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Neuigkeiten & Termine

OED-Netzwerk präsentiert Instrumente zur Überwindung von Lernbarrieren

eaea

In vielen europäischen Ländern ist die Teilnahme an Erwachsenenbildungsprogrammen immer noch niedrig, insbesondere in gering qualifizierten und benachteiligten Bevölkerungsgruppen. Das Outreach–Empowerment-Diversity (OED) Netzwerk ist darauf fokussiert, Inklusion zu verstärken und die Vielfalt der Weiterbildungsprogramme zu fördern. In diesem Zusammenhang hat das Netzwerk nun konkrete Vorschläge und Empfehlungen veröffentlicht, wie die unterrepräsentierten Gruppen erreicht und durch Lernprozesse gestärkt werden können.

Laut einer kürzlich durchgeführten Studie zum subjektiven Nutzen lebenslangen Lernens wirkt sich Erwachsenenbildung auf allen Ebenen positiv aus. Teilnehmerinnen und Teilnehmer fühlen sich glücklicher, gesünder und selbstbewusster. Die Lernenden nehmen stärker am gesellschaftlichen Leben teil, sind toleranter und bessere Eltern. Dieser Nutzen ist bei bildungsbenachteiligten Bevölkerungsgruppen offensichtlicher. Auf Grund dessen fordert das OED-Netzwerk besondere Maßnahmen in diesem Bereich.

Um Entscheiderinnen und Entscheider, Erwachsenenbildnerinnen und -bildner bei der Überwindung der Lernbarrieren zu unterstützen, entwickelte das OED-Netzwerk

  1. Empfehlungen für europäische und nationale/regionale politische Entscheidungsträger und Weiterbildungsanbieter. Diese Empfehlungen basieren auf Sensibilisierungsbeispielen aus der Praxis, die europaweit gesammelt wurden sowie auf methodologischen Handreichungen.

  2. Einen praxisorientierten Ratgeber, der politischen Entscheidungsträgern bei der Einleitung konkreter Schritte hilft.

Das OED-Netzwerk ruft dazu auf, eine vielfältige und inklusive Erwachsenenbildung in Europa weiterhin zu fördern.

Hintergrund
Das OED-Netzwerk vereint 17 Organisationen aus 14 europäischen Staaten. Es zielt darauf ab:

  • marginalisierte Gruppen einzubeziehen und hierzu Informationen zur Verfügung zu stellen;
  • die Vielfalt an Weiterbildungsinstitutionen durch das Einbeziehen der Bedürfnisse der Lernenden zu verbessern;
  • die Lernenden auf ihrem Weg zu aktiven europäischen Bürgern zu stärken.

Das OED-Netzwerk geht aus dem OED-Projekt hervor, koordiniert vom Europäischen Verband für Erwachsenenbildung (EAEA). Das Projekt, das im November 2014 endet, wird vom Programm zum Lebenslangen Lernen/Grundtvig der Europäischen Kommission gefördert.

(31.10.2014, prh)

Weiterführende Informationen zum OED-Netzwerk und zum Projekt

 

Oktober 2014: Förderung der beruflichen Weiterbildung steigt weiterhin an

BBB

Förderung beruflicher Weiterbildung (FbW) setzt den Trend des Vormonats fort. 

Experten hatten zuvor eine andere Entwicklung erwartet, doch laut den gestern von der BA in Nürnberg veröffentlichten Daten sank die Zahl der arbeitslosen Menschen im Oktober überraschender Weise um 75.000 auf nunmehr 2.733.000 insgesamt. Damit wird die »Herbstbelebung« ihrem lange erhofften Ruf gerecht und blieb dem Arbeitsmarkt trotz der aktuellen wirtschaftlichen Unsicherheiten ein gruseliger »Halloween-Schreck« erspart.

Niedriger ist die Arbeitslosenzahl zuletzt nur im November 2011 gewesen. Die Arbeitslosenquote fiel im Vergleich zum Vormonat um -0,2 Prozentpunkte auf 6,3 Prozent. Ein Rückgang im Oktober sei zwar üblich, in diesem Jahr sei er allerdings stärker als in den vergangenen Jahren ausgefallen. Dies hänge auch mit der späten Lage der Sommerferien in einigen Bundesländern zusammen, urteilte der Vorstandsvorsitzende der BA, Frank-Jürgen Weise.

Die Förderung der beruflichen Weiterbildung setzt den Trend des Vormonats fort.

Zusammen mit den Daten zur Arbeitslosigkeit in Deutschland werden auch die Zahlen für die staatlich geförderte berufliche Weiterbildung veröffentlicht. Auch hier setzt sich eine erfreuliche Entwicklung fort.

Besonders deutlich legten die Bestandszahlen zu. In beiden Rechtskreisen zusammen erhöhte sich der Bestand um 15.144 Personen (SGB II: 6.840 / SGB III: 8.304) auf insgesamt 169.605 (Vormonat: 154.461). Auch die Zugangszahlen stiegen wieder, zusammengenommen um 5.278 Personen auf 43.234 (Vormonat: 37.953). Allerdings fiel der Zugang im Bereich SGB II mit einer Zunahme um 1.729 Personen gegenüber dem Vormonat und auf insgesamt 19.610 etwas schwächer aus (SGB III: 3.551 / insgesamt: 23.622).

QUELLE: Bildungsverband

(31.10.2014, prh)

 

Missverhältnis zwischen Qualifikationsangebot und Nachfrage auf dem europäischen Arbeitsmarkt

ILO

Neue ILO-Studie ruft europäische Regierungen und Sozialpartner auf, Qualifikationsangebot und Nachfrage am Arbeitsmarkt abzustimmen. 

Laut einer aktuellen ILO-Studie »Skills Mismatch in Europe - Statistics Brief« sind zwischen 25 und 45 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Europa für ihre Arbeit entweder über- oder unterqualifiziert, was zu einer erheblichen Fehlanpassung zwischen Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt führt.

Die Untersuchung zeigt ein Ungleichgewicht zwischen vorhandenen Kompetenzen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und den Qualifikationserfordernissen ihres Arbeitsplatzes auf. Dies wurde für 24 europäische Länder analysiert und zeigte beträchtliche Unterschieden zwischen den Ländern.

In neun europäischen Ländern (Belgien, Island, Kosovo, den Niederlanden, Polen, Portugal, Spanien, Schweiz und Großbritannien) sind mehr als 25 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer unterqualifiziert. In Portugal fallen mehr als die Hälfte in diese Kategorie.

Im Jahr 2012 reichte der Prozentsatz der überqualifizierten Arbeitnehmer in der Mehrzahl der Länder, für die Daten zur Verfügung stehen, von 10 bis 20 Prozent. In den Niederlanden, Polen, Portugal und der Schweiz waren weniger als 6 Prozent der Arbeitnehmer überqualifiziert; die Rate erreichte jedoch 20 Prozent in Zypern und Russland.

Zwischen den Jahren 2002 und 2012 wuchs in den meisten Ländern die Rate der Überqualifizierung, die Rate der Unterqualifizierung ging hingegen in den meisten Ländern zurück.

Der Anteil überqualifizierter Arbeitnehmer stieg auf 3,6 Prozentpunkte während dieser Zeit. Dies spiegelt teilweise die Auswirkungen der globalen Wirtschaftskrise wider. Nur vier Länder - Irland, Israel, Polen und Slowenien – konnten einen rückläufigen Trend bei Überqualifizierten verzeichnen. Währenddessen konnte der Anteil der Unterqualifizierten um fast 9 Prozentpunkte zwischen 2001 und 2012 reduziert werden.

In der Gruppe der überqualifizierten Arbeitnehmer sind Frauen und Jugendliche überrepräsentiert. Dies ist, laut Studie, das Ergebnis verschiedenen Faktoren, einschließlich des Drucks auf Frauen, Erwerbs- und Familienarbeit zu vereinbaren, eines höheren Anteils von Frauen in atypischer Beschäftigung und möglicher Diskriminierung bei der Arbeit.

Der relativ hohe Anteil in atypischer Beschäftigung erklärt, warum junge Menschen weniger von Unterqualifizierung betroffen sind und häufiger überqualifiziert für ihren Arbeitsplatz sind, als Erwachsene.

