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KI in Beruf und Weiterbildung: Warum Grundkompetenzen neu gedacht werden müssen

Urteilsfähigkeit als Schlüsselkompetenz

Ein Schüler lässt sich die Zusammenfassung für sein Geschichtsreferat von einem Chatbot schreiben. Ob darin Fehler stecken, fällt ihm nur auf, wenn er das Thema selbst kennt und den Text noch einmal genau prüft.

Genau das ist der Knackpunkt beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz.

Prüfen können ist die wichtigste Fähigkeit

Je öfter KI im Alltag genutzt wird, desto wichtiger werden ganz grundlegende Fähigkeiten: gut lesen, gut schreiben und verstehen, wie digitale Technik funktioniert. Nur wer das kann, ist in der Lage, die Antworten einer Maschine einzuordnen und auf ihre Richtigkeit zu prüfen – in der Schule genauso wie im Job.

Wem diese Grundlage fehlt, der übernimmt Fehler, ohne es zu bemerken. So entsteht eine neue Form der digitalen Spaltung: nicht mehr zwischen Menschen mit und ohne Computer, sondern zwischen denen, die Ergebnisse beurteilen können, und denen, die alles glauben müssen.

Auftrag (auch) für die Weiterbildung

In der Schweiz etwa nutzen bereits 55 Prozent der Jugendlichen mindestens einmal pro Woche einen KI-Chatbot, um etwas nachzuschlagen oder Texte zu schreiben.
 
Für die Erwachsenenbildung heißt das: Es genügt nicht, Kurse anzubieten, in denen man lernt, geschickte Fragen an die KI zu stellen – das sogenannte »Prompting«. Die Teilnehmenden müssen auch verstehen, wie solche Programme arbeiten und warum man ihre Antworten immer hinterfragen sollte. Nur dann bleibt man selbst Herr über die Technik und nicht umgekehrt.

In aller Kürze
Ohne solide Grundkenntnisse lassen sich KI-Texte nicht kritisch prüfen. Die Erwachsenenbildung kann genau diese Fähigkeit vermitteln – und damit verhindern, dass sich eine neue Kluft zwischen gut und schlecht informierten Menschen auftut.

(18.09.2026, prh)

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