Qualifizierungswege in Handwerk und Bau
Vom Einstieg bis zur Leitungsebene
Im Handwerk und auf dem Bau herrscht ein großer Mangel an Fachkräften, was sich oft in langen Wartezeiten für Kunden zeigt. Für engagierte Menschen bietet dieser Engpass hervorragende Chancen, durch gezielte Qualifizierung schnell Verantwortung zu übernehmen und krisensichere Positionen zu besetzen.
Formale Voraussetzungen für den vertikalen Aufstieg
Damit aus einer handwerklichen Tätigkeit eine echte Karriere mit Aufstieg in die Führungsebene wird, müssen bestimmte Bedingungen erfüllt sein:
- Gesellen- oder Facharbeiterbrief: Die erfolgreiche Abschlussprüfung in einem anerkannten Ausbildungsberuf ist das Fundament.
- Einschlägige Berufspraxis: Für die Zulassung zu vielen Fortbildungen (z.B. zum Meister) wird oft eine Tätigkeit von ein bis zwei Jahren im erlernten Handwerk vorausgesetzt.
- Prüfung vor der Kammer: Vertikale Aufstiege enden in der Regel mit einer staatlich anerkannten Prüfung vor der Handwerkskammer (HWK) oder der Industrie- und Handelskammer (IHK).
1. Elektroniker*in für Energie- und Gebäudetechnik
Dieser Beruf ist besonders wichtig für die Energiewende und moderne Gebäudetechnik.
- Der Einstieg (Ausbildung): Eine 3,5-jährige duale Ausbildung in Betrieb und Berufsschule bildet die Basis.
- Konkrete Weiterbildungen (Beispiele):
- Fachliche Spezialisierung: Fortbildungen zum Fachplaner für Solarenergie, Experten für Smart Home-Systeme oder Zertifikate für E-Mobilität (Ladeinfrastruktur).
- Sicherheit: Qualifizierung zur Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten oder Brandschutzbeauftragte.
- Vertikaler Aufstieg: Die Weiterbildung zum Elektromeister oder zum Staatlich geprüften Techniker (Fachrichtung Elektrotechnik) ermöglicht die Leitung von Abteilungen oder die Eröffnung eines eigenen Betriebes.
2. Anlagenmechaniker*in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (SHK)
Fachkräfte in diesem Bereich werden für klimafreundliche Heizsysteme und moderne Bäder dringend gebraucht
- Der Einstieg (Ausbildung): Die duale Ausbildung dauert in der Regel 3,5 Jahre.
- Konkrete Weiterbildungen (Beispiele):
- Technik: Fortbildungen zum Wärmepumpen-Techniker, Experten für Solarthermie oder Spezialist für Trinkwasserhygiene.
- Management: Kurse im Bereich Kundendienst-Management oder technische Dokumentation.
- Vertikaler Aufstieg: Das Ziel ist hier oft der Installateur- und Heizungsbauermeister. Mit diesem Titel kann man Lehrlinge ausbilden und eine leitende Funktion im Unternehmen übernehmen. Auch ein Studium im Gebäudemanagement ist für Meister oft ohne Abitur möglich.
3. Fachkräfte in Tischlerei und Zimmerei
Klassische Handwerksberufe leiden unter zu wenig Nachwuchs, bieten aber kreative und nachhaltige Arbeitsfelder
- Der Einstieg (Ausbildung): Eine 3-jährige duale Ausbildung im Tischler- oder Zimmererhandwerk.
- Konkrete Weiterbildungen (Beispiele):
- Handwerkliche Vertiefung: Spezialisierung auf ökologischen Holzbau, Denkmalschutz oder CNC-Technik für die moderne Holzbearbeitung.
- Design: Fortbildungen zum Gestalter im Handwerk, um anspruchsvolle Innenausbauten zu planen.
- Vertikaler Aufstieg: Der klassische Weg führt zum Tischlermeister oder Zimmerermeister. Eine weitere Stufe ist der Geprüfte Betriebswirt (HwO), der gezielt auf die kaufmännische Führung großer Handwerksunternehmen vorbereitet.
Qualifizierung als Chance nutzen
Die Berufe im Handwerk und Bau sind heute hochtechnologisch und entscheidend für die Digitalisierung. Wer bereit ist, sich stetig weiterzubilden, profitiert von sicheren Aufträgen und einer Position, die nicht so leicht durch Maschinen ersetzt werden kann. Jede Stufe der Weiterbildung steigert nicht nur das Fachwissen, sondern auch den eigenen Wert auf dem Arbeitsmarkt.
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Karrierewege in der nachhaltigen Entwicklung: Ein Leitfaden zu Qualifikationen in Zukunftsbranchen
Beispiel 1: Umwelttechnik und erneuerbare Energien
Beispiel 2: Abfallwirtschaft und Kreislaufwirtschaft
Beispiel 3: Baugewerbe und nachhaltiges Bauen
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Perspektiven in Engpassberufen
Beispiel 1: Gesundheits- und Sozialwesen
Beispiel 2: Handwerk und Bau
Beispiel 3: MINT-Berufe
Beispiel 4: Transport und Logistik
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