»Um den Arbeitsmarkterfordernissen zu entsprechen, ist es nicht ausreichend, Arbeitnehmer mit Qualifikationen auszustatten, wenn diese Fähigkeiten nicht auf die Nachfrage der Unternehmen treffen. Die Studie ruft Regierungen und Sozialpartner dazu auf, effiziente Stellenvermittlungsdienste und Weiterbildungsmöglichkeiten bereitzustellen und den Übergang zwischen schulischem Bildungssystem und der Welt der Arbeit zu stärken«, so Theo Sparreboom, Mitautor der ILO-Untersuchung.

Nach dem ILO-Experten sind erstklassige Ausbildungssysteme für Jugendliche, die den Übergang vom Klassenraum in die Ausbildungsstätte erleichtern, wichtig. Diese Systeme erfordern einen gut funktionierenden sozialen Dialog zwischen Regierung und Sozialpartnern und eine effiziente Beschäftigungsvermittlung.

Mehr noch führt technologische Innovation direkt zur Nachfrage für entsprechende Qualifikationen auf dem Arbeitsmarkt. Ein höheres Bildungsniveau ist Teil der Lösung und lebenslanges Lernen wird eine Notwendigkeit. In vielen Ländern wird eine Reform der Aus- und Weiterbildungssysteme benötigt, um lebenslanges Lernen für alle zu verwirklichen. (29.10.2014, prh)

Skills Mismatch in Europe - Statistics Brief (PDF, 32 Seiten)

 

Die Themen Gesundheit und Sprachen liegen bei Volkshochschulen im Trend

DIE Bonn

Mit der aktuellen Volkshochschul-Statistik für das Berichtsjahr 2013 legt das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung (DIE) zum 52. Mal die Struktur- und Leistungszahlen der deutschen Volkshochschulen vor. Insgesamt führten knapp 920 Volkshochschulen 15,3 Millionen Unterrichtsstunden durch. Etwas über 9 Millionen Teilnahmen wurden für die rund 687.000 Veranstaltungen registriert.

Die Zahlen von Kursen und Lehrgängen haben sich im aktuellen Berichtsjahr 2013 positiv entwickelt. Volkshochschulen führten 1,9 Prozent mehr Kurse mit 2,2 Prozent mehr Unterrichtsstunden durch als 2012. Während die Teilnahmezahlen in den letzten beiden Berichtsjahren zurückgegangen waren, stieg die Zahl der Anmeldungen 2013 wieder um 1,5 Prozent an. Mit 85 Prozent aller Veranstaltungen und 98 Prozent der insgesamt durchgeführten Unterrichtsstunden machen Kurse und Lehrgänge nach wie vor den größten Teil des Angebotes an Volkshochschulen aus (neben Einzelveranstaltungen und Studienfahrten/-reisen).

Über alle Veranstaltungsarten hinweg betrachtet hat klassischerweise das Sprachenangebot bei Volkshochschulen eine Sonderstellung mit einem Anteil von beinahe 43 Prozent aller Unterrichtsstunden. Zweiter wichtiger Schwerpunkt im Angebotsspektrum ist – wie schon in den letzten Jahren – das Thema Gesundheit. Hier wurden über drei Millionen Unterrichtsstunden durchgeführt, eine Steigerung um rund 2 Prozent. Die Zahl der Anmeldungen stieg um 70.000, so dass mehr als jede dritte Belegung 2013 in einer Veranstaltung zum Thema Gesundheit gezählt wurde.

Die Volkshochschul-Statistik belegt die wachsende Bedeutung von so genannten Auftrags- und Vertragsmaßnahmen, die für einzelne Auftraggeber (z.B. Unternehmen) durchgeführt werden. Ihr Anteil an Kursen und Lehrgängen hat sich auf gut vier Prozent erhöht.

Die Volkshochschul-Statistik liefert umfangreiches Datenmaterial zu deutschen Volkshochschulen – von differenzierten Finanzangaben (z.B. Anteil von Teilnahmegebühren oder öffentlichen Zuschüssen) über Informationen zu Personalstrukturen, Angaben zur Zeitorganisation der Kursveranstaltungen bis hin zu Übersichten über besondere Adressatengruppen oder zur Geschlechts- und Altersdifferenzierung der Teilnehmenden. Alle Daten sind nach Bundesländern strukturiert dargestellt. Grafiken veranschaulichen die Entwicklungen zum Teil in Zeitreihen.

(27.10.2014, prh)

Zur Volkshochschul-Statistik (PDF, 77 Seiten)

 

GEW: »Beschäftigte in der Weiterbildung brauchen soziale Sicherheit«

gewDie Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert deutlich größere Anstrengungen, die soziale Absicherung der Beschäftigten in der Weiterbildung zu verbessern und prekären Arbeitsverhältnissen einen Riegel vorzuschieben.
 
»Auch mit Blick auf den demografischen Wandel und den immer wieder beschworenen Fachkräftemangel ist eine Gesamtstrategie von Bund, Ländern und Kommunen für ein zukunftsfähiges lebensbegleitendes Lernen dringend notwendig. Nur so können wir den aktuellen und künftigen gesellschaftlichen Herausforderungen gerecht werden und eine hohe Qualität der Weiterbildungsangebote sicherstellen«, sagte Ansgar Klinger, für Berufliche Bildung und Weiterbildung verantwortliches GEW-Vorstandsmitglied, während der »Herbstakademie«seiner Organisation am vergangenen Freitag in Halle/Saale. Er forderte, die Beschäftigten nach Tarif zu zahlen, die Planungssicherheit der Einrichtungen zu erhöhen und die Weiterbildungsangebote für alle Menschen zugänglich zu machen. Komplexität durch Kompetenz zu gestalten, sei ein wichtiges Element der Weiterbildung.

Eine deutliche Absage erteilte Klinger dem Bestreben, Bildung den Gesetzen des freien Marktes zu unterwerfen. »Nicht ‚Employability' soll das Programmprofil des lebensbegleitenden Lernens bestimmen, sondern Aufklärung, Selbstbestimmung und Partizipation lauten die Ziele. Nicht die Ökonomie soll professionelles Handeln leiten, sondern die Pädagogik. Nicht prekäre Arbeit soll den Beruf kennzeichnen, sondern ‚gute Arbeit'. So leisten Weiterbildung und lebensbegleitendes Lernen einen wichtigen Beitrag zu mehr Chancengleichheit«, betonte das GEW-Vorstandsmitglied. In diesem Zusammenhang wies er auf die »Weimarer Thesen« hin, die die Bildungsgewerkschaft vor zwei Jahren verabschiedet hat.

 

(26.10.2014, prh)

Im Wortlaut: Weimarer Thesen 2012 (PDF, 4 Seiten)

vergleiche: GEW fordert Schutzschirm für die Weiterbildung

 

Bundesregierung verabschiedet Stellungnahme zum Nationalen Bildungsbericht

bundesregierungDas Bundeskabinett hat gestern (22.10.2014) die Stellungnahme der Bundesregierung zum fünften nationalen Bildungsbericht »Bildung in Deutschland 2014« beschlossen. 
 
Der im Juni 2014 vorgelegte Bericht hatte in allen Bildungsbereichen positive Entwicklungen festgestellt: der bedarfsgerechte Ausbau des Betreuungsangebots für Kinder unter drei Jahren ist weitgehend gelungen, immer weniger Schülerinnen und Schüler verlassen die Schule ohne Hauptschulabschluss, mehr als jeder zweite Schulabsolvent verfügt über eine Hochschulzugangsberechtigung und die Anzahl der Studienanfängerinnen und -anfänger übersteigt bei weitem die von Bund und Ländern gesetzte Zielmarke. Als Herausforderungen nennt der Bericht die soziale Ungleichheit bei der Bildungsbeteiligung, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund, sowie die Neubestimmung des Verhältnisses von Hochschulbildung und beruflicher Bildung.

Die Bundesregierung betont in ihrer Stellungnahme, dass die frühkindliche Bildung zentral für gute Startchancen und die Integration im Bildungssystem ist. Sie hat deshalb ihre Mittel für den Ausbau der Kindertagesbetreuung und die Verbesserung der Qualität deutlich aufgestockt. Zudem werden die Sprach- und Leseförderung und die Weiterbildung der Erzieherinnen und Erzieher weiter gestärkt. Mit der bereits gestarteten Initiative von Bund und Ländern zur Sprachförderung, Sprachdiagnostik und Leseförderung soll eine bessere Integration und individuellere Förderung von Kindern und Jugendlichen ermöglicht werden. »Wir brauchen Bildungsgerechtigkeit von Anfang an und an den Übergängen im Bildungssystem. Deshalb investiert die Bundesregierung in die Zukunft unseres Landes und entlastet zugleich die Länder, damit diese ihren Aufgaben besser gerecht werden können«.

