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GEW verlangt 57 Milliarden Euro mehr für Bildung

gew

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat Bund und Länder aufgefordert, jährlich 57 Milliarden Euro mehr für ein qualitativ besseres und zukunftsfähiges Bildungssystem auszugeben.

»Auf dem Dresdener ‚Bildungsgipfel' haben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten 2008 vereinbart, ab 2015 zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Bildung und Forschung zu investieren. Sieben Prozent in Bildung und drei in Forschung. Von diesem Ziel sind wir noch meilenweit entfernt«, sagte GEW-Bildungsfinanzierungsexperte Ansgar Klinger, Vorstandsmitglied für Berufliche Bildung und Weiterbildung, mit Blick auf den Bildungsfinanzbericht 2014, den das Statistische Bundesamt am 11. Dezember 2014 veröffentlicht hat. Im internationalen Vergleich liege Deutschland mit einem Anteil von 5,1 Prozent am BIP immer noch weit unter dem OECD-Durchschnitt von 6,1 Prozent.

»Dieses Geld brauchen wir dringend für Qualitätsverbesserungen in der Bildung und neue Aufgaben: Auf der politischen Tagesordnung stehen beispielsweise der qualitative Ausbau der Kitas, Hoch- und Ganztagsschulen, die Förderung sowohl der allgemeinen als auch der beruflichen Weiterbildung, die Umsetzung einer Ausbildungsgarantie sowie die Verwirklichung von Inklusion in allen Bildungsbereichen. Auch ein qualitativ gutes Bildungsangebot für die vielen Flüchtlinge gehört dazu«, betonte Klinger. »Stattdessen beobachten wir jedoch, dass die Finanzminister in den alten Bundesländern, insbesondere den westlichen Flächenländern, die wegen sinkender Schülerzahlen ‚frei werdenden' Mittel nutzen, um Haushaltslöcher zu stopfen«. Im internationalen Bildungsvergleich erfolgreiche Länder seien einen anderen Weg gegangen: Sie hätten ihre Bildungsausgaben trotz Schülerrückgangs relativ und absolut gesteigert, wie die OECD-Studie »Bildung auf einen Blick« Jahr für Jahr belegt. »Deutschland muss seine Chance auf Qualitätsverbesserungen gerade mit Blick auf die Entwicklung eines inklusiven Bildungswesens nutzen. Für ein qualitativ besseres und angesichts der gesellschaftlichen Herausforderungen zukunftsfähiges Bildungswesen muss unsere Gesellschaft jährlich 57 Milliarden Euro mehr ausgeben«, unterstrich Klinger.

Hintergrund
Absolut betrachtet sind mit 248,9 Milliarden Euro in 2012 mehr Mittel für das Bildungswesen ausgegeben worden als bisher. Entscheidend ist aber der Anteil der Ausgaben an der gesamten Wirtschaftsleistung, dem Bruttoinlandsprodukt. Dieser Anteil wird erst dann dauerhaft steigen, wenn die Aufwendungen für Bildung und Forschung langfristig stärker wachsen als die Wirtschaftskraft. Gemessen am BIP sind die Bildungsausgaben 2014 gesunken.

Die GEW hat den Finanzbedarf eines zukunftsfähigen Bildungswesens errechnen lassen. Laut der Studie »Bildungsfinanzierung für das 21. Jahrhundert« des Bildungsökonomen Henrik Piltz beträgt der jährliche Mehrbedarf für den Bildungsbereich 57 Milliarden Euro.

(16.12.2014, prh)

Studie »Bildungsfinanzierung für das 21. Jahrhundert« (PDF, 120 Seiten)

vergleiche: Öffentliche Bildungs­aus­gaben 2014: Über 120 Milli­arden Euro

 

Allianz für Aus- und Weiterbildung

Gemeinsam die duale Ausbildung stärken: Bund, Wirtschaft, Gewerkschaften und Länder schmieden neue Allianz für Aus- und Weiterbildung. 

Die neue Allianz für Aus- und Weiterbildung ist besiegelt: Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel, DIHK-Präsident Dr. Eric Schweitzer, DGB-Vorsitzender Reiner Hoffmann und KMK-Präsidentin Sylvia Löhrmann haben heute als Verhandlungsführer für Bundesregierung, Wirtschaft, Gewerkschaften und Länder die Allianzvereinbarung im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie in Berlin unterzeichnet.

Die Partner der Allianz wollen gemeinsam die duale Berufsausbildung in Deutschland stärken und für die Gleichwertigkeit der betrieblichen und akademischen Ausbildung werben. Jedem ausbildungsinteressierten Menschen soll ein Pfad aufgezeigt werden, der ihn frühestmöglich zu einem Berufsabschluss führen kann. Die betriebliche Ausbildung hat dabei klaren Vorrang.

Bundesminister Sigmar Gabriel: »Die Auszubildenden von heute sind die Fachkräfte von morgen - fehlen sie in der dualen Ausbildung, so fehlen sie später auch in den Betrieben. Hier wollen Politik, Wirtschaft, Gewerkschaften und Länder gemeinsam in der neuen Allianz für Aus- und Weiterbildung mit substanziellen Beiträgen gegensteuern. Unser gemeinsames Ziel ist es dabei, die zunehmenden Passungsprobleme zwischen Nachfrage und Angebot auf dem Ausbildungsmarkt deutlich zu verringern. Ich bin Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles sehr dankbar, dass sie diese Vereinbarung möglich gemacht hat, indem die Mittel für die assistierte Ausbildung bereitgestellt werden«.

DIHK-Präsident Dr. Eric Schweitzer: »Wir wollen mit der Unterzeichnung unserer gemeinsamen Allianz für Aus- und Weiterbildung ein starkes Zeichen setzen. Wir wollen klar machen: Die Berufliche Bildung ist für viele junge Menschen ein guter Weg in ein erfolgreiches Berufsleben. Sie ist zentraler Erfolgsfaktor für die Wirtschaft und Grundlage unserer Fachkräftesicherung«.

DGB-Vorsitzender Reiner Hoffmann: »Wir können es nicht hinnehmen, dass rund 260.000 junge Menschen in den Maßnahmen im Übergang von der Schule in die Ausbildung stecken - oftmals ohne Aussicht auf einen Berufsabschluss. Wir brauchen einen Paradigmenwechsel: Weg von den zahllosen Maßnahmen im Parallelsystem hin zu betrieblicher Ausbildung, bei Bedarf eben mit professioneller Begleitung. Hier können in der Allianz für Aus- und Weiterbildung mit einem starken Beitrag der Wirtschaft und einem Impuls für die assistierte Ausbildung entscheidende Weichen gestellt werden, um die Lage der Jugendlichen auf dem Ausbildungsmarkt zu verbessern«.

KMK-Präsidentin und nordrhein-westfälische Schulministerin Sylvia Löhrmann: »Wir wollen allen jungen Menschen nach der Schule eine berufliche Perspektive bieten. Dies betrifft ganz besonders Jugendliche mit Unterstützungsbedarf, mit Migrationshintergrund oder mit Behinderungen. Die Länder arbeiten auf der Grundlage eines umfassenden Gesamtkonzepts an der Neuausrichtung des Übergangs von der Schule in die Berufsausbildung, um diese Jugendlichen mit einer verlässlichen Perspektive an eine berufliche Ausbildung heranzuführen«.

Die neue Allianz für Aus- und Weiterbildung löst den zum Ende des Jahres 2014 auslaufenden Nationalen Pakt für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs ab. Im Rahmen der Allianz will die Wirtschaft im kommenden Jahr 20.000 zusätzliche Ausbildungsplätze gegenüber den 2014 bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten Stellen sowie jährlich 500.000 Praktikumsplätze zur Berufsorientierung zur Verfügung stellen. Sie hat zugesagt, jedem vermittlungsbereiten Jugendlichen, der bis zum Beginn des Ausbildungsjahres im Herbst noch keinen Platz gefunden hat, drei Angebote für eine Ausbildung zu machen. Die Partner der Allianz wollen jetzt den Einstieg in die assistierte Ausbildung auf den Weg bringen; als ersten Schritt streben sie für das Ausbildungsjahr 2015/2016 bis zu 10.000 Plätze für die assistierte Ausbildung an; das Bundesministerium für Arbeit und Soziales wird die gesetzlichen Grundlagen dafür auf den Weg bringen. Die Länder werden zusammen mit dem Bund den Übergang von der Schule in den Beruf umgestalten. Auch an Gymnasien soll künftig noch stärker über die duale Ausbildung als gleichwertige Alternative zum Studium informiert werden. Alle »Allianz«-Partner wollen sich zudem in eine gemeinsame Kampagne einbringen, mit der sie bundesweit für die berufliche Bildung werben.

(12.12.2014, prh)

Überblick zu den Zielen der neuen Allianz für Aus- und Weiterbildung sowie Beiträge der jeweiligen Allianz-Partner (PDF, 2 Seiten)

Im Wortlaut: Text der neuen Allianz-Vereinbarung (PDF, 8 Seiten)

Weitere Informationen

 

Öffentliche Bildungs­aus­gaben 2014: Über 120 Milli­arden Euro

destatis

Bund, Länder und Gemeinden haben für das Jahr 2014 Bildungsausgaben in Höhe von 120,6 Milliarden Euro veranschlagt, das sind 3,6 Milliarden Euro mehr als im Vorjahr. Zu diesem Ergebnis kommt das Statistische Bundesamt (Destatis) im Bildungsfinanzbericht 2014. Der Bildungsfinanz­bericht wurde vom Statistischen Bundesamt (Destatis) im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und der Kultusministerkonferenz erstellt.

Endgültige Angaben zu den öffentlichen Bildungsausgaben liegen derzeit bis zum Jahr 2011 vor. Demnach beliefen sich im Jahr 2011 die öffentlichen Bildungsausgaben auf 110,0 Milliarden Euro. Davon stellten der Bund 9,1 Milliarden Euro, die Länder 77,7 Milliarden Euro und die Gemeinden 23,2 Milliarden Euro bereit.

Im Bildungsfinanzbericht sind neben den Bildungsausgaben der öffentlichen Haushalte auch die von Unternehmen, privaten Haushalten, der Bundesagentur für Arbeit und die vom Ausland finanzierten Bildungsausgaben sowie Forschungsausgaben enthalten. Die gesamten privaten und öffentlichen Ausgaben werden durch das konzeptionell umfassendere Budget für Bildung, Forschung und Wissenschaft dargestellt.

