KI-Nutzung verdoppelt, doch Schulung bleibt Mangelware
Ein Drittel ohne Fortbildung: Die Weiterbildungslücke in Zahlen
Ein Drittel der deutschen Beschäftigten hat 2025 keine einzige Stunde in Weiterbildung investiert, während die Budgets pro Kopf um 24 Prozent gesunken sind.
Das zeigt der McKinsey HR Monitor 2026, eine Befragung von 6.800 Beschäftigten und HR Verantwortlichen aus zehn Ländern, davon mehr als 1.000 aus Deutschland.
Weiterbildung im Rückgang
Im Schnitt kommen deutsche Beschäftigte auf 2,5 Weiterbildungstage pro Jahr, den niedrigsten Wert aller untersuchten Länder. HR-Verantwortliche schätzen ihn mit 4,0 Tagen deutlich höher ein. Die Ausgaben pro Kopf sanken von 1.579 auf 1.204 Euro. Kein Faktor sorgt bei Beschäftigten für mehr Unzufriedenheit als dieser.
Zentrale Aussage der Studie: Wer an Weiterbildung spart, untergräbt mittelfristig genau jene Fähigkeiten, die der steigende Leistungsanspruch verlangt.
Kreativität überholt Softwareentwicklung
Auch die Future Skills verschieben sich: Kreativität klettert von Platz fünf auf Platz zwei, Digital Literacy steigt um 15 Prozentpunkte auf 23 Prozent. Softwareentwicklung rutscht dagegen fünf Plätze ab.
Die tägliche KI-Nutzung deutscher Beschäftigter hat sich verdoppelt, doch nur 28 Prozent erhielten eine formale Schulung. Größte Vorbehalte bleiben Fehler in KI-Inhalten, Datenschutz und schwindende menschliche Interaktion.
In Deutschland denken nur wenige Unternehmen langfristig über ihren Personalbedarf nach: Nur 10 Prozent planen, wie viele Mitarbeiter sie in den nächsten mehr als drei Jahren brauchen. Außerdem haben nur 73 Prozent der deutschen Firmen eine klare Übersicht, welche Fähigkeiten und Kompetenzen ihre Mitarbeiter haben – weltweit ist dieser Wert höher und liegt bei 85 Prozent.
Hintergrund
Der HR Monitor 2026 basiert auf einer Befragung von 6.800 Teilnehmenden (5.500 Mitarbeitende, 1.300 HR-Professionals) aus Unternehmen in Frankreich, Deutschland, Italien, Polen, Spanien, Großbritannien, den Niederlanden, Belgien, China und den USA. Die Befragung wurde im Januar 2026 durchgeführt. Sofern nicht anders angegeben, beziehen sich die Zahlen auf den globalen Durchschnitt aller zehn untersuchten Länder.
(18.06.2026, prh - nach einer McKinsey-Mitteilung)
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