Ariadne Pfad:

Inhalt

Neuigkeiten & Termine

UPDATE: Sind Weiterbildungen während Corona erlaubt? Einschränkungen der Bundesländer

Aktuelle Informationen zum Status der pandemiebedingten Regelungen im Weiterbildungsbereich der Bundesländer

Aufgrund der anhaltend hohen Zahl der Neuinfektionen haben Bundestag und Bundesrat die sog. »Bundes-Notbremse« beschlossen, die seit dem 24. April 2021 in Kraft ist.

Sollten sich hierdurch zusätzliche Änderungen der Landesverordnungen ergeben, werden wir diese weiterhin in unsere Übersicht einarbeiten.

Die Möglichkeiten des Präsenzunterrichts in Weiterbildungseinrichtungen scheint sich zu vergrößern (Stand: 17.05.2021). In diesen Fällen sind jedoch nachweisbar negative Corona-Tests obligatorisch.

Einen Überblick der Regelungen finden Sie in einer Tabelle, die als PDF-Datei heruntergeladen werden kann. Für weitere Details benutzen Sie bitte die angegebene Quelle und achten dabei auf den angegebenen Informationsstand.

Wir aktualisieren diese Liste kontinuierlich.
Falls Sie Kenntnis von neuen Änderungen erhalten, freuen wir uns über eine Nachricht an die Redaktion.

Alle Angaben ohne Gewähr. Irrtum vorbehalten.
Letzte Aktualisierung: 
17. Mai 2021   
 
(17.05.2021, prh/wp)

Bildungsveranstaltungen nach Bundesländern - Stand: 17.05.2021 (PDF, 5 Seiten)

Viertes Gesetz zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite (PDF, 6 Seiten)

 

Österreich: Erwachsenenbildung ab 19. Mai wieder in Präsenzform möglich

erwachsenenbildung.at

Die neue COVID-19-Öffnungsverordnung (BGBl. II Nr. 214/2021) bringt ab 19. Mai Öffnungsschritte für die österreichische Erwachsenenbildung und macht Präsenzangebote auch für die allgemeine Erwachsenenbildung wieder möglich.


Berufliche Weiterbildung in Präsenz möglich - mit Schutzmaßnahmen

Berufliche Weiterbildungen in Präsenz sind gemäß § 13 (10) 10 ab 19. Mai möglich, wenn der Mindestabstand von zwei Metern zwischen haushaltsfremden Personen eingehalten wird und alle Personen im Innenbereich eine FFP2-Maske tragen. Teilnehmende müssen zudem für die Veranstaltung nachweisen, dass sie entweder genesen, geimpft oder negativ getestet sind.

Das Bildungsministerium weist darauf hin, dass berufliche Aus- und Fortbildungszwecke dabei breit zu sehen sind. Darunter sind auch Aus- und Weiterbildungen bei denen ein beruflicher Konnex besteht, wie z.B. Sprachkurse oder auch Bildungsmaßnahmen im Freiwilligensektor, zu verstehen.


Allgemeine Erwachsenenbildung mit bis zu 50 Teilnehmer*innen, aber anzeigepflichtig

Bei Aus- und Fortbildungen außerhalb des beruflichen Kontextes gilt § 13 (3). Demnach sind Weiterbildungen mit bis zu 50 TeilnehmerInnen zulässig. Auch hier gilt die Abstandsregel von zwei Metern zwischen haushaltsfremden Personen, eine FFP2-Maskenpflicht sowie ein Nachweis, dass alle Personen entweder genesen, geimpft oder negativ getestet sind. Zusätzlich ist die Veranstaltung vorab bei der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde anzuzeigen.

 Creative Commons License Dieser Text ist unter CC BY 4.0 International lizenziert.

  (12.05.2021, prh)

QUELLE: Erwachsenenbildung.at

vgl.: Sind Weiterbildungen während Corona erlaubt? Einschränkungen der Bundesländer

 

Fast ein Drittel weniger Gaststudierende an Hochschulen im Jahr 2020

Hörsaal

Besonders Generation 65plus bleibt in der Pandemie (Online-)Lehrveranstaltungen fern   

Im Wintersemester 2020/2021 haben 26.300 Gasthörerinnen und Gasthörer Lehrveranstaltungen an den deutschen Hochschulen besucht. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, waren das 29 % weniger als im Wintersemester 2019/2020 (37.240).

Rückgang durch Corona-bedingte Online-Lehre

Diese Entwicklung ist unter den älteren Gasthörer*innen besonders ausgeprägt: In den Altersklassen ab 65 Jahren ging die Zahl der Gaststudierenden im Vergleich zum Vorjahr um mehr als die Hälfte (-58 %) zurück. Viele Universitäten erklären den Rückgang mit der Umstellung von Präsenzlehre auf Online-Veranstaltungen im Rahmen der Corona-Maßnahmen. Der Wegfall des Campusbesuchs sowie die zusätzlichen technischen Hürden machen das Gaststudium für viele weniger attraktiv. Entgegen diesem Trend stieg lediglich die Zahl der Gaststudierenden im Alter von 30 bis 39 Jahren (+6 %) und von 40 bis 49 Jahren (+4 %) leicht an.

Gasthörer*innen können auch ohne formale Hochschulreife an einzelnen Kursen und Lehrveranstaltungen der Hochschulen teilnehmen. Zwar ist keine Abschlussprüfung möglich, dennoch gestattet das Gaststudium wissenschaftliche Weiterbildung und ist damit ein wichtiges Element im Kontext des »lebenslangen Lernens«. Im Vergleich zu den 2,9 Millionen ordentlich immatrikulierten Studierenden im Wintersemester 2020/2021 machten Gasthörer*innen 0,9 % aus.

Gaststudierende im Durchschnitt 45,6 Jahre alt

In Folge des Rückgangs besonders unter den älteren Gasthörerinnen und -hörern ist das Durchschnittsalter der Gaststudierenden auf 45,6 Jahre gesunken (Wintersemester 2019/2020: 52,8 Jahre). Darüber hinaus blieb die demografische Struktur der Gasthörerinnen und Gasthörer jedoch nahezu unverändert. Der Frauenanteil ging im Vorjahresvergleich um einen Prozentpunkt auf 47 % zurück. Der Anteil ausländischer Gaststudierender stieg um einen Prozentpunkt auf 11 %.

  (12.05.2021, prh)

 

Mit Homeoffice und IT-Ausgaben Steuern sparen - auch für die Weiterbildung

bitkom

Millionen Berufstätige haben wegen der Corona-Pandemie die tägliche Fahrt ins Büro gegen die Arbeit im Homeoffice eingetauscht – und können davon steuerlich profitieren. Für das Steuerjahr 2020 können Berufstätige erstmals Ausgaben für das Homeoffice in der Steuererklärung geltend machen, auch wenn sie nicht über ein separates Arbeitszimmer in ihrer Wohnung verfügen.

Zudem können Steuerpflichtige Aufwendungen für beruflich genutzte IT-Geräte und Software absetzen. Dies gilt sowohl für die Anschaffungskosten als auch für monatliche Kosten, die bei Telefon- und Internetnutzung anfallen. Darauf weist der Digitalverband Bitkom hin.

Aber auch Weiterbildungen können steuerlich berücksichtigt werden: Aufwendungen für Computer-Kurse und Software-Schulungen werden in voller Höhe als Werbungskosten anerkannt, wenn die Fortbildung mit der beruflichen Tätigkeit im Zusammenhang steht und die erworbenen Kenntnisse im Beruf eingesetzt werden können. Das muss im Zweifel nachgewiesen werden. Daher sollten Steuerpflichtige zumindest eine Teilnahmebescheinigung für den Kurs vorweisen können. Besser ist eine Erklärung des Arbeitgebers, die den beruflichen Anlass der Schulung deutlich macht.

Neben den Kursgebühren können die Fahrtkosten zum Kursort (0,30 Euro pro Kilometer bei Fahrten mit dem eigenen Auto oder Ausgaben für öffentliche Verkehrsmittel), Übernachtungskosten und Mehraufwendungen für Verpflegung geltend gemacht werden. Auch Reisekosten zu einer Messe können bei der Einkommensteuer geltend gemacht werden, soweit sie beruflich veranlasst sind. Zuschüsse des Arbeitgebers zu einer Fortbildung, etwa Computer- oder Programmierkurse, sind auch dann steuerfrei, wenn die Fortbildung nicht direkt mit der Beschäftigung in Zusammenhang steht, sondern lediglich seine allgemeine Beschäftigungsfähigkeit erhöht.

(QUELLE: Bitkom) (11.05.2021, prh)

Vollständiger Artikel

 

Schweiz: Corona führt zu erhöhtem Weiterbildungsbedarf

SVEB 5

Der Schweizerische Verband für Weiterbildung SVEB hat zu Beginn des Jahres den Einfluss der Corona-Krise auf die Weiterbildung in KMU untersucht. Gemäss der am 10. Mai 2021 vom SVEB publizierten Studie schreibt ein Grossteil der Unternehmen der Weiterbildung einen hohen Stellenwert zu, um den Auswirkungen der Pandemie zu begegnen. Viele KMU sparen aber trotzdem bei der Weiterbildung.