Gesamtübersicht

Im Jahr 2011 stieg das Budget für Bildung, Forschung und Wissenschaft auf insgesamt 245,1 Milliarden Euro. In Relation zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) entsprach dies einem Anteil von etwa 9,1 %. Nach vorläufigen Berechnungen erhöhten sich die Ausgaben im Jahr 2012 um weitere 3,7 Milliarden Euro auf 248,9 Milliarden Euro. Dies entsprach 9,0 % des Bruttoinlandsprodukts. Die Berechnungsmethodik des BIP wurde im Jahr 2014 grundlegend revidiert. Ein Vergleich der BIP-Anteile zu bisherigen Veröffentlichungen ist deshalb nur eingeschränkt möglich.

Von den Gesamtausgaben des Budgets für Bildung, Forschung und Wissenschaft entfielen im Jahr 2011 insgesamt 178,0 Milliarden Euro auf den Bildungsbereich, einschließlich der Ausgaben für Forschung und Entwicklung an Hochschulen in Höhe von 13,5 Milliarden Euro. Weitere 62,1 Milliarden Euro wurden für Forschung und Entwicklung in Unternehmen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen ausgegeben. 5,1 Milliarden Euro entfielen auf Ausgaben für Museen, Bibliotheken, Fachinformationszentren und die außeruniversitäre Wissenschaftsinfrastruktur.

Begünstigt durch den Hochschulpakt 2020 und durch die Schaffung der Sondervermögen Kinderbetreuungsausbau und Investitions- und Tilgungsfonds sind die Ausgaben für Bau- und andere Sachinvestitionen im Bildungsbereich von Bund, Ländern und Gemeinden in den Jahren 2009 bis 2011 auf insgesamt 37,8 Milliarden Euro gestiegen. Dies entsprach einem Investitionsvolumen von durchschnittlich 12,6 Milliarden Euro pro Jahr. In den Jahren 2005 bis 2008 waren dagegen nur Investitionen in Höhe von 34,6 Milliarden Euro beziehungsweise durchschnittlich 8,6 Milliarden pro Jahr realisiert worden.

Öffentliche Ausgaben für das sonstige Bildungswesen

Das sonstige Bildungswesen umfasst die Förderung der Weiterbildung, die Volkshochschulen und andere Einrichtungen der Weiterbildung sowie die Einrichtungen der Lehreraus- und -fortbildung. Der Aufgabenbereich bezieht sich damit auf non-formale Bildungsangebote. In den Angaben ist die Jugendarbeit nicht enthalten.

Angesichts der demografischen Entwicklung und des Wandels zu einer Wissensgesellschaft kommt der Weiterbildung für die wirtschaftliche Entwicklung und der Beschäftigungssicherung der Individuen eine große Bedeutung zu. Weiterbildung bzw. lebenslanges Lernen haben in der politischen Diskussion daher einen hohen Stellenwert. Dennoch wurden in den letzten Jahren nur wenige kostenintensive Initiativen gestartet, um die Beteiligung an Weiterbildung – insbesondere aus sozial benachteiligten Schichten – zu erhöhen.

Die Ausgaben dieses Bereichs bleiben im Rahmen der internationalen Bildungsberichterstattung, die sich primär auf die formalen Bildungseinrichtungen bezieht, weitgehend unberücksichtigt. Diese werden aber in den Teil B des Bildungsbudgets integriert. Allerdings wird der größte Teil der Weiterbildungsausgaben der Gebietskörperschaften nicht im Bereich sonstiges Bildungswesen, sondern unter anderen Aufgabenbereichen der öffentlichen Haushalte nachgewiesen (zum Beispiel Ausgaben für betriebliche Weiterbildung in den Verwaltungen und Einrichtungen der Gebietskörperschaften, Ausgaben der Bundesagentur für Arbeit für Weiterbildung).

Bildungsförderung durch die Bundesagentur für Arbeit und das Bundesministerium für Arbeit und Soziales

Im Rahmen ihrer Arbeitsmarktpolitik fördert die Bundesagentur für Arbeit seit Jahrzehnten sowohl Maßnahmen der Erstausbildung als auch der Weiterbildung. Darüber hinaus unterstützt sie die TeilnehmerInnen an Bildungsmaßnahmen mit Zuschüssen zu den Lebenshaltungskosten. Im Rahmen der in der Mitte des vergangenen Jahrzehnts erfolgten Neuausrichtung der Arbeitsmarktpolitik wurde auch die Sozialgesetzgebung revidiert. So werden seit dem Jahr 2005 bildungsbezogene Maßnahmen als Teil der Leistungen für Eingliederung in Arbeit in der Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II) aus dem Bundeshaushalt finanziert.

Nach Angaben des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales und der Bundesagentur für Arbeit sind die Ausgaben für Bildungsmaßnahmen nach SGB II und III von 7,2 Milliarden Euro im Jahr 2005 auf 6,0 Milliarden Euro im Jahr 2013 gesunken.

Im Jahr 2013 gaben die Bundesagentur für Arbeit und das Bundesministerium für Arbeit und Soziales 3,7 Milliarden Euro für die Erstausbildung und 2,3 Milliarden Euro für die Weiterbildung aus. Davon stellten das Bundesministerium für Arbeit und Soziales für Bildungsmaßnahmen in der Grundsicherung für ArbeitsuchendeM (SGB II) 0,7 Milliarden Euro für Maßnahmen der Erstausbildung beziehungsweise 0,6 Milliarden Euro für die Weiterbildung zur Verfügung. Im Vergleich mit dem Jahr 2005 stiegen diese steuerfinanzierten Bildungsausgaben von 0,6 Milliarden Euro auf 1,3 Milliarden Euro. Die Ausgaben für Bildungsmaßnahmen in der beitragsfinanzierten Arbeitslosenversicherung (SGB III) sanken von 6,6 Milliarden Euro im Jahr 2005 auf 4,6 Milliarden Euro in 2013.

(11.12.2014, prh)

Bildungsfinanzbericht 2014 (PDF, 154 Seiten)

vergleiche: GEW verlangt 57 Milliarden Euro mehr für Bildung

 

Baden-Württemberg: Regionalbüros werden weiter gefördert

Land Baden-Wuerttemberg

Das Land Baden-Württemberg fördert auch künftig die landesweit bestehenden 13 Regionalbüros für berufliche Fortbildung. Allein im kommenden Jahr erhalten sie insgesamt 1,43 Mio. Euro an Landesmitteln.

»Damit können die Regionalbüros ihre bisher schon erfolgreiche Arbeit fortsetzen«, so der zuständige Finanz- und Wirtschaftsminister Nils Schmid. Diese besteht vor allem in der Unterstützung der 32 regionalen Netzwerke für berufliche Fortbildung, aber auch in der Durchführung übergreifender Maßnahmen sowie in einer Erst- und Lotsenberatung von Weiterbildungsinteressierten.

Im Netzwerk für berufliche Fortbildung sind landesweit über 1.300 Weiterbildungseinrichtungen und weiterbildungsaffine Organisationen zusammengeschlossen. Sie sind in 32 regionalen Netzwerken organisiert, die von ehrenamtlichen Vorsitzenden geleitet werden. Die regionalen Netzwerke verstehen sich als Qualitätsgemeinschaft und verfolgen gemeinsam das Ziel, mit der tatkräftigen Unterstützung der Regionalbüros die Transparenz auf dem Weiterbildungsmarkt zu verbessern, über die Weiterbildungsangebote ihrer jeweiligen Region zu informieren und für die berufliche Weiterbildung insgesamt zu werben.

Neben regionalen Veranstaltungen und Messen führen die Regionalbüros aber auch überregionale Maßnahmen durch, bei denen sie sich aktuellen Entwicklungen und Themen im Bereich der beruflichen Weiterbildung zuwenden, öffentlichkeitswirksame Aktionen starten oder den Weiterbildungsmarkt genauer analysieren.

Daneben spielt die Erst- und Lotsenberatung für Weiterbildungsinteressierte eine wichtige Rolle. Der Weiterbildungsmarkt ist, sowohl was die Vielzahl der Weiterbildungsmaßnahmen als auch was den Umfang an Weiterbildungseinrichtungen angeht, recht unübersichtlich. Weiterbildungsinteressierte haben deshalb häufig Probleme, sich zurechtzufinden. Aufgabe der Regionalbüros ist es aber nicht, Einzelpersonen umfassend zu beraten, sondern ihre Ziele zu erkennen und sie an die richtige Stelle oder Einrichtung weiterzuleiten.

Die 13 Regionalbüros für berufliche Fortbildung gibt es schon seit 2003 an unterschiedlichen Standorten über das ganze Land verteilt. Ein Regionalbüro ist für das Einzugsgebiet meist mehrerer regionaler Netzwerke zuständig. Diese regionalen Netzwerke haben in Baden-Württemberg eine lange Tradition. Sie bestehen nun schon seit fast 50 Jahren und wurden damals als «Arbeitsgemeinschaften für berufliche Fortbildung« auf Kreisebene gegründet. Seither werden sie vom früheren Wirtschaftsministerium und heute vom Ministerium für Finanzen und Wirtschaft betreut und in ihrer Arbeit unterstützt.

(10.12.2014, prh)

Regionalbüros des Netzwerks für berufliche Fortbildung

 

Weiterbildungsmarkt: Die Trends der kommenden drei Jahre

MMB Learning Delphi

Bereits das neunte Jahr in Folge ermittelt das »MMB Learning Delphi«, welche Trends die Weiterbildung in Unternehmen in den kommenden drei Jahren kennzeichnen werden und womit die größten wirtschaftlichen Erfolge zu erwarten sind.

Die Trendstudie zeigt außerdem, welche Themen und Inhalte das betriebliche E-Learning in den nächsten Jahren bestimmen und welche Zielgruppen künftig im Fokus der E-Learning-Akteure stehen werden. Erstmals wurde dabei auch das Trendthema »Adaptive Learning« eingehender behandelt.

