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Was ist Fernunterricht?

Per Gesetz ist Fernunterricht definiert als: "Vermittlung von Kenntnissen und Fähigkeiten, bei der der Lehrende und der Lernende ausschließlich oder überwiegend räumlich getrennt sind, und der Lehrende oder sein Beauftragter den Lernerfolg überwachen." (FernUSG § 1 Abs. 1).

Fernunterricht sollte nicht verwechselt werden mit Distanzunterricht, einer Form des Schulunterrichtes, die sich juristisch aus der Beschulungspflicht des Staates und damit zur Aufrechterhaltung des Unterrichtes bei Auftreten einer Pandemie ergibt. Der Begriff wird in Deutschland seit der COVID-19-Pandemie 2020 durch die Bildungsministerien der Bundesländer verwendet, zur Abgrenzung gegen Hausunterricht und Fernunterricht.

Fernunterricht im Sinne des Fernunterrichtsschutzgesetzes ist jede Vermittlung von Kenntnissen und Fähigkeiten, die unter folgende Voraussetzungen fällt:

  • Vertragliche Grundlage ist ein „Fernunterrichtsvertrag“
  • Gegen Entgelt, er kostet also etwas
  • Ausschließlich oder überwiegend über räumliche Distanz
  • Zumindest einmalige „individuelle“ Lernerfolgskontrolle

Die Lehrenden und die Lernenden sind ausschließlich oder überwiegend räumlich getrennt, wenn mehr als die Hälfte (> 50%) der Kenntnisse und Fähigkeiten mithilfe von Medien (z.B. Lehrbriefe etc.) vermittelt wird und bei deren Bearbeitung ein asynchroner Informationsaustausch vorliegt. Bei einem „virtuellen Klassenraum“ oder anderer synchroner Kommunikation (z.B. Live-Chat) ist jederzeit ein Kontakt wie in Präsenzveranstaltungen möglich, so dass eine „räumliche Trennung“ i. S. des Gesetzes nicht gegeben ist, obwohl Lernende und Lehrende sich an unterschiedlichen Orten aufhalten. Bei asynchronem Austausch (z. B. Weblog, Forum, Wiki als Lernhilfe etc.) ist die Voraussetzung der „räumlichen Trennung“ i. S. d. FernUSG gegeben. Die Teilnehmenden haben die Möglichkeit das Forum mit Fragen zu bestücken und Kommentare abzugeben. Die Möglichkeit, einer simultanen Antwort besteht jedoch nicht.

Die Lernerfolgsüberwachung kann in Form von Korrektur- und Prüfungsaufgaben sowohl während der häuslichen Selbstlernphase als auch mündlich während des begleitenden Unterrichts vorgenommen werden; ausreichend ist allerdings auch eine einmalige Abschlussprüfung nach Durchführung des Fernunterrichts.

Soweit Betriebe Fernunterricht in der betrieblichen Weiterbildung einsetzen, müssen diese Bildungsangebote selbstverständlich auch zugelassen sein, sofern der Anwendungsbereich des FernUSG eröffnet ist.

Neben Lehrgängen im allgemein-, berufsbildenden und Hobbybereich gibt es Vorbereitungen auf Schulabschlüsse, schulisch-staatliche Prüfungen, Aufstiegsfortbildungen und Studienabschlüsse. Grundsätzlich kann das Lernen per Fernunterricht gefördert werden, zum Beispiel mit Aufstiegs-BAföG oder der Bildungsprämie, einige Lehrgänge können mit einem Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit/Jobcenter finanziert werden - welche Förderung in Frage kommt, hängt vom Lehrgangsinhalt und den persönlichen Voraussetzungen ab.

Quellen:

Verantwortlich für den Inhalt: InfoWeb Weiterbildung

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