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Neuigkeiten & Termine

Gefühle in der Erwachsenenbildung

Uni Potsdam

Eine aktuelle Umfrage der Universität Potsdam wendet sich direkt an praktizierende Weiterbildner. In dem Forschungsprojekt »sinnbild« wird der Frage nachgegangen, inwieweit Kursleiter*innen Gefühle, sinnliche Wahrnehmungsmöglichkeiten und Erfahrungen der Teilnehmer*innen in ihre Veranstaltungen einbeziehen.

Die sinnlichen Eindrücke können vielfältig variieren und sowohl das Arbeitsbündnis als auch die inhaltliche Arbeit in Veranstaltungen der Erwachsenenbildung betreffen. Gefühle werden insbesondere angesprochen durch räumliche Anordnungen im Kursraum, Ortswechsel, Einsatz von Ton- und Bilddokumenten (Filme, Musik, Gedichte), praktische Übungen, Spiele, Positionierungen, Irritationen usw.

Über die Befragung (geschätzter Zeitaufwand: etwa 45 Minuten) soll ein Fokus auf die Rolle von Gefühlen, sinnlichen Wahrnehmungen und Erfahrungen in der Planung und Durchführung von Veranstaltungen gelegt werden. Ziel ist es, die vielfältigen pädagogischen Praktiken zu rekonstruieren, mit denen die Teilnehmenden von ihrer sinnlichen Seite her angesprochen werden.

Die bundesweite Befragung endet zum 15. Mai 2021.

 

Hintergrund
Seit 2016 untersucht das Projekt »sinnbild« die Rolle von Gefühlen, sinnlichen Wahrnehmungsmöglichkeiten und Erfahrungen in Veranstaltungen der Erwachsenenbildung aus der Perspektive der Seminarleitenden. Drei Jahre lang wurden Interviews geführt und Kursleitende befragt.

(15.04.2021, prh)

Zur Online-Befragung

 

Studium ohne Abitur: Zahl der Studierenden auf Höchststand

Studieren ohne Abitur

Immer mehr Personen nutzen in Deutschland den sogenannten »dritten Bildungsweg«. Hierbei ersetzen Berufsausbildung und -erfahrung ein fehlendes Abitur. Laut den neuesten Daten waren 2019 an deutschen Hochschulen rund 64.000 Studierende ohne Abitur eingeschrieben. Das entspricht einem Zuwachs um 1.750 Personen im Vergleich zum Vorjahr und einem Anteil von 2,2 Prozent an der gesamten Studierendenschaft.

Die Rekordwerte des Vorjahres bei den Studienanfänger*innen und Hochschulabsolvent*innen ohne Abitur wurden dagegen 2019 knapp verpasst. So liegt die Zahl der Erstsemester bei aktuell 14.700, was einem Anteil von 2,9 Prozent an allen Studienanfänger*innen entspricht. Die Zahl der Hochschulabsolvent*innen, die über den beruflichen Weg ins Studium gelangt sind, beträgt 8.500 und hat sich seit 2013 nahezu verdoppelt.

»Das Studium über den beruflichen Weg hat sich als Alternative zum klassischen Abitur in Deutschland etabliert. Damit steht die hochschulische Bildung sehr viel mehr Menschen offen als noch zu Beginn der 2000er Jahre«, erläutert Frank Ziegele. »Zudem zeigt der erneute Rekordwert bei den Studierenden ohne Abitur, dass die übliche Trennung zwischen akademischer und beruflicher Bildung für die heutigen Bildungsbiografien längst nicht mehr greift«, so der CHE Geschäftsführer.

Die Situation in den einzelnen Bundesländern ist allerdings immer noch sehr unterschiedlich. Beim Vergleich des jeweiligen Anteils der Studienanfänger*innen ohne Abitur an allen Erstsemestern führt aktuell Hamburg mit 5,3 Prozent, gefolgt von Thüringen und Bremen mit 4,9 bzw. 4,5 Prozent. Die Schlusslichter bilden Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg mit jeweils rund 1,4 Prozent und das Saarland mit einer Quote von 1,3 Prozent.

Ein deutlicher Aufwärtstrend ist dagegen in Brandenburg und Thüringen zu beobachten, die sich im Ländervergleich gegenüber dem Vorjahr um vier bzw. sogar sieben Plätze verbessern können. »Hauptgrund für den immensen Zuwachs in Thüringen ist die private IUBH Internationale Hochschule, die ihren Hauptstandort von Nordrhein-Westfalen nach Erfurt verlegt hat, sodass deren Anzahl an Studienanfängerinnen und -anfängern nun Thüringen zugerechnet werden«, erklärt Sigrun Nickel, Expertin für das Themenfeld »Studieren ohne Abitur« beim CHE.

Die Hochschule mit den bundesweit meisten Erstsemestern ohne allgemeine Hochschul- oder Fachhochschulreife ist mit 1.400 Einschreibungen weiterhin die FernUniversität in Hagen. Insgesamt befinden sich in der Gruppe der zehn Hochschulen, die deutschlandweit beim Studium ohne Abitur am stärksten nachgefragt sind, acht private und zwei staatliche Einrichtungen. Dennoch findet sich der überwiegende Teil der Studierenden ohne Abitur mit 41.000 Einschreibungen weiterhin im staatlichen Hochschulbereich. Die privaten Hochschulen zählen aktuell rund 21.500 Studierende ohne Abitur und an den kirchlichen sind es rund 1.500.

Studieren ohne Abitur

 Neben dem Ländervergleich analysiert das CHE auch jährlich die Zusammensetzung der Gruppe der Studierenden ohne allgemeine Hochschul- und Fachhochschulreife. »Durchschnittliche Studienanfänger bzw. Studienanfängerinnen ohne Abitur entscheiden sich für einen Bachelorstudiengang an einer Fachhochschule im Bereich Rechts-, Wirtschafts- oder Sozialwissenschaften und sind etwa 30 Jahre alt. Damit sind sie etwa zehn Jahren älter als ihre Kommilitoninnen und Kommilitonen mit Abitur«, fasst Sigrun Nickel die aktuelle CHE-Analyse der Daten zusammen.

Dabei entdecken zunehmend auch Frauen diesen Weg für sich. Dominierten 2015 noch die männlichen Erstsemester ohne Abitur, hat sich der Anteil weiblicher Erstsemester aktuell auf rund 49 Prozent gesteigert. Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede bei der Fächerwahl. So schreiben sich beruflich qualifizierte Frauen deutlich häufiger in der Fächergruppe Medizin/Gesundheitswissenschaften und Männer in der Fächergruppe Ingenieurwissenschaften ein.

Seit der Reform der Studienplatzvergabe für das Medizinstudium haben sich auch die Zugangsmöglichkeiten für Personen ohne Abitur verbessert. Hier hat sich der Zahl der Studierenden, die sich allein über ihre Berufserfahrung qualifiziert haben, zwischen 2014 und 2019 von 534 auf 1.064 fast verdoppelt. Davon studieren 850 Human- und 214 Zahnmedizin. Bei der Bewerbung für einen Studienplatz im Bereich Medizin ersetzt die Note der Meister- oder Fachwirtprüfung die Abiturnote.

Insgesamt entschieden sich 2019 zwei Drittel aller Studienanfänger*innen ohne Abitur für ein Studium an einer Fachhochschule bzw. Hochschule für angewandte Wissenschaften. 28 Prozent wählten eine Universität, vier Prozent eine Kunst- oder Musikhochschule. Bemerkenswert ist, dass die Tendenz, nach dem Bachelorabschluss ein Masterstudium anzuschließen, kontinuierlich zunimmt. Im Studienjahr 2019/20 befanden sich rund 12 Prozent aller Studierenden ohne Abitur im Bundesgebiet im einem Masterstudiengang. Im Studienjahr 2015/16 waren es dagegen nur rund sieben Prozent.

Generelle Voraussetzung für die Bewerbung um einen Studienplatz ohne allgemeine Hochschulreife und Fachhochschulreife ist eine abgeschlossene Berufsausbildung sowie der Nachweis von Berufserfahrung. Je höher die im Beruf erworbene Qualifikation der Studieninteressierten ist, desto größer ist auch die Auswahl an Studiengängen, die studiert werden können.

  (09.04.2021, prh)

Weiterführende Informationen

 

Ausgaben für Bildung, Forschung und Wissenschaft haben in 2019 um 4,4 Prozent zugenommen

Formeltafel

Anteil der Ausgaben am Bruttoinlandsprodukt stiegen auf 9,4 Prozent   

Die öffentlichen Haushalte und der private Bereich haben im Jahr 2019 nach vorläufigen Berechnungen insgesamt 325,6 Milliarden Euro für Bildung, Forschung und Wissenschaft in Deutschland ausgegeben. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes waren das 13,8 Milliarden Euro beziehungsweise 4,4 % mehr als im Vorjahr. Die Ausgaben machten 9,4 % des Bruttoinlandsprodukts aus (2018: 9,3 %).

185,7 Milliarden Euro für Schulen und schulnahe Einrichtungen, Hochschulen und Kitas

Mit 185,7 Milliarden Euro entfiel der größte Teil der Ausgaben auf Bildungseinrichtungen in öffentlicher und privater Trägerschaft. Dazu gehören Ausgaben für Schulen und den schulnahen Bereich (zum Beispiel Schülerbeförderung) von 105,8 Milliarden Euro (57,0 %), für tertiäre Bildungseinrichtungen wie etwa Hochschulen (einschließlich Forschung und Entwicklung) von 42,5 Milliarden Euro (22,9 %) und für Kindertageseinrichtungen von 34,4 Milliarden Euro (18,5 %).

Auf weitere Bereiche wie Weiterbildung, Jugendarbeit oder Horte entfielen insgesamt 23,0 Milliarden Euro öffentlicher und privater Ausgaben. Die Ausgaben für Bildungsförderung (zum Beispiel BAföG) betrugen 13,7 Milliarden Euro.

Unternehmen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen wendeten für Forschung und Entwicklung 90,6 Milliarden Euro auf.

39 Prozent der Ausgaben wurden 2018 durch die Länder finanziert

Angaben über die Finanzierungsstruktur nach Trägern liegen bislang nur für das Jahr 2018 vor. In diesem Jahr finanzierten die öffentlichen Haushalte 62,9 % der Ausgaben für Bildung, Forschung und Wissenschaft (Bund: 11,4 %, Länder: 38,7 %, Gemeinden: 12,8 %). 35,1 % wurden vom privaten Bereich (Unternehmen, Organisationen ohne Erwerbszweck und private Haushalte) und 2,0 % vom Ausland übernommen.

