitenden Lernens wirksam erhöhen: die Lehre mit Matura, die Anrechnung erlangter Kompetenzen im Rahmen beruflicher Weiterbildung und die Chance auf ein Studium auch ohne Matura«.

Bildungskonto einführen

Interessant ist laut Raml, wo die Österreicher beim Weiterlernen der Schuh drückt: »Es sind laut Umfrage in erster Linie finanzielle Aspekte und die Schwierigkeit, wegen starrer Systeme Beruf und Ausbildung miteinander zu vereinen«. Umso wichtiger sei es, endlich das Bildungskonto für alle Österreicher einzuführen, das die berufsorientierte Weiterbildung unterstützt. Das WIFI biete außerdem mit seinem akademischen Programm gemeinsam mit Universitäten und FHs die Möglichkeit, als Fachkraft mit Berufspraxis auch ohne Matura einen Masterabschluss zu erlangen – etwa im Rahmen der neuen Berufsakademie, mit der sich beispielsweise Handels- bzw. Verkaufsmitarbeiter einen Mastertitel erarbeiten und auf Führungspositionen vorbereiten können. »Lebensbegleitendes Lernen ist das Gebot der Stunde. Erwachsenenbildung muss daher für alle finanzierbar, transparent und in alle Richtungen durchlässig sein«, so Raml.

Abschlüsse sichtbar und vergleichbar machen

Anlässlich der Präsentation der IMAS-Studie zur Bildungsdurchlässigkeit unterstrich WIFI Österreich-Institutsleiter Michael Landertshammer erneut die Wichtigkeit, Bildungswege und -abschlüsse aus dem schulischen Bereich und der berufsbezogenen Weiterbildung vergleichen zu können. »Der soeben in Kraft getretene Nationale Qualifikationsrahmen schafft dafür die nötigen Rahmenbedingungen. Er bildet die gesamte österreichische Qualifikationslandschaft ab und ordnet auf Basis dessen, was jemand wirklich kann, die Abschlüsse einheitlichen Levels zu. Abschlüsse wie Werkmeister oder Ingenieur werden für Unternehmen damit ebenso in ihrer Wertigkeit sichtbar wie Abschlüsse der berufsbezogenen Erwachsenenbildung«.

Aufzeigen, was jemand wirklich kann

Akademische Titel, die im Zuge des Trends zu höheren Abschlüssen immer gefragter werden, sind demnach nicht alles: »Es ist die Kombination von Titel und Kompetenz, die den Erfolg unserer akademischen Programme ausmachen und die Durchlässigkeit zwischen beruflicher und höherer Bildung ermöglichen«, so Landertshammer. »Berufs- und Hochschulbildung betrachten wir dabei als gleichwertig«. Ein Beispiel dafür sei das Duale Studium zum Bachelor of Engineering – eine Kooperation zwischen WIFI und der Steinbeis Hochschule Berlin. »Dieser neuartige Ausbildungsweg verbindet akademisches Management-Know-how mit laufender praktischer Umsetzung in den Betrieben und steht Studierenden auch ohne Matura, aber mit Berufsausbildung und Praxis offen«.

Zusammenfassend erhöhen innovative, transparente und offene Weiterbildungswege die Durchlässigkeit im gesamten Bildungssystem, was laut Meinung eines Großteils der Österreicher eine wichtige Voraussetzung für das lebensbegleitende Lernen darstellt. In Kombination mit dem Nationalen Qualifikationsrahmen bekommt die berufliche Bildung nun auch die nötige Anerkennung als gleichwertiger Ausbildungsweg.

Hintergrund
Die WIFIs, die Wirtschaftsförderungsinstitute der Wirtschaftskammern, sind mit einem Marktanteil von rund 20 Prozent der größte Anbieter für berufliche Aus- und Weiterbildung in Österreich. Pro Jahr besuchen mehr als 350.000 Kundinnen und Kunden über 30.000 Kurse, Seminare und Lehrgänge. Aktuell sind für die WIFIs 12.000 Trainer/innen im Einsatz. Seit bald 70 Jahren ist das WIFI mit einer Dachorganisation (WIFI Österreich), neun Landesinstituten und 80 Außenstellen kompetenter Partner der österreichischen Wirtschaft. Das WIFI International begleitet international tätige, österreichische Unternehmen mit beruflicher Aus- und Weiterbildung »Made in Austria« in Länder der CEE- und SEE-Region. Der WIFI-Unternehmerservice bietet Veranstaltungen und Publikationen zu Themen, die für Unternehmen in Zukunft wichtig werden. Im Mittelpunkt steht das Entwickeln und Koordinieren von Wirtschaftsförderungsprogrammen mit Kofinanzierungspartnern.