Die vom SVEB zwischen Dezember 2020 und Januar 2021 bei 123 KMU realisierte Online-Befragung bestätigt den hohen Stellenwert der Weiterbildung bei Klein- und Mittelunternehmen. Zwei Drittel der teilnehmenden KMU erachten Weiterbildung als wichtig, um mit den Konsequenzen der COVID-19-Pandemie umzugehen.


Kompetenzanforderungen und Weiterbildungsbedarf gestiegen

Bei einem Grossteil der befragten KMU stellt die Corona-Situation insgesamt hohe Anforderungen an die Fähigkeiten der Mitarbeitenden. Ein Drittel gibt an, die Belegschaft benötige neue oder andere Kompetenzen. Bei rund 60% der Unternehmen zeitigt die Pandemie Auswirkungen auf die Kompetenzen für das agile Arbeiten sowie die sozialen und kommunikativen Kompetenzen. 43% stellen zudem einen starken bis sehr starken Effekt bei den digitalen Kompetenzen fest.

Der Weiterbildungsbedarf ist denn auch bei 33% der KMU in Zeiten von Corona gestiegen. Als Weiterbildungsbedarf eines Unternehmens wird in der Studie die Notwendigkeit definiert, dass Mitarbeitende neue Kompetenzen erwerben oder bestehendes Wissen erweitern, um den Anforderungen im Unternehmen zu begegnen.


Höherer Bedarf nur teilweise gedeckt

Der erhöhte Weiterbildungsbedarf wird aber nicht von allen KMU gedeckt. Die Studie zeigt, dass fast ein Drittel der KMU mit einem erhöhten Weiterbildungsbedarf ihre Weiterbildungsaktivität nicht verändert oder sogar gesenkt haben.

Weiter zeigt sich bei der Finanzierung von Weiterbildungen eine gewisse Vorsicht. Insbesondere bei Ausgaben für externe Weiterbildungsangebote wird gespart. Dies hängt vermutlich damit zusammen, dass viele KMU infolge der Krise Unterstützung bei der Finanzierung oder der IT-Infrastruktur benötigen. Die Zurückhaltung könnte auch in Zusammenhang damit stehen, dass es der Hälfte der befragten Unternehmen gemäss eigenen Angaben an Wissen zu den Kompetenzen der Zukunft fehlt.

Hintergrund
Die Umfrage wurde in Kooperation mit dem Schweizerischen Gewerbeverband, digitalswitzerland und KMU Next durchgeführt. Die Ergebnisse der Studie basieren auf einer Online-Befragung von 123 KMU aus allen drei Sprachregionen im Zeitraum zwischen Dezember 2020 und Januar 2021 (10.05.2021, prh)

Zur Studie (PDF, 20 Seiten)

 

Größte Studierendenbefragung in Deutschland startet

eine für alle

Eine Million Studierende zu Online-Befragung eingeladen 

Am 4. Mai startete die größte Studierendenbefragung, die jemals in Deutschland durchgeführt wurde: Insgesamt rund eine Million zufällig von ihren Hochschulen ausgewählte Studierende sind eingeladen, an der Online-Studie teilzunehmen. Ziel ist es, ein umfassendes Bild über die soziale und wirtschaftliche Situation der Studierenden und ihres Studienalltags zu gewinnen.

Durch eine hohe Befragungsteilnahme lassen sich auch kleine Gruppen von Studierenden repräsentativ abbilden. Dazu gehören zum Beispiel Studierende mit Kind oder Studierende mit gesundheitlicher Beeinträchtigung, Studierende in berufsbegleitenden Studiengängen, ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung und internationale Studierende. Die Erhebung wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert und bündelt bisher getrennt durchgeführte Befragungen.

Intention: Die Studierendenbefragung soll ein umfassendes und differenziertes Bild über die Situation von Studierenden in Deutschland erbringen. Mit der neukonzipierten Studierendenbefragung werden mehrere über Jahrzehnte etablierte Studierenden-Befragungen in einer einzigen Studie zusammengeführt – eben »eine für alle«.

Sie integriert

  • die bisherige »Sozialerhebung« des Deutschen Studentenwerks und des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (seit 1951),
  • den bisher von der AG Hochschulforschung der Universität Konstanz durchgeführten »Studierendensurvey« (seit 1982),
  • sowie die Befragung »beeinträchtigt studieren« (best) (seit 2012),
  • über einen separaten Befragungsstrang werden zudem Daten für die europäische Berichterstattung des EUROSTUDENT-Projekts (seit 1997) gesammelt, das die Lage von Studierenden in Deutschland mit anderen Ländern vergleichbar macht.

Die Studierendenbefragung in Kürze:

  • Sie ist die wichtigste und größte Studierenden-Befragung in Deutschland,
  • sie stellt eine wichtige Entscheidungs- und Datengrundlage für die Politik in Deutschland bereit, auch für Hochschulen und Studierendenwerke,
  • sie ist ein zentraler Bestandteil des Bildungsmonitorings in Deutschland; die Daten ergänzen die amtliche Statistik mit Informationen, die keine andere Quelle bietet,
  • sie liefert der Wissenschaft, aber auch den Hochschulen und Studierendenwerken, eine empirische Grundlage für Beratungs- und Forschungszwecke,
  • sie berücksichtigt durch eine hohe Teilnehmendenzahl auch kleine Gruppen von Studierenden, die durch das Raster üblicher Befragungen fallen, zum Beispiel Studierende mit Kind oder Studierende mit gesundheitlicher Beeinträchtigung, Studierende in dualen oder berufsbegleitenden Studiengängen, Studierende ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung, internationale und nicht-traditionelle Studierende,
  • sie ist sensibel für Fragen der Diversität, sozialer Ungleichheit und der Geschlechtsidentität.

Im Mittelpunkt stehen die sozioökonomische und psychosoziale Situation der Befragten wie auch ihre Studien- und Wohnbedingungen und ihre bisherige Bildungskarriere. Da die Corona-Pandemie den Lehr- und Studienbetrieb an deutschen Hochschulen weiterhin bestimmt, werden Studierende auch zu den Herausforderungen des digitalen Lehrbetriebs befragt. Dazu hatte der vom BMBF geförderte Forschungsverbund bereits im Sommer letzten Jahres eine Befragung durchgeführt und wertvolle Einblicke in das studentische Leben während der Corona Pandemie erlaubt.

Ein Drittel der Studierenden wird nach dem Zufallsprinzip von der eigenen Hochschule per E-Mail zur Teilnahme an der Online-Befragung eingeladen. Die Befragungsphase startet heute und dauert bis Ende August 2021. Nach einer intensiven Phase der Datenaufbereitung sind erste Ergebnisse im Jahr 2022 zu erwarten.

  (06.05.2021, prh)

Zur Befragungsseite

 

Bundeskabinett verabschiedet Berufsbildungsbericht 2021

BMBF 260

Das Bundeskabinett hat am 5. Mai 2021 den Berufsbildungsbericht 2021 beschlossen. Der Bericht zeigt die Ausbildungsbilanz für das Jahr 2020.

Der Berufsbildungsbericht beschreibt die Lage auf dem Ausbildungsmarkt und die Situation zum Beginn des Ausbildungsjahres zum Stichtag 30. September 2020. Neben den Effekten der Corona-Pandemie war der Ausbildungsmarkt im Jahr 2020 geprägt von langfristigen Trends, wie der demographischen Entwicklung und der Verschiebung hin zu höheren Schulabschlüssen sowie zu vollzeitschulischen Ausbildungen.

Der Bericht zeigt einen Rückgang des Ausbildungsangebotes der Betriebe um 8,8 Prozent auf 527.400. Gleichzeitig sank die Ausbildungsnachfrage auf 496.800. Das sind 9,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Zahl unbesetzter Ausbildungsstellen ist im Vergleich zum Vorjahr um 12,8 Prozent auf 59.900 gestiegen. Für die Zahl der unversorgt gebliebenen Bewerberinnen und Bewerber ergab sich ein Anstieg um 19,7 Prozent auf 29.300 Personen

Angestiegen ist die Zahl der Anfänger*innen einer schulischen Berufsausbildung im Gesundheits-, Erziehungs-, und Sozialwesen. Zudem verblieben im Vergleich zum Vorjahr mehr junge Menschen im Schulsystem zum Erwerb eines höheren Schulabschlusses.

In Bezug auf berufliche Weiterbildung heißt es in dem Bericht u.a. wörtlich:

Mit dem Gesetz zur Förderung der beruflichen Weiterbildung im Strukturwandel und zur Weiterentwicklung der Ausbildungsförderung (»Arbeit-von-morgen-Gesetz«) wurde 2020 ein Rechtsanspruch auf Förderung einer berufsabschlussbezogenen Weiterbildung nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) II und III für Geringqualifizierte eingeführt.

Damit komme die Bundesregierung einem wichtigen Prüfauftrag aus der Nationalen Weiterbildungsstrategie (NWS) nach und setze ein wichtiges Signal für Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit und Fachkräftesicherung.