  (06.04.2021, prh)

Weiterführende Informationen im Detail (PDF, 15 Seiten)

vgl. BMBF: Investitionen in Bildung und Forschung steigen weiter an

 

Transparente Qualitätssicherung für hochschulische Weiterbildungsangebote

Qualitätssicherung in der hochschulischen Weiterbildung

Qualitätssicherung von Zertifikatsangeboten in der hochschulischen Weiterbildung - Empfehlungen für die Hochschulen  

Hochschulen bieten längst nicht mehr nur akademische Abschlüsse, sondern verstehen sich im steigenden Maße auch als Orte des offenen, lebensbegleitenden Lernens. Mit breiten Weiterbildungsprogrammen tragen sie zum Transfer aktuellen wissenschaftlichen Wissens in die Praxis bei und vermitteln Kompetenzen, die zur Bewältigung gegenwärtiger und zukünftiger gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Herausforderungen erforderlich sind. Dabei bedarf es einheitlicher Standards, um die hohe Qualität hochschulischer Weiterbildungsangebote transparent zu sichern.

Die Empfehlungen geben einen Überblick über Anforderungen an die Qualitätssicherung von hochschulischen Zertifikatsangeboten. Sie richten sich an die Hochschulen und wollen für ein gemeinsames Qualitätsverständnis aller Beteiligten an der Gestaltung von hochschulischen Weiterbildungsangeboten sorgen, die kleinteiliger und kürzer sind als ein Studiengang und jeweils einzeln belegt werden können.

Auf eine übergeordnete Empfehlung mit Erläuterungen zu drei Funktionen hochschulweiter Regelungen folgen zehn Empfehlungen zu einzelnen Aspekten, etwa zur Notwendigkeit der Beschreibung von Lernzielen, zu Prüfungen und Abschlüssen und zur Anerkennung und Akkumulierbarkeit von Zertifikatsangeboten.

Die Empfehlungen wurden von Hochschulvertreter*innen im Rahmen eines »Runden Tisches« auf Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) erarbeitet, organisiert durch das vom BMBF mit der Durchführung von INNOVUM-OH beauftragte Institut für Innovation und Technik in der VDI/VDE Innovation + Technik GmbH.

Hintergrund
Der »Runde Tisch ‚Qualitätssicherung von hochschulischen Zertifikatsangeboten‘« war eine Initiative des BMBF im Rahmen des Vorhabens »Innovationsunterstützende Maßnahmen zum Bund-Länder-Wettbewerb ‚Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen‘« (INNOVUM-OH) von Dezember 2019 bis März 2021. Er zielte darauf ab, die Transparenz zur Qualität und Qualitätssicherung hochschulischer Zertifikatsangebote zu verbessern.

Ziel von INNOVUM-OH ist es, dazu beizutragen, die durch den »Bund-Länder-Wettbewerb ‚Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen‘« (OH-Wettbewerb angestoßene Dynamik im Bereich der wissenschaftlichen Weiterbildung aufrechtzuerhalten sowie Ergebnisse des Wettbewerbs bundesweit zu vermitteln und in die Fläche zu überführen.

Der OH-Wettbewerb förderte von 2011 bis 2020 innovative, nachfrageorientierte und nachhaltige Konzepte zur Weiterbildung an Hochschulen.

  (31.03.2021, prh)

Qualitätssicherung von Zertifikatsangeboten in der hochschulischen Weiterbildung (PDF, 10 Seiten)

 

UPDATE: Sind Weiterbildungen während Corona erlaubt? Einschränkungen der Bundesländer

Aktuelle Informationen zum Status der pandemiebedingten Regelungen im Weiterbildungsbereich in den Bundesländern

Um die Zahl der Corona-Neuinfektionen weiter zu senken, wurde bei einem erneuten Treffen der Bundeskanzlerin und der Regierungschef*innen der Länder am 22./23. März 2021 festgelegt, dass die bestehenden Beschlüsse ihre Gültigkeit behalten. Zusätzlich wurden für die Zeit vom 1. bis zum 5. April (Ostern) weitere Einschränkungen beschlossen.

Die Länder werden ihre Landesverordnungen entsprechend anpassen und bis voraussichtlich 18. April 2021 verlängern.
Die aktualisierten Pandemieverordnungen der Bundesländer haben wir eingearbeite.

Für Weiterbildungsangebote in Präsenzform scheint sich gegenüber dem vorhergehenden status quo nichts Wesentliches geändert zu haben.

Soweit absehbar gilt weiterhin: Die Möglichkeit des Präsenzunterrichts in Weiterbildungseinrichtungen bleibt in den meisten Ländern unverändert. In den meisten Ländern sind Weiterbildungsangebote in Präsenzform nicht oder nur mit erheblichen Einschränkungen erlaubt.

Einen Überblick der Regelungen finden Sie in einer Tabelle, die als PDF-Datei heruntergeladen werden kann. Für weitere Details benutzen Sie bitte die angegebene Quelle und achten dabei auf den angegebenen Informationsstand.

Wir aktualisieren diese Liste kontinuierlich.
Falls Sie Kenntnis von neuen Änderungen erhalten, freuen wir uns über eine Nachricht an die Redaktion.

Alle Angaben ohne Gewähr. Irrtum vorbehalten.
Letzte Aktualisierung: 
31. März 2021   
 
(31.03.2021, prh/wp)

Bildungsveranstaltungen nach Bundesländern - Stand: 31.03.2021 (PDF, 5 Seiten)

siehe auch: Beschluss vom 23. März 2021 (PDF, 7 Seiten)

 

Projekt »Zukunftszentren« unterstützt Weiterbildung in ostdeutschen KMUs

ESF Deutschland

Die voranschreitende Digitalisierung und der zunehmend spürbare demografische Wandel prägen die Arbeitswelt gravierend. Alle Branchen sind von diesen Prozessen betroffen - Anforderungen und Tätigkeitsprofile zahlloser Berufe verändern sich.

Im Herbst 2019 gingen die »Regionalen Zukunftszentren« in den ostdeutschen Ländern an den Start, um besonders kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bei der Bewältigung dieser demografischen und digitalen Transformation zu unterstützen.

Das Jahr 2020 hat mit den pandemiebedingten Umbrüchen die Notwendigkeit digitaler Arbeitsprozesse noch einmal wesentlich verdeutlicht. Umso wichtiger sind die Entwicklung und Erprobung innovativer Konzepte zur Weiterbildung in Betrieben, mit denen der Wandel der Arbeit in Unternehmen und Belegschaften zukunftsfähig begleitet werden kann.

Hierbei sind die Zukunftszentren Anlaufstellen für KMU in der Region: Sie ermitteln Bedarfe, begleiten betriebliche Prozesse und holen die Unternehmen dort ab, wo sie stehen - um diese so zu befähigen, den Wandel der Arbeitswelt aktiv zu gestalten. Dies geschieht insbesondere mit passgenauen Qualifizierungsangeboten zur Stärkung der Selbstlern- und Gestaltungskompetenz der KMU und ihrer Beschäftigten. Zu diesem Zweck entwickeln und erproben die Zukunftszentren unter anderem innovative Lehr-Lernkonzepte (iLLK).

Die Zukunftszentren sind vor Ort gut vernetzt und mit der nötigen Expertise ausgestattet, um bezogen auf das jeweilige Bundesland Unternehmen und Belegschaften zu beraten und gemeinsam mit ihnen konkrete, auf die Regionen und Branchen zugeschnittene Lösungen zu entwickeln.

Wie die Unterstützung für KMU etwa im Handwerk aussehen kann, zeigt ein Beispiel aus Sachsen:

Die Tischlerei Pohl aus Ebersbach Neugersdorf, ein familiengeführter Betrieb mit acht Mitarbeitenden, trat mit dem Wunsch nach einer Beratung an das Zukunftszentrum Sachsen heran. Frank Pohl, Inhaber der Tischlerei in dritter Generation, wünschte sich übersichtlichere Arbeitsprozesse, die den Beschäftigten eine flexible Gestaltung ihres Arbeitstages erlauben. Bei mehr als 300 Aufträgen pro Jahr ist ein fortlaufender Informationsaustausch notwendig, um eine selbstständige Arbeitsweise der Beschäftigten im Betrieb zu garantieren. Zuvor gestaltete sich der Ablauf oft zeitintensiv, fehleranfällig und kompliziert.

Marie Preußger vom Zukunftszentrum Sachsen analysierte im Rahmen der Beratung in einem ersten Termin mit der Geschäftsführung detailliert die geschäftlichen Prozesse und besprach anschließend mit Herrn Pohl mögliche Verbesserungen. Daraus ergaben sich mehrere Handlungsschwerpunkte.

Im nächsten Schritt wurden die Beschäftigten einbezogen. »Ihre Wünsche, Ideen und eventuellen Verbesserungsvorschläge finden auf diese Weise Gehör«, so Marie Preußger. In der Regel werden zwei bis drei Workshops gemeinsam mit den Beteiligten im Betrieb umgesetzt. Im ersten gemeinsamen Workshop werden grundlegende Fragen geklärt: Welche Ziele verfolgen wir und welche Werte sind wichtig? Was funktioniert heute gut und soll unbedingt beibehalten werden? Der zweite und dritte Workshop widmet sich, mit zeitlichem Abstand, der gemeinsamen Erarbeitung von Lösungen und deren Erprobung.

Doch mit der Beratung allein ist es nicht getan: Der gemeinsame Prozess habe das Engagement der Beschäftigten gestärkt, resümiert Herr Pohl. Die weitere Beteiligung des gesamten Teams ist auch weiterhin wichtig, um die Akzeptanz der geänderten Prozesse seitens der Mitarbeitenden gleichbleibend hoch zu halten.

Dieses Beispiel zeigt, auf welche Weise die Zukunftszentren gezielt KMU und ihre Beschäftigten bei der Bewältigung des demografischen und digitalen Wandels unterstützen. Kern des Anliegens ist es vor allem, die tiefgreifenden Transformationsprozesse sozial zu gestalten: Die Beteiligung und persönliche Entwicklung der Mitarbeitenden sind für die Zukunftszentren von zentraler Bedeutung. So kann »Gute Arbeit« in der und durch die Digitalisierung gesichert werden.


Über das ESF-Programm »Zukunftszentren«

Mit dem Förderprogramm im Rahmen des Europäischen Sozialfonds (ESF) zur Schaffung Regionaler Zukunftszentren legt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) den Fokus darauf, innovative Konzepte zur Weiterbildung im Betrieb zu entwickeln und zu erproben. Dabei ist es Ziel, die Selbstlern- und Gestaltungskompetenz der Unternehmen und Beschäftigten zu fördern.

