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Neuigkeiten & Termine

UPDATE: Sind Weiterbildungen während Corona erlaubt? Einschränkungen der Bundesländer

Aktuelle Informationen zum Status pandemiebedingter Regelungen im Weiterbildungsbereich der Bundesländer

STATUS: Präsenzunterricht in Weiterbildungseinrichtungen ist unter Beachtung bestimmter Voraussetzungen (Hospitalisierungsrate, Hygienevorschriften etc.) meist möglich.

Einen jeweils aktuellen Überblick der Bundesländer-Verordnungen finden Sie in einer Tabelle, die unten als PDF-Datei heruntergeladen werden kann. Für weitere Details benutzen Sie bitte die angegebene Quelle und achten dabei auf den angegebenen Informationsstand.

Neu: Die Regelungen in den Pandemieverordnungen richten sich zukünftig nach der Hospitalisierungsrate der jeweiligen Bundesländer! Wörtlich heißt es in dem Bund-/Länder-Beschluss vom 18.11.2021:

Die Länder werden (..), sofern noch nicht geschehen, wenn die für das jeweilige Land ausgewiesene Hospitalisierungsrate den Schwellenwert 3 überschreitet, den Zugang zu Freizeitveranstaltungen und -einrichtungen, Kulturveranstaltungen und -einrichtungen, Sportveranstaltungen und -ausübungen, gastronomischen Einrichtungen und übrigen Veranstaltungen - in Innenräumen -, sowie grundsätzlich zu körpernahen Dienstleistungen und Beherbergungen auf Geimpfte und Genesene (flächendeckende 2G-Regelung) beschränken, um die Infektionsdynamik zu brechen.

Ergänzend wurde in der MP-Konferenz vom 2.12.2021 unter Punkt 6 festgelegt:

Bundesweit ist der Zugang zu Einrichtungen und Veranstaltungen der Kultur- und Freizeitgestaltung (Kinos, Theater, Gaststätten, etc.) inzidenzunabhängig nur für Geimpfte und Genesene (2G) möglich. Ergänzend kann ein aktueller Test vorgeschrieben werden (2GPlus). Hierzu sind Ausnahmen für Personen, die nicht geimpft werden können und für Personen, für die keine allgemeine Impfempfehlung vorliegt, vorzusehen. Darüber hinaus sind Ausnahmen für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren möglich.

Weitere Einschränkungen werden mit Erreichen/Überschreiten einer Hospitalisierungsrate von 6 und 9 vorgegeben. Dies ist jeweils zusätzlich(!) zu den in den Landesverordnungen angeführten Bestimmungen zu beachten.

Wir aktualisieren unsere Übersicht kontinuierlich.
Falls Sie Kenntnis von neuen Änderungen erhalten, freuen wir uns über eine Nachricht an die Redaktion.

Keine Rechtsberatung oder -auskunft! Alle Angaben ohne Gewähr. Irrtum vorbehalten.
Zuletzt geänderte Landesverordnungen: Baden-Württemberg, Berlin und Thüringen.

Letzte Aktualisierung: 
24.01.2022    
 
(24.01.2022, prh/wp)

Pandemieverordnungen nach Bundesländern - Stand: 24.01.2022 (PDF, 4 Seiten)

 

DIE-Weiterbildungskataster: Erste Befunde

DIE

Der vom Deutschen Institut für Erwachsenenbildung (DIE) veröffentlichte Artikel stellt die ersten Ergebnisse einer Katastererhebung von Erwachsenenbildungsanbietern in Deutschland vor.

Das Kataster, das insgesamt fast 60.000 Weiterbildungsanbieter in Deutschland erschlossen hat, wurde im Rahmen einer Studie entwickelt, die sich den Qualifikationen, den Beschäftigungsbedingungen und den Kompetenzen der Lehrkräfte in der Erwachsenen- und Weiterbildung widmet. Eine Erfassung der Weiterbildungseinrichtungen ist dafür eine notwendige Voraussetzung, da das Lehrpersonal nur über die sie beschäftigenden Organisationen erreicht werden kann.

Zunächst wird die Bedeutung eines aktuellen und vollständigen Katasters der Anbieter von Weiterbildungseinrichtungen in Deutschland vor dem Hintergrund des aktuellen Forschungsstandes und seiner Systematisierung erarbeitet. Bisherige Abgrenzung, Erfassung und Kategorisierung der Population der organisierten Weiterbildung werden nachgezeichnet und die daraus resultierenden Desiderate abgeleitet. Im Anschluss daran erfolgt eine Beschreibung des methodischen Vorgehens bei der Erstellung, Überprüfung, Hochrechnung und Gewichtung des Katasters.

Darauf aufbauend werden zunächst Informationen über die Anzahl der Weiterbildungsanbieter und der Beschäftigungsverhältnisse des Lehrpersonals ausgewiesen und anschließend differenziert ausgewertet, insbesondere im Hinblick auf ihre regionale Verteilung. Schließlich werden Zusammenhänge für die Organisations-, Professionalisierungs- und Systemforschung der Erwachsenenbildung dargestellt.

(19.01.2022, prh)

Artikel »Weiterbildungsanbieter in Deutschland« (PDF, 28 Seiten)

 

Neue DIE-Trendanalyse »Trends der Weiterbildung« erschienen

Trends der Weiterbildung

Das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung (DIE) hat in seiner Reihe »Daten und Berichte zur Weiterbildung« die vierte Ausgabe der Trendanalyse »Trends der Weiterbildung« veröffentlicht.

Die DIE-Trendanalyse dokumentiert Strukturen, Prozesse und Resultate der Weiterbildung auf der Grundlage von Daten der Bildungsberichterstattung und aktuellen Befunden der Bildungsforschung. Durch eine Bündelung des gesicherten, oft aber verstreuten oder schwer zugänglichen Wissens über die Weiterbildung in Deutschland schafft das Buch eine Informationsbasis für Entscheidungen in Politik und Praxis.

Darüber hinaus werden aktuelle Trends in den Bereichen Angebots- und Teilnahmestrukturen, Einrichtungen, Personal und Finanzierung vorgestellt. Eigene Kapitel widmen sich der Konzeption der Berichterstattung, Rahmenbedingungen der Weiterbildung und den Folgen der Corona-Pandemie für den Bildungsbereich.

Damit bietet die Trendanalyse Akteur*innen aus Praxis, Politik und Forschung eine empirische Grundlage für die Einschätzung und Steuerung von künftigen Entwicklungen in der Weiterbildungslandschaft.

Auch das InfoWeb Weiterbildung findet im Abschnitt »Informations- und Beratungsmöglichkeiten für Weiterbildungsinteressierte« vielfache Erwähnung. Der Bericht befasst sich u.a. auch mit aktuellen Entwicklungen, etwa den Folgen durch pandemiebedingte Einschränkungen von Präsenzseminaren und der wachsenden Herausbildung von Online-Formaten in der Weiterbildung.

Der Bericht steht kostenfrei zum Download zur Verfügung. (19.01.2022, prh)

DIE-Trendanalyse »Trends der Weiterbildung« (PDF, 295 Seiten)

 

Studierende wünschen sich auch nach der Pandemie mehr digitales Lernen

Hörsaal

Studie: Studierende wünschen sich auch nach der Pandemie mehr digitales Lernen

Auch im zweiten Jahr der Corona-Pandemie sind die Studierenden in Deutschland zufrieden mit dem Krisenmanagement ihrer Hochschule. Dies zeigt eine CHE-Befragung von rund 6.000 Masterstudierenden aus den Fächern Mathematik, Informatik und Physik. Für die Zukunft erhoffen sie sich mehr digitale Elemente und Formate im Lehrbetrieb als vor der Pandemie. Vier von fünf Studierenden wünschen sich dauerhaft eine Mischung aus Präsenz und Online.

Viele Studierende in Deutschland befinden sich mittlerweile im vierten Semester unter Corona-Bedingungen. Während dieser Zeit erlebten sie sowohl Präsenzphasen als auch komplett digitale Seminare im Lockdown.

»Nach mehr als anderthalb Jahren im Zeichen der Corona-Pandemie sind die Studierenden an deutschen Hochschulen insgesamt zufrieden mit ihren Studienbedingungen«, sagt Nina Horstmann (CHE). Dies zeigt eine Befragung von rund 6.000 Masterstudierenden aus den Fächern Mathematik, Informatik und Physik. Rund drei Viertel gaben ihrer Hochschule für das Krisenmanagement die Note »gut« oder »sehr gut«. Ähnlich hohe Werte gab es für das Informationsmanagement (81 %), sowie die Möglichkeiten Prüfungen zu absolvieren (83 %) bzw. das Studium wie geplant fortzusetzen (84 %).

Für die langfristige Zukunft von Studium und Lehre nach der Pandemie wünschen sich Studierende mehrheitlich, dass digitale Lehrelemente weiter gezielt eingebunden werden, ohne jedoch auf Präsenzformate zu verzichten. Eine reine Präsenzlehre spielt für die Studierenden zukünftig eine eher untergeordnete Bedeutung. Als Lernsetting der Zukunft werden eine mit digitalen Elementen angereicherte Präsenzlehre (29 %) oder sogenannte Blended-Learning-Angebote (33 %) bevorzugt. Das können Unterrichtsformate sein, die digitale Elemente wie etwa Erklärvideos zur Vorbereitung mit dem Seminarangebot auf dem Campus verbinden.

Mehr digitale Lernsettings

 Ein ähnlicher Wunsch nach einer Mischung aus Präsenz und digitalen Anteilen zeigte sich bereits bei einer Befragung von Professor*innen im Winter 2020/21 – ebenfalls im Rahmen des CHE-Rankings. Die deutlichsten Unterschiede zwischen Studierenden und Lehrenden finden sich im Hinblick auf die hybride Lehre, bei der Teilnehmende vor Ort oder digital zugeschaltet sein können. Während die hybride Lehre für immerhin 25 Prozent der Studierenden ein wünschenswertes Zukunftsszenario darstellt, ist sie für Lehrende nicht das zukünftige Mittel der Wahl (5 %).