Bereits vom 1. Januar 2015 an plant der Bund, die vollständige Finanzierung der Geldleistungen nach dem BAföG für Studierende sowie Schülerinnen und Schüler zu übernehmen und die Länder dauerhaft um rund 1,17 Milliarden Euro pro Jahr zu entlasten. Massive Investitionen der Bundesregierung sichern die Attraktivität und Qualität des Hochschulstudiums. Hochschulpakt und Qualitätspakt Lehre zielen darauf ab, gute Studienbedingungen zu sichern und zu schaffen. Mit dem angestrebten 25. BAföG-Änderungsgesetz wird die Bundesregierung die finanziellen Rahmenbedingungen weiter verbessern. Im Wintersemester 2016/2017 sollen dann die Sätze und Freibeträge beim BAföG um jeweils 7 Prozent angehoben werden und so der Kreis der Berechtigten um etwa 110.000 Studierende ausgeweitet werden.

Einen Schwerpunkt wird die Bundesregierung darauf legen, die berufliche Ausbildung zu stärken und den positiven Trend zur Weiterbildung zu unterstützen. »Das Kabinett hat im Zuge der BAföG-Novelle bereits beschlossen, dass auch das Meister-BAföG verbessert wird«, sagte Wanka. So werden der Unterhaltsbeitrag von 697 Euro auf 760 Euro erhöht und die Einkommensfreibeträge heraufgesetzt. Zusätzlich kündigte die Bundesbildungsministerin an, dass im Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz die Fördermöglichkeiten erweitert werden sollen. »Beruflich vorqualifizierte Bachelor-Absolventen sollen für eine Aufstiegsfortbildung auch Meister-BAföG bekommen können«, sagte Wanka. »Mit dem Meister-BAföG wollen wir neben dem «klassischen» beruflichen Aufsteiger und Studienabbrechern mit beruflicher Qualifikation auch den Weg zum Meister unterstützen, wenn jemand bereits erfolgreich studiert hat und jetzt einen Handwerksbetrieb übernehmen will«.

Der Bericht »Bildung in Deutschland 2014« wurde von einer unabhängigen wissenschaftlichen Autorengruppe erstellt und aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland finanziert.

QUELLE: Nach einer BMBF-PM


(23.10.2014, prh)

siehe auch: Bericht »Bildung in Deutschland 2014«

 

Baden-Württemberg startet Landesnetzwerk Weiterbildungsberatung

Das Landesnetzwerk Weiterbildungsberatung (LNWBB) wurde am 17.10.2014 im Rahmen einer feierlichen Auftaktveranstaltung im Neuen Schloss in Stuttgart gegründet. »Wir wollen mit dem Landesnetzwerk Weiterbildungsberatung den Bildungsmarkt transparent machen. Damit unterstützen wir junge Menschen und Erwachsene bei ihrer Entscheidung für ein Weiterbildungsangebot«, sagte Landes-Staatssekretärin Marion von Wartenberg.

15 Spitzenvertreter von Verbänden der Weiterbildung und Kirchen sowie rund 50 Einzeleinrichtungen der allgemeinen, beruflichen und wissenschaftlichen Weiterbildung unterzeichneten die Gründungsurkunde. Ab dem 1. Januar 2015 steht das LNWBB zur Verfügung.

Trägerneutrale und interessensensible Beratung

Mitglieder des LNWBB verpflichten sich dazu, sich an den Interessen, den Ressourcen und der Ausgangslage der ratsuchenden Person zu orientierten und Angebote unterschiedlicher Anbieter zu berücksichtigen. Die Mitglieder garantieren, dass ihre Weiterbildungsberatung den Qualitätsstandards guter Beratung entspricht und ihr beratendes Personal über die notwendigen Kompetenzen verfügt.

Ein Kuratorium wird darauf achten, dass diese Bedingungen eigehalten werden. In diesem Kuratorium werden unter anderem Mitglieder des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport sowie des Ministeriums für Finanzen und Wirtschaft vertreten sein.

Landesnetzwerk Weiterbildungsberatung ist offen für weitere Mitglieder

Mit der Gründung des LNWBB erfüllt die Landesregierung eine Vereinbarung des Koalitionsvertrages sowie eine Empfehlung der Landtags-Enquetekommission »Fit für das Leben in der Wissensgesellschaft«. Ziel war es, Beratungsstellen in ein landesweites Netzwerk zusammenzuführen und qualitätssichernde Instrumente zu schaffen. »Die Gründung des neuen Landesnetzwerks ist ein wichtiges Ereignis für die Erwachsenen- und Weiterbildung. Ich freue mich, dass der Zusammenschluss in den nächsten Jahren wachsen und damit lebenslanges Lernen in Baden-Württemberg noch attraktiver und effektiver wird«, erklärt von Wartenberg.

Interessierte Weiterbildungsträger können auch nach der Gründungsveranstaltung dem LNWBB beitreten.

Die Konzeption des Landesnetzwerks wurde in einer Fachgruppe des Bündnisses für Lebenslanges Lernen unter Vorsitz des Volkshochschulverbandes und der wissenschaftlichen Begleitung der Universität Heidelberg in den vergangenen zwei Jahren erarbeitet.

(20.10.2014, prh)

Weitere Informationen

 

Gute Weiterbildung braucht gute Rahmenbedingungen

gewBildungsgewerkschaft GEW veröffentlicht »Schwarzbuch 3: Vergabe von Aus- und Weiterbildungsdienstleistungen«

Kaum ein Bereich des Bildungswesens ist in der Vergangenheit so stark dereguliert worden wie die öffentlich finanzierte Weiterbildung. Mit Blick auf die geplante Reform des Vergaberechts auf Bundesebene hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) das »Schwarzbuch 3: Vergabe von Aus- und Weiterbildungsdienstleistungen« erarbeitet, das heute veröffentlicht wird.

Es illustriert die unzumutbaren Bedingungen, unter denen Lehrkräfte und Träger in Maßnahmen der Aus- und Weiterbildung arbeiten, die die Bundesagentur für Arbeit vergibt. Betroffene schildern die fatalen Fehlentwicklungen, die die unzureichenden »Steuerungsinstrumente« verursacht haben, Wissenschaftler und Gewerkschafter beschreiben Alternativen.

Prekäre Arbeitsbedingungen, Bezahlung hochqualifizierter pädagogischer Arbeit auf Hartz-IV-Niveau, ruinöser Wettbewerb und Überlebenskampf der Träger sowie ein schleichender Qualitätsverfall sind die Folgen politischer Entscheidungen. Die Bundesregierung sowie die zuständigen Ministerien für Wirtschaft und Arbeit sind gefordert, die gesetzlichen Grundlagen für die Vergabe der Bildungsmaßnahmen grundlegend zu korrigieren.

»Die GEW fordert ein kohärentes Fördersystem, Kontinuität in der Zusammenarbeit und pädagogische Qualität. Dafür müssen langfristige Partnerschaften mit qualifizierten und verlässlichen Anbietern von Bildungsmaßnahmen abgeschlossen und die Finanzierung der Angebote sichergestellt werden«, betont Ansgar Klinger, für Berufliche Bildung und Weiterbildung verantwortliches GEW-Vorstandsmitglied.

Preis allein darf nicht entscheidend sein

»Der Preis einer Maßnahme darf nicht länger das entscheidende Kriterium für den Zuschlag sein. Künftig sollen bei der Vergabe nur noch tariftreue Träger zum Zug kommen«. Die GEW verlangt eine entschiedene Wende der bisher praktizierten Vergabe von Aus- und Weiterbildungsdienstleistungen - im Interesse der Beschäftigten, der Lernenden und der Träger. Gute Aus- und Weiterbildung braucht gute rechtliche Rahmenbedingungen.

QUELLE: GEW 


(17.10.2014, prh)

Schwarzbuch 3: Vergabe von Aus- und Weiterbildungsdienstleistungen (PDF, 68 Seiten)

 

Tipps für erfolgreichen Lerntransfer

TUEV Sued

Das Thema Weiterbildung ist ein wichtiger Faktor in Unternehmen, vor allem, um das Wissen der Mitarbeiter zu erweitern und damit die eigene Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu steigern. Allerdings nutzen Schulungen und Seminare nur dann, wenn die Teilnehmer das Erlernte dauerhaft praktisch im Berufsalltag anwenden können. Häufig fehlen ihnen jedoch konkrete Ansätze für den Wissenstransfer.

