Ausbildung und Weiterbildung: Rheinland-Pfalz nutzte sein Potenzial nur teilweise
Nur ein Drittel aller rheinland-pfälzischen Betriebe engagiert sich aktiv in der eigenen Berufsausbildung.
Das geht aus einer neuen Auswertung des IAB-Betriebspanels für 2024 hervor, veröffentlicht vom Ministerium für Arbeit, Soziales, Transformation und Digitalisierung.
59 Prozent aller Betriebe im Land erfüllen die gesetzlichen Voraussetzungen für eine Berufsausbildung. Genutzt wird diese Möglichkeit aber nur von gut der Hälfte – macht am Ende ein Drittel aller Betriebe, die tatsächlich ausbilden.
Personalmangel bremst die Ausbildung
Wer trotz Berechtigung nicht ausbildet, nennt meist fehlende personelle Kapazitäten (36 Prozent) oder die erfolglose Suche nach passenden Bewerbern (27 Prozent) als Grund. Ein Teufelskreis: Der Fachkräftemangel verhindert mitunter jene Ausbildung, die ihm entgegenwirken soll.
Für das Ausbildungsjahr 2023/2024 boten Betriebe insgesamt 46.900 Ausbildungsplätze an, 34 Prozent davon blieben unbesetzt. Nur die Hälfte der Betriebe konnte alle offenen Stellen füllen. Immerhin 47 Prozent berücksichtigen auch Jugendliche ohne Schulabschluss – verlangen dafür aber meist einen guten Bewerbungseindruck oder ein erfolgreiches Praktikum.
Weiterbildung mit Schlagseite
Auch bei der Weiterbildung bleibt Luft nach oben. 45 Prozent der Betriebe förderten im ersten Halbjahr 2024 entsprechende Maßnahmen, 528.500 Beschäftigte wurden weitergebildet – eine Quote von 27 Prozent.
Am stärksten profitieren qualifizierte Tätigkeiten (34 Prozent), gefolgt von hochqualifizierten (29 Prozent). Einfache Tätigkeiten kommen dagegen nur auf 15 Prozent – ausgerechnet dort, wo der Wandel der Arbeitswelt oft am stärksten spürbar ist.
Nur ein Drittel der Betriebe in Rheinland-Pfalz bildet aktiv aus, meist wegen Personalmangels. Ausbildungsplätze und Weiterbildung bleiben ungleich verteilt.
(15.07.2026, prh )
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