Das MMB-Institut für Medien- und Kompetenzforschung hat wieder E-Learning-ExpertInnen um ihre Prognose zu künftigen Szenarien des digitalen Lernens gebeten. Bereits zum neunten Mal werden damit die mittelfristigen Trends im Weiterbildungssektor ermittelt. Wie in den Vorjahren wurden auch 2014 langfristige Trendfragen, die jährlich erhoben werden, um einige neue Fragen ergänzt, die die E-Learning-Entwicklungen der letzten Monate widerspiegeln.

So wurde erstmals das so genannte »Adaptive Learning« eingehender behandelt. Die befragten Experten befürworten solche Anwendungen, in denen die Lerner in den Prozess der Individualisierung von Lerninhalten bewusst mit einbezogen werden und selbst Entscheidungen treffen. Eine automatische Anpassung im Hintergrund wird eher abgelehnt.

Die wichtigste Lernform der nächsten drei Jahre ist und bleibt aber »Blended Learning«, also eine Mischung aus traditionellen Präsenzlernformen und computergestützten Lernangeboten. »Virtuelle Klassenräume« und »Mobile Learning« rangieren in der Expertengunst auf den Plätzen 2 und 3.

Im Mehrjahresvergleich der relevanten Lernformen erlebt »Social Learning« ein Auf und Ab, das nicht zuletzt von allgemeinen Hype-Themen wie Facebook beeinflusst wird. Nach einer gewissen Ernüchterung steigt nun die Zukunftsfähigkeit sozialer Netzwerke und Communities wieder – »Wikis« hingegen verlieren an Relevanz als Lernform in Unternehmen.

Beim Trendthema »Massive Open Online Courses« (MOOCs) sehen die Bildungsexperten vor allem für solche MOOCs eine große Zukunft, die eine Vermittlung curricularer Lerninhalte sowie eine Zertifizierung des Lernerfolgs anstreben (xMOOCs). Weniger erfolgversprechend wird hingegen das Konzept interaktiver MOOCs-Angebote eingeschätzt, die eher Workshop-Charakter haben und – dem Social Web verpflichtet – eine kollaborative Vernetzung und Eigenaktivität der Lerner anstreben (cMOOCs).

Wichtigste künftige Einnahmequelle für die E-Learning-Anbieter ist aus Expertensicht neben dem »Blended Learning« das Geschäftsfeld »Mobile Learning«/»Learning Apps«. Nur geringen kommerziellen Erfolg versprechen sich die Experten inzwischen von Lernanwendungen im Kontext von sozialen Netzwerken und Communities.

Großunternehmen, die zumeist maßgeschneiderte Lern-Lösungen nachfragen, gelten weiterhin als mit Abstand wichtigste Zielgruppe der E-Learning-Branche – gefolgt von Kleinen und Mittleren Unternehmen. Kleinteilige Zielgruppen wie das Handwerk oder Selbständige bzw. Freiberufler, die – oft aus Kostengründen – eher standardisierte Lern-Arrangements bevorzugen, spielen als Zielgruppe derzeit nur eine nachgeordnete Rolle.

(10.12.2014, prh)

Trendmonitor II/2014 (PDF, 18 Seiten)

 

Weiterbildung: Firmen investieren in Wissen

IW KoelnNoch nie haben Firmen und Beschäftigte soviel Geld und Zeit für die betriebliche Weiterbildung aufgewendet wie im vergangenen Jahr. Das geht aus der vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln vorgelegten »IW-Weiterbildungserhebung 2014« hervor, für die 1.845 Unternehmen befragt wurden.
 
Im Jahr 2013 gaben 86 Prozent der Unternehmen ihren Mitarbeitern die Möglichkeit sich weiterzubilden; das waren so viele wie nie zuvor und knapp 3 Prozentpunkte mehr als bei der vorangegangenen Befragung für 2010. Insgesamt investierten Unternehmen 33,5 Milliarden Euro in Weiterbildung – ein Plus von 16 Prozent gegenüber 2010. Das entspricht pro Mitarbeiter im Schnitt 1.132 Euro. Damit erreichen sowohl die Beteiligung der Firmen als auch die Ausgaben für die betriebliche Weiterbildung einen neuen Höchststand.

Es wird aber nicht nur mehr Geld, sondern auch mehr Zeit für die betriebliche Weiterbildung aufgebracht. So nahm 2013 jeder Mitarbeiter im Schnitt 32,7 Stunden an Lehr- und Informationsveranstaltungen teil. Das waren 11 Prozent mehr als im Jahr 2010. Etwa ein Drittel der Weiterbildung entfällt dabei auf die Freizeit der Beschäftigten.

Gründe für den Positivtrend sind die deutlich gestiegene Beschäftigung und die verstärkte Weiterqualifizierung bereits beschäftigter Mitarbeiter. Von ihrem Weiterbildungsengagement erwarten die Unternehmen vor allem einen größeren Geschäftserfolg und die Sicherung ihrer Innovationsfähigkeit. Weitere Motive sind der Wettbewerb um Fachkräfte, die Verbesserung von Arbeitszufriedenheit und Motivation der Mitarbeiter sowie die Pflege der eigenen Arbeitgebermarke (»Employer Branding«).

(08.12.2014, prh)

Susanne Seyda / Dirk Werner: IW-Weiterbildungserhebung 2014 – Höheres Engagement und mehr Investitionen in betriebliche Weiterbildung (PDF, 15 Seiten)

 

Impulse für die kulturelle Erwachsenenbildung

DIE BonnDIE-Forum Weiterbildung setzt ein Ausrufezeichen für einen Bildungsbereich mit beeindruckender Vielfalt. 

»Kulturelle Bildung« war das Thema des diesjährigen 17. DIE-Forum Weiterbildung des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung (DIE) am 1. Dezember in Bonn. Mit diesem Forum brachte das DIE seine Wertschätzung für einen (Bildungs-)Bereich zum Ausdruck, der ein unverzichtbarer Teil des lebenslangen Lernens ist.

Über 100 VertreterInnen aus Wissenschaft und Praxis der kulturellen Erwachsenenbildung sowie der kulturpolitischen Organisationen diskutierten wissenschaftliche und praxisorientierte Beiträge und setzten gemeinsam ein Ausrufezeichen für die kulturelle Bildung. Konsens bestand bei der Forderung, der kulturellen Erwachsenenbildung möge wirtschaftlich als auch politisch mehr Anerkennung entgegen gebracht werden. Die kulturelle Bildung hat sich über vier Jahrzehnte eine professionelle und konzeptionelle Identität erarbeitet und sich als Angebotsbereich in allen großen und vielen kleineren Bildungseinrichtungen etabliert – Kunst und Kultur sind ein unverzichtbarer Teil des lebenslangen Lernens und der lebenslangen Bildung. Sie haben nicht nur einen Eigenwert, sondern fördern darüber hinaus die grundlegende Fähigkeit, sich selbst, die Gesellschaft und die Welt zu verstehen.

»Kulturelle Bildung hat Konjunktur«, so Professor Max Fuchs in seinem Input zu den Politischen Rahmenbedingungen kultureller Erwachsenenbildung, aber ihr fehle eine stabile und dauerhafte Infrastruktur, um nachhaltig wirken zu können.

In sechs Arbeitsgruppen des Forums wurden aktuelle Fragen und Herausforderungen, mit denen das Praxisfeld heute konfrontiert ist, erörtert. Dort erhielten die über 100 Teilnehmenden auch inspirierende Inputs für die erwachsenbildnerische Praxis.

Die Breite der verschiedenen Themenbereiche kultureller Erwachsenenbildung zeigte sich in den praxisnahen Arbeitsgruppen »Malen, Mode & Fotografie«, »Tanz, Theater & Musik« sowie »Medien, Ton & Text«. Hier wurde deutlich, dass es kulturelle Bildung vermag, Barrieren und Vorurteile abzubauen, Freude, Kompetenz und Zugänge zu Kultur und Kunst zu ermöglichen sowie Work-Life-Balance und Arbeitsfähigkeit zu unterstützen. Auf großes Interesse stießen die zuvor mit dem »Preis für Innovation in der Erwachsenenbildung 2014« prämierten Projekte, die als Beispiele guter Praxis viele Kolleginnen und Kollegen aus den Bildungsinstitutionen inspirierten.

(07.12.2014, prh)

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vergleiche: Preis für Innovation in der Erwachsenenbildung verliehen

 

Bildungssystem soll mehr Chancen bieten

GRUENE

Mit dem »Nationalen Bildungsbericht – Bildung in Deutschland 2014« liegt nun zum fünften Mal ein differenzierter Überblick über das gesamte Bildungswesen in Deutschland vor. Der Bildungsbericht 2014 zeigt in einzelnen Bereichen Verbesserungen. Sie fallen allerdings zu gering aus und schreiten auch viel zu langsam voran, schreiben Die Grünen in ihrem Bundestagsantrag.

Das sei nicht nur auf individueller Ebene ungerecht, sondern bedrohe im Hinblick auf den demografischen Wandel und Fachkräftemangel auch die Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft: Noch immer seien Bildungschancen in Deutschland ungerecht verteilt.

Im Gegensatz zu den früheren enthalte der aktuelle Bericht auch Handlungsempfehlungen. Gleichwohl könnten Bund und Länder bei der Umsetzung weiterhin nicht uneingeschränkt zusammenwirken, da die Verfassung auch weiterhin zu enge Grenzen setze, da die absehbare Öffnung der Verfassung im Art. 91b Absatz 1 nur die Wissenschaft, nicht aber die allgemeine Bildung betreffe. Der Bildungsbericht nennt fünf Handlungsfelder, in denen »zunehmend qualitative Aspekte der Gestaltung von Bildungsinstitutionen und Bildungsprozessen an Bedeutung« gewinnen. Es sind die frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung, Ganztagsschule, Übergang in die Berufsausbildung, Schnittstelle zwischen Berufsausbildung und Hochschulausbildung, Inklusion von Menschen mit Behinderungen in allen Bereichen des Bildungssystems.