Die Experten der TÜV SÜD Akademie geben Tipps, wie Unternehmen erworbenes Wissen sichern und nutzen können.

Die wichtigste Grundlage für einen erfolgreichen Lerntransfer im Bildungsmanagement ist eine strukturierte Vorgehensweise. Hierzu zählt eine genaue Zielsetzung für jede Bildungsmaßnahme, damit die Teilnehmer wissen, worauf sie sich einlassen und was die Schulung bewirken soll. Frisch geschulte Mitarbeiter sollten sich zum einen gemeinsam mit ihren Führungskräften über die Umsetzung Gedanken machen und zum anderen das Erlernte direkt an ihre Kollegen weitergeben. Dies kann je nach Unternehmensgröße in Form einer Mitarbeiterakademie oder in Team-Meetings erfolgen. Sogenannte Lerntandems fördern darüber hinaus den Austausch zwischen erfahrenen und neuen sowie zwischen jüngeren und älteren Mitarbeitern. Zudem können Unternehmen interne Wikis oder Bibliotheken inklusive Wissensmanagement-Software nutzen, um die Informationen allen Arbeitnehmern zugänglich zu machen.

Oft ist es sinnvoll, frisch geschulte Mitarbeiter vorerst zu entlasten und sie von einigen ihrer sonstigen Aufgaben zu entbinden. Dafür sollten Unternehmen gegebenenfalls die Ressourcen vorübergehend erweitern. Solche Entscheidungen sind in jedem Fall von den Führungskräften an alle Teammitglieder zu kommunizieren. Um das neu erworbene Know-how im Unternehmen zu implementieren, bietet sich ein Transferplan an. Mit diesem können Mitarbeiter festlegen, wann sie welche Schritte umsetzen. Zudem können sie Termine für Wirkungskontrollen fixieren und festhalten, welche Kollegen sie wie unterstützen. Die Bildungsmaßnahme und ihre Umsetzung können allerdings nur nachhaltig im Unternehmen wirken, wenn die Mitarbeiter auch nach dem Implementierungsprozess auf dem Laufenden bleiben und sich mit dem Thema sowie aktuellen Entwicklungen beschäftigen.

Unternehmen und Organisationen, die ein besonders vorbildliches Bildungs- und Talentmanagement implementiert haben oder Tipps zum strategischen Aufbau eines solchen Systems brauchen, können sich noch bis zum 31. Oktober 2014 auf www.deutscher-bildungspreis.de für den Deutschen Bildungspreis 2015 der TÜV SÜD Akademie und EuPD Research Sustainable Management bewerben. Jeder Teilnehmer erhält einen kostenlosen, individuellen Benchmark des eigenen Bildungs- und Talentmanagements im Vergleich zu den anderen Bewerbern sowie eine Stärken-Schwächen-Analyse, die Experten im Anschluss an die Auswertung auf Wunsch durchführen.


(15.10.2014, prh)

 

Preis »Politische Bildung 2015« ausgeschrieben

bap

Der Preis Politische Bildung 2015: Drinnen oder Draußen? Wie viel Ungleichheit verträgt die Demokratie? 

Die Demokratie enthält das Versprechen, dass alle in ihr lebenden Menschen dieselben Rechte und Chancen haben. Dazu gehört die Teilhabe am gesellschaftlichen und politischen Leben genauso wie das Recht auf Bildung und soziale Sicherheit. Immer drängender stellt sich die Frage, ob diese Chancengleichheit Realität ist. Können wirklich alle Menschen, gleich welcher sozialen Schicht, welchen Geschlechts, welcher kultureller Herkunft am demokratischen Leben teilhaben? Sind alle »drinnen« oder stehen immer mehr am Rande, werden an den Rand gedrängt oder stehen sogar »draußen«? Gering Qualifizierte haben es immer schwerer, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Einkommensschwache Familien werden durch steigende Mieten in so genannte »Problemviertel« gedrängt. Der Bildungserfolg von Kindern und Jugendlichen in der Schule hängt von ihrer sozialen Herkunft ab. Nur bestimmte Gruppen von Zugewanderten werden willkommen geheißen. In sozialen Brennpunkten ist die Wahlbeteiligung am geringsten. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen stellt sich die Frage: Wie viel Ungleichheit verträgt die Demokratie?

Mit dem Preis Politische Bildung 2015 will der Bundesausschuss Politische Bildung (BAP) Projekte der Jugend– und Erwachsenenbildung würdigen, die sich mit diesen Fragen auseinandergesetzt haben. Ob im Seminar, Kurs, Projekt, in einer Tagung oder im Workshop, ob mit Medien, Planspielen, als Zukunftswerkstatt oder BarCamp spielt dabei keine Rolle. Wichtig ist die konstruktive, kreative und kritische Auseinandersetzung mit Fragen von Ungerechtigkeit, Ungleichheit oder Diskriminierung, deren Folgen für die Demokratie und den Möglichkeiten ihrer Überwindung. Der BAP freut auf Ihre Bewerbung!

Wer kann teilnehmen?

Gesucht werden Projekte und Veranstaltungen der politischen Jugend– und Erwachsenenbildung, die sich mit dem aktuellen Thema der Ausschreibung »Drinnen oder Draußen. Wie viel Ungleichheit verträgt die Demokratie?« auseinandersetzen. Bewerben können sich freie Träger, Einrichtungen, Initiativen, Vereine, Verbände und Organisationen der (politischen) Jugend– und Erwachsenenbildung. Schulen können sich im Rahmen einer Kooperation mit freien Trägern bewerben. Bewerber ist dann der freie Träger.

Jury

Die Auswahl der Preisträger erfolgt durch eine Jury. Die Jury besteht aus Expertinnen und Experten der politischen Jugend– und Erwachsenenbildung.

Preisverleihung

Die Vergabe der Preise erfolgt im Rahmen des Bundeskongresses Politische Bildung in Duisburg am 20. März 2015.

Die ausgezeichneten Projekte erhalten als Anerkennung eine Urkunde und einen Preis. Es werden drei Preise verliehen:

1. Preis: 8.000 EUR

2. Preis: 4.000 EUR

3. Preis: 3.000 EUR



(15.10.2014, prh)

Weitere Informationen

Bewerbung einreichen

 

WIS gibt es jetzt auch mobil

Das Weiterbildungs-Informations-System WIS der Industrie- und Handelskammern (IHKs) steht jetzt auch in einer speziell für Smartphones und Tablets optimierten Version zur Verfügung.

WIS bietet Weiterbildungsinteressierten unter anderem eine Seminar- und eine Prüfungssuche, ein Trainerverzeichnis, eine Anbieterliste, Wissenswertes über Weiterbildungsstruktur beziehungsweise -profile und vieles mehr.

Weil die wachsenden Zugriffszahlen zunehmend auch auf Mobilgeräte entfielen, haben die Betreiber beschlossen, die Nutzer auch unterwegs komfortabel über Angebote und Prüfungen zu informieren.

Seit Anfang Oktober ist nun eine optimierte mobile Fassung der Website erreichbar, die vom Handy oder Tablet-PC aus automatisch angesteuert wird. Sie bietet eine einfache Benutzerführung sowie leichte Lesbarkeit und legt den Schwerpunkt auf Seminare, Prüfungen und Trainer.

Die Nutzer profitieren aber nicht nur von einem optimierten Seitenaufbau und der Anpassung der Inhalte an die Bildschirmgröße, sondern auch von komfortablen Zusatz-Features wie beispielsweise einem Button »Anrufen«.

(14.10.2014, prh)

WIS-Website

WIS-Website (mobile)

 

Stiftung Warentest prüfte Train-the-Trainer-Kurse

Stiftung Warentest

Train the Trainer - Langeweile beim Lernen muss nicht sein. 

Viele, die sich beruflich weiterbilden, kennen das: Interessanter Stoff, der lieblos vermittelt wird, will einfach nicht hängen bleiben. Doch langweiliger Unterricht muss nicht sein. In speziellen Weiterbildungen können Dozenten und Trainer lernen, wie sie ein Seminar pädagogisch sinnvoll konzipieren und gestalten. Train the Trainer nennen die Anbieter solcher Seminare diese Angebote häufig, zu Deutsch also Training für den Trainer.

Die Stiftung Warentest hat sieben solcher Kurse getestet und festgestellt: Die Qualität war solide, wenngleich es auch hier und da noch Verbesserungspotenzial gibt.

