Ariadne Pfad:

Inhalt

Grundsicherung: Geld fehlt, Teilzeit fehlt – Weiterbildung bleibt Mangelware

Fehlendes Vorwissen, knappe Kassen, kaum Teilzeitangebote: Wer Bürgergeld (inzwischen: »Grundsicherung«) bezieht, stößt beim Wunsch nach beruflicher Weiterbildung auf zahlreiche Hürden.

Das zeigt eine aktuelle Befragung von rund 3.000 Jobcenter-Beschäftigten, die das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ausgewertet hat.

Vorwissen und Motivation als größte Hemmnisse

Aus Sicht der Berater*innen mangelt es vor allem an bildungsbezogenen Grundlagen: 69 Prozent nennen fehlendes Vorwissen, 57 Prozent fehlende Motivation. Je 50 Prozent sehen gesundheitliche Probleme und fehlende Kinderbetreuung als Bremsklötze – Letzteres trifft besonders Alleinerziehende und Mütter.

Teilzeitangebote und Budget als institutionelle Schwachstellen

Auch die Jobcenter selbst sehen strukturelle Defizite: 37 Prozent beklagen zu wenige Teilzeitweiterbildungen, 30 Prozent ein zu knappes Budget, 23 Prozent unpassende Kursinhalte.

Seit 2025 finanziert nicht mehr der Bund über die Jobcenter, sondern die Arbeitslosenversicherung über die Agenturen für Arbeit – eine Umstellung, die 69 Prozent der Befragten als aufwändig empfinden. Zwei Drittel bezweifeln, dass Bürgergeld-Beziehende davon profitieren.

Eintrittszahlen auf Talfahrt

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Nach über 230.000 Eintritten im Jahr 2009 waren es 2024 nur noch knapp 100.000 – 2025 nochmals 13 Prozent weniger, rund 81.000.

Persönliche Hemmnisse lassen sich durch Beratung teils abbauen, strukturelle Defizite bei Teilzeit und Betreuung bleiben eine Aufgabe, die Jobcenter allein nicht lösen können.


In aller Kürze
Jobcenter-Befragung: Fehlendes Vorwissen, Motivation und Kinderbetreuung erschweren Weiterbildung im Bürgergeld-Bezug – dazu knappe Budgets und zu wenig Teilzeitangebote. Eintritte sinken weiter.

  (15.07.2026, prh (zu einem Artikel im IAB-Forum))

Inhalt auf sozialen Plattformen teilen (nur vorhanden, wenn Javascript eingeschaltet ist)