wbmonitor: Wie der Weiterbildungsmarkt um Teilnehmende kämpft
Ein Großteil der Weiterbildungsanbieter in Deutschland steht vor der Herausforderung, ausreichend Teilnehmende für die eigenen Angebote zu gewinnen.
Nach Ergebnissen der Umfrage »wbmonitor 2024«, die das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) gemeinsam mit dem Deutschen Institut für Erwachsenenbildung (DIE) unter 1.200 Einrichtungen durchgeführt hat, berichten 65 Prozent der Institutionen von entsprechenden Schwierigkeiten.
Bei privat-gemeinnützigen Anbietern fällt der Anteil mit 75 Prozent besonders hoch aus.
Diskrepanz zwischen Zielgruppenkenntnis und Ansprache
Die Planungsphase verläuft bei den meisten Einrichtungen strukturiert: 95 Prozent der Befragten geben an, ihre Zielgruppen genau zu kennen.
Unsicherheiten bestehen jedoch bei den geeigneten Kommunikationskanälen. Lediglich 40 Prozent zeigen sich überzeugt, die passenden Wege zur Ansprache zu nutzen, während 47 Prozent dieser Aussage eher zustimmen.
Angebote für geringqualifizierte oder bildungsferne Personen machen branchenweit 43 Prozent aus; bei den Volkshochschulen (VHS) liegt dieser Wert bei 80 Prozent.
Relevanz persönlicher Empfehlungen und Kommunikationswege
Die Befragung verdeutlicht die Prioritäten bei den Marketingmaßnahmen. 93 Prozent der Einrichtungen stufen Mundpropaganda, also die persönliche Weiterempfehlung, als besonders wichtig ein.
Ebenfalls eine hohe Bedeutung besitzen die eigene Website (86 Prozent) und das digitale Programmheft (83 Prozent). Traditionelle Medien wie Lokalfernsehen, Radio oder Kino spielen mit drei Prozent kaum eine Rolle.
Gedruckte Programmhefte werden vor allem von Volkshochschulen genutzt, von denen 83 Prozent darauf setzen, verglichen mit 48 Prozent im Gesamtdurchschnitt aller Anbieter.
Engpässe bei Zeit und Personal
Zusätzliche Maßnahmen zur Kundengewinnung würden 86 Prozent der Einrichtungen gerne umsetzen. Als Hauptgrund für das Ausbleiben entsprechender Aktivitäten nennen 85 Prozent den Mangel an Arbeitszeit der vorhandenen Beschäftigten, während 68 Prozent fehlendes Personal anführen. Sachmittel bilden lediglich für 47 Prozent eine Hürde.
Die Verantwortung für Marketing und Ansprache liegt in 94 Prozent der Fälle bei der Leitung und zu 80 Prozent bei den mit der Planung befassten Mitarbeiter*innen.
Vernetzung als strategischer Ansatz
Netzwerke und Kooperationen schätzen 73 Prozent der Akteure als maßgeblich ein. 74 Prozent arbeiten mit anderen Weiterbildungsanbietern zusammen, während jeweils 67 Prozent Kooperationen mit Betrieben oder Bildungseinrichtungen außerhalb des Sektors pflegen.
Da derartige Partnerschaften personal- und zeitintensiv sind, empfiehlt die Studie gezielte Fortbildungen für das Personal.
Laut wbmonitor 2024 kämpfen 65 Prozent der deutschen Weiterbildungsanbieter mit leeren Kursen. Hauptursachen sind fehlende Zeit und Personalressourcen für die Ansprache. Mundpropaganda und Kooperationen bleiben die effektivsten Instrumente.
(29.09.2026, prh)
Suchen in Neuigkeiten & Terminen
Bildung kennt kein Alter: Warum Weiterbildung im Beruf und in der Freizeit wirkt
Lebenslanges Lernen: Wer in Sachsen-Anhalt Fortbildungsangebote nutzt
Neuer Anlauf für eine Weiterbildungsreform