Eine Checkliste zeigt, worauf es bei einem Train the Trainer-Seminar ankommt. Methoden und Techniken zum Beispiel für die Anleitung von Rollenspielen und Gruppenarbeiten sollten auf dem Programm stehen sowie Gruppenkultur, Lernpsychologie (wie lernen Erwachsene), der Umgang mit verschiedenen Situationen im Seminar und die Überprüfung des Lernstandes. Das alles sollte nicht nur theoretisch stattfinden, sondern in der Praxis ausgiebig geübt werden.

Vier der sieben geprüften Kurse hatten eine »hohe« oder sogar »sehr hohe« Qualität der Kursdurchführung. Das ist bei Kursen, die mehrere tausend Euro kosten, erfreulich. Bei den übrigen drei Kursen war die Qualität immerhin noch »mittel«.

Die Experten der Stiftung Warentest liefern neben den Untersuchungsergebnissen eine ganze Reihe von Tipps, zum Beispiel für die Planung und die Teilnahme an einem Kurs. Sie beschreiben, worauf Interessierte beim Buchen achten sollte und welche Kosten auf einen zukommen können.

QUELLE: Stiftung Warentest


(08.10.2014, prh/stw)

Zum Test-Artikel

 

Bildungsinvestitionen und Bildungserträge im Lebenslauf

Leibniz BildungspotentialeBildungspolitisches Forum: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Forschungsverbunds »Bildungspotenziale« im Dialog mit Politik, Verwaltung und Praxis. 
 
Wo wird in Bildung »investiert«, und welche Bedeutung haben diese Investitionen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene in ihren verschiedenen Lebensphasen? Diese Fragen diskutieren heute rund 200 renommierte Expertinnen und Experten aus Politik, Verwaltung, Praxis und Forschung im Bildungsbereich auf dem Bildungspolitischen Forum in Bonn. Organisiert wird das Forum vom Leibniz-Forschungsverbund »Bildungspotenziale« (LERN).
 
Zur Eröffnung skizziert Sylvia Löhrmann, Ministerin für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen und derzeit Präsidentin der Kultusministerkonferenz, die Erwartungen der Bildungspolitik an die Bildungsforschung. Auch der Keynote-Vortrag von Professor Dr. Heinz-Elmar Tenorth von der Humboldt-Universität zu Berlin befasst sich mit dem Verhältnis von Bildungspolitik und Bildungsforschung und beleuchtet dazu historische Erfahrungen und gegenwärtige Herausforderungen. Im Anschluss setzen sich die Teilnehmenden in mehreren parallel stattfindenden Foren mit Fragen zu Bildungsinvestitionen auseinander und nehmen aktuelle Erkenntnisse, Entwicklungen und Möglichkeiten in den Blick. Der Fokus liegt dabei nicht nur auf der frühkindlichen und der schulischen Bildung, sondern auch auf der Berufsbildung und der Erwachsenenbildung, die nicht zuletzt im Zuge des demografischen Wandels an Bedeutung gewinnen – für den individuellen Lebenslauf wie für die Gesellschaft insgesamt.
 
Das Bildungspolitische Forum dient als Podium, um aktuelle Herausforderungen im Bildungswesen zu diskutieren. Die diesjährige Veranstaltung wird vom Deutschen Institut für Erwachsenenbildung (DIE) ausgerichtet.
 
Das nächste Forum findet am 1. Oktober 2015 in Berlin statt und beschäftigt sich damit, wie Bildungsreformen gelingen können.


(07.10.2014, prh)

Details zum Bildungspolitischen Forum 2014

siehe auch: IWWB-Veranstaltungshinweis

 

Studie zur betrieblichen Weiterbildung in Hessen

iwak

Anteil weiterbildender Betriebe bleibt in Hessen auf hohem Niveau, doch Geringqualifizierte partizipieren selten von betrieblicher Weiterbildung. 

Die betriebliche Weiterbildung von Beschäftigten ist ein zentraler Baustein zur Sicherung qualifizierter MitarbeiterInnen und somit auch ein zentrales Instrument betrieblicher Personalpolitik. Dabei kommt der Qualifizierung von an- und ungelernten MitarbeiterInnen eine Schlüsselrolle bei der Bewältigung zukünftiger Engpässe zu. Wie sich die hessischen Betriebe 2013 verhalten haben, zeigt der aktuelle IAB-Betriebspanelreport Hessen auf.

Wesentliche Ergebnisse im Überblick

  • Die Weiterbildungsbereitschaft der Betriebe in Hessen hat sich auf hohem Niveau konsolidiert: Die Beteiligung der Betriebe lag ähnlich hoch wie in den Vorjahren, und die Zahl der Beschäftigten, deren Weiterbildung gefördert wurde, erreichte erneut einen Höchststand.

  • Die Verantwortung für die erforderlichen Maßnahmen werden in der Regel nicht auf die Beschäftigten abgewälzt.

  • Noch immer ist der externe Kurs die bei weitem am häufigsten genutzte Form der Wissensvermittlung; flexible Formen wie die Weiterbildung am Arbeitsplatz haben ebenfalls eine hohe Verbreitung, ihre Bedeutung nahm aber im Gegensatz zu den Vorjahren nicht weiter zu.

  • Zwar ist die Weiterbildungsquote Geringqualifizierter  – wohl auch durch vielfältige Fördermöglichkeiten –  höher als in der Vergangenheit, doch liegt sie noch immer nur bei etwa der Hälfte des Durchschnittswerts.

  (07.10.2014, prh)

Zur Studie (PDF, 18 Seiten)

 

Leitpunkte für die Zulassung von Fernlehrgängen überarbeitet

BIBBFernlehrgänge bedürfen in Deutschland der staatlichen Zulassung. Bei der Zulassungsentscheidung spielen die im Fernlehrgang eingesetzten Lernmaterialien und die Lehrgangsplanung, die auf sechs Leitpunkten basiert, eine wichtige Rolle. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat nun in enger Zusammenarbeit mit der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU) diese Leitpunkte überarbeitet. Betroffen sind alle Anbieter von Fernlehrgängen, die auf öffentlich-rechtliche oder staatliche Prüfungen vorbereiten.

Anbieter von Fernunterricht müssen, damit ihre Lehrgänge als geeignet anerkannt werden, einen Antrag bei der ZFU in Köln stellen. Bestandteil eines solchen Antrags ist neben den im Fernlehrgang eingesetzten Lernmaterialien auch eine sogenannte »Abgeschlossene Lehrgangsplanung«, die anhand von sechs Leitpunkten den inhaltlichen und didaktisch-methodischen Aufbau eines Fernlehrgangs beschreibt. Im Einzelnen betrifft dies Angaben zu den Lehrgangszielen, der Zielgruppe, zum didaktischen Ansatz und dessen Umsetzung sowie zur Betreuung und Evaluation.

Die Leitpunkte wurden nun wesentlich detaillierter gefasst und mit konkreten Beispielen und Hinweisen unterlegt. Die Veröffentlichung von BIBB und ZFU liefert Anbietern von Fernunterricht somit praktische Umsetzungshilfen und leistet dadurch einen aktiven Beitrag zur Qualitätssicherung und -entwicklung von Fernlehrgängen.

Das BIBB hat laut Fernunterrichtsschutzgesetz (FernUSG) und Berufsbildungsgesetz (BBiG) die Aufgabe, bei berufsbildenden Fernlehrgängen, die bundeseinheitlich geregelt sind, innerhalb des Zulassungsverfahrens eine Stellungnahme gegenüber der zulassenden Behörde ZFU abzugeben, ob ein Fernlehrgang für die Erreichung des Lehrgangsziels geeignet ist. Diese Stellungnahme basiert im Wesentlichen auf der Begutachtung der »Abgeschlossenen Lehrgangsplanung« sowie der im Fernlehrgang eingesetzten Lernmaterialien.

 

(02.10.2014, prh)

Gesamtdokument abrufen (PDF, 12 Seiten)

Staatliche Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU)

Weitere BIBB-Informationen zum Thema »Fernlernen«

 

Förderung der beruflichen Weiterbildung steigt wieder an

BBB

Förderung beruflicher Weiterbildung (FbW) erholt sich wieder. 

Gewöhnlicherweise ist im September ein deutlicher Rückgang der Arbeitslosenzahlen aufgrund der einsetzenden Herbstbelebung zu verzeichnen. Zwar sei die Zahl der Arbeitslosen im September um 94.000 auf insgesamt 2.808 Millionen zurückgegangen, dies bedeute aber saisonbereinigt einen leichten Anstieg um 12.000 Personen. Dennoch beurteilt der Vorstandsvorsitzende der BA, Frank-Jürgen Weise, den Arbeitsmarkt trotz der wirtschaftlichen Verunsicherung insgesamt als stabil.