(30.03.2016, prh)

 

Digitale Fähigkeiten beschleunigen Gleichberechtigung am Arbeitsplatz

accenture

Frauen nutzen die Chancen der Digitalisierung, um im Beruf aufzusteigen und den Karriereabstand zu ihren männlichen Kollegen zu verringern, so eine Studie des Beratungsunternehmens Accenture in 31 Ländern. Eine hohe Digital Fluency, also digitale Kompetenzen sowie neue berufliche Möglichkeiten durch Digitalisierung, hilft besonders Frauen dabei, ihre Karriereaussichten zu verbessern und die nötigen Voraussetzungen für den beruflichen Aufstieg zu schaffen. Somit kann die Digitalisierung in den nächsten Jahren dazu beitragen, die Gleichberechtigung von Frauen und Männern im Arbeitsleben weiter voranzutreiben.

Die Studie Getting to Equal: How Digital is Helping Close the Gender Gap at Work zeigt für alle untersuchten Länder einen ausgeprägten Zusammenhang zwischen einer hohen Digital Fluency von Frauen und ihrem Bildungsniveau sowie ihren Berufsaussichten. In 16 der 31 untersuchten Länder erreichen Frauen ein höheres Bildungsniveau als Männer – unter anderem, weil sie digitale Technologien effektiver nutzen. Zudem eröffnen sich neue berufliche Chancen für Frauen, da sie Dank der Digitalisierung flexibler arbeiten können und stärker von neuen Berufsbildern profitieren. Männer ziehen daraus zwar ebenfalls Vorteile im Job, doch laut Studie hat Digital Fluency einen wesentlich stärkeren Einfluss auf die Karrierechancen von Frauen.

Im Vergleich aller untersuchten Länder belegt Deutschland lediglich einen der mittleren Plätze, sowohl was die Digital Fluency (Platz 11), das Bildungsniveau (Platz 18), die Beschäftigungsfähigkeit (Platz 11) und die beruflichen Aufstiegsmöglichkeiten (Platz 16) von Frauen betrifft. Gerade bei der für die zukünftigen Karrierechancen von Frauen so wichtigen Digital Fluency sind die Niederlande, die skandinavischen Länder und die USA führend, während Schwellenländer wie die Philippinen, Indien und Indonesien auf den letzten Plätzen landen.

So sind 61 Prozent der in Deutschland befragten Frauen und Männer überzeugt, dass digitale Technologien es für Frauen einfacher machen, eine Beschäftigung aufzunehmen und auf Dauer am Berufsleben teilzunehmen. Weiterhin glauben 63 Prozent, dass die Digitalisierung zu einer Angleichung der Karrierechancen von Frauen und Männern führen wird. Dass die Digitalisierung mehr Flexibilität im Beruf bringt und somit eine bessere Work-Life-Balance ermöglicht, glauben 53 Prozent aller Umfrageteilnehmer in Deutschland. Immerhin mehr als ein Drittel der Befragten (36 Prozent) gab an, seine digitalen Fähigkeiten bereits für den beruflichen Aufstieg genutzt zu haben und 23 Prozent sehen dafür sogar den Grund für ein höheres Gehalt.

Das Berechnungsmodell zeigt weiterhin: Wenn Regierungen und Unternehmen die Geschwindigkeit verdoppeln, mit der Frauen digital kompetent werden, könnte Geschlechtergleichheit am Arbeitsplatz in den Industriestaaten bereits im Jahr 2040 erreicht werden, also 25 Jahre schneller als bei der jetzigen Entwicklung. Während Digital Fluency Frauen zwar dabei hilft, in ihrer Karriere schneller voranzukommen, ist es noch nicht gelungen, den Abstand zu Männern in Führungspositionen deutlich zu verringern oder den Gehaltsunterschied zwischen den Geschlechtern auszugleichen.