Besonders hervorgehoben wird der Innovationswettbewerb »INVITE«, welcher der Entwicklung solcher innovativer Lösungen dienen solle, die es – unter Anwendung von KI-Technologien – allen Menschen ermöglichen, auf Abruf über entsprechende Plattformen die für sie passende Weiterbildung zu finden. (06.05.2021, prh)

Berufsbildungsbericht 2021 (PDF, 130 Seiten)

BIBB-Stellungnahme (PDF, 5 Seiten)

 

Startschuss zum Aufbau einer Nationalen Bildungsplattform

Digitale Zukunft

150 Millionen für Entwicklung von Prototypen, Curricula und didaktische Konzepte 

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat zum Beginn dieser Woche den ersten Schritt für den Aufbau einer Nationalen Bildungsplattform unternommen. Mit 150 Millionen Euro will das Ministerium die Entwicklung von bis zu vier Prototypen unterstützen. Diese stellen den Kern für eine nutzerorientierte Infrastruktur dar. Flankierend werden Projekte gefördert, die insbesondere auch auf die Verknüpfung digitaler Bildungs-Szenarien und lernpfadorientierte Curricula über die Plattform abzielen.

Im Rahmen der Förderbekanntmachung werden folgende drei Ziele adressiert:

  • Entwicklung von Prototypen für eine Nationale Bildungsplattform als Teil einer verteilten digitalen Serviceinfrastruktur, die gemeinsamen Regeln und Standards folgen (Ziel 3). Um den Zugang und die Integration der Lehr- und Lernangebote zu ermöglichen, sollen zunächst Basis-Architekturen konzipiert werden, welche die Anforderungen an Interoperabilität, Sicherheit und Transparenz gewährleisten. Auf dieser Grundlage soll die über technische Machbarkeitsnachweise die prinzipielle Durchführbarkeit der benötigten Kernfunktionalitäten belegt werden, präferiert in Form von Prototypen oder Minimal Viable Products.
  • Um diese Basis-Architekturen im Rahmen eines agilen Vorgehens frühzeitig und praxisnah zu erproben und zu validieren, sollen digital gestützte Bildungsangebote, die nutzerzentriert auf die Vernetzungsfunktionen der Nationalen Bildungsplattform zurückgreifen, entwickelt oder für diesen Zweck angepasst werden. Dies können bestehende und/oder neue, institutionen- und methodenübergreifende Curricula sowie lernpfadorientierte Lehr- und Lernangebote sein, welche unter Nutzung klar definierter Prozesse und Standards mit den spezifischen Anforderungen der Nationalen Bildungsplattform kompatibel sind (Ziel 1).
  • Es sollen über die Nationale Bildungsplattform Angebote für Lehrende (weiter-)entwickelt und vor allem über diese digitale Infrastruktur vernetzt zugänglich gemacht werden. Durch digitale Lehr- und Lernszenarien soll Methodenwissen sowie Digitalkompetenz auf Seiten von Lehrenden in allen Bildungsbereichen geschaffen werden (Ziel 2).

Die Prototypen sollen bis zum Jahresende technologische Konzepte definieren, die in der zweiten Jahreshälfte 2023 die Freischaltung einer ersten Beta-Version der Bildungsplattform ermöglichen.

Ein besonderes Augenmerk wird auf Datensouveränität und damit auf Datenschutz gelegt. Lernende und Lehrende sollen ihre Daten selbstbestimmt verwalten und über ihre Nutzung entscheiden können. Daten und Leistungsnachweise müssen digital sicher hinterlegt werden, um in wechselnden Lern- und Lehrkontexten darauf zugreifen zu können.

Über die Projekte, die im Rahmen dieser Bekanntmachung gefördert werden, sollen die Bedürfnisse der Lernenden und Lehrenden und ihre individuellen Lernpfade durch digitale Bildungsangebote ins Zentrum gerückt werden. Über alle Altersstufen und Bildungsbereiche soll es möglich werden, sich ungehindert durch digital gestützte Lehr-/Lernszenarien zu bewegen. Dies schließt auch analoge Angebote ein, die digitale Komponenten integrieren.

Die Nationale Bildungsplattform soll dazu individualisiert Information, Orientierung, Zugang und Teilhabe ermöglichen und erworbene Kompetenzen dokumentieren. Die Vision des digitalen Bildungsraums zielt somit darauf ab, bestehende und neue digitale Bildungsplattformen und Angebote zu einem auch im OZG-Kontext bundesweit und europäisch anschlussfähigen, nutzerzentrierten Ökosystem mit gemeinsamen Standards und offenen Schnittstellen zu verknüpfen: Für ein individuell passfähiges, flexibles und anschlussfähiges Lernen in der digitalen Welt.

Die Richtlinie wurde am 26.04.2021 im Bundesanzeiger veröffentlicht. Bis zum 25.05.2021 können Förderanträge für die Prototyp-Entwicklung der Bildungsplattform (Ziel 3) eingereicht werden. Für Lehr- und Lernangebote und –szenarien (Ziel 1 bzw. 2) ist die Antragseinreichung bis zum 08.06.2021 möglich. Antragsberechtigt sind staatliche und nicht staatliche Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, Verbände, Vereine und sonstige Organisationen sowie Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft. (30.04.2021, prh)

Bekanntmachung zum Aufbau einer digitalen Bildungsplattform

vgl.: Nationale Bildungsplattform in einem Digitalen Bildungsraum

 

Digitale Weiterbildung hoch im Kurs

iwd

Die technisch unterstützte Fortbildung ihrer Angestellten steht bei den Unternehmen hoch im Kurs, digitale Lernmedien sind längst fester Bestandteil von Weiterbildungsmaßnahmen der meisten Firmen. In der Corona-Krise kommen die Vorteile besonders zum Vorschein.

Digitale Technologien sind mittlerweile in allen Wirtschaftsbereichen zu finden. Damit wandeln sich auch die Anforderungen an die Beschäftigten: Um die nötigen Kompetenzen zum zielgerichteten Umgang mit neuen Maschinen, Geräten oder Programmen aufzubauen, müssen die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen weitergebildet werden.

Neun von zehn Unternehmen in Deutschland schulen ihre Angestellten mit digitalen Lernmedien. Vorteile sind vor allem die zeitliche und räumliche Flexibilität sowie die Kostenersparnis.

Die aktuelle Weiterbildungserhebung des Instituts der deutschen Wirtschaft bestätigt diesen Eindruck. Rund sechs von zehn Firmen geben an, dass ihr Weiterbildungsbedarf durch die Einführung neuer digitaler Technologien gestiegen ist. Um diesen Bedarf zu decken, kommen auch mehr digitale Lernmedien zum Einsatz:

2019 schulten rund 91 Prozent der Unternehmen in Deutschland ihre Angestellten mit digitalen Lernangeboten.

Digitale Weiterbildung   vielfältige Möglichkeiten

Drei Jahre zuvor waren es noch 7 Prozentpunkte weniger. Besonders beliebt sind neben der Bereitstellung elektronischer Literatur auch interaktive webbasierte Lernangebote wie Webinare, Online-Kurse oder virtuelle Klassenräume (Grafik). Gut jedes achte Unternehmen greift zudem bereits auf Simulationen, digitale Planspiele oder Serious Games – digitale Lernspiele mit Unterhaltungselementen – zurück. All diese Lernmedien werden mittlerweile häufiger verwendet als noch im Jahr 2016.


Vorteile in der Pandemie besonders deutlich

Den größten Vorteil der digitalen Lernangebote sehen die Unternehmen in deren guter Integrierbarkeit in den Arbeitsalltag und die damit verbundene hohe zeitliche und räumliche Flexibilität. Aber auch die bessere Abstimmung auf den individuellen Bedarf und die leichtere Messung des Lernfortschritts werden häufig als Nutzungsmotive genannt. Rund die Hälfte der Unternehmen sieht darüber hinaus eine Kostenersparnis gegenüber klassischen Fortbildungsformaten.

Gerade in der Corona-Krise zeigt sich, warum Firmen die Flexibilität, die mit der verstärkten Einbindung von digitalen Medien einhergeht, schätzen: Trotz Zeitarbeit und Homeoffice sind Weiterbildungen online weiterhin unkompliziert möglich. So hat zum Beispiel rund ein Viertel der Betriebe, die schon vor der Pandemie mindestens vier digitale Lernmedien einsetzten, auch während der Kurzarbeitsphasen Mitarbeiter weitergebildet – bei Firmen mit weniger Lerntechnologien waren es nur gut 4 Prozent.

 

Redaktioneller Hinweis
Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung durch iwd - Informationsdienst des Instituts der deutschen Wirtschaft (29.04.2021, idw/prh)

Ergebnisse der zehnten IW-Weiterbildungserhebung (PDF, 18 Seiten)

 

BA sieht ihre Beschäftigtenqualifizierung weiterhin auf hohem Niveau

BA Logo

Demografischer Wandel, Strukturwandel und Digitalisierung machen die Qualifizierung von Beschäftigten immer wichtiger. Die BA kann die Betriebe dabei durch Qualifizierungsberatung, Zuschüsse zu den Lehrgangskosten sowie zum Arbeitsentgelt fördern.