Im europäischen Vergleich stehe der Arbeitsmarkt in Deutschland mit einer zum Vormonat unveränderten Arbeitslosenquote von 6,7 Prozent so gut dar wie kaum ein anderer. Weise führt die eher ernüchternden Zahlen auch darauf zurück, dass die Arbeitsmarktpolitik weniger als in den Vormonaten entlastet habe.

Die Förderung der beruflichen Weiterbildung steigt wieder an

Zusammen mit den Daten zur Arbeitslosigkeit in Deutschland werden auch die Zahlen für die Förderung der beruflichen Weiterbildung veröffentlicht. Und diese sind erstaunlicherweise zum Teil erkennbar positiver als im vergangenen Monat ausgefallen.

So stieg der Zugang in FbW (SGB II und SGB III/beide Rechtskreise zusammen) deutlich um knapp 15.000 Personen von 20.761 im Vormonat auf 35.244 im September an. Auch die Bestandszahlen verzeichnen ein Plus. 133.672 sind es im Vormonat gewesen, gegenüber 143.982 im September. Besonders auffällig ist die Steigerung der Zugänge im Bereich SGB II auf 17.356 (Vormonat: 9.843), also fast eine Verdoppelung.

»Wenn die zu geringe Auslastung der arbeitsmarktpolitischen Instrumente mitverantwortlich für die faktisch gestiegene Arbeitslosigkeit ist, so lässt sich ja in dem Bereich rasch etwas ändern. Und das wäre auch dringend geboten. Denn der Anteil der geringqualifizierten Arbeitslosen steigt stetig und verhärtet sich zu einem langfristigen Problem. Hier hilft nur Qualifizierung über Weiterbildung und Erweiterung der ausbildungsbegleitenden Hilfen. Die Entwicklung im September geht da schon in die richtige Richtung, reicht aber bei Weitem noch nicht aus«, äußerte sich gestern in Frankfurt Thiemo Fojkar, Vorsitzender des Bundesverbandes der Träger beruflicher Bildung (Bildungsverband e.V.).

Hintergrund
Der Bundesverband der Träger beruflicher Bildung, kurz Bildungsverband, ist ein Zusammenschluss maßgeblicher Anbieter von Bildungsprogrammen in Deutschland. Der Bildungsverband versteht sich als ein »Qualitätsverbund« der beruflichen Weiterbildung und hat sich und seine Mitgliedsunternehmen auf Qualitätsgrundsätze festgelegt.

QUELLE: Bildungsverband (01.10.2014, prh)

Website des Bildungsverbandes (BBB)

 

Weiterbildungsangebote für Jedermann?

Eine Expertise des MMB-Instituts im Auftrag der Bertelsmann Stiftung zeigt, welche digitalen Trends für welche Zielgruppen in der Weiterbildung am besten geeignet sein könnten.
 
Eine Welt ohne PC, Smartphone oder Tablet ist inzwischen für viele Menschen weder vorstellbar noch wünschenswert. Digitale Angebote helfen, unseren Alltag besser zu organisieren und Zeit und Raum flexibel zu überbrücken. Auch in der beruflichen Weiterbildung hält der Trend zur Digitalisierung nach und nach Einzug. Individuelles Lernen ist hier angesichts der sehr großen Heterogenität der Bedürfnisse das A und O.
 
Unsere Arbeit und unser Alltag sind mittlerweile ganz natürlich digitalisiert. Da liegt es nahe, das Internet und seine Potentiale auch für den Bereich der Weiterbildung zu nutzen. Dennoch sind didaktisch sinnvolle digitale Lernkonzepte noch eine Seltenheit. Dabei versprechen sie einen besonders hohen Nutzen, wenn es darum geht, Inhalte in hoher Qualität unabhängig von Zeit und Raum zur Verfügung zu stellen und flexibel auf die unterschiedlichen Hintergründe und Ziele der Lerner einzugehen.

Kein anderer Bildungsbereich hat mit so einer heterogenen Zielgruppe und so vielfältigen Bildungsangeboten zu tun wie der Weiterbildungssektor. Das Angebot reicht vom sprichwörtlichen Volkshochschulkurs bis zur mehrmonatigen Aufstiegsqualifizierung. Diese Vielfalt gilt es abzubilden und abzuholen. Dr. Lutz Görtz vom MMB-Institut für Medien- und Kompetenzforschung hat sich im Auftrag der Bertelsmann Stiftung mit der digitalen beruflichen Weiterbildung beschäftigt und folgende Kernfragen untersucht: Welche digitalen Lernformen werden in den kommenden Jahren die Weiterbildung bestimmen? Und für welche Zielgruppen eignen sich welche dieser Lernformen besonders?

Als Ergebnis einer Clusteranalyse, die auf den Angaben von gut 400 Befragten in unselbständiger Beschäftigung beruht, unterscheidet Görtz vier verschiedene Lernertypen: die Betreuungsorientierten, die Viellerner, die Weniglerner und die Informellen Lerner. Eine der wichtigsten Herausforderungen für die digitale Weiterbildung ist also, die Lerninhalte und ihre Vermittlung auf die Erfahrungen und Lernbedürfnisse der jeweiligen Lernertypen auszurichten, d.h. die Angebote an deren spezifische Lernziele, -stile und -geschwindigkeiten anzupassen.

Dabei ist zu unterscheiden, ob der Lernende selbst diese Anpassungen bewusst vornimmt (selbstgesteuertes Lernen) oder der individuelle Lernweg beispielsweise auf Basis von im Lernprozess erhobenen Nutzungsdaten mehr oder weniger automatisch angepasst wird (adaptives Lernen). Während selbstgesteuertes Lernen insbesondere lernungeübte Personen vor große Herausforderungen stellt, kann adaptives Lernen gerade für diese Zielgruppe eine große Unterstützung sein. So kann die Digitalisierung eine wertvolle Hilfe dabei sein, Menschen zu erreichen, die bisher nur wenig an Weiterbildung teilnehmen. Zahlreiche Mischformen aus Selbststeuerung und Adaption (vgl. Abbildung) bieten unterschiedliche Lernszenarien für diverse Zielgruppen, Lernziele und Rahmenbedingungen (z.B. Zeit- und Geldbudget, Ausstattung).

Individualisierung eL

Görtz untersuchte auch, welche digitalen Trends und Lernformen künftig in der betrieblichen Weiterbildung zu erwarten sind. Nach Meinung nahezu aller befragten Experten, wird Blended Learning weiterhin von großer Bedeutung sein, dicht gefolgt von virtuellen Klassenräumen, dem Mobile Learning und dem Lernen über Social Media. Für all diese Angebote werden laut dem MMB-Learning Delphi insbesondere Tablets und speziell für solche mobilen Endgeräte entwickelte Anwendungen eine große Rolle spielen.

(26.09.2014, prh)

Studie: Digitales Lernen adaptiv (PDF, 32 Seiten)

 

DIHK-Umfrage: Berufliche Aus- und Weiterbildung bietet sehr gute Perspektiven

dihk

DIHK stellt die Ergebnisse der aktuellen 8. IHK-Weiterbildungserfolgsumfrage vor. 

Absolventen einer Aufstiegsfortbildung wollen vor allem beruflich weiterkommen: 63 Prozent der Absolventen einer solchen betriebsnahen Weiterbildung möchten aufsteigen oder einen größeren Verantwortungsbereich erreichen. 45 Prozent wollen sich finanziell verbessern. Knapp ein Viertel gibt an, etwas Neues lernen und den persönlichen Horizont erweitern zu wollen. Das Gros der Absolventen (82 Prozent) bereitet sich berufsbegleitend auf die anspruchsvollen Prüfungen vor.

»Durchhalten« und individuelles Engagement lohnen sich: Für 62 Prozent der Befragten hat die Weiterbildung positive Auswirkungen auf ihre berufliche Karriere. Dreiviertel derer, die einen entsprechenden Erfolg vermelden, geben an, aufgestiegen zu sein oder einen größeren Verantwortungsbereich zu haben. 69 Prozent derjenigen, die von positiven Effekten der Weiterbildung sprechen, haben sich finanziell verbessert: Ein Viertel derjenigen, für die sich die Weiterbildung in Euro und Cent auszahlt, berichtet von Einkommenszuwächsen in Höhe von monatlich 750,- Euro und mehr. Über 50 Prozent erhalten nach der Weiterbildung mindestens 450,- Euro pro Monat zusätzlich.

