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Lebenslanges Lernen – was bringt Weiterbildung?

Deutschlandfunk Kultur (Logo)

Weiterbildung wird immer wichtiger

Die Radiosendung »Im Gespräch« auf Deutschlandfunk Kultur vom 7. Februar 2026 beschäftigte sich mit lebenslangem Lernen.

Hintergrund sind große Veränderungen in Gesellschaft und Arbeitswelt. Digitalisierung, neue Technologien und globale Krisen verändern Berufe schnell. Wer mitkommen will, muss weiterlernen. Die Diskussion machte deutlich: Bildung ist nicht nur für den Job wichtig. Sie hilft auch, sich in einer komplexen Welt zurechtzufinden und mitreden zu können.

Lernen hilft beim Wandel

Weiterbildung soll Menschen helfen, im Beruf arbeitsfähig zu bleiben. Forschungen zeigen: Das menschliche Gehirn kann ein Leben lang lernen. Deshalb ist Bildung auch im höheren Alter möglich. Europäische Union und Bundesregierung haben das Ziel, dass bis 2030 rund 65 Prozent der Erwachsenen an Weiterbildung teilnehmen.

In der Praxis ist das schwierig. Zwar interessieren sich viele für Weiterbildung, doch nicht alle setzen es um. Rechnet man auch informelles Lernen mit, liegt die Quote bei knapp 60 Prozent. Ein großes Problem sind unübersichtliche Beratungs- und Förderangebote. Viele wissen nicht, welche Unterstützung es gibt oder wie sie diese beantragen können.

Hohe Hürden für viele Menschen

Viele Menschen fühlen sich durch ständige Veränderungen überfordert. Digitalisierung wird oft als Druck erlebt, nicht als Chance. Manche kritisieren auch, dass Lernen heute zu oberflächlich sei und nur auf Abschlüsse ziele.

Dazu kommen finanzielle Probleme. Weiterbildungen können mehrere Tausend Euro kosten. Oft müssen Beschäftigte selbst zahlen. Wer dafür weniger arbeitet, bekommt meist keinen Lohnausgleich. Förderinstrumente wie Aufstiegs-BAföG oder Bildungsschecks sind vielen unbekannt oder schwer zugänglich. Das schreckt ab und verstärkt soziale Ungleichheit.

Lernen findet auch außerhalb von Kursen statt

Die Diskussion zeigte: Lernen verläuft sehr unterschiedlich. Manche wechseln Berufe, andere lernen aus persönlichem Interesse. Weiterbildung kann beruflich, politisch oder kreativ sein. Sie hilft, neue Perspektiven zu entwickeln und eigene Erfahrungen einzuordnen.

Im Betrieb hängt viel von der Unternehmenskultur ab. Gute Führung, Mentoring und Zeit zum Lernen fördern Weiterbildung. Gleichzeitig sparen viele Unternehmen gerade in Krisen zuerst bei der Bildung. Dabei wäre sie gerade dann besonders wichtig. Der Bildungsurlaub, der in fast allen Bundesländern existiert, bietet hier eine wichtige Möglichkeit, sich unabhängig vom Betrieb weiterzubilden.

Neue Kompetenzen für die Zukunft

Neue Technologien wie Künstliche Intelligenz verändern Lernen und Arbeiten stark. Grundwissen bleibt trotzdem wichtig. Ohne fachliche Grundlagen lassen sich Ergebnisse von KI nicht richtig einschätzen.

Neben Fachwissen werden sogenannte „Future Skills“ immer wichtiger. Dazu gehören der Umgang mit Unsicherheit, Teamarbeit, Kommunikation und kritisches Denken. Viele dieser Fähigkeiten entstehen auch außerhalb formaler Kurse. Instrumente zur Kompetenzbilanzierung sollen helfen, diese sichtbar zu machen.

Zum Abschluss wurde gefordert: Weiterbildung braucht klare Rechte, bessere Beratung und gute Arbeitsbedingungen für Lehrende. Nur so kann lebenslanges Lernen für alle gelingen.

(09.02.2026, prh)

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