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KI am Arbeitsplatz: Ohne Weiterbildung droht eine neue digitale Spaltung

Künstliche Intelligenz gilt als Werkzeug der Stunde. Doch wer genauer hinsieht, entdeckt in vielen Büros und Werkstätten eine ganz andere Wirklichkeit.

Fast jede*r Zweite ohne KI-Erfahrung

46,9 Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland hatten im Beruf noch nie mit KI zu tun, weitere 20,1 Prozent nur am Rande. Mehr als die Hälfte möchte die Technik auch künftig kaum oder gar nicht nutzen.

Das ergibt eine Auswertung des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) 2025, für die das DIW Berlin 3.439 Beschäftigte zu sechs KI-Anwendungen befragt hat.

Der Beruf entscheidet mit

Wie vertraut jemand mit KI ist, hängt stark vom Arbeitsalltag ab. In stark digitalisierten Berufen arbeiten 19,6 Prozent viel oder sehr viel damit, in wenig digitalisierten nur 5,7 Prozent. Dort hat die Mehrheit – 57,3 Prozent – KI noch nie ausprobiert.

Auch beim Bildungsabschluss klafft eine Lücke: Ohne Schulabschluss blieben 78,2 Prozent ohne KI-Kontakt, bei Hochschulabsolvent*innen 37,9 Prozent. Rechnet man andere Einflüsse heraus, wiegt die Art der Tätigkeit jedoch schwerer als der Abschluss.

Jüngere vorn, Frauen zurückhaltender

Am intensivsten nutzen die 30- bis 39-Jährigen KI (23,3 Prozent), bei den über 60-Jährigen sind es 3,6 Prozent. Frauen planen deutlich seltener einen starken Einsatz als Männer: 10,9 gegenüber 20 Prozent.

Studienautorin Rebecca Scheffauer führt das auf Berufsfelder mit wenig KI-Kontakt und eine kritischere Haltung zurück.

Damit niemand den Anschluss verliert

Damit KI alte Ungleichheiten nicht verschärft, fordern die Forscherinnen breit zugängliche, berufsnahe Weiterbildung. Dazu gehöre auch, KI-Ergebnisse kritisch prüfen zu können. Die Last dürfe dabei nicht allein auf den Beschäftigten liegen – auch Unternehmen und Politik seien gefragt.


In aller Kürze
Fast die Hälfte der Erwerbstätigen hat im Job noch nie KI genutzt. Wie oft sie zum Einsatz kommt, hängt vor allem vom Beruf ab. Das DIW fordert deshalb gezielte Weiterbildung für alle.

(06.11.2026, prh)

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