»Die regelmäßige Weiterbildung von Beschäftigten wird künftig zu einem wesentlichen unternehmerischen Erfolgsfaktor und unabdingbar, wenn es darum geht, die Transformation gut zu meistern. Wer in die Qualifizierung seiner Beschäftigten investiert, investiert also unmittelbar in die Zukunft seines Unternehmens«, konstatierte Detlef Scheele, Vorstandsvorsitzender der Bundesagentur für Arbeit (BA). »Als Bundesagentur für Arbeit haben wir inzwischen vielfältige gesetzliche Möglichkeiten, um die Betriebe dabei mit Beratung und verschiedenen Instrumenten noch besser zu unterstützen«, so Scheele.

Trotz der Pandemie und ihren Auswirkungen haben im letzten Jahr knapp 30.000 Beschäftigte eine geförderte Qualifizierungsmaßnahme begonnen. Im Jahr davor waren es rund 35.000 Beschäftigte. Der Rückgang fällt damit deutlich geringer aus als man hätte erwarten können.

Dass weniger Beschäftigte eine durch die BA geförderte Weiterbildung begonnen haben, erklärt sich durch die Pandemie und ist eine der Folgen der Lockdowns. Denn eine Umstellung auf alternative Durchführungsformen war nicht allen Bildungsanbietern sofort möglich.

16.000 dieser Beschäftigten waren Männer, 13.600 von ihnen Frauen. Sie bildeten sich hauptsächlich zur Fachkraft für Pflege fort, gefolgt von den Fahrzeugführern im Straßenverkehr. Unter dem Begriff »Fachkraft für Pflege« werden seit der Umstellung auf die generalistische Pflegeausbildung alle Pflegefachkräfte zusammengefasst, z.B. Alten- und Gesundheits- und Krankenpfleger. Zu Pflegefachkräften bildeten sich knapp 8.600 Personen, hauptsächlich Frauen, fort. In der Mehrzahl der Fälle waren es beschäftigte Altenpflegehelferinnen und Altenpflegehelfer, die eine solche Weiterbildung begonnen haben.

In der Fahrzeugführung im Straßenverkehr wollten sich knapp 6.000 Personen, hauptsächlich Männer, fortbilden. Der stärker werdende Online-Handel während der Pandemie könnte zu höheren Bedarfen an Fahrzeugführern geführt haben.

Auch im Vorjahr belegten die Pflegeausbildungen einen absoluten Spitzenplatz. Die Pflegefachkräfte lagen mit gut 12.000 Personen vorn, allerdings gefolgt von den Kaufleuten für Verkehr und Logistik.

Damit es attraktiver wird, auch Zeiten der Kurzarbeit für berufliche Weiterbildung zu nutzen, hat der Gesetzgeber Erleichterungen eingeführt. Unter bestimmten Voraussetzungen können nämlich Sozialversicherungsbeiträge sowie Lehrgangskosten bei beruflicher Weiterbildung während der Kurzarbeit erstattet werden.

Die BA empfiehlt deshalb jedem Unternehmen, sich vor Beginn jeder Qualifizierung ihrer Beschäftigten mit dem Arbeitgeberservice ihrer regionalen Arbeitsagentur in Verbindung zu setzen.


Hintergrund

  • Mit dem zum 01.01.2019 in Kraft getretenen Qualifizierungschancengesetz (QCG) wurde die Weiterbildungsberatung für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern sowie die Qualifizierungsberatung für Arbeitgeber gestärkt. Darüber hinaus wurde die Weiterbildungsförderung für Beschäftigte erweitert und mit dem Arbeit-von-morgen-Gesetz (verkündet am 28.05.2020) nochmals deutlich gestärkt.
  • Das Arbeit-von-morgen-Gesetz ermöglicht Arbeitgebern seit 01.01.2021 Sammelanträge zur Förderung der beruflichen Weiterbildung für mehrere ihrer Beschäftigten mit vergleichbarem Weiterbildungsbedarf zu stellen.
  • Mit dem Sammelantragsverfahren verbunden ist eine deutliche Vereinfachung des gegenwärtigen komplexen Prozesses zur Umsetzung der Weiterbildungsförderung im Rahmen der Individualförderung bei der Beschäftigtenqualifizierung (»ein Antrag - eine Bewilligung«).
  • Mit dem Beschäftigungssicherungsgesetz wurde u.a. die Förderung der beruflichen Weiterbildung während Kurzarbeit in § 106a SGB III zum 01.01.2021 neu geregelt und von der bisherigen Förderung von Beschäftigten nach § 82 SGB III entkoppelt. Dies ist neben dem finanziellen Anreiz der hälftigen Erstattung von SV-Beiträgen mit einer nochmaligen Erleichterung des Antragsverfahrens verbunden. Unter den Voraussetzungen des § 106a Abs.2 SGB III werden auch die Lehrgangskosten bezuschusst.
(28.04.2021, prh)

QUELLE: Nach einer BA-Presseinfo

 

OECD-Bericht »Weiterbildung in Deutschland«

Weiterbildung in Deutschland

Deutschland braucht ein kohärenteres Weiterbildungssystem, das die Bedürfnisse Geringqualifizierter besser berücksichtigt 

Deutschland muss sich bei der Weiterbildung stärker um die Bedürfnisse Geringqualifizierter kümmern und insgesamt sein Weiterbildungssystem kohärenter gestalten. Ansprüche auf Bildungszeiten sollten einheitlich geregelt, finanzielle Anreize gebündelt und die Möglichkeiten zur Anerkennung nicht-formal und informell erworbener Fähigkeiten verbessert werden. Dies sind die wichtigsten Empfehlungen der OECD-Studie Weiterbildung in Deutschland, die heute vorgestellt wurde.

 Die Studie untersucht, wie gut das deutsche Weiterbildungssystem Menschen und Unternehmen unterstützt, mit dem raschen Wandel der Arbeitswelt Schritt zu halten. Im OECD-Vergleich hat Deutschland mit 18 Prozent einen recht großen Anteil von Arbeitsplätzen mit hohem Automatisierungsrisiko. Das sind Arbeitsplätze, die zukünftig wegfallen könnten, weil eine Maschine die Tätigkeiten übernimmt. Weitere 36 Prozent der Arbeitsplätze in Deutschland werden sich in den kommenden 15 Jahren wahrscheinlich stark verändern. Gleichzeitig werden viele neue Jobs entstehen. Weiterbildung in allen Formen – von Aufbaustudiengängen über Lehrgänge bis hin zum Lernen von Kolleg*innen – ist essentiell, um Menschen auf diese Veränderungen vorzubereiten.

Wie die Studie zeigt, werden in Deutschlands insgesamt leistungsstarkem Bildungssystem ausgerechnet diejenigen oft nur schwer von Weiterbildungsangeboten erreicht, die besonders davon profitieren würden. Dazu gehören Erwachsene in Berufen mit hohem Veränderungs- oder Automatisierungsrisiko, Erwachsene mit geringen Grundkompetenzen, Geringverdienende und Beschäftigte in kleinen und mittleren Unternehmen. Sie nehmen seltener Weiterbildungsangebote wahr als Menschen mit höheren Qualifikationen – was die Kluft zwischen den Bildungsgruppen weiter vergrößert. Diese Tendenz gibt es in allen OECD-Ländern. Im Vergleich zu anderen leistungsstarken Mitgliedsländern ist die Weiterbildungsteilnahme in Deutschland jedoch besonders ungleich verteilt.

»Deutschland hat in jüngster Zeit viel dafür getan, seine Weiterbildungslandschaft zu modernisieren und die Koordination der vielen Weiterbildungsakteure zu verbessern – nicht zuletzt im Rahmen seiner Nationalen Weiterbildungsstrategie«, so OECD-Generalsekretär Angel Gurría bei der Vorstellung der Studie. »Dieser Weg muss fortgeführt und erweitert werden, insbesondere durch einen stärkeren Fokus auf jene Gruppen, deren berufliche Zukunft am meisten von Weiterbildung abhängt.«

Eine zentrale Empfehlung der Studie ist, die komplexen Strukturen der deutschen Weiterbildungslandschaft zu vereinfachen. Das bisherige System zeichnet sich durch dezentrale, föderale Strukturen, hohe Eigenverantwortung und starken Wettbewerb zwischen den Anbietern aus. Das macht es einfacher, maßgeschneiderte Angebote bereitzustellen, ist aber für Einzelne schwer zu überblicken, bietet wenig Vergleichbarkeit in Bezug auf die Qualitätsstandards der Anbieter und schafft ungleiche Zugangsvoraussetzungen. Es wäre sinnvoll, über ein nationales Weiterbildungsgesetz einen Rahmen zu etablieren, der Zuständigkeiten, Organisation, Anerkennung und Finanzierung regelt. Für Anbieter sollten Mindestqualitätsstandards eingeführt werden.

Zeitmangel und fehlendes Wissen über die eigenen rechtlichen Ansprüche halten viele Menschen von der Teilnahme an Weiterbildungsangeboten ab. Die Studie empfiehlt, den Anspruch auf Bildungszeiten und Bildungsurlaub regionen- und branchenübergreifend zu vereinheitlichen und die finanziellen Fördermöglichkeiten für Weiterbildung nutzerfreundlicher zu gestalten. Darüber hinaus empfiehlt die Studie, Angebote zum Erwerb von Teilqualifikationen bundesweit auszubauen, zu standardisieren und so zu gestalten, dass diese auf dem Arbeitsmarkt problemlos anerkannt werden. Beispiele aus Dänemark, Finnland und anderen Ländern zeigen, dass modularisierte Teilqualifikationen für mehr Inklusivität sorgen können, weil sie flexibler auf die Bedürfnisse der Menschen eingehen.

