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Digitalisierung fordert Aus- und Weiterbildung heraus

EFI Jahresgutachten 2021

Das neue Jahresgutachten der Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) behandelt in einem Schwerpunkt, welche Herausforderungen für die berufliche Aus- und Weiterbildung in Deutschland sich aus der fortschreitenden Digitalisierung in der Wirtschaft und an den Arbeitsplätzen ergeben.

Prof. Holger Bonin, Forschungsdirektor am Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA) in Bonn, fasst die Beschäftigungsfolgen des Übergangs zur digitalen Arbeitswelt zusammen: »Die Arbeit wird uns auf absehbare Zeit nicht ausgehen. Im Transformationsprozess fallen aber viele etablierte Arbeitsplätze weg, während in anderen Teilen der Wirtschaft neue entstehen. Da die neuen Jobs ganz andere Fähigkeiten verlangen als die bisherigen, entsteht ein großer Bedarf an Weiterbildung. Gleichzeitig geht der Trend hin zu weniger Routinearbeit. Damit steigen die Anforderungen an die berufliche Handlungskompetenz.« Zunehmend gebraucht würden deshalb nicht nur für die Gestaltung von transformativen Technologien notwendige technologische und digitale Fähigkeiten, betont Prof. Till Requate von der Universität Kiel, »sondern verstärkt auch sogenannte klassische Kernfähigkeiten: Problemlösungsfähigkeit, Kreativität, Eigeninitiative, Anpassungsfähigkeit und Durchhaltevermögen«.

»Nach Einschätzung der EFI ist die Entwicklung dieser Kernfähigkeiten nicht nur entscheidend, um die individuellen Beschäftigungs- und Karrierechancen in der digitalisierten Arbeitswelt zu sichern«, so Requate. »Nur wenn diese Kernfähigkeiten in der Erwerbsbevölkerung ausreichend verfügbar sind, können sich die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Potenziale der neuen Technologien voll entfalten und die Digitalisierung zügig in alle Teile der Wirtschaft vordringen. Dies dient ja gerade auch der Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands.« Deswegen ist es der EFI so wichtig, dass das System der beruflichen Aus- und Weiterbildung in Deutschland mit den Veränderungen von Wirtschaft und Arbeitswelt durch die Digitalisierung Schritt hält. »Hierfür müssen Inhalte und Strukturen der beruflichen Aus- und Weiterbildung weiterentwickelt und so gestaltet werden, dass die Kernfähigkeiten für die digitalisierte Arbeitswelt bedarfsgerecht vermittelt werden«, so Arbeitsmarkexperte Bonin. Dabei komme den Unternehmen und den im Erwerbsleben stehenden Menschen eine tragende Rolle zu. Jedoch brauche es unbedingt auch von öffentlichen Stellen ausgehende Impulse, um die Anpassungsbereitschaft und die Rahmenbedingungen dafür zu stärken.

Vor diesem Hintergrund empfiehlt die EFI eine Reihe von Maßnahmen:

Ausbildungsgestaltung an die Digitalisierung anpassen
Bei der Anpassung der Ausbildungsgestaltung sollten vor allem kleine und mittlere Unternehmen (KMU) durch Beratung und Hilfen Unterstützung erhalten. Dafür müssten, so die EFI, Ausbildungsverbünde mit stärker digitalisierten Betrieben, aber auch die Vernetzung mit digitalen Bildungsorten stärker gefördert werden.

Berufsausbildungspersonal und Berufsschulen fit für die Digitalisierung machen
Aus- und Fortbildung des Berufsausbildungspersonals sollte noch stärker auf die neuen inhaltlichen und methodischen Anforderungen durch die Digitalisierung ausgerichtet werden. »Flankierend dazu ist es dringend erforderlich, die Berufsschulen flächendeckend mit einer leistungsfähigen digitalen Infrastruktur, modernen Medien und Zugängen zu hochwertiger Lernsoftware auszustatten«, erklärt Prof. Requate. »Die hierfür im Rahmen des ‚DigitalPakt Schule‘ bereitgestellten Mittel sind dafür aus unserer Sicht nicht ausreichend.«

Berufliche Anpassungsfähigkeit durch flexible Zusatzqualifikationen stärken
Berufliche Ausbildung muss sich flexibel an die durch die digitale Transformation verändernden Anforderungen anpassen. Die EFI empfiehlt daher, das Angebot an flexiblen Wahlmodulen und Zusatzqualifikationen im Rahmen der beruflichen Ausbildung auszubauen und zur berufsbezogenen Weiterbildung hin zu öffnen.

Berufliche Mobilität durch präventive Anpassungsweiterbildung steigern
Bei der Förderung der beruflichen Weiterbildung schlägt die EFI vor, Brückenlösungen zu entwickeln und zu erproben, die den vom technologischen Wandel betroffenen Beschäftigten frühzeitig den Wechsel zu einem neuen Unternehmen erleichtern. »Die vorhandenen Förderinstrumente sind nämlich stark auf eine Weiterbeschäftigung beim aktuellen Arbeitgeber ausgerichtet, auch wenn der vielleicht nicht die besten Zukunftsperspektiven bietet«, erklärt Prof. Bonin. »Sie setzen zudem oft erst ein, wenn es für eine berufliche Neuorientierung eigentlich schon zu spät ist.«

Monitoring von beruflichen Fähigkeiten ausbauen
Die EFI hält es für sinnvoll, die von den Arbeitgebern geforderten und bei den Beschäftigten vorhandenen Fähigkeiten regelmäßig und in großer Breite zu erfassen. »Ein hochwertiges Monitoring-System kann nämlich dazu beitragen kann, die Aus- und Weiterbildung passgenauer auf veränderte Anforderungen in der digitalisierten Arbeitswelt auszurichten«, so Professor Uwe Cantner von der Universität Jena und Vorsitzender der EFI. Daher begrüße man Initiativen, Daten der Bundesagentur für Arbeit, von Unternehmen und aus sozialen Netzwerken für diesen Zweck zu erschließen und auszuwerten.

Strukturen zur Orientierung über berufsbezogene Weiterbildung verbessern
Die EFI weist darauf hin, dass die Agenturen für Arbeit als lokale Anlaufstellen künftig auch die Orientierung über die berufsbezogene Weiterbildung von Beschäftigten übernehmen könnten. Arbeitsmarktexperte Bonin betont jedoch: »Um Interessenkonflikten vorzubeugen, muss man hierbei die Beratung über die individuelle berufsbezogene Weiterbildung organisatorisch strikt von diesbezüglichen Fördermaßnahmen trennen.« Er schließt für das Team der EFI mit einem Appell an Politik und Wirtschaft: »Wir müssen es schaffen, unser Aus- und Weiterbildungssystem schnell und agil auf die Anforderungen der Digitalisierung auszurichten. Die Fachkräftebasis ist ein zentraler Faktor, damit die deutsche Volkswirtschaft schneller und stärker aus der digitalen Transformation hervorgeht. Die Gewinner sind dann auch die Erwerbstätigen. Denn Qualifizierung bedeutet auch in Zukunft bessere Arbeit und höhere Einkommen.«

  (25.02.2021, prh)

EFI Jahresgutachten 2021 (PDF, 164 Seiten)

siehe auch: EFI-Gutachten 2021 gibt wichtige Impulse für moderne Aus- und Weiterbildung im digitalen Zeitalter

 

EU muss mehr digitale Kompetenzen fördern

Hände am Notebook

Europäischer Rechnungshof: Größere Anstrengungen notwendig, um alle Europäer mit grundlegenden digitalen Kompetenzen auszustatten  

In der Welt von heute werden digitale Kompetenzen immer wichtiger. Jedoch gab es in der EU in den letzten Jahren nur geringe Fortschritte bei der Verbesserung der grundlegenden digitalen Kompetenz von erwachsenen Europäern. Die EU-Kommission hat die Mitgliedstaaten zwar unterstützt und ihnen Orientierungshilfen an die Hand gegeben, die Zahl der von der EU finanzierten Projekte, die konkret auf die grundlegenden digitalen Kompetenzen Erwachsener abgestellt sind, ist allerdings relativ gering.

Der Europäische Rechnungshof hat aktuell eine Analyse der vergangenen und der für die Jahre 2021-2027 geplanten Maßnahmen der EU zur Verbesserung der digitalen Kompetenzen von Erwachsenen durchgeführt.

Im Jahr 2019 verfügten mehr als 75 Millionen Erwachsene im erwerbsfähigen Alter in Europa nicht über mindestens grundlegende digitale Kompetenzen. Dies gilt insbesondere für ältere Menschen, Personen mit niedrigem Bildungsniveau und Arbeitslose. Gleichzeitig erfordern über 90 % der Arbeitsplätze bereits zumindest grundlegende digitale Kompetenzen.

»Durch die COVID-19-Pandemie ist einmal mehr deutlich geworden, wie wichtig grundlegende digitale Kompetenzen für die Bürgerinnen und Bürger sind«, so Iliana Ivanova, das für die Analyse zuständige Mitglied des Europäischen Rechnungshofs. »Wir stellen fest, dass Erwachsene mit höherer digitaler Kompetenz leichter Arbeit finden und mehr verdienen als vergleichbare Personen mit geringerer digitaler Kompetenz. Unsere Analyse zeigt, dass die EU die Bedeutung grundlegender digitaler Kompetenzen für alle Bürgerinnen und Bürger seit Langem erkannt hat, aber noch viel getan werden muss. Jetzt ist der ideale Zeitpunkt, um diese Thematik in den Fokus zu rücken und ich hoffe, unsere Analyse ist unseren wichtigsten Interessenträgern in ihren Vorbereitungen für den Beginn des neuen Programmplanungszeitraums 2021-2027 von Nutzen.«

Bildung und Berufsbildung liegen in der Verantwortung der Mitgliedstaaten. Das Ausmaß der digitalen Kluft zwischen Personen mit und jenen ohne grundlegende digitale Kompetenzen unterscheidet sich jedoch erheblich je nach Mitgliedstaat. Den von der Kommission verwendeten Indikatoren zufolge hat sich das Niveau der grundlegenden digitalen Kompetenzen in den Mitgliedstaaten in den letzten Jahren nicht wesentlich verbessert.

Ab 2015 hat die EU-Kommission eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um die digitalen Kompetenzen der Bürgerinnen und Bürger anzuheben. Infolgedessen boten nationale Projekte im Zuge der Initiative »Koalition für digitale Kompetenzen und Arbeitsplätze« zwischen 2016 und 2018 beinahe 11 Millionen Europäern aller Altersgruppen die Möglichkeit, ihre digitale Kompetenz zu verbessern. Rund die Hälfte davon waren Lernende der Primar- und Sekundarstufe. Es liegen keine Daten vor, wie sich solche Tätigkeiten letztendlich auf die Ziele der Initiative ausgewirkt haben.

