Weiterbildung 2026: Hohe Priorität, aber fehlende Strategien
KI im Arbeitsalltag: Belegschaften brauchen gezieltere Qualifizierung
Der Reformdruck auf deutsche Betriebe steigt, jedoch investieren viele Firmen zu zögerlich in die Kompetenzen ihrer Belegschaft.
Laut der TÜV-Weiterbildungsstudie 2026 bewerten zwar 87 Prozent der Unternehmen Fortbildung als bedeutend, allerdings verfügen lediglich 29 Prozent über schriftlich fixierte Weiterbildungsziele.
Mangelnde Ressourcen und Qualifizierungslücken bei KI
Die finanziellen und zeitlichen Ressourcen bleiben überschaubar: Zwei Drittel der Betriebe veranschlagen jährlich maximal 1.000 Euro pro Person, während zeitlich meist drei bis fünf Freistellungstage vorgesehen sind.
Besondere Defizite bestehen im Bereich Künstlicher Intelligenz. Obwohl 56 Prozent der Betriebe KI-Anwendungen nutzen und die Hälfte einen Schulungsbedarf sieht, hat bisher nur etwa ein Viertel die Beschäftigten entsprechend geschult.
Klare Zuständigkeiten und Forderungen an die Politik
Nahezu alle Betriebe ordnen die Verantwortung für Weiterbildung den Arbeitgebern (98 Prozent) und den Beschäftigten (86 Prozent) zu. Der Staat wird mit 47 Prozent seltener als zuständig erachtet. Gleichzeitig kritisiert eine Mehrheit unübersichtliche Förderprogramme.
Der TÜV-Verband empfiehlt daher eine feste Verankerung der Fortbildung in der Geschäftsplanung sowie den Abbau bürokratischer Hürden durch die Politik.
Trotz hoher Priorität vernachlässigen viele deutsche Firmen verbindliche Weiterbildungsstrategien. Vor allem bei KI klafft eine Lücke zwischen Nutzung und Qualifizierung, weshalb der TÜV-Verband Reformen fordert.
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