Desweiteren empfiehlt die Studie, Konzepte und Kampagnen zu entwickeln, die gezielt Menschen mit geringen Grundkompetenzen ansprechen. Diese Gruppe sucht seltener aktiv nach Weiterbildungsmöglichkeiten und ist auch durch Informationskampagnen oft nur schwer für Weiterbildung zu gewinnen. Die Studie empfiehlt, dass Bund und Länder in einer gemeinsamen Initiative kostenlosen oder kostengünstigen Zugang zu Lernangeboten im gesamten Bundesgebiet schaffen. Diese Angebote sollten praxisnah und problemorientiert angelegt sein und idealerweise im Arbeitskontext stattfinden. Die Studie beschreibt Beispiele aus anderen OECD-Ländern, darunter das UnionLearn-Programm in Großbritannien, die auf diese Weise erfolgreich die Weiterbildungsteilnahme bei eher schwer erreichbaren Gruppen erhöht haben.

  (23.04.2021, prh)

Zur Studie (englischsprachig, gebührenpflichtig)

vgl. BMBF: Weiterbildung als Schlüssel für Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft weiter stärken

 

Nationale Bildungsplattform in einem Digitalen Bildungsraum

Digitale Zukunft

630 Millionen Euro für Nationale Bildungsplattform 

Für die Nationale Bildungsplattform sind bis 2025 insgesamt rund 630 Millionen Euro vorgesehen, Das schreibt die Bundesregierung in ihrer Antwort auf die Kleine Anfrage der FDP-Fraktion zur Nationalen Bildungsplattform in einem Digitalen Bildungsraum.

Laut Bundesregierung soll der digitale Bildungsraum bestehende und neue digitale Bildungsplattformen und -angebote zu einem bundesweiten und europäisch anschlussfähigen Plattform-System verknüpfen. Basis des digitalen Bildungsraumes seien gemeinsame Standards, Formate und interoperable Prozesse und Strukturen. Bestehende und neue Plattformen, die diese Anforderungen erfüllten, könnten Teil des digitalen Bildungsraums sein. Die Eigenständigkeit, Dezentralität und Vielfalt etablierter Bildungsanbieter und Plattformen wird laut Bundesregierung jedoch nicht infrage gestellt.

Die Nationale Bildungsplattform soll nach den Plänen der Bundesregierung als Metaplattform agieren, als nahtlos verknüpfender Bestandteil eines für die Breite der Bevölkerung zugänglichen digitalen Bildungsraums. Sie soll allen Menschen einen zentralen Zugang zu Bildungsangeboten und Möglichkeit bieten, selbstgesteuert und entlang ihrer persönlichen Bildungsbiographie individuell Beratung, Orientierung, Zugang und Teilhabe an Lernszenarien zu realisieren. (20.04.2021, prh)

Im Wortlaut: Antwort der Bundesregierung (PDF, 8 Seiten)

Weiterführende Informationen zur Initiative Digitale Bildung

vgl.: Startschuss zum Aufbau einer Nationalen Bildungsplattform

 

Weiterbildung bricht in der Krise ein - Bedarf an Digitalkompetenzen wächst

KfW 2

38 Prozent des Mittelstands reduzieren 2020 Weiterbildung, die Hälfte davon auf null  -  Je stärker die Krisenbetroffenheit, desto häufiger der Rückzug  -  Größter Weiterbildungsbedarf bei Digitalkompetenzen  -  deutlicher Anstieg in 2020 

Die betriebliche Weiterbildung im Mittelstand ist im Corona-Jahr 2020 regelrecht eingebrochen: 38% der kleinen und mittleren Unternehmen haben die Weiterbildungsaktivitäten für ihre Belegschaft reduziert, gut jedes zweite davon (20%) auf null. Das zeigt eine neue Analyse von KfW Research auf Basis des repräsentativen KfW-Mittelstandspanels. Da bei weiteren 29% der Mittelständler im Jahr 2020 unverändert keine Fortbildung durchgeführt wurde, lag die Weiterqualifizierung der Mitarbeiter*innen im vergangenen Jahr bei der Hälfte aller mittelständischen Firmen auf Eis - das sind rund 1,89 Mio. Unternehmen.

Der wesentliche Grund liegt auf der Hand: In der Krise geht es für viele Unternehmen um akute Existenzsicherung. Daher haben kurzfristige Stabilisierungsmaßnahmen Vorrang. Zudem fehlt es durch Umsatzrückgänge oftmals an den notwendigen Finanzmitteln für Weiterbildungsausgaben. Hinzu kommen fehlende Planungskapazitäten und unsichere Zukunftsaussichten - auch hinsichtlich des Personals. Dementsprechend ist der Rückzug aus der Weiterbildung bei Unternehmen umso ausgeprägter, je stärker die Betroffenheit durch die Corona-Krise ist. Von den mittelständischen Firmen, die sich in ihrer Existenz bedroht sehen (25%), hat jedes zweite die Weiterbildung im vergangenen Jahr eingestellt.

Zusätzlich zu diesem Nachfrageschock verursacht die Corona-Pandemie auch einen Angebotsschock: Fortbildungen finden normalerweise weit überwiegend als Präsenzveranstaltung statt - was nur schwer mit dem Infektionsschutz vereinbar ist. Digitale Weiterbildungsangebote lassen sich nicht ohne Weiteres beliebig ausweiten. Zudem haben sie neben dem großen Vorteil räumlicher und zeitlicher Flexibilität auch Nachteile, die sich als Teilnahmehürde erweisen können: Digitale Formate setzen ein gewisses Maß an technischer Ausstattung, Medienkompetenz und Eigenmotivation voraus

Der Bedarf an Weiterbildung besteht aus Sicht der Unternehmen in der Krise allerdings nahezu unverändert fort. Auf einem Gebiet ist der Weiterbildungsbedarf im Jahr 2020 sogar kräftig gestiegen, wie die KfW-Befragung belegt: bei den Digitalkompetenzen. Knapp die Hälfte der mittelständischen Unternehmen (46 %) hat hier zu Beginn des Jahres 2021 mittleren oder großen Bedarf - und damit mittlerweile mehr als bei den berufsfachlichen Kernkompetenzen (44%) oder jedem anderen Thema. Die Fähigkeiten, die sich hinter dem Begriff »Digitalkompetenzen« verbergen, erstrecken sich von der Bedienung von Computern/Tablets und Standardsoftware, dem Umgang mit sozialen Medien über Spezialsoftware und digitale Produktionsmaschinen bis hin zu Programmierkenntnissen und 'Data Science'. In der Krise rücken vor allem die grundlegenden, relativ kurzfristig zu erlernenden Digitalkompetenzen in den Vordergrund.

»Die betriebliche Weiterbildung wurde im Jahr 2020 durch die Corona-Krise hart ausgebremst, weil es vielen Unternehmen an Geld, Zeit und Planungssicherheit mangelt. Kurzfristige Maßnahmen zur Stabilisierung von Umsatz und Liquidität haben Vorrang. Aus gesamtwirtschaftlicher Perspektive ist das eine Herausforderung, vor allem, weil wir uns mitten im digitalen Strukturwandel befinden«, kommentiert Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW. »Fehlende Kompetenzen der Beschäftigten sind eine der größten Hürden der Digitalisierung im Mittelstand. Schon vor der Krise hatte ein Drittel der Unternehmen Engpässe bei Digitalkompetenzen. Ohne eine erhebliche Steigerung der Weiterbildungsaktivitäten - am besten noch während der Krise - wird die Wettbewerbsfähigkeit des Mittelstands Schaden nehmen«, so Köhler-Geib weiter. Die Unternehmen seien mehr als zuvor auf Unterstützung bei der Weiterbildung angewiesen. »Hierzu könnte neben Förderkrediten und Kostenerstattung auch eine steuerliche Förderung von Weiterbildungsausgaben gehören, die Humankapitalinvestitionen analog zu Sachinvestitionen behandelt und Abschreibungen ermöglicht«.

 

Hintergrund
Die aktuelle Analyse basiert auf einer Sonderbefragungen im Rahmen des repräsentativem KfW-Mittelstandspanels, die vom 12.-22.01.2021 durchgeführt wurde. Hierfür wurden durch die GfK SE im Auftrag der KfW sämtliche Unternehmen, die bereits früher an einer Welle des KfW-Mittelstandspanels teilgenommen hatten und von denen eine valide E-Mail-Adresse vorliegt, online befragt. Insgesamt konnten Antworten von ca. 2.800 Unternehmen berücksichtigt werden. Aufgrund der Anbindung an den Grunddatensatz des KfW-Mittelstandspanels erlauben die Daten für den Mittelstand repräsentative Auswertungen. (19.04.2021, prh)

Zur KfW-Analyse (PDF, 5 Seiten)

 

Trotz Kurzarbeit und Schulungsbedarf investieren nur wenige Firmen in Weiterbildung

Seminar3

Laut Bundesagentur für Arbeit haben im Juni 2020 ca. 410.000 Betriebe coronabedingt auf Kurzarbeit zurückgegriffen. Wofür wurde der zeitliche Freiraum während ruhender Fabriken und stillstehender Bänder eingesetzt? Eine Studie des Forschungsinstituts Betriebliche Bildung (f-bb) zeigt: Unternehmen nutzten die Krise bisher nur in geringem Maße für Weiterbildungen.

