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Österreich: KI-Einsatz in Bildungseinrichtungen

Künstliche Intelligenz - KI (Symbolbild)

Künstliche Intelligenz in der Erwachsenenbildung: Von der Anwendung zur Strategie

Die Nutzung generativer Künstlicher Intelligenz (KI) ist in der österreichischen Erwachsenenbildung mittlerweile flächendeckend verbreitet und prägt den Arbeitsalltag maßgeblich.

Eine Untersuchung der Universität Graz belegt, dass rund 95 Prozent der Befragten bereits generative Systeme einsetzen. Dabei handelt es sich um Werkzeuge, die eigenständig neue Inhalte wie Texte oder Grafiken erstellen können.

Die Studie zeigt eine hohe Dynamik auf individueller Ebene, verdeutlicht jedoch gleichzeitig einen Nachholbedarf bei der strategischen Verankerung innerhalb der Organisationen.

Vielfältige Einsatzbereiche und hohe Motivation

Im Zentrum der Anwendung stehen textbasierte Aufgaben. Die Befragten nutzen die Technologie vor allem, um Texte zu verfassen, zusammenzufassen oder zu übersetzen.

Auch bei der Erstellung von Lernmaterialien und im Marketing findet die Technik intensiv Verwendung. Etwa die Hälfte der Teilnehmenden nutzt entsprechende Werkzeuge fast täglich. Diese Entwicklung wird von einem großen beruflichen Interesse getragen.

Viele Fachkräfte schätzen ihre eigenen Fähigkeiten im Umgang mit der Technik zwar als solide ein, äußern jedoch den Wunsch nach einer vertieften Auseinandersetzung mit spezifischen Praxisszenarien.

Herausforderungen bei Strategie und Recht

Trotz der breiten Anwendung erfolgt der Einsatz in vielen Einrichtungen oft noch punktuell und wenig systematisiert. Es mangelt häufig an einheitlichen Leitlinien oder einer klaren organisationalen Strategie.

Besondere Unsicherheit herrscht im Hinblick auf rechtliche Rahmenbedingungen wie den »EU AI Act«, der europaweite Regeln für den sicheren Einsatz von KI festlegt. Auch ethische Fragen, etwa der Schutz vor Diskriminierung durch automatisierte Systeme, rücken verstärkt in den Fokus. Datenschutz und Datensicherheit werden als zentrale Faktoren identifiziert, die über die künftige Implementierung der Technologie entscheiden.

Weg zur professionellen Institution

Die Ergebnisse legen nahe, dass die Erwachsenenbildung vor dem Schritt von der individuellen Erprobung hin zur institutionellen Professionalisierung steht.

Die Studienautorinnen Elke Gruber und Christina Schmieder betonen, dass es nun darauf ankomme, die punktuelle Nutzung in pädagogisch-ethische Gesamtkonzepte zu überführen. Damit die Potenziale der Technologie voll ausgeschöpft werden können, bedürfe es neben technischer Schulungen vor allem klarer organisationaler Strukturen und einer fundierten Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Folgen der Digitalisierung. (29.04.2026, prh)

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