Auch Frauen geben an, dass sich Weiterbildung positiv auf ihre berufliche Entwicklung auswirkt – mit 56 Prozent der Befragten allerdings seltener als Männer (65 Prozent). Sie geben aber fast genau so häufig wie Männer finanzielle Verbesserungen an (68 Prozent).

Absolventen mit Migrationshintergrund, die etwa zehn Prozent der Umfrageteilnehmer ausmachen, berichten genauso häufig von positiven Effekten ihrer Weiterbildung wie diejenigen ohne Migrationshintergrund.

Erwartungsgemäß berichten jüngere Absolventen häufiger von einem beruflichen Aufstieg als ältere, die meist ohnehin schon weiter oben auf der Karriereleiter stehen. Allerdings erreichen immerhin über 50 Prozent der über 45-jährigen einen (weiteren) beruflichen Aufstieg nach der Weiterbildung. Für 48 Prozent der über 45-jährigen schlägt sich die Weiterbildung in einem höheren Einkommen nieder. Auch erfahrene Arbeitnehmer profitieren damit unmittelbar von der eigenen Weiterbildung – und von dem beruflichen Karriereweg, den sie vormals eingeschlagen haben.

Angesichts der positiven Effekte auf das eigene berufliche Vorankommen ist die Zufriedenheit der Teilnehmer hoch: 76 Prozent der Befragten würden sich für das gleiche Weiterbildungsziel entscheiden. Knapp zwei Drittel der Befragten geben an, dass für die berufliche Verbesserung kein Firmenwechsel erforderlich war. Den Betrieben gelingt es demnach durch Weiterbildung häufig auch, motivierte und leistungsstarke Mitarbeiter an sich zu binden.

Hintergrund
Im Rahmen der Online-Umfrage haben sich 10.898 Absolventen einer Aufstiegsfortbildung zu ihren Motiven und den beruflichen Erfolgen geäußert. Der Befragungszeitraum lag zwischen dem 24. Januar und 19. Februar 2014. Die Prüfungen wurden zwischen 2008 und 2013 absolviert.


(26.09.2014, prh)

Zusammenfassung der Umfrageergebnisse

 

IG Metall: Arbeitgeber müssen Weiterbildung fördern

igmetall

Mit ihrer Kampagne Revolution Bildung tritt die IG Metall Jugend für ein besseres, gerechteres Bildungssystem ein, mit einem Recht auf Weiterbildung für alle. Auf dem Jugendaktionstag am 27. September wollen Tausende dafür demonstrieren. Ein Interview mit Christiane Benner, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall.

Wo liegen denn die grundsätzlichen Mängel in unserem Bildungssystem? Und was sind die Ziele der Revolution Bildung?

Christiane Benner: Die IG Metall Jugend hat sich in einem langen Prozess auf vier Kernforderungen verständigt. Die Bildungssituation in Deutschland erfordert, dass die Weichen neu gestellt werden. Nichts Geringeres fordert die IG Metall Jugend. Zum einen gibt es keine Chancengleichheit. Kinder mit Eltern, die keine Akademiker sind, haben es viel schwerer aufzusteigen. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie einmal studieren, liegt statistisch bei 23 Prozent - im Gegensatz zu Akademikerkindern, von denen rund drei Viertel studieren. Zudem sind 273.000 Schulabgänger im letzten Jahr ohne Ausbildungsplatz geblieben. Und auch bei der Weiterbildung sind die Chancen ungleich verteilt: 57 Prozent der Beschäftigten bekommen keine ausreichenden Angebote zur Qualifizierung von ihrem Betrieb. Das hat unsere Beschäftigtenbefragung unter mehr als 500.000 Arbeitnehmern aufgedeckt. Wir brauchen jedoch ein Bildungssystem, das den Menschen so lange wie möglich alle Chancen offenhält. Aber Bildung ist für uns noch mehr: Sie soll auch die Entfaltung der Persönlichkeit ermöglichen.

Bildung soll auch die Entfaltung der Persönlichkeit ermöglichen? Wieso das?

Das ist doch der Grundpfeiler unserer Demokratie: Menschen, die Zusammenhänge begreifen, die kritisch denken und fragen können. Doch in der Realität zielt unser Bildungssystem immer mehr auf möglichst schnelle wirtschaftliche Verwertbarkeit. Die Studierenden etwa stehen unter einem unglaublichen Zeitdruck. Eine Vorlesung oder ein Buch einfach so aus Interesse, oder gar politisches Engagement, sind kaum noch möglich. So geht das alles nicht weiter. Wir müssen unser Bildungssystem grundlegend erneuern. Wir brauchen mehr Geld und mehr Zeit für Bildung, damit alle die Chance auf Ausbildung, Weiterbildung und persönliche Entfaltung bekommen.

Wie soll die grundlegende Erneuerung des Bildungssystems aussehen? Was will die IG Metall genau angehen?

Bei der Berufsausbildung ist erkennbar, dass wir als IG Metall mit unseren Experten aus den Betrieben Berufe praxisnah und mit hoher Qualität mit gestalten. Wir haben Tarifverträge für Azubis. Und unsere Betriebsräte und Jugend- und Auszubildendenvertreter haben Mitspracherecht in den Betrieben. Wir haben uns in den letzten Jahren erfolgreich gegen Angriffe der Arbeitgeber auf die duale Ausbildung und gegen verkürzte zweijährige Schmalspurausbildungen eingesetzt. Schlecht ist, dass die Arbeitgeber das Angebot an Ausbildungsplätzen 2013 abermals zurück gefahren haben. Bei den Studierenden und bei der Weiterbildung haben wir enormen Handlungsbedarf.

Studium und Weiterbildung sind also die größten Baustellen. Wo hapert es denn genau? Und wo kann und will die IG Metall konkret etwas tun?

Etwa bei den dual Studierenden, die ihre Ausbildung sowohl an der Hochschule als auch im Betrieb absolvieren. Wir haben mittlerweile über 60.000 dual Studierende in über 1.000 dualen Studiengängen, an deren Ausgestaltung wir eben nicht beteiligt sind. Auch für sie muss die Qualität ihrer Ausbildung garantiert sein. Deshalb wollen wir auch für die dual Studierenden einen Tarifvertrag. Wir sehen nicht ein, warum die Arbeitgeber über die Arbeitsbedingungen nach Gutsherrenart einseitig bestimmen sollen. Bislang gibt es einige betriebsbezogene tarifliche Regelungen für dual Studierende, was ein guter Anfang ist. Und wir wollen eine Studienförderung, die höher als die bisherige BAföG-Leistung ist, die nicht zurückgezahlt werden muss und die unabhängig vom Einkommen der Eltern ist. Die jüngste Erhöhung um 65 Euro ist ein wichtiger Schritt, aber bleibt hinter unseren Forderungen zurück.

Und schließlich gibt es bei der Weiterbildung jede Menge Handlungsbedarf. Die meisten können es sich nicht leisten können, auf eigene Faust für eine Fortbildung aus dem Betrieb herauszugehen. Das hat auch eine Umfrage ergeben, die die IG Metall Jugend Anfang des Jahres unter tausenden Azubis, Studierenden und jungen Beschäftigten in den Betrieben gemacht hat. Das kann doch nicht sein. Die Unternehmen wollen Fachkräfte. Also müssen sie auch die Weiterbildung fördern. Wir fordern deshalb, dass sich die Arbeitgeber beteiligen, indem sie ihre Beschäftigten für Weiterbildung freistellen und die Kosten tragen. Zudem darf nicht allein der Arbeitgeber entscheiden, welche Weiterbildung er fördert. Wir wollen eine Mitsprache für die Beschäftigten.

Eine bezahlte Freistellung für Weiterbildung - oder »Bildungsteilzeit«. Wie stellt sich die IG Metall Jugend denn die Umsetzung vor?

Zum einen fordern wir dazu gesetzliche Regelungen: eine Reform des Berufsbildungsgesetzes. Die neue Studienförderung, über die ich bereits gesprochen habe. Und wir brauchen endlich ein Weiterbildungsgesetz. Ich finde es absurd, dass es in einem Land dessen Wirtschaft derart auf qualifizierte Arbeit angewiesen ist, noch keinerlei rechtliche Regelung zur Weiterbildung gibt. Wir brauchen endlich ein Recht auf Weiterbildung für alle. Und schließlich brauchen wir dazu auch eine tarifliche Regelung. Ähnlich wie bei der Altersteilzeit, bei der ja nicht nur die Arbeitnehmer sondern auch die Arbeitgeber Zeit und Geld einbringen.

