Sachsen-Anhalt bringt die Lehrkräftebildung an einen Tisch
Wie Sachsen-Anhalt mehr Lehrkräfte gewinnen will
Studium, Referendariat, Schulalltag: In Sachsen-Anhalt laufen diese drei Etappen bisher weitgehend nebeneinander her. Ein neuer Fahrplan will daraus einen durchgehenden Weg machen.
Wer in Sachsen-Anhalt Lehrerin oder Lehrer wird, durchläuft drei Stationen. Für jede ist eine andere Stelle zuständig, und abgestimmt sind sie kaum. Das soll sich ändern.
Rund 50 Fachleute haben gemeinsam mit dem Stifterverband eine Roadmap erarbeitet. Sie schlägt ein »Landesnetzwerk Lehrkräftebildung« vor, das Hochschulen, Ausbildungsseminare, Schulen und Ministerien dauerhaft an einen Tisch bringt.
Der Druck wächst
Für die Klassen fünf bis zehn kann das Land künftig nur knapp drei von zehn Stellen mit regulär ausgebildeten Lehrkräften besetzen. Zugleich gehen in den nächsten zehn Jahren rund zwei Drittel der heutigen Lehrkräfte in den Ruhestand.
Was sich ändern soll
Ein gemeinsamer Lehrplan soll dafür sorgen, dass das Gelernte von der Uni bis ins Klassenzimmer zusammenpasst. Lehrkräfte, die den Nachwuchs an den Schulen begleiten, sollen dafür besser geschult werden.
Fast jede zweite neue Lehrkraft kommt inzwischen als Seiteneinsteiger*in aus einem anderen Beruf. Für diese Gruppe sind ein digitaler Wegweiser mit Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten sowie eine unabhängige Beratung geplant.
Neuer Anlauf für die Sekundarschule
Besonders wenig gefragt ist das Lehramt für die Sekundarschule. Die Universität Halle-Wittenberg entwickelt deshalb einen Studiengang, in dem alle angehenden Lehrkräfte gemeinsam beginnen. Ob es später Gymnasium oder Sekundarschule wird, entscheiden sie erst im Lauf des Studiums.
Starten könnte das Modell zum Wintersemester 2028/29.
Sachsen-Anhalt will die Ausbildung von Lehrkräften aus einem Guss gestalten: mit einem Landesnetzwerk, gemeinsamem Lehrplan, besserer Begleitung und einem neuen Studienmodell.
(20.10.2026, prh)
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