»Nur ein Viertel der befragten Unternehmen hat im Befragungszeitraum in Schulungsangebote für die Beschäftigten investiert. Das hat uns angesichts von Fachkräftemangel, Digitalisierung und erweiterten Fördermöglichkeiten überrascht«, meint Studienautorin Kristin Hecker. Dabei wird der Weiterbildungsbedarf von den befragten Unternehmen prinzipiell bestätigt. So werden digitale Kompetenzen nach der Pandemie für die Mehrheit der vom f-bb befragten Unternehmen eine größere Rolle spielen als bislang. Nur ein Drittel ist der Ansicht, die Beschäftigten seien ausreichend qualifiziert. Mit einer Ausweitung der betrieblichen Weiterbildung rechnen die Betriebe aber erst nach der Krise.

»Sollte es nach der Krise zu einer schnellen wirtschaftlichen Normalisierung kommen, werden sich auch die Auftragsbücher wieder rasch füllen. Ob den Beschäftigten dann die zeitlichen Ressourcen für Weiterbildungen zur Verfügung stehen, wird sich zeigen. Natürlich müssen Betriebe einen Spagat bewältigen und sich zwischen den Ausgaben für Schulungen einerseits und Kosteneinsparungen andererseits entscheiden. Wer es aber wagt, könnte für die Nachkrisenzeit Vorteile erlangen und umso schneller wieder durchstarten«, erläutert Hecker.

Weiterbildung während der Krise

Die Gründe für die Zurückhaltung bei Weiterbildungen waren nicht Gegenstand der f-bb-Erhebung. Aus anderen Studien ist bekannt, dass der Mehrzahl der Unternehmen aktuell die zeitliche Perspektive für die Wiederaufnahme der Geschäftstätigkeit fehlt und Unsicherheiten hinsichtlich der geschäftlichen Zukunft bestehen. Darüber hinaus würden vor allem langfristig angelegte Weiterbildungen für viele Unternehmen nicht zu den kurzen oder ungewissen Zeiträumen der Kurzarbeit passen. Manche Betriebe bewerten Weiterbildung aktuell als nachrangig.

Hintergrund
Das f-bb hat die Studie im Auftrag des Bildungswerks der Bayerischen Wirtschaft (bbw) durchgeführt. An der Erhebung haben 130 bayerische Unternehmen aus allen Wirtschaftszweigen (ausgenommen Land- und Forstwirtschaft) mit mehr als 250 Beschäftigten teilgenommen. Erhebungszeitraum war Juni 2020. (16.04.2021, prh)

 

Gefühle in der Erwachsenenbildung

Uni Potsdam

Eine aktuelle Umfrage der Universität Potsdam wendet sich direkt an praktizierende Weiterbildner. In dem Forschungsprojekt »sinnbild« wird der Frage nachgegangen, inwieweit Kursleiter*innen Gefühle, sinnliche Wahrnehmungsmöglichkeiten und Erfahrungen der Teilnehmer*innen in ihre Veranstaltungen einbeziehen.

Die sinnlichen Eindrücke können vielfältig variieren und sowohl das Arbeitsbündnis als auch die inhaltliche Arbeit in Veranstaltungen der Erwachsenenbildung betreffen. Gefühle werden insbesondere angesprochen durch räumliche Anordnungen im Kursraum, Ortswechsel, Einsatz von Ton- und Bilddokumenten (Filme, Musik, Gedichte), praktische Übungen, Spiele, Positionierungen, Irritationen usw.

Über die Befragung (geschätzter Zeitaufwand: etwa 45 Minuten) soll ein Fokus auf die Rolle von Gefühlen, sinnlichen Wahrnehmungen und Erfahrungen in der Planung und Durchführung von Veranstaltungen gelegt werden. Ziel ist es, die vielfältigen pädagogischen Praktiken zu rekonstruieren, mit denen die Teilnehmenden von ihrer sinnlichen Seite her angesprochen werden.

Die bundesweite Befragung endet zum 15. Mai 2021.

 

Hintergrund
Seit 2016 untersucht das Projekt »sinnbild« die Rolle von Gefühlen, sinnlichen Wahrnehmungsmöglichkeiten und Erfahrungen in Veranstaltungen der Erwachsenenbildung aus der Perspektive der Seminarleitenden. Drei Jahre lang wurden Interviews geführt und Kursleitende befragt.

(15.04.2021, prh)

Zur Online-Befragung

 

Studium ohne Abitur: Zahl der Studierenden auf Höchststand

Studieren ohne Abitur

Immer mehr Personen nutzen in Deutschland den sogenannten »dritten Bildungsweg«. Hierbei ersetzen Berufsausbildung und -erfahrung ein fehlendes Abitur. Laut den neuesten Daten waren 2019 an deutschen Hochschulen rund 64.000 Studierende ohne Abitur eingeschrieben. Das entspricht einem Zuwachs um 1.750 Personen im Vergleich zum Vorjahr und einem Anteil von 2,2 Prozent an der gesamten Studierendenschaft.

Die Rekordwerte des Vorjahres bei den Studienanfänger*innen und Hochschulabsolvent*innen ohne Abitur wurden dagegen 2019 knapp verpasst. So liegt die Zahl der Erstsemester bei aktuell 14.700, was einem Anteil von 2,9 Prozent an allen Studienanfänger*innen entspricht. Die Zahl der Hochschulabsolvent*innen, die über den beruflichen Weg ins Studium gelangt sind, beträgt 8.500 und hat sich seit 2013 nahezu verdoppelt.

»Das Studium über den beruflichen Weg hat sich als Alternative zum klassischen Abitur in Deutschland etabliert. Damit steht die hochschulische Bildung sehr viel mehr Menschen offen als noch zu Beginn der 2000er Jahre«, erläutert Frank Ziegele. »Zudem zeigt der erneute Rekordwert bei den Studierenden ohne Abitur, dass die übliche Trennung zwischen akademischer und beruflicher Bildung für die heutigen Bildungsbiografien längst nicht mehr greift«, so der CHE Geschäftsführer.

Die Situation in den einzelnen Bundesländern ist allerdings immer noch sehr unterschiedlich. Beim Vergleich des jeweiligen Anteils der Studienanfänger*innen ohne Abitur an allen Erstsemestern führt aktuell Hamburg mit 5,3 Prozent, gefolgt von Thüringen und Bremen mit 4,9 bzw. 4,5 Prozent. Die Schlusslichter bilden Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg mit jeweils rund 1,4 Prozent und das Saarland mit einer Quote von 1,3 Prozent.

Ein deutlicher Aufwärtstrend ist dagegen in Brandenburg und Thüringen zu beobachten, die sich im Ländervergleich gegenüber dem Vorjahr um vier bzw. sogar sieben Plätze verbessern können. »Hauptgrund für den immensen Zuwachs in Thüringen ist die private IUBH Internationale Hochschule, die ihren Hauptstandort von Nordrhein-Westfalen nach Erfurt verlegt hat, sodass deren Anzahl an Studienanfängerinnen und -anfängern nun Thüringen zugerechnet werden«, erklärt Sigrun Nickel, Expertin für das Themenfeld »Studieren ohne Abitur« beim CHE.

Die Hochschule mit den bundesweit meisten Erstsemestern ohne allgemeine Hochschul- oder Fachhochschulreife ist mit 1.400 Einschreibungen weiterhin die FernUniversität in Hagen. Insgesamt befinden sich in der Gruppe der zehn Hochschulen, die deutschlandweit beim Studium ohne Abitur am stärksten nachgefragt sind, acht private und zwei staatliche Einrichtungen. Dennoch findet sich der überwiegende Teil der Studierenden ohne Abitur mit 41.000 Einschreibungen weiterhin im staatlichen Hochschulbereich. Die privaten Hochschulen zählen aktuell rund 21.500 Studierende ohne Abitur und an den kirchlichen sind es rund 1.500.

Studieren ohne Abitur

 Neben dem Ländervergleich analysiert das CHE auch jährlich die Zusammensetzung der Gruppe der Studierenden ohne allgemeine Hochschul- und Fachhochschulreife. »Durchschnittliche Studienanfänger bzw. Studienanfängerinnen ohne Abitur entscheiden sich für einen Bachelorstudiengang an einer Fachhochschule im Bereich Rechts-, Wirtschafts- oder Sozialwissenschaften und sind etwa 30 Jahre alt. Damit sind sie etwa zehn Jahren älter als ihre Kommilitoninnen und Kommilitonen mit Abitur«, fasst Sigrun Nickel die aktuelle CHE-Analyse der Daten zusammen.

