Lernen, bevor der Job weg ist
Wie Weiterbildung Arbeitsplätze sichert
Die Arbeitswelt verändert sich rasant, und viele fragen sich, ob ihr Job sicher ist. Zwei Fachleute gaben am Mittwoch im Bundestag eine klare Antwort: Am besten schützt, wer im eigenen Unternehmen dazulernt.
Darin waren sich Steffen Kampeter, Chef der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), und die Arbeitspsychologin Simone Kauffeld von der TU Braunschweig einig.
Es fehlt an Können, nicht an Technik
Für Kampeter ist Künstliche Intelligenz nicht das Problem. Knapp seien vielmehr Menschen, die wissen, wie man sie sinnvoll nutzt.
Paradox wirke die Lage am Arbeitsmarkt: Betriebe suchen dringend Fachkräfte, zugleich steigt die Arbeitslosigkeit. Angebot und Nachfrage passen schlicht nicht zusammen. Hinzu komme, dass Schulabgänger*innen in Einstellungstests seit Jahren schlechter abschneiden.
Firmen würden so zur Reparaturwerkstatt des Bildungssystems. Lernen müsse deshalb zum Arbeitsalltag gehören, direkt dort, wo neue Technik eingeführt wird.
Dazulernen als bester Jobschutz
Kauffeld sieht es ähnlich: Hier fallen Stellen weg, dort fehlen Leute. Wer frühzeitig weiterlernt, könne seinen Arbeitsplatz behalten oder nahtlos in einen neuen Beruf wechseln.
Doch die Förderregeln seien zu starr. Viele nützliche Kurse dauern weniger als 120 Stunden und werden deshalb nicht bezuschusst. Besser wären kurze, flexible Lernbausteine. Kurzarbeit solle öfter zum Lernen genutzt werden.
Und regionale Talentpools könnten helfen, dass gut ausgebildete Menschen ihrer Heimatregion nicht den Rücken kehren.
Wer im Betrieb dazulernt, schützt seinen Job am besten, sagen BDA-Chef Kampeter und Psychologin Kauffeld. Sie fordern flexiblere Förderung und Lernen schon vor dem Jobverlust.
(08.10.2026, prh)
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