In diesem Prozess steht das übergeordnete Zentrum digitale Arbeit (ZdA) mit Sitz in Eilenburg als Think Tank an der Schnittstelle zwischen dem BMAS und den Regionalen Zukunftszentren, wobei es Erfahrungs- und Forschungswissen bündelt und für den bundesweiten Wissenstransfer aufbereitet.

Um die Gestaltungskompetenz von Solo-Selbstständigen im digitalen Wandel zu stärken, wurde ein Haus der Selbstständigen (HdS) etabliert. Es unterstützt die Gründung von Interessenvertretungen und fördert selbstregulierende Verfahren, die geeignet sind, Vergütungssituation und Arbeitsbedingungen von Solo-Selbstständigen und Plattformbeschäftigten zu verbessern.

Hintergrund
Finanziert wird das Programm aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.

  (28.03.2021, prh)

Weiterführende Informationen zum ESF-Bundesprogramm »Zukunftszentren«

vergleiche: »Zukunftszentren«: Qualifizieren für den digitalen Wandel

 

GEW tritt für eine Stärkung der Weiterbildung ein

GEW 3

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) unterstützt den heutigen »Deutschen Weiterbildungstag«, sich für die Bedeutung der beruflichen, politischen, wissenschaftlichen, kulturellen und allgemeinen Weiterbildung öffentlich stark zu machen. Sie mahnt ein Bundesgesetz und einen Digitalpakt Weiterbildung sowie mehr Geld für diesen Bildungsbereich an, damit die Beschäftigungsbedingungen substanziell verbessert werden können.

»Von der Weiterbildung wird nicht nur in der Corona-Krise viel erwartet: Sie soll die Digitalisierung der Gesellschaft ebenso wie die gesellschaftlichen Prozesse der Individualisierung und Pluralisierung sowie des Strukturwandels unterstützen. Zudem soll sie Fragen einer älter werdenden Gesellschaft lösen und die Zivilgesellschaft mitentwickeln«, begründete Ansgar Klinger, GEW-Vorstandsmitglied für Berufliche Bildung und Weiterbildung, den Forderungskatalog der Bildungsgewerkschaft am Mittwoch in Frankfurt a.M. Auch wenn die »Nationale Weiterbildungsstrategie« von Bund, Ländern und Sozialpartnern einzelne Handlungsfelder der Weiterbildung aufgreife, müsse die Politik die Rahmenbedingungen sicherstellen, damit Weiterbildung diese Aufgaben stemmen kann.

Die GEW fordere daher einen bundesgesetzlichen Rahmen für die Weiterbildung, betonte Klinger. In dem Gesetz müssten Regelungen zu Information und Beratung, Lernzeiten und zur Finanzierung der Weiterbildung verankert werden. Die Länder seien gefordert, die Förderung der allgemeinen, politischen und kulturellen Weiterbildung auf ein Prozent ihres Bildungsbudgets zu erhöhen. Nur so sei die Weiterbildung in der Lage, ihre gesellschaftlichen Aufgaben zu erfüllen.

»Wir brauchen eine neue ‚Weiterbildungskultur‘. Dafür muss die ‚Nationale Weiterbildungsstrategie‘ um die allgemeine und politische Weiterbildung ergänzt werden. Sich auf berufliche Themen zu konzentrieren, greift viel zu kurz«, unterstrich Klinger. Weiterbildung müsse den engen Raum der Funktionskompetenzen verlassen und in einer neuen Integration von beruflicher und politischer Bildung die Menschen befähigen, Hintergründe und Zusammenhänge zu verstehen und sie zu einer an Humanität und Gerechtigkeit orientierten Gestaltung von Arbeitswelt und Gesellschaft ermutigen.

Gerade die Corona-Pandemie verdeutliche, welch großen Einfluss die Digitalisierung auf die Entwicklungschancen der Menschen sowie die Arbeits- und Alltagswelt habe. Für die im öffentlichen Auftrag stattfindende Weiterbildung fordere die GEW, so Klinger, eine Stabilisierung der oft skandalösen Beschäftigungsverhältnisse sowie einen »Digitalpakt«: Bildungseinrichtungen, Lehrkräfte sowie Teilnehmer*innen in den von Bund, Ländern und Kommunen verantworteten öffentlich finanzierten Weiterbildungsgängen sollten analog zum Bereich der allgemein- und berufsbildenden Schulen bei Infrastruktur, Endgeräten, Administration und Fortbildung unterstützt werden. (24.03.2021, prh)

 

Weiterbildung in kleinen Unternehmen boomt

kofa

Kleine Betriebe haben die Weiterbildung ihrer Mitarbeitenden fest im Visier. Bereits im Jahr 2019 lagen sie im Hinblick auf die Intensität ihres Weiterbildungsengagements vor großen Unternehmen und investierten sowohl mehr Zeit als auch mehr Geld in die Weiterbildung ihrer Beschäftigten. Zudem gaben fast acht von zehn der befragten kleinen Unternehmen an, digitale Lernmedien verstärkt in der Weiterbildung einzusetzen, um zeitlich flexibler zu sein.

KMU, die digitale Lernmedien bereits intensiv einsetzen, konnten damit die Corona-bedingte Kurzarbeit ähnlich intensiv für Weiterbildung nutzen wie größere Unternehmen. Dies belegt die aktuelle repräsentative Studie des Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA) am Institut der deutschen Wirtschaft (IW).

Die fortschreitende Digitalisierung sowie zunehmende Fachkräfteengpässe machen es für Unternehmen unerlässlich, kontinuierlich in die Qualifizierung ihrer Mitarbeitenden zu investieren. Die Investition in Aus- und Weiterbildung ist notwendig für den Aufbau der im Betrieb benötigten Kompetenzen, um den Wandel erfolgreich zu gestalten und innovativ zu bleiben. Gleichzeitig tragen betriebliche Qualifizierungsmaßnahmen zur Mitarbeiterbindung bei. Insbesondere kleine Unternehmen sind im Zuge des massiven Fachkräftemangels darauf angewiesen, Beschäftigte fortlaufend weiterzubilden und für die sich ändernden Rahmenbedingungen am Arbeitsmarkt zu rüsten.

Bereits im Jahr 2019 betrieben kleine Unternehmen Weiterbildung mit einer höheren Intensität als mittlere oder Großunternehmen. So investierten sie jährlich pro Beschäftigten 1.384 EUR und 22,4 Stunden, während das finanzielle und zeitliche Budget der Großunternehmen sich nur auf 1.142 EUR und 16,2 Stunden belief. Betrachtet man den Anteil kleiner Unternehmen, die ihren Mitarbeitenden in einem Jahr Weiterbildung ermöglichen, so liegt dieser mit 87,4 Prozent niedriger als bei mittleren (96,3 Prozent) und großen Unternehmen (99,5 Prozent). Zum einen ist dies ein reiner Größeneffekt aufgrund der kleineren Mitarbeiterzahl und zum anderen sind Mitarbeitende von kleinen Unternehmen stärker im Tagesgeschäft eingebunden und können sich deshalb nicht in jedem Jahr für eine Weiterbildung freimachen. So wird der Faktor »fehlende Zeit« von den Unternehmen mit 57,4 Prozent als größter Hindernisgrund bei der Ausdehnung der Weiterbildungsaktivitäten angegeben.

Hier können Betriebe durch den verstärkten Einsatz von digitalen und zeitlich flexiblen Lernmedien, die knappe Ressource »Zeit« besser ausschöpfen. So nennen insgesamt 78,4 Prozent der kleinen Unternehmen die Flexibilität als wichtigsten Grund für die Nutzung digitaler Medien.

»Für uns war es nicht überraschend, dass die Nutzung von digitalen Lernangeboten in kleinen Unternehmen in den letzten Jahren besonders stark zugenommen hat. Denn letztlich können Perioden, in denen sich die Auftragslage etwas entspannt hat und Zeitkontingente bei den Beschäftigten frei werden, spontan und ohne große Vorbereitung für Weiterbildung genutzt werden«, sagt Susanne Seyda, Studienautorin und Arbeitsmarktexpertin am KOFA.

Die bereits vor Corona stark gestiegene Bereitschaft von KMU sich intensiv mit dem Einsatz digitaler Weiterbildungsangebote auseinanderzusetzen, ist eine Erklärung dafür, warum Weiterbildungsmaßnahmen auch während der coronabedingten Kurzarbeit weiter vorangetrieben werden konnten. So nutzten bereits zu Beginn der Corona-Krise kleine und mittlere Unternehmen genauso oft wie große Unternehmen die Möglichkeit, die Kurzarbeit für die Weiterbildung der Beschäftigten zu verwenden.

Hintergrund
Das Projekt KOFA am Institut der deutschen Wirtschaft startete im Mai 2011 und wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert. Der Fokus des Projektes liegt in der Unterstützung von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) bei der Fachkräftesicherung und der Gestaltung ihrer Personalarbeit. Das KOFA bietet auf seiner Homepage www.kofa.de konkrete Handlungsempfehlungen und Praxisbeispiele.

Nach einer Meldung des Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA) (24.03.2021, prh)

 

Die Weiterbildungsbranche erfindet sich digital neu

Kursfinder3

Die Weiterbildungsbranche steckt mitten im digitalen Wandel. Die Corona-Pandemie wirkt einerseits als Trend-Beschleuniger und stellt andererseits Weiterbildungsanbieter vor nie dagewesene Herausforderungen. Das spiegelt sich in einer Umfrage des Weiterbildungsportals kursfinder.de wider, die während des Lockdowns Ende 2020/Anfang 2021 durchgeführt wurde.

Zeitweise ein Verbot von Präsenzseminaren, strenge Hygieneauflagen, fehlende Planbarkeit, die mit einer zurückhaltenden Nachfrage der Weiterbildungsinteressierten einhergeht: Die Voraussetzungen für den Schulungsbetrieb waren noch nie so schwierig wie zu Zeiten von Corona. Dennoch rechnen Deutschlands Weiterbildungsanbieter nach einem harten Jahr 2020 mehrheitlich mit einer Entspannung der Lage in diesem Jahr: 41% der Umfrageteilnehmer gehen davon aus, dass sich 2021 ihr Umsatz erhöhen wird – ohne die Kurspreise anzuheben. Die Anbieter kalkulieren mit mehr Seminarteilnehmern als 2020, wo rund zwei Drittel der Befragten rückläufige Teilnehmerzahlen aufgrund der Corona-Pandemie verzeichnete.

