Geringqualifizierte – warum Weiterbildung wichtig ist
Das unterschätzte Potenzial formal Unqualifizierter
Im IAB-Forum erschien am 8. Januar 2026 ein Beitrag von Carola Burkert, Britta Matthes und Annette Röhrig zum Thema Geringqualifizierte auf dem Arbeitsmarkt. Wir empfehlen diesen Artikel zur Lektüre und fassen ihn hier kurz zusammen.
Menschen ohne Berufsabschluss werden oft unterschätzt. Viele gelten als wenig leistungsfähig. Studien zeigen jedoch: In dieser Gruppe steckt viel Können. Dieses Potenzial bleibt häufig ungenutzt, weil passende Bildungsangebote fehlen. Gleichzeitig suchen viele Betriebe Fachkräfte. Deshalb spielt Weiterbildung für geringqualifizierte Beschäftigte eine zentrale Rolle.
Was »geringqualifiziert« heißt
Geringqualifiziert sind Personen ohne anerkannten Berufsabschluss. Das sagt wenig über ihre tatsächlichen Fähigkeiten. Viele haben im Arbeitsalltag viel gelernt und können Aufgaben auf Fachkraftniveau erledigen. Diese Kenntnisse sind meist nicht offiziell anerkannt und bleiben deshalb unsichtbar.
Chancen bleiben oft ungenutzt
Viele geringqualifizierte Beschäftigte arbeiten in anspruchsvollen Tätigkeiten, verdienen aber weniger und haben geringere Aufstiegschancen.
Der fehlende Abschluss ist häufig das größte Hindernis. Betriebe erkennen vorhandene Fähigkeiten nicht immer und nutzen sie daher zu wenig.
Weiterbildung erreicht zu wenige
Viele Geringqualifizierte sind bereit zu lernen, nehmen aber seltener an Weiterbildungen teil. Angebote richten sich oft an Menschen mit Abschluss oder passen nicht zum Arbeitsalltag. Fehlen anerkannte Abschlüsse, sinken Motivation und Nutzen.
Was jetzt wichtig ist
Die IAB-Autorinnen fordern bessere Bildungsangebote:
- Anerkennung bereits vorhandener Fähigkeiten
- Schrittweise Qualifizierung in kleinen Lerneinheiten
- Lernen direkt im Betrieb
- Unterstützung besonders für kleine Unternehmen
Diese Ansätze erleichtern das Lernen und verbessern die Erfolgschancen.
Fazit
Geringqualifizierte sind keine Problemgruppe. Viele verfügen über wertvolle Fähigkeiten. Mit einfacher, passender Weiterbildung lassen sich neue Chancen eröffnen – für Beschäftigte, Betriebe und den Arbeitsmarkt.
(12.01.2026, prh - nach einem Beitrag im IAB-Forum)
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