Dabei entdecken zunehmend auch Frauen diesen Weg für sich. Dominierten 2015 noch die männlichen Erstsemester ohne Abitur, hat sich der Anteil weiblicher Erstsemester aktuell auf rund 49 Prozent gesteigert. Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede bei der Fächerwahl. So schreiben sich beruflich qualifizierte Frauen deutlich häufiger in der Fächergruppe Medizin/Gesundheitswissenschaften und Männer in der Fächergruppe Ingenieurwissenschaften ein.

Seit der Reform der Studienplatzvergabe für das Medizinstudium haben sich auch die Zugangsmöglichkeiten für Personen ohne Abitur verbessert. Hier hat sich der Zahl der Studierenden, die sich allein über ihre Berufserfahrung qualifiziert haben, zwischen 2014 und 2019 von 534 auf 1.064 fast verdoppelt. Davon studieren 850 Human- und 214 Zahnmedizin. Bei der Bewerbung für einen Studienplatz im Bereich Medizin ersetzt die Note der Meister- oder Fachwirtprüfung die Abiturnote.

Insgesamt entschieden sich 2019 zwei Drittel aller Studienanfänger*innen ohne Abitur für ein Studium an einer Fachhochschule bzw. Hochschule für angewandte Wissenschaften. 28 Prozent wählten eine Universität, vier Prozent eine Kunst- oder Musikhochschule. Bemerkenswert ist, dass die Tendenz, nach dem Bachelorabschluss ein Masterstudium anzuschließen, kontinuierlich zunimmt. Im Studienjahr 2019/20 befanden sich rund 12 Prozent aller Studierenden ohne Abitur im Bundesgebiet im einem Masterstudiengang. Im Studienjahr 2015/16 waren es dagegen nur rund sieben Prozent.

Generelle Voraussetzung für die Bewerbung um einen Studienplatz ohne allgemeine Hochschulreife und Fachhochschulreife ist eine abgeschlossene Berufsausbildung sowie der Nachweis von Berufserfahrung. Je höher die im Beruf erworbene Qualifikation der Studieninteressierten ist, desto größer ist auch die Auswahl an Studiengängen, die studiert werden können.

  (09.04.2021, prh)

Weiterführende Informationen

 

Ausgaben für Bildung, Forschung und Wissenschaft haben in 2019 um 4,4 Prozent zugenommen

Formeltafel

Anteil der Ausgaben am Bruttoinlandsprodukt stiegen auf 9,4 Prozent   

Die öffentlichen Haushalte und der private Bereich haben im Jahr 2019 nach vorläufigen Berechnungen insgesamt 325,6 Milliarden Euro für Bildung, Forschung und Wissenschaft in Deutschland ausgegeben. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes waren das 13,8 Milliarden Euro beziehungsweise 4,4 % mehr als im Vorjahr. Die Ausgaben machten 9,4 % des Bruttoinlandsprodukts aus (2018: 9,3 %).

185,7 Milliarden Euro für Schulen und schulnahe Einrichtungen, Hochschulen und Kitas

Mit 185,7 Milliarden Euro entfiel der größte Teil der Ausgaben auf Bildungseinrichtungen in öffentlicher und privater Trägerschaft. Dazu gehören Ausgaben für Schulen und den schulnahen Bereich (zum Beispiel Schülerbeförderung) von 105,8 Milliarden Euro (57,0 %), für tertiäre Bildungseinrichtungen wie etwa Hochschulen (einschließlich Forschung und Entwicklung) von 42,5 Milliarden Euro (22,9 %) und für Kindertageseinrichtungen von 34,4 Milliarden Euro (18,5 %).

Auf weitere Bereiche wie Weiterbildung, Jugendarbeit oder Horte entfielen insgesamt 23,0 Milliarden Euro öffentlicher und privater Ausgaben. Die Ausgaben für Bildungsförderung (zum Beispiel BAföG) betrugen 13,7 Milliarden Euro.

Unternehmen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen wendeten für Forschung und Entwicklung 90,6 Milliarden Euro auf.

39 Prozent der Ausgaben wurden 2018 durch die Länder finanziert

Angaben über die Finanzierungsstruktur nach Trägern liegen bislang nur für das Jahr 2018 vor. In diesem Jahr finanzierten die öffentlichen Haushalte 62,9 % der Ausgaben für Bildung, Forschung und Wissenschaft (Bund: 11,4 %, Länder: 38,7 %, Gemeinden: 12,8 %). 35,1 % wurden vom privaten Bereich (Unternehmen, Organisationen ohne Erwerbszweck und private Haushalte) und 2,0 % vom Ausland übernommen.

  (06.04.2021, prh)

Weiterführende Informationen im Detail (PDF, 15 Seiten)

vgl. BMBF: Investitionen in Bildung und Forschung steigen weiter an

 

Transparente Qualitätssicherung für hochschulische Weiterbildungsangebote

Qualitätssicherung in der hochschulischen Weiterbildung

Qualitätssicherung von Zertifikatsangeboten in der hochschulischen Weiterbildung - Empfehlungen für die Hochschulen  

Hochschulen bieten längst nicht mehr nur akademische Abschlüsse, sondern verstehen sich im steigenden Maße auch als Orte des offenen, lebensbegleitenden Lernens. Mit breiten Weiterbildungsprogrammen tragen sie zum Transfer aktuellen wissenschaftlichen Wissens in die Praxis bei und vermitteln Kompetenzen, die zur Bewältigung gegenwärtiger und zukünftiger gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Herausforderungen erforderlich sind. Dabei bedarf es einheitlicher Standards, um die hohe Qualität hochschulischer Weiterbildungsangebote transparent zu sichern.

Die Empfehlungen geben einen Überblick über Anforderungen an die Qualitätssicherung von hochschulischen Zertifikatsangeboten. Sie richten sich an die Hochschulen und wollen für ein gemeinsames Qualitätsverständnis aller Beteiligten an der Gestaltung von hochschulischen Weiterbildungsangeboten sorgen, die kleinteiliger und kürzer sind als ein Studiengang und jeweils einzeln belegt werden können.

Auf eine übergeordnete Empfehlung mit Erläuterungen zu drei Funktionen hochschulweiter Regelungen folgen zehn Empfehlungen zu einzelnen Aspekten, etwa zur Notwendigkeit der Beschreibung von Lernzielen, zu Prüfungen und Abschlüssen und zur Anerkennung und Akkumulierbarkeit von Zertifikatsangeboten.

Die Empfehlungen wurden von Hochschulvertreter*innen im Rahmen eines »Runden Tisches« auf Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) erarbeitet, organisiert durch das vom BMBF mit der Durchführung von INNOVUM-OH beauftragte Institut für Innovation und Technik in der VDI/VDE Innovation + Technik GmbH.

Hintergrund
Der »Runde Tisch ‚Qualitätssicherung von hochschulischen Zertifikatsangeboten‘« war eine Initiative des BMBF im Rahmen des Vorhabens »Innovationsunterstützende Maßnahmen zum Bund-Länder-Wettbewerb ‚Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen‘« (INNOVUM-OH) von Dezember 2019 bis März 2021. Er zielte darauf ab, die Transparenz zur Qualität und Qualitätssicherung hochschulischer Zertifikatsangebote zu verbessern.

Ziel von INNOVUM-OH ist es, dazu beizutragen, die durch den »Bund-Länder-Wettbewerb ‚Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen‘« (OH-Wettbewerb angestoßene Dynamik im Bereich der wissenschaftlichen Weiterbildung aufrechtzuerhalten sowie Ergebnisse des Wettbewerbs bundesweit zu vermitteln und in die Fläche zu überführen.

Der OH-Wettbewerb förderte von 2011 bis 2020 innovative, nachfrageorientierte und nachhaltige Konzepte zur Weiterbildung an Hochschulen.

  (31.03.2021, prh)

Qualitätssicherung von Zertifikatsangeboten in der hochschulischen Weiterbildung (PDF, 10 Seiten)

 

Projekt »Zukunftszentren« unterstützt Weiterbildung in ostdeutschen KMUs

ESF Deutschland

Die voranschreitende Digitalisierung und der zunehmend spürbare demografische Wandel prägen die Arbeitswelt gravierend. Alle Branchen sind von diesen Prozessen betroffen - Anforderungen und Tätigkeitsprofile zahlloser Berufe verändern sich.

Im Herbst 2019 gingen die »Regionalen Zukunftszentren« in den ostdeutschen Ländern an den Start, um besonders kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bei der Bewältigung dieser demografischen und digitalen Transformation zu unterstützen.

Das Jahr 2020 hat mit den pandemiebedingten Umbrüchen die Notwendigkeit digitaler Arbeitsprozesse noch einmal wesentlich verdeutlicht. Umso wichtiger sind die Entwicklung und Erprobung innovativer Konzepte zur Weiterbildung in Betrieben, mit denen der Wandel der Arbeit in Unternehmen und Belegschaften zukunftsfähig begleitet werden kann.

Hierbei sind die Zukunftszentren Anlaufstellen für KMU in der Region: Sie ermitteln Bedarfe, begleiten betriebliche Prozesse und holen die Unternehmen dort ab, wo sie stehen - um diese so zu befähigen, den Wandel der Arbeitswelt aktiv zu gestalten. Dies geschieht insbesondere mit passgenauen Qualifizierungsangeboten zur Stärkung der Selbstlern- und Gestaltungskompetenz der KMU und ihrer Beschäftigten. Zu diesem Zweck entwickeln und erproben die Zukunftszentren unter anderem innovative Lehr-Lernkonzepte (iLLK).