Tätigkeiten im konkreten Bereich der grundlegenden digitalen Kompetenzen für Erwachsene sind üblicherweise Teil breiter angelegter Initiativen. Dies macht es in der Regel unmöglich, den Gesamtbetrag der EU-Mittel, die allein für diesen Bereich ausgegeben wurden, zu ermitteln. Dennoch lassen die vorliegenden Daten vermuten, dass die speziell für die Anhebung der digitalen Kompetenzen von Erwachsenen zugewiesenen Mittel relativ gering ausfallen: Beispielsweise machten Projekte, die sich speziell mit der Vermittlung digitaler Kompetenzen in den Mitgliedstaaten befassten, trotz ihrer Schwerpunktstellung nur etwa 2 % der gesamten ESF-Mittel für den Zeitraum 2014-2020 aus.

Für die Jahre 2021–2027 hat die EU-Kommission erstmals ein konkretes Ziel festgelegt, um den Anteil der Bürgerinnen und Bürger mit grundlegenden digitalen Kompetenzen zu erhöhen, und zwar von 56 % im Jahr 2019 auf 70 % im Jahr 2025. Um die Gesetzgeber und die an der Programmplanung und -umsetzung beteiligten Behörden zu unterstützen, zeigen die Prüfer einige Herausforderungen auf. Diese Herausforderungen betreffen die Zuweisung konkreter Beträge zukünftiger EU-Programme, die Definition von Unterzielen und Meilensteinen und die einheitliche Bewertung digitaler Kompetenzen in einem sich ständig und schnell wandelnden digitalen Umfeld.

Hintergrund
Diese Analyse ist nicht das Ergebnis einer Prüfung, sondern versteht sich als Analyse überwiegend öffentlich zugänglicher Informationen. Sie enthält keine Bewertung von durch die EU-Kommission in diesem Bereich ergriffenen Maßnahmen oder Empfehlungen. Die Prüfer untersuchten die Entwicklung der grundlegenden digitalen Kompetenzen Erwachsener im erwerbsfähigen Alter (25 bis 64 Jahre) der letzten Jahre vor dem Hintergrund der von der EU seit 2010 in diesem Bereich ergriffenen Maßnahmen, wobei ihr besonderes Augenmerk den letzten 5 Jahren gilt.

Die langfristige, übergeordnete Strategie der EU, Europa 2020, die von 2010 bis 2020 lief, beinhaltete die Digitale Agenda für Europa als eine ihrer sieben »Leitinitiativen«. Der EU kommt daher auch eine Rolle bei der Unterstützung der Mitgliedstaaten bei der Bewältigung gemeinsamer Herausforderungen wie den alternden Gesellschaften, Qualifikationsdefiziten, technologischen Entwicklungen und dem Wettbewerb auf globaler Ebene zu.


(24.02.2021, prh)

Maßnahmen der EU für mehr digitale Kompetenz (PDF, 60 Seiten)

vgl.: EU-Kommission zum europäischen Bildungsraum und zu digitalen Kompetenzen

 

INVITE: Digitale Plattform Berufliche Weiterbildung

Nationale WB Strategie

Startschuss für Gewinnerprojekte des Innovationswettbewerbs INVITE  

Mit dem Innovationswettbewerb INVITE (Digitale Plattformen Berufliche Weiterbildung) soll ein Beitrag zur Optimierung eines innovativen digitalen und sicheren Bildungsraums der berufsbezogenen Weiterbildung geleistet werden.

Ziel ist die Vernetzung sowie die Weiterentwicklung von internetbasierten Plattformen, Applikationen und Diensten (z.B. Suchmaschinen) sowie die Entwicklung innovativer digitaler Lehr- und Lernangebote.

Mit der Förderrichtlinie zum Innovationswettbewerb INVITE werden folgende Handlungsbedarfe der Nationalen Weiterbildungsstrategie aufgegriffen:

  • Verbesserung der Kohärenz im digitalen Weiterbildungsraum für eine breite Zielgruppe durch die Vernetzung von Weiterbildungsplattformen
  • Qualitative Verbesserung bestehender Weiterbildungsplattformen (aus Nutzerperspektive) durch die Entwicklung und Erprobung plattformbezogener Innovationen
  • Erhöhung der Weiterbildungsbeteiligung und des individuellen Lernerfolgs durch die Entwicklung und Erprobung von durch Künstliche Intelligenz (KI)-unterstützten Lehr-/Lernangeboten

Ein Metavorhaben wird für die Projekte und darüber hinaus Standards für die Gestaltung eines innovativen digitalen Weiterbildungsraums identifizieren.

Die Resonanz auf den Wettbewerb war sehr groß: So haben sich über 400 Institutionen mit insgesamt 107 Projektskizzen am Wettbewerb beteiligt. Die nun ausgewählten Vorhaben seien technologisch innovativ, und sie beinhalteten für die berufsbezogene Weiterbildung vielversprechende strukturelle und didaktische Entwicklungsansätze, heißt es hierzu aus dem Bildungsministerium.

Die eingereichten Projektskizzen wurden von einer das BMBF beratenden Jury begutachtet. Unter Berücksichtigung der erarbeiteten Förderempfehlung hat das Ministerium Gewinnerskizzen zur Förderung ausgewählt, die nun in einem zweiten Schritt in einen formalen Förderantrag überführt werden.

Hintergrund
Die INVITE-Projektförderung startet ab dem 01. März 2021. Für die Projekte in den drei Entwicklungsfeldern beträgt die Laufzeit 36 Monate, die Begleitforschung umfasst eine Laufzeit von 42 Monaten.

Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) ist mit der fachlichen und administrativen Begleitung des Wettbewerbs beauftragt.

INVITE ist eingebettet in die Nationale Weiterbildungsstrategie und in die Digitalstrategie des BMBF. Mit der Entwicklung innovativer digitaler Lösungen für die Herausforderungen berufsbezogener Weiterbildung soll die Förderung dazu beitragen, sichere digitale Bildungsräume zu schaffen.


(23.02.2021, prh)

INVITE-Gewinnerprojekte (PDF, 4 Seiten)

Weiterführende Informationen zu INVITE

Nationale Weiterbildungsstrategie

 

Qualifikationsrahmen für staatlich zugelassenen Fernunterricht in Deutschland

Fernstudien DQR

Der Bundesverband der Fernstudienanbieter präsentiert mit dem Fernstudien-DQR einen Qualifikationsrahmen für staatlich zugelassenen Fernunterricht in Deutschland.Der Fernstudien-DQR ist eine nationale Umsetzung des Europäischen Qualifikationsrahmen (EQR), der als Übersetzungsinstrument verabschiedet wurde, um Transparenz und Vergleichbarkeit von Qualifikationen zu ermöglichen.

Nationale Qualifikationen europaweit verständlich machen, das ist das Ziel des Europäischen Qualifikationsrahmens (EQR). Er wurde 2008 von den europäischen Institutionen verabschiedet, 2017 überarbeitet und wird europaweit umgesetzt. Der EQR gleicht einem Übersetzungsinstrument, das nationale Qualifikationen nicht nur europaweit verständlich machen soll, sondern auch die Mobilität von Beschäftigten und Lernenden und deren lebenslanges Lernen fördert. Kernstück des EQR sind acht Referenzniveaus, die Lernergebnisse beschreiben - also das, was Lernende wissen, verstehen und in der Lage sind, zu tun. Diese werden auf den einzelnen Niveaus jeweils in drei Säulen beschrieben: »Kenntnisse«, »Fertigkeiten« und »Verantwortung und Selbstständigkeit«. Die Mitgliedstaaten sind aufgefordert, eigene nationale Qualifikationsrahmen zu entwickeln, deren eigenen Niveaus denen des EQR zugeordnet werden können. Damit erleichtert der EQR die Vergleichsmöglichkeit der verschiedenen nationalen Bildungssysteme und schafft Transparenz. Bislang haben 38 europäische Staaten die Entwicklung eigener nationaler Qualifikationsrahmen beschlossen. Mit dem Fernstudien-DQR schafft der Bundesverband der Fernstudienanbieter nun die Möglichkeit, auch die im staatlich zugelassenem Fernunterricht erworbenen Abschlüsse den acht Niveaustufen zuzuordnen.


Für einen fairen und gleichberechtigten Bildungsmarkt

»Mit dem Fernstudien-DQR präsentieren wir ab sofort ein eigenes Register für die Branche«, informiert Mirco Fretter, Präsident des Bundesverbandes der Fernstudienanbieter. »Denn auch Fernstudierende haben das Recht zu erfahren, welcher Niveaustufe die Fähigkeiten und Kompetenzen zuzuordnen sind, die sie in ihrem Lehrgang erwerben.« Mit dem Fernstudien-DQR bietet der Verband ein dringend gefordertes Instrument für einen fairen und gleichberechtigten deutschen Bildungsmarkt, der konkurrenzfähig europäischen Mitbewerbern entgegentreten kann. Denn die Vergleichbarkeit von Abschlüssen, die im staatlich zugelassenen Fernunterricht erworben werden, ist für Lernende, Personalentscheider und Unternehmen gleichermaßen unabdingbar.

Insgesamt bieten die Mitglieder des Verbandes aktuell über 2000 Bildungsangebote der beruflichen (Weiter-)Bildung. Alle Teilnehmer dieser Bildungsangebote aufsummiert, vertritt der Verband damit mehr als 80 Prozent der Fernlernenden in Deutschland. »Der Fernunterrichts- und E-Learning-Bereich ist ein seit Jahren wachsendes Bildungssegment und digtale Bildung eine zukunftsweisende Lernform und Methode, die auch die im EQR angelegte Modularisierung von Bildungsgängen in besonders geeigneter Weise unterstützt«, so Verbandspräsident Fretter. Gerade die Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen zeigen aktuell noch einmal mehr die Bedeutung, Qualität und krisensichere Zugänglichkeit dieser Bildungsangebote. »Daher ist es nur folgerichtig, diese nun auch über unseren Qualifikationsrahmen sichtbar und vor allem vergleichbar mit anderen Abschlüssen zu machen«, kommentiert er die Veröffentlichung des Fernstudien-DQR.


Transparenz und Unabhängigkeit

Der Fernstudien-DQR ist das Ergebnis eines intensiven Entwícklungsprozesses und der inhaltlichen und methodenkritischen Beschäftigung mit der für die Bildungsbranche so essenziellen Frage der Anerkennung von Bildungabschlüssen im Kontext des Konzeptes »Lebenslanges Lernen«. Ab sofort können Bildungseinrichtungen, die Fernunterricht anbieten, eine Eintragung ihrer Kurse ins Register beantragen. Diese wird im Anschluss von einem fünfköpfigen Expertengremium überprüft. Die Unabhängigkeit des Gremiums wird dadruch gewährleistet, dass seine Mitglieder weder in einem festen Anstellungsverhältnis zum Verband noch zu anderen Bildungsanbietern stehen. »Das Gremium hat natürlich auch die Möglichkeit, Einstufungsanträgen zu widersprechen oder zu Nachbesserungen aufzufordern«, so Fretter. Hinter Antragstellung, Gremiumsarbeit und Veröffentlichung stehen detaillierte und geprüfte Prozessvorgänge, die vollumfänglich transparent dokumentiert sind.