Bündnis 90/Die Grünen fordert die Bundesregierung auf, die Umsetzung der Empfehlungen des Bildungsberichts in Kooperation mit den Ländern unverzüglich anzugehen und gleichzeitig, den Entwurf für einen neuen Artikel 91b Absatz 2 Grundgesetz vorzulegen, der es Bund und Ländern ermöglicht, auf der Basis von Vereinbarungen zur Sicherstellung der Leistungsfähigkeit und der Weiterentwicklung des Bildungssystems zusammenzuarbeiten. Bis diese Verfassungsänderung in Kraft tritt, soll die Bundesregierung einen Gesetzentwurf vorlegen, um im SGB VIII die Fachkraft-Kind-Relation zu definieren. Diese gebe im Unterschied zum Personalschlüssel die Zeit für die direkte pädagogische Interaktion mit dem Kind (unmittelbare pädagogische Arbeitszeit) wieder und sollte sich an der Maximalgröße von 1:4 für unter Dreijährige und 1:10 für über Dreijährige orientieren. Es soll ein Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz in Kita und Tagespflege für alle Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr im SGB VIII verankert werden und mit den Ländern der flächendeckende Ausbau des Ganztagsschulangebotes und eines verbindlichen Betreuungsangebotes für alle Kinder und Jugendlichen bis zum 12. Lebensjahr vorangebracht werden.

Ferner fordern die Grünen gemeinsam mit den Ländern den Rechtsanspruch auf inklusive Bildung in allen Bildungsbereichen zu gewährleisten. Dabei soll einem Inklusionsbegriff gefolgt werden, wie er unter anderem von der Deutschen UNESCO-Kommission verwendet wird. Inklusion beziehe sich nicht nur auf Menschen mit Behinderungen, sondern auf alle vom derzeitigen System benachteiligten Gruppen. Außerdem sollen alle Kinder und Jugendliche eine echte sozio-kulturelle Existenzsicherung garantiert und echte Teilhabechancen und Bildungsgerechtigkeit ermöglicht werden, statt wie bisher im Rahmen des Bildungs- und Teilhabepaketes bildungsbenachteiligte Familien mit bürokratischen Antragshürden und unzureichender Unterstützung von gesellschaftlicher Teilhabe auszuschließen. Außerdem soll eine Ausbildungsgarantie eingeführt werden und es soll dafür gesorgt werden, dass die notwendigen Ziele von mindestens 7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Bildung und mindestens 3,5 Prozent für Forschung und Entwicklung bis 2020 gesamtstaatlich erreicht und eine Verbesserung der Bildungs- und Forschungsfinanzierung auf den Weg gebracht wird. Zudem soll die eine nachhaltige Neuordnung der Wissenschaftsfinanzierung gewährleistet werden und Gesetzentwurf für ein Weiterbildungs-BAföG vorzulegen, das vor allem Geringqualifizierte, Teilzeitkräfte, Frauen und Migranten gezielt unterstützt.

(07.12.2014, prh)

Im Wortlaut: Antrag der Grünen (PDF, 6 Seiten)

siehe auch: Bericht »Bildung in Deutschland 2014«

 

Wege in die IT-Branche

DBS

Neues Informationsdossier des Deutschen Bildungsservers stellt die Aus- und Weiterbildung und die Berufe im Bereich der Informationstechnik vor. 

Die Informationstechnik gilt zwar als wichtiges Zukunftsfeld, dennoch herrscht im IT-Bereich seit Jahren ein Mangel an Fach- und Nachwuchskräften. Eine aktuelle Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach hat erneut aufgezeigt, wie gering das Interesse bei Schülerinnen und Schülern ist, nach dem Schulabschluss einen IT-Beruf anzustreben. Das neue Informationsdossier des Deutschen Bildungsservers gibt nun einen Überblick über die Möglichkeiten zur Aus- und Weiterbildung und die Entwicklung der Berufe im Bereich der Informationstechnik.

Das Dossier informiert ausführlich über Entstehung, Entwicklung und Stand der fünf IT-Ausbildungsberufe.

Das sind:

  1. Fachinformatikerin und -informatiker Anwendungsentwicklung,

  2. Fachinformatikerin und -informatiker Systemintegration,

  3. IT-System-Elektronikerin und -Elektroniker,

  4. IT-System-Kauffrau und -Kaufmann sowie

  5. Informatikkauffrau und -kaufmann.

Außerdem gibt die Informationssammlung Einblick in die arbeitsprozessorientierte IT-Weiterbildung, erläutert Wissenswertes aus der Branche und verlinkt auf Ausbildungsplatzbörsen und Eignungstests. Nicht zuletzt werden verschiedene Initiativen und Verbände vorgestellt, die Schülerinnen und Schülern die Berufsmöglichkeiten im IT-Sektor näherbringen.

(04.12.2014, prh)

Zum Dossier des Deutschen Bildungsservers

 

Preis für Innovation in der Erwachsenenbildung verliehen

Kulturelle Bildung: DIE verleiht den Preis für Innovation in der Erwachsenenbildung. 
 
Das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung (DIE) hat am 1. Dezember 2014 in einer feierlichen Preisverleihung die Preisträger des diesjährigen Innovationspreises zum Thema »Kulturelle Bildung« ausgezeichnet. »Viele der eingereichten Projekte sind im allerbesten Sinne innovative Konzepte«, lobt Jury-Mitglied Professor Richard Stang »und eröffnen ungewöhnliche Zugänge zur Kultur, die jedem Teilnehmer andere Lernerfahrung ermöglichen. Sie machen die kulturelle Vielfalt und die unterschiedlichen Zugänge dazu deutlich«.

Erster Preisträger ist das Projekt »Hörpfade«, in dem Kursteilnehmende in bayerischen Volkshochschulen persönliche Audioguides über die Region, in der sie leben, produzieren und so eine »klingende Landkarte« Bayerns auf www.hoerpfade.de entstehen lassen. Die Audioguides machen die Vielfalt regionaler Geschichte, Kunst und Kultur erlebbar. Die Kursleitenden werden von Journalist/innen und Mediencoaches des Bayerischen Rundfunks (BR) professionell geschult, gleichzeitig unterstützt der BR das Projekt medial.

Auch um das Hören geht es beim »Ich-kann-nicht-singen-Chor« der Urania Berlin e.V., der mit dem Vorurteil aufräumen will, dass die meisten Menschen nicht singen können. Das Bildungsangebot lädt alle ein, die sich bisher nicht getraut haben mit anderen zusammen zu singen. Die Chormitglieder produzieren erstaunliche Hörerlebnisse, ohne dass eine einzige Note dabei gelesen wird!

Die Volkshochschule Arnstadt-Ilmenau hingegen widmet sich auf ihren jährlichen internationalen Kunstsymposien der bildenden Kunst, die einen dauerhaften Platz am Kunstwanderweg Kleinbreitenbach finden. Ein Angebot der kulturellen Bildung, das alle Bevölkerungsgruppen der Region einlädt und integriert.

Zwei Kulturinstitutionen erhalten die diesjährigen Sonderpreise: die Kunsthalle in Emden für das interaktive Besucherprojekt »Ortung«, mit dessen Entdecker-Kit Reisende ihr Erleben künstlerisch dokumentierten. Die Ergebnisse der künstlerischen Forschungsreisen sind ein gelungenes Beispiel für die Aktivierung von (Nicht-)Besucher/innen.

Das Theater-Bildungs-Projekt »Trilogie des Geldes« verfolgt die Idee einer theatralen Akademie für Wirtschaftswissenschaft. Wirtschaftliche Muster werden als Theaterszenarien begriffen und auf in diesem darstellerischen Zugang wird sichtbar, wie wirtschaftliche Prozesse politischer Entscheidungen funktionieren. Das Projekt schafft damit ein Forum des Verstehens und Hinterfragens wirtschaftlicher und politischer Zusammenhänge mit künstlerischem Zugang.

Hintergrund
Seit 1997 lobt das DIE den »Preis für Innovation in der Erwachsenenbildung« aus. Alle zwei Jahre wird diese »bundesweit renommierteste Auszeichnung in der Erwachsenenbildung« (Frankfurter Rundschau) verliehen. Die Auszeichnung möchte neuartige und viel versprechende Ansätze in der Weiterbildung publik machen und einer breiteren Öffentlichkeit zur Diskussion stellen. Zu den zentralen Kriterien für die Auszeichnung der Projekte gehört, dass diese innovativ und praxiserprobt sein müssen und dass sie der Erwachsenenbildung neue Impulse geben.


(03.12.2014, prh)

Weitere Informationen

vergleiche: Preis für Innovation in der Erwachsenenbildung ausgeschrieben

 

Bildung zahlt sich aus

WZB

Studie: Hochschul-Absolventen verdienen in Europa deutlich mehr als Nicht-Akademiker. 

Trotz der wachsenden Bedeutung von Bildung für Beschäftigung und Einkommen ist der Anteil bildungsarmer Menschen in der Europäischen Union immer noch zu hoch. 8 Prozent der Jugendlichen verlassen die Schule ohne Abschluss. 19 Prozent der 15-Jährigen gelten im EU-Durchschnitt als funktionale Analphabeten. Zu diesem Schluss kommen Jutta Allmendinger und Ellen von den Driesch vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) in ihrer breit angelegten Studie über soziale Ungleichheit in Europa. Der Bericht zeigt das Ausmaß sozialer Ungleichheit innerhalb und zwischen den 28 EU-Ländern bei Bildung, Beschäftigung und Einkommen.

Gute Bildung zahlt sich in allen EU-Staaten aus. Je besser eine Person (aus)gebildet ist, umso mehr verdient sie. Diese sogenannte Bildungsrendite unterscheidet sich vor allem zwischen Menschen mit sehr hoher und mittlerer Qualifikation. Im EU-Durchschnitt verdienen Hochschul-Absolventen 44 Prozent mehr als Menschen mit einem Berufsabschluss. In Deutschland beträgt dieser Einkommensunterschied 65 Prozent, in Schweden dagegen nur 11 Prozent.

Wie sehr sich Bildung finanziell lohnt, hängt vor allem am institutionellen Kontext und weniger am Anteil der Hochschulabsolventen. Oft wird angenommen, zu viele Uni-Absolventen würden die Bildungsrendite schmälern. »Es gibt keinen Grund zu befürchten, dass sich ein Hochschulabschluss nicht lohnt, wenn viele Menschen sehr gut ausgebildet sind«, schreiben die Autorinnen.

Der Wandel zur Dienstleistungsgesellschaft hat in den meisten EU-Ländern zu einer Polarisierung des Einkommens durch Bildung geführt. In Deutschland ist die Einkommensschere zwischen 2006 und 2010 größer geworden: Geringqualifizierte haben Einkommen verloren, Hochqualifizierte dagegen gewonnen.