Online-Seminare: Die Gewinner der Pandemie

Mit dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 lautete das Motto der Weiterbildungsanbieter »Alles auf online!« Der Verbot von Präsenzkursen beschleunigte den Digitalisierungstrend: Wer weiterhin Seminare anbieten wollte, musste schnellstmöglich sein Kursangebot auf online umstellen. Das hat bisherige Trends der Weiterbildungsindustrie deutlich verschoben: Der im Vorjahr aufstrebende Trend zu Inhouse-Kursen, bei denen der Trainer ins Unternehmen kommt, wurde gestoppt und bildet in der aktuellen Umfrage das Schlusslicht der beliebtesten Weiterbildungsarten. Deutlicher Gewinner der Corona-Krise sind Online-Kurse: Belegten sie im Vorjahreszeitraum einen der hintersten Ränge (10%) bei der Beliebtheit der Weiterbildungsarten, so gibt nun nahezu die Hälfte der befragten Weiterbildungsanbieter (47%) an, dass diese Kursart 2020 bevorzugt gebucht wurde.

Präsenzseminare sind trotz Pandemie ungebrochen beliebt, jedoch aufgrund der Corona-Maßnahmen rückläufig. 2019 waren diese für 55% der Bildungsanbieter die Kursart schlechthin. Trotz eingeschränktem Präsenzbetrieb im vergangenen Jahr geben ein Drittel der Teilnehmer der aktuellen Umfrage (33%) diese weiterhin als bevorzugt gebuchte Weiterbildungsart an. Die Zeit der Corona-Lockerungen wurde offenbar rege genutzt.

Anbieterimage, individuelle Anpassung der Kursinhalte und Service sind A und O

Zurück auf Anfang heißt es in der Weiterbildungsbranche jedoch nicht: Den Trend zu E-Learning-Angeboten hält die Mehrheit der Weiterbildungsanbieter in Deutschland für nachhaltig – und nicht nur der Situation geschuldet. 89% der Umfrageteilnehmer wollen deshalb ihr Online-Angebot in Zukunft weiter ausbauen und reagieren damit zugleich auf den Wunsch nach mehr Flexibilität von Seiten der Weiterbildungsinteressenten. Für diese spielen in Corona-Zeiten laut Angaben der Umfrageteilnehmer ein gutes Image des Seminaranbieters, die individuelle Anpassung von Seminarinhalten an die eigenen Bedürfnisse sowie ein guter Kundenservice eine maßgebliche Rolle bei der Wahl des passenden Weiterbildungsanbieters.

Hintergrund
Die Ergebnisse basieren auf den Antworten von 66 Weiterbildungsanbietern in Deutschland. Die Untersuchung wurde Ende 2020/Anfang 2021 via Online-Befragung durchgeführt. (16.03.2021, prh)

kursfinder.de

 

vhs-Lernportal: Mehr Nutzer im Grundbildungsbereich

VHS Lernportal

Auch in Zeiten von Corona wird das Angebot für gering literalisierte Menschen online rege genutzt. So sei die Zahl der registrierten Nutzer im Grundbildungsbereich des vhs-Lernportals des Deutschen Volkshochschulverbands von Januar bis Dezember 2020 von knapp 11.000 auf rund 35.400 gestiegen, wie die Bundesregierung in der Antwort auf eine Kleine Anfrage mitteilt.

Die Bundesregierung weist darauf hin, dass nach der föderalen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland das Bildungswesen vorwiegend im Verantwortungsbereich der Länder liegt. Das schließe auch die Alphabetisierung und Grundbildung Erwachsener ein.

In der von Bund und Ländern gemeinsam getragenen Nationalen Dekade für Alphabetisierung und Grundbildung 2016 bis 2026 (AlphaDekade) setze das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Zuständigkeit des Bundes insbesondere die Kampagne »Lesen & Schreiben - Mein Schlüssel zur Welt« um und fördere Forschungs- und Entwicklungsprojekte mit dem Ziel, die Alphabetisierung und Grundbildung Erwachsener grundsätzlich weiterzuentwickeln.

Zur Grundbildung Erwachsener trügen von Seiten des Bundes insbesondere auch Maßnahmen der Arbeitsförderung auf der Grundlage des Zweiten und Dritten Buches Sozialgesetzbuch (SGB II und III) bei. (16.03.2021, prh)

Im Wortlaut: Antwort der Bundesregierung (PDF, 12 Seiten)

VHS-Lernportal

 

UNESCO veröffentlicht 4. Weltbericht zur Erwachsenenbildung

4. Weltbericht zur Erwachsenenbildung

Weltweit haben zu wenige Erwachsene Zugang zu Bildung. Die Möglichkeiten, an Bildungsprogrammen teilzunehmen, sind ungleich verteilt: Besonders für Frauen, Menschen mit Behinderung, Menschen aus ländlichen Gebieten und Geflüchtete sind die Hürden zu Bildungsangeboten hoch.

Zu diesem Schluss kommt der 4. UNESCO-Weltbericht zur Erwachsenenbildung, der nun in deutscher Sprache vorliegt. Der Bericht untersucht anhand von Daten aus 159 Ländern, inwieweit die UNESCO-Mitgliedsstaaten ihre Verpflichtungen im Bereich der Erwachsenenbildung in die Praxis umsetzen.

Uneinheitliche Fortschritte vergrößern Ungleichheit

Der 4. Weltbericht zur Erwachsenenbildung zeigt, dass seit 2015 zwei Drittel der befragten Länder umfassende Fortschritte für Lernen und Bildung im Erwachsenenalter erreichten. Beispielsweise konnten 75 Prozent der Länder große Verbesserungen bei der Qualität erreichen.

Allerdings sind die Fortschritte unzureichend und uneinheitlich: In fast einem Drittel aller untersuchten Staaten nehmen weniger als fünf Prozent der Erwachsenen über 15 Jahren an Bildungsprogrammen teil. Der Anteil der öffentlichen Bildungsausgaben für Bildung im Erwachsenenalter ist lediglich in 28 Prozent der Länder gestiegen, wohingegen 41 Prozent der Staaten stagnierende Ausgaben und 17 Prozent eine Verringerung der Ausgaben meldeten.

Empfehlungen für einen erfolgreichen Weg in die Zukunft

Um mehr Erwachsenen Zugang zu hochwertiger Bildung zu geben und die Ziele der Agenda Bildung 2030 zu erreichen, formuliert der UNESCO-Bericht Empfehlungen:

  • Entwicklung eines neuen Verständnisses von Erwachsenenbildung unter Einbezug der drei Bereiche Grundbildung, berufliche Weiterbildung und gesellschaftspolitische Bildung;
  • Entwicklung politischer Konzepte zur Steigerung einer chancengerechten Teilnahme an Erwachsenenbildung;
  • Erhöhung der Investitionen von Regierungen, Arbeitgebern und weiteren Akteuren;
  • Anerkennung und Kommunikation der sozialen und wirtschaftlichen Vorteile von Erwachsenenbildung;
  • Ausbau der Datenerhebung für Erwachsenenbildung.


Hintergrund

Der Weltbericht zur Erwachsenenbildung (Global Report on Adult Learning and Education, kurz: GRALE) erscheint alle drei Jahre und dient dem Monitoring der globalen Entwicklungen im Bereich Erwachsenenbildung. Er wird vom UNESCO-Institut für Lebenslanges Lernen (UIL) in Hamburg erstellt. Der 4. Weltbericht zur Erwachsenenbildung ist erstmalig im Dezember 2019 in englischer Sprache erschienen. Auf der Grundlage von Daten aus 159 Ländern analysiert er Chancengerechtigkeit und Inklusion in der Erwachsenenbildung.

(15.03.2021, prh)

4. Weltbericht zur Erwachsenenbildung (PDF, 197 Seiten)

UNESCO-Institut für Lebenslanges Lernen (UIL)

 

Corona-Pandemie hat digitaler Hochschullehre einen Schub gegeben

Hochschulforum Digitalisierung

Digitalisierungs­schub in den Hochschulen – ohne Anschluss­finanzierung wenig Zukunft 

Eine im Februar veröffentlichte Studie des Hochschulforums Digitalisierung zeigt: Die Corona-Pandemie hat der digitalen Lehre an deutschen Hochschulen einen starken Schub gegeben. Doch die Finanzierungsmodelle sind oft kurzfristig angelegt. So droht ein großer Teil des erzielten Fortschritts nach der Krise zu verschwinden statt nachhaltige Veränderung zu bewirken.

Von der pandemiebedingten Umstellung auf digitale Lehre sind insbesondere Unterstützungsstrukturen für Studium und Lehre betroffen. Diese Einrichtungen wie etwa Rechen- und Medienzentren, Bibliotheken oder Servicestellen für digitales Lehren stellen an ihren jeweiligen Hochschulen die dafür notwendige technische Infrastruktur bereit und bieten darüber hinaus Beratungs- und Qualifizierungsangebote für Lehrpersonal an. Die vom Hochschulforum Digitalisierung (HFD) veröffentlichte »Studie zu Veränderungsprozessen in Unterstützungsstrukturen für Lehre an deutschen Hochschulen in der Corona-Krise« zeigt: Es fehlt den Hochschulen eine nachhaltige Finanzierungsstrategie, um den digitalen Fortschritt zu halten und weiterzuentwickeln.

Nach den drei wichtigsten Maßnahmen gefragt, die in den letzten Monaten ergriffen wurden, nannten knapp 40 Prozent der befragten Hochschulmitarbeiter von Unterstützungseinrichtungen Kommunikationsplattformen und Videokonferenzsysteme. Dafür nutzen Hochschulen neben dem Marktriesen Zoom und WebEx auch Open-Source-Lösungen wie BigBlueButton. Hinter dieser technischen Unterstützung belegen virtuelle Schulungen von Lehrkräften mit 29 Prozent den zweiten und Online-Sprechstunden oder Hotlines (26 Prozent) den dritten Platz. Neben der Bereitstellung digitaler Infrastruktur liegt die Hauptaufgabe der Unterstützungseinrichtungen in der Krise also darin, Lehrpersonal als Vermittler zwischen Mensch und Technologie zu qualifizieren und zu beraten.