Erste Eintragungen online

In einer vorgelagerten Pilotphase konnten Mitglieder des Bundesverbandes bereits ihre Anträge einreichen. Mit der heutigen Veröffentlichung des Fernstudien-DQR sind somit bereits die ersten 126 Eintragungen im Register vorhanden. Von Niveaustufe zwei, die Einstiegsqualifikationen bescheinigt, bis hin zu Eintragungen in Niveaustufe sieben, in der Kompetenzen vergleichbar zu einem Masterabschluss bescheinigt werden, sind die Einstufungen vom Gremium bestätigt worden.
Neue Einstufungsanträge können ab sofort über das DQR-Büro des Bundesverbandes eingereicht werden. Die Veröffentlichung weiterer Eintragungen ist noch in der ersten Jahreshälfte 2021 geplant.

  (22.02.2021, prh)

Weiterführende Informationen

 

Digitale Bildung: Datenkompetenz mit neuer vhs-App spielerisch erwerben

StadtLandDatenFlussFoto: DVV - © DVV

Die digitale Datenwelt spielend begreifen: Mit diesem Ziel hat der Deutsche Volkshochschul-Verband (DVV) die App »Stadt | Land | DatenFluss« entwickelt, die über App-Stores kostenlos heruntergeladen werden kann. Die App ist Teil der »Initiative Digitale Bildung« von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel.

Die Digitalisierung und der damit einhergehende Datenfluss prägen zunehmend den Alltag. Ein Großteil der Bevölkerung weiß jedoch laut D21-Digital Index nicht genau, was sich hinter zentralen Begriffen dieser Entwicklung, wie Künstliche Intelligenz, Internet der Dinge oder Algorithmus verbirgt. Zudem befürchten viele Menschen, die Kontrolle über ihre eigenen Daten zu verlieren.

»Wie Lesen, Schreiben oder Rechnen verstehen Volkshochschulen Datenkompetenz als Schlüsselqualifikation. Sie ermöglicht die digitale Teilhabe aller. Damit die Digitalisierung jetzt und in Zukunft unsere Lebensqualität verbessert, brauchen die Menschen Anwendungskompetenz im Umgang mit digitaler Technologie und Grundlagenkompetenz, um die vermehrt datengestützte Welt zu verstehen. Mit unserer "Stadt | Land | DatenFluss-App" bieten wir einen spielerischen Einstieg in die digitale Souveränität«, ergänzt DVV-Präsidentin Annegret-Kramp-Karrenbauer.

Die App nutzt dazu einen spielerischen Ansatz, der am Alltag der Nutzerinnen und Nutzer anknüpft. Im Zentrum der App steht eine virtuelle Stadt. Gebäude repräsentieren verschiedene, von der Digitalisierung geprägte Lebensbereiche - zunächst Arbeit, Mobilität und Gesundheit. Navigieren die Nutzer*innen auf ein Gebäude, etwa den Bahnhof, betreten sie die jeweilige thematische Lernwelt. Hier begegnen sie in kurzen animierten Geschichten unterschiedlichen Menschen, die sich mit der Verwendung von datenbasierten Technologien in ihrem Alltag auseinandersetzen. Geschichten, Informationen und verschiedene interaktive Aufgaben wechseln sich ab. Wie bei Online-Spielen üblich, werden neue Inhalte erst freigeschaltet, wenn ein Level erfolgreich durchlaufen wurde. Nach dem Abschluss eines Levels färbt sich der entsprechende Stadtteil bunt. Je mehr Inhalte bearbeitet wurden, desto bunter wird die Stadt.

Die Inhalte sind in kleine Einheiten verpackt und können nebenbei, etwa während einer Bahnfahrt, erspielt werden. In ihrer ersten Ausbaustufe besteht die App aus rund 400 Inhaltselementen, die man in rund zehn bis zwölf Stunden durchspielen könnte.

Das Curriculum der App basiert auf dem »Framework für Data Literacy« des Hochschulforums Digitalisierung und wurde an die erweiterte Zielgruppe angepasst. Alle Inhalte wurden von Fachjournalist*innen recherchiert und aufbereitet sowie von Wissenschaftler*innen geprüft.

Auf dem KI-Campus, der Lernplattform für Künstliche Intelligenz, stehen die Inhalte der App für PC und Laptop ohne Anmeldung im Browser zur Verfügung. Als offizieller Kooperationspartner bettet der KI-Campus »Stadt | Land | DatenFluss« in sein übergreifendes Lernangebot mit vielen weiteren Online-Kursen, Podcasts und Videos zu Daten- und KI-Kompetenzen ein.

Eine virtuelle Veranstaltungsreihe des Deutschen Volkshochschul-Verbandes wird die Einführung der App begleiten. Konzepte und Materialien werden außerdem den Einsatz der App im vhs-Kursbetrieb unterstützen.

  (22.02.2021, prh)

KI-Campus

 

Fremdsprachen als Schlüsselkompetenz

Internationale Zusammenarbeit

Bedeutung von Fremdsprachenkenntnissen in der Arbeitswelt nimmt zu  

Angesichts der Globalisierung der Wirtschaft und der Zunahme internationaler Verflechtungen werden Fremdsprachenkenntnisse im Arbeitsleben immer wichtiger. In vielen Erwerbstätig­keiten sind Fremdsprachenkenntnisse daher mittlerweile zu einer Schlüsselqualifikation geworden und fester Bestandteil im Arbeitsalltag, wobei Englisch die am häufigsten verwendete Fremdsprache ist.

Rund 68 Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland benötigen Kenntnisse in Fremdsprachen, wobei für rund 46 Prozent Grundkenntnisse und für rund 22 Prozent Fach­kenntnisse erforderlich sind. Dies sind Ergebnisse einer aktuellen Analyse des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) auf der Basis von repräsentativen Erwerbstätigenbefragungen aus den Jahren 2006, 2012 und 2018.

Unterscheidet man nach dem Anforderungs­niveau, wird deutlich, dass die Bedeutung von Fremdsprachenkenntnissen bei Tätigkeiten, für die eine Berufsaus­bildung erforderlich ist, von rund 44 Prozent (2006), über 53 Prozent (2012) auf zuletzt 65 Prozent (2018) kontinuierlich gestiegen ist. Bei Tätigkeiten, für die ein Hochschulabschluss erforderlich ist, stieg der Wert von rund 78 Prozent (2006), über 83 Prozent (2012) auf zuletzt fast 89 Prozent (2018).

Nach Berufssektoren differenziert sind es vor allem IT- und naturwissenschaftliche Dienstleistungsberufe, in denen am häufigsten Fremdsprachenkenntnisse gefordert werden (rund 91 Prozent). Bei den kaufmännischen, unternehmensbezogenen, fertigungstechnischen und personenbezogenen Dienstleistungsberufen sind es zwischen 70 und 75 Prozent der Erwerbstätigen, die Kenntnisse in Fremdsprachen benötigen.

Im Hinblick auf das Niveau der Fremdsprachenkenntnisse zeigt sich, dass Fachkenntnisse in erster Linie in Informatik-Berufen und weiteren Berufen der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) sowie in Berufen der technischen Entwicklung, Konstruktion und Produktionssteuerung, aber auch in Einkaufs-, Vertriebs- und Handelsberufen benötigt werden. Berufe, in denen überdurchschnittlich häufig fremdsprachliche Grundkenntnisse benötigt werden, sind vor allem Schutz-, Sicherheits- und Überwachungsberufe, Tourismus-, Hotel- und Gaststättenberufe sowie Verkaufsberufe und medizinische Gesundheitsberufe.

Hintergrund
Die repräsentativen Erwerbstätigenbefragungen werden vom BIBB in Kooperation mit der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) alle sechs Jahre durchgeführt. Ausgewertet wurden dabei Daten von jeweils rund 20.000 Erwerbstätigen.

  (19.02.2021, prh)

Zum BIBB-Bericht (PDF, 3 Seiten)

 

UPDATE: Einschränkungen im Weiterbildungsbereich wegen der Coronapandemie

Aktuelle Informationen zum Status der pandemiebedingten Regelungen im Weiterbildungsbereich in den Bundesländern

Um die Zahl der Corona-Neuinfektionen weiter zu senken, wurde bei einem erneuten Treffen der Bundeskanzlerin und der Regierungschef*innen der Länder am 10.02.2021 festgelegt, dass die bestehenden Beschlüsse ihre Gültigkeit behalten, soweit keine abweichenden Regelungen beschlossen wurden. Die Länder werden ihre Landesverordnungen entsprechend anpassen und bis zum 7. März 2021 verlängern.

Wir haben nun alle uns vorliegenden neuen Verordnungen in die Übersichtsliste eingearbeitet.

Für Weiterbildungsangebote in Präsenzform scheint sich gegenüber dem vorhergehenden Beschluss nichts Wesentliches geändert zu haben.

Soweit absehbar gilt weiterhin: Der Präsenzunterricht in Weiterbildungseinrichtungen ist in den meisten Ländern untersagt.

Einen Überblick der Regelungen finden Sie in einer Tabelle, die als PDF-Datei heruntergeladen werden kann. Für weitere Details benutzen Sie bitte die angegebene Quelle und achten dabei auf den angegebenen Informationsstand.

Wir aktualisieren diese Liste kontinuierlich.
Falls Sie Kenntnis von neuen Änderungen erhalten, freuen wir uns über eine Nachricht an die Redaktion.

Alle Angaben ohne Gewähr. Irrtum vorbehalten.
Letzte Aktualisierung: 
16. Februar 2021   
 
(16.02.2021, prh/wp)

Bildungsveranstaltungen nach Bundesländern (PDF, 5 Seiten)

siehe auch: Beschluss vom 10. Februar 2021 (PDF, 7 Seiten)

 

Künstliche Intelligenz: Kernprozesse durch Weiterbildung in der Hand behalten

AI KI Stilisierter Kopf Notebook

Die Zukunft künstlicher Intelligenz in deutschen Unternehmen 

Drei Viertel der Mitarbeiter in deutschen Unternehmen haben keine Angst, dass der Einsatz künstlicher Intelligenz in Unternehmen ihren Arbeitsplatz gefährdet: Mit diesem Ergebnis korrigiert die  Artificial Intelligence (AI) Trendstudie 2021 das verbreitete Bild von den AI-skeptischen Deutschen. »Die Angst vor AI wird in Deutschland gefährlich überschätzt«, so Prof. Ulrich Kerzel, Mitautor der Studie.

Die Studie mit über 500 Teilnehmern zeigt, dass Mitarbeiter sich von künstlicher Intelligenz vor allem mehr Effizienz, Entlastung und schnelleres Arbeiten erhoffen. Andererseits sagten nur 17,9 Prozent der Befragten, dass ihr Unternehmen über alle Kompetenzen verfügt, um künstliche Intelligenz erfolgreich einzusetzen. Und nur etwa die Hälfte der Führungskräfte ist gewillt, ihre Mitarbeiter im Umgang mit künstlicher Intelligenz weiterzubilden.


