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New Learning: Hagener Manifest fordert neues Verständnis vom Lernen

Hagener Manifest

Wie wollen, wie können, wie müssen wir zukünftig lernen? Diesen Fragen widmet sich das Hagener Manifest zu New Learning. Das Manifest entstand in einem kollaborativen Arbeitsprozess von 37 Bildungsexpert*innen aus ganz Deutschland. Initiiert hat es die FernUniversität in Hagen. Die Autor*innen wollen die bildungspolitische Debatte um neue Formen des Lernens in Zeiten der digitalen Transformation vorantreiben.

Das Hagener Manifest zu New Learning formuliert in zwölf Thesen Voraussetzungen und Rahmenbedingungen für einen neuen Lernbegriff, der dem digitalen Wandel der Gesellschaft Rechnung trägt. New Learning ist die entscheidende Fähigkeit, diesen Wandel zu verstehen und ihn aktiv mitzugestalten. Es stellt die Lernenden in den Mittelpunkt und befähigt sie, in ihrer digitalen Lebensrealität lebenslang zu lernen. Mit diesem Ziel beleuchten die Autor*innen im Manifest Fragen von lebenslanger Bildung und Chancengerechtigkeit, von digitalen Kompetenzen und Lernsettings, von Technologie und Datenschutz und thematisieren bildungspolitische Rahmenbedingungen des Lernens.

In dem Manifest heißt es, dass »es überfällig (sei), ein grundlegend neues Verständnis vom Lernen zu entwickeln«. Neben neuen digitalen Vermittlungsformaten und Kompetenzanforderungen betrifft das unter anderem die Entwicklung zukunftsfähiger kooperativer Organisationsformen und innovativer politischer Förderkonzepte des Lernens. Fragen der Bildungsgerechtigkeit und Chancengerechtigkeit spielten in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle. Und Lernerfolge ließen sich nicht nur an Abschlüssen festmachen.

Forderungen an die Politik

»Mit dem Hagener Manifest denken wir das Lernen neu. Es sollte angepasst sein an unsere gesellschaftliche, sehr digital bestimmte Realität, aber diese auch aktiv gestalten. Das bedeutet weit mehr als nur innovative Technik. Wir brauchen dafür ganz spezifische Kompetenzen«, so Prof. Dr. Ada Pellert, Rektorin der FernUniversität in Hagen, die das Hagener Manifest ins Leben gerufen hat. Dem Bildungssystem in Deutschland fehlten dafür bisher noch angemessene Konzepte und Lösungsansätze. Das Hagener Manifest formuliert daher auch konkrete Forderungen an die Politik. »New Learning erfordert ein Denken und Handeln über die Grenzen einzelner Institutionen und politischer Zuständigkeiten hinweg«, sagt Pellert.

Bildungspolitische Debatte anstoßen

Das Hagener Manifest zu New Learning entstand in enger Zusammenarbeit mit Bildungsexpert*innen aus ganz Deutschland. Das Rektorat der FernUniversität in Hagen, das Institut für Bildungswissenschaft und Medienforschung (IfBM), das Zentrum für pädagogische Berufsgruppen- und Organisationsforschung (ZeBO) und der Forschungsschwerpunkt Digitalisierung, Diversität und Lebenslanges Lernen (D²L²) haben gemeinsam mit namhaften Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Bildung und Wirtschaft den Text verfasst. Zu den 37 Beteiligten gehören unter anderem die Publizistin und Kommunikationswissenschaftlerin Prof. Dr. Miriam Meckel, Dr. Jörg Dräger, Mitglied des Vorstands der Bertelsmann-Stiftung, Verena Pausder, Young Global Leader des Weltwirtschaftsforums und Vorständin von Digitale Bildung für Alle e.V. sowie Magdalena Rogl, Head of Digital Channels bei Microsoft. Das Manifest wurde jetzt auf der Webseite der Fernuni Hagen  veröffentlicht. Dort finden sich auch Statements der Mitwirkenden zu New Learning.

Die Autor*innen wünschen sich, dass die Debatte um New Learning jetzt öffentlich weitergeht. Mit den Hashtags #HagenerManifest und #NewLearning können Leserinnen, Leser, Unterzeichnerinnen und Unterzeichner das Hagener Manifest in den sozialen Netzwerken kommentieren und zu seiner Verbreitung beitragen. Ein virtueller Kongress am 26. November 2020 greift die Diskussionen um New Learning und das Hagener Manifest dann erneut auf. (02.10.2020, prh)

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