»Auf dem beruflichen Weg nach oben gehen noch zu viele Frauen verloren, obwohl sie immer besser qualifiziert sind und die Chancen der Digitalisierung zu ihrem Vorteil zu nutzen wissen«, sagt Sandra Babylon von Accenture. »Die Unternehmen müssen mehr tun, um qualifizierten Frauen den beruflichen Aufstieg zu ermöglichen und dabei ihre digitalen Kompetenzen voll auszuspielen. Denn genau diese Fähigkeiten werden im Arbeitsalltag immer wichtiger und bieten Frauen somit eine Möglichkeit, bei Karriere und Bezahlung zu ihren männlichen Kollegen aufzuschließen«.

Hintergrund
Die Studie »Getting to Equal: How Digital is Helping Close the Gender Gap at Work« von Accenture basiert auf einer Onlinebefragung von etwa 4.900 berufstätigen Frauen und Männern in 31 Industriestaaten und Schwellenländern weltweit im Zeitraum Dezember 2015 bis Januar 2016. In Deutschland nahmen 208 Personen an der Studie teil, davon 107 Frauen und 101 Männer. Die Umfrageergebnisse wurden für die Bereiche Bildung, Beschäftigung und Aufstieg in Führungspositionen zusätzlich mit Datenmaterial von der Weltbank, der OECD, dem World Economic Forum und der ITU World Telecommunication ergänzt.

Um die Zusammenhänge zwischen dem beruflichen Vorankommen von Frauen und den Möglichkeiten der Digitalisierung näher zu beleuchten, entwickelte Accenture das Digital Fluency-Modell. Dieses untersucht neben den klassischen Karriereindikatoren wie dem Bildungsniveau, den allgemeinen Beschäftigungschancen und dem Aufstieg in Führungspositionen zusätzlich die Digital Fluency von Frauen und Männern. Darunter versteht Accenture, wie sehr jemand mit digitalen Technologien vertraut ist und diese in Beruf und Alltag nutzt, und wie die Digitalisierung neue berufliche Möglichkeiten für den Einzelnen eröffnet. Dazu gehören etwa flexiblere Arbeitszeitmodelle oder neue Berufsbilder, von denen vermehrt Frauen profitieren können, sowie E-Learning-Angebote, digitale Tools zur Zusammenarbeit mit Kollegen, soziale Medien oder die Nutzung von Smartphones und anderen digitalen Endgeräten.

(30.03.2016, prh)

Die Studienergebnisse in der Übersicht (PDF, 14 Seiten)

 

Medienkompetenz: Viel mehr als Technikwissen

BIBB

BIBB-Forschungsprojekt empfiehlt berufsspezifische Ausbildungsinhalte 

Technische Kompetenzen im Umgang mit Medien sind bei vielen Schulabgängerinnen und -abgängern bereits vorhanden. Die Ergebnisse des Forschungsprojektes »Medien anwenden und produzieren – Entwicklung von Medienkompetenz in der Berufsausbildung« des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) zeigen aber: Die Kompetenzen zur Problemlösung unter Nutzung von Medien, das Bewusstsein für rechtliche und ethische Fragen und das Vermögen, in der Kommunikation formale Regeln einzuhalten und Inhalte situationsbezogen zu vermitteln, sind bei den Jugendlichen häufig nicht sehr ausgeprägt. Diese Inhalte müssen somit während der Ausbildung gelernt werden und sollten in Ausbildungsordnungen einen besonderen Stellenwert erhalten.

Das BIBB hat in seinem Forschungsprojekt erstmals Medienkompetenz nicht – wie bislang üblich – nur auf Technik-Nutzung beschränkt, sondern eine mehrdimensionale Betrachtung vorgenommen, die unter anderem ökonomische, ethische, soziale und rechtliche Dimensionen einbezieht. Dieser Ansatz ist aus Sicht von BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser wesentlich: »Medienkompetenz ist vielschichtig zu sehen. Sie ist heute eine vierte Schlüsselqualifikation neben Lesen, Schreiben und Rechnen.«

Im Ergebnis zeigt das Forschungsprojekt, dass bestimmte Aspekte erforderlich sind, damit junge Leute am Ende ihrer Ausbildung über die heute im Berufsleben nötige Medienkompetenz verfügen und langfristig, kompetent und verantwortungsvoll mit Medien agieren können.