Große Lücke bei der Umsetzung – und unterschätztes Potenzial

»Die große Überraschung ist die positive Einstellung zu künstlicher Intelligenz bei den Mitarbeitern ohne Führungsfunktion«, kommentiert einer der Autoren der Studie, Prof. Dr. Ulrich Kerzel, die Ergebnisse. Der Wissenschaftler ist mit seinem Co-Autor Prof. Dr. Thomas Zöller verantwortlich für die Studiengänge Data Science und Artificial Intelligence an der IUBH.

»Die Angst vor AI wird in Deutschland gefährlich überschätzt. Wenn die Führungskräfte annehmen, dass die Mitarbeitenden AI skeptisch gegenüberstehen, erschwert das die Entscheidung für künstliche Intelligenz. So wird die Angst vor der Angst zum Bremsklotz – und führt dazu, dass Unternehmen das enorme Potenzial von AI nicht nutzen«, so Kerzel.

56 Prozent der Befragten haben zwar angegeben, dass AI bereits heute Prozesse im Unternehmen vereinfacht. Gleichzeitig sehen jedoch 42 Prozent keinen Bedarf für den Einsatz künstlicher Intelligenz in ihrer Branche. Gerade in kleineren Unternehmen werde das Potenzial von AI immer noch nicht richtig wahrgenommen, sagt Kerzel: »Hier ist eine große Implementierungslücke entstanden.«


»Kernprozesse durch Weiterbildung in der Hand behalten«

»Firmen aller Branchen müssen jetzt mit AI durchstarten, um die langfristigen Potenziale des Technologiewandels nicht zu verpassen«, ergänzt Zöller. Die beiden Forscher sehen jedoch auch Risiken beim Einsatz von AI – vor allem, dass Unternehmen die Kontrolle über ihre Kernprozesse verlieren könnten, wenn sie keine interne Expertise aufbauen. »Je stärker die Unternehmen sich auf AI-Services von außerhalb verlassen, desto mehr geben sie Kernprozesse aus der Hand – und das ist gefährlich«, so Zöller. »Unternehmen müssen daher die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter zum Thema AI energisch vorantreiben.«


Hintergrund
Für die Studie wurden mehr als 500 Mitarbeiter und Führungskräfte aus deutschen Unternehmen befragt. In der Auswertung wurde unterschieden zwischen kleinen Unternehmen (bis 20 Mitarbeiter > 12,4 Prozent), mittelgroßen Unternehmen (21 bis 500 Mitarbeiter > 36,2 Prozent) und großen Unternehmen (über 500 Mitarbeiter > 40,3 Prozent).

Der Großteil der Befragten verfügt über mehr als 10 Jahre Berufserfahrung. 9,9 Prozent sind Geschäftsführer, 8,4 Prozent gehören der mittleren, 11,4 Prozent der unteren Führungsebene an. 10,6 Prozent stammen aus der Personalabteilung, 14,1 Prozent haben eine Schnittstellenfunktion ohne disziplinarische Führung und 45,6 Prozent der Befragten sind fachliche Mitarbeiter.

  (12.02.2021, prh)

Studienergebnisse (PDF, 13 Seiten)

 

Corona-Krise und Strukturwandel gefährden Arbeitsplätze - Weiterbildung wichtiger denn je

KfW 2

Aus der Corona-Krise erwachsen für die Beschäftigten in Deutschland hohe Arbeitsmarktrisiken, viele Unternehmen haben Kurzarbeit angemeldet, die Arbeitslosenzahlen steigen. Laut KfW Mittelstandspanel hielten die kleinen und mittleren Unternehmen bis Ende 2020 einen Beschäftigungsabbau von bis zu 1,1 Millionen Arbeitsplätzen für möglich. Doch auch abgesehen von den Belastungen durch die Covid19-Pandemie steht der Arbeitsmarkt unter Druck: Denn Deutschland ist durch Digitalisierung, den klimaneutralen Umbau der Wirtschaft und die demografische Entwicklung in einem weitreichenden Strukturwandel begriffen. Um die Herausforderungen anzugehen, müssen Beschäftigte, Unternehmer und Arbeitslose mehr Zeit und Geld in Qualifizierung investieren als bisher.

Vor allem in der Weiterbildung liegt enormes Potential: Zuletzt nahmen nur 40% aller Erwerbspersonen eine betriebliche Maßnahme zur beruflichen Weiterbildung in Anspruch. Individuelle Weiterbildung spielt kaum eine Rolle und wurde von nur 7% der Erwerbspersonen absolviert (Zahlen für 2018; aktuellste verfügbare Daten).


Berufliche Weiterbildung in Deutschland weiter nur schwach ausgeprägt

Je niedriger der Bildungsabschluss ist, umso seltener bilden sich Arbeitnehmer hierzulande weiter. Nur rund ein Viertel der Geringqualifizierten, die maximal über einen Hauptschulabschluss verfügen, nahm 2018 an betrieblichen Weiterbildungsmaßnahmen teil. Bei den Hochqualifizierten hingegen lag der Anteil mit 43% deutlich höher, diese Arbeitnehmergruppe bildet sich auch am häufigsten privat weiter (14%). Ein wesentlicher Grund für fehlende Weiterbildung sind die dadurch anfallenden Kosten. Besonders für Personen, die im Niedriglohnbereich beschäftigt sind, ist die finanzielle Unterstützung von Weiterbildung entscheidend. Ein weiterer Aspekt, der gerade bei kleineren Unternehmen ins Gewicht fällt, ist, dass sie ihre Beschäftigen nur schwer während längerer Weiterbildungszeiten entbehren können.

»Die aktuelle Corona-Krise führt uns vor Augen, wie wichtig etwa die Digitalisierung für die Arbeitswelt von morgen sein wird. Um die Menschen und die Wirtschaft fit zu machen für diesen Wandel, ist Weiterbildung ein Schlüssel. Daher bietet es sich auch besonders an, die Zeit der Kurzarbeit verstärkt für Weiterbildung zu nutzen«, kommentiert Dr. Fritzi Köhler-Geib (KfW).Und weiter: »Deutschland hat in Sachen Weiterbildung Nachholbedarf. Eine noch stärkere Kultur von lebenslangem Lernen muss sich durchsetzen. Ich möchte betonen: Investitionen für Weiterbildung sind notwendige Voraussetzungen für ein Gelingen des Strukturwandels. Der individuelle Wert der Weiterbildung für jeden Beschäftigten oder derzeit Arbeitslosen liegt in besseren Berufschancen, Aufstiegsmöglichkeiten und einem höheren Einkommen. Aus Unternehmensperspektive sichern diese Investitionen Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit. Allerdings führen sie natürlich auch zu einer größeren Mobilität von Arbeitnehmenden, und somit ergeben sich hier gesamtwirtschaftlich positive Effekte, die öffentliche Unterstützung rechtfertigen.«

  (11.02.2021, prh)

Kurzzusammenfassung (PDF, 1 Seite)

 

Baden-Württemberg: Mit einem Klick in die Welt der Weiterbildung an Hochschulen

Weiter mit Bildung  @BW

Der Ministerrat in Baden-Württemberg hat am 9. Februar 2021 die ressortübergreifende und Weiterbildungsoffensive WEITER.mit.BILDUNG@BW beschlossen. Dafür werden in den kommenden Jahren rund 40 Millionen Euro aus dem Programm »Zukunftsland BW stärker aus der Krise« investiert. Hinzu kommen weitere 7,5 Millionen Euro aus außerplanmäßigen Mitteln für zusätzliche Projekte des Wirtschaftsministeriums.

Das Wirtschafts-, das Kultus- und das Wissenschaftsministerium werden erstmals unter einem gemeinsamen Dach die berufsbezogene Weiterbildung im Land zusammen mit den Weiterbildungspartnern vor Ort in die Fläche tragen und die Weiterbildungseinrichtungen beim Ausbau der Digitalisierung deutlich stärken.

»Die Berufswelt befindet sich durch Digitalisierung, Künstliche Intelligenz oder auch Robotik in einem technologischen Wandel. Auch die Anforderungen an die Beschäftigten verändern sich. Mit der Weiterbildungsoffensive wollen wir für alle Beschäftigten im Land, insbesondere die Geringqualifizierten, Facharbeiterinnen und Facharbeiter, aber auch Höherqualifizierte flexible und innovative Angebote schaffen. Denn die Weiterbildung ist der Schlüssel, um den Menschen Sicherheit und neue Chancen im Wandel zu geben«, sagte Ministerpräsident Kretschmann.

Die Weiterbildungsoffensive wurde vom Staatsministerium in Teamarbeit mit den Ressorts und nach Anhörung mit den Bildungspartnern in der Fläche konzeptioniert. Sie setzt auf bereits vorhandenen Strukturen der Weiterbildung mit bewährten Partnern in der Fläche auf. Die Ressorts werden die vorhandenen Weiterbildungsangebote – insbesondere für die kleinen und mittleren Unternehmen – bündeln, stärken und weiter ausbauen. Dazu werden die Ressorts folgende Maßnahmen vernetzt umsetzen:


Berufliche Weiterbildung als Chancenmotor

Das Wirtschaftsministerium setzt seit Jahren erfolgreiche Maßnahmen zur Stärkung der beruflichen Weiterbildung um. Mit der Weiterbildungsoffensive werden bestehende Aktivitäten gestärkt und neue Projekte gestartet. »Die Wirtschaft steht vor einer nie dagewesenen Transformation, die nur mit gut qualifizierten Beschäftigten gelingen kann. Weiterbildung ist daher für die Beschäftigten wie für die Unternehmen ein echter Chancenmotor. Mit der Weiterbildungsoffensive werden wir die Fachkursförderung fortführen und um eine betriebliche Komponente, vor allem für kleine und mittlere Betriebe, deutlich ausbauen. Durch Zuschüsse für berufliche Anpassungsfortbildungen machen wir die Weiterbildung attraktiver und schaffen Anreize für eine verstärkte berufliche Qualifizierung, auch für die Altersgruppe der ab 50-Jährigen und für Erwerbstätige ohne Berufsabschluss. Kleine und mittlere Unternehmen wollen wir mit einem Coaching-Programm dabei unterstützen, Weiterbildungsstrategien zu entwickeln und ihre Personalplanung strategisch anzupacken«, erläuterte Ministerin Dr. Hoffmeister-Kraut. Die Weiterbildungsoffensive solle entscheidend dazu beitragen, dass die Wirtschaft nach der Corona-Pandemie wieder durchstarten und die Beschäftigen die Zukunft erfolgreich mitgestalten können, betonte Hoffmeister-Kraut.