In der Öffentlichkeit wird die IG Metall ja eher als Tarifmaschine gesehen, die sich um Löhne und Arbeitsbedingungen kümmert. Warum nun eine Kampagne zum Thema Bildung?
Die IG Metall hat bereits zahlreiche qualitative Regelungen getroffen. Eine befristete Übernahmeregelung für Azubis gab es beispielsweise schon lange in unseren Tarifverträgen. Nach der »Operation Übernahme« steht die unbefristete Übernahme seit 2012 in unseren Tarifverträgen. Bildung entscheidet über berufliche und persönliche Entwicklungsperspektiven und hat in der IG Metall einen hohen Stellenwert. Ob in der gewerkschaftlichen Bildungsarbeit oder der beruflichen Bildung. Wir haben doch eine Tradition als Bildungsgewerkschaft. Unser historischer Ausgangspunkt waren die Arbeiterbildungsvereine im 19. Jahrhundert. Damals war Bildung noch kein allgemeines Menschenrecht, sondern ein Vorrecht der Reichen und Mächtigen. Arbeiter und Handwerker haben jedoch bereits damals erkannt: Bildung ist der Schlüssel zu einem besseren Leben. Daran knüpfen wir mit unserer Revolution Bildung an.

QUELLE: IG Metall
Wiedergabe des Interviews mit freundlicher Genehmigung der IG Metall-Pressestelle


(25.09.2014, prh)

 

Bildungseinrichtungen fordern gemeinsamen »Bildungsraum Europa«

WBT2014Anlässlich des 5. Deutschen Weiterbildungstages unter dem Motto »europa BILDEN« fordern namhafte Verbände, Organisationen und Unternehmen aus dem Bildungsbereich: »Bildungsraum Europa muss ausgebaut werden«

»Europa steht vor großen Herausforderungen: Schulden- und Eurokrise, demografischer Wandel, Migrationsbewegungen, ungleiche Bildungssysteme, unterschiedliche Wirtschaftsentwicklungen und vieles mehr. Europas Zukunft hängt davon ab, ob es gelingt, die Probleme gemeinsam zu lösen. Deshalb fordern wir, dass der gemeinsame Bildungsraum Europa ausgebaut und die strategische Zusammenarbeit von Bildungsakteuren in Europa gestärkt wird!«

Mit diesem Appell wandten sich rund 20 Verbände, Institutionen und Unternehmen aus dem Bildungsbereich heute in Berlin an die Öffentlichkeit. »Wir fordern, Standards öffentlicher Weiterbildungsförderung in allen Staaten Europas zu etablieren«, so die Veranstalter des Deutschen Weiterbildungstages in der politischen Plattform weiter. »Die wechselseitige Anerkennung von Qualifikationen und Kompetenzen muss intensiviert werden«. Anlass der Forderungen ist der 5. Deutsche Weiterbildungstag.

Der »Deutsche Weiterbildungstag« findet am 19. September 2014 zum fünften Mal deutschlandweit statt. Unter dem Motto »europa BILDEN« setzt er angesichts wachsender Herausforderungen Zeichen, damit Weiterbildung mehr öffentliche Anerkennung und Aufmerksamkeit erhält. Ziel ist es, für Lebenslanges Lernen zu werben und »die öffentliche Wahrnehmung davon zu schärfen, was berufliche, politische und kulturelle Weiterbildung leistet«. Mehr als 500 Aktionen und rund 100.000 Besucher beteiligen sich. Das EU-Parlament hat die Schirmherrschaft übernommen.

Hintergrund
Veranstaltet und finanziert wird der Deutsche Weiterbildungstag von 20 Verbänden, Institutionen und Unternehmen der Bildungsbranche. Dazu gehören der Bundesverband der Träger beruflicher Bildung (BBB), der Deutsche Volkshochschul-Verband (DVV) und der Verband Deutscher Privatschulverbände (VDP). BBB und DVV haben den Weiterbildungstag initiiert.


(19.09.2014, prh/DWT)

Website des Deutschen Weiterbildungstages

 

In Neuigkeiten & Terminen

Bildungskonferenz 2014 (Berlin)

vom 17.11.2014 bis zum 18.11.2014

Branchentreff für Bildungsverantwortliche: Hier erwartet Sie ein breites Themenspektrum und ein abwechslungsreiches Programm. Die Vortragsreihen orientieren sich an aktuellen Themen rund um die berufliche Bildung.

Veranstalter: Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk (ZWH) 2014

 

EXPOLINGUA Berlin 2014

vom 21.11.2014 bis zum 22.11.2014

Internationale Messe für Sprachen und Kulturen im deutschsprachigen Raum.

 

17. DIE-Forum Weiterbildung: Kulturelle Bildung (Bonn)

vom 01.12.2014 bis zum 02.12.2014

Die kulturelle Bildung gehört zum Programm und Markenkern öffentlicher Weiterbildung. Das breite Angebot an Seminaren, Kursen und Projekten von Weiterbildungseinrichtungen wird lokal ergänzt durch vielfältige Lerngelegenheiten und -orte dritter Anbieter. Das derzeitige bildungspolitische und gesellschaftliche Interesse am kulturellen, künstlerischen und ästhetischen Lernen und den damit verbundenen Kompetenzen stellt zugleich eine interessante öffentliche Neuakzentuierung des Bereichs dar.

Das Forum soll all diejenigen zusammenbringen, die das Feld der kulturellen Erwachsenenbildung bestellen. Es gibt Gelegenheit zur Bestandsaufnahme und Diskussion neuer Akzente, pädagogischer und anthropologischer Grundlagen sowie aktueller Konzepte kultureller Erwachsenenbildung. Einen besonderen Schwerpunkt bildet die Fachdiskussion zu verschiedenen Themenbereichen kultureller Erwachsenenbildung vor dem Hintergrund ihrer erwachsenendidaktischen Spezifika.

Im Rahmen des Forums wird der »Preis für Innovation in der Erwachsenenbildung 2014« an drei Projekte der kulturellen Bildung verliehen.

 

Der Vielfalt gerecht werden!? Berufliche Beratung in der Migrationsgesellschaft (Berlin)

vom 02.12.2014 um 10:30 Uhr bis zum 02.12.2014 um 17:00 Uhr

Gemeinsam mit VertreterInnen aus der Beratungspraxis, aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft wollen die Veranstalter die gegenwärtigen Herausforderungen der migrationsspezifischen beschäftigungsorientierten Beratung beleuchten und den zukünftigen Trends auf den Grund gehen.

 

ONLINE EDUCA BERLIN 2014 (Berlin)

vom 03.12.2014 bis zum 05.12.2014

20. Internationale Konferenz für technologisch gestützte Aus- und Weiterbildung.

Die ONLINE EDUCA BERLIN ist die weltweit größte internationale E-Learning-Konferenz für Unternehmen, den Bildungsbereich und öffentlichen Sektor. Die jährlich stattfindende Veranstaltung zu technologisch gestützter Aus- und Weiterbildung bietet Experten, bereits erfahrenen Anwendern und E-Learning-Einsteigern aus aller Welt ein Forum, um sich auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen. Über 2000 Konferenzteilnehmer aus mehr als 100 Ländern machen die ONLINE EDUCA BERLIN zum vielseitigsten Treffpunkt der Branche. Teilnehmer der Konferenz sind hochkarätige Entscheidungsträger aus den Bereichen Bildung, Wirtschaft und Verwaltung. Die Konferenzsprache ist Englisch. Ein vielfältiger Ausstellungs- und Präsentationsbereich gibt führenden internationalen Anbietern die Möglichkeit, ihre neuesten Produkte und Dienstleistungen vorzustellen.

 

LEARNTEC 2015 (Karlsruhe)

vom 27.01.2015 bis zum 29.01.2015

Lernen mit IT - 23. Internationale Fachmesse und Kongress

Die LEARNTEC ist die Internationale Fachmesse und Kongress für Lernen mit IT, vom 27. bis 29. Januar 2015 auf dem Messegelände in Karlsruhe.

 

Petersberger Trainertage 2015 (Königswinter bei Bonn)

vom 17.04.2015 bis zum 18.04.2015

Der Weiterbildungskongress.

Weitere Informationen und Anmeldung: http://www.managerseminare.de/Petersberger_Trainertage/Besucherinformationen?urlID=232965&kat=13773

 

 

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