»Unterstützungsstrukturen für Digitalisierung in Studium und Lehre haben maßgeblich zur Bewältigung der Corona-Pandemie an Hochschulen beigetragen, da sie mit anpassungsfähigen Strukturen, Flexibilität und agiler Teamarbeit den Hochschulbetrieb aufrechterhalten haben«, sagt Lavinia Ionica, Programmanagern beim Stifterverband für das Hochschulforum Digitalisierung. »Gleichzeitig ist klar: Ohne eine nachhaltige Anschlussfinanzierung kann das jetzt gelebte digitale Niveau an den Hochschulen nicht gehalten werden.«

Die in der Pandemie neu geschaffenen oder deutlich ausgebauten Angebote werden laut Befragung sowohl von Studierenden als auch Lehrenden sehr gut angenommen. Jeweils mehr als 70 Prozent sind zufrieden oder sehr zufrieden mit der Akzeptanz und Umsetzung der schnell beschlossenen Maßnahmen. Zwar wurden hierfür kurzfristig Mittel bereitgestellt, langfristige Perspektiven, zum Beispiel für die personelle Ausstattung, fehlen jedoch häufig. So glauben nur knapp ein Viertel der Befragten, dass es für die digitale Lehre künftig mehr Personal geben wird. Die Hälfte ist jedoch optimistisch, dass die finanziellen Mittel wachsen.

Neben der Finanzierung sehen die Autoren Strategiebildung und Vernetzung als Kernelemente nachhaltigen Fortschritts für die digitale Lehre. So fordern Sie die Hochschulen auf, eigene Digitalisierungsstrategien (weiter) zu entwickeln und verstärkt auf Kooperation untereinander zu setzen. Zusätzlich brauche es konkrete Anforderungen für gute digitale Lehre und entsprechende Qualifizierungsangebote für Lehrende. (15.03.2021, prh)

Zur Studie (PDF, 51 Seiten)

 

Erasmus+: Lernende in der Erwachsenenbildung bereits ab 2021 förderfähig

Erasmus plus

Im neuen EU-Programm Erasmus+ 2021-2027 wird in der Erwachsenenbildung erstmals nicht nur Personal, sondern es werden auch erwachsene Lernende förderfähig sein. Auf Initiative des Europäischen Parlaments wird das Programm erweitert, um Menschen mit geringeren Chancen Möglichkeiten zu eröffnen, Alltagskompetenzen zu erwerben und damit Veränderungen besser zu bewältigen.

Insbesondere gilt dies für Veränderungen, die durch den ökologischen und digitalen Wandel sowie die COVID-19-Pandemie verursacht werden. Die Fördermöglichkeiten richten sich an Lernende, die in der künftigen Entsendeorganisation an Kursen zur beruflichen oder persönlichen Entwicklung teilnehmen.

Erwachsene Lernende können bereits ab diesem Jahr am Programm teilnehmen, nachdem die entsendende Einrichtungen ihre Akkreditierung erhalten hat. Selbst wenn die akkreditierte Einrichtung eine Entsendung von Lernenden bisher nicht vorgesehen hatte, ist eine Teilnahme möglich und zwar

  • Ohne eine Anpassung des Erasmus-Plans sofern die institutionellen Ziele der Einrichtung die Förderung von erwachsenen Lernenden bereits mit abdecken oder
  • Mit einem unbürokratischen Update des Erasmus Plans.

Neben der Akkreditierung wird es auch möglich sein, erwachsene Lernende in Kurzzeitprojekten zu fördern.

Weitere Informationen zu Zielgruppen, Mobilitätsformaten, Fördermodalitäten und Fördersätzen werden mit dem Erasmus+ Programmleitfaden im Frühjahr 2021 veröffentlicht und sind dann auf der Website der Nationalen Agentur beim BIBB zu finden. (09.03.2021, prh)

QUELLE: Nationale Agnetur beim BIBB

 

Onlinebefragung zur Weiterentwicklung des IT-Weiterbildungssystems

Netzwerk Hub

Karrierewege für IT-Fachkräfte auf dem Prüfstand 

In Vorbereitung auf ein geplantes Neuordnungsverfahren für das bundesweit gültige Weiterbildungssystem des IT-Bereichs (IT-Weiterbildungssystem) hat das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) eine Onlinebefragung gestartet. Ziel der Befragung ist es, zum einen Informationen über den Weiterbildungsbedarf von IT-Fachkräften zu erhalten und zum anderen den Qualifikationsbedarf von Unternehmen zu ermitteln, um daraus Empfehlungen für eine zukunftsorientierte Neuausrichtung des IT-Weiterbildungssystems abzuleiten.

Die Onlinebefragung des BIBB wird auf gemeinsame Initiative der Sozialpartner und im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) durchgeführt. Sie richtet sich an alle Personen, die sich der Qualifizierung im IT-Bereich verbunden fühlen, insbesondere an das Leitungspersonal aus dem IT-Bereich, zum Beispiel Geschäftsführende und Abteilungsleitende, an IT-Fachkräfte, an Ausbildungs- und Personalverantwortliche, an Dozentinnen und Dozenten in der IT-Weiterbildung, an Lehrkräfte an berufsbildenden Schulen und nicht zuletzt an die Auszubildenden in der IT-Branche als künftige Fachkräfte.

Die Teilnahme an der Befragung nimmt – je nach Zielgruppe – etwa 15 bis 45 Minuten in Anspruch und ist noch bis zum 21. März 2021 möglich.

Das im Jahr 2002 eingeführte IT-Weiterbildungssystem bietet IT-Fachkräften vielfältige Karrierewege und ermöglicht Betrieben zugleich eine bedarfsgerechte Qualifizierung ihres Personals. Mit den drei Stufen des IT-Weiterbildungssystems – den »IT-Spezialisten/IT-Spezialistinnen«, den »Operativen Professionals« und den »Strategischen Professionals« – stehen attraktive berufliche Entwicklungsmöglichkeiten aus verschiedenen Profilbereichen der IT in einem staatlich anerkannten bundeseinheitlichen System zur Verfügung.

Mit der Neuordnung des IT-Weiterbildungssystems soll der Bekanntheitsgrad gesteigert und eine tragfähige Säule der höherqualifizierenden Berufsbildung zur Erfolgsmarke ausgebaut werden. Durch die zunehmende Digitalisierung der Arbeitswelt besteht branchenübergreifend ein anhaltend hoher Bedarf an IT-Fachkräften, der durch die Entwicklung während der Corona-Pandemie noch einmal deutlich verstärkt wurde. Die Betriebe werden daher auch in Zukunft dringend hochqualifizierte Fachkräfte benötigen, die mit ihrem Qualifikationsniveau eine gleichwertige Alternative zu Absolventinnen und Absolventen des Hochschulbereichs bieten.

Die im vergangenen Jahr abgeschlossene Neuordnung der vier dualen IT-Berufe sowie die Novellierung des Berufsbildungsgesetzes stellen eine gute Ausgangslage für eine Neuausrichtung des IT-Weiterbildungssystems dar. Durch die Teilnahme an der Umfrage besteht die Möglichkeit, einen aktiven Beitrag zu einer neuen, betriebsnahen Qualifizierung der IT-Fachkräfte zu leisten, um das IT-Weiterbildungssystem als attraktive Option für die betriebliche Bedarfsdeckung und als ansprechende Perspektive zur Gestaltung individueller Karrierewege zu etablieren.

  (04.03.2021, prh)

Zur Umfrage

Weiterführende Informationen

 

Digitalisierungsgrad der Bevölkerung erreicht neuen Höchststand

D21 Digital Index 2020 21 200

Vor allem Junge und gut Gebildete fühlen sich als Gewinner*innen der Digitalisierung  

Die Studie D21-Digital-Index misst jährlich, wie stark die deutsche Gesellschaft den digitalen Wandel adaptiert. Der dafür erhobene Digital-Index liegt aktuell bei 60 von 100 Punkten (plus zwei Punkte im Vergleich zum Vorjahr). Der Index-Wert errechnet sich anhand von Fragen zu den Bereichen Zugang zur Digitalisierung, Nutzungsverhalten, digitale Kompetenz und Offenheit gegenüber Digitalthemen.

Der D21-Digital-Index ist eine Studie der Initiative D21, durchgeführt von Kantar und gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

Digitale Kompetenzen für Alltag und Arbeitswelt wichtiger denn je

Die Nutzung digitaler Anwendungen und Dienste stieg im durch Corona geprägten Jahr 2020 deutlich an – sowohl im Privaten als auch im Berufsleben, dort insbesondere bei Bürotätigkeiten. Alltägliche Aktivitäten verschoben sich stärker in den digitalen Raum, ob Kultur, Bildung, Kommunikation, Unterhaltung, Einkaufen oder Arbeit. Besonders stark stieg die Nutzung von Streamingdiensten (plus zwölf Prozentpunkte), digitalen Lernangeboten (plus elf Prozentpunkte) und von Sprachassistenten an (plus elf Prozentpunkte). Der Anteil der Menschen, die im Homeoffice arbeiteten, verdoppelte sich im Vergleich zum Vorjahr auf 32 Prozent (59 Prozent bei Bürojobs).

Digitale Spaltung bleibt Herausforderung: Ältere, niedrig Gebildete und Nichtberufstätige profitieren weniger von Digitalisierung

Mit einem Index-Wert von 60 Punkten weist die deutsche Gesellschaft insgesamt ein mittleres Digitalisierungsniveau auf. Der Anteil der Bürger*innen, die beim digitalen Wandel mithalten können, bzw. sich souverän und fortschrittlich darin bewegen, steigt. Doch es bleiben verschiedene digitale Spaltungen erkennbar und die Studie zeigt die Heterogenität der Digitalen Gesellschaft auf: Betrachtet man verschiedene soziodemografische Merkmale, sind starke Unterschiede im Digitalisierungsgrad ersichtlich.

Die Generation 14-29 Jahre weist mit 73 Index-Punkten einen hohen Digitalisierungswert auf, die Generation der über 70-Jährigen hat dagegen nur einen Index von 36. Nichtberufstätige verfügen mit 48 Index-Punkten über einen deutlich niedrigeren Wert als Berufstätige mit einem Index von 69. Formal niedrig Gebildete (42) und Menschen mit Nettoeinkommen unter 2.000 Euro (46) liegen ebenfalls unter dem Bundesdurchschnitt von 60.

Befragt, ob man glaubt, persönlich von der Digitalisierung zu profitieren, zeigen sich deutliche Unterschiede: Besonders die Jungen und gut Gebildeten fühlen sich als Gewinner*innen der Digitalisierung: So profitieren nach eigenen Angaben 79 Prozent der 20-29-Jährigen von der Digitalisierung, noch knapp die Hälfte (49 Prozent) der 60-69-Jährigen, aber nur noch 22 Prozent der über 70-Jährigen. Drei Viertel der höher Gebildeten sehen sich als Gewinner*innen (74 Prozent), von den Menschen mit mittlerer Bildung etwa die Hälfte (53 Prozent) und von den formal niedrig Gebildeten nur noch ein Drittel (32 Prozent). Unter den Berufstätigen glauben 66 Prozent, von der Digitalisierung zu profitieren (Berufstätige mit Bürotätigkeit: 78 Prozent), von den Nichtberufstätigen sind es 41 Prozent.

