Was der Bildungsbericht über die Weiterbildung verrät
Der kürzlich veröffentlichte Nationale Bildungsbericht führte zu öffentlichen Diskussionen, die sich fast ausschließlich um Kinder und Schulen drehten. Dabei gerieten jedoch wesentliche Erkenntnisse zur Erwachsenenbildung und Qualifizierung etwas aus dem Fokus.
Ein Gastbeitrag von Josef Schrader und Jonathan Kohl befasst sich im »WIARDA-BLOG« folglich mit der Frage, welche Konsequenzen aus den Ergebnissen des Berichts gezogen werden sollten.
Der Bildungsbericht lieferte zur Weiterbildung wichtige Befunde und nennt dabei drei zentrale Baustellen:
Erstens bleibt die sprachliche Grundbildung ungleich finanziert – während das Gesamtprogramm Sprache für Zugewanderte als Vorbild gilt, kämpft die auslaufende Alpha-Dekade für hier Aufgewachsene mit weniger Mitteln, während zugleich bei Integrations- und Berufssprachkursen gekürzt wird.
Zweitens droht älteren Beschäftigten Weiterbildungsabstinenz: Jede und jeder Dritte der 55- bis 65-Jährigen hat sich seit über fünf Jahren nicht mehr weitergebildet – ein Risiko für Betriebe und Arbeitsplätze.
Drittens wächst digitales Lernen zwar, bleibt aber stark bildungsabhängig verteilt, weshalb die Autoren einen Digitalpakt Weiterbildung fordern. Hinzu kommen offene Fragen zur sozialversicherungsrechtlichen Stellung der Lehrkräfte und zur künftigen Finanzierung des gesamten Weiterbildungssektors.
In aller Kürze
Josef Schrader und Jonathan Kohl ordnen ein, was der Bildungsbericht über Weiterbildung sagt: ungleiche Sprachförderung, wachsende Abstinenz Älterer und digitale Lücken – und was politisch jetzt gefragt ist.