Weiterbildung auch in der Corona-Krise durch Digitalisierung stärken

Für das Kultusministerium ist es wichtig, den Zugang zur Weiterbildung in allen Regionen Baden-Württembergs zu sichern. Ziel ist, Digitalangebote an den öffentlichen Weiterbildungseinrichtungen sowohl im städtischen als auch im ländlichen Raum flächendeckend sicherzustellen. »Wir wollen die Weiterbildung während der Corona-Krise nicht nur stützen, sondern sie bei der digitalen Transformation auch besonders stärken. Dieser Prozess ist die Zukunft für Wirtschaft und Gesellschaft. Volkshochschulen und kirchliche Weiterbildungseinrichtungen, ob klein oder groß, hochqualifizierte Fachleute und weniger qualifizierte Beschäftigte – alle sollen davon profitieren. Deshalb werden wir für die Alphabetisierung und Grundbildung ebenfalls neue digitale Möglichkeiten entwickeln, um auch in diesem Bereich gute Online-Angebote machen zu können«, sagte Kultusministerin Dr. Eisenmann. Dazu werden die Weiterbildungsträger beim Umstieg auf digitale Angebote unterstützt. Gemeinsam mit dem Volkshochschulverband sollen »digitale Volkshochschulen« als Best-Practice-Beispiele für innovative digitale Lern- und Organisationsszenarien geschaffen werden. Zudem wird der renommierte Digitale Weiterbildungscampus als Lernplattform weiterentwickelt. Darüber hinaus werden passgenaue digitale Angebote entwickelt, die in den Grundbildungszentren und Kursen umgesetzt werden können. Digitale Grundbildung soll so auch geringer qualifizierten Erwerbstätigen als Kernkompetenz vermittelt werden.


Innovative Angebote an Hochschulen

Das Wissenschaftsministerium wird die Hochschulen dabei unterstützen, neue Qualifizierungsprogramme zu entwickeln. Diese sollen sich stark am tatsächlichen Bedarf in den Unternehmen orientieren und sich vorzugsweise mit neuen Mobilitätsaspekten, Digitalisierung, Nachhaltigkeitsmanagement und anderen zentralen Zukunftsfragen befassen. »Erfolgversprechend sind flexible und kürzere Formate, die von den Beschäftigten neben ihrem Beruf wahrgenommen werden können«, sagte Ministerin Bauer. »Dazu setzen wir auf ineinandergreifende Maßnahmen: Wir werden ein neues digitales Schaufenster in Form einer Plattform Hochschulweiterbildung@BW mit innovativer Buchungsfunktion einrichten. Mit einem Klick soll sich die ganze Welt der Weiterbildung an Hochschulen öffnen.« Die Angebote an den Hochschulen werden sichtbar mit den Bedarfen der Unternehmen vernetzt und in die Breite getragen, so die Ministerin. »Weil der persönliche Kontakt und der Austausch in den Regionen grundlegend ist, werden wir ein landesweites Netzwerk mit einer Kümmerer-Struktur aufbauen. Zudem streben wir an, ein Qualitätssiegel für die wissenschaftliche Weiterbildung zu etablieren«, kündigte Bauer an.


Weiterbildung vernetzt vorantreiben

Unter der gemeinsamen Dachmarke WEITER.mit.BILDUNG@BW werden die Ressorts ihre Angebote sichtbar vernetzen. Mit einer gemeinsam betriebenen Koordinierungsstelle werden sie die Betriebe und Beschäftigten für Weiterbildung sensibilisieren, motivieren und beraten. Sie werden dabei eng mit den Partnern aus der Weiterbildungslandschaft zusammenarbeiten. Die erzielten Fortschritte und Maßnahmen sollen kontinuierlich auf die Bedarfe in den Betrieben angepasst und weiterentwickelt werden. Auch die digitalen Plattformen der drei Ressorts sollen enger miteinander verknüpft werden.



(11.02.2021, prh)

Strategiepapier zur Weiterbildungsoffensive (PDF, 44 Seiten

 

Rheinland-Pfalz: Inklusion in der Weiterbildung wird gestärkt

Land Rheinland Pfalz

Rund 74.000 Euro für Landesweite Service- und Beratungsstelle in Ingelheim  

Seit 2018 fördert das Land die Service- und Beratungsstelle »Inklusion in der Weiterbildung« am Weiterbildungszentrum Ingelheim. Die Landesförderung wird 2021 fortgesetzt, um die Einbindung beeinträchtigter Menschen in der Weiterbildung als Referentinnen und Referenten sowie Teilnehmende zu stärken und neue Formate zu entwickeln.

Weiterbildungsminister Prof. Dr. Konrad Wolf überreichte den Bewilligungsbescheid in Höhe von rund 74.000 Euro an die Geschäftsführer des Weiterbildungszentrums Ingelheim, Hansi Kissel und Dr. Florian Pfeil, sowie an Thomas Landini, den Projektkoordinator der Inklusionsstelle.

»Wir öffnen die Türen zur Weiterbildung für alle Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzer. Die landesweite Service- und Beratungsstelle ist die zentrale Einrichtung, um die Weiterbildung inklusiv auszubauen. Sie bietet den Weiterbildungseinrichtungen zuverlässige Hilfe beim Ausbau ihrer Angebote hin zu inklusiveren Inhalten und unterstützt Menschen mit Beeinträchtigung dabei, Teil der Weiterbildung zu sein – sei es als Referentin oder als Teilnehmender. Die Landesmittel fördern die wichtige Arbeit des WBZ Ingelheims und ermöglichen auch zukünftig, einen Fokus auf Weiterbildung für alle zu legen«, so der Weiterbildungsminister.

»Die Bedeutung lebenslangen Lernens muss heutzutage kaum mehr unterstrichen werden«, so WBZ-Geschäftsführer Dr. Florian Pfeil. »Und doch muss auch die Weiterbildung noch verstärkt daran arbeiten, wirklich alle Menschen mit passenden Angeboten zu erreichen. Unser Projekt ist diesem Gedanken verpflichtet und versteht sich als wichtiger Baustein der Inklusion.«

Vorausgegangen war der Stelle ein Modellprojekt der Volkshochschule Mainz gemeinsam mit der »Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe Behinderter Rheinland-Pfalz« (LAG). Der daraus entstandene Praxis-Leitfaden vermittelte Informationen über die Möglichkeiten und Grenzen inklusiven Lernens in der Erwachsenenbildung. Zusätzlich half er dabei, die Begriffe Barrierefreiheit und Inklusion für die Arbeit in der Weiterbildung zu operationalisieren und Handlungsspielräume für Weiterbildungseinrichtungen auszuloten. 2018 wurde die landesweite Service- und Beratungsstelle »Inklusion in der Weiterbildung« am Weiterbildungszentrum Ingelheim eingerichtet.

Die landesweite Service- und Beratungsstelle »Inklusion in der Weiterbildung« in Ingelheim bietet Weiterbildungseinrichtungen viele verschiedene Möglichkeiten, die Inklusion auszubauen. Mithilfe von innovativen Bildungsangeboten, wie etwa »Ich bin Politik« partizipieren Menschen mit geistiger Behinderung an Exkursionen zur politischen Bildung. Doch nicht nur die Inhalte spielen eine Rolle, sondern auch die aktive Mitarbeit in den Weiterbildungseinrichtungen. Durch verschiedene Kooperationen, etwa mit Behindertenwerkstätten, sollen Menschen mit Beeinträchtigungen für die Mitarbeit im Weiterbildungsbereich gestärkt werden.

QUELLE: Nach einer Meldung des Weiterbildungsministeriums Rheinland-Pfalz

  (11.02.2021, prh)

 

Bildungseinrichtungen im Spagat zwischen Präsenz- und Onlineunterricht

Weiterbildung Hessen 2

Mit der andauernden Pandemie und der Verlagerung vieler Abläufe ins Digitale sind Online-Weiterbildungen für Beschäftigte inzwischen oft das Format der Wahl. Dabei gewährt die hessische Landesregierung Bildungseinrichtungen auch im Lockdown einen großen Spielraum.

Christian Spahn, Geschäftsführer bei Weiterbildung Hessen e.V., erklärt dazu: »Hessische Fortbildungseinrichtungen sind in der komfortablen Lage, dass Präsenzunterricht nach wie vor unter Einhaltung bestimmter Vorgaben gestattet ist. Gleichzeitig gilt es, im Sinne des Arbeitsschutzes, Kontakte weitestgehend zu reduzieren. Wir wissen um den Zielkonflikt, in dem sich Leitungskräfte in Bildungsstätten seit Pandemiebeginn befinden. Dennoch empfehlen wir nach wie vor, wo es möglich ist, Bildungsangebote ins Digitale zu transferieren.«

Denn hinzu kommt: Seit kurzem gilt die neue Corona-Arbeitsschutzverordnung des Bundesarbeitsministeriums. Darin werden Arbeitgeber unter anderem dazu verpflichtet, ihren Beschäftigten Homeoffice anzubieten, wo immer es die betrieblichen Gegebenheiten zulassen. Das wird bei betrieblichen Weiterbildungsmaßnahmen, mindestens bei Bürotätigkeiten, den Trend zum Onlinelernen nochmals verstärken.

Eine im Herbst letzten Jahres von Weiterbildung Hessen e.V. durchgeführte Mitgliederbefragung zeigte, dass rund 70 % der Einrichtungen aufgrund der Pandemie neue, digitale Lernformate entwickelt haben. Dabei setzen Sie vor allem auf Webinare, also zeitlich festgelegte Online-Lerneinheiten, oder Blended-Learning, den Mix aus Online- und Präsenzunterricht.

Das notwendige Fachwissen zur Konzeption solcher Angebote müssen sich vor allem kleinere Veranstalter per Learning-by-doing selbst aneignen. Welche Anstrengung dies bedeutet, belegt eine Umfrage des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) und des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung – Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen e.V. (DIE) unter Bildungseinrichtungen, die kürzlich erschien. Für 82 % der befragten Einrichtungen war die Durchführung von Onlineangeboten im ersten Lockdown mit erheblichem personellem und organisatorischem Aufwand verbunden.

Claudia Musekamp, Geschäftsführerin der E-Learning-Agentur Infoport GmbH und Spezialistin für Digitale Bildung, findet dafür klare Worte: »Es ist nicht einfach damit getan, eine Powerpointpräsentation über ein Konferenztool abzuspielen. Teilnehmende in Onlinekursen benötigen Interaktion und Abwechslung, das hat mit dem Medium zu tun. Wir wissen inzwischen alle aus eigener Erfahrung, wie anstrengend die Teilnahme an Onlinekonferenzen nach einiger Zeit sein kann.« Wie man Lernformate wie Videos oder beispielsweise ein Quiz einsetzt und das Ganze in ein Blended-Learning-Format einpasst, vermittelt Claudia Musekamp in Onlinetrainings, auch für Weiterbildung Hessen e.V.

Steht das neue Kursformat fest, sind die passenden Marketingmethoden zu finden, um sich gegen Mitbewerber abzuheben. Und am Ende steht, wie bei klassischen Trainings auch, die Evaluation. Auch hier lohnt es sich für Bildungsanbieter zu eruieren, welche Anpassungen bei Online- und Blended-Formaten nötig sind, damit das neue Kurskonzept eine runde Sache wird.