Trotz des Wunsches nach mehr digitalen Lehrelementen sehen die Studierenden bei der Ausgestaltung der aktuellen Angebote aber noch Luft nach oben. »Ob eine Lehrveranstaltung auch digital zu begeistern vermag, hängt noch sehr stark von der einzelnen Lehrkraft ab«, fasst Studienleiterin Nina Horstmann die Ergebnisse der Befragung zusammen. So vergab ein Fünftel der Befragten für die Ansprache durch Lehrende in digitalen Lehrveranstaltungen nur eine Schulnote zwischen vier und sechs.

»Damit der klar geäußerte Wunsch von Lehrenden und Lernenden nach guter digitaler Lehre auch nach Corona realisiert werden kann, müssen Hochschulen jetzt die richtigen Weichen stellen«, fordert Frank Ziegele. »Gute digital angereicherte Hochschullehre ist kein Selbstläufer für die Zukunft. Es braucht neben einem guten Konzept und der entsprechenden Mediendidaktik auch adäquate Rahmenbedingungen, vom technischen Support bis zu den Räumlichkeiten«, so der CHE-Geschäftsführer.

Hintergrund
Datengrundlage der CHE-Analyse sind die Bewertungen von 5.850 Studierenden zum Umgang ihrer Hochschule und ihres Fachbereichs mit den Folgen der Corona-Pandemie. Die Studierenden verteilen sich auf 198 Fachbereiche an 106 deutschen und drei österreichischen Hochschulen. Die Befragung wurde im Rahmen der Studierendenbefragung des CHE-Masterrankings vom Mai bis August 2021 online durchgeführt. Befragt wurden Masterstudierende in den Fächern Mathematik, Informatik und Physik. Die Befragten konnten auf einer Skala von 1 (sehr gut) bis 6 (sehr schlecht) verschiedene Fragen zur Studienorganisation während der Corona-Pandemie bzw. zu den Rahmenbedingungen für digitale Lehre bewerten. Autorin der Publikation »CHECK – Informatik, Mathematik, Physik: Studienbedingungen an deutschen Hochschulen im zweiten Jahr der Corona-Pandemie« ist Nina Horstmann.


(19.01.2022, prh)

Zur Studie (PDF, 24 Seiten)

 

BAföG: Zahl der geförderten Studierenden ging zurück

BaFöG  3

Die Zahl der BAföG-geförderten Studierenden ist von 2016 bis 2020 insgesamt zurückgegangen.

Dies geht aus dem 22. BAföG-Bericht hervor, den die Bundesregierung als Unterrichtung vorgelegt hat.

Lag die jahresdurchschnittliche Zahl der BAföG-Geförderten 2016 noch bei rund 377.000, sei sie im Jahr 2020 um etwa 14,9 Prozent auf rund 321.000 gesunken. Es ist somit laut Bericht zwar gelungen, »den Rückgang der Gefördertenzahlen deutlich zu verlangsamen, jedoch ohne, dass der eigentlich erhoffte Wiederanstieg bereits sichtbar geworden wäre«. Das Jahr 2020 stehe im besonderen Fokus des Berichts, da die erste Stufe der Leistungserhöhungen des 26. BAföG-Änderungsgesetzes hier erstmals voll zum Tragen gekommen sei. Mit diesem Gesetz ist unter anderem ein Anstieg der Bedarfssätze um insgesamt sieben Prozent in zwei Stufen und der Freibeträge um insgesamt 16 Prozent in drei Stufen beschlossen worden. Der Förderungshöchstbetrag für Studierende ist somit ab dem Jahr 2020 von zuvor 735 Euro auf 861 Euro gestiegen.

Neben dem 26. BAföG-Änderungsgesetz hat auch die COVID-19-Pandemie das Berichtsjahr 2020 geprägt. Um zu sichern, dass Studierende keinen finanziellen Nachteil durch pandemiebedingte Beeinträchtigungen an Universitäten oder Hochschulen erleiden würden, sei im Jahr 2020 beschlossen worden, BAföG-Leistungen trotz verschobenem Vorlesungsbeginn normal weiterzuzahlen und eine Verlängerung der Förderhöchstdauer zu ermöglichen. Außerdem sollten nicht rückzahlbare Überbrückungshilfen Studierende in finanzieller Notlage unterstützen. Dieser Zuschuss stand laut Bericht auch BAföG-Empfängern offen. Über den gesamten Zeitraum von Juni bis September 2020 und November 2020 bis September 2021 haben rund 181.000 Studierende diesen finanziellen Zuschuss mindestens einmal beantragt.

Der Start von »BAföG Digital« ermögliche seit dem 16. September 2021 allen Studierenden sowie Schülerinnen und Schülern Leistungen nach dem BaföG-Gesetz digital zu beantragen. Bisher seien 110.563 Anträge in digitaler Form eingegangen (Stand: 02.11.2021).

Hintergrund
Den BAföG-Bericht legt die Bundesregierung in der Regel alle zwei Jahre vor. Um die Auswirkungen des 26. BAföG-Änderungsgesetzes vom 8. Juli 2019 abbilden zu können, wurde die Vorlage des 22. BAföG-Berichts von 2019 auf 2021 verschoben. Der Bericht umfasst daher die Jahre 2017 bis 2020.

  (18.01.2022, prh)

Zum BAföG-Bericht (PDF, 139 Seiten)

vgl.: Zahl der BAFöG-Geförderten ging 2020 um sechs Prozent zurück

siehe auch: BAföG digital bundesweit verfügbar

 

Wege zum Berufsabschluss für junge Erwachsene

ZUKUNFTSSTARTER

Initiative »Zukunftsstarter« wird fortgesetzt

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales, die Bundesagentur für Arbeit und der Verwaltungsrat der BA haben sich darauf verständigt, die Anstrengungen im Bereich der Aus- und Weiterbildung junger Erwachsener mit verstärktem Engagement fortzusetzen. Die Initiative »Zukunftsstarter« wird ab Januar 2022 bis Ende 2025 fortgeführt.

Das Ziel der Initiative ist, dass junge Erwachsene im Alter zwischen 25 und unter 35 Jahren ihren Berufsabschluss nachholen können. Während der bisherigen Laufzeit der Initiative wurden von August 2016 bis Ende Dezember 2020 135.000 junge Erwachsene bei einer abschlussorientierten Weiterbildung gefördert. Darüber hinaus haben über 36.000 junge Erwachsene im Rahmen der Initiative eine ungeförderte Ausbildung begonnen. In der Nachfolgeinitiative soll nun beispielsweise der Anteil an Umschulungen in Betrieben gesteigert werden. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei u.a. auf schwerbehinderten Menschen, Rehabilitandinnen und Rehabilitanden sowie Geflüchteten.

Lebenslanges Lernen und berufliche Weiterbildung werden durch den umfassenden Strukturwandel und die demografische Entwicklung immer wichtiger. Zudem werden immer häufiger Fachkräfte gesucht, während die Nachfrage in Helferberufen sinkt. Die Nachqualifizierung junger Erwachsener ohne Berufsabschluss ist eine wichtige Stellschraube, um den Bedarf an Fachkräften zu sichern.

Hubertus Heil, Bundesminister für Arbeit und Soziales: »Es gibt leider zu viele Erwachsene, die keinen Berufsabschluss haben. Das Risiko arbeitslos zu werden, ist für diese Gruppe gut viermal höher als bei Personen mit Berufsabschluss. Das Nachholen eines Berufsabschlusses ist daher der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit. Gleichzeitig werden wichtige Fachkräfte gewonnen, die Deutschland dringend braucht. Die Zukunftsstarter-Initiative ermöglicht mit dem Rechtsanspruch auf Förderung einer berufsabschlussbezogenen Weiterbildung die individuelle Unterstützung der Menschen. Und mit Prämien für erfolgreiche Zwischen- und Abschlussprüfungen werden Motivation und Durchhaltevermögen gestärkt. Das ist der richtige Weg, um junge Menschen auf dem Weg zu einem Berufsabschluss zu unterstützen.«

Anja Piel, DGB-Vorstandsmitglied: »Das Programm der Bundesagentur ist zu einer echten Erfolgsgeschichte geworden. Gibt es für junge Menschen die Chance auf eine Ausbildung, nutzen die allermeisten sie auch. Der nächste wichtige Schritt muss die verlässliche verstetigte Förderung benachteiligter Jugendlicher auf dem Weg von der Schule in die Ausbildung sein. Der Anspruch auf Förderung eines Schulabschlusses ist geregelt, und mit dem "Arbeit-von-morgen-Gesetz" auch das Nachholen eines Berufsabschlusses. Nun braucht es endlich auch einen Rechtsanspruch auf einen Ausbildungsplatz. Denn immer noch bleibt eine große Zahl von jungen Menschen ohne Ausbildung. Wir nehmen die neue Bundesregierung beim Wort: Die angekündigte Ausbildungsgarantie muss zügig umgesetzt und die arbeitsmarktpolitische Förderung von Ausbildung ausgebaut werden.«

Christina Ramb, Mitglied der Hauptgeschäftsführung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände und Stellvertretende Vorsitzende des Verwaltungsrats der Bundesagentur für Arbeit: »Wir wollen junge Erwachsene für eine Qualifizierung gewinnen und ihnen damit einen Berufsabschluss - als besten Schutz vor Arbeitslosigkeit - möglich machen. Betriebe brauchen diese Talente. Für sie bietet die Initiative "Zukunftsstarter" die große Chance, dringend benötigte Fachkräfte zu gewinnen. Mit "Zukunftsstarter" gelingt es, dass junge Erwachsene mit Lebenserfahrung ihre neue Chance anpacken und aus dieser Motivation heraus die Idealbesetzung für eine Stelle sind.«

Detlef Scheele, Vorstandsvorsitzender der Bundesagentur für Arbeit: »Aufgrund der demografischen Entwicklung werden uns in Zukunft Fachkräfte fehlen. Gleichzeitig verändert sich die Arbeitswelt durch den strukturellen Wandel, auch getrieben von Digitalisierung und Dekarbonisierung, immer schneller. Die Arbeit wird uns nicht ausgehen, sie wird jedoch anspruchsvoller werden. Qualifizierung und berufliche Weiterbildung gewinnen damit zunehmend an Bedeutung, um auch künftig auf dem Arbeitsmarkt mithalten zu können. Ein Berufsabschluss ist dabei die wichtigste Säule für eine erfolgreiche Erwerbsbiographie. Denn Unternehmen suchen in erster Linie Fachkräfte und nicht im Helferbereich. Ich möchte junge Erwachsene, die noch keinen Berufsabschluss haben, ermutigen, den Schritt in Richtung Berufsausbildung nochmal zu wagen. Es ist noch nicht zu spät, mit einem Berufsabschluss die eigene berufliche Zukunft zu festigen. Dieser Schritt lohnt sich und wir werden auch als Bundesagentur für Arbeit im Rahmen der Initiative unterstützen.«

Nach einer Mitteilung der Bundesagentur für Arbeit


(14.01.2022, prh)

Weiterführende Informationen

 

NRW verlängert Corona-Unterstützung für Weiterbildungseinrichtungen

Corona

»Notfonds Weiterbildung« wird finanziell aufgestockt und bis zum 31. März 2022 fortgeführt

Die gemeinwohlorientierte Weiterbildung in Nordrhein-Westfalen ist weiterhin erheblich von der Corona-Krise betroffen – insbesondere kleineren Einrichtungen drohen finanzielle Schieflagen. Deshalb ist es weiter erforderlich, die Weiterbildungseinrichtungen in diesen schwierigen Zeiten zu unterstützen. Zu diesem Zweck hat die NRW-Landesregierung jetzt den »Notfonds Weiterbildung« bis zum 31. März 2022 verlängert und mit weiteren vier Millionen Euro ausgestattet.

