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Mehr als nur Zertifikate: Warum die Messung von Weiterbildung neu gedacht werden muss

Wer im Alltag neben dem Beruf eine Fremdsprache per App lernt oder sich in der Freizeit neues Wissen aneignet, taucht in keiner offiziellen Statistik auf. Solche Lernwege bleiben für die Politik meist unsichtbar.

Lückenhafte Erfassung des lebenslangen Lernens

Bisherige Erhebungsmethoden erfassen das kontinuierliche Lernen der Bevölkerung nur unzureichend. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sieht gravierende Schwachstellen in den bestehenden Datensystemen. So werden ältere Menschen oft gar nicht befragt, und es fehlen Langzeitdaten, die individuelle Bildungswege über Jahre hinweg nachzeichnen. Zudem konzentrieren sich Messungen stark auf den Arbeitsmarkt, während persönliche Entwicklung und gesellschaftliche Teilhabe unberücksichtigt bleiben. Auch informelles Lernen außerhalb fester Kurse bleibt weitgehend unerfasst.

Drei Säulen für eine neue Messarchitektur

Zur Behebung dieser Lücken schlägt die OECD ein neues Modell vor, das auf drei Säulen basiert: Nachfrage, Angebot und Koordination. Die Nachfrageseite erfasst den konkreten Lernbedarf von Einzelpersonen, Organisationen und der Gesellschaft. Die Angebotsseite dokumentiert Lerngelegenheiten in Betrieben, Bildungseinrichtungen, Sozialsystemen und Kommunen. Die Koordinationsebene analysiert, wie Bedarf und Angebot zueinanderfinden.
Ergänzend berücksichtigt das Modell den Formalisierungs- und Digitalisierungsgrad. Dies ermöglicht es, auch hybride und neue Lernformen systematisch zu erfassen.

Strategien für präzisere Bildungsdaten

Für eine verlässliche Datenbasis empfiehlt die OECD modernere Erhebungen, die Verknüpfung von Langzeitdaten und eine verstärkte Nutzung Verwaltungsdaten. Zudem sollen sogenannte Skills-Pässe eingeführt werden, die individuelle Lernbiografien nachvollziehbar dokumentieren. Ziel ist eine fundierte Grundlage für Bildungspolitik und Evaluation.


In aller Kürze
Die OECD kritisiert Lücken bei der Erfassung des lebenslangen Lernens. Ein neues Modell aus Nachfrage, Angebot und Koordination sowie digitale Skills-Pässe sollen Bildungswege künftig vollständiger abbilden.

(24.08.2026, )

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