Zentrale Dimensionen sind:

  • Medien zielgerichtet nutzen: Auszubildende können aufgabenbezogen Medien auswählen und/oder entsprechende Hard- und Software bedienen. Sie können in verschiedenen Medien recherchieren und Arbeitsergebnisse gestalten und/oder dokumentieren.

  • Selbstständig lernen: Auszubildende erkennen neue Entwicklungen und ihren daraus resultierenden Lernbedarf. Sie können selbstständig und zielgerichtet lernen.

  • Rechtliche, ethische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen der Mediennutzung berücksichtigen: Auszubildende kennen die rechtlichen und ethischen Grundlagen der Mediennutzung. Sie achten bei der Mediennutzung auch auf wirtschaftliche Aspekte.

  • Verantwortungsvoll zusammenarbeiten: Auszubildende können Medien zum Austausch mit anderen und zur Zusammenarbeit nutzen. Sie bringen sich aktiv in den Austausch ein und treiben diesen voran. Dabei achten sie darauf, andere zu respektieren und niemandem zu schaden.

  • Sprache zielgerichtet nutzen: Auszubildende können sich mündlich und schriftlich situationsbezogen ausdrücken und berücksichtigen dabei die gängigen Regeln. Sie können Informationen bewerten und beurteilen, ob diese für die Aufgabenstellung wichtig sind.

  • Innovationen aufgreifen und vorantreiben: Auszubildende gehen technische Neuerungen aktiv an. Sie können neue Medienanwendungen umsetzen und während der Ausbildung Anwendungen entwickeln und gestalten.

Die Analyse bestehender Ausbildungsordnungen und die Befragung von Ausbilderinnen und Ausbildern innerhalb des BIBB-Forschungsprojekts haben gezeigt, dass die Anforderungen an Medienkompetenz je nach Tätigkeit sehr unterschiedlich sind. Es erscheint den BIBB-Fachleuten daher nicht sinnvoll, einheitliche Vorgaben für alle Berufe zu machen. Nach ihrer Empfehlung sollte daher in Neuordnungsverfahren in Abstimmung mit allen Beteiligten – den von den Sozialpartnern und Kammern benannten Sachverständigen, Bund und Ländern – geprüft werden, ob und in welchem Maß bestimmte Dimensionen der Medienkompetenz in eine Ausbildungsordnung aufgenommen werden sollen. Es gelte, künftig die einzelnen Aspekte berufsspezifisch in ihrer Bedeutung zu bewerten und je nach Ausbildung unterschiedlich zu gewichten.

Der Abschlussbericht beinhaltet eine »Checkliste zur Berücksichtigung der Medienkompetenz in Ausbildungsordnungen« mit einer Übersicht über die Dimensionen und deren verschiedene Aspekte. Zur Verdeutlichung, wie und wo diese Aspekte bereits im Ausbildungsgeschehen Eingang gefunden haben, sind jeweils Beispiele aus bestehenden Ausbildungsordnungen benannt.

(23.03.2016, prh)

Zum Abschlussbericht (PDF, 61 Seiten)

Projektinformationen (PDF, 22 Seiten)

 

Rheinland-Pfalz: Weiterbildungspreis 2016 ausgeschrieben

Weiterbildungspreis Rhld Pfalz

»Weiterbildung: LernRÄUME schaffen« unter diesem Motto hat das Landesministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur in Kooperation mit dem Landesbeirat für Weiterbildung Rheinland-Pfalz den Weiterbildungspreis 2016 ausgeschrieben.

Bewerben können sich Weiterbildungsprojekte, die mit neuartigen und viel versprechenden Ansätzen Lernprozesse unterstützen und den Menschen dadurch neue Perspektiven im Hinblick auf persönliche und berufliche Entwicklungs- sowie gesellschaftliche Teilhabemöglichkeiten eröffnen.