Damit wird die konsequente Hilfe für die gemeinwohlorientierte Weiterbildung fortgesetzt. Die Landesregierung hatte bereits zu Beginn der Pandemie deutlich gemacht, dass sie die plurale Weiterbildungslandschaft unterstützen und den Fortbestand der Einrichtungen sichern will. Der »Notfonds Weiterbildung« war 2020 zunächst mit 35 Millionen Euro gestartet und im Frühjahr 2021 um 9,5 Millionen Euro aufgestockt und verlängert worden. Mit der jetzigen Erhöhung wurden im Rahmen des Fonds somit seit 2020 Hilfen von insgesamt 48,5 Millionen Euro ermöglicht.

»Weiterbildung ist unverzichtbar, denn sie schafft für viele Menschen Chancen für mehr Teilhabe. In der schwierigen Situation der Pandemie wollen wir der vielfältigen Weiterbildungslandschaft in Nordrhein-Westfalen weiter besonders zur Seite stehen. Einnahmen fehlen, weil Kurse nicht wie gewohnt oder nur mit deutlich weniger Teilnehmerinnen und Teilnehmern stattfinden können. Maßnahmen für den Infektionsschutz und die Digitalisierung verursachen dazu neue Kosten. Daher haben wir den Notfonds jetzt erneut verlängert und aufgestockt«, betonte der Parlamentarische Staatssekretär im Ministerium für Kultur und Wissenschaft, Klaus Kaiser.

Der Notfonds richtet sich an Weiterbildungseinrichtungen, die nach dem Weiterbildungsgesetz gefördert werden und coronabedingte finanzielle Ausfälle haben. Die Mittel können bei den zuständigen Bezirksregierungen beantragt werden, die nötigen Antragsformulare sind auf den Seiten der Bezirksregierungen einsehbar. Die Frist für die Einreichung der Anträge endet am 30. April 2022. (14.01.2022, prh)

vgl.: NRW weitet Corona-Unterstützung für Weiterbildungseinrichtungen aus

 

Corona dämpft Weiterbildungsaktivitäten in KMUs

KfW 2

KMU: Weiterbildung nur bei rund jedem dritten Unternehmen

Die Transformation zu einer digitalen und klimaneutralen Wirtschaft erfordert umfassende Anpassungen der beruflichen Qualifikationen. Die Unternehmen sind ein wichtiger Akteur sowohl in der dualen Ausbildung als auch in der betrieblichen Weiterbildung. Die Corona-Krise im Jahr 2020 war allerdings ein kräftiger Dämpfer des Weiterbildungsgeschehens, wie eine Analyse von KfW Research auf Basis des repräsentativen KfW-Mittelstandspanels zeigt. Nur jedes dritte (36 %) der kleinen und mittleren Unternehmen hat seiner Belegschaft Weiterbildung ermöglicht. Vor der Krise hatte dieser Wert bei zirka 50–55 % gelegen.

Unter den 36 % Weiterbildungsunternehmen führten 24% selbst Weiterbildungen durch, 22 % übernahmen die Kosten externer Weiterbildung und 15 % stellten Beschäftigte für Weiterbildung von der Arbeit frei, wie die Analyse weiter zeigt. Von allen 32,5 Millionen Beschäftigten im deutschen Mittelstand hat im Jahr 2020 knapp ein Viertel (23 %) an betrieblicher Weiterbildung teilgenommen. Pro Weiterbildungsteilnehmer*in haben die Firmen durchschnittlich 1.300 Euro ausgegeben. Die aggregierten Weiterbildungsausgaben des Mittelstands belaufen sich demnach auf ungefähr 10 Milliarden Euro. Diese Humankapitalinvestitionen liegen in der Größenordnung von zirka 5 % der gesamten mittelständischen Investitionen in Anlagen und Bauten (204 Milliarden Euro).

Ein Blick auf die Weiterbildungsquoten der einzelnen Bundesländer zeigt, dass die meisten nah am Bundesdurchschnitt liegen. Positive Ausnahmen sind die ostdeutschen Länder Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie Hessen mit jeweils 40–42 %. Deutlich unterdurchschnittlich ist die Weiterbildungsquote im Norden: Hamburg und Schleswig-Holstein liegen bei 25 bzw. 27 %.

Fehlende IT-Kompetenzen bzw. Fachkräfte werden von den Unternehmen immer wieder als eines der häufigsten Digitalisierungshemmnisse genannt. Dementsprechend waren bei der großen Mehrheit der Weiterbildungsunternehmen im Jahr 2020 Digitalkompetenzen Inhalt der Weiterbildung (84 %). Bei der Hälfte nahmen sie sogar eine zentrale Rolle ein (49 %). Am häufigsten waren grundlegende Digitalkompetenzen wie z.B. die Bedienung von Computern und Standardsoftware Weiterbildungsgegenstand (bei 77 % der Weiterbildungsunternehmen). Fortgeschrittene Digitalkompetenzen wie Programmierkenntnisse und statistische Analysen wurden von knapp der Hälfte der weiterbildungsaktiven Mittelständler adressiert (47 %).

»Die Daten aus dem KfW-Mittelstandspanel zum Thema Weiterbildung sind eine Bestandsaufnahme inmitten der Corona-Krise. Es bleibt zu hoffen, dass sie einen Tiefpunkt markieren und die Weiterbildungsaktivitäten schnell wieder Fahrt aufnehmen«, kommentiert Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW. »Denn Weiterbildung wird im Strukturwandel immer wichtiger – für den individuellen Arbeitsmarkterfolg und für die Produktivität der gesamten Volkswirtschaft.«

Doch selbst eine zügige Rückkehr zum Vorkrisen-Niveau würde den aktuellen Herausforderungen nicht gerecht: Die Digitalisierung und die drängende Transformation zur Klimaneutralität verändern laufend die Anforderungen an die Qualifikation der Beschäftigten. Ein entscheidendes Problem ist, dass der Weiterbildungssektor im Status quo zu unübersichtlich und informell ist, er weist Angebotslücken und zu geringe Teilnahme auf. »Für eine erfolgreiche Transformation zur digitalen und klimaneutralen Wirtschaft brauchen wir eine neue Weiterbildungskultur, wir brauchen systematische und hochwertige Weiterbildung in der Breite«, so Köhler-Geib.

Hierfür müsse an drei Stellschrauben angesetzt werden: 1. Die Verbesserung des Angebots durch staatliche Mindeststandards und eine zentrale Rolle der Hoch- und Berufsschulen als Weiterbildungsanbieter. 2. eine erweiterte finanzielle Förderung, 3. die Schaffung zeitlicher Freiräume durch digitales Lernen und bessere Betreuungsinfrastruktur – für die Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Bildung.

Hintergrund
Die Analyse der Weiterbildungsaktivität im Mittelstand basiert auf regelmäßigen Sonderbefragungen im Rahmen des KfW-Mittelstandspanels. Es wird seit dem Jahr 2003 als Wiederholungsbefragung der kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland durchgeführt. Es ist die einzige repräsentative Erhebung im deutschen Mittelstand und damit die wichtigste Datenquelle für mittelstandsrelevante Fragestellungen und Politikberatung. Der Befragungszeitraum der 19. Welle des KfW-Mittelstandspanels lief vom 15.02.2021 bis zum 25.06.2021. Für die Auswertungen zur Weiterbildung wurden Antworten von zirka 10.600 Unternehmen verwendet.

 
(12.01.2022, prh)

Zu den Studienergebnissen (PDF, 5 Seiten)

 

Deutsche Behörden haben großen Nachholbedarf an Weiterbildung

Rathaus 1

Studie von Stifterverband und McKinsey: Moderne Behörden und Unternehmen benötigen Mitarbeitende mit Zukunftskompetenzen  *  Für gezielte Weiterbildung müssen fehlende Kompetenzen strategischer ermittelt werden  *  Unternehmen geben für jeden Beschäftigten doppelt so viel Geld für Weiterbildung aus als Behörden

In deutschen Behörden gibt es Nachholbedarf beim Thema Weiterbildung: Um gesamtgesellschaftliche Herausforderungen wie die Digitalisierung und den Klimawandel zu meistern, sollte in deutschen Verwaltungen die Fort- und Weiterbildung viel systematischer und strategischer in zukunftsweisenden Fähigkeiten erfolgen. Dazu zählen unter anderem Kompetenzen wie Lösungsfähigkeit und digitale Kollaboration.

Doch nur 24 Prozent der Verwaltungen erfassen derzeit strukturiert die Kompetenzbedarfe ihrer Beschäftigten. In Unternehmen sind es hingegen 52 Prozent. Dort wird zudem mit 974 Euro pro Person im Jahr mehr als doppelt so viel Budget für Weiterbildungen zur Verfügung gestellt, als es mit 418 Euro in Behörden der Fall ist.

