Bildungsnetzwerk der Zukunft: Erasmus+ knackt die Millionengrenze

Erasmus+: Eine Million deutsche Teilnehmende seit 1987
Ein vollgepackter Koffer am Bahnsteig, etwas Nervosität und das erste holprige Gespräch in einer fremden Sprache im Café. Solche Momente im Ausland prägen den Lebensweg nachhaltig und erweitern den Horizont weit über das Fachstudium hinaus.
Rekordmarke im europäischen Austausch
Im März 2026 erreichte die Zahl deutscher Studierender, die seit dem Programmstart im Jahr 1987 über Erasmus+ im Ausland lernten oder ein Praktikum absolvierten, die Grenze von 1.000.000 Personen. Inklusive des Hochschulpersonals erhielten insgesamt rund 1.1 Millionen Deutsche eine finanzielle und organisatorische Unterstützung durch die Nationale Agentur beim Deutschen Akademischen Austauschdienst (NA DAAD).
Zu den beliebtesten Zielländern gehören Spanien, Frankreich und Italien. Europaweit verzeichnet das Programm mittlerweile 17 Millionen Teilnehmende, während im Gegenzug fast ebenso viele ausländische Gäste für einen Aufenthalt nach Deutschland kamen.
Wandel zum modernen Bildungsnetzwerk
Das im Jahr 1987 gestartete Programm entwickelte sich von einer reinen Studierendenförderung zu einem flexiblen Bildungsnetzwerk. Heute bietet es neben klassischen Auslandssemestern auch geförderte Auslandspraktika, flexiblere Kurzzeitaufenthalte sowie innovative Formate der sogenannten »Blended Mobility« an. Dieses Hybridmodell verbindet eine virtuelle Online-Zusammenarbeit mit kurzen Präsenzphasen vor Ort. Dadurch erhalten auch Studierende mit familiären Verpflichtungen oder Nebenjobs leichteren Zugang zu internationalen Erfahrungen.
Nutzen für Karriere und Gesellschaft
Ehemalige Teilnehmende berichten von gestärkter persönlicher Reife und ausgeprägterer Selbstständigkeit. Zudem erleichtere der Aufenthalt den späteren Berufseinstieg, da Arbeitgeber interkulturelle Kompetenzen schätzen.
Auch der gesellschaftliche Wert ist hoch: In Befragungen gaben 85 Prozent der Erasmus-Alumni an, an demokratischen Wahlen teilzunehmen. Zudem gingen aus den europäischen Begegnungen schätzungsweise eine Million Kinder hervor, im Volksmund oft als »Erasmus-Babys« bezeichnet.
Erasmus+ ist das EU-Programm zur Förderung von allgemeiner und beruflicher Bildung, Jugend und Sport in Europa.
Öffentliche und private Einrichtungen in den Bereichen Bildung, Jugend oder Sport können sich über nationale Agenturen oder die Europäische Exekutivagentur für Bildung und Kultur um Fördermittel bewerben.
Mit diesen Maßnahmen unterstreicht Erasmus+ seine Rolle als Motor für Bildung und internationale Zusammenarbeit in Europa.
(11.06.2026, prh - nach einer Mitteilung des DAAD)
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