Neben den formalen Abschlüssen haben auch die kognitiven Kompetenzen Einfluss auf das Einkommen. Dieser Zusammenhang ist in den EU-Ländern jedoch unterschiedlich stark ausgeprägt. In Großbritannien und Polen verdienen Menschen mit sehr hohen Kompetenzen 65 Prozent mehr als jene mit mittleren Werten. In Schweden, Dänemark, Belgien und Finnland beträgt dieser Unterschied nur 20 Prozent.

Der Bericht zeigt ebenfalls, dass ein hoher Bildungsabschluss nicht zwingend mit hohen Kompetenzwerten übereinstimmt. In allen Ländern ist der Anteil der 25- bis 34-Jährigen mit einem Universitätsabschluss deutlich höher als der Anteil der Personen mit sehr hohen Kompetenzen. Das extremste Beispiel ist Zypern. Hier hat über die Hälfte dieser Altersgruppe (54 Prozent) einen Hochschulabschluss, davon erreichen aber nur 7 Prozent die höchsten Kompetenzwerte. Allein in Finnland ist das Verhältnis ausgewogen (40 zu 37 Prozent). »Das ist ein alarmierendes Signal«, schreiben die Autorinnen. »Wenn Abschlüsse ihre Bedeutung verlieren, schwächt dies nicht nur das Vertrauen der Arbeitgeber, sondern auch die Mobilität auf dem europäischen Arbeitsmarkt«.

Für den Bericht wurden jüngste Studien zum Thema ausgewertet und zusammengeführt. (01.12.2014, prh)

Zur Studie (PDF, 119 Seiten)

 

November 2014: Förderung der beruflichen Weiterbildung sinkt dramatisch

BBB

Die Arbeitslosigkeit in Deutschland liegt auf dem niedrigsten Stand seit drei Jahren. Bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) waren im November 2,717 Millionen Arbeitslose registriert. Das seien 16.000 weniger gewesen als im Oktober und 89.000 weniger als vor einem Jahr, teilte die Behörde mit. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 6,3 Prozent.

Zugleich ist die Nachfrage nach Arbeitskräften weiterhin hoch: 515.000 offene Stellen meldeten Unternehmen den Arbeitsagenturen im November. Derzeit sind besonders Mitarbeiter in den Berufsfeldern Verkehr, Logistik und Verkauf gesucht. Dahinter folgen wie in den Vormonaten Metalltechnik, Mechatronik sowie Energie- und Elektrotechnik.

Die Neueintritte in berufliche Weiterbildungsmaßnahmen lagen im November um fast 36 % unter denen des Vormonats:

FbW November 2014


»Warum die Arbeitsagenturen ihre Qualifizierungsanstrengungen in einer solchen Situation deutlich herunterfahren anstatt sie zu intensivieren, ist nicht nachvollziehbar«, kommentierte der BBB-Vorsitzende Thiemo Fojkar die heute veröffentlichten Zahlen.

 »Schaut man sich die immer noch erschreckend hohe Zahl der arbeitsuchenden Langzeitarbeitslosen an - im November waren 1.882.000 Menschen im Bereich SGB II arbeitslos gemeldet -, wird deutlich, dass der Qualifizierungsbedarf nach wie vor hoch ist. Da nach der Haushaltslage der BA auch im letzten Quartal des Jahres noch ausreichend Mittel zur Verfügung stehen müssten, liegt die Vermutung nahe, dass es sich bei dieser Entwicklung um eine politische Entscheidung handelt, die allerdings aus unserer Sicht nicht akzeptabel ist«, so Fojkar weiter.

Hintergrund
Der Bundesverband der Träger beruflicher Bildung, kurz Bildungsverband, ist ein Zusammenschluss maßgeblicher Anbieter von Bildungsprogrammen in Deutschland. Der Bildungsverband versteht sich als ein »Qualitätsverbund« der beruflichen Weiterbildung und hat sich und seine Mitgliedsunternehmen auf Qualitätsgrundsätze festgelegt.

QUELLE: Bildungsverband (28.11.2014, prh)

Website des Bildungsverbandes (BBB)

 

Weiterbildung zum betrieblichen Datenschutzbeauftragten im Test

Stiftung Warentest

Zehn Prozent der Betriebe haben keinen – Bußgelder drohen.  

Viele Betriebe, die gesetzlich dazu verpflichtet wären, haben keinen Datenschutzbeauftragten. Das kann teuer werden – für den Gesetzesverstoß können hohe Bußgelder verhängt werden. Eine Weiterbildung zum Datenschutzbeauftragten dauert idealerweise mindestens 5 Tage. Sie vermittelt die notwendigen Kenntnisse und liefert Nachschlagewerke für die Praxis oft gleich mit, fand die Stiftung Warentest jetzt heraus. Im Test waren 9 Einsteigerkurse für Datenschutzbeauftragte, von denen 6 eine hohe bis sehr hohe Qualität der Kursdurchführung aufwiesen.

Kürzere Lehrgänge, heißt es in der Untersuchung, sind nicht zu empfehlen. Immerhin muss jede Menge Wissen vermittelt werden. Ein guter Kurs sollte informieren über das Datenschutzrecht, über technischen Datenschutz und über Datenschutzdokumentation. Außerdem müssen die Aufgaben des Datenschutzbeauftragten, etwa die Kontrolle des Datenschutzes, und Grundlagen vermittelt werden: hier geht es etwa um Befugnisse, Sanktionsmöglichkeiten der Aufsichtsbehörden. Bei allem sollten die inhaltlichen Schwerpunkte aber das Datenschutzrecht und der technische Datenschutz sein. Die Weiterbildungstester fordern zudem Übungen, um das Gelernte zu vertiefen. Oft gibt es zum Abschluss Prüfungen, die zwischen 40 Minuten und 3 Stunden dauern können.

Besser klappen könnte hier und da die Art des Unterrichts, der teilweise sehr uninspiriert und eintönig war. Auch stellten sich zu große Lerngruppen als hinderlich heraus. Kurios: Bei 4 Anbietern wurden die persönlichen Daten der Testpersonen, die die Kurse inkognito besuchten, bei der Anmeldung und bei Kontaktanfragen unverschlüsselt übers Internet übertragen.

Die Studie wurde gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Es gibt sie online für 2,50 Euro. (28.11.2014, prh/stw)

Zum Test-Artikel

 

Fernunterrichtsstatistik 2013 vorgelegt

forum distancE-learningNach der Ausbildung folgt die Weiterbildung: DistancE-Learning-Branche auf Erfolgskurs. 

So viele Menschen wie nie zuvor haben sich 2013 für ein Fernstudium entschieden. Auch im subakademischen Bereich wachsen die Teilnehmerzahlen erneut. DistancE-Learning als moderne Weiterbildungsmethode überzeugt und lässt die Fernunterrichtsbranche weiter wachsen.

Neue Rekordwerte liefert die Fernunterrichtsstatistik 2013 des Fachverbandes Forum DistancE-Learning. Knapp 153.000 Menschen haben sich 2013 für ein Fernstudium entschieden. 120.000 Teilnehmer waren an einer Fernhochschule eingeschrieben und 33.000 an einer öffentlichen Präsenzuniversität mit Fernstudienangebot. Die Gesamtzahl ist somit erneut um sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Der positive Trend der akademischen Weiterbildung im DistancE-Learning setzt sich damit fort. 16 private und staatlich anerkannte Fernhochschulen und 56 Präsenzhochschulen mit Fernstudienbereichen boten insgesamt 437 Studiengänge.

Auch der subakademische Bereich ist gewachsen: rund 250.000 Personen haben 2013 einen staatlich zugelassenen Fernkurs belegt. Das entspricht einem Plus von vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dabei wächst die Anzahl der Neuzulassungen weiter. 363 Fernunterrichtsangebote (plus 17 Prozent im Vergl. zu 2012) wurden von der staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU) im Kalenderjahr 2013 geprüft und neu zugelassen. Insgesamt haben auf dem deutschen Markt somit 383 Fernlehrinstitute 3124 Lehrgänge angeboten.

Denn betrachtet man die Altersverteilung der Teilnehmer im Fernunterricht, lassen sich zwei Trends beobachten. Zum einen ist DistancE-Learning vor allem bei jungen Menschen beliebt. Das ist eine Entwicklung, die sich seit Jahren abzeichnet. 38 Prozent aller Teilnehmer sind heute zwischen 20 und 30 Jahren alt. Sie sind die Berufseinsteiger, die sich nahtlos weiterbilden oder nach einer kurzen Konsolidierungsphase neue Herausforderungen suchen, um ihre Karrieren zu planen.

Zum anderen wächst die Teilnehmerzahl der 41- bis 50-Jährigen. Fast 18 Prozent der Teilnehmer zählen zu dieser Kohorte (ein Plus von 8 Prozent zum Vorjahr). Die Altergruppe 51+ ist sogar um weitere 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr angewachsen. Zusammen spiegeln beide Gruppen 26 Prozent des Gesamtanteils aller Lernenden im Fernunterricht wider. »Lebenslanges Lernen ist heute die Formel für dauerhaften beruflichen Erfolg«, ist sich Fretter sicher. »Schon nach der Ausbildung folgt die Weiterbildung! Und nur im DistancE-Learning ist dies ohne Einkommensverluste möglich«.

Fernunterrichtsstatistik 2013

Insgesamt haben sich 410.839 Teilnehmer 2013 für ein DistancE-Learning-Angebot entschieden. Eine Gesamtzahl, die auf dem konstant hohen Niveau des Vorjahres liegt. Unterhalb der Hochschulebene zeigt sich folgendes Bild: 250.000 Teilnehmer belegen einen staatlich zugelassenen Fernlehrgang und mehr als 8.500 Teilnehmer bilden sich in zulassungsfreien Lehrgängen im Rahmen einer innerbetrieblichen Fortbildung weiter.

Wie schon in den Vorjahren wurden auch 2013 Fernlehrgänge aus dem Themenbereich Wirtschaft und kaufmännische Praxis am häufigsten belegt. 27 Prozent entschieden sich für ein Weiterbildungsangebot aus diesem Bereich. Den größten Teilnehmerzuwachs gab es 2013 im Bereich Freizeit, Gesundheit und Haushaltspflege mit einem Plus von 33 Prozent, der somit auf dem zweiten Rang wiederzufinden ist. Es folgen schulische Lehrgänge und Fernlernangebote zum staatlich geprüften Betriebswirt, Techniker und Übersetzer mit jeweils 14 Prozent.