Das sind die zentralen Ergebnisse einer aktuellen Studie von Stifterverband und McKinsey & Company mit dem Titel »Die lernende Verwaltung. Fort- und Weiterbildung als Schlüssel zur Modernisierung«. Für die Studie wurden rund 500 Unternehmen und Behörden in Deutschland befragt.

Zahl der Weiterbildungstage in Unternehmen und Verwaltungen nimmt zu

Die Umfrage zeigt auch eine positive Entwicklung: Fort- und Weiterbildung sind in den vergangenen Jahren in der Verwaltung bereits verstärkt worden. 2019 wurden Beschäftigte dort durchschnittliche 3,7 Tage weitergebildet. Inzwischen hat sich diese Zahl – trotz oder gerade wegen Corona - auf 4,9 Tage erhöht und liegt damit sogar über dem Durchschnitt von 4,6 Tagen, die Mitarbeitende in der Privatwirtschaft jährlich für Fort- und Weiterbildung nutzen. Befragte aus beiden Bereichen erwarten, dass sich die Zahl der Weiterbildungstage in den kommenden fünf Jahren noch einmal um rund 50 Prozent erhöhen wird.

»Um den dynamischen Wandel in der Gesellschaft erfolgreich gestalten zu können und den massiven Bedarf an Beschäftigten vor allem mit technologischen Kompetenzen nachzukommen, ist ein Kulturwandel zum lebenslangen Lernen vor allem im öffentlichen Sektor notwendig«, stellt Solveigh Hieronimus von McKinsey fest.

»Die gesellschaftlichen Herausforderungen erhöhen den Druck auf Unternehmen und Behörden, ihre Beschäftigten in Zukunftskompetenzen aus- und weiterzubilden«, resümiert Volker Meyer-Guckel, stellvertretender Generalsekretär des Stifterverbandes. »Wenn Behörden innovativer werden wollen, brauchen sie innovative Köpfe. Allein mit Hochschulabsolventen werden sie die Bedarfslücke nicht schließen können. Eine gezielte Fort- und Weiterbildung ist zukunftsweisend.«

Digitalisierungsschub durch Corona

Die Umfrage zeigt auch: Durch den Digitalisierungsschub während der COVID 19-Pandemie wurden Weiterbildungsformate rasant ausgebaut: Während in den Behörden der Anteil digitaler Weiterbildung von 5 Prozent auf 65 Prozent anstieg, gab es bei Unternehmen einen Anstieg von 15 auf 72 Prozent. Meyer-Guckel: »Das erleichtert Arbeitgebern, Weiterbildung in den Arbeitsalltag zu integrieren und ist eine große Chance für Arbeitgeber, nicht nur Kosten zu sparen, sondern vor allem die Effizienz der Fortbildung zu erhöhen.« Durch die hohe Flexibilität könnten Lernergebnisse direkt im Arbeitsalltag angewendet werden.

»Öffentlicher Dienst und Privatwirtschaft stehen bei dem Thema Qualifizierung vor einem großen Transformationsprozess«. fasst Solveigh Hieronimus die Ergebnisse der Studie zusammen. »Fort- und Weiterbildung müssen künftig ein selbstverständlicher Teil im Arbeitsleben eines jeden Beschäftigten sein. Voraussetzung dafür ist die strukturierte Evaluation der vorhandenen Kompetenzen. So können Kompetenzlücken von Beschäftigten ermittelt und gezielte Schulungskonzepte entwickelt werden. Für eine strategische Qualifizierung sollten die Mitarbeiter mehr Zeit bekommen und Weiterbildung ein fester Bestandteil des Arbeitsalltags werden«.

Hochschulen sollten nach Ansicht von Stifterverband und McKinsey bei der Weiterbildung viel stärker eingebunden werden. Als forschende Institutionen könnten sie in der Aktualität der Weiterbildung punkten. Vorhandende Standards zu Qualitätssicherung könnten verwendet und ausgebaut werden. In Summe müssen außerdem mehr geeignete digitale Angebote geschaffen werden. Einen wichtigen Schritt dafür habe die Hochschulrektorenkonferenz vollzogen. Ab Anfang 2022 will sie ein Webportal zur Verfügung stellen, in dem alle Weiterbildungsangebote an deutschen Hochschulen gesammelt dargestellt werden sollen. Um diese Plattform zum Erfolg zu führen, sollten Hochschulen ihr digitales Weiterbildungsangebot zu zukunftsweisenden Themen ausbauen und dort bereitstellen, die Politik die Rahmenbedingungen zum Ausbau des Weiterbildungsangebots an Hochschulen verbessern und Unternehmen sowie Behörden gezielt Angebote auf dieser Plattform nutzen.

  (03.01.2022, prh)

Zur Studie und weiterführenden Informationen

 

Erasmus+ unterstützt Studierende bei Auslandsaufenthalten

Erasmus+ 3

Ab dem Wintersemester 2022/2023 erhalten Studierende im Erasmus-Programm höhere Fördersätze für einen Auslandsaufenthalt.

Finanziert aus Mitteln der Europäischen Union beträgt das Stipendium dann je nach Zielland bis zu 600 Euro pro Monat – bei besonderem Bedarf sind weitere 250 Euro monatlich möglich. Die Steigerung auf bis zu 850 Euro soll mehr Studierenden den Weg zu einem Auslandsaufenthalt in der EU ebnen. In Deutschland setzen das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und der Deutschen Akademische Austauschdienst (DAAD) die Erhöhung der Förderung gemeinsam um.

Erasmus+ soll in den nächsten sieben Jahren die deutlich erhöhte Teilnehmendenzahl von 10 Millionen Menschen erreichen.

Die Umsetzung des Programms für den Hochschulbereich erfolgt in Deutschland durch die Nationale Agentur für EU-Hochschulzusammenarbeit im DAAD in enger Abstimmung mit dem BMBF als zuständiger nationaler Behörde. Die Durchführung und Vergabe der Erasmus-Förderungen an Studierende erfolgt durch rund 350 deutsche Hochschulen. Mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) soll die Umsetzung des Erasmus-Programms inklusiver gestaltet und die gezielte Förderung von bislang aus sozioökonomischen Gründen weniger mobilen Studierenden gefördert werden.

Eine europäische Erfolgsgeschichte

Bisher hat das Erasmus-Programm rund zehn Millionen junger Menschen aller Bildungssektoren mobilisiert. In den nächsten sieben Jahren sollen es noch einmal so viele werden. Mit einer Budgetverdopplung für das gesamte Programm auf über 28 Milliarden Euro für alle Bildungsbereiche haben die EU und ihre Mitgliedsstaaten Ende 2020 hierfür eine sehr solide Grundlage geschaffen. Bei der Erasmus-Programmgeneration 2021-2027 stehen insbesondere Förderaktivitäten zu den Themen Inklusion und soziale Teilhabe, Digitalisierung, Nachhaltigkeit und bürgerschaftliches Engagement im Fokus.

Hintergrund
Erasmus unterstützt Studierende in allen Phasen – vom Bachelor bis zur Promotion – bei Studienaufenthalten und Praktika im Ausland bis zu jeweils zwölf Monaten mit einer finanziellen Förderung. Neben der finanziellen Ausstattung kommt neuen, flexibleren Formaten bei der Gestaltung von Erasmus-Auslandsaufenthalten eine besondere Rolle zu: Kürzere Aufenthalte und die Kombination mit virtueller Mobilität erleichtern den Zugang zum Programm.

Als Ansprechpartner für Studierende stehen an den jeweiligen deutschen Hochschulen Erasmus-Koordinatorinnen und -Koordinatoren in den Akademischen Auslandsämtern oder International Offices zur Verfügung.

  (28.12.2021, prh)

Nationale Agentur für EU-Hochschulzusammenarbeit

 

Betriebliche Weiterbildung während Corona massiv eingebrochen

IAB5

Weiterbildungsrückstand von Beschäftigten mit geringer Qualifikation hat sich nochmals vergrößert

Aufgrund von Kontaktbeschränkungen, unsicheren Geschäftserwartungen und finanziellen Engpässen hat die betriebliche Weiterbildungsbeteiligung – nicht gleichzusetzen mit der sehr viel weiter gefassten beruflichen Weiterbildung – im Pandemiejahr 2020 das niedrigste Niveau seit Beginn dieses Jahrtausends erreicht. Gerade Branchen und Beschäftigtengruppen, deren Weiterbildungsengagement bereits vor der Pandemie unterdurchschnittlich war, betraf dies besonders stark.

In wirtschaftlich schwierigen Zeiten sinkt die Beteiligung an betrieblicher Weiterbildung

Die Entwicklung verlief allerdings nicht gleichförmig. Das zeigen Daten des IAB-Betriebspanels, einer jährlich durchgeführten Befragung von gut 15.000 Betrieben aller Branchen und Größenklassen. Danach hängt das betriebliche Weiterbildungsangebot auch von der konjunkturellen Lage ab.

Je nach Branche und Betriebsgröße ist die Weiterbildungsbeteiligung in der Corona-Krise unterschiedlich stark gesunken. Sie ging im Jahr 2020 in allen Branchen zurück. Einzelne Wirtschaftszweige traf es jedoch deutlich stärker als andere.

Viele Betriebe mussten geplante Weiterbildungen pandemiebedingt absagen

56 Prozent der Betriebe hatten für das Jahr 2020 (weitere) Weiterbildungsangebote geplant, mussten diese aber pandemiebedingt wieder absagen. Da viele geplante Weiterbildungsmaßnahmen aufgrund der Kontaktbeschränkungen nicht in Präsenz durchführbar waren, setzten viele Betriebe auf E-Learning.

Laut IAB-Betriebspanel hatte die Hälfte der weiterbildenden Betriebe im Jahr 2020 hiervon Gebrauch gemacht. Knapp drei Viertel dieser Betriebe taten dies aufgrund der Kontaktbeschränkungen, das übrige Viertel bot E-Learning unabhängig von den Kontaktbeschränkungen an.