»Lernräume zu schaffen bedeutet für Bildungseinrichtungen, sich an gesellschaftlichen, technologischen und wirtschaftlichen Entwicklungsprozessen zu orientieren. Die Weiterbildung in Rheinland-Pfalz reagiert auf sich wandelnde Bildungsbedürfnisse der Menschen, indem sie neue Lernmöglichkeiten schafft und neue Wege findet, auch bisher noch wenig erreichte Zielgruppen anzusprechen. Mit dem Weiterbildungspreis 2016 möchten wir dies anerkennen. Ausgezeichnet werden in diesem Jahr Projekte, die besondere Räume des Lernens und besondere Zugänge zu Teilnehmenden finden«, sagte Vera Reiß, Ministerin für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur. Wichtiger Bestandteil des Weiterbildungspreises sei auch in diesem Jahr der »Stiftungspreis MedienKompetenz Forum Südwest«, der für ein Projekt vergeben wird, das nachhaltig zur Stärkung der Medienkompetenz beiträgt.

Bewerbungen können bis zum 13. Mai 2016 eingereicht werden.

Über die Vergabe des Preises befindet eine unabhängige Fachjury mit Vertreterinnen und Vertretern der Bereiche Wissenschaft, betriebliche Weiterbildung, Gewerkschaft, Ehrenamt und Medien. Die Verleihung der fünf mit je 1.500 Euro dotierten Weiterbildungspreise und des »Stiftungspreises MedienKompetenz Forum Südwest« findet am 26. Oktober 2016 ab 18 Uhr im Festsaal des Gutenberg-Museums in Mainz statt. (21.03.2016, prh)

Weiterführende Informationen

 

In Neuigkeiten & Terminen

Kölner Weiterbildungsmesse

vom 07.05.2016 bis zum 08.05.2016

Zum 16. Mal findet die Kölner Weiterbildungsmesse an zwei Messetagen in Köln statt - in diesem Jahr in traditionsreicher Location im Gürzenich.

Ob Ausbildung, Fort- und Weiterbildung oder Studium - die Messe bietet viele Möglichkeiten zur ausführlichen und kostenfreien Information.

 

Personal 2016 Süd (Stuttgart)

vom 10.05.2016 bis zum 11.05.2016

Am 10. und 11. Mai 2016 findet die Fachmesse für Personalmanagement PERSONAL 2016 in Stuttgart statt.

Auf der Messe können Personalentscheider aus Wirtschaft und Verwaltung Anbieter von Dienstleistungen und Produkten für das Personalwesen treffen sowie verschiedene Praxisforen besuchen. Aussteller und Besucher finden weitere Infos zur Messe auf der Website.

 

Konferenz: Erinnerungskultur und Geschichtsbewusstsein in der Erwachsenenbildung (Bonn)

vom 23.05.2016 bis zum 25.05.2016

Die Konferenz findet im Deutschen Institut für Erwachsenenbildung (DIE) Leibniz Zentrum für Lebenslanges Lernen e.V. in Bonn statt.

Die Träger der Konferenz, das Österreichische Volkshochschularchiv und das DIE, das neu als Kooperationspartner mitwirkt, freuen sich auf Ihr Interesse und Ihr Kommen. Die Durchführung der Veranstaltung wird vom Deutschen Volkshochschul-Verband gefördert. 

 

Deutscher Weiterbildungstag 2016 (bundesweit)

vom 29.09.2016 bis zum 29.09.2016

Der nächste Deutsche Weiterbildungstag findet am 29. September 2016 statt. Der Deutsche Weiterbildungstag ist ein bundesweiter Aktionstag für Bildung und Lebenslanges Lernen. Er findet alle zwei Jahre in Hunderten Städten und Gemeinden der Bundesrepublik statt. Deutschlandweit werden rund 750 Veranstaltungen und insgesamt 100.000 Besucher erwartet.

Für die sechste Auflage des Weiterbildungstages sind Neuerungen angekündigt. Allen voran das Schwerpunktthema: 2016 dreht sich alles um die Zukunft der (Weiter-)Bildung, den Mega-Trend Digitalisierung und »Weiterbildung 4.0«.

 

 

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