»Einige Gruppen profitieren stark von der Digitalisierung, andere noch nicht. Dieser digitalen Spaltung müssen wir entgegenwirken«, sagt Hannes Schwaderer, Präsident der Initiative D21. »Als Technologie-Nation werden wir zukünftig noch stärker auf Digitalisierung setzen und sie wird weiter an Geschwindigkeit gewinnen – sei es in der Arbeitswelt, im Gesundheitswesen oder im Alltag. Dafür braucht Deutschland dringend eine Digitale-Kompetenz-Agenda, sowohl für den beruflichen als auch den privaten Bereich. Unsere Erhebungen zeigen vor allem großen Unterstützungsbedarf bei den niedrig Gebildeten, Nichtberufstätigen und bei den älteren Generationen über 70 Jahren.«

Trotz Corona bleibt digitaler Austausch mit Ärzt*innen Randphänomen

Die Studie untersucht zudem jährlich einzelne aktuelle Fragestellungen aus verschiedenen Bereichen der Gesellschaft, in diesem Jahr liegt ein Schwerpunkt auf dem Bereich digitale Gesundheit. Die Bereitschaft, sich per Videosprechstunde von Ärzt*innen behandeln zu lassen, stieg auf 34 Prozent an (plus acht Prozentpunkte) und ist am ehesten bei Menschen in jüngerem und mittlerem Alter vorhanden. Die tatsächliche Nutzung ist allerdings noch sehr gering: Nur fünf Prozent derjenigen, die während der Corona-Zeit einen Kontakt mit medizinischem Personal hatten, der nicht vor Ort stattfand, nutzten dafür eine Videosprechstunde. Nur etwas mehr als die Hälfte (55 Prozent) vertraut bei der Nutzung von Gesundheitsanwendungen auf die Einhaltung der Datenschutzbestimmungen.

Insgesamt wünscht sich ein Drittel der Bevölkerung (32 Prozent) eine stärkere Digitalisierung des Gesundheitswesens (Jüngere deutlich häufiger als Ältere). 23 Prozent gaben an, dass sich ihre Aufgeschlossenheit gegenüber der Digitalisierung im Gesundheitswesen durch Corona erhöht hat. Mehr als ein Drittel (36 Prozent) befürchten allerdings auch, durch mehr Verlagerung von Gesundheitsangelegenheiten auf das Internet, von einigen Versorgungen abgeschnitten zu werden.

Digitaler Schub in der Arbeitswelt, zwei Drittel erleben Hürden beim Schulunterricht

Anders als im Privaten, sind die Bereiche Arbeit und Schule bisher noch weniger stark von der Digitalisierung durchdrungen und stehen damit vor noch größeren Veränderungen. In der Arbeitswelt zeigen sich bei Bürotätigkeiten deutliche Sprünge in der Nutzung von Homeoffice und mobilem Arbeiten (+17 Prozentpunkte auf 32 Prozent aller Berufstätigen). Besonders die Ausstattung mit Kollaborationstools oder Videokonferenztools nahm deutlich zu (+17 Prozentpunkte auf 33 Prozent bzw. +15 Prozentpunkte auf 26 Prozent).

Beim digitalen Unterricht berichteten zwei Drittel (68 Prozent) der Beteiligten (Lehrkräfte, Schüler*innen, Eltern) von Hürden. Am häufigsten nannten die Befragten uneinheitliches Vorgehen (42 Prozent), mangelnde Hardware oder Internetausstattung waren für 16 bzw. 14 Prozent ein Problem, wobei Lehrkräfte dem überdurchschnittlich oft zustimmten. Die Offenheit für mehr Digitalisierung des Schulunterrichts und für verbindliche Fortbildungen für Lehrkräfte ist in der gesamten Bevölkerung sehr hoch (74 bzw. 78 Prozent). 60 Prozent glauben, dass die Corona-Situation Ungerechtigkeiten in der Bildung verschärft. Nur 32 Prozent haben Zutrauen in die Schulen beim Vermitteln der benötigten Digitalfähigkeiten, ein Rückgang um 4 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr.

  (03.03.2021, prh/d21)

Digital-Index 2020/21 (PDF, 68 Seiten)

 

Noch einfacher nach der passenden Weiterbildung suchen

IWWB-LogoNeue Funktionen und ein moderneres Design: Das InfoWeb Weiterbildung (IWWB) wurde komplett überarbeitet. Interessierte können jetzt noch einfacher in den zirka 4 Millionen Kursangeboten der Metasuchmaschine nach Weiterbildungen suchen. Dafür sorgen unter anderem ein interaktiver Merkzettel und eine enge Verzahnung mit Beratungsstellen.

Sobald die Nutzer*innen des Online-Angebots nun einen interessanten Kurs anwählen, wird er automatisch auf dem virtuellen Merkzettel notiert. Diese unterstützende Übersicht kann von fast allen Seiten des IWWB erreicht, ergänzt und bearbeitet werden. Außerdem neu: Auf der Suche nach passenden Weiterbildungen zeigt das IWWB mit den Ergebnissen zugleich eine ortsnahe Beratungsstelle an. Interessierte sehen so auf einen Blick, wo sie bei Bedarf weiterführende Informationen erhalten. Das Design der Suchmaschine wurde für mobile Endgeräte optimiert, besonders die Darstellung auf dem Smartphone erfolgt jetzt passgenau. Auch mit Elementen wie einem Burger-Menü oder einer minimalen Anzahl von Eingabefeldern entspricht das IWWB nun aktuellen Nutzungsgewohnheiten.

Das InfoWeb Weiterbildung ist ein Angebot des Deutschen Bildungsservers. Die seit 20 Jahren bestehende und stetig verbesserte Metasuchmaschine erlaubt mit einer Abfrage die Suche in regionalen und überregionalen Weiterbildungsdatenbanken von derzeit 82 kooperierenden Institutionen. Neben der Kursübersicht bietet das IWWB außerdem ein Verzeichnis aller Weiterbildungsberatungsstellen in Deutschland und eine Zusammenstellung der Förderangebote von Bund und Ländern zur Finanzierung von Weiterbildungen. In einem redaktionell betreuten Bereich werden tagesaktuell Nachrichten und Veranstaltungshinweise rund um das Thema der beruflichen Weiterbildung veröffentlicht.

Wer sich einen näheren Eindruck von den neuen Möglichkeiten des IWWB verschaffen möchte, erhält dazu am 24. März – dem Deutschen Weiterbildungstag – eine besondere Gelegenheit. In Video-Sprechstunden werden an dem Tag die wichtigsten Funktionen und Services des IWWB erläutert. Diese Tutorials bietet der Deutsche Bildungsserver im Rahmen des Programms zum Deutschen Weiterbildungstag des Informationsportals für Lehrende in der Erwachsenen- und Weiterbildung »wb-web.de« an. Das wb-web.de ist ein Angebot des »Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung – Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen« (DIE).


Wer an den Tutorials gern teilnehmen möchte, kann sich über den Link unten registrieren oder schickt eine E-Mail an: hirschmann@dipf.de

(01.03.2021, prh/dipf)

Anmeldung zu den Tutorials

 

DGB fordert Weiterbildungsoffensive

DGB

Fast eine Million Menschen waren im Januar 2021 ein Jahr oder länger arbeitslos. Geringqualifizierte sind besonders betroffen. Mehr als die Hälfte der Langzeitarbeitslosen haben keinen oder keinen verwertbaren Berufsabschluss – gegenüber dem Vorjahr ein Anstieg um 37,9 Prozent. Um dem gegenzusteuern werden nach Ansicht des DGB eine Qualifizierungsoffensive und dringend mehr Weiterbildungsangebote benötigt.

Aktuell federt das Kurzarbeitergeld die extremen Belastungen durch die Pandemie überwiegend ab. Die Arbeitslosigkeit steigt insgesamt weniger als ursprünglich befürchtet. Trotzdem fallen viele Neueinstellungen weg, weil Unternehmen zunächst versuchen, ihre Beschäftigten zu halten.

So steigt die Gefahr der Verfestigung der Arbeitslosigkeit und auch des Anwachsens der sogenannten Sockelarbeitslosigkeit. Aktuell gibt es bereits 265.644 Langzeitarbeitslose mehr als im Januar 2020. Allein 821.113 der aktuell rund 1 Million werden durch Jobcenter betreut. Damit sie wieder in Arbeit vermittelt werden können, fordert der DGB eine Weiterbildungsoffensive.


Arbeitsplätze im Helferbereich fallen weg; Zuwanderung von Fachkräften nimmt ab

Es sei offensichtlich, dass mit der Digitalisierung und dem Strukturwandel vor allem Arbeitsplätze im Helferbereich wegfallen werden. Genau dies seien aber Arbeitsplätze, die vorrangig für Geringqualifizierte zur Verfügung standen. Menschen, die hier ohne Berufsausbildung beschäftigt sind, werden besonders von Arbeitslosigkeit bedroht. Sie hätten es zudem ungleich schwerer, wieder in Arbeit zu kommen.

Außerdem geraten Menschen mit geringer Qualifikation in Gefahr, ihre prekäre Situation durch schnelle Vermittlung zu verfestigen und sich so langfristig von der Entwicklung des Arbeitsmarktes abzukoppeln. Dem gelte es dringend gegenzusteuern.

Die Fachkräftezuwanderung wird auf Grund der Pandemie und den damit verbundenen Einschränkungen, aber auch wegen der wirtschaftlichen Entwicklung in den bisherigen Herkunftsländern geringer ausfallen wird, als bisher angenommen.


Nach der Pandemie: mehr Fachkräfte gesucht

Es werde erwartet, dass die Wirtschaft nach Ende der Pandemie wieder deutlich stärker wächst. Auch jetzt schon suchen einige Wirtschaftsbranchen händeringend nach Fachkräften, so dass deren Bedarf weiter steigen wird. Das sind nicht nur Branchen, die im Hochtechnologiesektor zu finden sind, sondern darüber hinaus auch soziale und Dienstleistungsbereiche sowie Bereiche, die in der Vergangenheit schon konstant unter Arbeitskräftemangel gelitten haben.