Bibliographie
Ramona Jost, Ute Leber: Die betriebliche Weiterbildung ist in der Corona-Krise massiv eingebrochen, Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), Nürnberg 2021 (21.12.2021, iab/prh)

Zum IAB-Forschungsbericht (PDF, 9 Seiten)

 

Auch für Weiterbildungsanbieter interessant: Dokumente Rechts- und Manipulationssicher digitalisieren.

WIR! Projekt

Die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung ist derzeit vermutlich eine der größten Herausforderungen für jedwede Behörde, Universität, Hochschule oder Schule.

Dabei wird im Kern immer das gleiche Ziel verfolgt, nämlich mehr Zeit für den Bürger durch die Entlastung der Mitarbeiter von administrativen Aufgaben zu ermöglichen. Die rechtsverbindliche Digitalisierung von Dokumenten stellt dabei eine besonders große Herausforderung dar, lassen sich digitale Daten im Vergleich zu papiergebundenen Dokumenten doch recht einfach fälschen und manipulieren.

Im Rahmen der WIR!-Initiative des BMBF wurde nun ein Dokumentenservice entwickelt, welcher es ermöglicht, Dokumente, wie z.B. Verträge, Urkunden, Zertifikate, Bescheide und Zeugnisse digital, rechts- und fälschungssicher, vertrauensvoll sowie DSGVO-konform zu erstellen. Dadurch ist u.a. keine Beglaubigung von Kopien mehr erforderlich. Die Lösung wird in einem agilen Entwicklungsprojekt gemeinsam mit sechs assoziierten Partnern entwickelt und verprobt.
  (19.12.2021, prh)

Weiterführende Informationen (PDF, 1 Seite)

siehe auch: WIR! – Wandel durch Innovation in der Region

 

Das »Bündnis für Lebenslanges Lernen« feiert Jubiläum

Bündnis für lebenslanges Lernen2

Ein Erfolgsmodell in Baden-Württemberg: Das »Bündnis für Lebenslanges Lernen« feiert zehnjähriges Bestehen. Die Weiterbildung leistet einen wichtigen Beitrag, um Veränderungen und Krisen kritisch reflektieren, verstehen und bewältigen zu können.

Am 20. Dezember 2011, also vor rund zehn Jahren, wurde das Bündnis für Lebenslanges Lernen ins Leben gerufen. Unter der Federführung des Kultusministeriums ziehen seither etwa 40 baden-württembergische Dachverbände, Organisationen und Einzeleinrichtungen aus der allgemeinen, beruflichen und wissenschaftlichen Weiterbildung gemeinsam mit fünf weiteren beteiligten Landesministerien an einem Strang. Sie fördern Vernetzung, Kommunikation und Kooperation aller Weiterbildungsakteure in Baden-Württemberg und sensibilisieren die Öffentlichkeit für die wachsende Bedeutung des lebenslangen Lernens.

»Die Ziele des Bündnisses sind heute aktueller denn je. Lebenslanges Lernen ist die zentrale Antwort auf den digitalen Wandel in der Arbeitswelt. Unsere Gesellschaft und die Anforderungen an die Arbeit verändern sich immer schneller – um Schritt zu halten, ist es notwendig, sich immer wieder weiterzubilden. Die Angebote der Weiterbildung in Baden-Württemberg unterstützen und begleiten uns dabei. Sie helfen uns außerdem, Veränderungen und Krisen kritisch zu reflektieren, zu verstehen und zu bewältigen«, sagt Kultusministerin Theresa Schopper und ergänzt: »Das Bündnis blickt auf zehn erfolgreiche Jahre zurück. Wir wissen aber, dass noch große Aufgaben vor uns liegen. Mir ist wichtig, dass wir verstärkt für eine neue Weiterbildungskultur werben. Das fängt schon in der Schule an. Hier müssen wir deutlich machen, dass das in Schule, Ausbildung oder Studium Gelernte nicht für ein ganzes Leben ausreicht. Weiterbildung muss ein ganz selbstverständlicher Teil unseres Lebens sein.« 

Strukturwandel bewältigen und gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken

Den Strukturwandel in Wirtschaft und Arbeitswelt bewältigen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken – das sind zwei zentrale Ziele, die sich das Bündnis für Lebenslanges Lernen in seiner neuen Vereinbarung für die Jahre 2021 bis 2025 unter dem Titel GEMEINSAM.FÜR.WEITERBILDUNG gesetzt hat, welche die Landesregierung im vergangenen Jahr gemeinsam mit 21 Dachverbänden und Organisationen der Weiterbildung unterzeichnet hat. Neben den beiden bereits genannten Handlungsfeldern stehen unter anderem auch der Ausbau der Weiterbildungsberatung und Grundbildung sowie das Thema Qualitätssicherung auf der Agenda des Bündnisses. Das Motto der Vereinbarung macht deutlich, dass die enormen gesellschaftlichen Herausforderungen am besten gemeinsam bewältigt werden können.

Bundesweit einzigartiges Netzwerk für Weiterbildungsberatung

Zu den größten Erfolgen der Bündnispartner zählt der Aufbau des bundesweit einzigartigen Landesnetzwerks Weiterbildungsberatung. Seit dem Jahr 2015 bietet das Netzwerk eine flächendeckende, transparente und trägerübergreifende Beratung an, die Orientierung bei den Weiterbildungsangeboten liefert und Ratsuchende dabei unterstützt, passende Fortbildungen zu finden. Die mehr als 180 Mitgliedseinrichtungen des Landesnetzwerks beraten telefonisch oder per Chat – beispielsweise bei Arbeitsplatz- oder Berufswechsel, beim beruflichen Wiedereinstieg, zu Auswegen aus der Arbeitslosigkeit, beim Wiedereinstieg nach der Familienphase oder zu Fördermöglichkeiten.

»Der Weiterbildungsmarkt bietet eine große Zahl von Anbietern, Trägern und Fördermöglichkeiten. Das ist nicht für jede und jeden, die beziehungsweise der sich weiterbilden möchte, sofort zu durchschauen. Die Weiterbildungsberatung ist deshalb eine enorm wichtige Aufgabe, deren Bedeutung in den vergangenen Jahren gewachsen ist«, sagt Schopper. Es sei kein Zufall, dass Bund und Länder in der Nationalen Weiterbildungsstrategie die Herstellung von Transparenz von Weiterbildungsmöglichkeiten und die Stärkung der Weiterbildungsberatung als Schwerpunkte definieren. »Hier sind wir in Baden-Württemberg mit unserem einzigartigen Netzwerk ein Vorreiter«, sagt die Ministerin.

Digitaler Weiterbildungscampus ist zuverlässig und datenschutzkonform

Ein weiteres Erfolgsprojekt »made in The Länd«, welches das Kultusministerium gemeinsam mit den Bündnispartnern auf die Beine gestellt hat, ist der Digitale Weiterbildungscampus (DWC). Dieser steht seit 2013 den Weiterbildungsträgern in Baden-Württemberg als zentrale und datenschutzkonforme Online-Plattform zur Umsetzung digitaler Kurse und Lernsettings zur Verfügung. Die Nachfrage des in den Jahren 2013, 2015 und 2017 beim eLearning Award prämierten DWC hat sich auch pandemiebedingt nochmals fast verdoppelt. Knapp 5.000 Online-Kursräume sind dort aktuell eingerichtet, Tendenz steigend. »Das Bündnis für Lebenslanges Lernen hat mit dem DWC ein gutes Händchen bewiesen und bereits lange vor der Corona-Pandemie ein zuverlässiges Werkzeug für Online-Weiterbildungsformate etabliert«, sagt Theresa Schopper.

Ende 2011 hat das Land gemeinsam mit den Dachverbänden und Organisationen der Weiterbildung das Bündnis für Lebenslanges Lernen gegründet.

Zahlreiche Projektpartner beteiligt

Für die Landesregierung gehören zum Bündnis das federführende Kultusministerium mit der Geschäftsstelle des Bündnisses, das Staatsministerium, das Wirtschaftsministerium, das Wissenschaftsministerium, das Sozialministerium sowie das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz. Zu den beteiligten Dachorganisationen zählen die Unternehmer Baden-Württemberg, der baden-württembergische Industrie- und Handelskammertag, der baden-württembergische Handwerkstag, die Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit, der Bezirk Baden-Württemberg des Deutschen Gewerkschaftsbunds, der Volkshochschulverband Baden-Württemberg, die Kirchen, der Landesfamilienrat, die Landeszentrale für politische Bildung, die Landesgruppe der Deutschen Gesellschaft für wissenschaftliche Weiterbildung und Fernstudium, der Landesverband Baden-Württemberg im deutschen Bibliotheksverband, die Arbeitsgemeinschaft ländliche Erwachsenenbildung sowie die Kommunalen Landesverbände.

  (18.12.2021, prh)

Bündnis für Lebenslanges Lernen

 

Bildung ist keine Frage des Alters

Hinweisschild Lernen über Straße

Eine neue Studie »The Future of Upskilling. Adult Education in a Digital World« der Internationalen Hochschule (IU) zeigt: Auch wenn sich jede und jeder Zweite (48,7 Prozent) der weltweit Befragten aus beruflichen Gründen weiterbilden möchte, steht für die Mehrheit die persönliche Weiterbildung im Vordergrund (65,6 Prozent). In Italien (36,2 Prozent) und Frankreich (32,3 Prozent) spielen berufliche Motive die geringste Rolle.

Am wichtigsten sind sie in Nigeria (68,9 Prozent) und Südafrika (60,6 Prozent) sowie in Indien (58,9 Prozent) und Pakistan (57,9 Prozent).

»Bildung ist keine Frage des Alters. Das ganze Leben ist ein Bildungsweg. Erwachsene wollen sich weiterbilden, auch jenseits von Schule und Studium. Dass sie vor allem aus persönlichen Gründen etwas Neues lernen wollen, zeigt, wie wichtig Bildung für die Persönlichkeit ist«, kommentiert Carolin Kreuder (IU).

85,6 Prozent finden es persönlich (sehr) wichtig, ihr Wissen mit Weiterbildung zu erweitern. Wie konkret das Interesse ist, unterscheidet sich weltweit: Die Befragten in Nigeria (86,2 Prozent), Pakistan (83,5 Prozent) und Indien (75,7 Prozent) wissen am deutlichsten, welche Kenntnisse sie erwerben möchten. Am wenigsten Orientierung gibt es bei Befragten in Spanien (56,9 Prozent), Frankreich (53,5 Prozent), Polen (55,1 Prozent) und Italien (50,3 Prozent). Im Durchschnitt wissen 67,9 Prozent der weltweit Befragten, welche Qualifikationen und Kenntnisse sie erwerben wollen.