Die Fernunterrichtsstatistik 2013 zeigt: Das Geschlechterverhältnis im DistancE-Learing ist nahezu ausgewogen. Haben die Frauen im subakademischen Fernunterricht mit 52 Prozent leicht die Nase vorn, führen die Männer mit 55 Prozent die Belegung im Fernstudienbereich an. Geschlechtsspezifische Unterschiede lassen sich lediglich in der Belegung von Weiterbildungsangeboten in einzelnen Themenbereichen ablesen. So sind es beispielsweise eher Frauen (78 Prozent), die einen Kurs im pädagogischen Bereich belegen, während die Männer mit 86 Prozent den Themenbereich staatlich geprüfte Betriebswirte, Techniker und Übersetzer dominieren. Dieser Bereich ist ebenfalls der meist belegte im Jahr 2013 unter männlichen Teilnehmern (25 Prozent). Die Mehrheit der Frauen (31 Prozent) hat sich 2013 für einen Lehrgang im Bereich Wirtschaft und kaufmännische Praxis entschieden.

Hintergrund
Die Fernunterrichtsstatistik wird seit 2009 jährlich vom Fachverband Forum DistancE-Learning erhoben, zuvor nahmen bereits das Statistische Bundesamt (bis 2006) sowie das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung (DIE) die freiwillige Befragung der Anbieter von staatlich zugelassenen Fernlehrgängen vor. An der aktuellen Befragung für die Fernunterrichtsstatistik 2013 haben sich 84 Anbieter beteiligt, die nach Experten-Schätzungen des Fachverbandes insgesamt 71 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Deutschland betreuen. Wie auch in der bisherigen Erhebung seitens des Statistischen Bundesamtes üblich, werden die Teilnehmerzahlen der restlichen Anbieter geschätzt, um die Vergleichbarkeit mit den Vorjahren zu gewährleisten. Die Erhebung wird ergänzt um Daten des Statistischen Bundesamtes aus dem Wintersemester 2013/14 zu Studierenden an staatlich anerkannten Fernhochschulen sowie eingeschriebenen Fernstudierenden an Präsenzhochschulen.


(26.11.2014, prh)

Fernunterrichtsstatistik 2013 (PDF, 25 Seiten)

 

Berufswelt: Mit Weiterbildung in der Digitalisierung am Ball bleiben

BITKOMUmfrage: Acht von zehn Beschäftigten machen sich keine Sorgen um ihren Job.  

Die Digitalisierung der Arbeitswelt führt für die große Mehrheit der Berufstätigen nicht zu einer stärkeren Sorge um den Verlust ihres Arbeitsplatzes. Acht von zehn Beschäftigten (83 Prozent) sehen ihren eigenen Job durch den verstärkten Einsatz von Computern, Software oder Robotern nicht bedroht. Unter den Jüngeren zwischen 14 und 29 Jahren ist der Anteil mit 86 Prozent sogar noch etwas höher.

Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Verbands BITKOM. »Die Digitalisierung verändert unsere Wirtschaft und unsere Arbeitswelt grundlegend. Computer und Internet sind inzwischen wichtiger Bestandteil vieler Berufe und nehmen uns Routineaufgaben ab«, meint deren Präsident Dieter Kempf. »Die Digitalisierung ermöglicht völlig neue Geschäftsmodelle und es entsteht eine Vielzahl neuer Jobs«.

Vor allem Beamte (100 Prozent) sehen die Auswirkungen der Digitalisierung auf ihren Arbeitsplatz gelassen, ebenso Selbstständige (96 Prozent) und Angestellte (91 Prozent). Etwas anders sieht es bei Arbeitern und Facharbeitern aus. Hier gibt jeder Zweite (50 Prozent) an, dass er sich Sorgen macht, der eigene Arbeitsplatz könne künftig infolge der technologischen Entwicklung verschwinden. »In vielen Fachberufen führt die Digitalisierung zu einer Aufwertung der Tätigkeiten«, sagt Kempf. So sind heute Computerkenntnisse für jeden Mechatroniker (früher Kfz-Mechaniker) ein absolutes Muss. Hier müssten die Unternehmen mit entsprechenden Fortbildungsangeboten reagieren und die Beschäftigten selbst »am Ball bleiben«. »Die Digitalisierung bietet aber auch geringer Qualifizierten eine Chance«, betonte Kempf. Durch den Boom im Online-Handel entstehen beispielsweise viele neue Arbeitsplätze im Bereich Logistik und Versand.

Die ITK-Branche selbst hat mit einem Plus von mehr als 100.000 Arbeitsplätzen in den vergangenen fünf Jahren einen starken Zuwachs an Beschäftigung erzielt. Einer Prognos-Studie im Auftrag des BITKOM im Rahmen des diesjährigen IT-Gipfels zufolge waren insgesamt rund 1,5 Millionen Arbeitsplätze in der gesamten deutschen Volkswirtschaft auf den Trend zur Digitalisierung zurückzuführen. Diese Jobs sind im Bereich digitaler Dienstleistungen, infolge neuer Geschäftsmodelle und innovativer Technologien entstanden. Das sind 4 Prozent aller Erwerbstätigen in Deutschland. »Die Digitalisierung wird in den kommenden Jahren weitere traditionelle Branchen erfassen. Welche Chancen diese Veränderungen für den Einzelnen, für Unternehmen, aber auch für den gesamten Standort Deutschland bieten, werden wir am kommenden Dienstag auf dem BITKOM Trendkongress mit Vordenkern aus digitaler Wirtschaft, Politik und Wissenschaft diskutieren«, so Kempf.

Hintergrund
Die Angaben basieren auf einer repräsentativen Umfrage, die Bitkom Research in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut Aris durchgeführt hat. Dabei wurden telefonisch 1.004 Personen ab 14 Jahren befragt.

QUELLE: Nach einer BITKOM-Meldung



(25.11.2014, prh)

 

Berufsentwicklungsnavigator online

BA-BEN

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) geht mit einem neuen Angebot online. Ab sofort steht der neue Berufsentwicklungsnavigator (BEN) online bereit. Er richtet sich in der ersten Version vorrangig an Erwachsene mit Interesse an Weiterbildung, beruflichem Wechsel, Aufstieg oder Wiedereinstieg.

»Der technologische Wandel und die Internationalisierung der Wirtschaft erfordern neue Qualifikationen und ein ständiges Weiterlernen«, konstatiert Vorstand Raimund Becker. »Der Fachkräftebedarf in vielen Branchen und Regionen in Deutschland macht es unerlässlich, die Menschen bei Fragen rund um Fort- und Weiterbildung noch besser zu unterstützen«. BEN fasst die große Informationsvielfalt der BA z.B. zu Berufen, Verdienstmöglichkeiten, Aufstiegschancen, Weiterbildungsmöglichkeiten, Studienfächern, Arbeitsmarktchancen und freien Stellenangeboten in einem Onlineangebot zusammen.

Dazu sagt Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles: »Der Arbeitsmarkt der Zukunft bietet viele Chancen, Gute Arbeit zu verwirklichen. Unverzichtbares Element sind passgenaue Angebote für Fort- und Weiterbildung. Beim lebenslangen Lernen sind Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen in der Verantwortung. Ich freue mich daher sehr, dass die BA mit dem Berufsentwicklungsnavigator ein Instrument entwickelt hat, das den Menschen hilft, alle wichtigen Informationen für die persönliche Fort- und Weiterbildung, für Umschulungen und Wiedereinstieg zu finden«.

Seit vielen Jahren bietet die Bundesagentur für Arbeit online umfangreiche Informationen zu den Themen Beruf (im BERUFENET), Weiterbildung (in Deutschlands größter Weiterbildungsdatenbank KURSNET) und Arbeitsmarkt (z.B. in der JOBBÖRSE der BA) an. Allerdings mussten die Nutzer die Anwendungen bisher einzeln aufrufen. Um dies zu ändern stellt die BA ab sofort den Berufsentwicklungsnavigator, BEN, bereit.

(24.11.2014, prh)

Direkt zu BEN

 

Bildungsteilzeit: Lebenslang lernen - eine Chance für alle

Joerg HofmannGegen Bildung ist kaum jemand. Doch in der Wirklichkeit sind persönliche Weiterbildung und Qualifizierung oft nur graue Theorie. Den Beschäftigten fehlt dafür entweder die Zeit, oder das Geld. Oft sogar beides. Das will die IG Metall ändern. Sie fordert deshalb für die Beschäftigten eine Bildungsteilzeit.

Der Spruch klingt banal, abgenutzt und trotzdem ist er immer noch richtig: Bildung ist das A und O. Wie sehr diese Aussage zutrifft und was die Beschäftigten dazu sagen, das hat auch die große Beschäftigtenbefragung der IG Metall vor einem Jahr offen gelegt. Damals erklärten 93 Prozent der Befragten, dass es für sie wichtig sei, sich weiterzubilden, um bis zur Rente in ihrem Job arbeiten zu können.

Jörg Hofmann, Zweiter Vorsitzender der IG Metall, erklärt dazu: »Ein längeres Arbeitsleben bei einem immer schnelleren technisch-organisatorischen Umbruch in den Betrieben braucht Teilhabechancen an Bildung für alle - auch nach der Erstausbildung, damit sich die Beschäftigten beruflich fortentwickeln können«.

Digitalisierung der Arbeitswelt und Industrie 4.0 sind Beispiele für die großen bevorstehenden Veränderungen von Arbeitsprozessen. Traditionelle Berufe werden weniger gebraucht, andere werden neu entstehen. Auch die Zahl der Arbeitsplätze mit geringen Qualifikationsanforderungen wird stark abnehmen. Viele Beschäftigte werden sich beruflich neu orientieren müssen. Wann und wie schnell dieser Umbruch kommt, ist noch nicht klar. Doch es ist sicher, dass es ihn geben wird. Gut qualifizierte Beschäftigte sind dann besser in der Lage, sich auf betriebliche Veränderungen einzustellen und können schneller anspruchsvollere Aufgaben übernehmen. Daher fordert die IG Metall in der nächsten Tarifrunde neben einer Erhöhung der Entgelte, einer neuen Altersteilzeit auch eine Bildungsteilzeit. Dabei geht es der Gewerkschaft nicht um Anpassungsqualifizierung. Das Ziel ist, dass die Beschäftigten zusätzliche berufsqualifizierende, arbeitsmarktfähige Abschlüsse erwerben können.