Daher fordert der DGB:

  • »Corona-bedingte Arbeitslosigkeit bei gleichzeitigen Strukturveränderungen braucht besondere Maßnahmen, die schnell mit Eintritt der Arbeitslosigkeit greifen müssen, um einen nachhaltigen Wiedereinstieg zu ermöglichen.
  • Das Recht auf berufliche Beratung muss rechtskreisübergreifend verknüpft werden mit dem Recht auf Förderung, wenn Qualifizierung für den nachhaltigen beruflichen Wiedereinstieg notwendig ist.
  • Für Langzeitarbeitslose muss jetzt ein Qualifizierungsvorrang gelten gegenüber einer schnellen Vermittlung.
  • Damit Qualifizierung und Weiterbildung gegenüber einer schnellen Vermittlung auch für Arbeitslose attraktiver wird, fordert der DGB, jetzt einen Qualifizierungsbonus einzuführen, der Weiterbildung belohnt und das Durchhalten einer Qualifizierung auch finanziell unterstützt. Der SGB-II-Regelsatz reicht dafür nicht aus.
  • Es braucht jetzt eine Qualifizierungsoffensive als Voraussetzung für die Sicherung der Wirtschaftskraft und damit auch des Standortes Deutschland.«

  (01.03.2021, prh/dgb)

QUELLE: DGB

 

Digitalisierung fordert Aus- und Weiterbildung heraus

EFI Jahresgutachten 2021

Das neue Jahresgutachten der Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) behandelt in einem Schwerpunkt, welche Herausforderungen für die berufliche Aus- und Weiterbildung in Deutschland sich aus der fortschreitenden Digitalisierung in der Wirtschaft und an den Arbeitsplätzen ergeben.

Prof. Holger Bonin, Forschungsdirektor am Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA) in Bonn, fasst die Beschäftigungsfolgen des Übergangs zur digitalen Arbeitswelt zusammen: »Die Arbeit wird uns auf absehbare Zeit nicht ausgehen. Im Transformationsprozess fallen aber viele etablierte Arbeitsplätze weg, während in anderen Teilen der Wirtschaft neue entstehen. Da die neuen Jobs ganz andere Fähigkeiten verlangen als die bisherigen, entsteht ein großer Bedarf an Weiterbildung. Gleichzeitig geht der Trend hin zu weniger Routinearbeit. Damit steigen die Anforderungen an die berufliche Handlungskompetenz.« Zunehmend gebraucht würden deshalb nicht nur für die Gestaltung von transformativen Technologien notwendige technologische und digitale Fähigkeiten, betont Prof. Till Requate von der Universität Kiel, »sondern verstärkt auch sogenannte klassische Kernfähigkeiten: Problemlösungsfähigkeit, Kreativität, Eigeninitiative, Anpassungsfähigkeit und Durchhaltevermögen«.

»Nach Einschätzung der EFI ist die Entwicklung dieser Kernfähigkeiten nicht nur entscheidend, um die individuellen Beschäftigungs- und Karrierechancen in der digitalisierten Arbeitswelt zu sichern«, so Requate. »Nur wenn diese Kernfähigkeiten in der Erwerbsbevölkerung ausreichend verfügbar sind, können sich die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Potenziale der neuen Technologien voll entfalten und die Digitalisierung zügig in alle Teile der Wirtschaft vordringen. Dies dient ja gerade auch der Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands.« Deswegen ist es der EFI so wichtig, dass das System der beruflichen Aus- und Weiterbildung in Deutschland mit den Veränderungen von Wirtschaft und Arbeitswelt durch die Digitalisierung Schritt hält. »Hierfür müssen Inhalte und Strukturen der beruflichen Aus- und Weiterbildung weiterentwickelt und so gestaltet werden, dass die Kernfähigkeiten für die digitalisierte Arbeitswelt bedarfsgerecht vermittelt werden«, so Arbeitsmarkexperte Bonin. Dabei komme den Unternehmen und den im Erwerbsleben stehenden Menschen eine tragende Rolle zu. Jedoch brauche es unbedingt auch von öffentlichen Stellen ausgehende Impulse, um die Anpassungsbereitschaft und die Rahmenbedingungen dafür zu stärken.

Vor diesem Hintergrund empfiehlt die EFI eine Reihe von Maßnahmen:

Ausbildungsgestaltung an die Digitalisierung anpassen
Bei der Anpassung der Ausbildungsgestaltung sollten vor allem kleine und mittlere Unternehmen (KMU) durch Beratung und Hilfen Unterstützung erhalten. Dafür müssten, so die EFI, Ausbildungsverbünde mit stärker digitalisierten Betrieben, aber auch die Vernetzung mit digitalen Bildungsorten stärker gefördert werden.

Berufsausbildungspersonal und Berufsschulen fit für die Digitalisierung machen
Aus- und Fortbildung des Berufsausbildungspersonals sollte noch stärker auf die neuen inhaltlichen und methodischen Anforderungen durch die Digitalisierung ausgerichtet werden. »Flankierend dazu ist es dringend erforderlich, die Berufsschulen flächendeckend mit einer leistungsfähigen digitalen Infrastruktur, modernen Medien und Zugängen zu hochwertiger Lernsoftware auszustatten«, erklärt Prof. Requate. »Die hierfür im Rahmen des ‚DigitalPakt Schule‘ bereitgestellten Mittel sind dafür aus unserer Sicht nicht ausreichend.«

Berufliche Anpassungsfähigkeit durch flexible Zusatzqualifikationen stärken
Berufliche Ausbildung muss sich flexibel an die durch die digitale Transformation verändernden Anforderungen anpassen. Die EFI empfiehlt daher, das Angebot an flexiblen Wahlmodulen und Zusatzqualifikationen im Rahmen der beruflichen Ausbildung auszubauen und zur berufsbezogenen Weiterbildung hin zu öffnen.

Berufliche Mobilität durch präventive Anpassungsweiterbildung steigern
Bei der Förderung der beruflichen Weiterbildung schlägt die EFI vor, Brückenlösungen zu entwickeln und zu erproben, die den vom technologischen Wandel betroffenen Beschäftigten frühzeitig den Wechsel zu einem neuen Unternehmen erleichtern. »Die vorhandenen Förderinstrumente sind nämlich stark auf eine Weiterbeschäftigung beim aktuellen Arbeitgeber ausgerichtet, auch wenn der vielleicht nicht die besten Zukunftsperspektiven bietet«, erklärt Prof. Bonin. »Sie setzen zudem oft erst ein, wenn es für eine berufliche Neuorientierung eigentlich schon zu spät ist.«

Monitoring von beruflichen Fähigkeiten ausbauen
Die EFI hält es für sinnvoll, die von den Arbeitgebern geforderten und bei den Beschäftigten vorhandenen Fähigkeiten regelmäßig und in großer Breite zu erfassen. »Ein hochwertiges Monitoring-System kann nämlich dazu beitragen kann, die Aus- und Weiterbildung passgenauer auf veränderte Anforderungen in der digitalisierten Arbeitswelt auszurichten«, so Professor Uwe Cantner von der Universität Jena und Vorsitzender der EFI. Daher begrüße man Initiativen, Daten der Bundesagentur für Arbeit, von Unternehmen und aus sozialen Netzwerken für diesen Zweck zu erschließen und auszuwerten.

Strukturen zur Orientierung über berufsbezogene Weiterbildung verbessern
Die EFI weist darauf hin, dass die Agenturen für Arbeit als lokale Anlaufstellen künftig auch die Orientierung über die berufsbezogene Weiterbildung von Beschäftigten übernehmen könnten. Arbeitsmarktexperte Bonin betont jedoch: »Um Interessenkonflikten vorzubeugen, muss man hierbei die Beratung über die individuelle berufsbezogene Weiterbildung organisatorisch strikt von diesbezüglichen Fördermaßnahmen trennen.« Er schließt für das Team der EFI mit einem Appell an Politik und Wirtschaft: »Wir müssen es schaffen, unser Aus- und Weiterbildungssystem schnell und agil auf die Anforderungen der Digitalisierung auszurichten. Die Fachkräftebasis ist ein zentraler Faktor, damit die deutsche Volkswirtschaft schneller und stärker aus der digitalen Transformation hervorgeht. Die Gewinner sind dann auch die Erwerbstätigen. Denn Qualifizierung bedeutet auch in Zukunft bessere Arbeit und höhere Einkommen.«

  (25.02.2021, prh)

EFI Jahresgutachten 2021 (PDF, 164 Seiten)

siehe auch: EFI-Gutachten 2021 gibt wichtige Impulse für moderne Aus- und Weiterbildung im digitalen Zeitalter

 

EU muss mehr digitale Kompetenzen fördern

Hände am Notebook

Europäischer Rechnungshof: Größere Anstrengungen notwendig, um alle Europäer mit grundlegenden digitalen Kompetenzen auszustatten  

In der Welt von heute werden digitale Kompetenzen immer wichtiger. Jedoch gab es in der EU in den letzten Jahren nur geringe Fortschritte bei der Verbesserung der grundlegenden digitalen Kompetenz von erwachsenen Europäern. Die EU-Kommission hat die Mitgliedstaaten zwar unterstützt und ihnen Orientierungshilfen an die Hand gegeben, die Zahl der von der EU finanzierten Projekte, die konkret auf die grundlegenden digitalen Kompetenzen Erwachsener abgestellt sind, ist allerdings relativ gering.

Der Europäische Rechnungshof hat aktuell eine Analyse der vergangenen und der für die Jahre 2021-2027 geplanten Maßnahmen der EU zur Verbesserung der digitalen Kompetenzen von Erwachsenen durchgeführt.

Im Jahr 2019 verfügten mehr als 75 Millionen Erwachsene im erwerbsfähigen Alter in Europa nicht über mindestens grundlegende digitale Kompetenzen. Dies gilt insbesondere für ältere Menschen, Personen mit niedrigem Bildungsniveau und Arbeitslose. Gleichzeitig erfordern über 90 % der Arbeitsplätze bereits zumindest grundlegende digitale Kompetenzen.