Weitere Top-Ergebnisse der Studie:

  • Die meisten Befragten blicken positiv darauf, wieder etwas zu lernen: 43,4 Prozent freuen sich darauf. 11,1 Prozent haben Angst. Und 30,7 Prozent sagen, dass sie sich selbst motivieren müssen.
  • Ins Klassenzimmer wollen die Wenigsten zurück: Mehr als ein Drittel (38,5 Prozent) wünschen sich flexiblen Onlineunterricht mit freier Zeiteinteilung, etwas weniger (32,7 Prozent) wünschen sich Onlineunterricht mit festen Zeiten. Ausschließlich klassischer Präsenzunterricht kommt nur für 13,4 Prozent in Frage.
  • 37,5 Prozent der an beruflicher Weiterbildung Interessierten wollen sich in ihrem aktuellen Tätigkeitsgebiet weiterentwickeln. 20,5 Prozent wollen einen Karrierewechsel. Und 24,4 Prozent wollen mit dem technologischen Wandel Schritt halten.
  • Die beliebtesten Weiterbildungsthemen sind: Wirtschaft und Management (30,6 Prozent), Marketing und Kommunikation (25,7 Prozent), IT und Softwareentwicklung (25,1 Prozent), Human Resources (22,2 Prozent) sowie Datenwissenschaft und Künstliche Intelligenz (21,2 Prozent).

Hintergrund
Für die internationale Trendstudie »The Future of Upskilling 2021« befragte die IU Internationale Hochschule im Juni 2021 jeweils 200 Personen in zehn Ländern (2.000 Personen gesamt) und zwar im gleichen Alter und je gleichmäßig verteilt sowie hälftig männlich und weiblich in Brasilien, Frankreich, Indien, Italien, Mexiko, Nigeria, Pakistan, Polen, Spanien und Südafrika.
  (15.12.2021, prh)

Zu den Studienergebnissen (PDF, 28 Seiten)

 

Trend zur Digitalisierung der Hochschullehre

HOCHSCHULBAROMETER 2

Mehr als ein Drittel der Vorlesungen könnten auch in Zukunft digital stattfinden

Für hybride Lehre müssen Lernorte und IT-Infrastruktur weiter ausgebaut werden. Trotz Pandemie ist die Stimmung unter den Hochschulleitungen so gut wie nie, vor allem unter den privaten Hochschulen. Das sind Ergebnisse des aktuellen Hochschul-Barometers, herausgegeben vom Stifterverband und der Heinz Nixdorf Stiftung.

Die Lehre der Zukunft ist hybrid. Davon ist die Mehrheit der Hochschulleitungen überzeugt. Mehr als ein Drittel der Vorlesungen (37,1 Prozent) soll auch nach der Corona-Pandemie digital gehalten werden. Das Gleiche gilt für Sprechstunden (37,2 Prozent) und Weiterbildungsangebote (36,9 Prozent). Die großen Herausforderungen sehen die Präsidenten und Rektoren der Hochschule in den notwendigen Konzepten und einer gut ausgebauten Infrastruktur: digitale Ausstattung der Hörsäle sowie die Entwicklung von Video- und Streaming-Infrastrukturen. Trotz des Trends zur mehr Digitalisierung sehen die Hochschulen aber auch einen großen Bedarf an zusätzlichen Räumen für Lehren und Lernen sowie für die Forschung. Das sind Ergebnisse einer Umfrage im Rahmen des Hochschul-Barometers, die der Stifterverband zusammen mit der Heinz Nixdorf Stiftung jährlich unter den Hochschulleitungen durchführt.

Private Hochschulen Treiber des Stimmungshochs

Trotz Einschränkungen durch die Corona-Pandemie ist die allgemeine Stimmungslage der Hochschulen überwiegend positiv. Im Jahresvergleich erreicht das Stimmungsbarometer sogar leicht bessere Werte als in den vergangenen Jahren. Universitäten, die durch die Exzellenzinitiative gefördert werden, liegen im Stimmungsbarometer auch in diesem Jahr deutlich höher als die nicht geförderten Universitäten. Die stärkste Verbesserung im Stimmungsbarometer erreichen private Hochschulen. Kleine Lerngruppen und digitale Formate waren hier schon vor der Pandemie etabliert, so dass die Umstellung während der Pandemie den Studienalltag weniger beeinflusste.

Am stärksten haben sich die Einschätzungen zu den Rahmenbedingungen (Autonomie, Ausstattung, Finanzen und Personal) im Vergleich zum Vorjahr verbessert: Hier steigt das Barometer von 13,4 Punkten auf 21,5 Punkte (auf einer Skala von minus 100 bis plus 100). Auch der Bereich Wettbewerbsfähigkeit steigt auf 43,6 Punkte und damit auf den höchsten Wert der vergangenen fünf Jahre. Die Pandemie wirkt sich allerdings nach wie vor negativ auf die Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Partnern der Hochschulen aus: Im Vergleich zur Lage vor der Pandemie ist vor allem die Zusammenarbeit mit Schulen und Hochschulen im Ausland noch immer schwierig.

Betreuungsbedarf der Studierenden steigt in der Pandemie

Digitale Vorlesungen, geringer Austausch unter Kommilitoninnen und Kommilitonen und der Wegfall vieler Jobs für Studierende: Die Situation Studierender in der Pandemie ist prekär. So geben vier von fünf Hochschulleitungen an, dass der Betreuungsbedarf der Studierenden in der Pandemie gestiegen ist. Die Hochschulen reagieren auf diese Sondersituation der Studierenden: Die Hälfte von ihnen bietet Beratungsmöglichkeiten für Studierende in finanziellen Notlagen an, knapp 40 Prozent der Hochschulen bieten zudem psychologische Betreuung.


Hintergrund
Das Hochschul-Barometer ist ein Stimmungsbarometer deutscher Hochschulleitungen. In einer jährlichen, repräsentativen Umfrage wollen Stifterverband und Heinz Nixdorf Stiftung von allen Rektoren und Präsidenten der Hochschulen in Deutschland wissen, wie sie ihre momentane Situation und ihre Perspektiven einschätzen. Die Befragung für das nächste Hochschul-Barometer beginnt Ende des Jahres.

  (14.12.2021, prh)

Hochschul-Barometer 2021 (PDF, 56 Seiten)

 

BMAS: Bildungszeit für die Weiterbildung

Hubertus Heil   Susi KnollFoto: Susi Knoll

In einem Zeitungsinterview erläuterte der alte und neue Minister für Arbeit und Soziales, Hubertus Heil, seine Vorstellungen zum Ausbau der Weiterbildung

Wie der Tagesspiegel berichtet, erläuterte der BMAS-Chef den Zeitungen der Funke Mediengruppe, es solle »ein System der Bildungszeiten« eingeführt werden, wie es in Österreich bereits praktiziert werde. Diese Zeit dauere ein Jahr, könne von den Beschäftigten jedoch auch als Bildungsteilzeit auf zwei Jahre ausgedehnt werden.

Finanziert werden soll die Bildungszeit durch die Bundesagentur für Arbeit (BA) und auf der Höhe des Arbeitslosengeldes liegen. Geplant sei, so Heil, dass die entsprechenden Regelungen im Neuen Jahr formuliert und dann 2023 in Kraft treten können.

Im Koalitionsvertrag der Regierung steht dazu, dass eine neue Bildungs(teil)zeit Beschäftigten unter bestimmten Bedingungen finanzielle Unterstützung für arbeitsmarktbezogene Weiterbildung bieten werde, z.B. für das Nachholen eines Berufsabschlusses oder eine berufliche Neuorientierung. Dabei werde der BA eine »stärkere Rolle« bei der Weiterqualifizierung und Beratung zugewiesen. Weiterbildungsverbünde sollen aus- und »Weiterbildungsagenturen« aufgebaut werden. (12.12.2021, prh)

Nach einer Meldung des Tagesspiegels

vgl.: Wichtige Neuerungen des Koalitionsvertrages

 

EU will Lebenslanges Lernen stärken

EU    Individuelles Lernen

Individuelle Lernkonten und Qualifikationen zum Nachweis von Lernergebnissen, so genannte Microcredentials, sollen dazu beitragen, dass alle Menschen jederzeit und lebenslang Zugang zu Weiterbildungsangeboten haben

Die Europäische Kommission hat dazu gestern Vorschläge für Empfehlungen des Rates vorgelegt. Ziel ist es, dass bis 2030 mindestens 60 Prozent aller Erwachsenen jährlich an einer Weiterbildungsmaßnahme teilnehmen können. Darauf hatten sich die Mitgliedsländer auf dem EU-Sozialgipfel in Porto im Juni dieses Jahres geeinigt. Kommissionvizepräsident Margaritis Schinas erklärte: »Die heute vorgelegten Vorschläge stellen sicher, dass Weiterbildung in jeder Lebensphase stattfinden kann, dass sie flexibel ist und alle darauf zugreifen können. Dies ist ein großer Schritt, um mehr Menschen die Teilnahme an Lern- und Weiterbildungsangeboten zu ermöglichen.«

Die EU-Kommissarin für Innovation, Forschung, Kultur, Bildung und Jugend, Mariya Gabriel, ergänzte: »Um einen gerechten Übergang zu gewährleisten, ist es wichtig, dass jeder Mensch unabhängig von seiner persönlichen Situation flexible, modulare und leicht zugängliche Lern- und Weiterbildungsmöglichkeiten nutzen kann. Der europäische Ansatz für Microcredentials wird die Anerkennung und Validierung dieser Lernerfahrungen erleichtern. Er wird die Rolle der Hochschulen und Berufsbildungseinrichtungen bei der Verwirklichung des lebenslangen Lernens in der gesamten EU stärken und es ihnen ermöglichen, sich für ein breiteres, vielfältigeres Spektrum von Lernenden zu öffnen.«

Nach Abschluss der allgemeinen und beruflichen Erstausbildung nehmen zu wenige Menschen regelmäßig an Fort- und Weiterbildungen teil. Oft ist Zeit- oder Geldmangel die Ursache dafür, dass keine neuen Kompetenzen erworben oder bestehende Kompetenzen nicht erweitert werden, oder den Menschen sind die vorhandenen Lernangebote und ihre Vorteile gar nicht bekannt. So wird beispielsweise schon jetzt an über 90 Prozent der Arbeitsplätze in fast allen Branchen ein gewisses Maß an digitaler Kompetenz benötigt, während im Jahr 2019 nur 56 Prozent der Erwachsenen über grundlegende digitale Kompetenzen verfügten. Der digitale und ökologische Wandel kann nur gelingen, wenn die Arbeitskräfte die richtigen Kompetenzen besitzen. Durch die COVID-19-Pandemie ist der Umschulungs- und Weiterbildungsbedarf weiter gestiegen, da sich der Arbeitsmarkt verändert und sich die Menschen auf neue Nachfragesituationen in den unterschiedlichen Sektoren einstellen müssen.