Die Zukunftszentren sind vor Ort gut vernetzt und mit der nötigen Expertise ausgestattet, um bezogen auf das jeweilige Bundesland Unternehmen und Belegschaften zu beraten und gemeinsam mit ihnen konkrete, auf die Regionen und Branchen zugeschnittene Lösungen zu entwickeln.

Wie die Unterstützung für KMU etwa im Handwerk aussehen kann, zeigt ein Beispiel aus Sachsen:

Die Tischlerei Pohl aus Ebersbach Neugersdorf, ein familiengeführter Betrieb mit acht Mitarbeitenden, trat mit dem Wunsch nach einer Beratung an das Zukunftszentrum Sachsen heran. Frank Pohl, Inhaber der Tischlerei in dritter Generation, wünschte sich übersichtlichere Arbeitsprozesse, die den Beschäftigten eine flexible Gestaltung ihres Arbeitstages erlauben. Bei mehr als 300 Aufträgen pro Jahr ist ein fortlaufender Informationsaustausch notwendig, um eine selbstständige Arbeitsweise der Beschäftigten im Betrieb zu garantieren. Zuvor gestaltete sich der Ablauf oft zeitintensiv, fehleranfällig und kompliziert.

Marie Preußger vom Zukunftszentrum Sachsen analysierte im Rahmen der Beratung in einem ersten Termin mit der Geschäftsführung detailliert die geschäftlichen Prozesse und besprach anschließend mit Herrn Pohl mögliche Verbesserungen. Daraus ergaben sich mehrere Handlungsschwerpunkte.

Im nächsten Schritt wurden die Beschäftigten einbezogen. »Ihre Wünsche, Ideen und eventuellen Verbesserungsvorschläge finden auf diese Weise Gehör«, so Marie Preußger. In der Regel werden zwei bis drei Workshops gemeinsam mit den Beteiligten im Betrieb umgesetzt. Im ersten gemeinsamen Workshop werden grundlegende Fragen geklärt: Welche Ziele verfolgen wir und welche Werte sind wichtig? Was funktioniert heute gut und soll unbedingt beibehalten werden? Der zweite und dritte Workshop widmet sich, mit zeitlichem Abstand, der gemeinsamen Erarbeitung von Lösungen und deren Erprobung.

Doch mit der Beratung allein ist es nicht getan: Der gemeinsame Prozess habe das Engagement der Beschäftigten gestärkt, resümiert Herr Pohl. Die weitere Beteiligung des gesamten Teams ist auch weiterhin wichtig, um die Akzeptanz der geänderten Prozesse seitens der Mitarbeitenden gleichbleibend hoch zu halten.

Dieses Beispiel zeigt, auf welche Weise die Zukunftszentren gezielt KMU und ihre Beschäftigten bei der Bewältigung des demografischen und digitalen Wandels unterstützen. Kern des Anliegens ist es vor allem, die tiefgreifenden Transformationsprozesse sozial zu gestalten: Die Beteiligung und persönliche Entwicklung der Mitarbeitenden sind für die Zukunftszentren von zentraler Bedeutung. So kann »Gute Arbeit« in der und durch die Digitalisierung gesichert werden.


Über das ESF-Programm »Zukunftszentren«

Mit dem Förderprogramm im Rahmen des Europäischen Sozialfonds (ESF) zur Schaffung Regionaler Zukunftszentren legt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) den Fokus darauf, innovative Konzepte zur Weiterbildung im Betrieb zu entwickeln und zu erproben. Dabei ist es Ziel, die Selbstlern- und Gestaltungskompetenz der Unternehmen und Beschäftigten zu fördern.

In diesem Prozess steht das übergeordnete Zentrum digitale Arbeit (ZdA) mit Sitz in Eilenburg als Think Tank an der Schnittstelle zwischen dem BMAS und den Regionalen Zukunftszentren, wobei es Erfahrungs- und Forschungswissen bündelt und für den bundesweiten Wissenstransfer aufbereitet.

Um die Gestaltungskompetenz von Solo-Selbstständigen im digitalen Wandel zu stärken, wurde ein Haus der Selbstständigen (HdS) etabliert. Es unterstützt die Gründung von Interessenvertretungen und fördert selbstregulierende Verfahren, die geeignet sind, Vergütungssituation und Arbeitsbedingungen von Solo-Selbstständigen und Plattformbeschäftigten zu verbessern.

Hintergrund
Finanziert wird das Programm aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.

  (28.03.2021, prh)

Weiterführende Informationen zum ESF-Bundesprogramm »Zukunftszentren«

vergleiche: »Zukunftszentren«: Qualifizieren für den digitalen Wandel

 

GEW tritt für eine Stärkung der Weiterbildung ein

GEW 3

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) unterstützt den heutigen »Deutschen Weiterbildungstag«, sich für die Bedeutung der beruflichen, politischen, wissenschaftlichen, kulturellen und allgemeinen Weiterbildung öffentlich stark zu machen. Sie mahnt ein Bundesgesetz und einen Digitalpakt Weiterbildung sowie mehr Geld für diesen Bildungsbereich an, damit die Beschäftigungsbedingungen substanziell verbessert werden können.

»Von der Weiterbildung wird nicht nur in der Corona-Krise viel erwartet: Sie soll die Digitalisierung der Gesellschaft ebenso wie die gesellschaftlichen Prozesse der Individualisierung und Pluralisierung sowie des Strukturwandels unterstützen. Zudem soll sie Fragen einer älter werdenden Gesellschaft lösen und die Zivilgesellschaft mitentwickeln«, begründete Ansgar Klinger, GEW-Vorstandsmitglied für Berufliche Bildung und Weiterbildung, den Forderungskatalog der Bildungsgewerkschaft am Mittwoch in Frankfurt a.M. Auch wenn die »Nationale Weiterbildungsstrategie« von Bund, Ländern und Sozialpartnern einzelne Handlungsfelder der Weiterbildung aufgreife, müsse die Politik die Rahmenbedingungen sicherstellen, damit Weiterbildung diese Aufgaben stemmen kann.

Die GEW fordere daher einen bundesgesetzlichen Rahmen für die Weiterbildung, betonte Klinger. In dem Gesetz müssten Regelungen zu Information und Beratung, Lernzeiten und zur Finanzierung der Weiterbildung verankert werden. Die Länder seien gefordert, die Förderung der allgemeinen, politischen und kulturellen Weiterbildung auf ein Prozent ihres Bildungsbudgets zu erhöhen. Nur so sei die Weiterbildung in der Lage, ihre gesellschaftlichen Aufgaben zu erfüllen.

»Wir brauchen eine neue ‚Weiterbildungskultur‘. Dafür muss die ‚Nationale Weiterbildungsstrategie‘ um die allgemeine und politische Weiterbildung ergänzt werden. Sich auf berufliche Themen zu konzentrieren, greift viel zu kurz«, unterstrich Klinger. Weiterbildung müsse den engen Raum der Funktionskompetenzen verlassen und in einer neuen Integration von beruflicher und politischer Bildung die Menschen befähigen, Hintergründe und Zusammenhänge zu verstehen und sie zu einer an Humanität und Gerechtigkeit orientierten Gestaltung von Arbeitswelt und Gesellschaft ermutigen.

Gerade die Corona-Pandemie verdeutliche, welch großen Einfluss die Digitalisierung auf die Entwicklungschancen der Menschen sowie die Arbeits- und Alltagswelt habe. Für die im öffentlichen Auftrag stattfindende Weiterbildung fordere die GEW, so Klinger, eine Stabilisierung der oft skandalösen Beschäftigungsverhältnisse sowie einen »Digitalpakt«: Bildungseinrichtungen, Lehrkräfte sowie Teilnehmer*innen in den von Bund, Ländern und Kommunen verantworteten öffentlich finanzierten Weiterbildungsgängen sollten analog zum Bereich der allgemein- und berufsbildenden Schulen bei Infrastruktur, Endgeräten, Administration und Fortbildung unterstützt werden. (24.03.2021, prh)

 

Archiv Meldungen

Archiv Termine

Zur Kurssuche

Suchen in Neuigkeiten & Terminen

LEARNTEC 2021 (Karlsruhe)

vom 22.06.2021 bis zum 24.06.2021

Die Corona-Pandemie trifft die Messebranche besonders schwer, viele Veranstaltungen wurden bereits abgesagt oder verschoben.

Findet die LEARNTEC statt?

Messe Karlsruhe verschiebt LEARNTEC auf 22. bis 24. Juni 2021

Der aktuelle Verlauf der Corona-Pandemie sowie die hieraus folgenden Maßnahmen für das öffentliche Leben sind der Grund, dass die Messe Karlsruhe die LEARNTEC neu terminiert hat. Die Fachmesse und der begleitende Kongress finden nun vom 22. bis 24. Juni 2021 in der Messe Karlsruhe statt.

 

 

Inhalt auf sozialen Plattformen teilen (nur vorhanden, wenn Javascript eingeschaltet ist)