»Durch die COVID-19-Pandemie ist einmal mehr deutlich geworden, wie wichtig grundlegende digitale Kompetenzen für die Bürgerinnen und Bürger sind«, so Iliana Ivanova, das für die Analyse zuständige Mitglied des Europäischen Rechnungshofs. »Wir stellen fest, dass Erwachsene mit höherer digitaler Kompetenz leichter Arbeit finden und mehr verdienen als vergleichbare Personen mit geringerer digitaler Kompetenz. Unsere Analyse zeigt, dass die EU die Bedeutung grundlegender digitaler Kompetenzen für alle Bürgerinnen und Bürger seit Langem erkannt hat, aber noch viel getan werden muss. Jetzt ist der ideale Zeitpunkt, um diese Thematik in den Fokus zu rücken und ich hoffe, unsere Analyse ist unseren wichtigsten Interessenträgern in ihren Vorbereitungen für den Beginn des neuen Programmplanungszeitraums 2021-2027 von Nutzen.«

Bildung und Berufsbildung liegen in der Verantwortung der Mitgliedstaaten. Das Ausmaß der digitalen Kluft zwischen Personen mit und jenen ohne grundlegende digitale Kompetenzen unterscheidet sich jedoch erheblich je nach Mitgliedstaat. Den von der Kommission verwendeten Indikatoren zufolge hat sich das Niveau der grundlegenden digitalen Kompetenzen in den Mitgliedstaaten in den letzten Jahren nicht wesentlich verbessert.

Ab 2015 hat die EU-Kommission eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um die digitalen Kompetenzen der Bürgerinnen und Bürger anzuheben. Infolgedessen boten nationale Projekte im Zuge der Initiative »Koalition für digitale Kompetenzen und Arbeitsplätze« zwischen 2016 und 2018 beinahe 11 Millionen Europäern aller Altersgruppen die Möglichkeit, ihre digitale Kompetenz zu verbessern. Rund die Hälfte davon waren Lernende der Primar- und Sekundarstufe. Es liegen keine Daten vor, wie sich solche Tätigkeiten letztendlich auf die Ziele der Initiative ausgewirkt haben.

Tätigkeiten im konkreten Bereich der grundlegenden digitalen Kompetenzen für Erwachsene sind üblicherweise Teil breiter angelegter Initiativen. Dies macht es in der Regel unmöglich, den Gesamtbetrag der EU-Mittel, die allein für diesen Bereich ausgegeben wurden, zu ermitteln. Dennoch lassen die vorliegenden Daten vermuten, dass die speziell für die Anhebung der digitalen Kompetenzen von Erwachsenen zugewiesenen Mittel relativ gering ausfallen: Beispielsweise machten Projekte, die sich speziell mit der Vermittlung digitaler Kompetenzen in den Mitgliedstaaten befassten, trotz ihrer Schwerpunktstellung nur etwa 2 % der gesamten ESF-Mittel für den Zeitraum 2014-2020 aus.

Für die Jahre 2021–2027 hat die EU-Kommission erstmals ein konkretes Ziel festgelegt, um den Anteil der Bürgerinnen und Bürger mit grundlegenden digitalen Kompetenzen zu erhöhen, und zwar von 56 % im Jahr 2019 auf 70 % im Jahr 2025. Um die Gesetzgeber und die an der Programmplanung und -umsetzung beteiligten Behörden zu unterstützen, zeigen die Prüfer einige Herausforderungen auf. Diese Herausforderungen betreffen die Zuweisung konkreter Beträge zukünftiger EU-Programme, die Definition von Unterzielen und Meilensteinen und die einheitliche Bewertung digitaler Kompetenzen in einem sich ständig und schnell wandelnden digitalen Umfeld.

Hintergrund
Diese Analyse ist nicht das Ergebnis einer Prüfung, sondern versteht sich als Analyse überwiegend öffentlich zugänglicher Informationen. Sie enthält keine Bewertung von durch die EU-Kommission in diesem Bereich ergriffenen Maßnahmen oder Empfehlungen. Die Prüfer untersuchten die Entwicklung der grundlegenden digitalen Kompetenzen Erwachsener im erwerbsfähigen Alter (25 bis 64 Jahre) der letzten Jahre vor dem Hintergrund der von der EU seit 2010 in diesem Bereich ergriffenen Maßnahmen, wobei ihr besonderes Augenmerk den letzten 5 Jahren gilt.

Die langfristige, übergeordnete Strategie der EU, Europa 2020, die von 2010 bis 2020 lief, beinhaltete die Digitale Agenda für Europa als eine ihrer sieben »Leitinitiativen«. Der EU kommt daher auch eine Rolle bei der Unterstützung der Mitgliedstaaten bei der Bewältigung gemeinsamer Herausforderungen wie den alternden Gesellschaften, Qualifikationsdefiziten, technologischen Entwicklungen und dem Wettbewerb auf globaler Ebene zu.


(24.02.2021, prh)

Maßnahmen der EU für mehr digitale Kompetenz (PDF, 60 Seiten)

vgl.: EU-Kommission zum europäischen Bildungsraum und zu digitalen Kompetenzen

 

INVITE: Digitale Plattform Berufliche Weiterbildung

Nationale WB Strategie

Startschuss für Gewinnerprojekte des Innovationswettbewerbs INVITE  

Mit dem Innovationswettbewerb INVITE (Digitale Plattformen Berufliche Weiterbildung) soll ein Beitrag zur Optimierung eines innovativen digitalen und sicheren Bildungsraums der berufsbezogenen Weiterbildung geleistet werden.

Ziel ist die Vernetzung sowie die Weiterentwicklung von internetbasierten Plattformen, Applikationen und Diensten (z.B. Suchmaschinen) sowie die Entwicklung innovativer digitaler Lehr- und Lernangebote.

Mit der Förderrichtlinie zum Innovationswettbewerb INVITE werden folgende Handlungsbedarfe der Nationalen Weiterbildungsstrategie aufgegriffen:

  • Verbesserung der Kohärenz im digitalen Weiterbildungsraum für eine breite Zielgruppe durch die Vernetzung von Weiterbildungsplattformen
  • Qualitative Verbesserung bestehender Weiterbildungsplattformen (aus Nutzerperspektive) durch die Entwicklung und Erprobung plattformbezogener Innovationen
  • Erhöhung der Weiterbildungsbeteiligung und des individuellen Lernerfolgs durch die Entwicklung und Erprobung von durch Künstliche Intelligenz (KI)-unterstützten Lehr-/Lernangeboten

Ein Metavorhaben wird für die Projekte und darüber hinaus Standards für die Gestaltung eines innovativen digitalen Weiterbildungsraums identifizieren.

Die Resonanz auf den Wettbewerb war sehr groß: So haben sich über 400 Institutionen mit insgesamt 107 Projektskizzen am Wettbewerb beteiligt. Die nun ausgewählten Vorhaben seien technologisch innovativ, und sie beinhalteten für die berufsbezogene Weiterbildung vielversprechende strukturelle und didaktische Entwicklungsansätze, heißt es hierzu aus dem Bildungsministerium.

Die eingereichten Projektskizzen wurden von einer das BMBF beratenden Jury begutachtet. Unter Berücksichtigung der erarbeiteten Förderempfehlung hat das Ministerium Gewinnerskizzen zur Förderung ausgewählt, die nun in einem zweiten Schritt in einen formalen Förderantrag überführt werden.

Hintergrund
Die INVITE-Projektförderung startet ab dem 01. März 2021. Für die Projekte in den drei Entwicklungsfeldern beträgt die Laufzeit 36 Monate, die Begleitforschung umfasst eine Laufzeit von 42 Monaten.

Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) ist mit der fachlichen und administrativen Begleitung des Wettbewerbs beauftragt.

INVITE ist eingebettet in die Nationale Weiterbildungsstrategie und in die Digitalstrategie des BMBF. Mit der Entwicklung innovativer digitaler Lösungen für die Herausforderungen berufsbezogener Weiterbildung soll die Förderung dazu beitragen, sichere digitale Bildungsräume zu schaffen.


(23.02.2021, prh)

INVITE-Gewinnerprojekte (PDF, 4 Seiten)

Weiterführende Informationen zu INVITE

Nationale Weiterbildungsstrategie

 

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Auf den Inhalt kommt es (nicht) an?! (Online)

vom 15.04.2021 um 16:00 Uhr bis zum 15.04.2021 um 18:00 Uhr

Diese digitale Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Steffi Robak vom Institut für Berufspädagogik und Erwachsenenbildung der Leibniz Universität Hannover am 15.04.2021 von 16 bis 18 Uhr statt.

Weitere Informationen zum Inhalt der Veranstaltung folgen.

Anmeldungen ab sofort möglich.

 

Children at Risk (Online-Vortragsreihe)

vom 27.04.2021 um 16:00 Uhr bis zum 27.04.2021 um 17:00 Uhr

Children at Risk: Aktuelle Herausforderungen und Perspektiven für die Gestaltung von Bildungsprozessen

Die Vortragsreihe – ein Kooperationsprojekt der Goethe-Universität Frankfurt, der Hessischen Lehrkräfteakademie und dem IDeA-Zentrum – startet im April 2021. In diesem Jahr stellt sie Kinder mit Bildungsrisiken in den Fokus. Dass insbesondere für sie Schule mehr ist als Unterricht, haben die im Zuge der Pandemiebekämpfung erlassenen Schulschließungen deutlich gemacht.

In fünf öffentlichen Vorträgen und einer Podiumsdiskussion zeigen Expert*innen aus verschiedenen Bereichen von Bildungsforschung und Bildungspraxis konkrete Herausforderungen auf und lenken den Blick nach vorne, um die Erfahrungen aus den vergangenen Monaten für die Zukunft fruchtbar zu machen.

Alle Programm-Informationen, weitere Termine und Anmeldemöglichkeit hier...

 

Wenig Geld bewegt viel: Finanzierung der Erwachsenenbildung (Online)

vom 12.05.2021 um 16:00 Uhr bis zum 12.05.2021 um 18:00 Uhr

Diese digitale Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Steffi Robak vom Institut für Berufspädagogik und Erwachsenenbildung der Leibniz Universität Hannover am 12. Mai 2021 von 16 bis 18 Uhr statt.

Weitere Informationen zum Inhalt der Veranstaltung folgen.

Anmeldungen ab sofort möglich.

 

LEARNTEC 2021 (Karlsruhe)

vom 22.06.2021 bis zum 24.06.2021

Die Corona-Pandemie trifft die Messebranche besonders schwer, viele Veranstaltungen wurden bereits abgesagt oder verschoben.

Findet die LEARNTEC statt?

Messe Karlsruhe verschiebt LEARNTEC auf 22. bis 24. Juni 2021

Der aktuelle Verlauf der Corona-Pandemie sowie die hieraus folgenden Maßnahmen für das öffentliche Leben sind der Grund, dass die Messe Karlsruhe die LEARNTEC neu terminiert hat. Die Fachmesse und der begleitende Kongress finden nun vom 22. bis 24. Juni 2021 in der Messe Karlsruhe statt.

 

 

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