Webinare für die digitale Bildungsarbeit gibt es auf www.weiterbildunghessen.de.
Mit dem www.bildungsportal-hessen.de unterstützt der Verein hessische Anbieter bei der Vermarktung ihrer Kursangebote.


Über den Verein
Weiterbildung Hessen e.V. wurde 2003 auf Initiative von 50 hessischen Weiterbildungseinrichtungen mit Unterstützung des Hessischen Wirtschaftsministeriums (HMWEVW) gegründet. Mit seinen Gütesiegeln fördert der Verein eine hohe Qualität und Transparenz in der hessischen Bildungslandschaft. Er ist im Auftrag des Ministeriums für mehrere Projekte verantwortlich, unter anderem für »ProAbschluss« und die Hessische Weiterbildungsdatenbank. Heute gehören dem Verband über 300 Mitglieder an.

QUELLE: Weiterbildung Hessen
(09.02.2021, prh/wbh)

siehe auch: Einschränkungen im Weiterbildungsbereich wegen der Coronapandemie

 

Digitaler Unterricht: Lehrkräfte brauchen gezielte Weiterbildung

Zwei Drittel der Schüler*innen, Eltern und Lehrkräfte erlebten beim digitalen Unterricht während Corona konkrete Hürden. Das häufigste Problem war die uneinheitliche Vorgehensweise, wie und wo Unterrichtsmaterial zur Verfügung gestellt wurde (42 Prozent). Die Hälfte gab an, dass nur die Übermittlung des Materials digital erfolgte, die Lehrmittel und Bearbeitung ansonsten aber analog blieben.

Das am zweithäufigsten genannte Problem beim digitalen Unterricht war die Selbstorganisation, die Schüler*innen zwar seltener nannten, aber dafür häufiger als größte Belastung empfanden als Eltern oder Lehrkräfte. Eine seltenere Hürde bestand dagegen in der Infrastruktur: 16 Prozent der Betroffenen gaben an, nicht über genügend Geräte zu verfügen, 14 Prozent beklagten eine zu schlechte Internetverbindung. Hier berichten vor allem die Lehrkräfte von Problemen.

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Dazu Hannes Schwaderer, Präsident der Initiative D21: »Corona verdeutlicht, dass effektiver digitaler Unterreicht weit mehr erfordert als die Ausstattung mit Computern und Internet. Ob Lehrkräfte, Schüler*innen oder Eltern – alle Seiten berichten von Hürden. Schulen brauchen mehr strategische Unterstützung: Bei den Veränderungen im Bereich der Organisation, der Entwicklung von Digitalkonzepten, sowie Investitionen in professionelle IT-Betreuung und Personalentwicklung. Hierfür würde sich eine Taskforce aus Bund und Länder zusammen mit Praktiker*innen anbieten, um einen Fahrplan für die Umsetzung zu erarbeiten.«

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Lehrkräfte müssen digital fitter werden – das wünschen sie sich auch selbst

Digitaler Unterricht kann den Präsenzunterricht in Schulen nicht ersetzen, sagen mehr als 80 Prozent der Schüler*innen, Lehrkräfte und Eltern. Trotzdem haben sowohl Schüler*innen als auch Lehrkräfte Lust auf mehr Digitalisierung und wünschen sich mehr Bewegung und Flexibilität im Bildungswesen: Knapp drei Viertel fordern mehr Mut im Schulwesen, so dass Schulen öfter neue Lernformen oder digitale Arbeitsweisen ausprobieren und sie auch wieder verwerfen sollten, wenn diese nicht funktionieren.

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Die Mehrheit aller Befragten (78 Prozent) befürwortet, dass Lehrkräfte künftig verpflichtende Fortbildungen erhalten, wie sie digitale Lernformate nutzen können. Dem stimmen auch die Lehrkräfte selbst in besonders hohem Maße zu.

»Lehrkräfte bleiben bei der Umsetzung des digitalen Unterrichts zu oft auf sich gestellt, während auf ihnen die größte Verantwortung lastet«, stellt Prof. Barbara Schwarze aus dem Präsidium der Initiative D21 fest. Sie fordert: »Wir müssen Lehrkräften viel stärker den Rücken freihalten, damit sie sich auf Inhalte und pädagogische Methoden konzentrieren können. Für die deutlich vermehrten organisatorischen Aufgaben müssen Schulträger und Politik neue Lösungen finden. Dazu gehört ein konkreter Werkzeugkasten an digitalen Tools und Plattformen, die alle notwendigen Anforderungen erfüllen und aus denen die Lehrkräfte sich bedienen können. In diesem Rahmen braucht es auch eine Offenheit für ‚Trial-and-Error‘. Parallel dazu benötigen die Lehrkräfte gezielte Weiterbildungen zum Ausbau ihrer digitalen Kompetenzen.«


Mehrheit erwartet Schub für digitale Bildung nach Corona

70 Prozent der Befragten erwarten, dass es nach der Corona-Pandemie mehr digitale Anwendungen im Bildungsbereich geben wird. Die meisten von ihnen gehen davon aus, dass künftig mehr digitale Medien und Materialien im Unterricht eingesetzt (72 Prozent) und Schulen besser mit digitaler Infrastruktur ausgestattet werden (70 Prozent). Die große Mehrheit der Befragten, die von diesen Veränderungen ausgehen, steht dem digitalen Wandel im Bildungsbereich positiv gegenüber (82 Prozent). Mehr als die Hälfte aller Befragten (60 Prozent) befürchtet jedoch, dass die Corona-Pandemie Ungerechtigkeiten im Bildungswesen verschärft.


Hintergrund

Studie und Methodik: Der »D21-Digital-Index« ist eine repräsentative Studie der Initiative D21, durchgeführt von Kantar. Die Befragung erfolgte per face-to-face-Interview (CAPI) im Juli 2020 und erfasste die deutschsprachige Wohnbevölkerung ab 14 Jahren (n=2.038). Aus der bevölkerungsrepräsentativen Erhebung resultieren für die betrachteten Untergruppen folgenden Fallzahlen: Eltern (n=205), Schüler*innen (n=155) und Lehrkräfte (n=40, die Ergebnisse dieser Gruppe werden aufgrund der geringen Fallzahl lediglich als Tendenzaussagen aufgeführt).

Der D21-Digital-Index ist eine Studie der Initiative D21, durchgeführt von Kantar. Sie erfasst die deutschsprachige Wohnbevölkerung ab 14 Jahren. Die Studie liefert jährlich ein umfassendes Lagebild zur Digitalen Gesellschaft in Deutschland. (05.02.2021, prh)

Zu den Ergebnissen der Studie (PDF, 9 Seiten)

 

Mecklenburg-Vorpommern: Mit Weiterbildung gestärkt aus der Corona-Krise

Weiterbildung MV

Jahresrückblick von weiterbildung-mv.de - Weiterbildungsdatenbank für Mecklenburg-Vorpommern  

Das Interesse, sich weiterzubilden ist auch in der Corona-Krise groß. Im vergangenen Jahr recherchierten 109.199 Besucher*innen online nach ihrer Wunschweiterbildung. Das ergab die Zählung auf www.weiterbildung-mv.de, der Weiterbildungsdatenbank für Mecklenburg-Vorpommern. Damit erreichten die Besuchszahlen des Informationsportals auch im Corona-Jahr 2020 das hohe Niveau der Vorjahre.

»Die Corona-Pandemie hat das Leben von vielen Menschen auf den Prüfstand gestellt. Die eigenen Wünsche und Bedürfnisse rücken in den Fokus: Was ist mir in meinem Leben und Beruf wirklich wichtig? Wie kann ich meine Zukunft gestalten? Auch Unternehmen nutzen die Krisenzeit, um durch gezielte Qualifizierungen der Mitarbeitenden gestärkt aus der Krise hervorzugehen. Auf weiterbildung-mv.de findet jeder beste Voraussetzungen, um die Planung seiner Zukunft und Weiterbildung voranzutreiben«, sagt Martina Schwartzer, Projektleiterin von weiterbildung-mv.de. Im Herzstück des Portals werden weit über 10.000 Kurse von den Bildungsdienstleistern unseres Landes veröffentlicht. Bildungsnews und Informationen über Fördermöglichkeiten ergänzen das Angebot. Eine sehr positive Resonanz erhält der »Förderkompass«. Dieses Tool ist seit einem Jahr online auf weiterbildung-mv.de und gibt Orientierung im Förderdschungel. Besonders gefragt sind Informationen zur Weiterbildung während der Kurzarbeit oder Weiterbildung durch Bildungsfreistellung sowie Weiterbildungsmöglichkeiten im Bereich Erziehung/Sozialpädagogik.

Auch in der Beratungslandschaft waren 2020 neue Wege gefragt. Die klassische Beratung im Präsenzformat war kaum möglich. »Neben der üblichen Face-to-Face-Beratung haben wir schon in den letzten Jahren Beratung per Telefon, E-Mail, im Chat oder Online angeboten. Durch diese bereits etablierten Beratungsformen können wir weiterhin aktiv bei der Suche nach dem passenden Weiterbildungsangebot unterstützen, Fragen zu Fördermöglichkeiten und vielem mehr beantworten«, berichtet die Beraterin Nicole Dierker-Refke. Das kostenfreie und unabhängige Beratungsangebot wurde durch Weiterbildungsinteressierte rege genutzt. Insgesamt wurden im letzten Jahr 518 Beratungsgespräche geführt, davon 101 mit Unternehmen.

»Durch die Corona-Krise verändert sich das Weiterbildungsverhalten nachhaltig. Die Nachfrage nach digitalen Weiterbildungsangeboten ist rasant angestiegen und wird auch nach der Krise hoch sein. Sie werden mehr denn je die klassischen Präsenz-Seminare ergänzen, jedoch nicht komplett ersetzen«, ist sich Martina Schwartzer sicher. »Das Team von weiterbildung-mv.de freut sich sehr darauf, Bildungshungrige auf Messen und Veranstaltungen persönlich zu treffen und zu beraten. Wir wollen mit unserem Informations- und Beratungsangebot zu Weiterbildungsthemen fest im Bewusstsein der Öffentlichkeit verankert zu sein,« so Martina Schwartzer. »Unser schönstes Erlebnis ist immer wieder, wenn jemand sagt: weiterbildung-mv.de, die Website kenne ich. Hier habe ich meine Weiterbildung gefunden.«

Hintergrund
Die Weiterbildungsdatenbank für Mecklenburg-Vorpommern wird im Rahmen einer Projektförderung durch das Land Mecklenburg-Vorpommern aus Mitteln der Europäischen Union, Europäischer Sozialfonds gefördert.

Sie ist Projektpartner des InfoWeb Weiterbildung

 

QUELLE: weiterbildung-mv.de (01.02.2021, prh)

 

25 Jahre Weiterbildungsgesetz in Rheinland-Pfalz

Land Rheinland Pfalz

Vor 25 Jahren trat das rheinland-pfälzische Weiterbildungsgesetz in Kraft. Seitdem bildet es die Basis für ein vielfältiges und zukunftsorientiertes Weiterbildungsangebot in Rheinland-Pfalz. Das Weiterbildungsministerium und der Landesbeirat für Weiterbildung feierten dieses Jubiläum am 26. Januar 2021 im Rahmen einer Online-Konferenz.