Individuelle Lernkonten

Die EU-Kommission will mit ihrem Vorschlag sicherstellen, dass alle Menschen jederzeit und lebenslang Zugang zu relevanten Weiterbildungsangeboten haben, die auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind, und zwar unabhängig davon, ob sie gerade einer Beschäftigung nachgehen oder arbeitslos sind.

Hierzu setzt die vorgeschlagene Empfehlung des Rates bei den größten Hindernissen an, die den Menschen bei der Aufnahme einer Weiterbildung im Wege stehen – Motivation, Zeit und Geld – und ruft die Mitgliedstaaten dazu auf, in Abstimmung mit den Sozialpartnern

  • individuelle Lernkonten einzurichten und allen Erwachsenen im erwerbsfähigen Alter Weiterbildungsansprüche zu gewähren;
  • eine Liste arbeitsmarktrelevanter und qualitätsgesicherter Weiterbildungsangebote festzulegen, die für eine Finanzierung aus den individuellen Lernkonten infrage kommen, und diese Liste in einem digitalen Verzeichnis zugänglich zu machen, das sich z.B. über Mobilgeräte abfragen lässt;
  • Beratungs- und Validierungsmöglichkeiten für bereits erworbene Kompetenzen zu schaffen und bezahlten Ausbildungsurlaub einzuführen.

Der innovative Charakter dieses Vorschlags besteht darin, dass die Menschen selbst bei der Kompetenzentwicklung im Mittelpunkt stehen. Außerdem werden die Mitgliedstaaten aufgefordert, die Finanzierung auf den individuellen Weiterbildungsbedarf abzustimmen.

Microcredentials

Microcredentials bescheinigen Lernergebnisse, die im Rahmen einer kleineren Lernerfahrung (z.B. einem kurzen Kurs oder einer Schulung) erzielt wurden. Sie sind ein flexibles, zielgerichtetes Instrument, das die Menschen beim Erwerb der Kenntnisse, Fertigkeiten und Kompetenzen unterstützt, die sie für ihre persönliche und berufliche Entwicklung benötigen.

Die Kommission will mit ihrem Vorschlag sicherstellen, dass Microcredentials institutions-, unternehmens-, branchen- und grenzübergreifend funktionieren. Hierzu sollten sich die Mitgliedstaaten auf Folgendes einigen:

  • eine gemeinsame Definition für Microcredentials,
  • Standardelemente für die Beschreibung von Microcredentials und
  • Schlüsselprinzipien für die Entwicklung und Ausstellung von Microcredentials.

Auf diese Weise soll gewährleistet werden, dass Microcredentials von hoher Qualität sind und auf transparente Weise ausgestellt werden, sodass man auf die bescheinigten Inhalte vertrauen kann. Auch bei Lernenden, Arbeitnehmern und Arbeitsuchenden, die einen realen Nutzen aus den Microcredentials ziehen, wird dies die Akzeptanz fördern. Der Vorschlag umfasst zudem Empfehlungen zur Berücksichtigung von Microcredentials in den Strategien für die allgemeine und berufliche Bildung und den Arbeitsmarkt. So soll es allen Menschen ermöglicht werden, auf inklusive, maßgeschneiderte Art und Weise neue oder ergänzende Kompetenzen zu erwerben. Das europäische Konzept für Microcredentials ist eine der zentralen Leitinitiativen für die Verwirklichung des europäischen Bildungsraums bis 2025. Microcredentials können in den Katalog von Lernangeboten aufgenommen werden, die mit den individuellen Lernkonten genutzt werden können.

Nächste Schritte

Nun beginnen die Verhandlungen mit den Mitgliedstaaten über die Vorschläge. Nach der Annahme durch den Rat wird die Kommission die Mitgliedstaaten, die Sozialpartner und weitere relevante Partner bei der Umsetzung der Empfehlungen des EU-Rates unterstützen. Die Berichterstattung über die individuellen Lernkonten und das Monitoring erfolgen im Rahmen des Zyklus des Europäischen Semesters.


Hintergrund

Das Recht auf allgemeine und berufliche Bildung und lebenslanges Lernen ist in der europäischen Säule sozialer Rechte festgeschrieben (Grundsatz 1). Alle Menschen sollten kontinuierlich Zugang zu hochwertiger allgemeiner und beruflicher Bildung haben, und sie sollten aus einem Katalog diejenigen Angebote für die Kompetenzentwicklung auswählen können, die ihren Bedürfnissen entsprechen. Angesichts des ständigen Wandels in der Gesellschaft und auf dem Arbeitsmarkt sind Kompetenzen die wichtigsten Bausteine für den Erfolg aller Bürgerinnen und Bürger.

Auf dem Sozialgipfel von Porto und auf der Juni-Tagung des Europäischen Rates hatten die Staats- und Regierungschefs die im Aktionsplan zur europäischen Säule sozialer Rechte festgelegten EU-Kernziele für 2030 begrüßt. Zu diesen Zielen zählt die Vorgabe für 2030, dass mindestens 60 Prozent aller Erwachsenen jedes Jahr an einer Weiterbildungsmaßnahme teilnehmen sollten. Im Jahr 2016 lag die Beteiligung jedoch nur bei 37 Prozent pro Jahr, und in den Jahren zuvor waren die Zuwächse gering. Wenn dieser Trend anhält, kann das vorgegebene Ziel nicht erreicht werden, und genau deshalb sind die Vorschläge für individuelle Lernkonten und Microcredentials so wichtig. In den heute vorgelegten Vorschlägen werden die Mitgliedstaaten aufgerufen, mit den Sozialpartnern und allen anderen Interessenträgern zusammenzuarbeiten, um Weiterqualifizierung und Umschulungen für alle Menschen zu einer Selbstverständlichkeit zu machen.

Die Vorschläge für eine Empfehlung des Rates zu individuellen Lernkonten und für eine Empfehlung des Rates zu Microcredentials für lebenslanges Lernen und Beschäftigungsfähigkeit sind die letzten der zwölf Leitinitiativen, die im Rahmen der Europäischen Kompetenzagenda und des Aktionsplans zur europäischen Säule sozialer Rechte angekündigt worden waren. Das europäische Konzept für Microcredentials ist zugleich auch eine der zentralen Leitinitiativen für die Verwirklichung des europäischen Bildungsraums bis 2025.

  (11.12.2021, prh)

Weiterführende Informationen zu Individuellen Lernkonten und Microcredentials

vgl.: »Start des europäischen Kompetenzpakts«

vgl.: »EU-Rat verabschiedet neue Europäische Agenda für Erwachsenenbildung«

 

Öffentliche Bildungsausgaben stiegen 2020 um 6 Prozent

DESTATIS-Logo

Rund 160 Milliarden Euro für Bildung aus öffentlicher Hand 

Die Bildungsausgaben von Bund, Ländern und Gemeinden sind im Jahr 2020 auf 159,6 Milliarden Euro gestiegen. Das waren rund 9,1 Milliarden Euro oder 6,0 % mehr als 2019.

In die Schulen floss 2020 mit 76,8 Milliarden Euro knapp die Hälfte (48,1 %) der öffentlichen Bildungsausgaben. 36,2 Milliarden Euro entfielen auf die Kindertagesbetreuung (22,7 %) und 33,2 Milliarden Euro auf die Hochschulen (20,8 %).

Zu diesen Ergebnissen kommt das Statistische Bundesamt (Destatis) im Bildungsfinanzbericht 2021 auf Basis vorläufiger Daten der öffentlichen Haushalte.

Mehrausgaben getragen durch Bund und Länder

Getragen wurden die Mehrausgaben 2020 von Bund und Ländern. Die Länder gaben 111,8 Milliarden Euro aus und finanzierten mit 70,1 % einen Großteil der öffentlichen Bildungsausgaben. Gegenüber dem Vorjahr stiegen die Ausgaben der Länder um 6,6 Milliarden Euro (+6,2 %). Der Bund erhöhte seine Ausgaben um 3,5 Milliarden Euro (+35,2 %) auf insgesamt 13,4 Milliarden Euro. Zurückzuführen ist der starke prozentuale Anstieg der Bundesausgaben überwiegend auf Zuweisungen des Bundes an verschiedene Sondervermögen für Kindertagesbetreuung, Schulen und Bildungsförderung. Auf kommunaler Ebene lässt sich hingegen ein leichter Ausgabenrückgang beobachten. 2020 haben die Gemeinden insgesamt 34,4 Milliarden Euro und damit knapp 1 Milliarde Euro weniger als 2019 für Bildung ausgebeben (-2,7 %).

Corona-Pandemie: Anteil der öffentlichen Bildungsausgaben am Bruttoinlandsprodukt gestiegen

Auch im Bildungswesen war das Jahr 2020 stark von der Corona-Pandemie geprägt. Betroffen waren sämtliche Bildungsbereiche und Körperschaftsgruppen. Ausgabenschwerpunkte der öffentlichen Haushalte im Bildungswesen stellten dabei unter anderem die Digitalisierung von Bildungseinrichtungen, die Umsetzung von Hygienekonzepten, die Schaffung zusätzlicher Bildungs- und Betreuungsangebote sowie die Kompensation unvorhergesehener Mindereinnahmen dar.

