Schweizer Weiterbildung: Stimmung kühlt ab, Innovationslust bleibt
Delle statt Krise – Schweizer Weiterbildungsanbieter bleiben beweglich
Jahrelang kannte die Schweizer Weiterbildungsbranche nur eine Richtung: aufwärts. Nun ist der Schwung erstmals abgeflaut – doch wer genauer hinsieht, entdeckt eine Branche, die keineswegs die Hände in den Schoß legt.
Stimmung auf Normalniveau
Der Schweizerische Verband für Weiterbildung (SVEB) fühlt den Anbietern jedes Jahr den Puls: Wie läuft das Geschäft, wie entwickeln sich Angebot und Nachfrage, wie viel Personal wird beschäftigt? Für 2025 meldet der aktuelle Branchenmonitor, für den 377 Anbieter Auskunft gaben, zum ersten Mal seit Beginn der Erhebung einen Rückgang.
Wirtschaftslage, Angebot und Nachfrage gelten nicht mehr als leicht positiv, sondern nur noch als neutral. Für 2026 rechnen die Befragten kaum mit Bewegung.
Von einem Einbruch kann allerdings keine Rede sein. Die Werte haben sich in der Mitte eingependelt, ins Minus rutschen sie nicht. Beim Personal bleibt alles stabil.
Bemerkenswert ist die Delle vor allem, weil bislang sämtliche Bereiche gewachsen waren.
Neue Kurse trotz Gegenwind
Stillstand herrscht trotzdem nicht. Fast zwei Drittel der Anbieter haben neue Angebote auf den Markt gebracht – vor allem große, öffentliche und betriebliche Einrichtungen.
Gefragt sind Online- und Hybridformate, kurze und modulare Kurse sowie neue Themen, häufig rund um künstliche Intelligenz. Die meisten geplanten Kurse fanden 2025 auch tatsächlich statt.
Ganz ohne Sorgen geht es jedoch nicht. KI verlangt den Anbietern selbst einiges ab, etwa Investitionen und die Umstellung ihrer Werkzeuge. Hinzu kommen schwankende Nachfrage, unsichere Finanzierung und harte Konkurrenz. Unterm Strich hat die Branche an Tempo verloren, ihre Wendigkeit aber behalten.
Erstmals seit Messbeginn hat sich die Stimmung bei Schweizer Weiterbildungsanbietern abgekühlt. Statt Krise zeigt der SVEB-Branchenmonitor aber viel Bewegung: Fast zwei Drittel haben neue Angebote gestartet.
(05.11.2026, prh)
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