Festredner Prof. Dr. Henning Pätzold von der Universität Koblenz-Landau ging der Frage nach, welche gesellschaftlichen Entwicklungen das Weiterbildungsgesetz vor 25 Jahren aufgenommen hat und auch, welche aktuellen Anforderungen sich ergeben. Dabei zeigte er auf, dass das Gesetz wichtige Rahmenbedingungen für eine lebendige, vielfältige und zukunftsorientierte Weiterbildung in Rheinland-Pfalz schafft.

»Das Weiterbildungsgesetz hat sich seit 25 Jahren bewährt und gibt Raum für Innovationen in der Zukunft. So schafft es die Grundlage für stabile Strukturen in der Weiterbildung und transparente Förderbedingungen. Das Gesetz ermöglicht aber auch, neue Themen aufzugreifen, wie beispielsweise den Bereich digitale Kompetenzen in der Alphabetisierungsarbeit. Wir konnten mit dem Weiterbildungsgesetz die Chancengerechtigkeit in Rheinland-Pfalz stärken und Bildungswege für alle ermöglichen«, betonte Weiterbildungsminister Konrad Wolf in seinem Grußwort und der anschließenden Gesprächsrunde. »Im dialogischen Prozesse mit allen Partnerinnen und Partnern entwickeln wir auf dieser Gesetzesgrundlage unsere Weiterbildungslandschaft in Rheinland-Pfalz fort.«

Der Vorsitzende des Landesbeirats für Weiterbildung und Geschäftsführer der anerkannten Landesorganisation LAG anderes lernen, Harry Hellfors, bekräftigte die Errungenschaften des Gesetzes: »Viele positive Entwicklungen der letzten 25 Jahre wurden durch das Weiterbildungsgesetz möglich gemacht: Es verbessert die Möglichkeit zur Realisierung des Menschenrechts auf Bildung, die Weiterbildungsträger nehmen einen gesellschaftlichen und staatlichen Auftrag wahr (subsidiär zum staatlichen Handeln) und das Gesetz lässt zu, dass Weiterbildung auch digital sein kann und darf. Das ist ein echter Vorteil vor allem in der aktuellen Krise.«

Im Anschluss diskutierte die Gesprächsrunde unter der Moderation von Sina Mainitz zu den Themen »Politische Bildung«, »Zweite Chance« und »Digitalisierung in der Weiterbildung« mit Akteuren der rheinlandpfälzischen Weiterbildung. Wichtige Zukunftsthemen, wie beispielsweise die Weiterentwicklung der Bildungsansätze im Bereich Alphabetisierung und Grundbildung, im Bereich des Nachholens von Schulabschlüssen, in der Ansprache und Gewinnung neuer Zielgruppen und die Frage, wie digitale Teilhabe gestaltet werden kann, um möglichst viele Menschen in Rheinland-Pfalz mit Weiterbildungsangeboten zu erreichen, standen dabei im Vordergrund.

»Die Zukunft der Weiterbildung liegt in der gelungenen Verzahnung von digitalen Möglichkeiten mit Präsenzformen des Lehrens und Lernens. Die beiden Lernformen dürfen wir nicht gegeneinanderstellen. Wir müssen die Vorteile der regionalen Einbindung und des persönlichen Kontakts mit den Vorteilen der Digitalisierung verbinden. Besonders hybride Formate öffnen neue Türen zur Bildung für Risikogruppen, Erkrankte, Menschen mit Behinderung oder andere Gruppen, die nicht oder nur schwierig an Präsenzkursen teilnehmen können«, so Weiterbildungsminister Wolf. »Hier haben wir die Chance, mehr Bildungsgerechtigkeit zu schaffen.«

QUELLE: Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur des Landes Rheinland-Pfalz

  (01.02.2021, prh)

 

Noch freie Studienplätze für das Sommersemester finden

Hochschulkompass

HRK-Studienplatzbörse startet heute 

Seit Montag, dem 1. Februar, ist die Studienplatzbörse der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) wieder online. Die deutschen Hochschulen informieren dort zentral und online über Studiengänge, für die im Sommersemester 2021 noch freie Studienplätze verfügbar sind.

Studieninteressierte können sich bis zum 30. April über aktuelle Kapazitäten im Studienangebot aller Hochschultypen informieren. Die Börse enthält jeweils grundlegende Informationen über ein Studienangebot, Bewerbungsfristen und Kontaktdaten. Der Zugang zur Börse ist kostenfrei und erfordert keine Anmeldung.

Die Hochschulen melden die freien Plätze, wenn die Zulassungsverfahren einschließlich Nachrückverfahren beendet sind. Ein regelmäßiger Besuch der Website lohnt sich: Die Börse wird bis zur Schließung Ende April täglich aktualisiert, da immer wieder kurzfristig Plätze frei werden, die von schon Zugelassenen nicht angenommen wurden.

Die Suchenden können die Auswahl beispielsweise nach grundständigen oder weiterführenden Studiengängen, Fach und Ort eingrenzen oder gezielt nach Angeboten ohne Zulassungsbeschränkung suchen. Zu jedem Studienangebot gibt es Hinweise auf Ansprechpartner und Links zu den Websites der Hochschulen. Über ein Kontaktformular kann die jeweilige Hochschule direkt angefragt werden. Eine Erläuterung der verschiedenen Zulassungsverfahren (»Wege zum Studium«) ergänzt das Angebot.

  (01.02.2021, prh)

Zur Studienplatzbörse

 

Weiterbildung auch in der Schweiz im Krisenmodus

SVEB 5

Die Corona-Pandemie hat die Schweizer Weiterbildung in einen bis heute andauernden Krisenmodus versetzt. Im Rahmen der Anbieterbefragung hat der Schweizerische Verband für Weiterbildung SVEB im Sommer 2020 erstmals quantitative Daten zu den Auswirkungen auf die Weiterbildung in der Schweiz erhoben.

Untersucht wurde der Einfluss der Corona-Pandemie in vier Bereichen: wirtschaftliche Situation, Personal, Teilnahme/Nachfrage und Angebot. Die Ergebnisse der heute publizierten Studie basieren auf der Einschätzung von 549 Weiterbildungsanbietern zum Befragungszeitpunkt im Juli und August 2020.

Infolge der Corona-Pandemie hat sich die wirtschaftliche Situation der Weiterbildungsanbieter deutlich verschlechtert. 56 Prozent der Weiterbildungskurse mussten während des Präsenzverbotes von Mitte März bis Anfang Juni abgesagt werden. Für das ganze Jahr 2020 wurde im Sommer damit gerechnet, dass ein Viertel des Angebots nicht durchgeführt werden könnte. Zudem erwarteten die Anbieter mehrheitlich eine sinkende Nachfrage und Umsatzeinbussen von durchschnittlich 28 Prozent bis Ende des Jahres. Auch der Bedarf nach finanzieller Unterstützung stieg infolge der Corona-Krise stark an. Mehr als die Hälfte der Weiterbildungsanbieter hat in den ersten Monaten der Pandemie auf mindestens eine zusätzliche Finanzierungsquelle zurückgegriffen. Am meisten genutzt wurde die Kurzarbeitsentschädigung – fast jeder zweite Anbieter führte bis Juli/August Kurzarbeit ein.

Trotz oder vielleicht gerade aufgrund des dreimonatigen Präsenzverbots brachte die Corona-Pandemie Bewegung in die Weiterbildung und trieb die Digitalisierung voran: 85 Prozent der Anbieter passten ihr Angebot an, wobei die weitaus häufigste Anpassung den Einsatz digitaler Technologien betrifft. Zahlreiche Kurse wurden mithilfe von Videokonferenzsoftware wie Zoom oder Microsoft Teams teilweise oder ganz auf online umgestellt. Nach dem Ende des Präsenzverbots wurden diese Angebote partiell beibehalten oder in Kombination mit Präsenzunterricht weitergeführt.

Eine offene Frage ist, ob dieser Digitalisierungsschub während der Pandemie die Weiterbildung nachhaltig verändern wird. Einen Hinweis, dass es sich bei den neuen Onlineangeboten nicht nur um kurzfristiges Krisenmanagement handelt, könnte die Tatsache geben, dass über 80 Prozent der Anbieter die angepassten Angebote ganz oder teilweise in ihr ständiges Programm aufnehmen wollen. Der langfristige Erfolg der Digitalisierung hängt aber letztlich stark von der Qualität der Angebote sowie der Entwicklung der Nachfrage ab. Eine zentrale Herausforderung dieser Situation ist die Frage, ob es gelingt, aus dem Krisenmodus der beschleunigten Digitalisierung in einen neuen, nachpandemischen Modus der digitalen Transformation zu wechseln.

Hintergrund
Die Weiterbildungsstudie des SVEB ist die einzige periodische Befragung von Weiterbildungsanbietern in der Schweiz. Neben einem jährlich wechselnden Fokusthema erfasst die Studie auch Strukturdaten zum Weiterbildungsbereich. Für die aktuelle Ausgabe beantworteten 549 Weiterbildungsanbieter im Juli und August 2020 einen Onlinefragebogen zum Thema Corona. Aufgrund der weiter andauernden Krise handelt es sich bei den in der vorliegenden Studie präsentierten Ergebnissen um Zwischenergebnisse. Im Frühling 2021 ist eine Nachbefragung geplant.

  (27.01.2021, prh)

Weiterbildungsstudie »2020/2021: Corona« (PDF, 48 Seiten)

siehe auch: Einschränkungen im Weiterbildungsbereich wegen der Coronapandemie

 

Welche Lehrformate haben sich im digitalen Semester bewährt?

Hörsaal

Digitale Lehrformate und deren Auswirkungen auf die Studiensituation: Welche Lehrformate haben sich im digitalen Semester bewährt?

Diesen und ähnlichen Fragen widmet sich die bundesweite Corona-Befragung des DZHW und der AG Hochschulforschung, an der im Sommersemester 2020 knapp 28.600 Studierende teilnahmen. Die Pandemie hat zu vielfältigen Einschränkungen in der Studiensituation geführt. So sind die Studienbedingungen deutlich schwieriger geworden. Ob und wie bestimmte digitale Lehrformate dieser erschwerten Studiensituation entgegenwirken können, zeigen die heute in der Publikationsreihe DZHW-Brief veröffentlichten Ergebnisse.

Die Studie »Studieren zu Zeiten der Corona Pandemie« verschafft einen umfangreichen Einblick in die Studiensituation von Studierenden sowie über mögliche Konsequenzen für ihr Studium. Die Mehrheit der Studierenden berichtet, dass ihre Studiensituation im Zuge der Corona-Pandemie schwieriger geworden ist. Dies betrifft insbesondere die Kontakte zu Kommiliton*innen (86 Prozent) und Lehrenden (61 Prozent) sowie die Bewältigung des Lernstoffs (62 Prozent). Dennoch konnten einige Studierende (bis zu 24 Prozent) im digitalen Semester ihren Tag besser strukturieren oder den Veranstaltungen besser folgen als früher. Die Teilnahme der Studierenden hat sich verändert: 44 Prozent der Studierenden nehmen seltener als früher an Sitzungen teil, 33 Prozent gleich häufig und 23 Prozent öfter. Die Zufriedenheit der Studierenden mit dem erreichten Wissen und Können im Sommersemester 2020 wird ambivalent beurteilt.