Deutlich feststellen lässt sich der Einfluss der Corona-Pandemie auch bei Betrachtung des Anteils der öffentlichen Bildungsausgaben am Bruttoinlandsprodukt (BIP). Gegenüber dem Vorjahr ist hier der Anteil am BIP auf 4,8 % gestiegen (2019: 4,4 %). Erklärbar ist dieser Anstieg durch den pandemiebedingten Rückgang des nominalen BIP bei gleichzeitig steigenden Bildungsausgaben. Hingegen war beim Anteil der öffentlichen Bildungsausgaben am öffentlichen Gesamthaushalt ein leichter Rückgang auf 20,8 % zu verzeichnen (2019: 21,5 %).

 

Hintergrund
Das Statistische Bundesamt erstellt den Bildungsfinanzbericht jährlich im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung sowie der Kultusministerkonferenz. Neben den öffentlichen Bildungsausgaben (Kapitel 3 und 4) enthält der Bildungsfinanzbericht auch die Bildungsausgaben in Abgrenzung des Bildungsbudgets (Kapitel 2) sowie in internationaler Abgrenzung (Kapitel 5).

  (10.12.2021, prh)

Bildungsfinanzbericht 2020 (PDF, 152 Seiten)

 

Neue Regierung nimmt ihre Arbeit auf

Bundeskabinett ab 2021

Die Mitglieder des neuen Bundeskabinetts haben am 8. Dezember 2021 von Bundespräsident Steinmeier ihre Ernennungsurkunden erhalten und ihren Amtseid vor dem Deutschen Bundestag geleistet.

Acht Ministerinnen und acht Minister bilden gemeinsam mit Bundeskanzler Scholz das Bundeskabinett.

Zuvor wurde Olaf Scholz zum Bundeskanzler gewählt, im Bundestag erreichte er mit 395 Stimmen die so genannte »Kanzlermehrheit«.

Neue Ministerin für Bildung und Forschung

Vereidigung von Bettina Stark Watzinger

Als neue BMBF-Chefin tritt Bettina Stark-Watzinger (FDP) die Nachfolge von Anja Karliczek an. (09.12.2021, prh)

Das neue Bundeskabinett

 

Arbeiten mit KI? - Ich doch nicht...

AI KI Stilisierter Kopf Notebook

Künstliche Intelligenz ist für viele Erwerbstätige bereits Teil der alltäglichen Arbeit – Weiterbildungen könnten Transparenz stärken

Viele Erwerbstätige arbeiten bereits mit Künstlicher Intelligenz (KI), ohne sich dessen bewusst zu sein

Das zeigt eine Studie, für die Wissenschaftlerinnen aus dem Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) und Wissenschaftler der Technischen Universität Berlin zusammengearbeitet haben.

Die Forscher*innen haben Befragungsdaten aus der Innovationsstichprobe des SOEP zum Thema Digitalisierung ausgewertet. Demnach bejahten nur 20 Prozent der befragten Erwerbstätigen die direkte Frage, ob sie bei ihrer Arbeit mit Künstlicher Intelligenz in Berührung kommen. Wurden die Umfrageteilnehmer*innen allerdings nicht direkt nach Künstlicher Intelligenz gefragt, sondern ob sie in ihrem Beruf beispielsweise Funktionen wie Spracherkennung oder automatisierte Bildbearbeitung nutzen, gaben fast doppelt so viele an, dass dies täglich der Fall sei.

»Es gibt eine Diskrepanz zwischen der öffentlichen Wahrnehmung von KI und dem realen Einsatz konkreter KI-basierter Systeme im Berufsleben«, analysiert Studienautor Oliver Giering von der TU Berlin. »Viele Menschen denken beim Begriff KI an intelligente Roboter in einer fernen Zukunft – dabei sind bereits jetzt in vielen Betrieben KI-Systeme im Einsatz, die Erwerbstätigen Aufgaben abnehmen.« Die verzerrte Wahrnehmung führe dazu, dass viele Erwerbstätige, die mit Sprach-, Bild- oder Texterkennung und -verarbeitung arbeiten, gar nicht wüssten, dass es sich um KI-basierte Systeme handelt.

 

Macht der ZukunftsbilderGrafik: DIW Berlin

 

Nur wenige Beschäftigte arbeiten ausschließlich mit KI

Häufig allerdings erledigen Erwerbstätige Aufgaben, die potenziell auch von KI-basierten Systemen übernommen werden könnten, immer noch selbst. In allen untersuchten Bereichen war dies bei der Mehrheit der Erwerbstätigen der Fall. »KI-Systeme werden aktuell nur teilweise für die Tätigkeiten eingesetzt, zu denen sie fähig wären«, ergänzt Co-Autorin Alexandra Fedorets vom DIW. Häufig sei ein Einsatz der oft teuren KI-Produkte nicht wirtschaftlich. »Oft sprechen aber auch technologische, rechtliche oder arbeitspolitische Gründe gegen die Automatisierung. Bei vielen Tätigkeiten ist die Frage auch schlicht: Ist es wirklich sinnvoll, sie zu automatisieren?«, so Fedorets.

»Viele Menschen denken beim Begriff KI an intelligente Roboter in einer fernen Zukunft – dabei sind bereits jetzt in vielen Betrieben KI-Systeme im Einsatz, die Erwerbstätigen Aufgaben abnehmen.«
Oliver Giering

Weiterbildungen könnten Transparenz stärken

»Die Debatte um KI im Arbeitsleben wird oft von der Frage bestimmt, ob durch Automatisierung Arbeitsplätze wegfallen«, so Co-Autorin Jule Adriaans (DIW). »In der Realität in den Betrieben geht es aber viel häufiger darum, die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine konkret auszugestalten.« So gebe es auch eine Gruppe derjenigen, die bei einem Teil ihrer Tätigkeiten von KI-basierten Systemen unterstützt werden, aber gleichzeitig Aufgaben aus demselben Tätigkeitsbereich weiterhin ohne technische Unterstützung ausführen. Im Bereich Texterkennung und -verarbeitung arbeiten immerhin 26 Prozent der Erwerbstätigen so.

Nur ein verschwindend geringer Teil der Erwerbstätigen nutzt dagegen ausschließlich KI-basierte Systeme. »Um im Alltag gut mit KI-Systemen arbeiten zu können, müssen die Menschen mehr darüber wissen, was das für Systeme sind und wie sie funktionieren«, ergänzt Co-Autor Stefan Kirchner, Leiter des Fachgebiets Digitalisierung der Arbeitswelt der TU Berlin. »Damit Menschen die Digitalisierung an ihrem Arbeitsplatz mitgestalten können, sollten Unternehmen und die Politik gezielt Weiterbildungen fördern, die den kompetenten Umgang mit KI stärken.« (03.12.2021, prh)

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Bundesweiter Fernstudientag 2022 (Online)

vom 27.01.2022 um 10:00 Uhr bis zum 27.01.2022 um 11:00 Uhr

Auftaktveranstaltung zum 17. Bundesweiten Fernstudientag

Die Zukunft im Blick - Wie man das richtige Fernstudium finden, finanzieren und erfolgreich abschließen kann!

Einmal im Jahr veranstaltet der Bundesverband der Fernstudienanbieter e.V. (vormals Forum DistancE-Learning) einen Info-Tag rund ums Thema Fernlernen zeitgleich in vielen Städten Deutschlands und auch virtuell im World Wide Web.

So vielfältig die Themen und Abschlussmöglichkeiten im DistancE-Learning - so groß ist auch die Bandbreite an unterschiedlichen Veranstaltungen am Bundesweiten Fernstudientag: vom »Tag der offenen Tür« an Fern(hoch)schulen über Info-Chats mit Fernstudierenden bis hin zu Live-Online-Sessions in virtuellen Diskussionsforen.





 

»Life Skills« im Fokus der Erwachsenenbildung (Online)

vom 24.03.2022 um 14:00 Uhr bis zum 24.03.2022 um 18:00 Uhr

Anknüpfend an den orientierenden Bezugsrahmen der »Life Skills« (Lebenskompetenzen) werden auf der EPALE und Erasmus+ Konferenz 2022 erfolgreiche Ansätze der Erwachsenenbildung zur Vermittlung von Lese-, Schreib- und Rechenkompetenzen, finanziellen, digitalen, gesundheitlichen, zivilgesellschaftlichen und Umwelt-Kompetenzen vorgestellt.

Es soll gemeinsam herausgefunden werden, welches Potential Life Skills für die Erwachsenenbildung haben, und wie EPALE dazu beizutragen kann, diese zugänglich zu machen.

Das Konferenzprogramm und die Anmeldemöglichkeit werden in Kürze veröffentlicht.

 

Trainer*innentage: Haltung und Werte in Training und Weiterbildung

vom 31.05.2022 bis zum 01.06.2022

Das Institut für Arbeit und Gesundheit (IAG) der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) lädt zu den Trainer*innentagen ein, die Haltung und Werte in Training und Weiterbildung in den Fokus rücken.

Die Keynote hält der Hirnforscher Gerhard Roth. An zwei Tagen haben im Training und in der Weiterbildung tätige Personen die Möglichkeit, sich über die Bedeutung von Haltung in der Lernbegleitung auszutauschen und aktuelle Infos aus der Forschung zu erhalten.

Anmeldung unter iag.trainertag@dguv.de erforderlich.

 

LEARNTEC 2022 (Karlsruhe)

vom 31.05.2022 bis zum 02.06.2022

Die Corona-Pandemie trifft die Messebranche besonders schwer, viele Veranstaltungen wurden bereits abgesagt oder verschoben.

Findet die LEARNTEC statt?

Messe Karlsruhe verschiebt LEARNTEC auf 31. Mai bis zum 2. Juni 2022

Der aktuelle Verlauf der Corona-Pandemie sowie die hieraus folgenden Maßnahmen für das öffentliche Leben sind der Grund, dass die Messe Karlsruhe die LEARNTEC neu terminiert hat.

Die Fachmesse und der begleitende Kongress finden nun vom 31. Mai bis zum 2. Juni 2022 in der Messe Karlsruhe statt.

Bitte informieren Sie sich rechtzeitig beim Veranstalter, ob die Messe wirklich stattfinden kann!

 

 

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