Oft fehlt das Geld

Tatsächlich sind die Chancen für Arbeitnehmer, sich beruflich weiterzuqualifizieren, gering. Beschäftigte, die sich weiterbilden möchten, müssen zwei Probleme lösen: Zeit und Geld.

Viele haben keine Zeit sich zu qualifizieren, weil sie im Job eingebunden sind. Sie könnten sich nur während ihrer Freizeit weiterbilden. Doch das ist schwierig, vor allem nach einem langen Arbeitstag. Und es ist kaum möglich, wenn man private Verpflichtungen, eine Familie oder Kinder hat. Doch die größte Hürde ist das Geld. Kaum jemand kann es sich leisten, ein Jahr oder länger auszusteigen und dabei aufs Gehalt zu verzichten. Dazu kommt, dass Bildungsmaßnahmen teuer sind und Neues zu erlernen ist oft mühevoll.

Der Bedarf ist aber so hoch, dass sich 2013 trotzdem jeder dritte Beschäftigte weitergebildet hat. Die meisten von ihnen waren jedoch schon ziemlich gut qualifiziert. Diese Erkenntnis des IAB deckt sich mit den Ergebnissen der Beschäftigtenbefragung der IG Metall. Sie zeigte zudem: Fast alle wollen sich weiterbilden und finden das auch sehr wichtig für ihre berufliche Zukunft, doch es scheitert am Geld und der Zeit.

Chancen für alle

Dabei profitieren von beruflicher Weiterbildung die Arbeitnehmer ebenso wie die Unternehmen. Einige Firmen haben das erkannt und bieten Bildungsmaßnahmen an, natürlich mit dem Ziel den eigenen Fachkräftebedarf zu sichern. Doch die Teilhabe an beruflicher Bildung darf kein Gnadenakt des Arbeitgebers sein.

»Mit einer Bildungsteilzeit wollen wir Aufstiegschancen für alle eröffnen«, sagt Jörg Hofmann. Der Gewerkschafter sieht drei Beschäftigtengruppen, die von einer Bildungsteilzeit profitieren würden: Erstens die Un- und Angelernten. Gerade für sie ist Qualifizierung essentiell. Denn ihre Arbeitsplätze werden in den nächsten Jahren deutlich weniger. Gleichzeitig benötigt die Industrie aber mehr qualifizierte Fachkräfte. Damit sich die Beschäftigten eine Auszeit für die Bildung nehmen können, will die IG Metall das Netto-Entgelt auf einem Niveau sichern, das den erreichten Lebensstandard absichert.

Auch die jungen Auslerner mit einer dualen Ausbildung könnten die Bildungsteilzeit nutzen. Ziel ist es, für sie neben der Freistellung, Stipendienmodelle in Kombination mit öffentlicher Förderung und Beschäftigung in den Semesterferien und Praktikumsphasen anzubieten. Damit könnte die duale Ausbildung als attraktiver Einstieg zu einem beruflichen Aufstieg werden.

Die dritte Gruppe sind Beschäftigte, die sich nach längerer Erwerbstätigkeit neu orientieren wollen oder eine zweite Chance ergreifen wollen. Sie könnten sich im Rahmen eines Teilzeit- oder Blockmodells weiterbilden - beispielsweise zum Meister, Techniker oder Bachelor.

Berufliche Weiterbildung ist für alle ein Gewinn - für die Beschäftigten ebenso wie für die Unternehmen. Diese sollten darin eine Chance sehen, denn mit immer neu qualifizierten Belegschaften können sie im globalen Wettbewerb besser bestehen.

QUELLE: Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung des Vorstands der IG Metall

 

(19.11.2014, prh)

 

Baden-Württemberg: Allgemeine Weiterbildung in Bildungszeitgesetz aufnehmen

VHS BadenWVHS-Verband Baden-Württemberg: »Nach dem guten ersten Schritt sollte im zweiten Schritt die Allgemeine Weiterbildung aufgenommen werden«
 
Der Volkshochschulverband Baden-Württemberg begrüßt das aktuell auf den Weg gebrachte Bildungszeitgesetz der grün-roten Landesregierung als einen guten ersten Schritt in die richtige bildungspolitische Richtung. Verbandsdirektor Hermann Huba weist allerdings nachdrücklich darauf hin, dass die Allgemeine Weiterbildung auch so sehr von beruflicher Bedeutung ist, dass sie in einem zweiten Schritt in das Gesetz aufgenommen gehört.

Die grün-rote Landesregierung erfülle ein weiteres Versprechen aus der Koalitionsvereinbarung, indem sie ein Bildungszeitgesetz auf den Weg bringt. Zwar ist in dem Gesetzesentwurf keine Bildungszeit für allgemeine Weiterbildung vorgesehen, aber außer für die berufliche Weiterbildung ist die Bildungsfreistellung ausdrücklich auch gedacht für die politische Weiterbildung zum Ausbau der gesellschaftlichen Teilhabe und für Weiterbildung zur Stärkung des Ehrenamts. »So gesehen hätte das Gesetz auch deutlich restriktiver ausfallen können«, sagt Hermann Huba, Direktor des Volkshochschulverbandes Baden-Württemberg, »es handelt sich also um einen guten ersten Schritt in die richtige bildungspolitische Richtung«. Der VHS-Verband stellt damit in Rechnung, dass schon der jetzt gefundene Kompromiss aus der Perspektive der Arbeitgeber ein großer Schritt ist, wenn auch vor allem symbolisch und weniger wirtschaftlich, denn das Beteiligungsverhalten in anderen Bundesländern lässt keine schwerwiegenden wirtschaftlichen Belastungen erwarten.

Das Ziel des Bildungszeitgesetzes ist es, die Weiterbildungsbereitschaft von Beschäftigten in Baden-Württemberg zu erhöhen und zu fördern, und zwar durch die bezahlte Freistellung an bis zu fünf Tagen pro Jahr für die Teilnahme an Weiterbildungsmaßnahmen. »Das ist ein sehr guter Anfang und bekanntlich beginnt ja selbst der längste Weg mit einem ersten Schritt«, so Huba zur erwünschten Weiterentwicklung des Gesetzes: »Im zweiten Schritt sollten die Angebote der allgemeinen Weiterbildung aufgenommen werden, insbesondere psychologische und soziale Schlüsselqualifikationen, der Kreativ- und der Entspannungsbereich. Denn zum einen ist es mit der Abgrenzbarkeit von Allgemeiner und Beruflicher Weiterbildung ja ohnehin nicht weit her und zum anderen ist eine gute Allgemeinbildung erwiesenermaßen die beste Vorbereitung auf noch unbekannte berufliche Herausforderungen«.

(18.11.2014, prh)

vergleiche: Bildungszeitgesetz kommt

siehe auch: Bildungszeitgesetz in der Diskussion

 

Weiterbildung in kleinen innovativen Unternehmen

destatis

Kleine innovative Unternehmen sind für die technologische Vielfalt, den Export, das Wachstum sowie die Beschäftigung in Deutschland von zentraler Bedeutung. Die betriebliche Innovationskraft hängt in starkem Maße von der Kreativität und dem Engagement hochqualifizierter Beschäftigter ab. Doch auch in innovativen Unternehmen herrscht oft Fachkräftemangel und Qualifikationen der Beschäftigten veralten, wenn Fachwissen und Kompetenzen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht auf den neuesten Stand gebracht werden.

Kleine Unternehmen betreiben Weiterbildung, aber anders als es dem gängigen Bild von Weiterbildung in Großunternehmen entspricht. Sie ist weniger planvoll organisiert und setzt stärker auf andere Formen der Weiterbildung als auf klassische Lehrveranstaltungen. Im Mittelpunkt steht die gezielte Schulung technischer, praktischer und arbeitsplatzspezifischer Fertigkeiten und weniger eine breit angelegte Erweiterung allgemeiner Qualifikationen.

Innovative Unternehmen: Kleine Unternehmen überwiegen

Weiterbildung1

Die Ergebnisse der Vierten Europäischen Erhebung zur beruflichen Weiterbildung in Unternehmen (CVTS4) geben Auskunft darüber, wie innovative Unternehmen berufliche Weiterbildung organisieren. Kleine Unternehmen (mit 10 bis 49 Beschäftigten) machten im Jahr 2010 mit 61 % den Großteil der innovativen Unternehmen (ohne Kleinstunternehmen) in Deutschland aus. Sie waren – wie alle innovativen Unternehmen – vor allem in den Wirtschaftsbereichen Verarbeitendes Gewerbe (39 %) und Handel (22 %) vertreten.

Weiterbildung: geringeres Angebot, weniger Beteiligung

Weiterbildung2

Während 2010 nahezu jedes innovative Großunternehmen seinen Beschäftigten die Möglichkeit zur Weiterbildung offerierte, taten dies nur 86 % der kleinen innovativen Unternehmen. Weniger häufig waren sowohl klassische Lehrveranstaltungen als auch andere Formen der Weiterbildung, wie beispielsweise arbeitsplatznahe Weiterbildung oder Informationsveranstaltungen.

Der Anteil der Beschäftigten, die an Lehrveranstaltungen teilnahmen, war in innovativen Kleinunternehmen deutlich niedriger. Während 2010 in innovativen Großunternehmen fast die Hälfte der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (49 %) Lehrveranstaltungen besuchte, waren es in den Kleinunternehmen nur 36 %.

Weiterbildungsorganisation bei kleinen Unternehmen nicht besonders ausgeprägt

Weiterbildung findet in kleinen innovativen Unternehmen weniger strukturiert statt als in größeren. Lediglich 21 % der kleinen innovativen Unternehmen erstellten 2010 einen schriftlichen Weiterbildungsplan oder ein Weiterbildungsprogramm gegenüber 70 % der großen Unternehmen. Die Großen verfügten außerdem zu drei Vierteln über ein Jahresbudget für betriebliche Weiterbildung, was wiederum nur auf ein Viertel der Kleinen zutraf. Auch die Nutzung eines Bildungszentrums (30 % gegenüber 43 %) war seltener. Schließlich gaben nur 64 % der kleinen innovativen Unternehmen an, dass eine bestimmte Person oder Organisationseinheit für die betriebliche Weiterbildung verantwortlich war (gegenüber 90 % bei den innovativen Großunternehmen).