Als Videokonferenzen angebotene Lehrveranstaltungen oder als Video abrufbare Lehrveranstaltungen erleichtern die Studiensituation im Sommersemester 2020. Während Videokonferenzen vor allem die Kontakte fördern, ermöglichen Videoaufzeichnungen insbesondere die individuelle Gestaltung der Lernsituation. Auch die Teilnahme an Lehrveranstaltungen und die Zufriedenheit mit dem erreichten Wissen und Können fällt im Rahmen dieser Lehrformate höher aus.

»Für Lehrende an den Hochschulen empfiehlt es sich daher, die Videokonferenzen und hochgeladene Videos häufiger einzusetzen«, kommentiert Projektleiter Markus Lörz. Wie die Untersuchung nahelegt, wäre eine Kombination beider Formate wünschenswert, da sie unterschiedliche Dimensionen der Studiensituation ansprechen. »Hierbei könnten interaktive Videokonferenzen aufgezeichnet und im Nachhinein zur Verfügung gestellt werden, um eine individuelle Nachbearbeitung zu ermöglichen«, so die Erstautorin Anna Marczuk. Für eine Verbesserung der Kontaktsituation empfiehlt der Projektmitarbeiter Frank Multrus zudem »ergänzende Austauschmöglichkeiten anzubieten, wie beispielsweise die Bereitstellung von Hang-out Rooms«.

Hintergrund
In der Befragung werden Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Studierende an deutschen Hochschulen untersucht und ein genauer Blick auf die Besonderheiten, Herausforderungen und Chancen des weitgehend digitalen Sommersemesters 2020 geworfen. Ziel der Studie ist es, einen umfassenden Einblick in die Situation der Studierenden in Deutschland während dieses ungewöhnlichen Semesters zu erhalten. Vor welchen Herausforderungen stehen die Studierenden? Wie gestalten sich ihre Studiensituation und wie zufrieden sind sie mit dem Studienfortschritt? Und inwieweit ist es unter den gegebenen Umständen möglich, erfolgreich zu studieren? Diese und viele weitere Fragen sind leitend für die Studie.

Um ein realistisches Bild der Lage der Studierenden in Deutschland zu gewinnen, wurden etwa 200.000 Studierende an 23 bundesweit ausgewählten staatlichen Hochschulen unterschiedlicher Größe, Fächerstruktur und regionaler Lage zur Teilnahme eingeladen. Die Befunde können eine Grundlage für Maßnahmen in den Bereichen Hochschule, Bildung und Sozialpolitik bilden und sollen zur Erforschung verschiedener Fragen rund um die Pandemie-Situation beitragen.

 
(26.01.2021, prh)

Zum DZHW-Brief

 

Weiterbildungsbranche von Corona schwer getroffen

wbmonitor

Erste Ergebnisse der wbmonitor-Umfrage 2020 von BIBB und DIE 

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben weitreichende Folgen für die Weiterbildungs­branche. Ausschlaggebend hierfür sind vor allem Umsatzrückgänge infolge eines nur in Teilen realisierten Veranstaltungsangebots. Entsprechend beurteilten die Weiterbildungsanbieter in einer im Sommer 2020 durchgeführten Befragung ihre wirtschaftliche Lage deutlich schlechter als noch im Jahr zuvor.

Dies zeigen erste Ergebnisse der wbmonitor-Umfrage 2020 des Bundes­instituts für Berufsbildung (BIBB) und des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung (DIE). Vor dem Hintergrund der bereits weitreichen­den Auswirkungen des ersten Lockdowns kann derzeit noch nicht abschließend beurteilt werden, wie die Weiterbildungsbranche den aktuellen zweiten Lockdown bewältigen wird.

Zum Zeitpunkt der Datenerhebung im Sommer 2020 beurteilten 42 % der Weiterbildungs­anbieter ihre wirtschaftliche Lage negativ. Das waren mehr als dreimal so viele wie ein Jahr zuvor (12 %). Demgegenüber hat sich die Zahl derjenigen Anbieter, die ihre Lage positiv bewerteten, mehr als halbiert – von 62 % in 2019 auf 29 % in 2020. Unterschieden nach den verschiedenen Anbietertypen in der Weiterbildung leiden privat-kommerzielle Anbieter sowie Volkshoch­schulen am stärksten unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie, wohingegen Fachschulen als vorwiegend staatliche Einrichtungen sowie Bildungseinrichtungen von Betrieben geringere wirtschaftliche Schäden verzeichnen.

Mit Beginn des ersten Lockdowns konnten durchschnittlich nur noch vier von zehn bereits laufenden Weiterbildungsveranstaltungen (41 %) fortgesetzt werden, indem diese in den virtuellen Raum verlagert wurden beziehungsweise, weil es sich bereits um Online-Formate handelte. Von den Veranstaltungen mit geplantem Start im Zeitraum des ersten Lockdowns mussten sogar durchschnittlich vier von fünf (77 %) verschoben oder ersatzlos abgesagt werden. Auch nach dessen Aufhebung war keine Rückkehr zum Normalbetrieb möglich. Präsenzveran­staltungen konnten häufig nur mit einer reduzierten Zahl von Teilnehmenden stattfinden, um die in den Hygienekonzepten vorgeschriebenen Mindestabstände einzuhalten, was zu weiteren Einnahmeausfällen bei den Anbietern führte.

Vor diesem Hintergrund machten zahlreiche Anbieter von der Möglichkeit staatlicher Hilfsmaßnahmen zur Abfederung der wirtschaftlichen Folgen Gebrauch. Bis zum Sommer 2020 bezog ein Drittel der Anbieter Kurzarbeitergeld. 21 % wurde Corona-Soforthilfe des Bundes und der Länder für Kleinstunternehmen und Soloselbstständige bewilligt. Jeweils etwa jede zehnte Einrichtung erhielt einen Zuschuss nach dem Sozialdienstleister-Einsatzgesetz oder nahm steuerliche Hilfsmaßnahmen, wie zum Beispiel Verschiebungen von Steuerzahlungen, in Anspruch. Betriebsbedingte Kündigungen mussten bis zum Zeitpunkt der Datenerhebung 5 % der Anbieter aussprechen.

Häufig reagierten die Weiterbildungsanbieter mit flexiblen Arbeitsmodellen auf die Herausforderungen der Pandemie. 56 % führten Telearbeit beziehungsweise Arbeiten im Homeoffice ein, und 46 % weiteten bereits bestehende Angebote im Verlauf der Pandemie aus, wobei Mehrfach­nennungen möglich waren.

Hintergrund
Der wbmonitor ist ein Kooperationsprojekt von BIBB und DIE, das mit einer jährlichen Umfrage bei Anbietern allgemeiner und beruflicher Weiterbildung zu mehr Transparenz über die Weiterbildungslandschaft und Anbieterstrukturen beiträgt und aktuelle Veränderungen aufzeigt. An der Umfrage im Sommer 2020 beteiligten sich 1.933 Weiterbildungsanbieter. Die aktuellen Auswertungen basieren auf einem noch vorläufigen Datenstand.

  (20.01.2021, prh)

Zum wbmonitor-Bericht

 

Förderung beruflicher Weiterbildung

Social Learning

Bericht der Bundesregierung über die Förderung der beruflichen Weiterbildung vom Bundeskabinett beschlossen 

Das Bundeskabinett hat am 6. Januar 2021 den Bericht der Bundesregierung über die Förderung der beruflichen Weiterbildung und die entsprechenden Ausgaben nach § 447 Abs. 3 SGB III beschlossen. Das BMAS hat den Bericht anschließend an den Deutschen Bundestag und den Bundesrat übermittelt.

Der Bericht zeigt, dass die Weiterbildungsförderung durch die Agenturen für Arbeit und der Jobcenter im Jahr 2019 an Dynamik gewonnen hat. Dies betrifft insbesondere die Weiterbildungsförderung Beschäftigter, die mit dem Qualifizierungschancengesetz verbessert worden ist. Die Steigerung im Vergleich zum Vorjahr ist hier mit gut 23 Prozent überdurchschnittlich hoch ausgefallen.

Diese Entwicklung hat sich im Jahr 2020 infolge der COVID-19-Pandemie nicht in gleicher Weise fortsetzen können, auch wenn viele Weiterbildungsmaßnahmen in alternativen Formaten fortgeführt werden konnten. (20.01.2021, prh)

Bericht der Bundesregierung über die Förderung der beruflichen Weiterbildung (PDF, 39 Seiten)

 

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didacta 2021 (Stuttgart)

vom 23.03.2021 bis zum 27.03.2021

Als Fachmesse gibt die didacta - die Bildungsmesse einen umfassenden Einblick in das gesamte Bildungswesen von der frühkindlichen Bildung, über die berufliche Bildung bis hin zum lebenslangen Lernen.

Im Jahr 2020 musste die Messe wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden.

Redaktionelle Ergänzung:

Die Bildungsmesse kann nicht wie geplant vom 23. bis 27. März 2021 in Stuttgart stattfinden.
Ein möglicher neuer Termin für didacta im Mai 2021 wird zur Zeit geprüft.

 

Deutscher Weiterbildungstag 2020/21 (bundesweit)

vom 24.03.2021 bis zum 24.03.2021

Der bundesweite Aktionstag für Weiterbildung hatte seine Premiere 2007 und findet seit 2008 alle zwei Jahre statt. Er hat sich als Plattform der Auseinandersetzung mit aktuellen bildungs-, sozial- und gesellschaftspolitischen Themen etabliert.

Der 8. Deutsche Weiterbildungstag unter Schirmherrschaft von Bundesminister Hubertus Heil (Arbeit und Soziales) und Bundesministerin Anja Karliczek (Bildung und Forschung) findet ausschließlich online statt und steht unter dem Motto: »Krisen meistern. Know-how sichern. Weiter bilden«.

 

LEARNTEC 2021 (Karlsruhe)

vom 22.06.2021 bis zum 24.06.2021

Die Corona-Pandemie trifft die Messebranche besonders schwer, viele Veranstaltungen wurden bereits abgesagt oder verschoben.

Findet die LEARNTEC statt?

Messe Karlsruhe verschiebt LEARNTEC auf 22. bis 24. Juni 2021

Der aktuelle Verlauf der Corona-Pandemie sowie die hieraus folgenden Maßnahmen für das öffentliche Leben sind der Grund, dass die Messe Karlsruhe die LEARNTEC neu terminiert hat. Die Fachmesse und der begleitende Kongress finden nun vom 22. bis 24. Juni 2021 in der Messe Karlsruhe statt.

 

 

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