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Strategien und Herausforderungen der Weiterbildung in KMU

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Weiterbildungskultur in KMU

Die aktuelle KOFA-Studie 1/2024, die im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) durchgeführt wurde, beleuchtet die Weiterbildungskultur in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Dazu wurden 953 Unternehmen zu ihren Weiterbildungsaktivitäten, -hemmnissen und -investitionen befragt.

Wesentliche Ergebnisse

Bedeutung der Weiterbildung

  • KMU investieren mehr Zeit und Geld in Weiterbildung als große Unternehmen.
  • Beschäftigte in kleinen Unternehmen verbrachten im Jahr 2022 durchschnittlich 23,9 Stunden mit Weiterbildung, in mittleren Unternehmen 19,1 Stunden und in großen Unternehmen 18,1 Stunden.

Kultur und Werte

  • Sowohl in KMU als auch in großen Unternehmen wird die Bereitschaft zur Weiterbildung gefördert.
  • In KMU ist die Feedbackkultur stärker ausgeprägt als in großen Unternehmen, was den Austausch und das Lernen voneinander unterstützt.

Partizipation der Beschäftigten

  • In 70 bis 80 Prozent der Unternehmen, unabhängig von deren Größe, erfolgt die Planung der Weiterbildung gemeinsam mit den Beschäftigten. 80 Prozent der 
  • KMU ermöglichen ihren Mitarbeitenden, eigenverantwortlich Weiterbildungsmaßnahmen auszuwählen.

Rahmenbedingungen

  • Über 90 Prozent der Unternehmen, egal ob KMU oder groß, stellen ihre Beschäftigten für Weiterbildung frei.
  • KMU gehen das Thema Weiterbildung weniger strategisch an und haben seltener formale Strukturen wie Personalabteilungen oder Weiterbildungsbeauftragte.

Hemmnisse

  • Die größten Hindernisse für KMU sind Zeitmangel und fehlende interne Kapazitäten für Organisation und Planung.
  • Finanzielle Hindernisse sind weniger wichtig als Zeitmangel. Mangelndes Interesse der Mitarbeiter und fehlender Weiterbildungsbedarf werden von 
  • KMU häufiger als Hemmnisse genannt.

Unterstützungsmaßnahmen

  • Finanzielle Förderung wird von allen Unternehmen als hilfreich angesehen. 
  • Die Unterstützung bei der Ermittlung des Weiterbildungsbedarfs und bei der Personalbedarfsplanung wird von den KMU als weniger hilfreich angesehen. 
  • Beratung der Beschäftigten wird als nützlich erachtet, um das Interesse an Weiterbildung zu wecken.

Handlungsempfehlungen

  • Strategische Planung
    KMU sollten eine systematische Ermittlung des Weiterbildungsbedarfs und regelmäßige Mitarbeitergespräche zur Entwicklung von Weiterbildungsplänen durchführen.
  • Vernetzung
    Der Austausch mit anderen Unternehmen kann helfen, von deren Erfahrungen zu profitieren und Weiterbildungsbedarfe zu bündeln.
  • Wissenstransfer
    Der Einsatz von künstlicher Intelligenz kann bei der Bündelung von informellem Wissen im Unternehmen und der Bereitstellung dieses Wissens für neue Mitarbeiter*innen hilfreich sein.

Zusammenfassung

Die KMU sind in der Weiterbildung sehr aktiv und investieren viel in ihre Mitarbeitenden. Dennoch gibt es Verbesserungspotenziale, insbesondere bei der strategischen Planung und der Motivation der Beschäftigten.

Durch gezielte Unterstützungsmaßnahmen und den Ausbau der Vernetzung können KMU ihre Weiterbildungskultur weiter stärken und sich besser auf zukünftige Herausforderungen vorbereiten.

Hintergrund
Das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA) unterstützt kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bei der Gestaltung ihrer Personalarbeit. Das Projekt wird im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) durchgeführt; es ist am Institut der deutschen Wirtschaft (IW) angesiedelt.

  (21.06.2024, prh)

Zur KOFA-Studie (PDF, 24 Seiten)

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