Tabelle: Weiterbildungsorganisation innovativer Unternehmen 2010

Etwas mehr als ein Viertel (27 %) der innovativen Kleinunternehmen konnte auf kein einziges Element einer Weiterbildungsorganisation zurückgreifen. Die deutlichen Unterschiede zwischen dem hohen Umfang des generellen Weiterbildungsangebots und der geringen erforderlichen organisatorischen Ausstattung weisen darauf hin, dass kleine innovative Unternehmen ihre Weiterbildung offenbar eher flexibel planten.

Kleine Unternehmen bevorzugen Neueinstellungen

Weiterbildung3

Neben den schlechteren organisatorischen Voraussetzungen nannten die kleinen innovativen Unternehmen explizit weitere Gründe für ein eingeschränktes Weiterbildungsangebot. So gewannen zwei Drittel (66 %) dieser Unternehmen das benötigte Fachwissen durch Neueinstellung entsprechend qualifizierten Personals und schränkten deshalb ihr Weiterbildungsangebot ein. Bei der Hälfte (51 %) waren die hohe Arbeitsbelastung und zeitliche Engpässe dafür ausschlaggebend, Weiterbildungsaktivitäten eingeschränkt anzubieten. 30 % der Unternehmen gaben als Grund die hohen Kosten für Lehrveranstaltungen an.

Andere Maßnahmen zur Deckung des Qualifikationsbedarfs

Die für innovative Unternehmen oft sehr spezifischen und hohen fachlichen Anforderungen an das Personal werden zusätzlich aber durch weitere Maßnahmen gedeckt. Eine andere Möglichkeit zur Qualifizierung besteht zum Beispiel darin, vorhandene Qualifikationen durch interne Reorganisation besser nutzbar zu machen. Für diese Lösung entschieden sich fast zwei Drittel (64 %) der kleinen innovativen Unternehmen. Schließlich begründete die Hälfte (51 %) der Unternehmen ein Angebot betrieblicher Erstausbildung mit dem Erfordernis, zukünftige Beschäftigte nach dem tatsächlichen Bedarf des Unternehmens zu qualifizieren.

Zukunftsorientierte Schulung praktischer Fertigkeiten

Weiterbildung4

Kleine Unternehmen, die 2010 innovative Produkte, Dienstleistungen oder Verfahren erfolgreich eingeführt haben, setzten ihre Ressourcen zur Qualifizierung der Beschäftigten und des Unternehmens vergleichsweise sparsam ein. Denn in innovativen Unternehmen wird das Fachwissen nicht nur im Rahmen von weiterbildenden und qualifizierenden Maßnahmen gebildet. Beschäftigte, deren Aufgabe die Einführung neuer Produkte oder verbesserter Verfahren ist, qualifizieren sich an ihrem Arbeitsplatz damit in höchstem Maße ergebnisorientiert. Weiterbildung im klassischen Sinne kann somit weniger umfangreich ausfallen.

Fast drei Viertel der kleinen innovativen Unternehmen bezeichneten deshalb die »technischen, praktischen oder arbeitsplatzspezifischen Fertigkeiten« als eine wichtige Zukunftsqualifikation. So verwundert es nicht, dass sie am häufigsten (60 %) Gegenstand von Lehrveranstaltungen waren.

Kundenorientierung, Problemlösungskompetenz und Teamfähigkeit wurden von jeweils mindestens 80 % als wichtige Zukunftsqualifikation genannt. Gegenstand der klassischen Lehrveranstaltungen waren sie mit 54 %, 53 % und 36 % aber zu deutlich geringeren Anteilen. Der Vergleich der Wichtigkeit von Qualifikationen mit den tatsächlich geschulten Qualifikationen zeigt, wie stark sich innovative Kleinunternehmen bei den klassischen weiterbildenden Maßnahmen auf ihre technischen, praktischen und arbeitsplatzspezifischen Kernkompetenzen ausrichteten.

Kleine Unternehmen bilden zielgerichtet weiter

Innovative Großunternehmen hingegen berücksichtigten 2010 generelle Kompetenzen wie Büro- und Verwaltungsfertigkeiten, professionelle IT-Kenntnisse und Fremdsprachen in sehr viel höherem Umfang, als es gemäß der Einschätzung der Wichtigkeit dieser Kompetenzen für die allgemeine Unternehmensentwicklung erforderlich wäre. Erklärt werden kann dies damit, dass Weiterbildung in großen Unternehmen nicht nur der Qualifizierung dient, sondern auch der Mitarbeiterbindung. Kleinunternehmen sind hingegen oft inhabergeführte Personengesellschaften. Hier bindet und motiviert die Mitarbeiter vor allem persönlicher Führungsstil und das Betriebsklima. Weiterbildende Maßnahmen konzentrieren sich auf die Qualifizierungserfordernisse, die unmittelbar zum Erfolg des Unternehmens beitragen.

Tabelle: Qualifikationen innovativer Unternehmen 2010

Flexible Weiterbildungsplanung durch andere Formen der Weiterbildung

Andere Formen der Weiterbildung erlauben es eher als klassische Lehrveranstaltungen, Weiterbildungsinhalte flexibel und tendenziell eher kostengünstiger zu vermitteln. Zudem können Unterweisungen am Arbeitsplatz, Lernzirkel, Informationsveranstaltungen oder selbstgesteuertes Lernen spontaner geplant werden. Deshalb dürften sie für die kleinen innovativen Unternehmen eine vielversprechende Alternative zur klassischen Weiterbildung in Form von Lehrveranstaltungen darstellen. Im Jahr 2010 nutzten diese Möglichkeiten insgesamt 78 % der innovativen Kleinunternehmen gegenüber 72 %, die ihren Beschäftigten Lehrveranstaltungen zur betrieblichen Weiterbildung anboten.

Tabelle: Formen der Weiterbildung in innovativen Unternehmen 2010 (14.11.2014, prh)

QUELLE: Mit freundlicher Genehmigung des Statistischen Bundesamtes

 

Jeder Fünfte hat keine Computerkenntnisse

BITKOM

Viele Menschen wissen mit Computern nichts anzufangen. 

Jeder Fünfte (19 Prozent) hat keine Computerkenntnisse. Das entspricht gut 13 Millionen Bundesbürgern ab 14 Jahren. So lautet das Ergebnis einer repräsentativen BITKOM-Umfrage. Ähnlich viele Menschen (22 Prozent) verfügen zumindest über Grundkenntnisse, können also etwa ein Programm installieren oder einfache Büroanwendungen bedienen: Mittelmäßiges Wissen über Computer ist nach eigenen Angaben bei 37 Prozent der Deutschen vorhanden. Nur jeder Fünfte (19 Prozent) schreibt sich hohe oder sehr hohe Computerkenntnisse zu.

»Wenn fast die Hälfte der Bürger gar nichts oder nur wenig mit Computern anfangen kann, muss uns das wachrütteln«, sagt Achim Berg (BITKOM): »Für eine digitale Gesellschaft ist es herausragend wichtig, flächendeckende IT-Bildungsangebote zu machen«.

Erwartungsgemäß verfügen vor allem ältere Menschen über geringe Computerkenntnisse. 79 Prozent der Menschen ab 65 Jahren haben dazu kein oder nur wenig Wissen. Gut jeder Dritte der 50- bis 64 Jährigen (37 Prozent) weiß nichts oder wenig zur Computerbedienung. Aber auch viele Jüngere können nur schlecht mit Computern umgehen: Gut jeder Vierte (28 Prozent) der 14- bis 29-jährigen schätzt seine Kenntnisse gering ein. Dagegen geben fast zwei von fünf (38 Prozent) der Jüngeren an, hohe oder sehr hohe Computerkenntnisse zu haben. Insgesamt kennen sich Frauen und Männer ähnlich gut mit Computern aus: 18 Prozent der Frauen verfügen nach eigener Einschätzung über hohe oder sehr hohe Kenntnisse, bei den Männern sind es 21 Prozent. Berg: »IT- und Computer-Kompetenzen gehören heute zum Alltag und sind in fast allen Branchen und Berufen erforderlich«.

Hintergrund
Die Angaben basieren auf einer repräsentativen Umfrage, die Bitkom Research in Zusammenarbeit mit Aris durchgeführt hat. Dabei wurden im September 2014 mehr als 1.300 Personen ab 14 Jahren zur Selbsteinschätzung ihrer Computerkenntnisse befragt.


(13.11.2014, prh)

 

In Neuigkeiten & Terminen

Bildungsmanagement Kongress 2015 (Köln)

vom 21.01.2015 um 10:00 Uhr bis zum 21.01.2015 um 17:00 Uhr

Gemanagte Weiterbildungsanbieter stehen immer wieder vor der Herausforderung, sich kontinuierlich weiterzubilden, zu entwickeln und mithilfe von neuen Impulsen die Veränderungen im Wettbewerb sinnvoll zu begleiten und zu adaptieren. Diese Konferenz bietet BildungsmanagerInnen neue Impulse und fachlichen Austausch mit Kollegen, Managern der Industrie (Learning Manager) und Managern aus Weiterbildungsanbietern. Die Konferenz ist der Treffpunkt für professionelle Manager der Bildungsbranche und bietet fundiertes Fachwissen für Weiterbildungsmanager.

Die Themen des Weiterbildungskongresses für Weiterbildungsmanager: Marketing für Bildungsanbieter

 

LEARNTEC 2015 (Karlsruhe)

vom 27.01.2015 bis zum 29.01.2015

Lernen mit IT - 23. Internationale Fachmesse und Kongress

Die LEARNTEC ist die Internationale Fachmesse und Kongress für Lernen mit IT, vom 27. bis 29. Januar 2015 auf dem Messegelände in Karlsruhe.

 

Petersberger Trainertage 2015 (Königswinter bei Bonn)

vom 17.04.2015 bis zum 18.04.2015

Der Weiterbildungskongress.

Weitere Informationen und Anmeldung: http://www.managerseminare.de/Petersberger_Trainertage/Besucherinformationen?urlID=232965&kat=13773

 

 

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