Vom Beruf in den Hörsaal: Höchststand bei qualifizierten Quereinsteigern
.jpg)
Durchlässigkeit wächst: Der dritte Bildungsweg auf Erfolgskurs
Die Anzahl der Menschen, die in Deutschland ohne klassisches Abitur oder Fachhochschulreife ein Studium absolvieren, hat einen historischen Höchststand erreicht. Aktuelle Auswertungen des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) belegen, dass mittlerweile rund 70.000 Studierende über den sogenannten dritten Bildungsweg an den Hochschulen eingeschrieben sind.
Dieser Trend verdeutlicht die zunehmende Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung, wodurch sich neue Karriereperspektiven für beruflich Qualifizierte eröffnen.
Entwicklung und aktuelle Zahlen
Innerhalb eines Jahrzehnts hat sich die Gruppe der Studierenden ohne Hochschulreife mehr als verdoppelt. Während im Jahr 2011 noch etwa 32.200 Personen diesen Weg wählten, nutzten zuletzt deutlich mehr Menschen ihre berufliche Erfahrung als Eintrittskarte in den akademischen Bereich. Der Anteil dieser Gruppe an der gesamten Studierendenschaft liegt nun bei 2,4 Prozent.
Besonders auffällig ist die Dynamik bei den Erstsemesterzahlen, die im Berichtszeitraum auf rund 16.000 Personen anstiegen. Auch die Zahl der erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen markiert mit 9.500 einen neuen Spitzenwert.
Regionale Schwerpunkte und Studienwahl
Im bundesweiten Vergleich zeigen sich signifikante Unterschiede in der Inanspruchnahme dieser Bildungsoption. Thüringen nimmt mit einem Erstsemesteranteil von 13,5 Prozent eine Spitzenposition ein, was maßgeblich auf die dort ansässige IU Internationale Hochschule zurückzuführen ist. Es folgen die Stadtstaaten Hamburg und Bremen.
Inhaltlich entscheiden sich mehr als die Hälfte der Studienanfängerinnen und Studienanfänger für Fächer aus den Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Auch in zulassungsbeschränkten Studiengängen wie der Medizin ist ein leichter Zuwachs zu verzeichnen, wobei dort etwa jeder hundertste Studienplatz an Personen ohne Abitur vergeben wird.
Bedeutung für die Bildungsbiografie
Die strikte Trennung zwischen beruflicher Ausbildung und Studium löst sich zunehmend auf. Eine abgeschlossene Berufsausbildung sowie mehrjährige Berufserfahrung ermöglichen heute den Zugang zu rund 9.000 verschiedenen Studienangeboten. Die Verbindung beider Bildungsbereiche gehört immer selbstverständlicher zum modernen Berufslebent. Neun von zehn dieser Studierenden streben zunächst einen Bachelorabschluss an, während Masterstudiengänge in dieser Gruppe mit einem Anteil von zwölf Prozent noch seltener vertreten sind.
(24.03.2026, prh - nach einer CHE-Meldung)
